Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Stern im Kreis Schifffahrt

Sieht man von den BVB-Linienfähren ab, ist das alternative Unternehmen „Stern im Kreis Schifffahrt“ (SiK) der größte (und älteste) Anbieter für Personentransport auf den Berliner Gewässern. Lediglich Riedeltours mit seinen diversen Spaß- und Partybooten kommt an die Flottengröße der SiK einigermaßen nahe, allerdings liegt der Tätigkeitsschwerpunkt von Riedeltours auch 10 Jahre nach der Berliner Einigung noch immer auf Anarchotouristik per Busfahrten durch die „Zone“.  

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis zu den Tagen vor dem Letzten Gesetz zurück: Chaos, Gewalt, Polizeibrutalität und Aufstände hatten schon vor dem endgültigen Zusammenbruch der Stadt die Touristenzahlen massiv einbrechen lassen. Eines der ersten Opfer dieser Entwicklung wurde die altgediente Berliner Stern- und Kreisschiffahrt, die durch den großen laufenden Betriebs- und Wartungsaufwand ihrer Schiffe vom Einbruch der Gästezahlen besonders heftig betroffen war. Eine Zeitlang versuchte man sich durch Verkauf einiger Fahrgastschiffe u.a. in das überflutete Hamburg über Wasser zu halten, das Absaufen des Unternehmens konnte damit aber nur bis 2034 hinausgezögert werden. 

Der Konkurs der Stern- und Kreisschiffahrt beendete die einstmals blühende Schiffstouristik der Stadt. Ein paar der besser erhaltenen Fahrgastschiffe und Fähren wurden durch Privatpersonen oder kleine Touristik-Startups gekauft, die dann mit Ausrufen der Anarchie sang- und klanglos untergingen. Während einige wenige Schiffe durch Schmuggler umgerüstet und weiter genutzt wurden, verrotteten die meisten Legenden der Berliner Personenschifffahrt an irgendwelchen Liegeplätzen oder sie liefen in den von Müll und Autowracks verstopften Kanälen auf Grund.

sternimkreis

Als die Konzerne 2055 die Show übernahmen und die für sie wichtigen Wasserstraßen instand setzten, hatten auch sie keine Verwendung für die veralteten und oft fahruntüchtigen Kähne der alten Stern- und Kreisschiffahrt. Stattdessen setzten sie eigene Boote für Business Events, Caterings und Show-Vorführungen „ihres“ Berlins ein. Die „Wracks“ wurden in die Ostzone geschleppt – die meisten in den Schattenhafen am Urban und den Rummelsburger See –, um sie aus dem Weg zu haben.

Unbeobachtet und vergessen, wurden im Laufe der Zeit immer mehr der alten Schiffe durch Bastler als Hausboot umfunktioniert und wieder fahrtüchtig gemacht. Und als dann Mitte der Sechziger der Berlintourismus wieder zulegte – und das drastisch – taten sich diese freien Bootseigner genossenschaftlich zur Stern im Kreis Schifffahrt zusammen, machten ihre Schiffe wieder fit für den Fahrgastverkehr und hoben die Anker. 

Heute verfügt die SiK über etwa 24 Schiffe, von denen rund die Hälfte aus Altbeständen der Stern- und Kreisschiffahrt besteht, darunter auch das bekannteste Berliner Ausflugsschiff, der über 100 Jahre alte Moby Dick“ (Kapitän und Eigner: Saskia Ahab), sowie das größte Fahrgastchiff auf den Gewässern Berlins, der auf 700 Passagiere ausgelegte, 67 Meter lange Schaufelraddampfer „Havel Queen“ (Kapitän Loretta Inkognitow, Eigner Tizian von Gera).

Das Unternehmen ist in Form einer eingetragenen Genossenschaft (eG) organisiert und somit zu Recht stolz darauf, „fit für das Ende der Berliner Sonderrechte 2086“ zu sein. Chef oder zumindest Sprachrohr der Genossenschaft ist der Zwerg Rackham Longhook, Kapitän der „Spreekorsar“ (die 1896 gebaute „Lichterfelde“). Weitere wichtige SiK-Akteure sind die bekennende Letztfrontistin Anna Kaslow („Die Rote Anna“) mit ihrem Zeppelinwerke Elite Cruiser [#tödlichewogen] „Tinpuk“ und der bullige Ork-Kapitän Marufke von der „Teufelsratte“ (ehem. „Nofretete“).  

Ich würde gerne etwas kommentieren, korrigieren oder klugscheißen, aber es ist alles drin, was man wissen muss. Höchstens noch, dass es keinen Zentralhafen der SiK gibt: Jeder Eigner liegt eben dort vor Anker, wo er will. Plus, dass Reparaturen bei den kleineren Schiffen schwerpunktmäßig im Schattenhafen am Urban und bei den größeren Pötten in der Freiwerft Fienowfurt (südlich des Hebewerks) durchgeführt werden.
Daisy Fix

 

2 Antworten zu “Stern im Kreis Schifffahrt

  1. Ethern@ut Oktober 12, 2019 um 09:53

    Sehr schön, hier wieder Aktivität in Form von neuen Inhalten zu sehen 🙂 Für Spreepiraten und solche die es werden wollen, sicher interessant. Einzig ein paar der Namen sind mir dann doch zu platt…aber wir wissen ja, mit der VolksSIN wurde so allerhand Schabernack getrieben. ^^

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