Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Schattenload 11.2019

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Anmerkung: Vielleicht fragt ihr euch, was das Objekt hinter dem Windschutz (direkt rechts des BMW-Logos) ist. Hierbei handelt es sich den Handschutz für die Steuerung. Die Blitzen 2080 hat nicht wie „alte“ Motorräder eine zentrale Lenkstange mit Quergriff, sondern links und rechts zwei separate horizontale „Controller“, die nach innen gerichtet sind. Stürzt der Fahrer, schlägt das Bike auf dem Handschutz/der Außenseite der Steuerung auf.

 

Brennpunkt: Drakequartier [1/2]

 

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Im Crashsite Café // Original Artwork from Echo Chernik (Cover of the „Shadowrun Returns Anthology“ book)

Das Drakequartier

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Auch als Berliner kann man nicht jede Ecke der Stadt kennen. Im Gegenteil: Die meisten von uns sind so in ihrem Kiez verbunkert, dass sie selbst Affenklops und Fernsehturm nur aus dem Trid kennen. 

Der jüngst erfolgte Upload der Filesammlung [#berlin2080] hat bei mir die Neugier auf all die Ecken geweckt, die im Load beschrieben wurden, und von denen ich selbst noch nie gehört habe – oder die ich eben schon „kenne“, die ich aber noch nie offline und in persona gesehen habe. 

Anyway. Bei meinen Wanderungen in der City-West stolperte ich in der AR über einen Immobilien-Link zum „Drakequartier“, und da das in der Nähe lag und ich grad nix Besseres vorhatte, hab ich es mir angesehen. Und das Folgende entdeckt. Enjoy. 

Hinweis: Locations ohne „SRB“-Locationmarker werden im Quellenband „Berlin 2080“ beschrieben. 

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SRB001 > Das Drakequartier
Mitte – Drakestraße / Neue Drakestraße

Das Drakequartier ist ein Immobilienprojekt von Drake International Industries [#datapuls:schweiz S.25] auf dem Boden des früheren „Erweiterungsgeländes“ des Zoologischen Gartens. Besagte Erweiterung wurde 1987 eröffnet und war die einzige Auslage des Zoos nördlich des Landwehrkanals (soweit ich in alten Artikeln erkennen kann, waren hier u.a. Kängurus, Strauße und Springböcke untergebracht). Nach Freisetzung bzw. Verzehr der Zootiere, Abholzung der Anlagen und Zerstörung der meisten Gebäude in der Anarchie ist der Zoo heute nur noch ein Schatten seiner selbst (mehr dazu [#berlin2080 S.83ff]). Dass er überhaupt noch betrieben wird, ist die Folge einer ganzen Reihe kleiner Wunder. Und eines jener Wunder ist eben der Verkauf des Erweiterungsgeländes, um mit den dringend benötigten Einnahmen andere Bau- und Renaturierungsmaßnahmen finanzieren zu können.

Der Zoologische Garten ist eine absolute Premium-Immobilie, nach der sich Dutzende Unternehmen die Finger lecken. Kleinere Projekte schielen darauf, einzelne Grundstücke am Rand des Gartens zu akquirieren und zum Beispiel NOCH ein weiteres Nobelhotel hochzuziehen. Andere, deutlich „visionärere“ Pläne umfassen die Umgestaltung des gesamten Zoos in ein neues Stadtviertel – je nach Entwurf ein durchmischter Kiez für urbanes Leben, Arbeiten und Shoppen (auf Luxusniveau), ein asiatisch geprägtes und somit zum Tiergarten passendes Business Center für Unternehmen aus dem panasiatischen Raum oder aber ein repräsentativer Konzerncampus für einen der großen Zehn, der (angeblich) groß in Berlin einsteigen will.
 Corpshark

Das hieße ja höchstens Ares oder Wuxing. Alle anderen der Großen Zehn sind ja schon da oder haben bereits erkannt, dass der Move eine echte doofe Idee war. Ah, oder sie haben sich gerade neu aufgestellt und sind somit Spinrad Global, natürlich.
 .asl

Ares hat aktuell ganz andere Probleme, und dass Wuxing in Berlin groß einsteigt, bezweifele ich SEHR. Spinrad hingegen würde Sinn machen – die haben noch globalen Nachholbedarf im Bereich der betongewordenen Schwanzverlängerung, und der Büroturm von (Ex-)Global Sandstorm in Kreuzhain [#berlin2080 S.86, #10 auf der Karte dort] könnte zu klein für ihre Ambitionen sein. Richtig glauben kann ich aber auch das nicht.
 .root

Der Name des Quartiers hat natürlich „eigentlich“ nichts mit Drakes oder Drake Industries zu tun (deren Name erst recht nichts mit Drakes zu tun hat), sondern leitet sich von der nach dem Bildhauer Friedrich Drake benannten Drakestraße ab, die es hier schon lange vor dem Erwachen gab. Das hindert Makleralgorithmen freilich nicht, mit dem Namen des 2076 fertiggestellten Drakequartiers zu spielen und einige der modernen und großzügigen Stadtwohnungen einer drachischen bzw. dracopositiven Klientel anzubieten. Ob absichtlich geworben oder rein zufällig gehören zu den prominentesten Wohnungs-Eigentümern mindestens zwei tatsächliche Drakes: Erstens die Lung nahe stehende chinesische Violonistin Shen Qinqin und zweitens der unabhängige(?) südamerikanische Autor, Anarchist und Intellektuelle Alejandro Durmiente (ein Drake in der Form einer gefiederten Schlange). 

 Wie man bei einem Projekt von Drake Industries erwarten darf, sind überproportional viele Wohnungseigentümer im Drakequartier Elfen der Upper Class. Hinweise auf eine gezielte (programmatische) metarassische Bevorzugung habe ich zwar nicht für das Drakequartier bzw. den Standort Berlin finden können, diese kann aber angesichts der Vorgeschichte der GENOM-Tochter als „strukturell bedingt“ vorausgesetzt werden.
 .rez

SRB002 > Crashsite Café 
Mitte – Neue Drakestraße 2

Wo heute das Crashsite Café Berliner und Besucher zum Verweilen im ausgedehnten Biergarten einlädt, befand sich schon früher eine beliebte Restauration, das „Café am Neuen See“. Bereits ein paar Jahre vor dem Letzten Gesetz wurde es geschlossen und die Gebäude verkamen zu mit Graffiti überzogenen Ruinen. Nach dem „Sieg“ der Konzerne erhielt das Areal eine unfreiwillige Dekoration in Form einer tonnenschweren Baudrohne, die – beladen mit Durazement – in den Neuen See stürzte. Im Laufe der Zeit sank das Ungetüm so weit ein, dass nur noch Teile des meterlangen Rumpfes und drei seiner einst fünf Rotoren aus dem Wasser ragen. Die Bergung war erkennbar knifflig und so schob man das Projekt „Neuer See“ in der Neuplanung des Tiergartens immer weiter nach hinten. 2069, als der Tiergartens bereits voll im Umbau zum Japanischen Garten begriffen war, eröffnete eine Gruppe Künstler das Crashsite Café: Die Ruinen des alten Cafés nutzend, wurde eine Mischung aus Biergarten und Kunstinstallation geschaffen und das Wrack der Baudrohne selbst zum Kunstwerk umgewidmet. Nach einigen Jahren Streit zwischen den Betreibern und den Japankons, die das anarchistische Künstlercafé als Störfaktor in der perfekten Kunst-Kulisse des japanisierten Tiergartens betrachteten, einigte man sich auf einen vorerst bis 2082 befristeten Pachtvertrag. Die vorangegangene Medienberichterstattung über den Streit und einige kreative Protestaktionen machten das Crashsite Café berlinweit bekannt und sehr bald auch beliebt. Von Frühling bis spät in den Herbst tummeln sich hier Ausflügler und Nachtschwärmer, nur im Winter versinkt das Café in eine Art Dornröschenschlaf.

In den Gebäuden, Bauwagen und zusammengezimmerten Anbauten des Cafés leben in etwa 20 Künstler aus aller Welt – die Bewohner wechseln ständig. Nur ein harter Kern von etwa sechs Künstlern um den komplett tätowierten, orkischen Café-Chef Frank Fakesin bleibt stets derselbe. Hinzu kommen noch etwa ein Dutzend Kinder der Künstler-Kommune.
 Fienchen

SRB003 > Hotel Rozalia
Mitte – Neue Drakestraße 3

Mit zwölf Stockwerken ist das durch Drake Industries entwickelte Hotelgebäude das höchste Bauwerk des Drakequartiers. Ursprünglich sollte hier ein weiteres gesichtsloses Luxushotel entstehen, doch kurz vor Fertigstellung 2070 ging den Investoren die Luft aus (sowohl finanziell und im Falle einiger Schlüsselpersonen auch tatsächlich – Genaues weiß man nicht, aber die iranische Investorengruppe war wohl in ihrer Heimat knietief ins organisierte Verbrechen verstrickt und kam bei Revierkämpfen des OV unter die Räder (erneut: wörtlich)). Natürlich gab es mehrere andere Interessenten, aber dann kam es in Berlin zu den Unruhen, aus denen schließlich die Einheit hervorgehen sollte. Dass alles gut ausgehen würde, wusste man vorher freilich nicht: Erschrocken über Horrormeldungen, die einen neuen Bürgerkrieg in Berlin prophezeiten, sprangen die Big Player ab, und der bis dato weitgehend unbekannte Finanzier Damien Yegonov [Berlin2080 S.58] aus Ostberlin krallte sich die Immobilie. Sein Plan war, ein Hotel für Vermögende zu schaffen, die ein berechtigtes Misstrauen gegen Megakonzerne und Sorge vor staatlicher Überwachung haben. Das Hotel Rozalia brüstet sich damit, das Hotel mit der besten Privatsphäre in den westlichen Sektoren zu sein, und zudem das modernste „alternative“ Hotel der Stadt. Benannt wurde das Hotel nach der einflussreichen Arbeiterführerin und Kommunistin Rosa Luxemburg (Geburtsname: Rozalia Luksenburg), die 1919 ermordet und unweit im Landwehrkanal versenkt wurde. Im Foyer des Hotels und einem Teil des Untergeschosses befindet sich ein kleines Museum zu ihrem Gedenken. 

Anders als das Krasnaya Zvesda Schlosshotel [Berlin2080 S.55] ist das Hotel Rozalia weit entfernt von Drogenparties und Sündenbabel. Tatsächlich ist es ein sehr gediegenes, ruhiges und modernes Hotel, das Gästen neben solidem Service und dokumentierter Blockadehaltung gegen Polizeikräfte gleich welcher Art auch diverse diskrete Liefer-, Verschleierungs- und Fluchtservices anbietet. Wer also als Runner mal gediegen nächtigen und in einem Hotel-Spa relaxen möchte, ist hier gut aufgehoben.
 .sphynx

SRB004 > Sol Media Berlin
Mitte – Neue Drakestraße 1

Zusammen mit dem östlich angrenzenden Gebäude Drakestraße 1 ist dieses Haus Teil eines Bauensembles aus Prä-Anarchie-Zeiten. In der Zeit, als Berlin Hauptstadt der Bundesrepublik war, saß hier die Botschaft von Spanien. Heute beherbergt der altehrwürdige, neoklassizistische Bau und sein historisierter Nebenflügel die offizielle Repräsentanz der Sol Media Group in Berlin. Natürlich verfügt der nicht gerade als zimperlich geltende Konzern, dessen Schocker- und Skandalformate in der ADL immer wieder für gekünstelte Empörung sorgen, über gleich mehrere Produktionsstandorte in der Freistadt. Hier in der Neuen Drakestraße sitzt „nur“ die Verwaltung inklusive Buchhaltung, Personalbüro, einigen Konferenzsälen und natürlich diversen Servern, in denen sich allerlei Paydata finden ließe.

 Interessant, dass Sol Media sich in einer Drake-Industries-Immobilie einnistet bzw. die GENOM-Tochter diesen Mieter akzeptiert. Immerhin ist das Verhältnis zwischen Sol Media und GENOM nicht grade freundlich [#geisterkartelle].
 .asl

 Oh, Leute, COME ON! Erstens ist diese Genom-stellt-Präparate-zur-Unterdrückung-von-Technomancer-Fähigkeiten-Räuberpistole zehn Jahre her. Zweitens: wenn jeder Konzern sich mit jedem Mitglied der Journaille verzoffen will, das eine Enthüllungsstory bringt, wäre Hamburg längst von Thorhammer-Einschüssen zu Schlacke verbrannt worden. Drittens war die Botschaft und dann Sol Media ZUERST da; der Rest des Quartiers wurde erst später drumherum gebaut, so dass – Viertens – das Quartier und die Botschaft gar nicht zusammengehören, was aber ebenfalls egal wäre, denn Sol Media ist – Fünftens – nicht Mieter, sondern kostenfreier Nutzer des Botschaftsgebäudes, das – Sechstens – noch immer Spanien gehört.
 Come ON

Das Gebäude wird durch Knight Errant geschützt, und das ziemlich intensiv. Neben den Aufzeichnungsdaten diverser exklusiver Stories, Feeds und Entertainmentformate gilt es insbesondere, belastende Infos über Sol Medias Schattenoperationen in Berlin zu sichern. Dass der Konzern mit der DeMeKo im Dauerclinch liegt, ist ja kein Geheimnis.
AK Pulco

Der heilige Krieg von Sol Media gegen das Al-Akhirah-Syndikat könnte ebenfalls ein Grund sein, aus dem der Medienkonzern diese „Repräsentanz“ unterhält. Das Gebäude ist umfassend gesichert und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Sol Media Runner und eigene Agenten in Berlin auf die Straße schickt, um Hinweise auf Aktivitäten der Al-Akhirah Aswad Mayid in der Freistadt (genauer: dem Emirat) zu finden.
.rez

Der Shahabad [#berlin2080 S.88] ist meiner Ansicht nach fest in der Hand der Al-Akhirah, auch wenn davon niemand etwas gehört haben will. Das in Berlin nur äußerst begrenzt vertretene Syndikat ging in der Vergangenheit sehr behutsam vor – mit dem Doppeltod der russischen Verbrechensspitze und dem neuem, islamistischen Chef der Berliner Grauen Wölfe scheint sich das gerade zu ändern. Gut möglich, dass Al-Akhirah bestrebt ist, das Geschäft der Grauen Wölfe zu übernehmen. Ebenso möglich, dass dies genau das Ziel von Tauh’d ist und immer war.
 Safiya Dafiya

 

Location: Die Garage

Kellerclub / Drive-In Disco | Badstraße Ecke Bastianstraße (Mitte/Gesundbrunnen)

In einer Stadt mit erhöhtem Bedürfnis nach schnellen und sicheren Rückzugsmöglichkeiten ist die Idee einer Drive-In-Diskothek ziemlich naheliegend. Nachdem ein Club namens „Drive By“ an derselben Stelle scheiterte – nicht zuletzt wegen seines Namens, den irgendwelche Ganger als Einladung verstanden – erfreut sich die Garage nicht nur unter Auto-Enthusiasten seit einigen Monaten reger Beliebtheit.

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Die Map als PDF: SR6_SRB_Kellerclubs_Garage_MAP

DIE DRIVE-IN DISCO

Das Umfeld der Garage wird durch den Gesundbrunnen und somit den M- und Fernbahnhof Nordkreuz sowie den Humboldthain mit seinem Flakturm und der Luftüberwachungszentrale dominiert [#berlin, #berlin2080]. Die gute Erreichbarkeit mit praktisch allen Verkehrsmitteln inklusive, natürlich, Autos trägt zum Erfolg der Underground Location ganz erheblich bei.

garage-logo

Reinkommen ist während der Öffnungszeiten natürlich kein Problem. Fußgänger wie Autofahrer nutzen dazu die Zufahrtsrampe, wobei nach den üblen Erfahrungen des Drive-By-Clubs inzwischen eine sehr massive Sperrstange und einige Poller dafür sorgen, dass niemand mehr volle Kanne in den Club rasen und johlend alle umlegen kann. Alle Fahrzeuge werden von der Einlasscrew gecheckt, Stammgäste ohne viel Federlesens durchgelassen und allzu offensiv aufgemotzte Fahrzeuge von Szenefremden freundlich, aber bestimmt abgewiesen. Fußgänger haben neben der Rampe noch den regulären „Tiefgaragen-Ausgang“, um die Location zu betreten. Auch hier gibt es eine sehr liberale Einlasskontrolle aus W6+2 Personen (meist Norms und Orks), die aber lediglich offen erkennbare Randalierer abweisen.

Im Inneren ist die Garage ebenso schmucklos, wie ihr Name und die frühere Bestimmung des Ortes als Tiefgarage vermuten lassen. Rohbeton, dicke Stützpfeiler, nackter Boden mit gelben Parkplatzmarkierungen und weitgehend defekte Neonröhren sind die hauptsächlichen Einrichtungsmerkmale. Zu den Rändern der Tiefgarage hin wurden ausrangierte Autositze und diverse Sitzmöbel vom Sperrmüll zu Sitzgruppen arrangiert, insgesamt sorgen drei Bartheken für das leibliche Wohl. Die tatsächliche Einrichtung verändert sich aber von Abend zu Abend und wird durch die oft willkürlich abgeparkten Fahrzeuge der Besucher geschaffen. Zwar gibt es immer einen Disko-Truck mit beeindruckenden Hifi-Aufbauten, aber gerade an Wochentagen kann der Klangteppich des zentralen DJ auch abgemildert oder ganz ausgeschaltet werden, wenn die Garage in diverse kleine Tanzflächen zwischen wummernden Fahrzeuganlagen zerfasert.

HINTER DEN KULISSEN

Als der Betreiber des Drive-By-Clubs (die Kommunistische Klangkooperative Kropunin (KKK)) sich gemeinsam mit seiner Location zerlegte, sah der Ork-Sprawlguerillero Karzer eine gute Möglichkeit, einen Nebenverdienst aufzubauen – von der Möglichkeit, eine alternative Location für konspirative Treffen zum Rattennest [#berlin2080, Grundriss und Detailbeschreibung #berlin] zu etablieren, ganz zu schweigen. Etwa die Hälfte der Sicherheitscrew sind angeworbene Straßenkräfte [SR6 S.205 Mitglied der Go-Gang der Eye-Fivers], die anderen gehören zu Karzers Netzwerk [Berlin2080 S.174 Axis-F-Agent]. Außerdem gehören 6 Junkdogs [Berlin2080, S.179] zur Sicherheitscrew.

Karzer ist bemüht, gute Beziehungen zum Netzwerk der Engel aus dem Heaven im Dreamland aufzubauen [Berlin 2080, S.88], weshalb diese im Club das Monopol auf Drogendeals haben. Chefdealer der Engel im Club ist ein ausgemergelter Elf namens Sepiroth [SR6 Unterhändler S.88, Anpassung auf Elf], der sich im Club viel zu wohl fühlt und sehr gerne den Club von Karzer übernehmen würde.

IDEEN FÜR ABENTEUER

  • Geheime Übergabe. Die Runner werden angeworben, die geheime Übergabe eines extrahierten Topmanagers im Club abzufangen und diesen in den Schoß des Konzerns zurückzuführen. Die ausführenden (Anzahl der Runner + 2) Runner [SR6 beliebige Archetypen] fahren mit einem Roadmaster [SR6 S.304] in den Club und parken am westlichen Rand des Clubs; ihr Schmidt [Berlin2080 Konzernhai S.172] kommt wenig später in einem Mitsubishi Nightsky [SR6 S.304] und 3 Bodyguards [SR6 Mafiasoldat S.207] und parkt direkt daneben, übernimmt die wertvolle Fracht, wickelt die Übergabe und Bezahlung ab und verlässt den Club wieder über die Rampe.
  • Massaker. Karzer lädt verschiedene seiner wichtigsten Businesskontakte und andere Terroristen zu einer großen Party in die Garage. Die Runner erhalten von den Hardlinern von Messerschmitt-Kawasaki den Auftrag, so viele Teilnehmer der Party wie möglich umzubringen. Da Karzer weiß, dass ein solches Event ein lohnendes Ziel ist, wird es durch 5W6 normale Sicherheitskräfte [SR6 S.205 Mitglied der Go-Gang der Eye-Fivers] und 2W6+6 professionelle Widerstandskämpfer [Berlin2080 S.174 Axis-F-Agent] sowie 2 Kampfmagier [SR6 S.85] und 2 Decker [SR6 S.87] gesichert.
  • Fille not found. René Dupunt, ein leitender französischstämmiger Konzerner von ESUS in Berlin, sucht seine Tochter Giselle, die offenbar den freiheitlichen Verlockungen Berlins erlegen und untergetaucht ist. Durch Beinarbeit erfahren die Runner, dass Giselle unter dem Pseudonym „Gazelle“ eine Clubtänzerin in der Garage geworden ist. Giselle ist schwer drogenabhängig und hat die Propaganda der Sprawlguerilla vollkommen verinnerlicht. Sie muss gegen ihren Willen extrahiert werden, aber da sie der Letzten Front angehört wird sie bei Übergabe an ihren Vater die flächenwirksame Cortexbombe zünden und sich plus ihren Erzeuger zu töten versuchen.

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Novapuls ZOOM 10.80

Schattenload 10.2019

SCHATTENTRICKS out now!

Beste Geburtstagsgeschenke

Connection: Grimm

Es ist der 20. Oktober. Mein Geburtstag. Und wie immer (wenn ich dazu komme) schenke ich zu diesem Ereignis der Rollenspielszene etwas. Zugegeben: Diesmal nichts „Großes“ wie ein komplettes Rollenspiel oder die 13 Kniffe, die jeder Shadowrun-SL kennen sollte, aber immerhin: Ein NSC. Der zufällig mein viel zu wenig (bzw. in SR6 noch gar nicht) gespielter SC ist. Im SR-Universum seid ihr ihm vielleicht schon begegnet, unter seinem Shadowposter-Namen „Gr1mm“, in der Kurzgeschichte „Erste Weihnacht“ oder im deutschen SR6 Grundregelwerk demnächstigstens auch als Bild für den Metatyp Ork. Naja, und ähnlich sieht er mir rein zufällig auch, weil ich eine Macke habe und in vielen Rollenspielen (speziell in Videospielen mit Charaktereditor) versuche mich selbst nachzubauen, mindestens optisch. Make of that what you will. Hier jedenfalls Grimm als Connection oder anderweitiger NSC. Have fun mit ihm.

Grimm

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Grimm ist ziemlich am Ende und er weiß es. Vor langer Zeit war er dick im Geschäft, das Gehirn hinter einer ziemlich erfolgreichen Crew krimineller Kunsträuber, den „CoolZ“ (Crewcolors schwarz und neongrün). Statt wie „total bescheuerte Runner“ im Auftrag obskurer Johnsons irgenwelchen Drecksjobs hinterherzurennen, machte sich die Crew ihre eigenen Jobs: Durch sorgfältige Recherche lohnender Ziele (oder, ja, auch Raubaufträgen der Preußenstiftung und anderer Kunstsammler) zog die Crew einige spektakuläre Raubzüge durch. Grimm – damals unter dem Namen „Napoleon“ – war schlank, durchtrainiert, ein brillanter Planer und talentierter Race/Fluchtfahrer, eine Glückssträhne jagte die Nächste, er hatte dickes Geld, einen getunten Saab Dynamite und ein megaschickes Luxusappartment mit Dachpool und allem anderen, was dickes Geld und der Geruch von Erfolg so bringt.

Dann wurde die Crew gebustet. Der Anführer CoolJay und Murad starben bei dem Überfall des Sternschutzes, Grimm mit drei anderen inhaftiert. Wie der Sternschutz auf die Spur der CoolZ kam, beschäftigt Grimm noch immer. Am meisten fürchtet er die schon damals psychotische Messerklaue „Schlitzer“, der allerdings wegen Mehrfachmordes für immer eingefahren sein dürfte, sowie die intrigante und bekanntermaßen rachsüchtige elfische „Crewmatraze“ Jana. Grimm hat zwar nichts getan und die Crew nicht verraten, aber diese beiden konnten ihn noch nie leiden bzw. unterstellten ihm gerne mal manipulative Züge, nur weil er für einen Ork latent intelligenter als andere war.

Grimm fuhr wie der Rest der Crew in die berüchtigte Massenhaftanstalt Plötzensee ein, hatte dort aber keinerlei Kontakt zu seinen Ex-Kollegen. Sein Reflexbooster – damals State of the Art – wurde verplombt, aber immerhin drin gelassen, da ein Rückbau viel zu teuer gewesen wäre. Sein stylischer Cyberarm mit implantierten Klingen hingegen wurde durch ein absolutes Trashmodell ersetzt.

2075 wurde der Gefangene mit der kriminellen SIN „Napoleon Case“ („Case“ ist einer der Standard-Nachnamen des Sternschutzes für Inhaftierte) wieder auf freien Fuß gesetzt – teils durch erfolgreiches Wirken seines schmierigen Mafia-Anwalts Giuliano Ferretti (dem „Frettchen“), teils durch entsprechende Deals mit dem „Ringbund“.

Er mietete sich in einem der versifften Wohnblocks in Gropiusstadt ein, legte sich „Grimm“ als neuen Straßennamen zu und versucht seitdem, keinerlei Verbindungen zu seinem alten Leben zu bekommen, obwohl er sich nichts sehnlicher als eine Rückkehr zu altem Ruhm wünscht (besonders der Verlust seines Dynamite belastet ihn sehr, umso mehr, da er im Knast sitzend erfuhr, dass dieser konfisziert und auf einer Auktion verkauft wurde – den Saab Dynamite zu finden und zurückzubekommen ist eines seiner irrationalsten Ziele).

Grimm – Überlebenskünstler und Fluchtwagenfahrer-for-hire [SR6]

Als Connection: Einflussstufe 3

Beschreibung: Ein bullig-fetter, alter, im Prinzip völlig unauffälliger Ork. Berliner Dritte Hand Straßenchic, dicke speckige Jacke mit Protektoren an Ellbogen und Schultern, darunter noch zwei Lagen Kapuzenpullis/Shirts etc., Cargo Pants mit Protektoren an Knien, wuchtige Straßenstiefel, Kapuze tief im Gesicht und darunter noch ein
zerschlissenes Baseballcap, mit einem Griff hochziehbares graues
Flecktarn-Halstuch „gegen den Smog“, und eine Billigsmartbrille von der
Supermarktkasse.

Attribute: K7 G5 R5 S5(8) W2 L4 I6 C4 EDG6 ESS 2,4

Initiative: 12 + 2W6

Handlungen: 1 Haupt, 2 Neben

Zustandsmonitor (K/B): 14/9

Verteidigungswert: 12

Vorteile: Unauffälligkeit, Zähigkeit, Talentiert (Steuern), Robust gebaut (1+1)

Nachteile: Abhängigkeit (Alkohol, 4), Abhängigkeit (Nikotin, 4), SIN-Mensch*

Aktionsfertigkeiten: Athletik 2 (Sprinten 4), Einfluss 2 (Gebräuche 4), Feuerwaffen 4, Mechanik 1, Nahkampf 2, Steuern 7 (Expertise: Bodenfahrzeuge 10), Wahrnehmung 5 (Sehen 7)

Wissensfertigkeiten: Berliner Schieber, Berliner Kieze, Anarchogruppen, Autotuningszene

Sprachfertigkeiten: Berliner Gossensprache (Muttersprache), Hochdeutsch (Grundverständnis)**, Englisch (Grundverständnis)

Bodytech: Reflexbooster [Stufe 1], Dermalpanzerung [Stufe 1], Talentbuchse [Stufe 2], Talentleitungen [Stufe 2], Datenbuchse, offensichtlicher Cyberarm rechts*** (erhöhte Stärke [Stufe 3], implantierte Uzi MP)

Ausrüstung: Bessere Berliner Dreckskarre (siehe Berlin2080), Kommlink [Meta Link], Kommlink [VolksKOMM mit Napoleon Case SIN], Panzerjacke [+4], Tarnholster, Billig-Smartbrille [Kapazität 1, Bildverbindung]

Waffen: 

  • Sorokin Predator I [3K | EM | 10/9/8/-/- | 15(s)] (siehe Berlin2080)
  • No-Name AK-47 Karabiner [5K | HM/SM/AM | 5/11/7/5/1 | 30(s)] (siehe Berlin 2080)
  • Uzi MP (implantiert) [3K | HM/SM | 8/8/7/-/- | 24(s)]
  • Splittergranate (x5) DP 16K, Sehr Nah 10K, Nah 4K, Sprengwirkung 15m

Connections:

  • Julian (Giuliano Ferretti) „Das Frettchen“ (E2/L1) – Grimms Anwalt, Mafia-Mitglied. Ein extrem schmieriger Typ
  • Derek „Drek“ Mansfeld (E2/L1) – Einer von vielen korrupten Norm-Ermittlern beim Sternschutz mit Ringbund-Connections, über den der Bund geringstufige Irregularitäten von Ex-Häftlingen ausbügeln lässt
  • Sales (E3/L1) – Grimms orkischer „Ruf mich nie wieder an du Ratte“-Hehler und
    Bruder(!). Hatte mal Loyalität 4, aber zu viele Gefallen haben den Wert extrem schrumpfen lassen
  • Mojita (E1/L3) – Sowas ähnliches wie Grimms „Freundin“, tatsächlich seine Norm-Stammprostituierte. Die Person, bei der er seinen Frust ablädt
  • Turbo (E2/L3) – Grimms (früher bestens an ihm verdienender) Muscle Cars und
    Tuning Mechaniker, arbeitet (noch) „For Old Times Sake“

Lebensstil: Unterschicht (1 Monat bezahlt)

Matrixprofile:

  • Napoleon Case (VolksKOMM): Grimm kommt seiner Pflicht, jederzeit seine kriminelle SIN zu zeigen, außerhalb von schattigen Jobs jederzeit nach. Wer sein VolksKOMM hackt oder offiziell überprüft, findet einen gescheiterten Ork, der sich mit Niedriglohnjobs über Wasser hält. Das Nutzerprofil entspricht was Käufe, Porn- und Interessen-Präferenzen angeht Grimms tatsächlichen Interessen. In der Historie des Gerätes sind wiederholte Geräteausfälle aufgrund defekter Akkus oder auch „Ist mir ins Klo gefallen“-Vorfälle verzeichnet, Grimm beantragt aber zügig ein neues Kommlink (hier auf Kosten der BeJuDi), das ihm dann auch binnen 3 bis 7 Tagen genehmigt wird (weitaus genug, um zwischendurch einen Schattenjob durchzuziehen). Grimms Online Appartement in der Vision Berlin ist auf Standardeinstellung; er hat es noch nie besucht. Sein Profil auf iProtect hat kaum Berlinherzen, da Grimm (zu Recht) davon ausgeht, dass ihm ohnehin niemand ein allzu auffälliges Wohlverhalten abkaufen würde.
  • Grimm (MetaLink): Grimm nutzt das Metalink nur für Schattenjobs und ersetzt es nach jedem Job durch ein Neues. Wer das Metalink hackt oder offiziell überprüft findet ein Kommlink auf Werkseinstellungen, auf dem überwiegend noch die Registrierung des Verkäufers liegt. Es gibt keine abonnierten Feeds oder Channels und keine Kredithistorie, da Grimm Käufe via Credstick bzw. Vesuv Chips (physisch oder online per Kabelmatrix/Chipfernsprecher [berlin2080]) abwickelt.

Zitate (nach hochdeutsch übersetzt):

  • „Magie war schon immer das Mittel der Wahl für Idioten, denen die Ideen für eine echte Lösung ausgingen. Schau dir nur Herr der Ringe an. Bloß weil Magie jetzt real ist, ändert das nichts am Grundprinzip. Magie ist der Cheat für rein zufällig damit ausgestattete Volldeppen.“
  • „Riggen ist nur Matrix-Brainfuck. Ein Simsinn-Videospiel für Luschen ohne Intuition und echtes Gefühl für Fahrphysik. Echte Driver verschmelzen auf eine viel intensivere Art mit der Karre, als irgendein Megakonzern-Geek in Fake Brainsignale coden könnte.“
  • „Als ich 20 war hab ich extrem krumme Dinger gedreht, ohne mir Gedanken darum zu machen, was passiert, wenn sie mich schnappen. Das war im Nachhinein betrachtet dumm. Andererseits bin ich jetzt über 40, und jede Art von Urteil für mich bedeutet ‚lebenslänglich‘. Das hat etwas Befreiendes. Ich kann jetzt, wo es gar nichts mehr bringt, nach den Regeln spielen und den Rest meines Lebens im Siff zubringen. Oder ich gehe ‚all in‘. Denn ich habe nichts zu verlieren“.

Nutzungsmöglichkeiten: Für das Grimm-Lebensgefühl empfiehlt es sich, einige Stunden Grand Theft Auto V gespielt zu haben. Speziell Rennen und jene Art von Missionen, in denen eine Crew gemeinsam versucht, „das ganz dicke Ding“ zu drehen. In deiner Kampagne können die Runner z.B. auf Grimm treffen, wenn sie keinen Rigger haben und einen Fluchtwagenfahrer brauchen. Außerdem kannst du Grimm als (Teilzeit-)Fahrer bei Black Flag Cab oder einem anderen (Kampf-)Taxifahrdienst einsetzen. Als Zufallsbekanntschaft an irgendeiner Bar kann Grimm – der sich bestens in Berlin auskennt – Infos z.B. zu Dealern, Kiezen oder Anarchogruppen liefern. Auch wenn Grimms alte Connections zur Preußenstiftung „eigentlich“ längst versiegt sind, kannst du ihn als Go-Between oder sogar als Johnson benutzen. Speziell wenn es um die Jagd nach seinem schwer modifizierten 2066er Saab Dynamite XARA Limited Edition geht, ein Liebhabermodell, das, wenn es unbeschädigt ist, heute leicht 600.000 EUR bringen könnte.

Anmerkungen:

* unter SR5 hatte Grimm eine kriminelle SIN. Diese fällt bei SR6 offenbar unter SINlos bzw. das, was Runner ohne SIN-Nachteil eben so haben, ich finde das aber doof und habe den Nachteil deshalb dennoch gewählt.

** meinem Verständnis nach leitet sich ein Grundverständnis für Hochdeutsch schon aus der Muttersprache Berliner Gossensprech ab. Gemeint ist, dass Grimm Hochdeutsch reden kann, wenn es nötig ist. 

*** bei Spielstart hatte Grimm nur einen Cyberarm mit Werten, die einem biologischen Arm unterlegen waren (im Prinzip eine Prothese, da ihm sein superteuerer, personalisierter, künstlerisch verchromter Cyberarm mit einziehbaren Spornen im Knast abgenommen wurde). Der aktuelle Cyberarm ist das Spielergebnis, als Grimm im Fight gegen Gegner K.O. geht und seine Mitrunner den Cyberarm eines Gegners plündern und ihm – im Koma liegend – montieren lassen … was ihn bei einer Kontrolle seiner kriminellen SIN vor Probleme stellen wird). 

Ganz generell folgen die Werte hier zwar den SR6 Aufstellungsregeln gemäß GENESIS, allerdings ist es ein gespielter Charakter mit aus dem Spiel entstandenen Add-Ons (Cyberarm, Fahrzeug) und GENESIS hatte bei Aufstellung noch Probleme bei der Darstellung/Verrechnung von Einfluss und Loyalität der Connections. 

 

 

 

AAS auf der SPIEL 2019

Für Pegasus und somit SHADOWRUN ist die SPIEL in Essen die wichtigste Messe des Jahres. Und in diesem Jahr schaffe ich es (endlich!) wieder, dabei zu sein. Das freut mich umso mehr, da auf der SPIEL 2019 nicht nur SHADOWRUN 6 vorgestellt wird, sondern auch das Quellenbuch BERLIN 2080 erscheint, mit dem ich praktisch die erste Hälfte des Jahres … und den Sommer … und eine Reihe Frühherbstnächte zugebracht habe.

Wie schon das SR4-Berlin-Buch davor war und ist Berlin 2080 keinesfalls „mein“ Buch, sondern ein Gesamtwerk vieler talentierter Autoren – ABER mit Ausnahme des dünnen SR4 Einführungsabenteuers „Schattenkrieg“, das ich zusammen mit Torben Föhrder geschrieben habe, dem ebenso eher dünnen „Alleinwerk“ Datapuls: Berlin und dem ebenso zur SPIEL 2019 erscheinende Gratisabenteuer „Schattentricks“ gibt es kein Shadowrunbuch, an dem ich mehr Anteil hätte (und gerechnet auf die rohe Arbeitszeit kombiniert Berlin 2080 locker sämtliche der vorgenannten Titel).

Aus diesem Grund freue ich mich ganz besonders, über die komplette Länge der SPIEL am Pegasus-Stand zum Signieren und Zeichnen deines Charakters präsent sein zu können und auch zu dürfen – weil ich mir selbst die SPIEL ansehen will (und ich nicht völlig irre bin) natürlich nicht nonstop, also achtet auf die Ankündigung von Pegasus, zu welchen Zeiten ich garantiert am Stand bin bzw. wann ich eventuell an anderen Pegasus-Events/Panels teilnehme.

Ich freu mich sehr darauf, euch in Essen zu treffen! 

Stern im Kreis Schifffahrt

Sieht man von den BVB-Linienfähren ab, ist das alternative Unternehmen „Stern im Kreis Schifffahrt“ (SiK) der größte (und älteste) Anbieter für Personentransport auf den Berliner Gewässern. Lediglich Riedeltours mit seinen diversen Spaß- und Partybooten kommt an die Flottengröße der SiK einigermaßen nahe, allerdings liegt der Tätigkeitsschwerpunkt von Riedeltours auch 10 Jahre nach der Berliner Einigung noch immer auf Anarchotouristik per Busfahrten durch die „Zone“.  

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis zu den Tagen vor dem Letzten Gesetz zurück: Chaos, Gewalt, Polizeibrutalität und Aufstände hatten schon vor dem endgültigen Zusammenbruch der Stadt die Touristenzahlen massiv einbrechen lassen. Eines der ersten Opfer dieser Entwicklung wurde die altgediente Berliner Stern- und Kreisschiffahrt, die durch den großen laufenden Betriebs- und Wartungsaufwand ihrer Schiffe vom Einbruch der Gästezahlen besonders heftig betroffen war. Eine Zeitlang versuchte man sich durch Verkauf einiger Fahrgastschiffe u.a. in das überflutete Hamburg über Wasser zu halten, das Absaufen des Unternehmens konnte damit aber nur bis 2034 hinausgezögert werden. 

Der Konkurs der Stern- und Kreisschiffahrt beendete die einstmals blühende Schiffstouristik der Stadt. Ein paar der besser erhaltenen Fahrgastschiffe und Fähren wurden durch Privatpersonen oder kleine Touristik-Startups gekauft, die dann mit Ausrufen der Anarchie sang- und klanglos untergingen. Während einige wenige Schiffe durch Schmuggler umgerüstet und weiter genutzt wurden, verrotteten die meisten Legenden der Berliner Personenschifffahrt an irgendwelchen Liegeplätzen oder sie liefen in den von Müll und Autowracks verstopften Kanälen auf Grund.

sternimkreis

Als die Konzerne 2055 die Show übernahmen und die für sie wichtigen Wasserstraßen instand setzten, hatten auch sie keine Verwendung für die veralteten und oft fahruntüchtigen Kähne der alten Stern- und Kreisschiffahrt. Stattdessen setzten sie eigene Boote für Business Events, Caterings und Show-Vorführungen „ihres“ Berlins ein. Die „Wracks“ wurden in die Ostzone geschleppt – die meisten in den Schattenhafen am Urban und den Rummelsburger See –, um sie aus dem Weg zu haben.

Unbeobachtet und vergessen, wurden im Laufe der Zeit immer mehr der alten Schiffe durch Bastler als Hausboot umfunktioniert und wieder fahrtüchtig gemacht. Und als dann Mitte der Sechziger der Berlintourismus wieder zulegte – und das drastisch – taten sich diese freien Bootseigner genossenschaftlich zur Stern im Kreis Schifffahrt zusammen, machten ihre Schiffe wieder fit für den Fahrgastverkehr und hoben die Anker. 

Heute verfügt die SiK über etwa 24 Schiffe, von denen rund die Hälfte aus Altbeständen der Stern- und Kreisschiffahrt besteht, darunter auch das bekannteste Berliner Ausflugsschiff, der über 100 Jahre alte Moby Dick“ (Kapitän und Eigner: Saskia Ahab), sowie das größte Fahrgastchiff auf den Gewässern Berlins, der auf 700 Passagiere ausgelegte, 67 Meter lange Schaufelraddampfer „Havel Queen“ (Kapitän Loretta Inkognitow, Eigner Tizian von Gera).

Das Unternehmen ist in Form einer eingetragenen Genossenschaft (eG) organisiert und somit zu Recht stolz darauf, „fit für das Ende der Berliner Sonderrechte 2086“ zu sein. Chef oder zumindest Sprachrohr der Genossenschaft ist der Zwerg Rackham Longhook, Kapitän der „Spreekorsar“ (die 1896 gebaute „Lichterfelde“). Weitere wichtige SiK-Akteure sind die bekennende Letztfrontistin Anna Kaslow („Die Rote Anna“) mit ihrem Zeppelinwerke Elite Cruiser [#tödlichewogen] „Tinpuk“ und der bullige Ork-Kapitän Marufke von der „Teufelsratte“ (ehem. „Nofretete“).  

Ich würde gerne etwas kommentieren, korrigieren oder klugscheißen, aber es ist alles drin, was man wissen muss. Höchstens noch, dass es keinen Zentralhafen der SiK gibt: Jeder Eigner liegt eben dort vor Anker, wo er will. Plus, dass Reparaturen bei den kleineren Schiffen schwerpunktmäßig im Schattenhafen am Urban und bei den größeren Pötten in der Freiwerft Fienowfurt (südlich des Hebewerks) durchgeführt werden.
Daisy Fix

 

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