Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Anarchopedia

[A] Die Sokaren

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 Mann jetzt REICHT’S mir aber bald. Immer wieder schmiert bei diesem Eintrag das System ab, weil zuviele Leute da rumpfuschen und Skripts reinhauen, um die Redigierungen anderer User zu blocken. Beherrscht euch mal!
 Tolstoi

 Tut mir leid, aber derart offenkundige Scheiße, wie sie einige hier immer wieder reinschreiben wollen, hat in der Anarchopedia NIX verloren.
 Antifa

 Und schwärmerische Wahrheitsverleugnung AUCH nicht!
 Nakaira

 Hey, ich sag nur, wie’s war. Diese Stories von, keine Ahnung, F-Status-Ninjas der blutigen Vergeltung ist doch STUSS, eine klar fabrizierte Gruselstory der Konzernmedien, die auf ne Tatort-Folge aus 2057 zurückgeht. Das File ist in deinem eigenen Archiv, du Quotenhure!
 Antifa

 Erstens bin ich gewiss nicht in diesem Nischenknoten hier, weil ich damit dicke Quote mache, zweitens geht mir der Tatort am Arsch vorbei, drittens ist die Mär von der gesetzlosen Gerechtigkeit und dem wunderbaren Wirken der Berliner F-Justiz ausgemachter Bullshit (und das weißt verdammt gut!) und viertens GAB es diese Sokaren-Ninjas, auch wenn’s nicht „DIE“ Sokaren-Ninjas waren. WENN du mal lesen würdest was ich geschrieben habe!!!
 Nakaira

 Wheee, hier geht’s ja ab …
 Konnopke

 Ich stell jetzt den Defake-Entry wieder her – das winzige Fragment, das die wenigsten Edit-Wars drüberlaufen hatte und somit das darstellt, was belegbar ist – und das Teil SPERRE ich. Ihr könnt dann von mir aus in den Kommentaren weiterbashen, aber der Entry selbst bleibt dann erstmal so, bis jmd. was Substanzielles und Belegbares zuzufügen (nicht zu ersetzen oder zu löschen) hat.
 Tolstoi

[%BEGIN&NOEDIT] Dass es in Berklin zu Zeiten der Anarchie etwas gab, was gemeinhin als „die Sokaren“ bezeichnet wurde, ist unstrittig. Es bestehen aber sehr unterschiedliche Ansichten dazu, was exakt die Sokaren waren, ob sie auch heute noch z.B. in den alternativen Bezirken fortbestehen und falls ja, in welcher Form.

Das erste Mal zu größerer Bekanntheit kam der Begriff der Sokaren in einem im Schattenland ab 2053 kursierenden Datenpuls namens „Deutschland in den Schatten“. Dort heißt es:

„Wer gegen (das Letzte Gesetz) verstößt, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einer seiner Lieblingsfeinde die Gelegenheit nutzen wird und er sich spätestens am nächsten Morgen die Erdleitungen der Matrix aus der Nähe ansehen darf. Ähnlich wird es auch demjenigen ergehen, der die Sokaren missachtet. Die Sokaren wurden nicht von einzelnen Menschen erlassen, sondern werden durch die Handlungsweisen aller Individuen bestimmt, so dass kein zentraler Angriffspunkt besteht, um gegen die Sokaren zu revoltieren. Deshalb werden sie als unabänderliche Naturgesetze akzeptiert, die sich im Laufe der Kulturrevolution herausgebildet haben.“

Dem entgegen sagt das rund zehn Jahre später im Schattenland aufgetauchte Datenpuls-Update „Deutschland in den Schatten II“:

„In dieser Zeit (des Flux) entwickelten sich völlig neue Berufsbilder, wie die der Vermittler und lnformanten. (…) Darüber hinaus gab es dann noch die sogenannten Sokaren, die Tag und Nacht auf den Einhalt des Letzten Gesetzes achteten. Sie töteten gnadenlos jeden, der in Verdacht geraten war, gegen diesen einzigen gebliebenen Leitfaden zu verstoßen. So kam es auch bald zu einer neuen Hexenjagd, doch die Hexen dieser Zeit waren die Anti-Anarchisten. Unterm Strich gab es aber kaum Verstöße gegen das Letzte Gesetz.“

Beiden Files ist vorgeworfen worden, viele unrichtige Informationen zu enthalten – im Falle des älteren DidS1 sogar unbestreitbar abstrusen Unsinn, der offenbar von Spaßanarchisten in den Datenbestand eingefügt wurde. 

Der Gegenstand der Sokaren wird auch in verschiedenen Medien überwiegend aus dem Bereich Propaganda, Infotainment und Sex&Crime aufgegriffen: Immer hungrig nach abstrusen und fremdartig klingenden Konzepten, taucht der Begriff der Sokaren in verschiedenen in F-Berlin handelnden Trids vor allem im Bereich Krimi auf – mal als ungeschriebener Moralkodex, mal in Form eines „Hohen Sokarischen Gerichts“, mal als Policlub oder Terrorgruppe, mal als maskierte Anarchisten-Ninja-Gruppe, die aus den Schatten Gefahren für den Status F rigoros ausschaltet. Selbst eine halbnackte Gegenspielerin von Karl Kombatmage trug den Namen „Sokara“.

Unstrittig ist ebenfalls, dass es im anarchistischen Berlin während und auch nach dem Status F verschiedene Verwendungen des Sokaren-Begriffs gab und gibt. Unklar ist aber, ob diese vor oder erst nach der jeweiligen Medien-Thematisierung entstanden, und welchen Einfluss die jeweilige Verwendung tatsächlich hatte oder gegenwärtig hat.

Es gab also – unbestreitbar – Individuen, die sich spätestens in bzw. ab den Sechzigern in Berlin als Sokaren bezeichneten und versuchten, gestützt auf diesen Titel eine Gefolgschaft aufzubauen und mehrere Anarchogruppen unter sich zu vereinen. Auch hat es im anarchistischen Osten wenigstens fünf, vermutlich eher mehr Vermittler und „Wanderrichter“ gegeben, die ihre Dienste als Sokaren anpriesen, und in den erhaltenen Dateiarchiven der Kreuzberg Bibliothek und der Freien Universität Berlin finden sich mehrere, zum Teil sehr umfassende Versuche, die „ungeschriebenen Gesetze der Sokaren“ in Worten zu erfassen (inklusive einer in der Freien Universität populär gewordenen Theorie, die Sokaren initiell als „Erziehungsversuch“ für die Berliner Anarchisten in Anlehnung an den Sokratischen Eid zu betrachten). Und es gibt auch heute noch Morde, in deren Umfeld Warnungen oder Bekennerschreiben „der Sokaren“ auftauchen – die allerdings keine einheitliche Handschrift oder Vorgehensweise erkennen lassen. [%END&NOEDIT]

 Ehrlich gesagt hab ich selbst an diesem Text noch so einiges auszusetzen, aber gut.
 Antifa

 Ehrlich gesagt ist mir scheißegal, was du oder sonstwer davon hältst. DAS war der Passus, der die wenigsten Korrekturen hatte, also ist das jetzt der Defake. Nu kloppt euch weiter, ich hab tausend andere Baustellen in dieser Scheiße hier …
 Tolstoi

 Der hat ja wieder ne Laune …
 Konnopke

 Don’t ask. Der zofft sich grade mit nem selbsterklärten IE im Schockwellenreiter-Board. Weißt ja, wie sehr er die liebt – und das Lieblingsthema von dem IE sind natürlich Drachen, außerdem deutet der an, irgendwelchen Crap über Tolstoi zu wissen.
 Russenrigger

 Nur ganz kurz zu meinem Verständnis: Der Punkt der Sokaren ist deshalb so heikel, weil es für die einen eine Art supernobles humanitäres Grundgesetz ist, während andere sagen dass die Sokaren so ’ne Art Popart-Fake sind, frapos?
 Mekkazoid

 So ziemlich. Bestritten wird zum einen, ob es überhaupt die Sokaren in irgendeinem Mehr-als-Kiezgröße-relevanten Kontext gab, ehe der Begriff im ersten Trid-Flick auftauchte, und zum anderen, ob es heute noch „echte“ Sokaren im Sinne dieser Berlinbewacher-Ninjas gibt. Fun Fact am Rande: Einige sagen, dass die in ABSURD KURZER REKORDZEIT geschlossene Berliner Einheit auf Seiten der Anarchos nur deshalb zustande kommen konnte, weil die Sokaren selbst interveniert hätten – Vertreter dieser Theorie halten des weiteren Morek Pflügler für einen der Sokaren. Der selbst kommentiert das nicht, zwinkert eher vielsagend, wohl weil er genau weiß, dass je mehr ihn für nen Sokaren und damit für ne Art Hohen Richter Schrägstrich Elitekiller halten, desto weniger gibts Widerstand gegen seine … mutigen Vorstöße im Berliner Recht.
 Roter Oktober

 Pflügler der Elite-Ninja. Ich kack mich weg …
 Konnopke

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[SYS] Schockwellenreiter-Node Reboot

„Wir sind die Schockwellenreiter. Wir sind die Stimmen des neuen Äthers und des alten Netzes. Das ist unser Netzwerk und als solches gibt es einige (wenige) Regeln, die ihr zu akzeptieren habt.“

Die Node der Schockwellenreiter erstrahlt in neuem Licht.

Nach Monaten des Tüftelns über eine denkbare Absicherung der Node in der neuen Matrix wurde nun ein Weg gefunden, „Pretty Good Security“ für alle Nutzer zu erreichen: Möglich ist dies vor allem durch jene Schockwellenreiter, die im Auftrag der BERVAG die Sicherheit und Neutralität des Netzwerk Berlin überwachen.

Die zuletzt aufgetretenen Fehler bei Anmeldung und Registrierung wurden damit gefixt und auch der Novapuls endlich eingebunden.

Auch die Benutzung mit VolksKommlink ist jetzt ohne Hürden möglich.

Hier treffen Runner, Auftraggeber und Helfershelfer aufeinander. Sie tauschen Gerüchte und Informationen untereinander aus. Wer am Puls der Sechsten Welt bleiben möchte, schnell und ohne viel Fragen Antworten sucht, der ist hier richtig.

Schaut rein und überzeugt euch selbst!

http://www.schockwellenreiter.biz/

Wer erstmal nur reinschnuppern möchte, ohne sich gleich einen eigenen Zugang zu machen, kann die Benutzerdaten von Tell nutzen – der braucht sie nicht mehr: 

Benutzer: tell 
Passwort: helvetia 

Aber posten ist damit nicht möglich – Tote Hacker posten nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel.

[A] Host: Q-Mall

Die Kurfürstendamm-Arkaden – Anarchoberlinerisch die Kurfürstenmall, Neuberlinerisch die Q-Mall – sind das größte geschlossene Einkaufsparadies Europas und eines der touristischen Highlights Berlin. Vom Rathenaukreisel mit der Metropolis-Arkologie im Westen bis zum Nollendorfplatz mit dem auffälligen Club Goya im Osten reicht die Mall, die exakt dem Verlauf des Kurfürstendamms folgt und von der Entlastungstrasse (fälschlich auch Westtangente genannt) überdacht wird. Informationen zur Mall finden sich [HIER]

Natürlich verfügt die Mall mit ihren Dutzenden, ja Hunderten unabhängiger Geschäfte, Brand Stores großer Konzerne, Snackbuden und Edelrestaurants, Juwelieren und Fitness Spas über einen eigenen Host, der in Form zahlloser Vorläufer zu den ältesten kommunalen Netzpräsenzen einer Einkaufsstraße weltweit gehört.

  Tatsächlich fingen die eng verschworenen Betreiber der KuDamm-Geschäfte gemeinsam mit ihren Seilschaften zu Berliner Touristikverbänden, Altparteien und Werbemedienanbietern schon kurz nach der deutschen Wiedervereinigung im 20. Jahrhundert(!) an, unter dem Namen „Bluespot“ ein KuDamm-fokussiertes Werbenetzwerk zu bilden. Nach Schaffung der Matrix, zwei Matrix-Crashs und dem letzten Matrix-Update hat der heutige Q-Mall-Host zwar technisch vermeintlich nichts mehr gemein mit dieser Vorgeschichte als 2D Website oder mobiles Infosystem, tatsächlich daddeln aber in vielen der alteingesessenen KuDamm-Geschäfte noch Uraltrechner vor sich hin, die mangels Notwendigkeit nie ausgetauscht wurden, und zahllose Infotexte und Adresseinträge wurden von der älteren in die jeweilige neuere Version des Bluespot/Q-Mall-Hosts einfach rüberkopiert, der Code automatisch bereinigt und der vermeintliche „Trash“ ebenso automatisch in irgendwelche Backupfiles verlegt, so dass der Q-Mall Host für Altdecker, Vintage System Liebhaber und Datenarchäologen nach wie vor eine wahre Fundgrube sind. Von den im Hintergrund raddelnden bzw. oft funktionslos gewordenen, aber noch immer angeschlossenen Disklaufwerken mancher Einzelsysteme merkt man freilich nichts: Alle aktuell noch relevanten Infodaten wurden längst in die Q-Cloud kopiert und dort weiter verarbeitet, und die Generierung der VR läuft auf High End Systemen und kann (und muss) dem internationalen Vergleich z.B. mit der Tourismusbehörde von Neo-Tokio [#sr5-S229] vollkommen standhalten. Dennoch der Tipp: Im Host der Q-Mall lohnt das Durchwühlen der Mülleimer und das Betrachten von Details und kleinsten „Bugs“.
 Tolstoi

In der aktuellen Inkarnation des KuDamm-Hosts können virtuelle Reisende aus aller Welt ebenso wie jeder Ortsansässige das Erlebnis Q-Mall in der gemütlichen Atmosphäre des eigenen Heims erleben. Der Host bildet die Shoppingwelt der Q-Mall im Maßstab 1:1 in FeelReal(TM)-Qualität ab und bietet selbstverständlich ein Allround-Einkaufserlebnis in Echtzeit:

Alle Läden können online besucht, Kleider virtuell anprobiert, jeder Artikel direkt online gekauft und das virtuelle Abbild direkt für jedes kompatible FeelReal(TM)-Netzwerk wie zum Beispiel die Vision Berlin mitgenommen werden. Im Falle, dass neben dem virtuellen auch der tatsächliche Artikel erworben wurde, geht dem Käufer dieser umgehend zu. 

Auch andere bekannte VR-Tourist-Services wie das Erscheinen der Online Persona in der AR der Q-Mall, über die dann auch eine Interaktion mit den Realbesuchern des Kurfürstendamms möglich ist, sind selbstverständlich verfügbar. 

[A] Host: Metropolis

Das Metropolis am Rathenau-Kreisel – besser bekannt als westlicher Endpunkt der just in Q-Mall umbenannten Kurfürstendamm-Arkaden – ist eine Berliner Wohn-, Geschäfts- und Unterhaltungsarkologie im Besitz der DeMeKo. Genaueres zur Arkologie in der „Realen Welt“ findet sich [HIER].

Entsprechend der Designphilosophie der auf die Stummfilmzeit und insbesondere Fritz Langs Meisterwerk „Metropolis“ fokussierten Arkologie treibt die Matrixpräsenz der Anlage alle Anleihen und Bezüge auf Langs, aber auch Riefenstahls schöpferisches Werk auf die Spitze:

Das Auffälligste bei Ankunft im Host der Arkologie ist der sparsame Einsatz von Farbe zugunsten einer überragenden Betonung der Form und Plastizität der Dinge: Die meisten Bereiche der Matrixpräsenz – und alle Personas der Nutzer – sind schwarz-weiß, nur gelegentlich werden rote, goldene oder andersfarbige Akzente gesetzt, die dann umso stärker hervorstechen. Wer als Nutzer diese reservierten Farben nutzen will, muss mindestens exzellente Verbindungen zur DeMeKo haben – Faustregel ist, dass insbesondere rote Kleider und goldene Haut nur den Stars der DeMeKo vorbehalten sind.

Der Host des Metropolis enthält eine vollständige Darstellung aller öffentlich zugänglichen Arkologiebereiche und darüber hinaus zahlreiche Clubs, Ballsääle und virtuelle Filmsets, die in der realen Arkologie nicht vorhanden sind. Speziell der Red Ballroom, eine nach Belieben und verfügbare Geldbörse vergrößerbarer Tanzsaal mit goldenen Leuchtern, schwarzen Säulen und einer schwindelerregenden Deckenhöhe gehört zu den Highlights Berliner Matrixarchitektur.

Darüber hinaus umfasst die Hostarchitektur eine ganz dem Gedenken an Langs Metropolis gewidmete Innen-, Außen- und Unterwelt, die sämtliche Schauplätze des Films inklusive Außenszenen, Doppeldecker-bevölkerten Straßenzügen und Fabrikationsghettos umfasst.

 Das Interessanteste hier ist mit Sicherheit die „Außenstadt“, welche eigentlich nicht betretbar, sondern nur aus den Fenstern der Arkologie und von den diversen virtuellen Zeppelinen und Doppeldeckerflüge aus betrachtbar ist: Wie bei vielen Videospielen, sind die meisten Gebäude und Straßenzüge reine Fassade und nicht betretbar. Es soll aber eine Gruppe Decker geben, die nicht nur einen in die Dark City der Außenstadt führenden Hack gefunden haben, sondern auch eine Möglichkeit, von den Hostadmins unbemerkt (oder toleriert?) einige Gebäude weiter zu gestalten. Als „einigermaßen bestätigt“ gilt dabei die Existenz eines verborgenen Deckertreffpunkts namens „Noir“ irgendwo im Gassengewirr unterhalb des Dampflokdepots, in dem die Sprachfunktion abgeschaltet ist und „gesprochene“ Unterhaltungen stattdessen als schwebende Textscreens im Stummfilm-Design angezeigt werden (wobei andere als der eingeladene Gesprächspartner statt der realen Unterhaltung nur Textscreens realer Stummfilme sehen).  
 Konnopke

Ein weiteres Highlight ist der Tanzclub „Globe“, in denen nur auf Filmstars der Schwarz-Weiß-Film-Zeit gestylte Personas zugelassen sind. Dominierendes Feature des riesigen Clubs ist ein gefühlte 100m durchmessender Globus, der sich auf dem Finger des Großen Diktators dreht und in Echtzeit Krisenherde der Welt mit altertümlichen Flaggen-Pins anzeigt. Auch der Rest des Clubs ist im Design des Charlie Chaplin Films gehalten – trotzdem gilt dieser zum Teil aus falschem historischen Verständnis und Humorresistenz, zum Teil aufgrund des natürlich bemerkbaren Fehlens aller Meta-Rassen als Treffpunkt der Berliner Humanis-Bewegung.

Ein weiteres Highlight sind die zahlreichen in den Host implementierten Virtual Reality Games: So kann man sich als King Kong auf dem Weg zur Spitze des Metropolis von Doppeldeckern beharken lassen oder zusammen mit der ebenso real wie literarisch dicht programmierten KI Philip Marlowe oder Rick Deckard erschreckend intelligent gescriptete Kriminalfälle in den virtuellen Amüsiervierteln – oder, per AR, auch an den realen Orten des Metropolis – lösen.

[SRB] zu den Wahlen 2074

SRB ZU DEN WAHLEN 2074

:::::: Berlin :: 02. Oktober 2074 ::::::::::::::::::::::::::::::::

Zwei große deutsche Wahlen beherrschen in 2074 die Medienfeeds, von denen uns in Berlin natürlich nur eine interessiert: Die kommende Berlin-Wahl zur II. Wahlperiode am kommenden Sonntag, dem 7. Oktober 2074.

Also, dass die zurückliegende Bundestagswahl vom September in Berlin gänzlich egal gewesen wäre, stimmt so ja nun nicht. Klar: Da Berlin nur ein assoziiertes Mitglied der ADL ist, haben die Berliner bei der Bundestagswahl nicht mitgewählt. Dennoch hat man auch hier in Berlin die Bundestagswahl genau verfolgt, wusste man doch, dass die Linnheimer-Regierung aus CVP und LDFP kräftig Einfluss auf die Berliner Einigung nahm. Wie es damit nach den Verschiebungen der Bundestagswahl in Zukunft aussieht, weiß freilich keiner – in jedem Fall aber hat die Bundestagswahl in Berlin das Bewusstsein über die zuvor schon fast vergessenen oder als irrelevante Faselköpfe veralberten „West-Parteien“ neu geschärft. Mag in der ADL die wahre Macht auch im Bundesrat liegen: Im Bundestag geschieht wenn schon nicht die Willensbildung des Volkes, dann mindestens dessen öffentliche Inszenierung.
Konnopke

Dass „die Berliner“ nicht an der Bundestagswahl teilgenommen haben, ist so nicht korrekt: im Schnitt 80% der Einwohner von Berliner Konzernbezirken sind registrierte Staatsbürger der ADL, die ihr Wahlrecht ganz normal von Berlin aus wahrnehmen. Umso mehr überrascht das Ergebnis der Bundeswahl. Mich zumindest.
Fienchen

80%? Das haut niemals hin! In den Berliner Konzernbezirken sind zwei von drei Einwohnern Konzernbürger, und die haben in der ADL bekanntermaßen seit Jahrzehnten schon kein Wahlrecht mehr. Da hat die ADL ausnahmsweise mal gut gearbeitet und wenigstens der direkten Konzernmitbestimmung den Riegel vorgelegt.
Tolstoi

Aber ganz im Gegenteil: dieselbe seinerzeit eingebrachte und theatralisch durchgefochtene Wahlgesetznovellierung der Christlichen Volkspartei enthält einen spät und vor allem auf Betreiben der LDFP angefügten Kompromiss, nämlich die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für Konzernbürger. Diese lässt sich die ADL zwar bezahlen, das hindert aber die großen deutschen Konzernplayer wie S-K, den FBV oder selbst die AGC nicht, ihren Bürgern eine solche doppelte Staatsbürgerschaft zu sponsorn (unterm Strich senkt die Novellierung also vor allem den Stimmanteil von Konzernbürgern nichtdeutscher Großkonzerne, die sich den Luxus eines teuren Massensponsorings der Doppelstaatsbürgerschaft ihrer Bürger nicht leisten möchten oder können). Dass die mit doppelter Staatsbürgerschaft „beschenkten“ Konzernbürger im Vorfeld von Wahlen zugebombt werden mit gefärbter Berichterstattung und Einflussnahme auf ihre politische Entscheidung, braucht nicht extra gesagt zu werden. Mehr Infos zu dem ganzen Thema – inklusive der zweiten Hintertür für ein Wahlrecht der Konzernbürger, das an die neue CEERS-ID gekoppelt ist und vor allem von S-K auf Europaebene durchgeprügelt wird, findest du im Machtspiele Upload.
Fienchen

Natürlich wären Wahlen prinzipiell im Neuen Berlin nicht das Medienereignis, das sie anderswo sind – schließlich haben wir jedes verdammte Jahr eine Berlin-Wahl. Dafür ist die „politische Anteilnahme“ der Bevölkerung Berlins – Wiege der Policlubs! – weitaus größer als anderswo, und die Berliner Sender haben noch aus Autonomiezeiten eine auf Berlinpolitik fokussierte Programmgestaltung, die auch die kommende Wahl wieder wie ein Fußballereignis feiern wird.

Inklusive Public Viewing in der Stampe, Fanschals und Bezirksinsignien, Freibierausschank der Machtgruppen und Bambule ab der ersten Hochrechnung.
Konnopke

Hochrechnung?
Splinter

Meint: Direktausgabe der per Kommlink abgegebenen Stimmen aus den Norm- und Konzern-Bezirken, plus im Laufe der nächsten 6 Stunden bis 6 Tage nachkleckernden Stimmen derjenigen freien Bezirke, die für sich intern festgelegt haben, dass jede abgegebene Stimme geprüft und von Hand gezählt werden muss, oft sogar mehrfach. Das hat für besagte Bezirke den Vorteil, dass man noch wahltaktisch ein bisschen feintunen kann – wenn man unterstellt, dass in den freien Bezirken gemogelt wird, was natürlich ebenso völlig absurd ist, wie dass die Ergebnisse der Konzernbezirke nicht von oben diktiert wären.
Roter Oktober

Für unsere Auswärtigen und Zugereisten hier also 5 Tage vor dem großen Ereignis alles, was es zur Berlin-Wahl zu wissen gibt. Los geht’s!  

Wer die Wahl hat

DIE BERLINER URWAHL 2072. Das neue, geeinte Berlin wählte erstmals vor 2 Jahren, 2072. Während die Wahlen der Bezirksabgeordneten und den Drei Bürgermeistern Berlins im zukünftigen Normalfall jährlich unterteilt in 3 Wahlperioden mit je 3-jähriger Amtszeit erfolgten, war jene die Berliner Einigung begründende Wahl ’72 eine Ur- und Gesamtwahl in allen Bezirken gleichzeitig.

DIE ERSTE REGULÄRE WAHL (WAHLPERIODE I) 2073. Dem entsprechend hatten die Bezirksvertreter der Wahlperiode I – die schon 2073 neu gewählt wurde – eine überaus kurze Amtszeit von nur einem Jahr, und der ebenfalls 2073 erneut zur Wahl stehende Dritte Bürgermeister Koslowski ebenso. Zum Glück für die meisten Abgeordneten (und den eher blassen Koslowski) aber genügte das eine Jahr – das zudem von Übergangswehen vom alten in das neue Berliner System begleitet war – nicht, um zur sofortigen Abwahl der erst im Vorjahr berufenen Vertreter zu führen: Nicht nur blieb der Dritte Bürgermeister mit fast gleichem Wahlergebnis im Amt, unter den 7 Bezirksvertretern der Wahlperiode I gab es gerade mal eine einzige Umbesetzung, indem Alexander Sukrow in Gropiusstadt die kurz davor leider verstorbene und insofern nicht mehr zur Wahl antretende Marissa Wagner ersetzte. Zwei weitere Kandidaten hatten ebenfalls kurz zuvor ihren Rückzug „aus privaten Gründen“ verlautbaren lassen. Einen überraschend heftigen Schuss vor den Bug erhielt indes auch Milena Kilic in Charlottenburg-Wilmersdorf, die nur knapp an der Bezirksvertretung festhalten konnte: An ihr hatte sich der geballte Frust über eine viermonatige Vollsperrung der Entlastungstraverse auf dem Dach der Kurfürstendamm-Mall entladen, die aus baulichen Gründen indes unabdingbar war. 

Bis zur Wahl 2072 übrigens befand sich Berlin quasi im Fluss zwischen einem gesetzgebenden Gremium der wichtigsten Vertreter – unter Moderation und Mediation von Jandorf und Pflügler, unter anderem – hin zu einem „ordentlichen“ und repräsentativen Berliner Rat mit Ratspräsident und Erstem Bürgermeister. Der Übergang war alles andere als einfach, und einzelne, besonders uneinsichtige autonome Vertreter im früheren „Berliner Rat“ mussten mit Gewalt zur Freiräumung ihrer Sitze gezwungen werden. 

Nicht offiziell, natürlich. Aber bestimmte, zuweilen langjährige Vertreter im Berliner Rat – hier gemeint der im ostberliner „Exil“ tagende Phantastenverein, der sich auch 2070 noch immer in Gesamtkontrolle der Stadt fieberte – waren auch mit viel gutem Zureden, Geld und Nutten nicht dazu zu bewegen, ihren Platz und Anspruch aufzugeben. Im Verlauf der Jahre 2070–72 wurden die Stimmen der besonders Uneinsichtigen indes immer leiser, speziell nachdem es vor allem in deren Autos, Badewannen und Agrarkombinatshäckslern zu äußerst tragischen Unfällen und technischem Versagen kam.
Nakaira

DIE KOMMENDE WAHL (WAHLPERIODE II) 2074. Jetzt, 2074, werden die Vertreter der Bezirke der Wahlperiode II gewählt, und zugleich der Zweite Bürgermeister. 2075 wird dann die Wahlperiode III mit der vielbeachteten Wahl des Ersten Bürgermeisters und Ratspräsidenten folgen, und nicht wenige sind der Ansicht, die Wahl am kommenden Sonntag sei eine Art Probewahl auch für das 2072 begründete „System Wojenko“, der bei einer Abwahl Pflüglers seinen wichtigsten Unterstützer und Schlichter zwischen den Fronten verlieren könnte.

Nochmal in kurz, für eilige Leser: Die 21 Berliner Bezirke sind in drei „Wahlperioden“ zu je sieben Bezirken gruppiert. In Wahlperiode I werden die Vertreter der ersten sieben Bezirke plus der Dritte Bürgermeister gewählt, in der Wahlperiode II erneut sieben Bezirksvertreter sowie der Zweite Bürgermeister und in der Wahlperiode III die letzten sieben plus der Erste Bürgermeister. 2072 fand eine Urwahl aller Bezirke statt, 2073 fand die erste reguläre Wahl (I/3. Bürgermeister) statt, 2074 haben wir II/2, 2075 folgt III/1, danach geht es 2076 mit I/3 von vorne los.
Cynic

Der Vollständigkeit halber: Wahlperiode I sind die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (Norm), Gropiusstadt (Frei, Vory-dominiert), Marzahn-Hellersdorf (Frei, Vory-dominiert), Oranienburg (Frei, BGS-dominiert), Reinickendorf (Norm), Aztech-Schönwalde (Konzern, Aztech) und Tegel (Konzern, Z-IC), Wahlperiode II sind Falkensee (Frei, mikroferal), Köpenick (frei, dominiert von Kommunisten, EMC und Shiawase (ja, sowas gibt’s)), Mitte (Konzern, FBV), Pankow (Frei, Altanarchistische Hochburg), Prenzlauer Berg (Konzern, Renraku), Spandau (Norm, mit starkem Aztech- und Psi Aid-Einfluss) und Tempelhof (Konzern, S-K), und Wahlperiode III sind Groß-Siemensstadt (Konzern, AGC), Potsdam (Norm, mit starkem Einfluss von Preußenstiftung und z.T. noch Draco Foundation), Schönefeld (Norm, mit starkem Einfluss von Messerschmitt-Kawasaki), Zehlendorf (Norm, Graue Wölfe gegen Proteus und Evo, das wird spannend), Strausberg-Fredersdorf (Norm), Friedrichshain-Kreuzberg (Frei, unüberschaubarer Wust von Machtgruppen, starker Einfluss der Schiiten) und Lichtenberg (Frei).
Konnopke

Wenn vollständig, dann richtig. Anbei unten der Status Quo der Bezirksvertreter vor der kommenden Wahl, plus der Hinweis, dass im Berliner Rat neben den gewählten Bezirksvertretern auch einige weitere Vertreter sitzen, die zwar „nur“ beraten, das aber durchaus mit Nachdruck: Dies sind aktuell die Vertreterin der Berliner Industrie, Olga Schoel (Messerschmitt-Kawasaki), die Botschafterin der ADL, Dr. Isabelle Jandorf (Preußenstiftung), Oberstleutnant Bettina Lange als Vertreter der Bundeswehr und des ADL-Verteidigungsministeriums, sowie nicht zuletzt die Vertrerin des Bundesamtes für Hermetik und Hexerei Dr. mag. Marlon Zienterra.
Tolstoi

Niemand mag Klugscheißer.
Nakaira

Das sagt die Richtige.
Cynic

Wie immer.
Nakaira

Im extremen Fall – den niemand wirklich erwartet – könnte sich sogar das politische Schicksal von Berlins Erstem Bürgermeister Yilmaz Wojenko am kommenden Sonntag entscheiden: Dann nämlich, wenn Wojenko als Bezirksvertreter des Norm-Bezirkes Spandau trotz Deckung von Psi-Aid und Schützenhilfe von Aztechnology nicht wiedergewählt wird.

In diesem Fall bliebe Wojenko zwar bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters 2075 im Amt, könnte aber für den Rest seiner Amtszeit im Berliner Rat nicht mehr für seinen Bezirk stimmen und 2075 selbst dann nicht erneut zur Wahl des Bürgermeisters antreten, wenn 100% der Berliner ihn gerne im Amt behalten würden (was natürlich absurd ist – Wojenkos aktuelle Zustimmung in der Gesamtberliner Bevölkerung bewegt sich den unterschiedlichen Meinungsforschungsinstituten, Politagenturen und Vote Forecasts zwischen 35% (Sender Freies Berlin, Linksalternativ) und höchstens 56% (Spandauer Volksblatt, Eigner: Aztechnology)).

Aber gehen wir die Kandidaten und ihre aussichtsreichsten Herausforderer im Einzelnen durch:

Falkensee

Wie GNB bereits vor einiger Zeit [HIER] feststellte, gehört Falkensees Bezirksvertreter Steffen Atzold zu den wenigen, die am Sonntag um ihr Mandat bangen müssen:

Falkensee ist bankrott, und Lichtblicke am Ende des Tunnels gibt es keine. Unter diesen Vorbedingungen hätte nicht einmal ein engagierter und fähiger Politiker etwas zum Besseren wenden können. Und Atzold war kein engagierter und fähiger Politiker. Stattdessen gilt der glatzköpfige Endvierziger und Langzeitarbeitslose als korrupt bis ins Mark und so schmerzfrei, was seine öffentliche Wahrnehmung angeht, dass er sich nicht einmal die Mühe macht, seine Abgreifmentalität zu kaschieren.

Stattdessen hat Atzold die zwei Jahre seiner verkürzten Amtszeit bestmöglich dazu genutzt, maximalen Profit zu erzielen: Hier ein eilig durchgewunkenes Bauvorhaben, dort eine Zulassung für einen neuen Müllplatz, hier ein vollmündig als zukunftsweisendes Infrastrukturpaket geschöntes Bauprojekt für seit Neuestem mit ihm befreundete Unternehmer und dort Fördergelder für einige der von Atzold protektionierten Kampfsport- und KampfHUNDvereine – das sind die ruhmlosen Endergebnisse seines Wirkens.

Paradoxer Weise steigen Atzolds Popularitätswerte im Bezirk, je unverblümter und frecher er auftritt: Je mehr die Medien sich im Hinblick auf die bevorstehende Wahl gegen diesen „Berliner Schandfleck“ in Stellung bringen – womit abwechselnd mal Atzold und mal das zunehmend mikroferale Präkariatsghetto Falkensee gemeint ist – desto mehr stellen sich die desillusionierten und vom Berliner Aufschwung ausgegrenzten Falkenseer hinter „ihren Mann Atzold“.

Atzolds aussichtsreichster Herausforderer im Bezirk ist Dönerspießproduzent Aslan Özdemir, der erst in diesem Jahr eine große Fabrik für Mischfleisch- und Sojaspieße mit 400 Arbeitsplätzen in Falkensee eröffnete. Özdemir ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Spross eines alteingesessenen Berliner Dönerimperiums, das mit einigen Blessuren die Dönerkriege in den Sechzigern überlebte, ohne – soweit man weiß – in das Produktions- und Vertriebsnetz der Grauen Wölfe integriert zu werden. Die gewalttätigen Konflikte seiner Kindheit und Jugend sind an dem heute 52-jährigen keineswegs spurlos vorbeigegangen, und mit einigem Stolz umgibt sich der „Döner-Löwe“ Aslan mit martialischen Bodyguards und gepanzerten Geländefahrzeugen, soll sogar mehrere Söldner aus zerfallenen Armeen des Nahen Osten unter Vertrag haben.

Seinem Auftreten und Don-haften Gebaren zum Trotz hat Aslan Özdemir alles andere als Sympathien zum organisierten Verbrechen und weist Vorwürfe, er selbst sei das Oberhaupt einer verbrecherischen Drücker- und Schutzgeld-Clique, weit von sich: Der vierfache Familienvater und gläubige Muslim macht sich vielmehr dafür stark, Berlin vom „Krebsgeschwür der Wölfe, Vory und anderen Banden“ zu befreien, und bietet als Alternative zu Perspektivlosigkeit und hohlem Protest „Bescheidenheit und ehrliche, harte Arbeit“.

Laut Ansicht der Berliner Wettbüros, wo man traditionell auf den Ausgang von Berliner Wahlen und anderen Abstimmungen und Verhandlungen in den Kiezen der Spreemetropole wetten kann, wird es Özdemir mehr als Atzold gelingen, seine Anhänger zur Abgabe einer gültigen Stimme bei der Wahl zu bewegen.

Offen bleibt der Ausgang nicht zuletzt wegen Friederike Kuhnert von der neu gegründeten USPD Falkensee, einem der ersten Vorstöße der gesamtdeutschen Partei auf Berliner Boden. Die Sozialkundelehrerin und Pastorentochter Kuhnert macht sich für staatliche Hilfen Deutschlands für Berlin und Berlins für Falkensee stark, setzt auf stärkere Beteiligung der Reichen und Superreichen – Bürgern wie Unternehmen – an der Behebung von Armut und Missständen in Deutschland und umgibt sich mit dem Nimbus, über die große linke Volkspartei USPD „Hilfe von außen“ für Falkensee mobilisieren zu können.

In den letzten Umfragen liegt Kuhnert deutlich hinter Özdemir zurück, könnte diesem aber just genug Stimmen stehlen, um Atzold im Amt zu halten. Verlierer wären in diesem Fall in jedem Fall die Falkenseer, denn es gilt als ausgeschlossen, dass BERVAG oder Berliner Rat unnötig Hilfsgelder nach Falkensee pumpen werden, die dann in den Taschen von Atzold und seinen Freunden versickern.

Köpenick

“Der Kampf gegen das globalisierte Konzernkapital ist schon ohne Personaldebatte schwer zu gewinnen”, sagte bereits im April der exilrussische kommunistische Schriftsteller und Rabeja-Vertraute Tichonow: “Die Kandidaten, auf die sich die Policlub- und Parteispitze 2070 geeinigt haben, sind für die kommenden 10 Jahre gesetzt, und möglicher Weise länger”.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Lena Rabeja schon jetzt als bleibende Köpenicker Bezirksvertreterin nach der Wahl gehandelt wird. Gegenteilige Einflussnahmen könnten im stammkommunistischen Köpenick allenfalls von Seiten der dort aktiven Großkonzerne EMC und Shiawase kommen, EMC aber scheint kein aktives Interesse an der Gestaltung der Bezirkspolitik zu haben, und seit Rabeja mehrere Charity-Einladungen und Orts-Einweihungen von Shiawase mit ihrem Besuch beehrte, sind frühere Gerüchte einer Beziehung zwischen der Kommunistin und dem Urkapitalisten praktisch offiziell bestätigt worden.

Dass es darob keinen Aufschrei der Empörung in der Köpenicker Kommunistenszene gibt, scheint indirekt durch die Vorfälle in Dubai und die seitdem anhaltende Serie von Vorfällen, Rückrufaktionen, Lieferungsengpässen und anderen Folgen von Schattenläufen und Sabotage im Hause Saeder-Krupp begründet: Während der Konzern des goldenen Drachens in seinen Betriebsabläufen ganz eindeutig gestört und abgelenkt ist – sei es durch tatsächliche Übergriffe der Drachin Hestaby und deren Getreuen, sei es durch die wachsende Anti-Drachen-Stimmung im Land, sei es durch Feindkonzerne, welche die aktuelle Schwäche als Chance wittern und ein wahres Sperrfeuer schwarzer Operationen gegen den weltgrößten Konzern entfesseln – gilt der „good citizen“ Shiawase als möglicher Partner, Berlin aus dem Griff von Goldschuppe zu befreien.

Während Shiawase wie EMC peinlich darauf bedacht sind, in Köpenick politisch unsichtbar zu bleiben („Wir produzieren hier nur, schaffen Arbeitsplätze und fördern Schulen, Altersheime und andere wohltätige Einrichtungen, bitte weitergehen“), sind die einzigen Gegner Lena Rabejas denn konsequenter Weise radikale Kommunisten, die sich an die von Tichonow genannte Vorgabe der „Policlub- und Parteispitze“ nicht gebunden fühlen – sprich: selbst eine Benennung als Vertreter der Bewegung anstreben.

Zu diesen gehören der gebürtige Warschauer Andrzej Slupinski – aus Sicht der Köpenicker Kommunisten ein ewiger Querulant und leider genialer Querdenker, dessen ewigen Kritteleien durchaus gute Ideen entspringen und der sich darob einiger Anerkennung erfreut – sowie die gealterte Professorin für Politikwissenschaft und Geschichte an der früheren Berliner Universität Isabelle Vesely-Barchmann, bei der die Hälfte der kommunistischen Intelligenzija Berlins ihr politisches Basiswissen gewonnen hat.

Während Slupinski sich offen zur Wahl als Gegenkandidat angeboten hat, bescheidet sich Vesely-Barchmann bislang darauf, „die mahnende Stimme des kommunistischen Gewissens“ zu sein, das selbst dann nicht „den Pakt mit dem kapitalistischen Teufel“ eingehen dürfe, wenn dies kurz- bis mittelfristig vorteilhaft für die Erlangung der Ziele sei. Ob sie am Wahltag doch auf der Liste der Kandidaten auftaucht, ist gegenwärtig noch immer offen.

Nicht unerwähnt bleiben soll zudem Clemens Streußner, seines Zeichens „politisch unabhängiger“ Köpenicker Unternehmer und Betreiber einer der vielen Berliner Kleinbanken, die in den Jahren der Anarchie das Wirtschaftsleben der Stadt künstlich beatmet haben. Der wirtschaftsliberale Gegner des Kommunismus lebt auf einer Hausyacht mit sensationell ausgebauter Sensoren-, Sende- und Computerzentrale und gilt als einer der wichtigsten Infobroker und Strippenzieher der alternativen Berliner Wirtschaft.

Seine Aussicht auf Erfolg ist schwierig einzuschätzen: Einerseits sind die Köpenicker Kommunisten von allen Machtgruppen die eindeutig stärksten, andererseits ist zu erwarten, dass die anderen Splittergruppen ihre Wähler dazu anhalten, Streußner als „Kandidaten gegen die Kommunisten“ zu unterstützen.

Mitte

Nach zwei durchaus spannenden Alternativen Bezirken winkt in Mitte das genaue Gegenteil: Trotz zuletzt wachsender Kritik an seiner offenen Zurschaustellung von Sympathie für die rechtsextreme PNE wurde Dr. Alexander Schmidt erwartungsgemäß wieder als Kandidat vom FBV aufgestellt, und damit ist die Wahl eigentlich ausgemacht.

Für eine Überraschung kann allenfalls noch ein hohes Ergebnis von 15% oder mehr für Dr. Paul Zöller vom Berliner Bankenverein sorgen, dem vehementesten Kritiker an Schmidts braunem Flirt: Eine Krähe hackt der anderen zwar kein Auge aus, aber eine deutliche Stimme für Zöller würde von den auf Ansehen und Seriösität gebügelten Berliner Bankkreisen als wichtiges Signal gegen FBV-Mann Schmidt verstanden werden.

Tatsächlich findet sich bei einigen Berliner Buchmachern die Wettoption, auf einen Rücktritt Schmidts infolge eines hohen Ergebnisses für Zöller zu setzen, womit jener dann – trotz „verlorener“ Wahl – der neue Bezirksvertreter von Berlin-Mitte wäre.

Realistisch ist diese Option freilich nicht besonders: Zöller ist Berliner Vorstand der europäischen Vorzeigebank Hildebrandt-Kleinfort-Bernal, deren Eindringen in den Berliner Wirtschaftsraum den FBV auch ohne weitere Vorfälle zur Weißglut treibt.

Dennoch: Das Pokern um den Bankplatz Berlin – DAS Projekt des Berliner und auch NEEC-Großkapitals und zentraler Baustein für Berlins Zukunft als Wirtschaftsort und Drehscheibe – hat seit der Berliner Einigung eine neue Qualität erreicht, und die Schatten der Stadt schwemmen förmlich auf von kleinen und großen, oftmals zusammenhanglos wirkenden Jobs, durch welche die konkurrierenden Großbanken sich in Position für ihre zukünftige Rolle und Stellung im Berliner Bankrenspiel bringen.

Pankow

Die Wahl wird in Pankow wohl schnell entschieden, aber zuallerletzt fertig ausgezählt sein: Der Bezirk mit den rigorosesten internen Bestimmungen gegen Wahlmanipulation und Abstimmungsbetrug führt exakt zwei Kandidaten auf der Liste: den amtierenden Bezirksvertreter Wladimir Igorewitsch Bronstein und dessen Schwiegersohn Wanja Besúchow, dem die Rolle als Feigenblatt von Opposition zugedacht ist.

Prenzlauer Berg

Renraku hat mittlerweile per Presseerklärung bekanntgegeben, dass Takeshi Ozu zum kommenden Sonntag die äußeren Vertretungspflichten der Bezirksverwaltung gegenüber dem Berliner Rat übernehmen wird. Diese klare Absage an die sonst von den Berliner Konzernen betriebene Scharade angeblicher Wahlen kann als Brüskierung verstanden werden, wird allerdings von Renraku förmlich weggelächelt: Ichiro Koizumi stehe „infolge seiner privaten Entscheidung dazu“ nicht länger als Vertreter zur Verfügung, daher sei Ozu nicht nur die natürliche, sondern die tatsächlich einzig sinnvolle Wahl.

Spandau

Alle Augen ruhen bei der kommenden Wahl einerseits auf der Wahl des Dritten Bürgermeisters und andererseits auf dem Ergebnis des amtierenden Ersten Bürgermeisters Yilmaz Wojenko in seinem eigenen Bezirk, Spandau. Trotz kräftigen Schönschreibens der kaum messbaren Verbesserungen der Spandauer Situation seitens des Aztech-eigenen Propaganda-Newsfeeds „Spandauer Volksblatt“ ist Wojenko in seinem eigenen Bezirk durchaus nicht unumstritten:

Zu viel Repräsentanz, zu viel Schischi, zu viel Agieren außerhalb Spandaus, zu wenig Bearbeitung der dringenden Aufgaben im Bezirk – das sind die zentralen Vorwürfe, die man Wojenko zu Recht oder Unrecht macht. Umgekehrt sind selbst die Spandauer aber mit Wojenko in seiner Eigenschaft als Erstem Bürgermeister recht zufrieden – auch deshalb, da man weiß, dass man bei einem Ersten Bürgermeister aus einem anderen Bezirk möglicher Weise gar keine Rolle mehr spielen würde.

Hilfe aber braucht Spandau – und hier sowohl die desolate Mitte und kaputtgebaute, von Wolkenkratzergerüsten überragte Altstadt des Bezirkes, als auch das heruntergekommene Arbeiterviertel Gatow und die Betonwüste Staaken, die fließend in das Elend von Falkensee übergeht. Aztechnology hat sich mit Aztech-Schönwalde das „Sahnestück“ aus „ihrem“ Bezirk herausgeschnitten – der Rest des Bezirks war schon vor der Berliner Einigung aufgegeben worden, als klar wurde, dass der Traum von Berlin als glitzernde Konzernstadt nicht zu halten war.

Kein Wunder eigentlich, dass Wojenko wenig Lust hat, im schäbigen Rathaus Spandau umgeben von halbfertigen Hochhausruinen zu arbeiten, wo er praktisch nonstop zu wichtigen Anlässen in die feinsten Lokalitäten Berlins geladen wird – wenn er denn in Berlin ist, denn seine Position als wichtigster Repräsentant der Spreestadt führt ihn immer wieder fort, nach Hannover, nach Essen, nach Brüssel, London, Paris, auch Übersee (gerade erst kommt Wojenko von einer Asien-Reise aus Tokio zurück, zu der Berlin bereits seit 1994 eine Städtepartnerschaft unterhält).

Als Alternativen zu Wojenko bietet sich neben einigen allerdings chancenlosen Krawallmachern aus den autonomen Nachbarschaften wie der Lynarstraße und Eiswerder vor allem die Geschäftsfrau und „Ex“-Hackerin Doris „Yori“ Floricic an, deren 2069 neu gegründete „masterControl Agentur für Netzüberwachung“ nach erfolgreichem BERVAG-Pitch zu den erfolgreichsten Berliner Privatunternehmen zählt: Für verhältnismäßig wenig Geld übernahm Floricic den unvollendeten „Obelisken“, einen Spitzdachbüroturm am Havelufer auf Höhe der Spandauer Altstadt, der in seinem schäbigen Äußeren ein noch von Aztech eingebautes, hochmodernes Lichtfasernetz für die zukünftige Havelmetropole Spandau beherbergte – inklusive im Boden versenktem Rohbau zur Unterbringung eines Datentresors und einer Serverfarm. Ausgestattet mit ihren Fähigkeiten, neuer Tech und wenig Nachweisen, woher ihr Geld für all das kommt, ergatterte die international bestens vernetzte Yori den Job, die Berliner Matrix im Zuge des global beobachtbaren „Netzüberwachungswahns“ durch permanente Security Scans „sicherer“ zu machen.

Als Selfmade-Frau mit just der richtigen Mischung aus Rebellion und Profitsinn stehen Floricics Chancen gar nicht schlecht, es in Berlin weit zu bringen – ob allerdings schon bei dieser Wahl, muss bezweifelt werden: Die Unternehmen fürchten, sie könnte eine Hackerin sein, die in Berlin den größten Heist aller Zeiten plant. Die Anarchos fürchten, Yoris Insiderwissen über die Methoden, Denkweisen und auch Netzwerke der Hacker könnten dazu führen, dass Berlins Matrixnetz tatsächlich effizient gesichert wird – kein angenehmer Gedanke.

Tempelhof

An Dr. Franziska Landolts Wiederberufung zum Bezirksvertreter gibt es nicht den geringsten Zweifel – Saeder-Krupp führt auch keinen Alternativkandidaten an, sondern weist stattdessen aus, eine „interne Arbeitsgruppe“ habe sich „nach intensiven Audits, Rücksprachen und runden Tischen mit allen Konzernbürgern“ darauf verständigt, Landolt „ohne Vorbehalt“ das Vertrauen auszusprechen, ihre „exzellente Arbeit“ „gerade in schwierigen Zeiten“ fortzuführen.

Tatsächlich scheint S-K so interessiert daran, Landolt lebendig im Amt zu halten, dass deren bereits hohe Sicherheit nochmal massiv aufgestockt wurde: Man möchte Attentätern, Saboteuren und Runnern eindeutig keine Gelegenheit bieten, diesen Aspekt der S-K Geschäfte Berlins zu stören, Hestaby und Drachenhass hin oder her. 

Bei ihren wesentlich spärlicher gewordenen Auftritten seit Ausbruch des „Drachenkrieges“ wurde Landolt von 6 S-K Wachen in Vollrüstung sowie mindestens 2 hochrangigen Konzernmagiern flankiert. „Gut unterrichtete Schattenkreise“ wollen zudem wissen, dass S-Ks Frau im Rat auch durch Tarnungen, kybernetisch verlinkte Doppelgänger, Unsichtbarkeitszauber und Ähnliches geschützt werde. 

Der Zweite Bürgermeister

Morek Pflügler hat bedingt durch sein unglückliches Einschreiten beim „Kiezpolizei-Skandal“ im alternativen Berlin dort massiv Zustimmung verloren, auf Konzernseite und bei der gemäßigten Mitte aber erneut Anerkennung gewonnen.

Weder Ersteres noch Letzteres hilft ihm in seinem Heimatbezirk Lichtenberg, aber dieser gehört nicht zur Wahlperiode II, insofern ist dies für den Moment und trotz allem medieninszenierten Geunke um eine mögliche „Abwahl“ des Mitschöpfers der Berliner Einheit völlig egal:

Der Zweite Bürgermeister wird berlinweit gewählt, quer durch alle Schichten, Parteien, Fraktionen und Gruppen, und es gibt wenig Personen, die im Schnitt all der unterschiedlichen Berliner Kreise und sozialen Schichten so viel Unterstützung (und Bekanntheit) haben wie der umtriebige Pfarrer, Schlichter und frühere Ausdeuter der Berliner Sokaren.

So versuchen denn die Gegenkandidaten Pflüglers sich mehr oder weniger erfolglos über Wahlkampfthemen wie die vieldiskutierte „Naziarchitektur„-Debatte oder das ewige Thema „Horizontaltangente“ zu profilieren – unterm Strich wird es ihnen wenig nützen. 

Zwar lag S-K Frau Landolt eine ganze Weile weit vorne bei den Buchmachern, indessen hat sie vor dem Eindruck wachsender Spannungen und Vorbehalte gegen den S-K Präsidenten einer spekulativen Kandidatur längst öffentliche Absage erteilt.

Somit rückt in der Tabelle schon die Nummer 3 nach, noch im Juni gehandelt mit Erfolgsaussichten von 1 zu 700, inzwischen auf 1 zu 2.600 abgerutscht: Allenfalls Milena Kilic traute man es noch zu, einige Anerkennungspunkte gegen Pflügler zu erzielen – bis die erneute Entlastungsstraßensperrung als Sommerlochthema 2074 auch diese Hoffnung zerschlug. 

Spannend bleibt der öffentlich geführte Streit um die Themen Berliner Mega-Bauwerke und Tangente trotzdem:

Beide Themen haben den Punkt gemein, dass die alternativen Vertreter gerne Verträge und Beschlüsse nochmal neu diskutieren und beschließen möchten, welche die Konzernregierung vor der Berliner Einigung gefällt/in Auftrag gegeben hat.

Kerngegenargument der Konzerne dabei ist, dass deren „legitimer Berliner Rat“ (und die BERVAG, damals in anderer Rechtsform) gültige und bindende Verträge geschlossen hat und eine Änderung/Auflösung erhebliche Konventionalstrafen und Mehrkosten nach sich ziehen würde, die dann ganz Berlin zu tragen hätte.

Gegenargument der Alternativen ist, dass die Verträge durch die Konzerne geschlossen wurden und dem entsprechend auch nur durch diese zu bezahlen wären.

Das abendliche Unterhaltungsprogramm ist also bis Sonntag garantiert. 

Viel Text, wenig Kommentare – habt ihr Biofeedback-Überladung?
Corpshark

Nein, nur Lags ohne Ende, und ich hab grade drei Verteilerknoten durch Überlastung verloren. Im Vorfeld der Wahl ist der Traffic in der Kabelmatrix im tiefroten Bereich – da kackt unser System schonmal ab. Gib mir 10 oder 20 Stunden zum werkeln, dann laden die Kommentare und hoffentlich auch die bereits eingefügten Errata nach.
Tolstoi

<<< PING LOST >>>

 

SRH gestartet!

Nachdem auch die letzten unserer Scans keinerlei für Hacker relevante Malware finden konnten, ist es uns ein besonderes Vergnügen auch hier den Start von SRH zu vermelden, dem neuen Schatten-Hub kooperativ agierender Zuträger, Gerüchteverbreiter, Matrixpiraten und Frontkämpfer wider die konzernerische Vollverblödung mit strengem Blick auf die deutschen Ersatzhauptstadt Hannover.

SHADOWRUNHANNOVER

News in eigener Sache, was, Tolstoi?
Khan

Hey, SRH und SRB sind eine technische Kooperative, keine inhaltliche. Was weiß ich schon über Hannover? Ich scan die Artikel nicht, ich stehe auch nicht für deren Wahrheitsgehalt ein – und umgekehrt halten es die SRH-Skripter nicht anders.
Tolstoi

In jedem Fall gut, endlich ein genaueres Auge auf Little H zu haben. Die Scheiße, die dort passiert, betrifft uns schließlich früher oder später auch, und bei nur 1,5 Stunden Entfernung via Autobahn sind Run-Offerten im Dunstkreis von Politgemauschel allemal interessant, egal ob sie in B oder H offen sind.
Fienchen

BH. Hihi.
Rummske

Hoi, Ommske, auf Maul?
Fienchen

 

[A] METAHUMANA

Das Jahr geht dem Ende zu, der Krieg in Südamerika brodelt eifrig weiter, in Berlin kündigt sich für Weihnachten eine größere Anti-Drachen-Demo an (politisch korrekt als „Pro Menschenrechte“ Demo angesagt). Zeit, sich mal der guten Anarchopedia zu widmen und über etwas ganz anderes zu schreiben. Oder?
Tolstoi

Die Kaufhauskette METAHUMANA entstand bald nach Ausrufung des Status F in Berlin als Zusammenschluss der vormals unabhängigen HUMANA Second Hand Bekleidungsgeschäfte, dem Elektrokaufhaus TILO STÖR, den Berliner Elektroketten PILASKI und INNOVA sowie den quasi über Nacht im Stich gelassenen Berliner Filialen von KAUFHOF. Weitgehend entweder von den Besitzern leergeräumt oder aber geplündert und zum Teil in Brand gesetzt, sahen sich alle der damaligen Gründer dem Ruin gegenüber. Statt aber wie die meisten größeren Händler den Raum Berlin zu verlassen, fanden sich hier engagierte, meist Urberliner Einzelhändler und Filialleiter zusammen, um sich in einer anfangs namenslosen „Handelskooperative“ für die gemeinsame Fortführung der Geschäfte einzusetzen.

Zwangsweise zurechtgeschrumpft auf anfangs nur 8 Standorte in Berlin – allesamt weitgehend von Plünderung verschonte Second Hand Läden der HUMANA Kette – richteten die Händler ihr Geschäft konsequent auf die sich rasant ändernden Handelsregeln und Bedürfnisse in Berlin ein: Im Fokus des Geschäftes standen von Beginn an Nachbarschaftlichkeit, Tauschgeschäfte und Hilfe zur Selbsthilfe. Zum geänderten Geschäftsmodell der „Dritte-Hand-Kaufhäuser“ gehörten früh auch hauseigene Abteilungen zur Ausbesserung und Reparatur defekter Ware von der eigenen Schneiderei bis zu Polsterservice, Küchenmontage und Elektroreparatur sowie ein eigener „Beschaffungsdienst, der gezielt auf die Suche nach rarer werdenden Ersatzteilen und neuer Ware in aufgegebenen Gebäuden oder am Straßenrand ging.

Aus den zusammenspielenden Gewerken rund um die Handelshäuser entstand zügiger als in anderen Bereichen der Stadt ein effektiver Warenkreislauf, so dass die Kooperative – bald unter dem Namen HUMANA, dann nach aufkommenden Diskussionen um eine mögliche Diskriminierung von Metarassen in METAHUMANA umbenannt – innerhalb des Status F zum führenden Berliner Handelskonzern aufstieg – ein Rang, den der Konzern in den Jahren nach der Konzernübernahme außer in reinen Konzernbezirken aufrechterhalten konnte.

2072 unter der neuen Berliner Verfassung in Form einer gesamtschuldnerischen Kreditgenossenschaft legitimiert und somit samt aller „Warenbestände unklarer Besitzdokumentation“ per Generalamnestie legalisiert, bestimmen die meist älteren und baufälligen oder schon aus Stückwerk zusammengezimmerten, an schmucklose Kartons erinnernden METAHUMANA Kaufhäuser den Look zahlloser Einkaufsstraßen speziell im Osten der Stadt.

Zur gezielteren Bearbeitung des „Neuen Westens“ wurde erst in diesem Jahr (2073) die Kette PROHUMANA gegründet, deren Geschäfte meist kleine, im Shabby Chic gehaltene „Fachgeschäfte“ für den „Nouveau Bohème“ der alternativ angehauchten Konzernberliner sind.

Gute Zusammenfassung, wenngleich mir die Plünderzeit … sorry … GRÜNDERzeit der Kette ein bisschen kurz kommt – samt all den Nebenaspekten wie etwa den Banden um Durek Brehmer, die mehr als ein Haus erst zur Ruine GEMACHT haben, ehe sie „nicht länger vom Besitzer benötigte“ Einbauküchen, Geräte, Kleider, Schuhe etc. „gebprgen“ haben.
Russenrigger

Mir kommt METAHUMANA und speziell PROHUMANA heute etwas zu geleckt daher. Früher – also nach der Gründerzeit jetzt, so halt die letzten Jahre lang – war META einfach nur der schäbige Basar im Kaufhauslook, in dem du Tech und Mode der letzten 10 Jahre wirklich fachlich gut geflickt und geprüft für sehr okayes Geld kaufen oder – nach 2068 ne Seltenheit – auch weiterhin geldlos tauschen konntest. Seit der „Legalisierung“ haben die sich ne Werbeagentur gekrallt und strotzen jetzt von Fair Trade-, Biofaser- und anderem Weltverbesserungsrotz, während hintenrum im wesentlichen eine Ausgründung der auf „echte“ Menschen zugeschnittenen PROHUMANA zu Lasten der für Assis und Metas gedachten METAHUMANA Kette stattfindet.
Fienchen

Gerüchte wollen wissen, dass die PRO/METAHUMANA-Besitzer von mehreren Kaufinteressenten auf Konzernseite belagert und einige wohl auch erpresst werden. 6 der insgesamt 16 Besitzer haben in den letzten 2 Jahren den Hut genommen bzw. sich ausbezahlen lassen, und es ist ein ziemlich offenes Geheimnis das Hauptgeschäftsführerin Friedericke Stör gerne an Aztech verkaufen würde – und dass sie mit diesem Wunsch bisher ziemlich alleine dasteht. Biz, anyone?
Tolstoi

[A] Stattkrieg

Da der 1. Mai ja grade wieder mal vorbei ist, uppe ich den alten Anarchopedia-Eintrag zum Stattkrieg mal und lade euch dazu ein, ihn zu aktualisieren. Scheint mir nämlich inzwischen definitiv kein singuläres Phänomen oder ein Nanotrend zu sein…
Tolstoi

Stattkrieg ist eine durch keinen offiziellen Sportverband organisierte, jedoch an das klassische Stadtkrieg entfernt angelehnte Betätigung von Spaßguerillas und/oder Straßen- bzw. Gangklasse-Stadtkrieg-Spielern auf der verzweifelten Suche nach Sponsoren für ihr Team (bzw. eine „Entdeckung“ und Aufnahme in ein etabliertes höherklassiges Team).

Erstmals am 1. Mai 2064 unter diesem Namen und Inhalt nachweisbar, findet Stattkrieg stets inmitten einer großen und soweit möglich medial wirksamen Massendemonstration mit starker Polizeipräsenz und zu erwartenden Ausschreitungen statt. Ziel des „Spiels“ ist es, einen runden, analog den Stadtkrieg-Regeln auffällig als Spielball gestalteten Brand- oder Sprengsatz durch die Polizeireihen und in die „Endzone“ des „Klassengegners“ zu bringen, z.B. zu dessen Kommandofahrzeug. 

Neben dieser blutig-terroristischen Ursprungsform aus der autonomen F-Szene der Stadt hat sich eine zweite Spielweise etabliert, dessen Zielsetzung exakt dieselbe ist, worin allerdings die explosive Ball-Attrappe durch einen regulären Stadtkrieg-Ball ersetzt wird. Da die Sicherheitskräfte vor Ort keine Möglichkeit haben, Attrappen von echten Sprengsätzen zu unterscheiden, ist die Gegenwehr entsprechend heftig und beide „Spielweisen“ enden meist tragisch für den „Spieler“. Dass Stattkrieg dennoch speziell am 1. Mai in Berlin immer wieder gespielt wird und für Schlagzeilen sorgt, liegt im Kern an folgenden Einzelfällen:

  • Ygor Maltevik, 1. Mai 2064: Der Autonome Troll Ygor Maltevik ist der erste belegte Stattkriegspieler und gilt heute als „Legende“ der autonomen Szene. Im Versuch, den Abriss der „Enklave 14“ und die Deportation der dort „illegitim“ lebenden Sippen von Trollen und Orks im heutigen Steglitz zu verhindern, brach der arbeitslose Ygor durch die geschlossenen Reihen der Konzernsicherheitskräfte, die wenige Minuten nach Verstreichen einer letzten freiwilligen Räumfrist begonnen hatten mit äußerster Brutalität gegen die Enklave-Bewohner vorzugehen. Auf mehreren bis heute zirkulierenden Live-Videofeeds ist zu sehen, wie der massige Troll-Veteran, in seiner Jugend ein Stadtkrieg-Spieler bei den Cyberwölfen, von Dutzenden Kugeln getroffen wird und dennoch die Barrikade durchschlägt, dabei ein krude rund geformtes Paket im Arm. Sekunden nachdem Ygor den Kommandowagen der Konzerntruppen erreicht, lösen er und zahlreiche Gegner sich in einer gewaltigen Detonation auf. Bei seiner Tat trug Ygor seine alte Stadtkrieg-Rüstung. Der Akt erfuhr breite Berichterstattung in den Piraten- und Konzernmedien, in deren Zuge der Begriff „Stattkrieg“ erstmalig Verwendung findet (durch Nakaira, damals noch S44).Spätere Berichte decken auf, dass der alternde Troll an mehreren Knochenmarkerkrankungen litt, die ihn drohten bewegungsunfähig zu machen und in wenigen Jahren zum Tode geführt hätten. Die Enklave 14 konnte durch die Tat nicht gerettet werden, allerdings ermöglichte das durch die Detonation entstandene Chaos den Enklave-Bewohnern das Entkommen aus dem Kessel.
  • Zoé Callisto, 1. Mai 2067: Nachdem in den Jahren nach ’64 noch mehrere Sprengsätze auf ähnliche Weise zur Zerstörung vitaler Punkte der Einsatzleitung vor Ort führen und die Sicherheitstruppen entsprechend wachsam sind, platziert die elfische Spaß-Anarchistin und Gründerin der Nano-Bewegung NF67 (Novaheißer Fotzenblock 67) trotz heftigster Gegenwehr alleine durch aufgerüstete Reflexe und schier unglaublicher Parkour-Fähigkeiten einen Stadtkrieg-Ball in den Händen des leitenden Kommandeurs und lässt sich – lächelnd – verhaften. Nach ihrer Wiederfreisetzung in Ermangelung eines Verbrechens wird Callisto für einige Zeit zum medialen Superstar und tourt durch alle Vlogs und Talkshows im Land, wobei sie zum Frust der anarchistischen Bewegung keinerlei sinnvolle politische Statements abgibt und sich völlig auf mediale Eigendarstellung konzentriert. Als „Bad Girlie“ mit Sexappeal und eigentlich unsendbarer Unverfrorenheit wird sie zum Liebling der DeMeKo, die ihren Look und Style später an mehrere Modelinien lizensieren wird. Callisto spielte in zwei Saisons bei den Labrats – wohl auch eher zum Spaß – und lebt heute in Saus und Braus vom Geld ihres noch immer guten Lizenzen.
  • Die Napalm Jacks, 1. Mai 2072: Während sich sowohl reale Sprengeinsätze als auch zunehmend abstrus werdende Spaßinszenierungen fortsetzen – die Todesopfer der Letzteren werden einigermaßen zynisch als Morde der Konzernfaschistatur durch Anarcho-Medien ausgeschlachtet – schließen sich 2072 vier Halbprofis aus der Berliner Bezirksliga zusammen, um vor den laufenden Kameras der alljährlichen „1. Mai Krawall-Berichterstattung“ und mit neu implantierten Simrig-Aufzeichnungsgeräten ihre Stadtkrieg-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im Feuerhagel der Polizeiabwehr sterben 2 der Jacks, die beiden anderen erhalten den erwarteten Ruhm und eine Aufnahme in Profiteams der Stadtkrieg-Liga. Torezzi Syndrome (Jack#2) wird sich Weihnachten 2072 umbringen. Jack#3 – er wie alle Jacks während des Stattkrieges nur mit Vollmaske zu sehen – offenbart nie seine Identität und spielt bis heute nur mit Maske bei Anarchie Wien. 

Während Stattkrieg weiterhin ein riskantes bis je nach Spielweise illegales Unterfangen bleibt,  hat sich dennoch im Bereich der SimSinn-Bootlegs und BTL-Szene ein Wirtschaftszweig für Stattkrieg-Feeds entwickelt, an dem auch größere Sendehäuser partizipieren. Straßenpreise für verwertbare Sinn-Aufzeichnungen aus Ego-Sicht eines Stattkrieg-Stürmers rangieren um 500 Euro für die Einzelaufzeichnung bis hin zu 250.000 Euro für eine spektakuläre Aufzeichnung inklusive Verwertungsrechten durch einen Medienkonzern. Die Nachfrage ist diskret, aber groß, und das Angebot durchaus vorhanden.

In der Berliner Stattkrieg-Saison 2073 (also am 1. Mai 2073) wurden insgesamt 16 Versuche auf die Endzone gestartet. 3 davon konnten ihren Ball versenken (2 Bälle, 1 Sprengsatz). 7 Stattkrieger wurden verhaftet, 4 zum Teil lebensgefährlich verletzt, 5 – darunter alle die ihren Ball versenkten – erlagen noch am Ort ihren Verletzungen bzw. wurden durch ihr eigenes Paket umgebracht.

Ja, liest sich jetzt besser als „ein selbstmörderischer Nanotrend für Grenzdebile, denen reguläre Stadtkriegmatches einfach nicht gefährlich genug sind und die – allerdings mit einiger Berechtigung – hoffen, via spektakulärer Stattkrieg-Stunts die Aufmerksamkeit der Medienluden zu wecken“. Nicht unbedingt wahrer, aber besser lesbar.
Russenrigger

In dem Maße, wie sich Stattkrieg als Wirtschaftsfaktor etabliert, zieht er natürlich alle üblichen Effekte nach sich – nicht zuletzt, dass Leute wie Du und ich dafür bezahlt werden, einem Versuch zum Erfolg zu verhelfen, ihn zu verhindern oder eine Aufzeichnung zu bergen. Gerade Letzteres kann heikel werden (und gut bezahlt werden), wenn der Stunt spektakulär genug war.
Vlady Wostock

Abstreitbare Meldungen wollen wissen, dass die DeMeKo über Mittelsmänner und Portale auch Abschussquoten von Stattkriegern an Bullen zahlt. Gemäß dem Motto: Besser 10K zahlen für einen hirnmassebespritzten Chip, an dem keiner mehr Rechte geltend machen kann, als einen Stattkrieger mit 100K für die Komplettrechte zu entlohnen.
Dr. Caligula

[A] Engel & Wöllner

Trotzdem weit davon entfernt, ein Großkonzern zu sein, hat sich der Edelmakler Engel & Wöllner Cité Immobilien in der Alternativen Szene Berlins einen besonderen Hass-Platz verdient. Im Auftrag seiner bestens betuchten Auftraggeber akquiriert E&W bereits renovierte Nobelpaläste ebenso wie schwer renovierbedürftige Gründerzeitvillen oder  heruntergekommene Massenmietblöcke, die auf zu wertvollem Bauland stehen.

Nach außen hin präsentiert das 2063 aus dem Untergang eines multinationalen Immobiliengiganten hervorgegangene Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main eine durchdesignte Fassade, die sich einzig und allein an Millionäre auf der Suche nach einem repräsentativen Wohnobjekt richtet.

Andere Aspekte des Wirtschaftens – wie die bereits genannte Immobilienspekulation oder die Zwangsentmietung alternativer Wohnprojekte, um das „vorbereitete“ Grundstück an einen Baulöwen zu verscherbeln – werden tunlicht verschleiert und teileise durch eines der E&W Tochterunternehmen durchgeführt.

Das berüchtigste jener Unternehmen in Berlin ist das alternative Einzelgeschäft Jablonski Baugrundstücke & Anlageimmobilien unter Leitung des 34jährigen Orks und Ex-Boxstadtmeisters Patryk Jablonski, das bei der Akquise von Baugrund bzw. zum Abriss vorgesehenen Bauten auch vor Gewalt oder Rückgriff auf Schattenelemente nicht halt macht. Jablonski selbst ist aufgrund seiner früheren Boxkarriere eine stadtweite Berühmtheit und gilt auf der Straße als einer der Köpfe der „Berlin-Mafia“, einem lockeren Zusammenschluss lokaler Krimineller ohne Bindung an eines der größeren ausländischen Verbrechersyndikate.

Jablonskis Kontakt innerhalb von E&W ist Ann-Sophie Delacroix, die im Berlin-Upload beim Scheunenviertel erwähnt wird. Wie es heißt, verbindet die beiden noch aus Zeiten von Jablonskis Boxkarriere eine intime Beziehung – offenbar steht die Nobelmaklerin auf die rohe Männlichkeit des zernarbten Muskelorks und war eine glühende Verehrerin des Neuköllner Superboxers.
Tolstoi

Dass die beiden was miteinander haben ist einigermaßen gesichert. Unklar ist höchstens, wie deren Beziehung geartet ist. Einige sagen es sei ne reine Sexkiste, die auf Delacroix‘ Jugendschwärmerei beruht. Andere sagen, Jablonski sei ihr total hörig oder auf irgendeine Art ausgeliefert – wieder andere sagen das exakte Gegenteil und behaupten, Jablonski sei die Macht hinter Delacroix, habe sich diese gefügig gemacht und über deren Vermögen und Anteil an E&W weit mehr Macht, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.
Vlady Wostock

Wen schert’s was die beiden miteinander haben? Fakt ist, dass Delacroix ein eiskaltes Miststück ist, das gerade in Monopoly-Manier die Rosenthaler aufkauft – und dass Jablonski der „bad cop“ Gegenpart ist, der schon wegen seiner Berühmtheit auf fast jeden gewaltgeilen Orkprügler von Falkensee bis Pankow zurückgreifen kann.
Eggzo–33

Rassismus-Alarm!
Russenrigger

Wieviel Pull hat die Berlin-Mafia eigentlich heutzutage? Den Kriminalitätsberichten des SS scheint sie keiner Erwähnung wert…
Dmitri

Das hängt davon ab, wen du zur „Berlin-Mafia“ zählst. Wie fast jede andere „Setze den Namen eines Landes ein“ Mafia ist auch die Berlin-Mafia eine Art medialer Hilfsbegriff, der verschiedene Cliquen, Familien, Gangs, Schiebernetze und Kampfschulverbindungen zusammenfasst, egal ob diese wirklich quervernetzt sind oder nicht. Sehen wir uns nur Jablonski an und nehmen wir mal an er wäre sowas wie der Pate einer eigenen Verbrechensclique in Berlin, dann könnte man diesem seinen Netz neben den 6 Kampfschulen, 4 Werkstätten und 5 Türsteher- und Sicherheitsfirmen, die ihm direkt gehören (und die allesamt sehr gerne Ex-Knackis aus der Plötze anstellen) nochmal je gut die doppelte Zahl weiterer Unternehmen dieser Art zuordnen, die Ex-Schülern, Ex-Trainern, Boxkollegen, einem seiner 10 Geschwister (6 Brüder, 4 Schwestern) bzw. Kinder (mindestens 7 Söhne und 9 Töchter) bzw. der wachsenden Zahl seiner Enkel gehören oder in denen diese das Sagen haben. Und das ist nur der Kern seiner direkten Linie der „Berlin-Mafia“.
Tolstoi

Und was halten die Vory davon, Herr Tolstoi?
Dmitri

Fragen dieser Art beantworte ich nicht.
Tolstoi

Auch ohne „Insider“ zu sein kann man gewiss davon ausgehen, dass Jablonski & Co. Deals mit den anderen Syndikaten laufen haben bzw. eine Grenzziehung zwischen diesen und anderen Strukturen nicht immer klar zu treffen ist. Wesentlicher als seine Verbrecherkontakte finde ich, dass Jablonski seit Jahren regelmäßiger Gast auf alternativen Wahl- bzw. Beeinflussungsveranstaltungen ist und auch schon mehrfach den Schlichter bzw. Zivilrichter für alternative Zoffereien gemacht hat. Er hat in der Szene unglaublich viel Einfluss – das einzige, was ihn an einer politischen Karriere hindert, ist einerseits dass er kein Teil der etablierten politischen Seilschaften ist und andererseits dass er kein Interesse daran zu haben scheint, in die erste Reihe vorzutreten.
Fianna

Ich glaube nicht, dass er Scheu vor der Öffentlichkeit hat. Eher glaube ich er hat ein Autoritäts- bzw. Kooperationsproblem. In Fhain-Kberg, wo seine Popularität am Größten ist, käme er z.B. nur dann an Islamisten und Wölfen vorbei, indem er sich entweder mit diesen arrangiert oder indem er sich zur Leitfigur einer der anderen großen Bürgerzusammenschlüsse machen ließe. Er ist aber ein Einzelkämpfer und in allem was er tut der 100%ige Boss – in dem Sinne also als Unternehmensboss oder Berliner Don gewiss ne große Nummer, und völlig ungeeignet für die Berliner Politik.
Russenrigger

Ein weiteres nennenswertes Unternehmen aus dem Dunstkreis von E&W ist das Berliner Bauunternehmen und Architekturbüro ARS VIVENDI, das für gut zwei Drittel der durch E&W initiierten Bauvorhaben verantwortlich zeichnet (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bass Breathing Location in der Boelckestraße oder der Gourmetrestaurantkritiker-Präsenz in der Vision Berlin). Dabei liegt der Schwerpunkt der ARS VIVENDI Tätigkeit in der Konzeption und Visualisierung der an einem Standort möglichen baulichen Veränderungen bzw. der Entwicklung von Neubauvorhaben zur Präsentation von Immobilien gegenüber Bauspekulanten und Bauherren. Seltener tritt ARS VIVENDI selbst als Bauherr auf – aber wenn, dann geht der Auftrag zur Bauausführung in gut 4 von 5 Fällen an das Bauunternehmen JABOBAU – welches, man ahnt es bereits, durch einen der Jablonski-Brüder (Karol-Szymon Jablonski) geleitet wird.

Die übrigens namensgebenden Eigner von Engel & Wöllner sind in das operative Geschäft Berlins nicht direkt involviert: Frederik Engel und Bettina Wöllner waren beide äußerst erfolgreiche internationale Makler des zerbröselten E&W-Vorgängers, die sich aber nach der anstrengenden Gründerzeit von E&W nun zur Ruhe gesetzt haben. Während die 67jährige Bettina Wöllner fast ständig in ihrer Mallorca-Protzfinka wohnt, hat sich der galante Playboy Frederik Engel (72 und genetisch verjüngt auf Mitte 40) in sein Chalet nahe des Schweizer Nobelskiorts Verbier zurückgezogen. An Sitzungen der E&W Geschäftsführung nehmen beide Haupteigner heutzutage nur virtuell teil; der eigentliche Chef von E&W ist seit 2069 der im Ruhrgebiet berühmt-berüchtigte Immobilienhai Joachim von Schwarzenberg. Der Chef der Berliner Niederlassung von E&W ist Reinhardt Vandermark.

Wie jetzt – und weiter?
3V3

Suchen über Vandermark ziehen regelmäßig ein Nullresultat. Der Mann lebt sehr zurückgezogen, hat als Anschrift eine Drop-Adresse in der Villenenklave Dahlem, taucht in Klatschberichten oder Gesellschaftspostillen nicht auf, nimmt nicht an Spendengalas oder politischen Treffen teil, und das einzige bekannte Bild (aus einer E&W Festschrift von 2066) zeigt einen Mann Mitte 50, dessen ganze Präsenz „langweiliger Finanzenschubser“ schreit.
Russenrigger

Auffallend ist, dass Vandermark auch in Firmenkorrespondenz nicht auftaucht. Seine E&W Adresse ist zwar immer in Kopie gesetzt, von ihm selbst kommen aber keine Nachrichten, und es unterhält sich auch niemand über ihn. Halbzufällig (ich hatte nen Schnüffeljob zu E&W, bei dem es aber nicht um V direkt ging) bin ich allerdings darüber gefallen, dass Vandermark Ehrenmitglied der Wendlandstiftung ist.
Tolstoi

[Kontakt] Nadjeska „Drakova“ Girkin

Nadjeska „Drakova“ Girkin

Kontakt | Osramhöfe in Mitte (Wedding) [Normbezirk]

// gepostet von DAEDALUS //

Nadjeska wird auch die Drachin genannt und ist einer, wenn nicht sogar der Berliner Chef der Russenmafia – in jedem Fall ist sie der Chef im Berliner Norden und hat fest die Russen an West- und Nordhafen unter Kontrolle.

Wow. Das ist nichtmal im Ansatz zutreffend. Klar ist die Drakova ein großes Tier bei den Russen – nur gibt es „die“ Russen gar nicht. Und „die“ Russenmafia ebenso. Die Vory sind von jeher in Clans bzw. Banden zerteilt und untereinander alles andere als grün. Im großen Maßstab geben sich „weiße“ und „rote“ Vory heftig auf Glocke – aber wer so N00b ist dass er niochtmal das weiß muss halt in die Helix gucken. Gehört, Dädastuss?
Konnopke

Hm. Wenngleich aus den falschen Annahmen heraus, könnte Daedi da durchaus Recht haben. Fakt ist mal, dass in Berlin seit einiger Zeit ein an Schärfe zunehmender Konflikt zwischen der Gargari-Organisatzi und der Karewitsch-Vory herrscht, die inzwischen ziemlich eindeutig zum Lager von Vladimir Romanenko gehören. Seit Gargaris Freisetzung werden bei den Russen die Karten heftigst neu gemischt, und mindestens mir will scheinen, dass die Drakova irre hoch pokert und irgendwie mit beiden Feindparteien kungelt. Dabei hört man immer wieder, sie habe „Rückendeckung von jenseits des Urals“ – eben diese komische Drachenanspielung, auf die Dädi nun zu sprechen kommt:
Daisy Fix

Ihr charmanter Kosename kommt vom seit Jahren kursierenden Gerücht, die Russenmafia würde durch nen großen schwarzen Drachen aus dem Hintergrund heraus geleitet. Ob da was dran ist weiß ich nicht – in jedem Fall aber reizt Nadjeska den Furcht einflößenden Effekt dieses Gerüchtes voll aus und feilt fleißig weiter an diesem Ruf. Unter anderem ist zu hören, die Russen hätten so ne Art Killertruppe für die ganz harten Fälle gebildet, die sich die Drachen oder Drakovs oder Drakarim oder was-weiß-ich nennen.

Na, Tolstoi? Kein Kommentar?
Daisy Fix

Du kennst seine Politik dazu. Von ihm wirst Du nix in der Sache hören. Scheißverdammte Elfenverschwörung (Flame überflüssig, Tolstoi weiß wie es gemeint ist).
Russenrigger

Suchagenten wissen mehr. Und die Typen heißen Drakai.
Konnopke

Und die Kinder bringt der Papst.
Tolstoi

Willst Du’s abstreiten?
Konnopke

Hallo?
Konnopke

Was Nadjeska selbst angeht, die trägt nen recht auffälligen Splittermantel von so nem russischen Luxuslabel, der von oben bis unten mit Tribals verziert ist, die wiederum ebenfalls an Drachen-, Klauen- und Schwingenmotive angelehnt sind. Die Drachin ist ziemlich so, wie du dir ne Chef-Schieberin der Russenmafia vorstellt: Slawische Züge, eiskaltes Herz, keine Hemmung, für ihre Interessen über Leichen zu gehen – auch wenn das bedeutet, jemanden innerhalb der Organisation wegzurotzen, der ihr im Weg ist.

Sexismus und Fremdenhass – endlich harmonisch vereint, D.
Daisy Fix

Bekannte Treffpunkte von ihr sind das Café Moskau in Mitte (Tiergarten), die Discothek Ruzalka in Pankow, das Russenlager am Nordhafen in Mitte (Wedding) und die Russische Manufaktur in den Osramhöfen in Mitte (Wedding).

Die Drakova im Spiel

Nadjeska Girkin ist eine einflussreiche Berliner Schieberin, die für Runner in der Stadt auf mehr als nur eine Art und Weise interessant sein kann.

Als Kontakt ist sie per Default als Stufe 4 und Loyalität 1 zu bewerten – besondere Gründe oder Festlegungen des SL können aber beide Werte modifizieren, etwa wenn eine gemeinsame Vergangenheit mit einem SC die Loyalität anhebt oder ein spezieller Deal zwischen der Drakova und dem SC festlegt, dass sie ihm nur für bestimmte Anfragen (= eine geringere Stufe) zur Verfügung steht. Allerdings sollte die Loyalität niemals mehr als 3 sein – Nadjeska Girkin ist zunächst sich selbst und höchstens noch einem etwaigen Vorgesetzten verpflichtet. Ob dieser aber Gargari oder doch der ominöse schwarze Drache Mordrakhan ist (den es geben mag oder nicht) bleibt dem SL überlassen.

Als Auftraggeberin gemäß der Stadt als Dorf kann die Drakova in mehrfacher Funktion auftreten. Zum einen hat sie durch ihre Funktion als Schieberin, aber auch ihre Ambitionen innerhalb der Vory genug Gründe, selbst Aufträge auszugeben, für die sie nicht ihre eigenen Leute verwenden will oder im Falle dass es sie gibt die Drakai verwenden kann. Zum zweiten ist sie der zentrale „Schmidt“ der Gargari-Russenmafia in Berlin, über die Aufträge des Syndikates abgewickelt werden – und die können bedingt durch den Einfluss der Vory auf die Politik mehrerer alternativer Bezirke durchaus ein sehr breites Spektrum abdecken. Drittens und Letztens ist die Drakova eine bekannte „freie Jobvermittlerin“, die gegen das passende Geld auch als Auftragsmittler zwischen einem der Berliner Konzernschmidts und den Runnern auftreten kann (häufiger aber für konzernseitige Auftraggeber, die an ihrem eigenen Beauftragten für Schattenarbeit vorbei private Runs initiieren). Hierbei bietet sie ihren konzernseitigen „Klienten“ den besonderen Vorteil, ihre Vory-Schläger, -Fahrer und -Informanten als Backup, Planungshilfe oder „Versicherung“ des Runs gegen möglicher weise unloyale Runner einzusetzen.

Nadjeskas Werte:

Attribute – K 3 | G 5 | R 4 | S 3 | C 5 | I 4 | L 3 | W 5 | ESS 5 | INI 7 | ID 2
Fertigkeiten – Athletik 1, Ausweichen 5, Gebräuche 3 (Konzern +2, Unterwelt +2, Straße +2), Pistolen 4(5), Automatikgewehre 3, Wahrnehmung 4, Waffenloser Kampf 4, Verhandeln 3
Cyber/Bioware – Mnemoverstärker-3, Reflexrekorder (Pistolen), Schadenskompensator-4 (4 Kästchen Schaden ohne Verletzungseffekte)
Bewaffnung: Logov-7 Pistole smart (Angriff 11, Schaden 5K, PB –1, Modus HM, Rückstoß –, Muni 6(s)), AN 88 Strigoj Sturmgewehr smart (Angriff 9, Schaden 6K, PB -1, Modus HM/SM/AM, Rückstoß –, Muni 38(s), mit Unterlauf-Granatwerfer (EM, RK –, Muni4(s)) geladen mit Sprenggranaten (10K, PB -2, -2/m)
Rüstung – Draganov Splittermantel (10/8)
Sonstige Ausrüstung – Kommlink, Brille mit Blitzkompensator und Sichtverbesserung-2
Spieltipps – professionell+ruhig, bis etwas nicht klappt, dann rasend werden vor Zorn. Gefährlich, hinterhältig.
Zustandsmonitor – ❏❏❏|❏❏❏|❏❏❏|❏

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