Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

[GNB] Rigger-Untergrund gründet RA*ZANNG neu

NEUE ENTWICKLUNGEN IM FALL RAZANG

Der Streit um das Berliner Straßenmagazin RAZANG zieht neue Kreise. Erstmalig äußerte sich auch der Berliner Ratspräsident und Geschäftsführer der PsiAid Niederlassung Berlin Yilmaz Wojenko zu dem Fall: „Ich nehme die Sorgen der Berliner Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Umso bedauerlicher finde ich, dass in der gegenwärtigen Berichterstattung der Medien der Unterton vorherrscht, die gegen RAZANG erwirkte Hausdurchsuchung nebst Vernehmung des maßgeblich verantwortlichen Redakteurs sei auf irgendeine Art als Einschränkung der Bürgerrechte, Zensur oder sogar Vorzeichen einer totalen Medienkontrolle seitens der BERVAG und ihrer Körperschaften zu sehen. Ich empfinde dies umso unerklärlicher, da der hier vorliegende Fall recht eindeutig liegt und das Vorgehen der Judikativen Dienste ebenso wie der beauftragten Sternschutzmannschaften absolut gesetzes- und dienstnormgerecht war.“

Dem Kommentar war eine kritische Meldung des Berliner Medienintendanten und Bereichsleiters der DeMeKo für Berlin Björn Taube vorausgegangen, der den „offenen und unverhohlenen Angriff auf die einzigartige Berliner Pressefreiheit“ in mehreren Formaten des Sendehauses anprangerte bzw. zum Thema machte und somit mindestens mittelbar zu den Protesten des 18. April und 26. April inklusive der damit verbundenen gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Protestierenden des autonomen Spektrums und der SST im Nachgang der RAZANG Razzia beitrug.

Unerwähnt bleibt in den DeMeKo Meldungen zum Fall RAZANG, dass der Medienkonzern sich bereits seit mehreren Wochen in Übernahmegesprächen mit der RAZANG Szenemedien GmbH befindet. Auf diese ungewöhnliche Lücke in der Berichterstattung angesprochen, war Björn Taube auf der eigens durch die DeMeKo einberufenen Pressekonferenz vor dem Berliner Rat am 4. Mai zu keinem Kommentar bereit. Der diesen Artikel verfassende Journalist wurde vom Sicherheitspersonal des Platzes verwiesen.

Während in Berlin der eigentliche Fall im üblichen Crescendo einer medieninszenierten Hysterie untergeht, werden andernorts bereits Konsequenzen gezogen: In einer Sondermeldung kündigte RAZANG vor wenigen Minuten an, das Format des Berliner Szenemagazins zukünftig „noch stärker“ auf die lokale Mode und die neuen, alternativen Lebenswelten der Stadt abzustellen. Offenere und weniger auf dieses Leitthema abstellende Rubriken – darunter auch RA*ZANNG, KA*POW und der beliebte „Aufreger des Tages“ F*UUU – sollen in Zukunft im Umfang reduziert, in getrennten Matrixmodulen separat vermarktet oder gänzlich eingestellt werden. Zeitgleich erklärte RAZANG Chefredakteurin und Herausgeberin Hülya Gülerbasli mit einigem Bedauern, dass 7 der festen sowie 12 auf Freelance-Basis für RAZANG arbeitende Journalisten aus Solidarität mit dem noch immer inhaftierten Peer „Hazmat“ Rugowski die Arbeit mit dem Magazin beendet hätten.

Wie in den verschiedenen Blogs der Hazmat-Solidarischen zu lesen ist, beruht deren Protest gegen RAZANG auf nicht näher ausgeführten „Differenzen in der Handhabung des Falls“.

Ich BIN einer der Ex-Redakteure, und die Differenzen bestehen vor allem darin, dass RAZANG einen Scheiß getan hat, um Hazmat aus der Sache rauszukloppen. Wir werden förmlich zugeschissen mit Sympathiebekundungen der durch DeMeKo(!) Aufgescheuchten – was unser Job sein sollte –  und kriegen nur zu hören, dass wir kein politisches Magazin seien. Als ob die Verhaftung nicht politisch motiviert wäre!
Hamurabi

Ein bisschen Hintergrund für unsere Externen: Hazmat war in früheren Jahren ein recht fähiger Combat Biker, der nebenbei auch einige Runs wenn nicht abgezogen, so mindestens flankiert oder supportet hat. Außerdem steckt er in Lichtenberg in der LiveGen und einem halben Dutzend weiterer Initiativen drin und ist die treibende Stimme im Bezirk gegen einen ebenso teuren wie datenschutzrechtlich bedenklichen Ausbau des ALI/GRID-Systems – und natürlich ist er ein scharfer Gegner der Tangente. Ob das nun wahrhaft der Grund für die Verhaftung war, weiß ich nicht und möchte ich damit auch nicht sagen. Ist nur FYI für euch.
Fianna

Persönliche Theorie: Der Aufkauf von RAZANG durch die DeMeKo ist längst unter Dach und Fach, und die Verhaftung läuft unter Bekanntheits- und Lesergenerierung. Passt jedenfalls hervorragend zur Strategie der DeMeKo, „pro-anarchische“ Medien aufzukaufen, um diese dann „ganz liberal“ weitermachen zu lassen.
Tolstoi

Das ist präzise unser Eindruck, und da machen wir nicht mit. Wohin diese Pseudo-Freiheit führt, sieht man ja an B1L und Nakaira.
Hamurabi

Ebenso ist den Vlogs und Meldungen der Exredakteure zu entnehmen, dass diese sich gemeinsam mit anderen, ungenannten „Content Lieferern“ zu einer freien Medien-Kooperative zusammenschließen werden, die fortan RA*ZANNG und KA*POW als unabhängige Untergrundmagazine publizieren werden. Hierbei soll auf bereits bestehende Server und Datenkerne zurückgegriffen werden, die bereits bisher als Spiegelseiten beider Magazine dienten und damit bereits mehrfach Zensurbestrebungen auch der eigenen Chefredaktion einen Riegel vorschieben konnten.

„Die nächste Ausgabe von RA*ZANNG ist gesichert und wird wie vorgesehen mit einem echten Knüller erscheinen“, so der Beep eines ehemaligen RAZANG Reporters.

So genau muss das laufen: BÄM! Die treten auf 1 Magazin mit leichtanarchischem Inhalt. KÄ-BÄÄÄM! Schon sind 2 neue, echte Sprawlguerilla-Magazine am Start. Eat this!
Khan

Hamurabi, Khan, seid ihr bekifft? Ich meine: Mehr als sonst? RAZANG hatte zuletzt stabil 650K Abrufe pro Ausgabe. Warum? Weil das Thema „Berliner Lifestyle“ viele Leute interessiert und weil RAZANG streckenweise unterhaltsam und für ein Allgemeinpublikum(!) geschrieben war. Und so kamen dann auch eure „wichtigen Anliegen“ in erträglicher Dosierung an die Frau und den Mann. Und nun? Jetzt habt ihr 2 Feeds für Motor- und Knarrenhirne mehr, die von immer denselben vollbewaffneten Lebensversagern geladen werden – geladen, nicht gelesen, denn die klicken nur auf ihr jeweiliges Stück Lieblings-Terch-Pr0n und SCHEISSEN auf den ganzen Rest. Zudem Hamurabis Schreibe echt nicht zu lesen ist. Aber gut: Feiert euch. Alle Macht der ungehörten Wahrheit der 2-Mann-Leser-Elite!
Nakaira

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2 Antworten zu “[GNB] Rigger-Untergrund gründet RA*ZANNG neu

  1. Pingback: RA*ZANNG, oder wie die Anarchos die Welt begreifen « Shadowrun Hannover

  2. Justizopfer Mai 9, 2012 um 15:20

    Hallo und danke aus Hannover für den Pingback. Im Sinne einer gesunden Blogosphäre, dachte ich, das ich mal ein wenig was dazu sagen muss. Ich fühlte mich quasi genötigt.

    Gruß
    Justizopfer

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