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	<title>Shadowrun Berlin</title>
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	<description>Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth</description>
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		<title>Shadowrun Berlin</title>
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		<title>Drachenbrut 04 &#124; Die Brut des Drachen (1)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 11:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[TIR N&#8217;ZAGH &#124; 2035 Das schabende Geräusch des Hufmessers verliert sich im Rauschen der Büsche und Gräser. Weiße Hände umklammern den schwarz-silbernen Huf eines Rappen, dessen riesenhafte Flügel vom Wind der Bergkuppe zerzaust werden. Zu Füßen des Drakkar liegt ein schwarz-funkelnder Helm, das Visier einem Totenschädel nachempfunden, daneben die gekrümmte Klinge und der Schild des [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=555&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<h3>TIR N&#8217;ZAGH | 2035</h3>
<p>Das schabende Geräusch des Hufmessers verliert sich im Rauschen der Büsche und Gräser. Weiße Hände umklammern den schwarz-silbernen Huf eines Rappen, dessen riesenhafte Flügel vom Wind der Bergkuppe zerzaust werden.</p>
<p>Zu Füßen des Drakkar liegt ein schwarz-funkelnder Helm, das Visier einem Totenschädel nachempfunden, daneben die gekrümmte Klinge und der Schild des Drakkarim. Das rabenschwarze Haar fällt ihm ins Gesicht, während er den schweren Huf von Erdbrocken und Steinen befreit.</p>
<p>Er inspiziert seine Arbeit, steckt dann das Hufmesser in den Gürtel seiner schwarzen Rüstung zurück. Schwer läßt er sich auf einem Felsen nieder, der Blick ruhend auf der Dunklen Feste, die in großer Ferne zu sehen ist. Er legt sich zurück, ruht auf dem spärlichen Gras, dem flachen Stein, und blickt in den Himmel, über den graue Wolkenfetzen treiben.</p>
<p>Weit unter sich sieht er die Täler ausgebreitet, das weite Land. Ein Junge dort unten könnte hinaufschauen zu den Bergen und Wolken und weiße Rösser sehen und Segel, doch hier, hier oben, ist alles stumpf und grau und schwarz.</p>
<p><em>Tir N&#8217;Zagh &#8211; das dunkle Land.</em></p>
<p><em>Wer bin ich ? Ich erinnere mich daran, von einer Frau &#8220;Nikolai&#8221; gerufen worden zu sein. Sie war sehr zornig. Ich erinnere mich daran, wie mich ein sehr großer Mann &#8220;Tolstoi&#8221; nannte. Ich erinnere mich. Ich erinnere mich, wie ich auf einem Thron sitze, mein Bruder Me&#8217;Dojh die Augen voll Zorn&#8230; Nein, das war einer der Träume, vermischt im Gesang der Robenträger, der sich über mich legt wann immer ich die Augen schließen will. Ich sehe Feuer höre Feuer atme Feuer und verbrenne, bin tot-und-doch-nicht-tot&#8230; untot ?</em></p>
<p><em>Ich bin nicht allein in meinem Körper. Nein, nein, nicht das fette Ungeheuer ist hier (welches fette&#8230;), nein, aber der dunkle Mann hat mir etwas gegeben, nein, etwas geweckt. Der Bund.</em></p>
<p><em>Der &#8230; Bund.</em></p>
<p>Der grazile Elf in der schwarzen Rüstung wendet seinen Blick wieder den Wolken zu. Weißes Land, es tanzen Gestalten dort oben.</p>
<p>&#8220;Du hast unser Volk verraten, Nikuriel !&#8221;</p>
<p><em>Hör&#8221; auf, zu mir zu sprechen, Mordrakkan, Deine Geschichten will ich nicht hören.</em></p>
<p>ERINNERE DICH.</p>
<p><em>Ich will nicht.</em></p>
<p>DU MUSST.</p>
<p><em>Nein !</em></p>
<p>&#8220;Du hast unser Volk verraten, Bruder !&#8221;</p>
<p><em>Ich hatte keine Wahl. Hätte ich sie den Ungestalten ausliefern sollen ?</em></p>
<p>&#8220;Du hast uns an einen Drachen verkauft.&#8221;</p>
<p><em>Er hat uns geschützt in den Jahren der Finsternis. Er hat den Anbeginn der Zeit gesehen. Mein Mentor wie Deiner, Jelziah, hat ihn gerufen.</em></p>
<p>&#8220;<em>Du</em> hast es befohlen.&#8221;</p>
<p><em>Aus Dir spricht Zorn, Bruder.</em></p>
<p>&#8220;Warum sollte ich keinen empfinden ? ICH bin der Ältere, das weißt Du. MIR gebürt der Thron.&#8221;</p>
<p><em>Aber Vater hat mich bestimmt.</em></p>
<p>&#8220;Weil Du den Drachen hast.&#8221;</p>
<p><em>Ich habe ihn nicht. Gerufen wohl, besitzen niemals, das weißt Du.</em></p>
<p>&#8220;Dann lebe mit ihm hier oben. Das Land ist sicher genug geworden &#8211; ich und die meinigen werden fortgehen von hier. Alle werden sie gehen. Unser Land war weiß, ehe der Drache es berührte. Nun ist alles verdorrt und verdorben.&#8221;</p>
<p><em>Das war nicht des Drachen Werk. Die Drakkazim haben es gesehen, als sie durch das Land flogen. Es war der Ungeheuer Werk.</em></p>
<p>&#8220;Wer regiert dieses Land, Bruder, daß Du den Worten der Drachenreiter mehr glaubst denn dem Deines Bruders. Regierst Du ? Oder Mordrakkan ?&#8221;</p>
<p><em>Ich will mich nicht erinnern.</em></p>
<p>ES IST DEINE PFLICHT.</p>
<p><em>Nein, es ist Nikuriels Pflicht. Ich weiß nicht, wer er ist.</em></p>
<p>DU BIST ES. ABER DIE IMPLANTATE HABEN DAS GEFÄSS SEINER SEELE BESCHMUTZT. VIEL GING VERLOREN. DEIN VATER WAR EIN NARR.</p>
<p>Seine Gedanken kreisen. Er preßt die Augenlider zusammen, legt sich die Hände auf die Ohren, aber die tief-dröhnende Stimme des Drachen und das ferne Echo der Stimmen der Vergangenheit reißt nicht ab.</p>
<p>Wochenlang, monatelang hat er gelegen in Schwärze, die singenden Stimmen alles um ihn herum. Er hat gespürt, wie die Stimmen in ihn eindrangen, sich forschend in seinem Geist umblickten tasteten leckten bis sie eine Saite fanden, die vibrierte im Ton ihrer flüsternden Stimmen.</p>
<p>Er hatte von Nadja geträumt, aber sie sah plötzlich anders aus. Er hatte von einem Vater geträumt, den er nie gesehen hatte. Hatte sich und andere wie ihn in einem Zirkel gesehen, der Nachthimmel durchzuckt von tiefroten Blitzen, wie die Glut eines ausgebrannten Lagerfeuers, aus der schälte sich ein schwarzer Leib mit zwei Schwänzen das Blau der Augen wie Feuer der flog auf sie zu und sie sangen sangen sangen wie jetzt zu schützen das Volk denn das Ende naht und kein Schutz ist da aber es darf nicht untergehen und der Mann mit den weißen Haaren in der schwarzen Robe der Alte Freund Mentor Freund der Kindertage Vertrauter und Lehrer Jelziah der ihm beibrachte zu reiten und Fäden zu weben er hatte sich abgewandt er war wütend&#8230;</p>
<p><em>Ich kann nicht, Mordrak-Khan.</em></p>
<p>WARUM NICHT ?</p>
<p><em>Ich&#8230; weil&#8230; mein Leben, verstehst Du ? Die Geschichten, die Du mir erzählst, vor ihnen wird alles so&#8230; klein, bedeutungslos.</em></p>
<p>ABER DEIN BISHERIGES LEBEN WAR BEDEUTUNGSLOS.</p>
<p><em>Was ist mit meinen Kameraden, die im Krieg gefallen sind ? Was ist mit meiner Liebe zu Nadja ? Was mit den Sonnenaufgängen, meinen Träumen ? Was ist mit der Doktorarbeit, mit den verlorenen Träumen von Petrushka ?</em></p>
<p>BEDEUTUNGSLOS. DU WIRST DAS VERSTEHEN, BEGREIFST DU ERST, WIE ALT DEINE SEELE IST. DER BLICK FÜR DAS KLEINE WIRD VERSCHWINDEN &#8211; SICHERLICH BEDAUERLICH, ABER UNABWENDBAR. ÖFFNET SICH ERST DER BLICK FÜR DAS GROSSE, DU WIRST ES SEHEN, VERBLASSEN ALL DIESE UNWICHTIGKEITEN, MIT DENEN DIE STERBLICHEN SICH ABMÜHEN.</p>
<p><em>Nein.</em></p>
<p>SOLANGE DU DICH WEIGERST, WIRST DU DEN BLICK DER EDLEN NICHT ERHALTEN. DU WIRST NUR IRGENDEIN UNBEDEUTENDER EX-SOLDAT SEIN, DER EINEN KRIEG VERLOR, DER NICHT ZU GEWINNEN WAR &#8211; WAS DU HÄTTEST SEHEN KÖNNEN, WENN DU DEN BLICK FÜR DAS GROSSE HÄTTEST.</p>
<p><em>Ich habe es gewußt &#8211; JEDER hat das gewußt.</em></p>
<p>WARUM HABT IHR DANN GEKÄMPFT ?</p>
<p><em>Weil es richtig war.</em></p>
<p>PATHETISCH.</p>
<p><em>Vielleicht. Aber es war wichtig. Wenn etwas richtig ist, so muß man es tun &#8211; auch wenn man am Ende verliert. Das, oder sein Leben in Knechtschaft verbringen.</em></p>
<p>DAS RUSSISCHE VOLK LEBT IN KNECHTSCHAFT. ES HAT VERLOREN.</p>
<p><em>Nein. Am Ende hat es gesiegt. Denn es wurde BEsiegt. Es hat sein Land, seinen Traum nicht verschenkt, dem Henker die Klinge gehalten und ihm dankbar in die Augen geschaut. Es hat sich erhoben, und es wurde besiegt. Aber es kann sich noch immer in die Augen schauen, ohne Scham zu empfinden.</em></p>
<p>BIST DU BEREIT, DAS VOLK DEINER ARROGANZ ZU OPFERN ? BIST DU SO SELBSTSÜCHTIG ? HABEN DIESES MODERNE LEBEN, DIESE IMPLANTATE, DICH SO KORRUMPIERT ? BIST DU SO GEFESSELT AN DEINE TRÄUME, DEINE WÜNSCHE, DEINE SELBSTSUCHT ? KANNST DU SO LEICHT DEINE PFLICHT VERGESSEN ? WIE SIE ?</p>
<p><em>Wie wer ?</em></p>
<p>NICHTS.</p>
<p><em>Du siehst in mir noch immer Nikuriel, nicht wahr ?</em></p>
<p>DU BIST ES.</p>
<p><em>Nein. Nikuriel ist tot. Und begraben. Du hast es selbst gesagt.</em></p>
<p>&#8230;</p>
<p><em>Als Du mit ihr gesprochen hast.</em></p>
<p>&#8230;</p>
<p><em>Du schweigst ?</em></p>
<p>&#8230;</p>
<p><em>Ich werde dieses Leben nicht führen, das Du von mir verlangst. Ich bin nicht alt. Ich kann nicht damit leben, daß alles bedeutungslos war, wofür ich gekämpft habe. Wovon ich geträumt habe. Die Menschen und Metamenschen da draußen, sie wissen nichts, nicht wahr ? </em></p>
<p><em>Und ich, ich will es auch nicht wissen. Ein Ende der Scharade. Ich denke wohl, daß Deine Absichten edel sind &#8211; wie Kathariznas und die der anderen Drakkazim. Aber ihr habt im Alter vergessen, zu leben. Ihr habt vergessen, was den &#8220;Sterblichen&#8221; wirklich wichtig ist. Ihr habt den Blick für das Detail verloren, so groß ist eure Perspektive.</em></p>
<p>GLAUBST DU DAS WIRKLICH ?</p>
<p><em>Ja, das glaube ich. Ich sehe es Tag für Tag. Habt ihr jemals an MEIN Leben gedacht? Ihr füttert mich mit Träumen, jagt mir Gedanken hinterher, keine Nacht bin ich allein, vergittert alle Fenster, eure Welt ein Bündel aus Lügen, groß euer Blick, aber klein euer Herz. Ihr wollt diesen Kampf, nicht wahr? Was hättet ihr auch für eine Funktion, für eine &#8220;Besonderheit&#8221; in dieser Welt, wenn all das nicht wäre ? Geschichtsprofessoren wärt ihr, nichts weiter. Graue alte Eminenzen, die am Lagerfeuer Gruselgeschichten erzählen.</em></p>
<p>DIE CYBERIMPLANTATE HABEN DICH FÜRWAHR VERDORBEN, NIKURIEL. DU BIST ZU JUNG, DIE DUMMHEIT DEINER WORTE ZU ERKENNEN. DIE IMPLANTATE, SIE VERSCHLIESSEN DEIN ALTER VOR DIR SELBST. WÜRDEST DU DIESE TÜR NUR ÖFFNEN, DU&#8230;</p>
<p><em>Ich will nichts davon hören. Ich will keine Geschichten mehr.</em></p>
<p><em>Weder Deine &#8211; noch meine. Ich werde fortgehen.</em></p>
<p>ICH WERDE DIR NICHTS MITGEBEN. DU WIRST NUR EIN GESCHEITERTER EX-SOLDAT SEIN. DEIN VATER HAT SICH VON DIR ABGEWANDT, SEINE FIRMA NUR EIN WEITERES UNTERNEHMEN DER SK-GRUPPE, FUTTER FÜR EINEN ANDEREN DRACHEN. DU WIRST NICHTS HABEN. WIE DEINE KAMERADEN WIRST DU IN EINEM GHETTO LANDEN, SCHABEN FRESSEN UND MIT HUNGRIGEM BLICK ZUM HIMMEL SCHAUEN, LEER DER BLICK, WEIL DU AUF DROGEN BIST. DU WIRST EIN NICHTS SEIN.</p>
<p><em>Besser das, als Dein Clown.</em></p>
<p>DU BIST NICHT MEIN CLOWN, NIKURIEL.</p>
<p><em>Mein Name ist Tolstoi.</em></p>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (14)</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 11:16:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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<h3>TIR N&#8217;ZAGH | 2034</h3>
<p>&#8220;Mordrak-Khan, ich bitte Dich. Das kannst Du nicht tun !&#8221;</p>
<p>Die schwere Tür fliegt knallend ins Schloß. Die Elfe, die eingetreten ist, verlangsamt ihren vormals hastigen Schritt und bleibt in einiger Entfernung stehen. Aus der Dunkelheit seines massiven Kopfes schält sich ein fahles, bläulich-weißes Glühen, als der Drache sein Auge träge öffnet.</p>
<p>&#8220;So habt Ihr meine Nachricht erhalten.&#8221;</p>
<p>&#8220;Natürlich habe ich das. Was soll das ? Willst Du Spielchen mit mir spielen ?&#8221;</p>
<p>Die Winkel seines fangbewehrten Maules scheinen sich zu einem sanften Lächeln zu heben. Ohne daß sich sein Maul weiter bewegt, ertönt seine sonore Stimme in ihrem Kopf; eine Stimme, die wie der Wind über der Taiga klingt, unglaublich sanft, aber kalt wie Eis.</p>
<p>&#8220;Und wenn dem so wäre ?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das kannst Du nicht tun !&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh, doch, Nadjuseanel, ich kann. Und werde.&#8221;</p>
<p>Das Licht seiner Augen wird schwächer, als er den schwarzen Kopf sinken läßt.</p>
<p>&#8220;Aber warum ? Warum tust Du mir &#8211; uns &#8211; das an ? Haben all die Jahre der Freundschaft kein Gewicht für Dich ? Ich bitte &#8211; Ich flehe Dich an, Mordrak-Khan, fordere einen anderen Tribut !&#8221;</p>
<p>Ein Rasseln geht durch den schwarzen Leib des Drachen, als er sich langsam erhebt. Die Klauen seiner vorderen Pranke stoßen funkenstiebend auf das polierte Gestein der Halle, ein Geräusch wie Schwerter auf den Grabplatten der Besiegten.</p>
<p>&#8220;Du solltest mich besser kennen, als mich anzuflehen. Bezeugungen von Schwäche haben auf mich noch nie Eindruck gemacht, wie Du wissen solltest. Nicht zu den Zeiten, da sich die Mongolen gegen mich erhoben. Nicht zu den Zeiten, da die Große Seuche unser Land befiel. Nicht zu den Zeiten, da ich im Verborgenen schlummerte und die Mächte dieses Landes schmiedete. Nicht in den Tagen, in denen ich erwachte und den Weg der Schatten betrat. Und sicherlich nicht heute.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber warum, Mordrak-Khan ? Wenigstens Rede und Antwort bist Du mir schuldig.&#8221;</p>
<p>Ein leises Lachen ertönt, scheint von den Wänden der schwarzen Festung zurückgeworfen zu werden.</p>
<p>&#8220;Ich DIR etwas schuldig ? War ich es nicht, der Deinem Gemahl half, die Saat zu verbergen vor den hungrigen Augen seines Halbbruder Me&#8217;Dojh ? Habe ich seinen Samen, die Saat seiner Familie Ruhm nicht all die Zeit bewahrt ? Habe ich sie nicht an seinen letzten Sproß gegeben, wie Du mir aufgetragen ? War ich es nicht, der Dich aus dem Lager des N&#8217;Zhuggirath befreite ? War ich es nicht, der Deinen Nachkommen von des Todes Klinge riß ? <em>Schuldig</em>? Was ist mit <em>Deiner</em> Schuld ? Kannst Du es verantworten, was Du Deinem Nachkommen angetan ? Hast nicht Du Dich blenden lassen von seinem Abbild, das Deinem Gemahl, tot und begraben, so gleicht ? Nein, Nadjuseanel, DU bist diejenige, die die Träume Deines Volkes verrät. Die entgegen ihrer Pflicht gehandelt hat. Du hättest Deinem Herz nicht gestatten dürfen, ihn zu lieben. Doch Du hast. Du hättest ihn vorbereiten müssen. Doch Du hast nicht. Nicht <em>ich</em> habe Dir das angetan, nur Du Dir selbst.&#8221;</p>
<p>Nadja beginnt zu zittern. Wäre Nikolai nur in Deckung geblieben. Hätte er doch noch seine Augen gehabt, sein Herz hätte gesehen, daß nicht sie es war, die er getötet hatte.</p>
<p>Und doch &#8211; der Drache, der Zar von Tir N&#8217;Zagh, dem Dunklen Land, Herr der Russenmafia, hatte Recht. Hätte sie ihm den Weg gewiesen, er hätte nicht zu den Mitteln der Technik gegriffen und seine Seele zerstört. Sagt man nicht, das Liebe auch bedeutet, verzichten zu können ? Um das Wohl des andern wegen ?</p>
<p>&#8220;Gut, Mordrak-Khan. Ich werde gehorchen. Du sollst nun sein Lehrer sein. Bereite ihn gut vor auf das, was vor uns liegt. Ich werde tun, wie mir geheißen, und nicht mehr unter seine Augen treten. Aber um einen Gefallen bitte ich Dich dennoch: Sage ihm nie, daß ich noch lebe.&#8221;</p>
<p>Wieder ein sanftes Lachen, unterdessen der Drache sich niederläßt und träge zusammenrollt.</p>
<p>&#8220;Um das, werte Nadja, sei unbesorgt. Von mir wird er es nie erfahren.&#8221;</p>
<p>Indem sie sich umwendet, fällt ihr Blick durch das Fenster, unter dem sich der Garten des Burghofes erstreckt. Auf einem Stück Wiese am Rand liegt ihre Liebe und schläft &#8211; ohne Besinnung seit dem Ritus, der ihn ins Leben zurückrief. Zwischen den Zweigen eines Brombeerbusches leuchten zwei Katzenaugen hervor.</p>
<p><em>Ist gut, liebe Mishka. Bewache ihn für mich. Durch Deine Augen werde ich ihn sehen, wie an jenem Tag in den Wäldern von Darugh-D&#8217;Wan, wo wir uns das erste Mal begegneten.</em></p>
<p><em>Leb wohl, mein Leben.</em></p>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (13)</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 11:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[HAMBURG &#124; 2053 Mit einer blitzschnellen Bewegung befreit Tolstoi die geschwungene Klinge, die auf seinem Rücken festgebunden ist. Seine Augen entflammen in blau-weißem Leuchten, unterdessen er mit der Klinge eine so wahnsinnig schnelle Serie von Hieben in die Luft ausführt, daß das Metall der Klinge zu einem gekrümmten Blitz verschwimmt. Donnernd und funkenstiebend läßt er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=551&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png"><img class="aligncenter" title="Drachenbrut" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png?w=630&#038;h=145" alt="" width="630" height="145" /></a></p>
<h3>HAMBURG | 2053</h3>
<p>Mit einer blitzschnellen Bewegung befreit Tolstoi die geschwungene Klinge, die auf seinem Rücken festgebunden ist. Seine Augen entflammen in blau-weißem Leuchten, unterdessen er mit der Klinge eine so wahnsinnig schnelle Serie von Hieben in die Luft ausführt, daß das Metall der Klinge zu einem gekrümmten Blitz verschwimmt. Donnernd und funkenstiebend läßt er dann das Schwert in den Beton des Bodens fahren und läßt es los.</p>
<p>Zitternd bleibt es stehen.</p>
<p>Dann hebt er das goldene Amulett in die Höhe und ruft:</p>
<p>&#8220;ICH BIN NIKURIEL, DRAKKAZIM DES MORDRAK-KHAN, DES DUNKLEN HERREN VON TIR N&#8217;ZAGH. WER MEIN WORT BEZWEIFELT, BELEIDIGT AUCH IHN. ZWEIFELT, UND STERBT!&#8221;</p>
<p>Stille legt sich über den Raum, während das Echo verebbt.</p>
<p>Der Russenmarkt-Troll, den die Druidin Kharim-Thar genannt hat, ist ebenso wie seine Vasallen einen Schritt zurückgetreten, allerdings mehr aus Überraschung als aus Angst.</p>
<p>Die geschwungene Klinge in Tolstois Hand ist einem Katana sehr ähnlich, besitzt allerdings eine Klinge, die zur Spitze erst ein wenig breiter wird, um sich zu einer tödlichen Spitze zu verjüngen. Der Griff ist in entgegengesetzter Richtung geschwungen und gibt der Waffe so den Eindruck eines indischen Schwertes &#8211; oder einer großen Klaue. In das helle Silber der Klinge sind dunkle Runen eingebrannt, die im Licht des Feuers zu tanzen scheinen.</p>
<p>&#8220;Genug.&#8221;</p>
<p>Der große Khan erhebt sich. Wendet sich dann an Kharim-Thar: &#8220;Groß ist Dein Name, Kharim-Thar. Mächtig Dein Hieb. Wenn Dein Herz rein ist wie das meine, so fordere den Paladin des Großen Drachen zum Duell. Wasche Deine Ehre rein und lasse Deinen Namen laut durch die Hallen des Ruhmes hallen, daß Du einen Drakkazim besiegt, oder gestehe Deinen Diebstahl ein.&#8221;</p>
<p>Kharim-Thar zögert. Tolstoi ist noch immer nicht davon überzeugt, den Troll so einfach besiegen zu können, aber der Ruf der Drakkazim ist dem Goten bekannt. Schamvoll senkt der Gote den Kopf.</p>
<p>&#8220;Wiä ham&#8221;n Fälläh gemacht. Min Kopp is vull Schaam. Isch bitt um Vegäbbung.&#8221;</p>
<p>Ohne ihn eines Blickes zu würdigen, schreitet der Große Khan an seinem (Ex?)Hauptmann vorbei, reißt ihm eine Chipkarte, die an einer Kette um seinen Hals hängt, ab und geht auf Tolstoi zu.</p>
<p>&#8220;Nehmt, was der Besitz Eures Freundes ist, Drakkarim Nikuriel. Seid versichert, daß derjenige, der Schande über unser Volk brachte, bestraft wird.&#8221;</p>
<p>Tolstoi nimmt die Chipkarte für das Starten von Sergejs Hovercraft an sich. Er verbeugt sich tief vor dem Khan.</p>
<p>Bevor er geht, wendet er sich noch einmal zu seinem alten Freund um und flüstert, so leise, daß nur der Khan es hören kann:</p>
<p>&#8220;Danke, Ghandi.&#8221;</p>
<p>Dann geht er.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (12)</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:06:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[POSEN &#124; 2033 Die Druckwelle der Explosion schleudert Tolstoi über den Rand des Kraters, auf den er zugesprintet ist. Schlamm fliegt an seinem Kopf vorbei, als er die Schräge herabrollt und klatschend in der braunen Brühe aufschlägt, die sich in der Mitte angesammelt hat. Er wirbelt seitlich aus der Pfütze heraus, preßt sich flach auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=549&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png"><img class="aligncenter" title="Drachenbrut" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png?w=630&#038;h=145" alt="" width="630" height="145" /></a></p>
<h3>POSEN | 2033</h3>
<p>Die Druckwelle der Explosion schleudert Tolstoi über den Rand des Kraters, auf den er zugesprintet ist. Schlamm fliegt an seinem Kopf vorbei, als er die Schräge herabrollt und klatschend in der braunen Brühe aufschlägt, die sich in der Mitte angesammelt hat.</p>
<p>Er wirbelt seitlich aus der Pfütze heraus, preßt sich flach auf den weichen, lehmigen Boden.</p>
<p>Ein Fleck in seinem Blickfeld behindert seine Sicht, doch seine Hände sind zu dreckig, um ihn von der reflektierenden Oberfläche seiner Cyberaugen zu wischen. Er blinzelt ein paarmal in der Hoffnung, den Fleck zu entfernen, doch seine Augenflüssigkeit reicht nicht aus: In der Klinik Moskwa haben sie seine Tränendrüsen verkleinert, um die neuen Augen nicht mit den Talgabsonderungen zu verschmieren.</p>
<p>Er robbt den Abhang hinauf, blickt über den Rand. In 2.678m Entfernung schiebt sich der schwere deutsche Kettenpanzer vorwärts, Schlammwasser spritzt an den Seiten hoch. Ein Stück weiter rechts, an den ersten Häusern von Posen, blitzt das Mündungsfeuer weiterer Feindsoldaten.</p>
<p>In seinem Gesichtsfeld öffnet er ein kleines Fenster, das ihm die Positionsdaten seiner Kameraden überträgt.</p>
<p>Venka befindet sich gut 200m links von seiner Position, Michail, ein frisch eingezogener Norm, ist bei ihr. Ghandi tastet sich auf der anderen Seite des Hauses an die Soldaten heran, versucht, sie in die Zange zu nehmen. Das Positionslicht von Dimmis Helikopter ist verschwunden &#8211; eine Sicherheitsmaßnahme.</p>
<p>Am Rand des Fensters sind die Befehle abgelegt. Der Kettenpanzer ist vom Typ SAEDER-4, ein vorgeschobener Luftabwehrpanzer mit einer 12er SAM-Lafette. Damit Dimmi seinen Angriff auf die Soldaten zwischen den Häusern fliegen kann, muß der Panzer weg.</p>
<p>Tolstoi schüttelt sich &#8211; der Krieg ist immer noch der gleiche, aber es hat sich so viel verändert seit &#8217;32. Dimmi hat sich eines dieser neuen Fahrzeugsteuerungssysteme einbauen lassen, die von den Westmächten &#8220;Rigging Systems&#8221; genannt werden. Ghandi hat ein Dateninterface zu seiner Sturmkanone erhalten, er selbst Klasse-A-Cyberaugen. Andere Soldaten seiner Einheit, wie Venka, tragen kybernetische Prothesen, einige, so wie der Mongole, den sie Wladivostok nennen, hat sich sogar Waffen in seine Arme einbauen lassen.</p>
<p>Nachdem er gehört hatte, daß Nadja bei dem Terror-Anschlag auf das Internierungslager gestorben ist, hat er alles daran gesetzt, rauszukommen. Über seinen Vater hat er die notwendigen Genehmigungen für die Operation in Moskau erhalten, Cyberaugen und Reflexbooster &#8211; beides Prototypen von BABA YAGA &#8211; und sich nach seiner Genesung für den Fronteinsatz gemeldet. Viele Leute, die verknackt worden waren, hatten mit dem Hafterlassungsgesetz vom Frühjahr die Chance bekommen, ihre Haft durch Einsatz an der Front zu verkleinern oder gar zu beenden.</p>
<p>Tolstoi war das egal. Er hatte zu lange festgesessen. Die gottverdammten Nazi-Kons hatten diesen Krieg verursacht, an dem letztlich Nadja starb. Für ihn. Weil sie ihm hatte helfen wollen. Sein Haß mischte sich mit einer großen Müdigkeit gegen das Leben, einer Teilnahmslosigkeit. Nach Nadjas Tod waren seine Kameraden bei der Armee die einzigen Freunde, die er noch hatte, und es hatte ihn unglaublich gefreut, daß wenigstens Venka, Ghandi und Dimmi noch lebten.</p>
<p>Gemeinsam mit ihnen bildete er so etwas wie den harten Kern der Einheit, wozu ihre Cyber-Aufrüstungen nicht minder beitrugen.</p>
<p>&#8220;<em>TOLSTOI!</em> Träumst Du schon wieder ?&#8221;</p>
<p>Venkas Stimme über Helmfunk holte ihn wieder zurück aus seinen Gedankengängen.</p>
<p>&#8220;Nein. Bin voll da.&#8221;</p>
<p>&#8220;Dann beweg&#8221; Deinen süßen Arsch und geh auf Position 12, damit wir uns endlich die Ficker zwischen den Häusern vom Hals schaffen und den Panzer erledigen können. Ghandi wird Dir die Drekheads in genau&#8230; 30 Sekunden zuscheuchen. Roger ?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, ja.&#8221;</p>
<p>Robbend bewegt sich Tolstoi auf eine Gruppe Büsche zu. Der abendliche Himmel wird von Leuchtspurmuni erhellt. Venka hält noch immer auf die Soldaten am Rand der Stadt, gibt Tolstoi Deckung, damit dieser sich seitlich der Häuser positionieren kann.</p>
<p>Er legt das MG an, klappt die Bodenstütze runter und dreht das Zielkabel fest. Seine Gedärme verknoten sich, als er auf die TAC-COM-Karte blickt. Ghandi befindet sich genau im Rücken der Soldaten.</p>
<p>Bisher war Tolstoi immer damit beschäftigt gewesen, den eigenen Arsch zu retten, aber diesmal war ihm die Funktion des Schlächters &#8211; bzw. des &#8220;Wolfes&#8221;, wie es im russischen Militärjargon so poetisch hieß &#8211; zugewiesen. Tausend Gedanken zuckten durch seinen Kopf. Klar, er hatte gegen die Kons kämpfen wollen, gegen das verschissene Regime, aber die Soldaten töten ?</p>
<p>Das waren auch nur Kerle, die dumm genug waren, beim Militär zu landen, oder abgeschobene Metas, oder Eingezogene. Leute wie er. Vielleicht mit Familien.</p>
<p>Er hatte sich zum Dienst gemeldet, aber eigentlich mehr mit dem Gedanken zu sterben, als zu töten.</p>
<p>T=00</p>
<p>Die Straße schallt im Tremolo von Ghandis Sturmgeschütz. Genau in Ziellinie von Tolstois MG hechten die Soldaten um die Ecke, kauern mit dem Rücken an der Wand. Wie in Trance zoomt er auf die Soldaten zu.</p>
<p>Einer von ihnen ist Ork, ein Barret schräg auf dem Kopf. Neben ihm rasiert Ghandis Kugelhagel die Hausecke ab. Neben dem Ork liegt ein junger Kerl auf der Seite, den es offenbar am Arm erwischt hat. Eine Elfe mit schwarzen, kurzen Haaren kümmert sich um ihn. Daneben sichert ein Norm von vielleicht 30 Jahren das Areal. Sein stoppliger Bart ist dreckverkrustet.</p>
<p>Tolstois Blick nagelt sich an der Elfe fest. Von hinten sieht sie fast aus wie&#8230; Er schließt die Augen.</p>
<p>&#8220;VERDAMMT NOCHMAL, TOLSTOI, WAS IST MIT DIR LOS ?&#8221;</p>
<p>Nathalya ? Nein, Venka ist es, die ihn via Funk anschreit.</p>
<p>&#8220;Ich&#8230; ich kann ni&#8230;&#8221; Sein Satz wird von lautem Rattern eines MG abgeschnitten. Der blonde Norm hat Tolstoi entdeckt, feuert ziellos in seine Richtung. Tolstoi bemerkt nur entfernt, daß sein Smartaim noch immer genau auf den Soldaten ruht. Dann &#8211; wie es ihm antrainiert wurde &#8211; schließt er den Griff um den Abzug.</p>
<p>2000x vergrößert sieht er das Ergebnis seiner Tat wie in Zeitlupe. Die ersten drei Kugeln durchschlagen das Gesicht des blonden Soldaten, weitere Kugeln rasen der Elfe in den Rücken, die dem Jungen aufhelfen will. Der Ork formt ein Wort mit seinen Lippen, ehe quer über seinem Körper Fontänen von Blut entspringen.</p>
<p>Tolstoi erstarrt &#8211; der Blick gezoomt auf den Leib der Elfe.</p>
<p>NADJA!</p>
<p>Er läßt das Gewehr fallen, springt aus seiner Deckung und rast auf die fragile Form zu, die im dürren Gras zusammengesackt ist.</p>
<p>Eine fremde Stimme schreit in sein Headcom. Ein Klingeln hallt in seinem Hirn, ein lauter werdendes Dröhnen. Die Stimme im Headcom überschlägt sich.</p>
<p>Dann rauschen Flammen empor mit einem dumpfen Knall.</p>
<p>Und alles wird schwarz.</p>
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		<title>SRH gestartet!</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 10:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchopedia]]></category>
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		<category><![CDATA[Pirate News]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem auch die letzten unserer Scans keinerlei für Hacker relevante Malware finden konnten, ist es uns ein besonderes Vergnügen auch hier den Start von SRH zu vermelden, dem neuen Schatten-Hub kooperativ agierender Zuträger, Gerüchteverbreiter, Matrixpiraten und Frontkämpfer wider die konzernerische Vollverblödung mit strengem Blick auf die deutschen Ersatzhauptstadt Hannover. SHADOWRUNHANNOVER News in eigener Sache, was, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=592&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#008080;">Nachdem auch die letzten unserer Scans keinerlei für Hacker relevante Malware finden konnten, ist es uns ein besonderes Vergnügen auch hier den Start von SRH zu vermelden, dem neuen Schatten-Hub kooperativ agierender Zuträger, Gerüchteverbreiter, Matrixpiraten und Frontkämpfer wider die konzernerische Vollverblödung mit strengem Blick auf die deutschen Ersatzhauptstadt Hannover.</span></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://shadowrunhannover.wordpress.com/" target="_blank"><img class="aligncenter  wp-image-593" title="Link" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2012/01/bildschirmfoto-2012-01-03-um-11-04-24.png?w=140&#038;h=132" alt="" width="140" height="132" /><span style="color:#008080;"><strong>SHADOWRUNHANNOVER</strong></span></a></p>
<blockquote><p><a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> News in eigener Sache, was, Tolstoi?<br />
<a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> Khan</p>
<p><a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a>Hey, SRH und SRB sind eine technische Kooperative, keine inhaltliche. Was weiß ich schon über Hannover? Ich scan die Artikel nicht, ich stehe auch nicht für deren Wahrheitsgehalt ein – und umgekehrt halten es die SRH-Skripter nicht anders.<br />
<a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> Tolstoi</p>
<p><a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> In jedem Fall gut, endlich ein genaueres Auge auf Little H zu haben. Die Scheiße, die dort passiert, betrifft uns schließlich früher oder später auch, und bei nur 1,5 Stunden Entfernung via Autobahn sind Run-Offerten im Dunstkreis von Politgemauschel allemal interessant, egal ob sie in B oder H offen sind.<br />
<a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a>Fienchen</p>
<p><a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> BH. Hihi.<br />
<a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a>Rummske</p>
<p><a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> Hoi, Ommske, auf Maul?<br />
<a href="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif" rel="noreferrer noreferrer"><img src="http://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/05/srzitat.gif?w=12&#038;h=12&#038;h=12" alt="" width="12" height="12" /></a> Fienchen</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://shadowrunberlin.wordpress.com/category/arachnet/anarchopedia/'>Anarchopedia</a>, <a href='http://shadowrunberlin.wordpress.com/category/arachnet/'>Arachnet</a>, <a href='http://shadowrunberlin.wordpress.com/category/arachnet/pirate-news/'>Pirate News</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/shadowrunberlin.wordpress.com/592/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/shadowrunberlin.wordpress.com/592/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=592&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>2011 in review</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 08:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[The WordPress.com stats helper monkeys prepared a 2011 annual report for this blog. Here&#8217;s an excerpt: The concert hall at the Syndey Opera House holds 2,700 people. This blog was viewed about 19,000 times in 2011. If it were a concert at Sydney Opera House, it would take about 7 sold-out performances for that many [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=590&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The WordPress.com stats helper monkeys prepared a 2011 annual report for this blog.</p>
<p><a href="/2011/annual-report/"><img src="http://www.wordpress.com/wp-content/mu-plugins/annual-reports/img/emailteaser.jpg" alt="" width="100%" /></a></p>
<p>Here&#8217;s an excerpt:</p>
<blockquote><p>The concert hall at the Syndey Opera House holds 2,700 people. This blog was viewed about <strong>19,000</strong> times in 2011. If it were a concert at Sydney Opera House, it would take about 7 sold-out performances for that many people to see it.</p></blockquote>
<p><a href="/2011/annual-report/">Click here to see the complete report.</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://shadowrunberlin.wordpress.com/category/spielinfos/blog/'>Blog</a>, <a href='http://shadowrunberlin.wordpress.com/category/spielinfos/'>Spielinfos</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/shadowrunberlin.wordpress.com/590/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/shadowrunberlin.wordpress.com/590/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=590&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (11)</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 10:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
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		<description><![CDATA[HAMBURG &#124; 2053 Die Turbinen des LK-Hoverjetbikes laufen auf Minimalleistung, ein indifferentes Pfeifen über dem Schlackwasser der Sperrzone Hohe Schaar. Tolstoi atmet schwer. Anders als normale Hovercrafts konnte das Jetbike nicht einfach über die Ölabsperrung rübergleiten &#8211; dafür reichten die Steuerfortsätze des Hochgeschwindigkeitsbikes zu tief ins Wasser. Er hatte absteigen müssen, dabei aber die Hände [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=547&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png"><img class="aligncenter" title="Drachenbrut" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png?w=630&#038;h=145" alt="" width="630" height="145" /></a></p>
<h3>HAMBURG | 2053</h3>
<p>Die Turbinen des LK-Hoverjetbikes laufen auf Minimalleistung, ein indifferentes Pfeifen über dem Schlackwasser der Sperrzone Hohe Schaar. Tolstoi atmet schwer. Anders als normale Hovercrafts konnte das Jetbike nicht einfach über die Ölabsperrung rübergleiten &#8211; dafür reichten die Steuerfortsätze des Hochgeschwindigkeitsbikes zu tief ins Wasser. Er hatte absteigen müssen, dabei aber die Hände noch immer am Lenker, um die schwere schwarze Maschine nicht in der herüberleckenden Schlacke zum Absaufen zu bringen.</p>
<p>Mit der Linken den Gashahn betätigend, fanden seine Füße Halt auf einem halbversunkenen Schlepper, auf dessen abschüssigem Deck die ölverschmierten Überreste einiger Möven lagen.</p>
<p>Gleichzeitig hatte er auf der unebenen Bordwand voranlaufen müssen, mit den Händen das Bike hoch- und über den Ölfangzaun ziehend und dabei mit der Linken den Schub auf Maximum bringend &#8211; ohne, daß ihm das Bike einfach wegfuhr.</p>
<p>Damals, 2037, als er die ersten Exkursionen durch dieses Gebiet mußte, hatte er sich voll in den Ölschlick gepackt, wäre fast versunken. Inzwischen aber waren diese Akte Standard, nahezu ein Programm, das seine Muskeln lediglich abspielten. Die Maschine fuhr sich auf den ersten Metern hinter dem Zaun wie ein Wildpferd, das zugeritten werden mußte, aber jetzt, einige schlingernde Meter weiter, hatte er sie wieder unter Kontrolle.</p>
<p>Diese Ecke der Sperrzone wird nur selten patroulliert &#8211; kein Wunder, denn meist hatten selbst die Soldaten der HanSec oder der MET2000 oder der vielen hier operierenden Truppen kein gesteigertes Bedürfnis, ihre Fahrzeuge und sich selbst von der schweren, schwarzen Ölschlacke zu reinigen, die nach einiger Zeit zu einem klebrigen, stinkenden Teer aushärtete, der Deine Turbinen effizienter vernichten konnte als die Typen von Joe&#8221;s Wassergarage in der Jägerfleet.</p>
<p>Das eingezäunte Areal der alten SHELL-Raffinerie hatte neue Herren gefunden &#8211; Khan&#8221;s Reiter.</p>
<p>Vorsichtig tastet Tolstoi sich vorwärts, ein beständiges Spiel mit der Schubkontrolle, wenn das dumpfe Pfeifen droht, zu einem dröhnenden Blubbern zu werden &#8211; wer hier absäuft, ist wer vom Fenster &#8211; wie ein Mammut, was in eine Bitum-Grube fällt.</p>
<p><em>Eine Todeszone, gut übersichtlich, wenn man aus einem leeren Gebäude über das Wasser zielt und im Gegensatz zum ungebetenen Besucher jede unter der Oberfläche verborgene Konstruktion kennt.</em></p>
<p>Der Bildschirm des Tiefenortungsgerätes ist blind geworden, als er über die Ölsperre glitt. Aber nach einigen Minuten erreicht er ein Areal, von dem er weiß, daß hier keine unangenehmen Überraschungen unter Wasser lauern.</p>
<p>Bedrohlich türmen sich die verrotteten Wände zweier ehemaliger Schiffswerften neben ihm auf, in einem verrosteten Stahlriesen liegt sogar noch das Wrack eines Marinekriegskreutzers, der nach dem Niedergang auch dieser Werft nie mehr fertiggestellt wurde. Hinter diesem Durchgang ist eine größere Wasserfläche ohne Hindernisse, der ehemalige Betriebsparkplatz der SHELL. Nur an einer Stelle sieht man noch die Reste eines doppelstöckigen Touristenbusses aus dem Schlick ragen, an dessen skelettartigem Gestell einige Schädel hängen.</p>
<p>Tolstoi hebt den rechten Arm, ballt ihn zur Faust, und fährt weiter auf das ehemalige Verwaltungsgebäude vor ihm zu. Seine Augen projezieren starr geradeaus gerichtete Pupillen, unterdessen sein &#8220;wahrer&#8221; Blick die umliegenden Dächer und Fensteröffnungen absucht. Die verschiedenen Modi der Augen durchgehend, konsterniert er, daß 4 Gewehre auf ihn getrimmt sind.</p>
<p>Er dreht den Schub der Turbinen weiter hoch, bremst das Bike aber gleichzeitig ab. In den tieferen Wasserschichten, in denen sich weniger Öl befindet, ist die Elbströmung stärker &#8211; ein beständiger Sog, der eigentlich erforderlich macht, mit großer Geschwindigkeit das breite Areal zu überqueren. Der Motor stottert häufiger, dumpfes Blubbern unter dem absackenden Hinterteil des Bikes. Tolstoi hofft, die Goten haben keinen nervösen Zeigefinger, haben sein Handzeichen des Friedens erkannt, und so läßt er die Bremse los und schießt vorwärts, auf den dunklen Schlund der ehemaligen LkW-Verladestation des Gebäudes zu.</p>
<p>Das fahle Tageslicht weicht der stickigen Dunkelheit der Station, aus deren Schlacke vereinzelt die Stümpfe von Zapfsäulen herausragen. Hier drinnen ist der Geruch nach Öl nahezu unerträglich, doch unter dem grau-schwarzen Filz, der Tolstois Gesicht größtenteils bedeckt, trägt er eine Filtermaske. Die Sensorik seiner Augen registriert die Kondensation von Benzoldämpfen auf der Außenseite der Augen, fordern ihn zum Putzen der Abdeckung auf. Er schaltet mental den nervig blinkenden &#8220;Herstellerhinweis&#8221; ab.</p>
<p>Die Motoren noch einmal aufdrehend, rutscht das Bike eine verschmierte Laderampe hinauf, kommt schlitternd zum Stehen. Im hinteren Teil der Station, durch zwei ausgebrannte Tanklastzüge hindurch, kann er das gestohlene Hovercraft erkennen.</p>
<p>Langsam steigt er ab.</p>
<p>Obwohl niemand zu sehen ist, weiß Tolstoi, daß jede seiner Bewegungen beobachtet wird. Am jenseitigen Ende der Werkhalle, in der er sich jetzt befindet, erkennt er einen 3m hohen Durchbruch, dessen Ränder kunstvoll mit matt gold leuchtenden Neonfarben bemalt wurden. Über dem Eingang hängen weitere Schädel, verbunden mit einem Sortiment verschiedener Kon-Security-Jacken, Waffenstümpfen oder von Fahrzeugen abgerissene Kon-Logos.</p>
<p>Die rechte Faust noch immer zum Gruß erhoben, schreitet der Elf ohne zu zögern durch das &#8220;Portal&#8221; in das &#8220;Innere Heiligtum&#8221; der Troll-Gang.</p>
<p>Zur Rechten erstrecken sich geschwungene Stahlträgerkonstruktionen, die einst ein Glasdach stützten, unterdessen der geradeaus weiterführende Teil der einstmaligen Eingangshalle im Dunkel versinkt. Die Cyberaugen hochgetuned, erkennt Tolstoi den Goten, den er schon im Russenmarkt gesehen hat. Die Beine gespreitzt, die Arme verschränkt, steht er neben einem aus Müll zusammengeschweißten Thron, auf dem der Gangleader sitzt. Thursim-Khan ist selbst für einen Troll gigantisch groß: Seine Schultern sind breiter, als Tolstoi lang ist, und er ist locker groß genug, um bei einem durchschnittlichen Kon-Gebäude vom Gehsteig aus in den ersten Stock zu gucken. Seine gesamte Gestalt ist in schwere, schwarze Felle eingehüllt, alleine seine baumstammdicken Arme und nahezu doppelt so breiten Beine sind nackt; stecken in schweren Lederschienen, die mit messerscharfen Nieten ausgestattet sind. An der Seite des Thrones lehnt eine doppelschneidige Axt, die nur er allein stark ist zu halten und zu führen.</p>
<p>Schräg hinter dem Thron kauert Klaira, die Magierin des Khan. Nach allem, was Tolstoi über sie gehört hat, ist sie Druidin &#8211; zumindest von ihrem Äußeren her erweckt sie diesen Eindruck: Von Kopf bis Fuß steckt sie in einer fließenden grauen Robe, ihr weißes Haar ist an den Spitzen, wo es über den Boden schleift, von Öl und Dreck völlig verklebt. Ihre ungewöhnlich dürren Arme umklammern einen gewundenen Stab aus Ebenholz (oder Synthplast-Imitat), dessen Spitze eine große Kristallkugel enthält.</p>
<p>Auch die Wandverzierungen, die kyrillisch-arkanen Zeichen und die Felle weisen darauf hin, daß diese Gang das Wort &#8220;Troll&#8221; als übelstes Schimpfwort betrachtet. Tolstoi verspricht sich, bei der folgenden Konversation darauf zu achten.</p>
<p>Im Dunkel der Wandareale kann er die massiven Körper der anderen Goten erahnen, doch das nun plötzlich entspringende Feuer in der Messingschale vor dem Thron irritiert die Nachtsichtfunktion seiner Cyberaugen.</p>
<p>Tolstoi kniet nieder, senkt sein Haupt in Demut vor dem großen Khan. Da keine Aufforderung zum Erheben kommt, tut er dies schließlich unaufgefordert, registriert kurz den bösartigen Blick der Druidin und wendet sich dann dem Khan zu. Sein Russisch ist makellos, vielleicht ein wenig<em> zu</em> perfekt und vornehm in den Untertönen &#8211; eine beabsichtigte Intonation von Tolstoi, um die Goten zu demütigen.</p>
<p>&#8220;Großer Khan, sei mir gegrüßt. Ich bin geschickt worden von einem, den Deine Männer beraubt haben. Er fordert das Seine zurück, wie es rechtens ist.&#8221;</p>
<p>Der alte Gote hebt eine Augenbraue. Als er schließlich zu seiner Antwort ansetzt, ist Tolstoi überrascht von der Weichheit seiner Stimme, der Wahl seiner Diktion, die eine gute Bildung erkennen lassen.</p>
<p>&#8220;Von wessen Volkes Samen er entsprungen sei, er wisse, daß es der Weg der Goten ist, sich zu erobern, was Ihnen beliebt. Er hat das seine nicht zu wahren vermocht, uns ist das Recht daran.&#8221;</p>
<p>Über das Gesicht des Goten, den Tolstoi im Russenmarkt getroffen hat, breitet sich ein Grinsen aus &#8211; obwohl Tolstoi bezweifelt, daß er alles verstanden hat, was sein Chef eben gesagt hat.</p>
<p>&#8220;Wohl gesprochen, Khan der Khane. Doch ist der Weg der Goten nicht der noble Pfad des Kriegers ? Ihr sagtet es selbst: Die Tugend Eures ehrenvollen Volkes liegt an der Eroberung. Voll Tatendrang tretet ihr hinaus und bezwingt die Welt, zwingt sie in die Knie.&#8221;</p>
<p>Der alte Troll lacht sanft. Tolstoi liest in seinen Augen, daß er genau weiß, worauf der Elf hinauswill, aber offenbar hat er Freude an der Konversation und präsentiert seinem Gegenüber den Happen, auf den dieser gewartet hat:</p>
<p>&#8220;Wahr gesprochen. Aber was wollt Ihr mir damit sagen, Skythe?&#8221;</p>
<p>&#8220;Eure&#8230; Krieger&#8230; haben sich das Schiff nicht erobert. Da ein Kampf wogte zwischen des Schiffs Mannen und den Dunklen Kriegern der HanSec nahmen Eure Leute sich das seine, während er abgelenkt war. Solch Tat kann wohl kaum eine Eroberung genannt werden, denn dieser Tat wurde von den Völkern ein anderer Name gewoben.&#8221;</p>
<p>&#8220;WISSU UNS ÄDWÄ ANMÄCH&#8221;N ?&#8221; herrscht der Gote neben dem Thron nun Tolstoi an, das Gesicht rot vor Zorn. Der Blick des Trolls huscht über die Gesichter der anderen Trolle, die bei dieser Eskapade im Russenmarkt dabei sind. Tolstoi bewegt sich keinen Millimeter, will dem Troll keine unmittelbare Antwort geben, auf der er eine Kriegsrede aufbauen könnte. In der Luft hängen gelassen, bleibt der Troll einfach stehen, die Hände zu Fäusten geballt. Tolstoi beobachtet die Gesichter.</p>
<p>Der Khan scheint über die Reaktion seines Reiters eher belustigt zu sein. Möglicherweise ist hier ein unterschwelliger Kampf um die Machtordnung im Gange. Die Situation abwägend, entschließt sich Tolstoi dazu, das Ansehen des Russenmarkt-Trolls zu beleidigen. Er zieht eine Augenbraue hoch und beginnt spöttisch zu Lächeln &#8211; den Troll dabei fest anblickend. Auf Russisch fährt er fort:</p>
<p>&#8220;Wie meintet ihr bitte ? Verzeiht, doch Eurer Sprache Griff ist fremd auf meinem Geist, obgleich ich Eure Zunge vermeinte schon einmal gehört zu haben &#8211; von einem bemitleidenswerten Säufer und Tagedieb in St. Georg, allerdings. Möglicherweise solltet Ihr eher die Konversation mit ihm suchen und den Khan und mich nicht länger belästigen.&#8221;</p>
<p>Mit einer gelangweilten Geste winkt Tolstoi den Troll weg, der sich wütend zum Khan umdreht, auf ein Zeichen zum Angriff harrend &#8211; doch dieser schlägt nur kurz die Augen nieder und bedeutet dem Troll, zu schweigen. Als Tolstois Augen wieder auf die des Khans treffen, lächelt er wieder &#8211; doch nun tritt die Druidin an seine Seite und flüstert ihm ins Ohr. Dem Khan scheint nicht zu gefallen, was er hört. Über das Gesicht des jüngeren Trolls huscht ein düsteres Lächeln.</p>
<p>Schließlich wendet der alte Gote sich wieder dem Elfen zu:</p>
<p>&#8220;Verzeiht das aufbrausende Temperament meines Hauptmannes, doch die Passion des Krieges ist stark in ihm. Doch was Klaira spricht, ist wahr: Indem Du ihn beleidigst, hast Du uns alle beleidigt. Entweder sei es, daß Du wahr gesprochen hast, in welchem Falle Du frei bist, Dir Schiff und des Hauptmanns Kopf zu nehmen, oder aber Du sprichst Lüge in dieser Halle. Wie es die Traditionen des Gotenreiches gebieten, soll die Passion des Krieges Recht sprechen an diesem Orte.&#8221;</p>
<p>Tolstoi verspannt sich. Das läuft nicht so, wie er es sich vorgestellt hat &#8211; wenngleich er dem Troll in einem Zweikampf keine hohen Chancen beimißt.</p>
<p>Der Russenmarkt-Troll wirft seinen Umhang ab, wendet sich dann mit breitem Grinsen dem Elfen zu, die Augen voll Mordlust. Aus der Seite seiner Lederpanzerung zieht er zwei große schartige Klingen, die für ihn mehre Kurzschwerter sind, in Tolstois Händen aber eher Anderthalbhänger wären.</p>
<p>&#8220;HALTET EIN !&#8221;</p>
<p>Die Stimme der Druidin rollt durch die Halle.</p>
<p>&#8220;Großer Khan, hat der Skythe mit seinen Reden nicht auch die Männer des Kharim-Thar der Dieberei beschuldigt ? Wie sollen sie ihre Ehre wiedererlangen, wenn sie nicht ihrem Peiniger, der mit der spitzen Zunge der Skythen sprach, fordern dürfen ? Wohl wißt Ihr, daß Kharim-Thar ihn besiegen wird, so daß keiner der ihren mehr antreten kann. Was sagt ihr ?&#8221;</p>
<p>In sechs weitere Trolle kommt Bewegung. Unter dem gröhlenden Applaus der anderen streifen auch sie sich die Umhänge ab und treten vor, die Waffen gezogen.</p>
<p>Tolstois Herz schlägt höher, und kalt wird ihm das Gewicht des Amulettes in seiner Hand bewußt, das er eben aus seiner Jacke hervorgeholt hat.</p>
<p>Er hofft, er hat sich nicht geirrt im Khan.</p>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (10)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Dec 2011 10:43:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
		<category><![CDATA[Spielinfos]]></category>

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		<description><![CDATA[ZWANGSLAGER 14552, BERESOWO &#124; 2032 Selbst auf der Krankenstation ist es so kalt, daß einem der Rotz in den Nasenlöchern gefriert. Tolstoi steht am Fenster, eingewickelt in eine kratzende, braune Wolldecke, und raucht eine selbstgedrehte Zigarette. Draußen tanzt der unablässige Reigen dichter Schneeflocken gegen die rissigen Scheiben. In der Entfernung erahnt man die graue Mauer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=545&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png"><img class="aligncenter" title="Drachenbrut" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png?w=630&#038;h=145" alt="" width="630" height="145" /></a></p>
<h3>ZWANGSLAGER 14552, BERESOWO | 2032</h3>
<p><em>Selbst auf der Krankenstation ist es so kalt, daß einem der Rotz in den Nasenlöchern gefriert.</em></p>
<p>Tolstoi steht am Fenster, eingewickelt in eine kratzende, braune Wolldecke, und raucht eine selbstgedrehte Zigarette.</p>
<p>Draußen tanzt der unablässige Reigen dichter Schneeflocken gegen die rissigen Scheiben. In der Entfernung erahnt man die graue Mauer mit den in regelmäßigen Abständen errichteten Wachtürmen, an deren Basis eskimoartig vermummte Soldaten patroullieren. Vom Zwinger der abgerichteten Winterwölfe, von denen einige größere Exemplare die Größe von Pferden besitzen, dringt ein ununterbrochenes kehliges Heulen über das hartgefrorene Gelände des Zwangsarbeitslagers. Zur Rechten erhebt sich ein alter Klinkerbau, der Skythenblock. Geistesabwesend streift Tolstoi über die Verplombung seiner Interfacebuchse. Seitdem er tagelang durch die Pripjet-Sümpfe geirrt war, plagte ihn eine labile Gesundheit, die unter diesen klimatischen Luxusbedingungen alle paar Tage eine neue Mutation von Grippevirus hervorzubringen schien.</p>
<p>Seine Knöchel schmerzen. Seine Nieren sind entzündet. Fieber. Halsschmerzen. Ein krampfartiger Husten, in dessen Auswurf zuweilen etwas Blut dabei ist.</p>
<p><em>Wer weiß, vielleicht haben die ADL-Nazitruppen Giftgas in den Sümpfen abgelassen &#8211; eine hübsche westliche Traditionen, auf die sie ungern verzichten wollen.</em></p>
<p>Seine grünen Augen starren ins Leere. Mehrere feine Äderchen sind geplatzt. Er hustet trocken. Hüllt sich fester in die Decken.</p>
<p>&#8220;Du sollst doch im Bett bleiben !&#8221;</p>
<p>Die rauhe Stimme gehört zu Igor Sadajenku, einem der Krankenpfleger. Wie Nikolai ein Inhaftierter, verknackt zu 4 Jahren leichter Zwangsarbeit.</p>
<p>&#8220;Was Neues ?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das sag&#8221; ich Dir, wennde Dich hingelegt hast, okay ?&#8221;</p>
<p>Tolstoi trippelt, von Igor geführt, zurück zu der rostig-quietschenden Folterunterlage, die sie hier als Bett bezeichnen. Selbst das Klappbett im Lazarett war gemütlicher gewesen.</p>
<p>&#8220;Also ?&#8221;</p>
<p>&#8220;Sie ist in Block 14, unweit Deiner Zelle &#8211; wenn Du&#8221;s denn in Deiner Haftzeit nochmal da hin schaffst.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sehr witzig.&#8221;</p>
<p>&#8220;Eigentlich nicht. Nadja geht es nicht besonders gut. Ich habe mit Doktor Gujikin gesprochen &#8211; die Frau gehört auf die Station, aber der Boss hat angeordnet, keine Einweisung vorzunehmen. Sie leidet unter Unterernährung, weigert sich zu essen. Wie &#8220;ne wandelnde Leiche sieht sie aus.&#8221;</p>
<p>Die Vorstellung läßt kalte Angstschauer über Tolstois Rücken laufen.</p>
<p>&#8220;Was fehlt ihr denn ?&#8221;</p>
<p>&#8220;Was denkst Du denn, Mr. Naiv ? Ein Jahr harte Zwangsarbeit reicht aus, um die meisten ins Grab zu schaffen. Harte körperliche Arbeit bei Minustemperaturen den ganzen Tag lang, schlechte Ernährung, und bei Nacht&#8230;&#8221;</p>
<p>Igor ließ es bei der Anmerkung. Tolstoi hatte genug Geschichten über die Freizeit-späße des Sicherheitspersonals gehört. Hatte sogar hier auf der Krankenstation des nachts die unterdrückten Schreie vom Nachbarbett aus gehört, wo eine Mongolin mit gebrochenem Knöchel lag. Er hatte die Hände auf die Ohren gepreßt, aber das Geräusch hatte sich in sein Gehirn gefressen. Vom Nachttisch hatte er sich 5 Schlaftabletten geangelt, endlich nach Stunden, als die Schreie einem leisen Wimmern wichen, Schlaf gefunden. Die Schlächter zu stören, wäre einem Todesurteil gleichgekommen.</p>
<p>Als er am nächsten Tag aufwachte, war die Mongolin fort. Eine Krankenschwester zog gerade die Bettdecke ab, die war tiefrot vor Blut.</p>
<p>Das Lager war kein Platz zum Arbeiten. Es war ein Todeslager. Die zu leichter Arbeit Verurteilten konnten den Wächtern aus dem Weg gehen. Die zu schwerer Arbeit Verurteilten waren schon tot, als sie durch das schwere grüne Stahltor ins Lager kamen.</p>
<p>Tolstoi starrt leer an die Decke. Sein Gehirn arbeitet stumm vor sich hin.</p>
<p><em>Wenn Sie Nadja noch nicht getötet haben, muß sie einen Patron haben. Irgendeinen verdammten Scheißkerl, wahrscheinlich Offizier &#8211; oder der kräftigste Arsch der entsprechenden Grunts &#8211; der sie sich regelmäßig nimmt. Oder der sie gegen Geld verleiht.</em></p>
<p>Er kneift die Augen schmerzvoll zusammen. Feuchtigkeit schimmert zwischen den Lidern.</p>
<p><em>Es gibt andere Möglichkeiten. Vielleicht gibt es auch einen Typen, der sie unter Protektion genommen hat. Vielleicht ist sie einfach krank.</em></p>
<p>Er klammert sich an diesen Gedanken. Alle anderen Varianten, die sein unbeschäftigtes Gehirn Tag um Nacht hin- und herwälzt, führen in den Tod &#8211; oder den Wahnsinn. Am schlimmsten ist es nachts, wenn außer dem gelegentlichen Husten der Raum in Stille daliegt, wenn von fern das Echo Schreie herüberträgt.</p>
<p>Viele Neulinge schreien, kreischen die ganze Nacht.</p>
<p>Die älteren Insassen sind still.</p>
<p>Irgendwann kommen die Wärter.</p>
<p>Dann hört das Schreien auf &#8211; oder setzt sich unhörbar einige Stockwerke tiefer fort. Man fragt hier nicht, wo der Typ aus Zelle soundso abgeblieben ist. Dinge passieren hier. Leute verschwinden.</p>
<p><em>Werden verschwunden.</em></p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Wochen vergehen.</p>
<p><em>Es sind nicht Menschen, die diesen Ort zur Hölle machen. Es ist der Ort selbst. Mächte sind hier am Werk.</em></p>
<p>Tolstois Blick wendet sich von seinem Buch ab, dessen Schriftzeichen vor seinem Blick verschwimmen. Er erhebt sich von seiner Pritsche, tritt hinüber ans Fenster.</p>
<p><em>Mächte außerhalb unserer Kontrolle. Schicksalsmächte. Dieser Ort frißt Leute, frißt die Seelen von uns &#8211; auch von den Wärtern.</em></p>
<p>Sein Blick folgt müde einer Krähe, die Kreise über dem Hof zieht. Vor einigen Tagen haben die Wärter am Südrand des Hofes III eine Grube ausgehoben. Nachts hört man von dort Geräusche, das Brummen von Lastfahrzeugen. Manchmal Schüsse.</p>
<p>Die Krähe schwebt nieder, schließt sich ihren gut gefütterten Kameraden an, die in großen Scharen im Hof verteilt sind, wie Saatkrähen auf einem Stoppelfeld im Herbst. Zwei struppige fette Federbälle zanken um etwas. Sein Hirn registriert nicht, was es ist.</p>
<p>Er hat sich von seiner Krankheit soweit erholt, daß er die Station verlassen konnte. Mit Igors Hilfe hat er eine Anstellung in der Gefängnisbücherei erhalten. Freiwillig hat er auch eine Stelle im Essensausschank erhalten. Alles, um Kontakt zu Nadja zu bekommen. Chancenlos. Zweimal hatte er den Passierschein für die entsprechende Sektion schon in Händen, dann entschied sich der Direktor im letzten Moment doch noch anders.</p>
<p>Ihn hat er ebensowenig zu Gesicht bekommen wie Nadja, eine Schwarze Eminenz jenseits seines Zugriffs.</p>
<p>Er hat Igor gebeten, eine Nachricht zu Nadja durchzuschmuggeln. Igor hat sie an einen Kumpel aus Nadjas Block weitergegeben, der vor einigen Tagen aus der Krankenstation entlassen wurde. Keine Antwort bisher.</p>
<p>An der Nordmauer bewegt sich ein Troß Gefangener in Ketten, flankiert von Wärtern. Jenseits des Nordtores stehen die Lastwagen, die Gefangene in die Salzbergwerke oder zu den Munitionsfabriken bringen. Jeden Tag um 5.00 Uhr Abfahrt, Rücktransport um 18.30. Meist sind beim Rücktransport einige Plätze in der Kolonne unbesetzt.</p>
<p>Tolstoi blinzelt, versucht, Nadja unter den Gefangenen zu erkennen.</p>
<p>Seine Bindehautentzündung macht ihm immer mehr zu schaffen, die notdürftig zusammengeflickte Brille, die Igor ihm gegeben hat (&#8220;der Besitzer der Brille braucht sie nicht mehr&#8221;) vermag seine Behinderung immer weniger zu überspielen.</p>
<p>Er hat seinen Vater anrufen dürfen, hat aber nur den Anrufbeantworter erwischt. Er hat um dessen Hilfe gebeten, vielleicht Verlegung in ein externes Krankenhaus, wo man seine Augen behandeln kann.</p>
<p>Keine Antwort bisher.</p>
<p>Sein getrübter Blick streift die grauen Wolken. Die ewige Gewißheit der Nähe zu Nadja hat ihn in den vergangenen Wochen von Gipfeln höchsten Glücks in Höllentäler der Angst und Verzweifelung stürzen lassen. Einige Zeit lang drohte ihn der Wahnsinn zu übermannen.</p>
<p>Vielleicht ist er auch schon längst wahnsinnig.</p>
<p>Mit Schrecken stellt er fest, wie wenig er noch in der Lage ist, zu empfinden. Er hat keine Tränen mehr. Keine Hoffnung. Die Suche nach Nadja ist zu einer energielosen Standardbeschäftigung ohne Hoffnung auf Erfüllung geworden.</p>
<p><em>Oh, aber ohne Hoffnung gibt es keine Qual, nicht wahr, Nikolai?</em></p>
<p>Die fremde Stimme in seinem Kopf nimmt er teilnahmslos hin. Er muß nicht darüber rätseln, wer zu ihm spricht, und letztlich spielte es auch keine Rolle, ob es Produjew, der weißhaarige Besucher seines Vaters oder das Gefängnis selbst war.</p>
<p>Vor einigen Tagen hatte er sogar den Urheber der Stimme gesehen, und er war von allem etwas. Ein feister, übelriechender Wurm mit zarter, rosa Haut, unter der Mann das Fließen der Körpersäfte erahnen konnte. Eine blutverschmierte Nabelschnur troff aus seinem aufgeblähten Wanst, Zungen ringelten sich wie die Maden im Leib des gefallenen Russen in den Sümpfen aus den Reihen nadelmesserscharfer gelber Zähne. Die Kreatur hatte nur ein Auge, das andere eine vereiterte Narbe. Das weiße Haar floß wie von einem unsichtbaren Wind getragen über das offenstehende Jackett eines Wärters. Der von dem Wesen ausgehende Odem war kalt wie der Wind, der um das Gefängnis tobte. Die ganze Nacht hatte es Obszönitäten in Tolstois Ohr geflüstert, schadenfroh gelacht, wann immer es einen Punkt getroffen hatte, der noch des Fühlens mächtig war.</p>
<p>In letzter Zeit hatte es immer weniger Anlaß zum Lachen.</p>
<p>Gestern hatte es überhaupt nicht gelacht.</p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Zitternd lehnt sich Nadja an die kalte Außenwand ihrer 2x3m Zelle zurück. Der blutbeschmierte Löffel gleitet ihr aus der Hand; vage realisiert sie den roten Strom, der ihrem Handgelenk entweicht.</p>
<p><em>Es ist vollbracht.</em></p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Tolstoi läßt sich auf seiner Pritsche nieder, die Ohren geschlossen gegen das unablässige Brabbeln des &#8220;Dings&#8221; in ihm.</p>
<p><em>Ich kenne Dich. Du bist mir so vertraut wie diese Zelle hier. Du bist mir so vertraut wie diese ganze Anstalt. Bedeutungslos. Du nährst Dich von der Angst, die Du gierig aufschlürfst, hälst Dich für den Baal, den Tyrann, den Gott dieses Ortes. Doch das ist nichts. Niemand wird Deiner Untaten Klagelied singen, ein verlassenes Gemäuer an einem bedeutungslosen Ort. Du willst meine Tränen ? Du hast sie alle bekommen. Du willst meinen Haß ? Ich habe keinen, den ich Dir nicht schon gegeben hätte. Du willst mein Leben ? Dann nimm es Dir.</em></p>
<p>Er dreht sich auf die Seite. Das Gesicht nur einige Milimeter von der kalten Wand entfernt, hört er ein hallendes Zischen. Er spürt, wie der Dämon &#8211; oder was immer es sei &#8211; sich entfernt. Nicht schleichend, wie er gekommen, sondern in aller Hast. Dann schläft Tolstoi ein.</p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Gänge fliegen an ihm vorbei. Ein Wärter fährt herum, als er den Windstoß spürt, der ihn unvermittelt erfaßt. Papierfetzen werden aufgewirbelt, folgen dem bleichen Schemen, der durch die Gänge fegt. Es zischt und gurgelt aus seinem schlaffen Unterkiefer, der Wind seiner Bewegung läßt Woge um Woge von Fett über seine Kontur wogen.</p>
<p><strong>HASSHASSHASSHASSHASSHASS</strong></p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Nadjas Augen flattern zu. Sie hört in sich hinein. Hört, wie ihr Herzschlag verebbt. Hört, wie der Peiniger ihrer Nächte heranrast. Und lächelt düster.</p>
<p><em>Süße Freiheit</em></p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Eine weitere Kurve wirbelt an ihm vorbei, den Gang hinab, zu Zelle 14. Die Nummer ist in ein kleines Stück Holz eingebrannt, das nunmehr an nur noch einem Nagel schief an der grün-blaßblauen-rostigen Zellentür baumelt.</p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Ein gellender Schrei läßt Tolstoi hochfahren. Echo um Echo eines nicht abreißenden, gequälten, erschrockenen, verängstigten, zornigen Schreis. Mit dumpfen Knall zerstiebt das Fenster seiner Zelle in tausend nadelspitze Fragmente, die explosionsartig nach draußen gerissen werden. Einem fortlaufenden staccato folgend, zerbersten alle Scheiben dieses Blocks.</p>
<p>Indem der Schrei verhallt, fährt eisiger Wind in die Zelle. Ein Dröhnen klingt über den Hof &#8211; wie von schweren Schwingen, die die Luft zerschneiden. Schüsse fallen. Ein knisterndes Tosen erklingt. Die Schüsse hören auf.</p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Die Splitter von Glas, Splitter von Holz und die zerfetzten Überreste der Zellentür knirschen unter den Füßen des Wächters, der sich mit entsicherter Kalashnikov vortastet. Aus den umliegenden Zellen dringen Schreie, verängstigte Hilferufe. Tausend Stimmen flehen um Antwort, einige der Insassen scheinen zu glauben, daß die Deutschen gekommen sind &#8211; und er selbst ist sich nicht sicher, ob das nicht vielleicht stimmt.</p>
<p>Aus der Stelle, wo sich einst der Eingang zu Zelle 14 befand, dringt fahles Tageslicht. Der von draußen hereinströmende Wind beißt sich in sein Gesicht. Er hält die Luft an, zögert kurz, dann wirbelt er in den Raum, das Laserzielgerät der Waffe schreibt rote flirrende Bahnen an die Zellenwände.</p>
<p>&#8220;Das glaube ich einfach nicht&#8230;.&#8221;</p>
<p>Er senkt die Waffe.</p>
<p>Die Außenwand der Zelle fehlt völlig. Zentimeterdicke Stahlverstrebungen hängen wie abnorm verformte Rippen eines Skelettes an den ausgefransten Rändern des Lochs, als ob etwas Riesiges durch die Wand hineingebrochen wäre. Die Wände selbst &#8211; nein, auch Decke und Fußboden, selbst die Pritsche &#8211; sind über und über mit filigranen Buchstaben beschrieben. Von der Schrift an den Wänden geht ein unangenehmer Geruch aus, der dem Soldaten wohlbekannt ist.</p>
<p>&#8220;So riecht es in den Leichenbrennereien&#8221;</p>
<p>Die Zeichen sind ineinander verschlungen, mal Kreise bildend, mal wirre Muster, in deren Windungen man zu ertrinken droht. Gescheitelt erreichen alle Linien einen Kreis nahe der einstigen Wand, Wo ein großer braun-schwarzer Fleck den Boden bedeckt.</p>
<p>Blut.</p>
<p>- &#8211; -</p>
<p>Der Wind hier oben zerzaust ihr Haar, das im Lager recht lang geworden ist. Der Wind schneidet in ihr Fleisch. Die Abschwörungen der letzten Monate haben sie viel Kraft gekostet. Nacht um Nacht galt es, den Feind abzuhalten, dessen schweißig-übler Gestank vor ihrer Tür lauerte. Sie hatte gewußt, daß ihre Abwehrzauber brechen würden.</p>
<p>Ein Jahr ohne Schlaf.</p>
<p>Sie weiß nicht, was den Feind abgelenkt hat, warum er seit einiger Zeit nicht mehr kam &#8211; aber sie hatte ihre Chance zu nutzen gewußt. Tief in sich hineinreichend, hatte sie die verbotene Magie gewirkt &#8211; die einzige, die an einem Hort des Blutes wie dem Lager Wirkung zu haben vermochte. Der Ruf, in ihrem Blut gewirkt, war über den Ural geklungen, bis hoch hinauf in die Karpaten von Tir N&#8221;Zagh. Ihr war wohl bewußt, daß derjenige, den sie gerufen hatte, seinen Preis verlangen würde, aber welcher Preis wäre zu groß gewesen für die Suche nach dem, was sie so lange verloren geglaubt hatte.</p>
<p>Um Wärme suchend, preßt sie sich tiefer an die Schuppen, die so schwarz sind, daß sie nicht einen Funken Licht zu reflektieren scheinen. Fast ist ihr, als könne sie das Feuer in jener Brust hören, an die sie mit starken Armen gepreßt wird. Gehalten von Klauen, die ein Schlachtroß mit einem Hieb zerteilen können, wie sie selbst erfahren mußte, und die sie nun beinahe zärtlich halten.</p>
<p>Die Kälte und die Müdigkeit lassen sie schläfrig werden. Ihre Gedanken ruhen auf Nikolai, als sie in das Tosen des Windes flüstert:</p>
<p><em>&#8220;Bring mich heim, Mordrak-Khan. Bring mich heim.&#8221;</em></p>
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		<title>Drachenbrut 03 &#124; Jahre des Blutes (9)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 10:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drachenbrut]]></category>
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		<description><![CDATA[STÜTZPUNKT MINSK &#124; 2032 Colonel Radenkos Gesicht ist knallrot vor Zorn. Knackend gibt der metallene Kugelschreiber der Gewalt seiner Kunstmuskeln nach. Nur mühsam kann er den Impuls unterdrücken, einfach aufzulegen. Mit zusammengepreßten Zähne zählt er still bis zehn, ehe er dem Mann am Telefon antwortet. &#8220;Niemand bezweifelt Ihre Autorität, Genosse Staatssekretär, aber mein Entschluß steht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=541&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png"><img class="aligncenter" title="Drachenbrut" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/06/bildschirmfoto-2011-06-17-um-17-41-46.png?w=630&#038;h=145" alt="" width="630" height="145" /></a></p>
<h3>STÜTZPUNKT MINSK | 2032</h3>
<p>Colonel Radenkos Gesicht ist knallrot vor Zorn. Knackend gibt der metallene Kugelschreiber der Gewalt seiner Kunstmuskeln nach. Nur mühsam kann er den Impuls unterdrücken, einfach aufzulegen. Mit zusammengepreßten Zähne zählt er still bis zehn, ehe er dem Mann am Telefon antwortet.</p>
<p>&#8220;Niemand bezweifelt Ihre Autorität, Genosse Staatssekretär, aber mein Entschluß steht fest&#8230;&#8221;</p>
<p>Wütendes Bellen am anderen Ende der Leitung.</p>
<p>&#8220;Hö&#8230; HÖREN SIE, ICH ERKLÄRE IHNEN NICHT, WIE SIE IHREN JOB MACHEN, UND SIE ERZÄHLEN MIR NICHT, WIE ICH MEINEN MACHE ! Die Sache ist völlig eindeutig: Illegitimierter Zugriff auf Hochsicherheitsfunktionen eines Militärsatelliten, Fälschung militärischer Quelldaten&#8230; JA, ICH WEISS ! Aber Soldat Vladov hat in einer Notsituation gehandelt; der russischen Armee ist kein Schaden entstanden&#8230; STOP ! HALTEN SIE DIE SCHNAUZE, PRODUJEW UND LASSN SIE MICH AUSREDEN ! ICH bin der Kommandant dieses Frontabschnittes, und es obliegt MEINER Jurisdiktion. Wenn Ihnen das nicht paßt, bitte, reichen Sie Dienstbeschwerde ein, wir können ja mal sehen, was die Untersuchungskommission davon hält, wie SIE ihre Macht für persönliche Racheakte mißbrauchen&#8230; Ob das&#8230; JAWOHL, SIR GENOSSE OBERSTURMBANDFÜHRER, das IST eine Drohung&#8230; Quatschen Sie nicht so dumm daher, Sie KÖNNEN mich gar nicht des Postens erheben&#8230; Kriegsgericht ? Passen Sie auf, daß SIE nicht vor ein STANDgericht kommen, wenn der Generalsstab erfährt, in welcher unverantwortlichen, willkürlichen Art und Weise Sie hochqualifizierte Techniker und Netzexperten an der Front verheizen. GUTEN TAG, PRODUJEW !&#8221;</p>
<p>Geräuschvoll knallt der Hörer auf die Gabel. Der alte Veteran schüttelt den Kopf. Dieser Krieg wird wahrhaftig nicht an der Front entschieden. Korinthenkacker und PR-Manager sind die Krieger, Wirtschaftsmogule die Generäle. Er ruft die Datei von Nikolai Vladov auf, bestätigt sein Urteil.</p>
<p>NIKOLAI VLADOV &#8211; UNTER KRIEGSRECHT VERURTEILT ZU 1 1/2 JAHREN LEICHTER ZWANGSARBEIT IM LAGER FÜR SUBVERSIVE NUMMER 14552 IN BERESOWO, SKYTHEN-HAFTBLOCK 14.</p>
<p>Der Colonel lächelt. 1 1/2 Jahre &#8211; das sollte wohl reichen, um dem jungen Skythen mit den grünen Augen die feuchte Erde eines Front-Massengrabes zu ersparen.</p>
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		<title>2011 – Das Erwachen beginnt!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 16:13:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rabenaas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Photoshopped Drachen in Fotos eurer Heimatstadt hinein und schickt bizarre Grüße ins Land, z.B. wie unten. Das Erwachen naht! Und die Party zum Erwachen ist am 23. Dezember! Einsortiert unter:Blog<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=shadowrunberlin.wordpress.com&amp;blog=19029979&amp;post=583&amp;subd=shadowrunberlin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Photoshopped Drachen in Fotos eurer Heimatstadt hinein und schickt bizarre Grüße ins Land, z.B. wie unten. Das Erwachen naht! Und <a href="http://shadowrunberlin.wordpress.com/2011/12/01/shadowrunparty…lin-23-12-2011" target="_blank"><strong>die Party zum Erwachen ist am 23. Dezember!</strong></a></p>
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<p><a href="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/12/f10120b11d4d-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-588" title="f10120b11d4d-1" src="http://shadowrunberlin.files.wordpress.com/2011/12/f10120b11d4d-1.jpg?w=630&#038;h=472" alt="" width="630" height="472" /></a></p>
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