Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Pirate News

[44] Eine Woche nach dem blutigen 1.Mai

Sender44Schon unmittelbar nach den Rekordkrawallen zum 1. Mai im letzten Jahr war klar, dass es in diesem Jahr auf eine Revanche der Aggro-Parteien hinauslaufen würde. Dazu hatten auch unzählige in Randale eskalierte Demos gegen das Überwachungsnetz (siehe auch hier), die unverschämt offene Zensur alternativer Berliner Medien, der weiterhin schwelende, in Teilen zum Streit um das Berliner Waffenrecht mutierte Berliner Polizeistreit und mehrere Schikanen der BERVAG-Unternehmen gegen die Hoheitsrechte der Kieze und Bezirke wie z.B. durch Aussetzen des Winterdienstes beigetragen.

Und umgekehrt: Die Zunahme der Schikanen der alternativen Gebiete gegen alle Arten von Diensten, die von extern kommen. Feuerwehr inklusive.
Nakaira

Autonome und Sternschutz-Bullizisten hatten einige offene Rechnungen, und der 1. Mai sollte Zahltag sein – das wurde zumindest in diversen Anarcho-Blogs als Kampfmission ausgegeben, und ganz offenbar waren die Stern- und Sonderschutzkräfte durch den Eisernen Erhardt (Sternschutz-Einsatzleiter Erhardt Ahrendt, Anm.v.SRB) und die SST-Kommandierende für diesen 1.Mai Bianca Voyé entsprechend gebrieft worden:

Die Nacht in Flammen – Art by Alex C (IWarpbladeI)

Sender44 liegen interne Papiere sowie Befehlsaufzeichnungen des SST-Kommandos für den zurückliegenden 1. Mai vor, und das darin festgehaltene Bild ist das eines mutwillig und mit brutalsten Mitteln durchgezogenen Einsatzes, dessen Ziel nicht weniger als die völlige Demoralisierung des „anarchistischen Widerstandes“ und die Verhaftung bzw. Ausschaltung von „Führungskräften, Koordinatoren und Unterstützern der gewaltbereiten Opposition“ war. 

Und das mit Mitteln, die so drastisch waren, dass selbst Teile der SST de facto zur Verweigerung von Befehlen gezwungen waren. Doch von Anfang an:

Man sollte bei der Aufarbeitung dieses und auch schon des letzten 1. Mais nicht vergessen, dass in der Frage um die Ursache unserer geballten aktuellen Scheiße immer auch die Begriffe „Diskordianer“ (ganz unten in den Kommentaren hier) bzw. deren Kommando Mindfuck und – wer weiß es noch, nach all der Zeit? – initiell auch die „Letzte Front“ mitspielen (#berlin). Plus eine auffallend verständliche Haltung von S-K betreffs der „besonderen Bedürfnisse“ der Alternativen, deren Hoheitsrechte „es zu respektieren gelte“.
Tolstoi

Über S-Ks Kuschelkurs haben wir uns ja schon einige Male gewundert, zudem gerade das zögernde Agieren und Taktieren dieses Kons einigen Beitrag zur Eskalation der Krise leistet: Hätte S-K frühzeitig mit den Kons Front gegen die Anarchos gemacht – so, wie das ja auch erwartet wurde – hätten die meisten Freizeitprotestler und Randalekids doch gar nicht den Mumm gehabt, auf die Barrikaden zu gehen. Ich habe keinen Plan, was S-K dadurch gewinnt, indem es die Berliner Konzernfront – natürlich gänzlich unabsichtlich – spaltet, aber einen Plan hat der Goldwurm GARANTIERT. Und Scheiß noch eins: Die Anarchos und unsere absolut berechtigten Proteste spielen ihm direkt in die Klauen.
Antifa

Zumindest kann die Landolt kaum verbergen, dass sie am Scheitern des Sternschutzes in Berlin einen Mordsspaß hat. Was mich schon wieder stutzig macht, denn zweifellos KÖNNTE sie es besser verbergen, und an sich war S-K sehr daran gelegen, dass es in Berlin eben NICHT zum Rückfall in Chaos, Gewalt und Anarchie kommt.
Fienchen

Andererseits gibt es da dieses geleakte Bild von Landolt am 1. Mai bei einer Vernissage in Potsdam, wie sie auf ihr Kommlink schaut und diesen „Oh mein Gott“ Ausdruck in den Augen hat. Mal angenommen, das Bild ist kein Fake: Bin ich der Einzige, der in dem Blick ein „OMG what have we done?“ liest?
Konnopke

Der 1. Mai begann wie jedes Jahr mit der Revolutionären 1. Mai Demo, die ebenso wie jedes Jahr am Kottbusser Tor gegen 17:00 Uhr startete. Eingestimmt auf Krawall durch Ankündigungen verschiedener Aktivistengruppen und Anarchoblogs einerseits und einer am Vormittag durch den SS-Verantwortlichen Ahrendt erklärten „Null Toleranz Politik“, waren viele der eher gemäßigten Demonstranten erst gar nicht erschienen, wohingegen Krawallgruppen aus den anderen deutschen Ländern und sogar dem Ausland von Beginn an eine auffälligere Präsenz im Zug bildeten.

Das ist übrigens die Tendenz des ganzen 1. Mais 2076: Im Vergleich zu den Rekordteilnehmerzahlen im letzten Jahr waren diesmal VIEL weniger Leute auf der Straße, dafür war aber die absolute Zahl der gewaltbereiten Demonstranten in diesem Jahr noch größer als letztes Jahr.
Fienchen

Gibt’s dazu schon belastbare Zahlen? Nakaira?
Russenrigger

Aktuell setzt sich für den Revolutionszug die Zahl von 130.000 Teilnehmern durch (im letzten Jahr waren es um die 200.000) und für das MyFest etwa 260.000 Teilnehmer (im letzten Jahr waren es doppelt so viele). Dabei darf man nicht vergessen, dass das MyFest eigentlich eher eine Straßenparty ist, an der auch viele Normalos, Alternative und sogar Konzernleute in Partystimmung teilnehmen – die Eskalation im letzten Jahr hat viele erschreckt, die Ankündigung von Krawall hat dann in diesem Jahr viele zu Hause bleiben lassen. Ähnliches gilt in geringerem Maße auch für die 1. Mai Demo, wobei … im Kern kamen einfach insgesamt VIEL weniger Leute auf die Straße, weil das Thema „Neue Matrix“ durch ist. Ja, die Vollüberwachung, die weitere Machtverlagerung zu den Megas, der weitere Verlust der Privatsphäre und die diversen neuen Abkommen zu DRM etc. haben viele auch Normalos ziemlich aufgeregt – aber inzwischen herrscht einerseits Resignation und Abstumpfung („da kann man doch eh nix machen“, „lass mich mit diesen ganzen neuen Enthüllungen zu frieden“) und andererseits – wichtiger – sind die Leute mit der neuen Matrix super zufrieden und finden den Preis des Verlustes einiger Freiheiten irgendwelcher „anderer“ okay. Das ist auch der Tenor der Medienberichte: Weniger Viren, weniger kritische Datenverluste, weniger Drohnen-Zwischenfälle, besserer Schutz für Kinder und Jugendliche, einige prominente Aushebungen von Kinderporno-Tauschringen, eine ganze Reihe von Erfolgen gegen Terrorgruppen – die Mehrheit selbst der pro alternativ Eingestellten in Berlin haben sich mit den neuen Verhältnissen arrangiert, posten jetzt halt weniger kritischen Kram und wickeln etwaige dubiose Sachen eben wieder offline ab.
Nakaira

Ich würd gern sagen dass Nakaira wieder mal Scheiße labert, aber sie hat Recht. Als die neue Matrix kam dachten viele – auch ich – „endlich haben die Megas ihr Blatt überreizt, endlich waren sie so dermaßen doof und offensichtlich, dass sogar die Normalbürger aus ihrem Koma aufwachten“. Dazu die Abwahl der LDFP, die Einrichtung einer Kontrollkommission für das Berliner Netzwerk, an der auch Schockwellenreiter beteiligt sind, es sah Mitte 2075 ECHT nicht schlecht aus. Inzwischen aber ist der öffentliche Aufreger über die Matrix vorbei, wo immer mit dem Thema ankommst – selbst bei Piratenmedien, Scheiße noch eins – sagen die Leute „lass mich mit dem Kack in Ruhe, der Drops ist gelutscht“. Umso wütender waren dann auch diejenigen, die sich in diesem Jahr zum 1. Mai nochmal aufgerafft haben: Praktisch die gleiche Menge Zorn, verteilt auf die Hälfte der Akteure.
Antifa

Was waren das denn für Gruppen aus dem Ausland? Randaletouristen?
Konnopke

Teilweise. Aber da waren auch viele dabei, die es mit dem Protest gegen Neue Matrix, Hyperkommerzialisierung der Privatsphäre usw. echt ernst meinten. Berlin ist in der Debatte um Matrix und Persönlichkeitsrechte – und in der Debatte um alternative Lebensformen und Politikmodelle – vielleicht nicht grade zu einem internationalen Leuchtfeuer und Fanal des Widerstands, aber schon sowas wie ein Brenn- und Anlaufpunkt geworden. Jedenfalls hab ich das von den diversen Auswärtigen – darunter natürlich auch viele Mitglieder von Policlubs, deren Berliner Gruppe sie zum Kommen eingeladen hatte – so gehört. Wenn in Sachen Persönlichkeitsrechte, Bürgerfreiheiten und einer neuen Gesellschaft (digital oder offline) nochmal was passiert, wird es in Berlin passieren – so der Tenor.
Nakaira

Zahlreiche Teilnehmer des Zuges waren erkennbar bewaffnet, die Sternschutz-Taktik im Hinblick auf die Ereignisse im letzten Jahr, in dem durch Ausbreitung der Krawalle in Normal- und Konzernbezirke enorme Sachschäden entstanden waren, klar: Stoppen und Auflösen der Demonstration, mit allen gebotenen Mitteln.

Auf erste Rangeleien folgte praktisch sofort der Einsatz scharfer Waffen gegen die Demonstranten. 

Die Kalashnikows und Pistolen hatten und damit mindestens in die Luft ballerten, wie man auf mehreren Videos klar erkennen kann. Ich will die SST und vor allem Voyé weiß Gott nicht verteidigen, und was die im Laufe jener Nacht abzogen war definitiv NICHT okay, aber es ist AUCH war dass die Randalierer Kriegswaffen an den Start brachten und dass echte Gefahr für Leib und Leben der Einsatzkräfte bestand, wogegen sich die SST auch mit Recht wehren durfte.
Nakaira

Andererseits war es dieses In-die-Luft-Geballere, was jedem anzeigte „heute passiert hier was“, wodurch dann noch jede Menge Leute vor dem Schließen des Kessels abhauen konnten. Da hatten die Bullen nämlich bereits mit dem Einsatz tödlicher Gewalt angefangen.
Antifa

Das kannst du den Zkandal! erzählen. Die SST-Leute mögen Ex-Soldaten mit massiven posttraumatischen Belastungsstörungen und mehr als nur nem Titsch Cyberpsychose sein, aber unprovoziert oder selbst mit Befehl Zivilisten niedermähen tun die nicht – wie man später ja auch sieht.
Nakaira

Erzähl das den Gefangenen in Bus 7. EINIGE haben just das getan.
Konnopke

Die Eskalation am Kottbusser Tor verbreitete sich über Kommlinks blitzartig im MyFest und in den den alternativen Gebieten. Die Darstellungen des Hergangs wichen dabei zum Teil erheblich voneinander ab, die Schuld lag aber zweifellos bei der SS-Einsatzleitung und der SST-Kommandantin Voyé, die jede Kooperation mit Kiezwehren und Vermittlern der Demonstrationsveranstalter im Vorfeld abgesagt hatten.

Der Vollständigkeit sage ich, dass das eine MEINUNG Von Sender44 ist. Allerdings finden sich in den von S44 veröffentlichten Einsatzbefehlen schon einige Befehle, die zum „präventiven Eingreifen“, zu „sofortiger Reaktion“ und überhaupt sehr viel von umgehender Gewalt und verdammt wenig von Vermittlung reden.
Tolstoi

Zu dem Zeitpunkt, als am Kotti und am MyFest die ersten Toten im Rinnstein lagen, hatten beide Seiten effektiv keine Möglichkeit mehr, miteinander zu kommunizieren. Etwaige Massenaufrufe zum Frieden, wie sie von Pflügler und anderen versucht wurden, waren spätestens mit dem Zusammenbruch bzw. dem ja wohl tatsächlich geschehenen erzwungenen Abschalten des Berlin-Netzwerks unmöglich.  
Safiya Dafiya

Innerhalb nur weniger Stunden geriet die Situation völlig aus dem Ruder: Aufgestachelt durch Berichte, wonach SST-Soldaten sich an einer Schiitin vergriffen hätten, startete der stadtbekannte Islamistenprediger Muhammad Cemar Husain Abu al-Qasim einen Aufruf an die Jazrir-Milizen, blutige Rache zu nehmen.

Auch andere Kiezgruppen, SelbstJustizTrupps und vor allem die Kreuzberger Bürger gingen auf die Straße, um ein Ende der (Polizei-)Gewalt zu erzwingen – gerade unter diesen Bürgern, die sich als menschliche Schutzschilde für Verwundete und Friedfertige einsetzten, gab es besonders viele Tote zu beklagen. 

Auch Straßenschamanen leisteten erbitterten Widerstand gegen den SST-Kessel. – Artwork by Emil Larsson (emillarsson)

Auch Straßenschamanen leisteten erbitterten Widerstand gegen den SST-Kessel. – Artwork by Emil Larsson (emillarsson)

Die vorliegenden und veröffentlichten Befehle der Einsatzleitung – ab Ausbruch der Gewalt faktisch Bianca Voyé als SST-Befehlshabende im mobilen Gefechtsstand unweit des Kottbusser Tores – sprechen eine eindeutige Sprache:

Auf den Protest mehrerer SST-Gardisten hin bellte diese wiederholt Befehle, die Unruhen „im Gebiet zu halten“ und Personen, die „den Kordon verlassen wollen“ oder „sich dem Befehl zum auf dem Boden legen verweigern“ in jedem Fall und „ohne Zögern auch mit der Waffe“ am Verlassen des Gebietes zu hindern. Eine Verweigerung jener Befehle würde „schwerste Bestrafungen“ nach sich ziehen – Berlin stehe „unter Kriegsrecht“, eine gezielte Falschinformation!

Da lagen praktisch alle falsch. An dem Abend zirkulierten überall Gerüchte von Kriegs- oder Ausnahmezustand … Einige Kiezgruppen haben wohl tatsächlich den Kriegszustand ausgerufen, unbedacht der Tatsache dass sie das gar nicht können. Bei anderen war es wohl mehr ne Feststellung der Art: „Hey, draußen beballern sich Bullen und Anarchos, die Berliner Einheit ist vorbei, es ist Kriiieeeg!“
Tolstoi

Das umgrenzte Gebiet bestand anfangs aus zwei abgesperrten Bereichen, die im Laufe des Abends zu einem gemeinsamen, rundum von SS- und SST-Kräften begrenzten Kessel von Kottbusser Tor über Heinrichplatz bis Görlitzer Bahnhof vereint wurden. Den „klassischen“ Sternschutz-Kräften kam dabei vor allem die Aufgabe zu, das Gebiet zu überwachen und in einem zweiten Gürtel etwaige Fliehende abzufangen bzw. die SST über aus anderen Gegenden herbeikommende „Gewalttäter“ (tatsächlich oft sich im Recht wähnende Kiezpolizisten und spontan gebildete Bürgermilizen) zu informieren. Die SonderSchutzTruppe umgekehrt war damit beauftragt, die Absperrung zu halten und schrittweise zu verkleinern, um „alle Anarchoterroristen und Sprawlguerilla-Aggressoren zusammenzutreiben“.

Parallel versuchten sowohl verschiedene Bezirksvertreter und alle drei Berliner Bürgermeister, ein Ende der Gewalttätigkeiten und einen sofortigen Rückzug der SST zu erwirken – dies scheiterte zum Teil an Kommunikationsproblemen durch Überlastung und späteren „Ausfall“ des Berliner Netzwerks, vor allem aber stellte sich der Sternschutz-Einsatzleiter Erhardt Ahrendt jenen Forderungen entgegen, darauf beharrend, dass ein Abbruch des Einsatzes zu diesem Zeitpunkt zwangsläufig die Ausbreitung der Gewalt in das gesamte Stadtgebiet zur Folge haben würde.

Einige der Kommunikationsprotokolle legen den Schluss nahe, dass Ahrendt schlicht keinen Kontakt mehr zu Voyé hatte. Er hätte den Einsatz nichtmal abbrechen können, wenn er gewollt hätte.
Safiya Dafiya

Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass sich die Zahl derjenigen, die schon früh zum Abbruch des Einsatzes aufrufen wollten, aber nicht durchkamen, nach Voyés Massaker-Befehl spontan vervierfacht hat.
Russenrigger

WENN es denn Voyé war.
Node

Gegen 23:00 Uhr ist der „Kottbusser Kessel“ auf die Hälfte seiner Größe reduziert worden. Inzwischen laufen aus dem ganzen Stadtgebiet empörte und meist bewaffnete Bürger im Krisengebiet zusammen. Der Sternschutz-Offizier Gerd Mielenz erklärt um 23:16 Uhr, dass der zweite Ring (an dem seitens des Sternschutzes ausschließlich die üblichen Methoden zur Aufstandsbekämpfung wie Wasserwerfer, Tränengasdrohnen etc. eingesetzt werden) dem wachsenden Ansturm nicht länger standhalten wird und die SST sehr bald zwischen beiden Fronten selbst eingekesselt wird. Er empfiehlt Voyé den „Sofortigen Einsatzabbruch“.

In dieser Situation geht Befehl von Voyé an die SST, von allen Seiten in den Kessel vorzudringen und um es ganz eindeutig zu sagen: ein Massaker zu veranstalten. Dasselbe befiehlt sie denjenigen SST-Kräften, welche hunderte von Demonstranten und Anwohnern in Dutzenden Bussen an der Absperrung gefangen halten (ein Abtransport konnte aufgrund der Lage am zweiten Absperrungsring nicht erfolgen): Da die unmittelbare Gefahr bestünde, die „Terroristen der Berliner Sprawlguerilla“ würden aus dem Kessel bzw. den Bussen befreit werden und würden dann Berlin in Blut und Terror ertränken, müsse man diese Gefahr für Leib und Leben der Berliner Bürger „jetzt und hier sofort auslöschen“.

Diesem Befehl verweigerten sich die meisten, aber längst nicht alle SST-Gruppen im Einsatzgebiet.

Bürgermilizen am zweiten Ring – Artwork by Eric (hobo-the-dinosaur)

Bürgermilizen am zweiten Ring – Artwork by Eric (hobo-the-dinosaur)

Im allgemeinen Chaos am Kessel wandten sich viele SST-Kräfte dem Offizier Sergej Rudek zu, einem Veteran und Ex-Söldnerkommandant der SVET mit hohem Ansehen unter den SSTlern. Dieser erklärte per Funk und dann auch per Lautsprecherdurchsagen um 22:43 Uhr, das Kommando am Kessel übernommen zu haben und diesen mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Er stellte zudem klar, dass die SST-Soldaten unter seinem Kommando einen Befehl Voyés, ein Massaker anzurichten, verweigert hätten, und forderte alle Bürger auf, die Gewalttätigkeiten sofort zu beenden und nach Hause zu gehen. Zugleich stellte er die zur Versorgung der SST-Soldaten abgestellten Medic-Wagen und -Container zur Behandlung verletzter Bürger zur Verfügung.

Am zweiten Ring hatte zu dem Zeitpunkt auch Gerd Mielenz die Absperrung bereits geöffnet und den Abzug seiner Leute veranlasst: „Eigenschutz geht vor“ sagte er um 22:31 sichtlich erschöpft und verdreckt in die Headcam des Anarcho-Bloggers Z-Date.  

Im weiteren Verlauf der Nacht kam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu weiteren gewaltsamen Begegnungen, die sich aber insgesamt im Rahmen hielten: Der Schock über die Ereignisse in Kreuzberg, bei denen Hunderte Bürger und Sternschutz-Polizisten (inkl. SST) zu Tode kamen und Tausende Bürger und Polizisten zum Teil schwerstens verletzt wurden, hatte zu einer regelrechten Ernüchterung geführt (die exakten Zahlen sind auch 7 Tage danach noch immer unklar, die Angaben der verschiedenen Stellen und (Interessen-)Gruppen widersprechen einander erheblich).  

Am frühen Morgen ist alles vorbei – Art by Michal Lisowski (maykrender)

Am frühen Morgen ist alles vorbei – Art by Michal Lisowski (maykrender)

Auch übereinstimmende Aufforderungen zum Abbruch der Feindseligkeiten seitens sämtlicher Berliner Bezirksvertreter und Bürgermeister und Dutzender Anführer verschiedenster Aktivistengruppen führten dazu, dass der Ausbruch eines Bürgerkrieges in Berlin (zumindest bisher) verhindert werden konnte.

Dennoch ist auch jetzt, eine Woche später, noch Vieles gänzlich unklar, vor allem der Verbleib von Kommandantin Voyé und die Identität der Kommandotruppe, die am 1. Mai in das Aetherlink-Gebäude mit dem Kontrollzentrum des Netzwerk Berlins eindrang und dessen zeitweise Abschaltung erzwang. 

Ich wittere eine weiter zunehmende Gate-ifizierung Berlins … Und ernste Gespräche über den Polizeivertrag des Sternschutzes mit Berlin … Davon ab halte ich diese Story von der Abschaltung des Berliner Netzes für Mumpitz, ein Medien-Märchen: Das öffentliche Netz und selbst mehrere Kon-Netze sind unter der Last der Kommunikation jener Nacht schlicht zeitweise in die Knie gegangen. Möglich, dass da ein paar Spinner dachten, die bösen Kons hätten den Stecker gezogen und wollten da rein, um nachzusehen, aber die Story vom Abschalten unter vorgehaltener Waffe … ist Stuss, sorry, dafür fällt mir kein anderes Wort ein.
Russenrigger

Aktuell wird die Diskussion in den alternativen Bezirken davon beherrscht, wie Kieze und Bürger besser vor „externer Polizeiwillkür“ geschützt werden können – das Fiasko, wo SST-Soldaten „im Recht agierende Kiezpolizisten niederschießen“ ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen der Alternativen im Polizeistreit. Und klar, „man will ja nicht mit dem Tod so vieler Politik machen, aber…“. Pietät und Politik. Isn’t.
Tolstoi

Na denn komm mal aus deiner Filterbubble, denn das Pendel weiß noch nicht, wohin es schwingen will. Aus Richtung der Konzerne (im Besonderen unserem PNE-Liebling vom FBV) schallt nämlich umgekehrt, man müsse jetzt endlich „ERnst machen mit der Berliner Entwaffnung“, da die Anwesenheit von Kriegswaffen auf Demonstrantenseite dem Stern ja keine andere Wahl als Notwehr gelassen habe. Und aus Richtung Hannover hebt das hässliche Gespenst der „Beendigung des gescheiterten Sonderwegs für Berlin“ seine hässliche Fratze – freilich nur rein verbal und mit bayerischem Akzent.
Nakaira

[SYS] Schockwellenreiter-Node Reboot

„Wir sind die Schockwellenreiter. Wir sind die Stimmen des neuen Äthers und des alten Netzes. Das ist unser Netzwerk und als solches gibt es einige (wenige) Regeln, die ihr zu akzeptieren habt.“

Die Node der Schockwellenreiter erstrahlt in neuem Licht.

Nach Monaten des Tüftelns über eine denkbare Absicherung der Node in der neuen Matrix wurde nun ein Weg gefunden, „Pretty Good Security“ für alle Nutzer zu erreichen: Möglich ist dies vor allem durch jene Schockwellenreiter, die im Auftrag der BERVAG die Sicherheit und Neutralität des Netzwerk Berlin überwachen.

Die zuletzt aufgetretenen Fehler bei Anmeldung und Registrierung wurden damit gefixt und auch der Novapuls endlich eingebunden.

Auch die Benutzung mit VolksKommlink ist jetzt ohne Hürden möglich.

Hier treffen Runner, Auftraggeber und Helfershelfer aufeinander. Sie tauschen Gerüchte und Informationen untereinander aus. Wer am Puls der Sechsten Welt bleiben möchte, schnell und ohne viel Fragen Antworten sucht, der ist hier richtig.

Schaut rein und überzeugt euch selbst!

http://www.schockwellenreiter.biz/

Wer erstmal nur reinschnuppern möchte, ohne sich gleich einen eigenen Zugang zu machen, kann die Benutzerdaten von Tell nutzen – der braucht sie nicht mehr: 

Benutzer: tell 
Passwort: helvetia 

Aber posten ist damit nicht möglich – Tote Hacker posten nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel.

[44] Waffenlobby macht sich für Vollbewaffnung stark

Sender44Nicht ganz unerwartete Rückendeckung von Konzernseite erhalten die alternativen Verfechter der Berliner Vollbewaffnung von Seiten der mächtigen Megakonzern-Waffenlobby. Was lange ein offenes Geheimnis war, wurde im aktuellen Tätigkeitsbericht mehrerer Lobbygruppen nun erstmals offen eingeräumt: Demnach stellt Berlin für die Waffen- und Munitionshersteller einen der wichtigsten Absatzmärkte in Deutschland und Mitteleuropa dar, in den „langfristig strategisch investiert“ werde.  

Etwas paradox agieren in der Frage des in Berlin geltenden Waffenrechts jene Konzerne, deren eine Hand auf die volle Gewaltübergabe an beauftragte Polizeikonzerne und eine Entwaffnung eintreten, während zugleich deren andere Hand aus Richtung der Rüstsparte engagiert für den Erhalt der in Berlin vermuteten „5 Millionen Plus X“ Schusswaffen in Händen von Zivilpersonen eintritt.

Eine Verschärfung des Berliner Waffenrechts in Form einer Angleichung an das ADL-Waffenrecht plus tatsächlicher Durchsetzung der Waffenbesitzbestimmungen forderte zuletzt die Botschafterin der ADL in Berlin Dr. Isabelle Jandorf (Preußenstiftung). Dass insbesondere die Durchsetzung einer massenhaften Entwaffnung in den alternativen Bezirken überhaupt möglich ist, darf im Angesicht der erkennbaren Unfähigkeit des Sternschutzes, in den alternativen Gebieten für Sicherheit zu sorgen, bezweifelt werden. Zudem ist im Hinblick auf den Berliner Polizeistreit auch rechtlich einiges unklar, etwa die Berechtigung „alternativer Polizeidienste“ wie z:B. Kiezwehren, Waffen zu tragen.

Realistisch betrachtet bleibt der Berliner Führung im Moment wenig anderes übrig, als an der seit der Einigung praktizierten Laissez-faire Haltung zum Waffenbesitz festzuhalten:

Demnach wird das auf dem Papier stehende Gesetz der ADL zwar grundsätzlich anerkannt, aber erstens wo immer möglich sehr locker ausgelegt und zweitens schlicht nicht durchgesetzt, mindestens in alternativen Gebieten, und Waffenscheine – sofern überhaupt beantragt – werden mehr oder weniger formlos ausgegeben (der geforderte Nachweis einer persönlichen Bedrohungssituation ist zugegebener Maßen in Berlin äußerst leicht zu erbringen; im Regelfall reicht der Nachweis des Wohnsitzes in Berlin).

Freilich behält sich der Sternschutz vor, Waffenbesitz oder was das angeht auch Besitz gefährlicher oder aus anderen Gründen restriktiver Cyberware und/oder Drogen im Falle einer tatsächlichen Straftat oder zur präventiv zur Wahrung der Sicherheit bestimmter Vorzeigeregionen dann doch scharf durchzusetzen. Quasi eine Bedarfs-Ordnungswidrigkeit oder -Straftat, die man jederzeit anführen kann, wenn der Anlass es rechtfertigt oder der fragliche Polizist schlechte Laune hat.

Dein Thema, Fienchen!
Russenrigger

Wüsste nicht was es dazu noch zu sagen gäbe. Solange der Polizeistreit nicht entschieden und damit der Rechtsstand alternativer Schutzgruppen geklärt – und da gerade solcher Gruppen, die sich völlig erkennbar nur zu dem Zweck gründen, mit Automatikgewehren im Kiez herumlaufen zu können – wird sich da nichts bewegen. Der Sternschutz und dort gerade die SST jammert auch so schon über Unterfinanzierung und explodierende Aufwendungen zur Erfüllung ihres Polizeiauftrages, ich wüsste nicht, wie die sich vorstellen die bis an die Zähne bewaffneten Anarchos zur Abgabe ihrer Wummen zu bewegen. Naja, und das mit den Waffenlobbyisten ist auch nicht sonderlich neu. Ich zumindest hab noch keinen von denen gesehen, und wenn dann scharwenzeln die ohnehin um Wojenko und die Mitglieder des Schlichtungsausschuss herum. Was die dort zu erreichen hoffen ist klar: Legales Führen von Waffen für jeden Bürger, überall in Berlin, und ohne Ausnahmen. Das werden die nicht ganz durchkriegen, garantiert nicht, aber in der Diskussion schwingt aktuell so ein „die Anarchos geben ihre Waffen eh nie ab, warum die Normalbürger schutzlos machen?“ mit. So hören sich 5 Millionen Waffen nach ner Riesenmenge an, aber ein gehöriger Teil davon befindet sich auch im Besitz sogenannter Normalbürger, die einfach ne Scheißangst vor dem nächsten Konzern-Anarcho-Krieg oder einem Überfall der marodierenden Gang haben, deren Gräueltaten sie gestern im Trid gesehen haben. Im Prinzip kannst du sagen, dass die Bewaffnung der Bewohner im Anarcho-nahen Gebiet, also so 5 km in die Normalbezirke hinein nur unwesentlich geringer ist als in den Anarchogebieten. Wobei, klassisch Normalbürger-Denke, die meisten jener Waffen gut versperrt im kindersicheren Safe daheim liegen, indessen die meisten Anarchos natürlich mindestens ne Knifte dabei haben. Und ehrlich: So wie Beloit grade Stimmung gegen die Konzerne macht und so sehr wie der weltgrößte Waffenproduzent S-K (oder ist das Ares? Weiß nicht) noch immer davon angepisst ist, dass dem FBV sein Sternschutz den Polizeivertrag von Berlin hält, hält sich glaube ich der Widerstand gegen eine weitere Lockerung der Waffengesetze oder ihrer Durchsetzung bei ner Reihe der Megas SEHR in Grenzen. Das wird im kommenden Jahr definitiv noch „lustig“. Es ist halt nicht zu vergessen, dass die Berliner Einheit ganz Kalter Friede mäßig auf einem Gewaltgleichgewicht zwischen Konzernen und Anarchos beruht: Solange die Konzerne Sonderrechte in ihren Gebieten haben, beharren die Anarchos auf denselben Rechten bei sich. Deren Kiezwehr ist das Pendant zur Konzerngarde. Und das so juristisch dingfest zu machen, dass das mit der ADL halbwegs okay geht, ist … einfach nicht machbar. Was also tun? Den Berliner Frieden opfern, um ADL-Gesetze zu befolgen und näher an die ADL zu rutschen? Wer will das? KEINER will das. UNd das weiß die ADL, und sie wissen, dass sie nicht zu hoch pokern oder zuviel Druck machen dürfen. Oder sagen wir: Sie wissen das EIGENTLICH, aber Bayern-Beloit ist Berlin ganz möglicher Weise völlig schnuppe.
Fienchen

Das hörte sich bei Jandorf aber GANZ anders an. Da war mehr die Rede davon, dass das Assoziationsabkommen mit der ADL „keinerlei rechtlichen Spielraum“ für noch mehr Sonderwege mehr lasse, und die Boards sind voll von Talk, dass die Beloit Lofwyr buchstäblich bei den Eiern habe, weil der den assoziierten Status von Berlin gar nicht riskieren könne, schon um seine beratenden Berliner Bundesratmarionetten nicht zu gefährden. Im Gegenteil: Lässt Beloit die Situation gezielt provozieren, könnte – nach Abmahnung und Strafzahlung – die Unfähigkeit Berlins, geltendes und anerkanntes ADL-Recht umzusetzen als höchst willkommener Vorwand instrumentalisiert werden, nicht nur die Berlinvertreter der Konzerne aus dem Bundesrat zu werfen.
Konnopke

Das ist auch präzise das Problem der Angelegenheit: Buchstäblich ALLES kann passieren, und was davon passiert ist eher eine Frage der Agenda irgendwelcher Taktierer im Hintergrund. Beloit kann ebenso Berlin stumpf ignorieren und der Sache Zeit lassen, sich irgendwie zu regeln, und sogar nen Sonderweg beim Waffenrecht akzeptieren, Berlin hat schließlich auch Gewerbe- und Baubestimmungen, die in der ADL unmöglich wären (okay, mit Übergangsfrist), aber sie kann genauso ein Riesengeschiss ums Waffenrecht machen – beim nächsten Amoklauf, beim nächsten Mord an irgendeinem bescheuerten Anarchosafari-Touristen aus der ADL, beim nächsten Unfall mit ner ungesicherten Waffe in Kinderhänden – und die Sache zur Eskalation bringen. Und wie Berlin dann reagiert, ist längst keine Frage von Lofwyr, denn Big L schmeißt die Show hier nicht! Hey, er hat nichtmal den Sternschutz draußen halten können, okay? FBV und Renraku sind immer ein Schmerz in seinem schuppigen Arsch, und dass ADL, FBV und Ares zusammen die Kriseneingreiftruppe MET2000 kontrollieren macht die Situation (außerhalb der echten S-K Exter Gebiete, was Berlin betrifft also überall außerhalb Tempelhofs) echt schwer beherrschbar.
Tolstoi

Warum bietet S-K eigentlich keinen eigenen Polizeiservice an? Die stellen doch praktisch alles her, was so ein Durchgreifunternehmen braucht, wäre ein reiner Inhouse Job und soweit ich das überblicke das Schlaueste, was Goldie in Bezug auf seine (gemutmaßten) „Festung Europa“ Pläne machen könnte.
Russenrigger

Er wird seine Gründe haben. Unter anderem den, dass du so nen Dienst nicht einfach mal eben von Grund auf neu aufbauen kannst, und den, dass S-K sein Zeug ja an reguläre Polizeieinheiten und Polizei- und Sicherheitskonzerne verkaufen will. Macht er denen Konkurrenz, könnten die sehr stinkig reagieren und ihre Waffen, Rüstungen und Fahrzeuge woanders einkaufen. 
Fienchen

Plus S-K kann so nen Polizeidienst nicht aus seinen Konzerngardisten heraus aufbauen. Das sind eher Soldaten, und Soldaten sind schlechte Polizisten.
Konnopke

Du meinst so wie der Mercedes Benz Konzernsicherheitsdienst, aus dem der Sternschutz wurde?
Tolstoi

Auch wieder wahr.
Konnopke

Was zumindest stimmt ist, dass S-K irgendeine Alternative für die Berliner Polizeisituation haben muss. Dass Lofwyr den Stern draußen haben will kapiere ich, hat jeder verstanden – aber was strebt er stattdessen an? Und was haben die anderen Konzerne vor? Der wird sich ja wohl nicht die Schwarzen Sheriffs von Renraku hier reinsetzen wollen. Ich sehe die Räder in Bewegung, und das auf verschiedenen Ebenen. Sehe aber den größeren Zusammenhang nicht. Bundes- und Berlinwahl. Bundesratsinteressen. Beloits „mit den Konzernen auf Augenhöhe“ Kurs plus Fußtritt an die LDFP. Berliner Polizeistreit. Waffenlobbyisten. Gleichstellungsprobleme der Bezirke …
Fienchen

Zumindest EINES steht fest, und ich glaube nicht, dass die ADL Regierung das rafft: Wenn es zum ernsten Streit um den Assoziiertenstatus Berlins kommt, werden die Alternativen Front gegen die ADL machen, MIT den Konzernen, NICHT gegen sie. Die Konzerne mögen hier in Berlin „der Feind“ sein, aber das im Sinne des Ringens aller Fraktionen im Status F. Die Konzerne haben bei all der Scheiße, die sie getan haben, auch einiges FÜR Berlin getan, und das verstehen die Anarchos sehr gut, auch wenn sie es nie eingestehen würden. Die ADL hingegen hat noch nie(!) etwas für Berlin getan, im Gegenteil: die haben zugesehen, als hier Hunger und Seuchen herrschten, Linnheimers kamerawirksames Rumgeflenne war allzu eindeutig Propaganda, und die letzten Erinnerungen an die alte BRD sind Metamenschenghettos, Militärherrschaft, die feige Flucht der Politiker und das Gefühl, Berlin wurde im Stich gelassen und abgeschrieben. Die Megakonzerne sind ein Problem, aber man hat sie bereits besiegt in dem Sinn, dass die Megakonzernherrschaft Berlins verhindert wurde. Sie sind der Feind, aber ein bekannter und beherrschbar scheinender Feind (don’t laugh). Die ADL aber, die ist weit weg, und dass die neue Kanzlerin gern Dirndl trägt verstärkt das Gefühl der Entfremdung nur noch weiter. Scheiße, jeder Berliner Megakon-Exec ist den Anarchos näher als jeder Wessi-Provinzpolitiker. Immerhin sitzen wir mit den Megas gemeinsam in der Scheiße, sind Gefangene und Liebhaber derselben Hure, Berlin!  
Tolstoi

Gleich speie ich.
Nakaira

[44] METAHUMANA Geschäftsführerin gestorben

Sender44Von den Berliner Medien unbemerkt verstarb in der vergangenen Woche Friedericke Stör, die Hauptgeschäftsführerin der kooperativ organisierten Urberliner Gebrauchtwarenhauskette METAHUMANA. Die 56-jährige Geschäftsfrau und Tochter des METAHUMANA-Mitbegründers Lars Christian Stör wurde von Unbekannten in ihrer Wilmersdorfer Wohnung überfallen und mit mehreren Dutzend Messerstichen getötet. Dies fanden durch einen Geschäftsfreund der Ermordeten beauftragte freischaffende Ermittler heraus.

Der Geschäftsfreund war im Zuge von Geschäftskorrespondenz  mit der Familie Stör „praktisch zufällig und nebenbei“ über die bereits vor Tagen erfolgte Beisetzung informiert worden. Angaben zur Ursache oder dem Zeitpunkt des Todes wurden nicht gemacht. Wie der Geschäftsfreund auf Basis der durch seine Ermittler beschafften Daten herausfand, stand er in den letzten Wochen statt mit Friedericke Stör mit deren hochautonomen Virtual Business Assistant (VBA) in Verbindung. Der intelligente Algorithmus erledigte basierend auf Programmierung und dem bisherigen Geschäftsgebaren der zurückgezogen lebenden METAHUMANA-Chefin alle anfallenden Arbeiten inklusive Geschäftskorrespondenz und Business Entscheidungen.

Warum die Gründerfamilie der legendären Berliner Kette der F-Zeit das Unternehmen sowie Freunde und die Öffentlichkeit im Unklaren ließen über den Tod ihres Familienoberhauptes, ist nicht bekannt. Ebenso ist derzeit unklar, ob die Besitzer der in Übernahmegesprächen mit Aztechnology stehenden Kaufhäuser Geschäftsentscheidungen der vergangenen Tage anullieren werden, die auf vermeintlichen Entscheiden der toten Managerin und Inhaberin beruhen. 

Was wollen wir wetten, dass einige jener Entscheidungen direkt den Aztech-Verkauf betrafen?
Russenrigger

Da wohl 90% der Entscheide diesen Sell-Out betreffen, liegst du vermutlich richtig. Die Frage ist bloß, ob FS von Aztech umgemacht wurde, um dem VDA noch unverschämter günstigere Übernahmekonditionen einzuprogrammieren, oder ob sie von den Inhabern um Renate Pilaski gekillt wurde, die METAHUMANA unbedingt unabhängig halten wollen. Letztlich ist das alles nur traurig, denn im Kern geht es nicht um METAHUMANA und deren einzigartiges Geschäftsmodell, sondern nur um die Immobilien: Aztechnology kann kein Interesse haben, ein XL-Second-Hand-Kaufhaus mit teurer Serviceabteilung zu kaufen – nichtmal zu „retten“, denn META- und PROHUMANA geht es dreckig. Die Grundstücke der Kaufhäuser aber sind echt attraktiv und perfekt Aztechs Pläne, ein big player im Berliner Konsumgüter- und Modemarkt zu werden.
Tolstoi

[SRB] zu den Wahlen 2074

SRB ZU DEN WAHLEN 2074

:::::: Berlin :: 02. Oktober 2074 ::::::::::::::::::::::::::::::::

Zwei große deutsche Wahlen beherrschen in 2074 die Medienfeeds, von denen uns in Berlin natürlich nur eine interessiert: Die kommende Berlin-Wahl zur II. Wahlperiode am kommenden Sonntag, dem 7. Oktober 2074.

Also, dass die zurückliegende Bundestagswahl vom September in Berlin gänzlich egal gewesen wäre, stimmt so ja nun nicht. Klar: Da Berlin nur ein assoziiertes Mitglied der ADL ist, haben die Berliner bei der Bundestagswahl nicht mitgewählt. Dennoch hat man auch hier in Berlin die Bundestagswahl genau verfolgt, wusste man doch, dass die Linnheimer-Regierung aus CVP und LDFP kräftig Einfluss auf die Berliner Einigung nahm. Wie es damit nach den Verschiebungen der Bundestagswahl in Zukunft aussieht, weiß freilich keiner – in jedem Fall aber hat die Bundestagswahl in Berlin das Bewusstsein über die zuvor schon fast vergessenen oder als irrelevante Faselköpfe veralberten „West-Parteien“ neu geschärft. Mag in der ADL die wahre Macht auch im Bundesrat liegen: Im Bundestag geschieht wenn schon nicht die Willensbildung des Volkes, dann mindestens dessen öffentliche Inszenierung.
Konnopke

Dass „die Berliner“ nicht an der Bundestagswahl teilgenommen haben, ist so nicht korrekt: im Schnitt 80% der Einwohner von Berliner Konzernbezirken sind registrierte Staatsbürger der ADL, die ihr Wahlrecht ganz normal von Berlin aus wahrnehmen. Umso mehr überrascht das Ergebnis der Bundeswahl. Mich zumindest.
Fienchen

80%? Das haut niemals hin! In den Berliner Konzernbezirken sind zwei von drei Einwohnern Konzernbürger, und die haben in der ADL bekanntermaßen seit Jahrzehnten schon kein Wahlrecht mehr. Da hat die ADL ausnahmsweise mal gut gearbeitet und wenigstens der direkten Konzernmitbestimmung den Riegel vorgelegt.
Tolstoi

Aber ganz im Gegenteil: dieselbe seinerzeit eingebrachte und theatralisch durchgefochtene Wahlgesetznovellierung der Christlichen Volkspartei enthält einen spät und vor allem auf Betreiben der LDFP angefügten Kompromiss, nämlich die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für Konzernbürger. Diese lässt sich die ADL zwar bezahlen, das hindert aber die großen deutschen Konzernplayer wie S-K, den FBV oder selbst die AGC nicht, ihren Bürgern eine solche doppelte Staatsbürgerschaft zu sponsorn (unterm Strich senkt die Novellierung also vor allem den Stimmanteil von Konzernbürgern nichtdeutscher Großkonzerne, die sich den Luxus eines teuren Massensponsorings der Doppelstaatsbürgerschaft ihrer Bürger nicht leisten möchten oder können). Dass die mit doppelter Staatsbürgerschaft „beschenkten“ Konzernbürger im Vorfeld von Wahlen zugebombt werden mit gefärbter Berichterstattung und Einflussnahme auf ihre politische Entscheidung, braucht nicht extra gesagt zu werden. Mehr Infos zu dem ganzen Thema – inklusive der zweiten Hintertür für ein Wahlrecht der Konzernbürger, das an die neue CEERS-ID gekoppelt ist und vor allem von S-K auf Europaebene durchgeprügelt wird, findest du im Machtspiele Upload.
Fienchen

Natürlich wären Wahlen prinzipiell im Neuen Berlin nicht das Medienereignis, das sie anderswo sind – schließlich haben wir jedes verdammte Jahr eine Berlin-Wahl. Dafür ist die „politische Anteilnahme“ der Bevölkerung Berlins – Wiege der Policlubs! – weitaus größer als anderswo, und die Berliner Sender haben noch aus Autonomiezeiten eine auf Berlinpolitik fokussierte Programmgestaltung, die auch die kommende Wahl wieder wie ein Fußballereignis feiern wird.

Inklusive Public Viewing in der Stampe, Fanschals und Bezirksinsignien, Freibierausschank der Machtgruppen und Bambule ab der ersten Hochrechnung.
Konnopke

Hochrechnung?
Splinter

Meint: Direktausgabe der per Kommlink abgegebenen Stimmen aus den Norm- und Konzern-Bezirken, plus im Laufe der nächsten 6 Stunden bis 6 Tage nachkleckernden Stimmen derjenigen freien Bezirke, die für sich intern festgelegt haben, dass jede abgegebene Stimme geprüft und von Hand gezählt werden muss, oft sogar mehrfach. Das hat für besagte Bezirke den Vorteil, dass man noch wahltaktisch ein bisschen feintunen kann – wenn man unterstellt, dass in den freien Bezirken gemogelt wird, was natürlich ebenso völlig absurd ist, wie dass die Ergebnisse der Konzernbezirke nicht von oben diktiert wären.
Roter Oktober

Für unsere Auswärtigen und Zugereisten hier also 5 Tage vor dem großen Ereignis alles, was es zur Berlin-Wahl zu wissen gibt. Los geht’s!  

Wer die Wahl hat

DIE BERLINER URWAHL 2072. Das neue, geeinte Berlin wählte erstmals vor 2 Jahren, 2072. Während die Wahlen der Bezirksabgeordneten und den Drei Bürgermeistern Berlins im zukünftigen Normalfall jährlich unterteilt in 3 Wahlperioden mit je 3-jähriger Amtszeit erfolgten, war jene die Berliner Einigung begründende Wahl ’72 eine Ur- und Gesamtwahl in allen Bezirken gleichzeitig.

DIE ERSTE REGULÄRE WAHL (WAHLPERIODE I) 2073. Dem entsprechend hatten die Bezirksvertreter der Wahlperiode I – die schon 2073 neu gewählt wurde – eine überaus kurze Amtszeit von nur einem Jahr, und der ebenfalls 2073 erneut zur Wahl stehende Dritte Bürgermeister Koslowski ebenso. Zum Glück für die meisten Abgeordneten (und den eher blassen Koslowski) aber genügte das eine Jahr – das zudem von Übergangswehen vom alten in das neue Berliner System begleitet war – nicht, um zur sofortigen Abwahl der erst im Vorjahr berufenen Vertreter zu führen: Nicht nur blieb der Dritte Bürgermeister mit fast gleichem Wahlergebnis im Amt, unter den 7 Bezirksvertretern der Wahlperiode I gab es gerade mal eine einzige Umbesetzung, indem Alexander Sukrow in Gropiusstadt die kurz davor leider verstorbene und insofern nicht mehr zur Wahl antretende Marissa Wagner ersetzte. Zwei weitere Kandidaten hatten ebenfalls kurz zuvor ihren Rückzug „aus privaten Gründen“ verlautbaren lassen. Einen überraschend heftigen Schuss vor den Bug erhielt indes auch Milena Kilic in Charlottenburg-Wilmersdorf, die nur knapp an der Bezirksvertretung festhalten konnte: An ihr hatte sich der geballte Frust über eine viermonatige Vollsperrung der Entlastungstraverse auf dem Dach der Kurfürstendamm-Mall entladen, die aus baulichen Gründen indes unabdingbar war. 

Bis zur Wahl 2072 übrigens befand sich Berlin quasi im Fluss zwischen einem gesetzgebenden Gremium der wichtigsten Vertreter – unter Moderation und Mediation von Jandorf und Pflügler, unter anderem – hin zu einem „ordentlichen“ und repräsentativen Berliner Rat mit Ratspräsident und Erstem Bürgermeister. Der Übergang war alles andere als einfach, und einzelne, besonders uneinsichtige autonome Vertreter im früheren „Berliner Rat“ mussten mit Gewalt zur Freiräumung ihrer Sitze gezwungen werden. 

Nicht offiziell, natürlich. Aber bestimmte, zuweilen langjährige Vertreter im Berliner Rat – hier gemeint der im ostberliner „Exil“ tagende Phantastenverein, der sich auch 2070 noch immer in Gesamtkontrolle der Stadt fieberte – waren auch mit viel gutem Zureden, Geld und Nutten nicht dazu zu bewegen, ihren Platz und Anspruch aufzugeben. Im Verlauf der Jahre 2070–72 wurden die Stimmen der besonders Uneinsichtigen indes immer leiser, speziell nachdem es vor allem in deren Autos, Badewannen und Agrarkombinatshäckslern zu äußerst tragischen Unfällen und technischem Versagen kam.
Nakaira

DIE KOMMENDE WAHL (WAHLPERIODE II) 2074. Jetzt, 2074, werden die Vertreter der Bezirke der Wahlperiode II gewählt, und zugleich der Zweite Bürgermeister. 2075 wird dann die Wahlperiode III mit der vielbeachteten Wahl des Ersten Bürgermeisters und Ratspräsidenten folgen, und nicht wenige sind der Ansicht, die Wahl am kommenden Sonntag sei eine Art Probewahl auch für das 2072 begründete „System Wojenko“, der bei einer Abwahl Pflüglers seinen wichtigsten Unterstützer und Schlichter zwischen den Fronten verlieren könnte.

Nochmal in kurz, für eilige Leser: Die 21 Berliner Bezirke sind in drei „Wahlperioden“ zu je sieben Bezirken gruppiert. In Wahlperiode I werden die Vertreter der ersten sieben Bezirke plus der Dritte Bürgermeister gewählt, in der Wahlperiode II erneut sieben Bezirksvertreter sowie der Zweite Bürgermeister und in der Wahlperiode III die letzten sieben plus der Erste Bürgermeister. 2072 fand eine Urwahl aller Bezirke statt, 2073 fand die erste reguläre Wahl (I/3. Bürgermeister) statt, 2074 haben wir II/2, 2075 folgt III/1, danach geht es 2076 mit I/3 von vorne los.
Cynic

Der Vollständigkeit halber: Wahlperiode I sind die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (Norm), Gropiusstadt (Frei, Vory-dominiert), Marzahn-Hellersdorf (Frei, Vory-dominiert), Oranienburg (Frei, BGS-dominiert), Reinickendorf (Norm), Aztech-Schönwalde (Konzern, Aztech) und Tegel (Konzern, Z-IC), Wahlperiode II sind Falkensee (Frei, mikroferal), Köpenick (frei, dominiert von Kommunisten, EMC und Shiawase (ja, sowas gibt’s)), Mitte (Konzern, FBV), Pankow (Frei, Altanarchistische Hochburg), Prenzlauer Berg (Konzern, Renraku), Spandau (Norm, mit starkem Aztech- und Psi Aid-Einfluss) und Tempelhof (Konzern, S-K), und Wahlperiode III sind Groß-Siemensstadt (Konzern, AGC), Potsdam (Norm, mit starkem Einfluss von Preußenstiftung und z.T. noch Draco Foundation), Schönefeld (Norm, mit starkem Einfluss von Messerschmitt-Kawasaki), Zehlendorf (Norm, Graue Wölfe gegen Proteus und Evo, das wird spannend), Strausberg-Fredersdorf (Norm), Friedrichshain-Kreuzberg (Frei, unüberschaubarer Wust von Machtgruppen, starker Einfluss der Schiiten) und Lichtenberg (Frei).
Konnopke

Wenn vollständig, dann richtig. Anbei unten der Status Quo der Bezirksvertreter vor der kommenden Wahl, plus der Hinweis, dass im Berliner Rat neben den gewählten Bezirksvertretern auch einige weitere Vertreter sitzen, die zwar „nur“ beraten, das aber durchaus mit Nachdruck: Dies sind aktuell die Vertreterin der Berliner Industrie, Olga Schoel (Messerschmitt-Kawasaki), die Botschafterin der ADL, Dr. Isabelle Jandorf (Preußenstiftung), Oberstleutnant Bettina Lange als Vertreter der Bundeswehr und des ADL-Verteidigungsministeriums, sowie nicht zuletzt die Vertrerin des Bundesamtes für Hermetik und Hexerei Dr. mag. Marlon Zienterra.
Tolstoi

Niemand mag Klugscheißer.
Nakaira

Das sagt die Richtige.
Cynic

Wie immer.
Nakaira

Im extremen Fall – den niemand wirklich erwartet – könnte sich sogar das politische Schicksal von Berlins Erstem Bürgermeister Yilmaz Wojenko am kommenden Sonntag entscheiden: Dann nämlich, wenn Wojenko als Bezirksvertreter des Norm-Bezirkes Spandau trotz Deckung von Psi-Aid und Schützenhilfe von Aztechnology nicht wiedergewählt wird.

In diesem Fall bliebe Wojenko zwar bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters 2075 im Amt, könnte aber für den Rest seiner Amtszeit im Berliner Rat nicht mehr für seinen Bezirk stimmen und 2075 selbst dann nicht erneut zur Wahl des Bürgermeisters antreten, wenn 100% der Berliner ihn gerne im Amt behalten würden (was natürlich absurd ist – Wojenkos aktuelle Zustimmung in der Gesamtberliner Bevölkerung bewegt sich den unterschiedlichen Meinungsforschungsinstituten, Politagenturen und Vote Forecasts zwischen 35% (Sender Freies Berlin, Linksalternativ) und höchstens 56% (Spandauer Volksblatt, Eigner: Aztechnology)).

Aber gehen wir die Kandidaten und ihre aussichtsreichsten Herausforderer im Einzelnen durch:

Falkensee

Wie GNB bereits vor einiger Zeit [HIER] feststellte, gehört Falkensees Bezirksvertreter Steffen Atzold zu den wenigen, die am Sonntag um ihr Mandat bangen müssen:

Falkensee ist bankrott, und Lichtblicke am Ende des Tunnels gibt es keine. Unter diesen Vorbedingungen hätte nicht einmal ein engagierter und fähiger Politiker etwas zum Besseren wenden können. Und Atzold war kein engagierter und fähiger Politiker. Stattdessen gilt der glatzköpfige Endvierziger und Langzeitarbeitslose als korrupt bis ins Mark und so schmerzfrei, was seine öffentliche Wahrnehmung angeht, dass er sich nicht einmal die Mühe macht, seine Abgreifmentalität zu kaschieren.

Stattdessen hat Atzold die zwei Jahre seiner verkürzten Amtszeit bestmöglich dazu genutzt, maximalen Profit zu erzielen: Hier ein eilig durchgewunkenes Bauvorhaben, dort eine Zulassung für einen neuen Müllplatz, hier ein vollmündig als zukunftsweisendes Infrastrukturpaket geschöntes Bauprojekt für seit Neuestem mit ihm befreundete Unternehmer und dort Fördergelder für einige der von Atzold protektionierten Kampfsport- und KampfHUNDvereine – das sind die ruhmlosen Endergebnisse seines Wirkens.

Paradoxer Weise steigen Atzolds Popularitätswerte im Bezirk, je unverblümter und frecher er auftritt: Je mehr die Medien sich im Hinblick auf die bevorstehende Wahl gegen diesen „Berliner Schandfleck“ in Stellung bringen – womit abwechselnd mal Atzold und mal das zunehmend mikroferale Präkariatsghetto Falkensee gemeint ist – desto mehr stellen sich die desillusionierten und vom Berliner Aufschwung ausgegrenzten Falkenseer hinter „ihren Mann Atzold“.

Atzolds aussichtsreichster Herausforderer im Bezirk ist Dönerspießproduzent Aslan Özdemir, der erst in diesem Jahr eine große Fabrik für Mischfleisch- und Sojaspieße mit 400 Arbeitsplätzen in Falkensee eröffnete. Özdemir ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Spross eines alteingesessenen Berliner Dönerimperiums, das mit einigen Blessuren die Dönerkriege in den Sechzigern überlebte, ohne – soweit man weiß – in das Produktions- und Vertriebsnetz der Grauen Wölfe integriert zu werden. Die gewalttätigen Konflikte seiner Kindheit und Jugend sind an dem heute 52-jährigen keineswegs spurlos vorbeigegangen, und mit einigem Stolz umgibt sich der „Döner-Löwe“ Aslan mit martialischen Bodyguards und gepanzerten Geländefahrzeugen, soll sogar mehrere Söldner aus zerfallenen Armeen des Nahen Osten unter Vertrag haben.

Seinem Auftreten und Don-haften Gebaren zum Trotz hat Aslan Özdemir alles andere als Sympathien zum organisierten Verbrechen und weist Vorwürfe, er selbst sei das Oberhaupt einer verbrecherischen Drücker- und Schutzgeld-Clique, weit von sich: Der vierfache Familienvater und gläubige Muslim macht sich vielmehr dafür stark, Berlin vom „Krebsgeschwür der Wölfe, Vory und anderen Banden“ zu befreien, und bietet als Alternative zu Perspektivlosigkeit und hohlem Protest „Bescheidenheit und ehrliche, harte Arbeit“.

Laut Ansicht der Berliner Wettbüros, wo man traditionell auf den Ausgang von Berliner Wahlen und anderen Abstimmungen und Verhandlungen in den Kiezen der Spreemetropole wetten kann, wird es Özdemir mehr als Atzold gelingen, seine Anhänger zur Abgabe einer gültigen Stimme bei der Wahl zu bewegen.

Offen bleibt der Ausgang nicht zuletzt wegen Friederike Kuhnert von der neu gegründeten USPD Falkensee, einem der ersten Vorstöße der gesamtdeutschen Partei auf Berliner Boden. Die Sozialkundelehrerin und Pastorentochter Kuhnert macht sich für staatliche Hilfen Deutschlands für Berlin und Berlins für Falkensee stark, setzt auf stärkere Beteiligung der Reichen und Superreichen – Bürgern wie Unternehmen – an der Behebung von Armut und Missständen in Deutschland und umgibt sich mit dem Nimbus, über die große linke Volkspartei USPD „Hilfe von außen“ für Falkensee mobilisieren zu können.

In den letzten Umfragen liegt Kuhnert deutlich hinter Özdemir zurück, könnte diesem aber just genug Stimmen stehlen, um Atzold im Amt zu halten. Verlierer wären in diesem Fall in jedem Fall die Falkenseer, denn es gilt als ausgeschlossen, dass BERVAG oder Berliner Rat unnötig Hilfsgelder nach Falkensee pumpen werden, die dann in den Taschen von Atzold und seinen Freunden versickern.

Köpenick

“Der Kampf gegen das globalisierte Konzernkapital ist schon ohne Personaldebatte schwer zu gewinnen”, sagte bereits im April der exilrussische kommunistische Schriftsteller und Rabeja-Vertraute Tichonow: “Die Kandidaten, auf die sich die Policlub- und Parteispitze 2070 geeinigt haben, sind für die kommenden 10 Jahre gesetzt, und möglicher Weise länger”.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Lena Rabeja schon jetzt als bleibende Köpenicker Bezirksvertreterin nach der Wahl gehandelt wird. Gegenteilige Einflussnahmen könnten im stammkommunistischen Köpenick allenfalls von Seiten der dort aktiven Großkonzerne EMC und Shiawase kommen, EMC aber scheint kein aktives Interesse an der Gestaltung der Bezirkspolitik zu haben, und seit Rabeja mehrere Charity-Einladungen und Orts-Einweihungen von Shiawase mit ihrem Besuch beehrte, sind frühere Gerüchte einer Beziehung zwischen der Kommunistin und dem Urkapitalisten praktisch offiziell bestätigt worden.

Dass es darob keinen Aufschrei der Empörung in der Köpenicker Kommunistenszene gibt, scheint indirekt durch die Vorfälle in Dubai und die seitdem anhaltende Serie von Vorfällen, Rückrufaktionen, Lieferungsengpässen und anderen Folgen von Schattenläufen und Sabotage im Hause Saeder-Krupp begründet: Während der Konzern des goldenen Drachens in seinen Betriebsabläufen ganz eindeutig gestört und abgelenkt ist – sei es durch tatsächliche Übergriffe der Drachin Hestaby und deren Getreuen, sei es durch die wachsende Anti-Drachen-Stimmung im Land, sei es durch Feindkonzerne, welche die aktuelle Schwäche als Chance wittern und ein wahres Sperrfeuer schwarzer Operationen gegen den weltgrößten Konzern entfesseln – gilt der „good citizen“ Shiawase als möglicher Partner, Berlin aus dem Griff von Goldschuppe zu befreien.

Während Shiawase wie EMC peinlich darauf bedacht sind, in Köpenick politisch unsichtbar zu bleiben („Wir produzieren hier nur, schaffen Arbeitsplätze und fördern Schulen, Altersheime und andere wohltätige Einrichtungen, bitte weitergehen“), sind die einzigen Gegner Lena Rabejas denn konsequenter Weise radikale Kommunisten, die sich an die von Tichonow genannte Vorgabe der „Policlub- und Parteispitze“ nicht gebunden fühlen – sprich: selbst eine Benennung als Vertreter der Bewegung anstreben.

Zu diesen gehören der gebürtige Warschauer Andrzej Slupinski – aus Sicht der Köpenicker Kommunisten ein ewiger Querulant und leider genialer Querdenker, dessen ewigen Kritteleien durchaus gute Ideen entspringen und der sich darob einiger Anerkennung erfreut – sowie die gealterte Professorin für Politikwissenschaft und Geschichte an der früheren Berliner Universität Isabelle Vesely-Barchmann, bei der die Hälfte der kommunistischen Intelligenzija Berlins ihr politisches Basiswissen gewonnen hat.

Während Slupinski sich offen zur Wahl als Gegenkandidat angeboten hat, bescheidet sich Vesely-Barchmann bislang darauf, „die mahnende Stimme des kommunistischen Gewissens“ zu sein, das selbst dann nicht „den Pakt mit dem kapitalistischen Teufel“ eingehen dürfe, wenn dies kurz- bis mittelfristig vorteilhaft für die Erlangung der Ziele sei. Ob sie am Wahltag doch auf der Liste der Kandidaten auftaucht, ist gegenwärtig noch immer offen.

Nicht unerwähnt bleiben soll zudem Clemens Streußner, seines Zeichens „politisch unabhängiger“ Köpenicker Unternehmer und Betreiber einer der vielen Berliner Kleinbanken, die in den Jahren der Anarchie das Wirtschaftsleben der Stadt künstlich beatmet haben. Der wirtschaftsliberale Gegner des Kommunismus lebt auf einer Hausyacht mit sensationell ausgebauter Sensoren-, Sende- und Computerzentrale und gilt als einer der wichtigsten Infobroker und Strippenzieher der alternativen Berliner Wirtschaft.

Seine Aussicht auf Erfolg ist schwierig einzuschätzen: Einerseits sind die Köpenicker Kommunisten von allen Machtgruppen die eindeutig stärksten, andererseits ist zu erwarten, dass die anderen Splittergruppen ihre Wähler dazu anhalten, Streußner als „Kandidaten gegen die Kommunisten“ zu unterstützen.

Mitte

Nach zwei durchaus spannenden Alternativen Bezirken winkt in Mitte das genaue Gegenteil: Trotz zuletzt wachsender Kritik an seiner offenen Zurschaustellung von Sympathie für die rechtsextreme PNE wurde Dr. Alexander Schmidt erwartungsgemäß wieder als Kandidat vom FBV aufgestellt, und damit ist die Wahl eigentlich ausgemacht.

Für eine Überraschung kann allenfalls noch ein hohes Ergebnis von 15% oder mehr für Dr. Paul Zöller vom Berliner Bankenverein sorgen, dem vehementesten Kritiker an Schmidts braunem Flirt: Eine Krähe hackt der anderen zwar kein Auge aus, aber eine deutliche Stimme für Zöller würde von den auf Ansehen und Seriösität gebügelten Berliner Bankkreisen als wichtiges Signal gegen FBV-Mann Schmidt verstanden werden.

Tatsächlich findet sich bei einigen Berliner Buchmachern die Wettoption, auf einen Rücktritt Schmidts infolge eines hohen Ergebnisses für Zöller zu setzen, womit jener dann – trotz „verlorener“ Wahl – der neue Bezirksvertreter von Berlin-Mitte wäre.

Realistisch ist diese Option freilich nicht besonders: Zöller ist Berliner Vorstand der europäischen Vorzeigebank Hildebrandt-Kleinfort-Bernal, deren Eindringen in den Berliner Wirtschaftsraum den FBV auch ohne weitere Vorfälle zur Weißglut treibt.

Dennoch: Das Pokern um den Bankplatz Berlin – DAS Projekt des Berliner und auch NEEC-Großkapitals und zentraler Baustein für Berlins Zukunft als Wirtschaftsort und Drehscheibe – hat seit der Berliner Einigung eine neue Qualität erreicht, und die Schatten der Stadt schwemmen förmlich auf von kleinen und großen, oftmals zusammenhanglos wirkenden Jobs, durch welche die konkurrierenden Großbanken sich in Position für ihre zukünftige Rolle und Stellung im Berliner Bankrenspiel bringen.

Pankow

Die Wahl wird in Pankow wohl schnell entschieden, aber zuallerletzt fertig ausgezählt sein: Der Bezirk mit den rigorosesten internen Bestimmungen gegen Wahlmanipulation und Abstimmungsbetrug führt exakt zwei Kandidaten auf der Liste: den amtierenden Bezirksvertreter Wladimir Igorewitsch Bronstein und dessen Schwiegersohn Wanja Besúchow, dem die Rolle als Feigenblatt von Opposition zugedacht ist.

Prenzlauer Berg

Renraku hat mittlerweile per Presseerklärung bekanntgegeben, dass Takeshi Ozu zum kommenden Sonntag die äußeren Vertretungspflichten der Bezirksverwaltung gegenüber dem Berliner Rat übernehmen wird. Diese klare Absage an die sonst von den Berliner Konzernen betriebene Scharade angeblicher Wahlen kann als Brüskierung verstanden werden, wird allerdings von Renraku förmlich weggelächelt: Ichiro Koizumi stehe „infolge seiner privaten Entscheidung dazu“ nicht länger als Vertreter zur Verfügung, daher sei Ozu nicht nur die natürliche, sondern die tatsächlich einzig sinnvolle Wahl.

Spandau

Alle Augen ruhen bei der kommenden Wahl einerseits auf der Wahl des Dritten Bürgermeisters und andererseits auf dem Ergebnis des amtierenden Ersten Bürgermeisters Yilmaz Wojenko in seinem eigenen Bezirk, Spandau. Trotz kräftigen Schönschreibens der kaum messbaren Verbesserungen der Spandauer Situation seitens des Aztech-eigenen Propaganda-Newsfeeds „Spandauer Volksblatt“ ist Wojenko in seinem eigenen Bezirk durchaus nicht unumstritten:

Zu viel Repräsentanz, zu viel Schischi, zu viel Agieren außerhalb Spandaus, zu wenig Bearbeitung der dringenden Aufgaben im Bezirk – das sind die zentralen Vorwürfe, die man Wojenko zu Recht oder Unrecht macht. Umgekehrt sind selbst die Spandauer aber mit Wojenko in seiner Eigenschaft als Erstem Bürgermeister recht zufrieden – auch deshalb, da man weiß, dass man bei einem Ersten Bürgermeister aus einem anderen Bezirk möglicher Weise gar keine Rolle mehr spielen würde.

Hilfe aber braucht Spandau – und hier sowohl die desolate Mitte und kaputtgebaute, von Wolkenkratzergerüsten überragte Altstadt des Bezirkes, als auch das heruntergekommene Arbeiterviertel Gatow und die Betonwüste Staaken, die fließend in das Elend von Falkensee übergeht. Aztechnology hat sich mit Aztech-Schönwalde das „Sahnestück“ aus „ihrem“ Bezirk herausgeschnitten – der Rest des Bezirks war schon vor der Berliner Einigung aufgegeben worden, als klar wurde, dass der Traum von Berlin als glitzernde Konzernstadt nicht zu halten war.

Kein Wunder eigentlich, dass Wojenko wenig Lust hat, im schäbigen Rathaus Spandau umgeben von halbfertigen Hochhausruinen zu arbeiten, wo er praktisch nonstop zu wichtigen Anlässen in die feinsten Lokalitäten Berlins geladen wird – wenn er denn in Berlin ist, denn seine Position als wichtigster Repräsentant der Spreestadt führt ihn immer wieder fort, nach Hannover, nach Essen, nach Brüssel, London, Paris, auch Übersee (gerade erst kommt Wojenko von einer Asien-Reise aus Tokio zurück, zu der Berlin bereits seit 1994 eine Städtepartnerschaft unterhält).

Als Alternativen zu Wojenko bietet sich neben einigen allerdings chancenlosen Krawallmachern aus den autonomen Nachbarschaften wie der Lynarstraße und Eiswerder vor allem die Geschäftsfrau und „Ex“-Hackerin Doris „Yori“ Floricic an, deren 2069 neu gegründete „masterControl Agentur für Netzüberwachung“ nach erfolgreichem BERVAG-Pitch zu den erfolgreichsten Berliner Privatunternehmen zählt: Für verhältnismäßig wenig Geld übernahm Floricic den unvollendeten „Obelisken“, einen Spitzdachbüroturm am Havelufer auf Höhe der Spandauer Altstadt, der in seinem schäbigen Äußeren ein noch von Aztech eingebautes, hochmodernes Lichtfasernetz für die zukünftige Havelmetropole Spandau beherbergte – inklusive im Boden versenktem Rohbau zur Unterbringung eines Datentresors und einer Serverfarm. Ausgestattet mit ihren Fähigkeiten, neuer Tech und wenig Nachweisen, woher ihr Geld für all das kommt, ergatterte die international bestens vernetzte Yori den Job, die Berliner Matrix im Zuge des global beobachtbaren „Netzüberwachungswahns“ durch permanente Security Scans „sicherer“ zu machen.

Als Selfmade-Frau mit just der richtigen Mischung aus Rebellion und Profitsinn stehen Floricics Chancen gar nicht schlecht, es in Berlin weit zu bringen – ob allerdings schon bei dieser Wahl, muss bezweifelt werden: Die Unternehmen fürchten, sie könnte eine Hackerin sein, die in Berlin den größten Heist aller Zeiten plant. Die Anarchos fürchten, Yoris Insiderwissen über die Methoden, Denkweisen und auch Netzwerke der Hacker könnten dazu führen, dass Berlins Matrixnetz tatsächlich effizient gesichert wird – kein angenehmer Gedanke.

Tempelhof

An Dr. Franziska Landolts Wiederberufung zum Bezirksvertreter gibt es nicht den geringsten Zweifel – Saeder-Krupp führt auch keinen Alternativkandidaten an, sondern weist stattdessen aus, eine „interne Arbeitsgruppe“ habe sich „nach intensiven Audits, Rücksprachen und runden Tischen mit allen Konzernbürgern“ darauf verständigt, Landolt „ohne Vorbehalt“ das Vertrauen auszusprechen, ihre „exzellente Arbeit“ „gerade in schwierigen Zeiten“ fortzuführen.

Tatsächlich scheint S-K so interessiert daran, Landolt lebendig im Amt zu halten, dass deren bereits hohe Sicherheit nochmal massiv aufgestockt wurde: Man möchte Attentätern, Saboteuren und Runnern eindeutig keine Gelegenheit bieten, diesen Aspekt der S-K Geschäfte Berlins zu stören, Hestaby und Drachenhass hin oder her. 

Bei ihren wesentlich spärlicher gewordenen Auftritten seit Ausbruch des „Drachenkrieges“ wurde Landolt von 6 S-K Wachen in Vollrüstung sowie mindestens 2 hochrangigen Konzernmagiern flankiert. „Gut unterrichtete Schattenkreise“ wollen zudem wissen, dass S-Ks Frau im Rat auch durch Tarnungen, kybernetisch verlinkte Doppelgänger, Unsichtbarkeitszauber und Ähnliches geschützt werde. 

Der Zweite Bürgermeister

Morek Pflügler hat bedingt durch sein unglückliches Einschreiten beim „Kiezpolizei-Skandal“ im alternativen Berlin dort massiv Zustimmung verloren, auf Konzernseite und bei der gemäßigten Mitte aber erneut Anerkennung gewonnen.

Weder Ersteres noch Letzteres hilft ihm in seinem Heimatbezirk Lichtenberg, aber dieser gehört nicht zur Wahlperiode II, insofern ist dies für den Moment und trotz allem medieninszenierten Geunke um eine mögliche „Abwahl“ des Mitschöpfers der Berliner Einheit völlig egal:

Der Zweite Bürgermeister wird berlinweit gewählt, quer durch alle Schichten, Parteien, Fraktionen und Gruppen, und es gibt wenig Personen, die im Schnitt all der unterschiedlichen Berliner Kreise und sozialen Schichten so viel Unterstützung (und Bekanntheit) haben wie der umtriebige Pfarrer, Schlichter und frühere Ausdeuter der Berliner Sokaren.

So versuchen denn die Gegenkandidaten Pflüglers sich mehr oder weniger erfolglos über Wahlkampfthemen wie die vieldiskutierte „Naziarchitektur„-Debatte oder das ewige Thema „Horizontaltangente“ zu profilieren – unterm Strich wird es ihnen wenig nützen. 

Zwar lag S-K Frau Landolt eine ganze Weile weit vorne bei den Buchmachern, indessen hat sie vor dem Eindruck wachsender Spannungen und Vorbehalte gegen den S-K Präsidenten einer spekulativen Kandidatur längst öffentliche Absage erteilt.

Somit rückt in der Tabelle schon die Nummer 3 nach, noch im Juni gehandelt mit Erfolgsaussichten von 1 zu 700, inzwischen auf 1 zu 2.600 abgerutscht: Allenfalls Milena Kilic traute man es noch zu, einige Anerkennungspunkte gegen Pflügler zu erzielen – bis die erneute Entlastungsstraßensperrung als Sommerlochthema 2074 auch diese Hoffnung zerschlug. 

Spannend bleibt der öffentlich geführte Streit um die Themen Berliner Mega-Bauwerke und Tangente trotzdem:

Beide Themen haben den Punkt gemein, dass die alternativen Vertreter gerne Verträge und Beschlüsse nochmal neu diskutieren und beschließen möchten, welche die Konzernregierung vor der Berliner Einigung gefällt/in Auftrag gegeben hat.

Kerngegenargument der Konzerne dabei ist, dass deren „legitimer Berliner Rat“ (und die BERVAG, damals in anderer Rechtsform) gültige und bindende Verträge geschlossen hat und eine Änderung/Auflösung erhebliche Konventionalstrafen und Mehrkosten nach sich ziehen würde, die dann ganz Berlin zu tragen hätte.

Gegenargument der Alternativen ist, dass die Verträge durch die Konzerne geschlossen wurden und dem entsprechend auch nur durch diese zu bezahlen wären.

Das abendliche Unterhaltungsprogramm ist also bis Sonntag garantiert. 

Viel Text, wenig Kommentare – habt ihr Biofeedback-Überladung?
Corpshark

Nein, nur Lags ohne Ende, und ich hab grade drei Verteilerknoten durch Überlastung verloren. Im Vorfeld der Wahl ist der Traffic in der Kabelmatrix im tiefroten Bereich – da kackt unser System schonmal ab. Gib mir 10 oder 20 Stunden zum werkeln, dann laden die Kommentare und hoffentlich auch die bereits eingefügten Errata nach.
Tolstoi

<<< PING LOST >>>

 

[44] Razzia bei RAZANG

STERNSCHUTZ STÜRMT RAZANG REDAKTIONSRÄUME

Zu einer unerwarteten Begegnung der schwer bewaffneten Art kam es vor wenigen Minuten in den Redaktionsräumen des Berliner Straßenmagazins RAZANG in Berlin-Lichtenberg. Wie inzwischen durch Videofeeds bestätigt, drangen 12 Beamte des Sternschutz unter Deckung durch Einheiten der Sonderschutztruppe in das Gebäude vor, konfiszierten Redaktionsrechner und zahlreiche Datenträger.

Ersten Informationen zufolge handelt der Sternschutz auf Basis einer Strafanzeige der Berliner Judikative Dienste GmbH (BeJuDi) gegen das beliebte Szenemagazin. Gegenstand der Anzeige soll eine Reihe von Artikeln in der Rubrik „RA*ZANNG“ sein, die geltendes Recht „untergrabe“ und „zu Verbrechen anstifte“. RA*ZANNG ist die Rubrik für Fahrzeuge und Fahrzeugmodifikationen, die speziell in der Rigger- und Autoduellisten-Community weit über Berlin hinaus Bedeutung besitzt.

RA*ZANNG (gesprochen „Rä-zännnng“, wie ein vorbeirasendes Auto) ist schon ein paar Mal mit Anleitungen zur Nachrüstung von Fahrzeugen mit Panzerung und Waffenhalterungen aufgefallen, konnte sich bislang aber darauf zurückziehen, dass die veröffentlichen „Basteltipps“ über die Matrix frei beziehbar und somit bereits bekannt seien.
Tolstoi

Wie ein Sprecher des Sternschutzes auf Anfrage von Sender44 mitteilte, wurden im Zuge der Durchsuchung 4 Personen festgenommen, darunter der für die Rubrik RA*ZANNG zuständige Redakteur Peer „Hazmat“ Rugowski. Dieser wurde „vorerst nur zur weiteren Vernehmung“ in eine nicht genannte Sternschutz-Einrichtung verbracht und soll noch im Laufe der Woche dem auftragerteilenden BeJuDi Haftrichter vorgeführt werden. Von der BeJuDi stand niemand für Anfragen zur Verfügung.

Dass RA*ZANNG ebenso wie die Wummenrubrik KA*POW den Konzernen ein Dorn im Auge ist, kann keinen überraschen. Aber warum plötzlich diese (Über-)Reaktion? Jmd ne Theorie?
Fienchen

Da brauch ich keine Theorie für, das ist ziemlich offensichtlich: Stein des jetzigen Anstoßes ist mit einiger Sicherheit das via RA*ZANNG abrufbare „Freie Fahrt für freie Bürger Patch“ von letzter Woche, tatsächlich ein Virus für das GRID Modul im Fahrzeug, durch das die Bewegungsdaten des Autos auch bei Anbindung an das Energieübertragungssystem im Straßenbelag nicht an das ALI Kontrollsystem übertragen werden.
Russenrigger

Sehe ich genauso. Das größere Problem hierbei ist, dass das „Patch“ – da es an GRID bzw. ALI herumspielt – eben keine rein Berliner Sache ist, sondern potenziell nützlich und anwendbar für das gesamte an ALI/GRID angebundene Autofahrernetz ist. Wenn ich mir die Zugriffszahlen und den Abrufbuffer ansehe, hat sich der betreffende Artikel nebst Link binnen weniger Stunden viral durch alle Netze verbreitet – und eben nicht nur in den üblichen „Schattenknoten“, sondern auch bei Vroom, Motorwelt, Streetstorm, sogar in biederen und themenfremden Portalen wie Fit4Health, myVille und EidM (Eltern in der Matrix). Erst die Verbindung aus „Anstiftung zum Gesetzesbruch“ PLUS massenhaftem Interesse hat jetzt diese Eilreaktion hervorgerufen.
Tolstoi

Dabei war das, was zuletzt in RAZANG veröffentlicht wurde, eh schon das harmlosere Zeuch. „Echte“ Rigger und Autoduellisten haben sich längst in einer Art Mitmachportal zusammengeschlossen und feilen an ihrer eigenen RA*ZANNG-Version. Und Streetsams ebenso was KA*POW angeht. Langfristig – na gut: inzwischen vielleicht auch mittelfristig, womöglich sogar kurzfristig – macht es für RAZANG definitiv Sinn, sich inhaltlich umzutrimmen in ein optisch auf Anarcho getrimmtes Fashion und Lifestyle Magazin, während die „echten“ Hardcore-Anarcho-Rubriken in den ebenso echten Untergrund gehen. Und nochmal: HEY, WAS HABT IHR DENN ERWARTET nach der Neugründung von RAZANG als GmbH unter ADL-Recht.
Nakaira

 

SRH gestartet!

Nachdem auch die letzten unserer Scans keinerlei für Hacker relevante Malware finden konnten, ist es uns ein besonderes Vergnügen auch hier den Start von SRH zu vermelden, dem neuen Schatten-Hub kooperativ agierender Zuträger, Gerüchteverbreiter, Matrixpiraten und Frontkämpfer wider die konzernerische Vollverblödung mit strengem Blick auf die deutschen Ersatzhauptstadt Hannover.

SHADOWRUNHANNOVER

News in eigener Sache, was, Tolstoi?
Khan

Hey, SRH und SRB sind eine technische Kooperative, keine inhaltliche. Was weiß ich schon über Hannover? Ich scan die Artikel nicht, ich stehe auch nicht für deren Wahrheitsgehalt ein – und umgekehrt halten es die SRH-Skripter nicht anders.
Tolstoi

In jedem Fall gut, endlich ein genaueres Auge auf Little H zu haben. Die Scheiße, die dort passiert, betrifft uns schließlich früher oder später auch, und bei nur 1,5 Stunden Entfernung via Autobahn sind Run-Offerten im Dunstkreis von Politgemauschel allemal interessant, egal ob sie in B oder H offen sind.
Fienchen

BH. Hihi.
Rummske

Hoi, Ommske, auf Maul?
Fienchen

 

[SRB] Nachgehakt: Geiselnahme-Folgen Teil 2

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME / September Update

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Wie der SRB Newsscan berichtete, hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort im Juni „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt und dadurch einen sofortigen Gegenantrag der dort als Kiezpolizei agierenden, überwiegend aus Orks bestehenden exilrussischen Söldnergruppe Sevet provoziert. In rascher Folge werden seitdem die alternativen Bezirksbüros mit gleichlautenden Anträgen von Gangs, Gruppen und angeblich als „unabhängige alternative Bezirkspolizisten“ arbeitenden Einzelpersonen bestürmt.

Kleiner Reality-Check: Mein Antrag in Pankow vom 26. Juli ist im Eilverfahren mit „einstweiliger Subventionsbescheinigung“ durchgewunken worden, und zwar mit elektronischem Stempel „Gültig auf Landesebene“. Noch Fragen?
Tolstoi

Da du eine bekennende Vory-Wumme bist und die Sache in Pankow lief: Eigentlich nein. Mein Antrag (in Kreuzberg) kam Anfang August mit einstweiliger Bewilligung an. Inzwischen sind 43 Aufhebungsbescheide per Massenaussendung zugestellt worden, jeder Einzelne als Folge eines Bezirksgruppenvetos. Ebenfalls traf ein gesonderter Bewilligungsbescheid des Initiative autofreies Kreuzberg ein, denen ich zugesagt habe bei der Ausübung meiner Polizeitätigkeit einerseits keine motorisierten Fahrzeuge zu verwenden und umgekehrt mit entschiedener Härte gegen „Verkehrsdelikte auf Basis kiezbezogener Sondererlasse“ zu agieren. Bisher hab ich 4 widerrechtlich in Sperrstraßen fahrende Autos mit vorgehaltener Waffe angehalten und vor den entsetzten Augen des Konzerndrohnenbesitzers abgefackelt (zugelassen als „verkehrserzieherische Maßnahme im Härtefall“, §212b der „Sonderstraßenverkehrsordnung für autofreie Kieze“).
Mahakali

§212 der bitte WAS???
Russenrigger

Die SStVOFAK (umgangssprachlich „VO Autofuck“) ist eine durch verschiedene „autofreie Kieze“ Initiativen entwickelte, durch die Bank weg autofeindliche „Straßenverkehrsordnung“, die von BERVAG und Berliner Rat (und somit Sternschutz) zwar nicht formell anerkannt wird, die aber auf Basis des Rechts der alternativen Bezirke auf Selbstverwaltung und alternative Arbeitsweisen zweifellos dort Gültigkeit hat, wo die Verwaltung des alternativen Bezirkes dies zulässt bzw. vorschreibt. Einzige Bedingung ist, dass die Gültigkeitsgrenzen klar ausgeschildert sind. Speziell im durch verschiedene Interessengruppen und maximale Kiezfreiheitlichkeit geprägten Friedrichshain-Kreuzberg gilt die VO Autofuck selten für größere Gebiete, immer wieder aber einzelne Straßen oder auch nur Abschnitte derselben. Die Fahrt durch Nebenstraßen gleicht somit einem Navigieren durch ein Labyrinth, in dem einige findige Alternative auch „Autofallen“ aufgestellt haben. Eine Autofalle ist eine Reihe von Einbahnstraßen, die in einer Sackgasse oder einem Gebiet der SStVOFAK endet. Die Kiezpolizei, welche die Autofuck durchsetzt, kann und wird diese als Rechtsgrundlage verwenden, die Autos zu pfänden, wodurch diese in Kiezbesitz übergehen, verkauft werden und zur Zahlung der Kiezabgaben verwendet werden. Dass die Kiezpolizei verstärkt Konzernkarren im Visier hat, unterdessen man alternativ oder autonom wirkende Falschfahrer einfach nicht behelligt oder nach Zahlen einer Bestechung – hier mit Quittung als steuerlich absetzbares „Verwarngeld“ – fahren lässt versteht sich von selbst. 
Fienchen

In bestimmten Gegenden geltende alternative Verkehrsregeln? Wer kommt denn auf SOWAS? Ich könnte mir solche SCHEISSE nichtmal ausdenken, wenn ich wollte!
Russenrigger

Willkommen in meiner Welt. Dieses und baugleiche Probleme bestehen in allen Bezirken, in denen es keine Machtgruppenmehrheit auf Bezirksebene gibt. Überall dort, wo starke dominante Gruppen solchen Blödsinn nicht verhindern können (oder betreffende Anträge in der größeren Abstimmung unweigerlich am Widerstand anderer Gruppen scheitern) fällt die eigentliche Verwaltungsentscheidung auf ominöse „Kiezgruppen“ zurück. Und die können in ihrem Revier erstmal festlegen, was sie wollen. Druck gegen groben Unfug gerade der Abzocker und Spaßanarchisten müsste die Bezirksregierung machen – dazu wird sie auch wortgewaltig vom Berliner Rat oder Bürgermeister aufgefordert. Da der Bezirksverordnete aber durch Vetos an praktisch allem gehindert werden kann, fehlt ihm oft die Möglichkeit, die Zustände im Bezirk zu ändern. Was ja auch genau das ist, was die Kiez-Hirnis wollen.
Nakaira

Die eigentliche Krux ist Folgende: Jeder Berliner ist unsagbar findig darin, Lücken in bestehenden Regeln und Verordnungen zu finden oder diese umzudrehen und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Siehe: „Wir ziehen Konzernern ihre Karren ab, zahlen damit unsere Kiezabgaben und erhöhen durch die Sonderbeiträge der Kiezes im Bezirk bzw. des Bezirks in Berlin dann auch noch das Stimmgewicht unseres Bezirksvertreters.“ Was dabei übersehen wird, ist die Lawine, die dadurch losgetreten wird: Nicht nur kommt der Konzerner, dem man das Auto geklaut, gepfändet, zerbeult oder angezündet hat nicht wieder (was ja ggf. noch gewünscht sein mag), er entwickelt regelrechten Hass gegen Alternative (den der geneigte liberale Kreuzberger-Vernissage-Besucher vorher gewiss gar nicht hatte!), sucht aktiv nach Möglichkeiten, es ihnen heimzuzahlen (z.B. am Firmenschreibtisch oder bei berlinweiten Abstimmungen), verbreitet die Schauergeschichte vom irren Alternativen in Konzernkreisen weiter und schürt somit Angst – und vor allem unterstreicht das unvernünftig korrupte Agieren der Kieze, dass die Alternativen mit Freiheitlichkeit und locker gefassten Regeln nicht umgehen können. Und entzieht sie ihnen.
Tolstoi

Sprach der Vor.
Mahakali

Tipp: Wenn du dir mit neuem Kommlink Zutritt verschaffst, miste vorher mal deine Linkliste aus, Mister WummenSindGeil68.
Tolstoi

<<< Mahakali wurde blockiert >>>

Anfang August tauchte in der alternativen Kabelmatrix ein SST File mit dem Titel „Voyé-Plan“ auf. Dieses schildert eine mögliche Integration von Kiezpolizeeinheiten in die Sternschutz-Kommandostruktur. Wie inzwischen bekannt wurde, hat der Vertreter von Mitte Alexander Schmidt (FBV, PNE) am 26. Juni eine Anfrage im Berliner Rat gestellt, ob man nicht die Kiezwehren gemeinschaftlich als „SST Unterstützungsgruppen“ klassifizieren und SST Einsatzleitern unterstellen könnte, die dann zugleich auch Anträge auf Bezuschussung etc. prüfen und durchwinken bzw. abblocken. Das offenbar durch eine Person aus dem Umfeld von Bronstein geleakte File vermittelt den Eindruck, der Sternschutz sei von dieser Idee alles andere als angetan (wenn es einen Kommandierenden des Sternschutz gibt, ist dieser immerhin auch für „Einsätze“ in Verantwortung). Das sehr langatmige File umfasst mehrere Szenarien, die aus diversen Gründen als undurchführbar verworfen werden.

Das Voyé-Papier umfasst auch einen Lösungsvorschlag: Dieser würde darin bestehen, dass der SST als Subabteilung des Sternschutz mit einem gesonderten Mandat der BERVAG den Direktauftrag erhält, einzelne Einsätze zu koordinieren, die durch Kiezpolizisten durchgeführt werden. Die reguläre alltägliche Arbeit bliebe „Belang der alternativen Kollegen“ und „wäre der Vollverantwortung der alternativen Bezirksvertreter anheim gestellt“, lediglich „Sondereinsätze, die von höchster Stelle verordnet“ seien können dann „zur Bildung gemischter Einsatzgruppen“ führen, in denen dann „natürlich“ jemand vom Sternschutz bzw. der SST den Befehl habe.

Wie Karel im Schockwellenreiterboard meinte: Hört sich so an, als ob der Stern bzw. Voyé schlauer ist, als man gedacht hätte: 99% der Zeit haben die alternativen Bezirksvertreter den Schwarzen Peter und die Verantwortung für allen Mist, den die Kiezwehren bauen… und in Sonderfällen (welcher Art auch immer) könnte die SST die Kiezwehren dazu zwingen, sich ihrem Oberbefehl zu unterstellen. Wenn das juristisch abgesichert ist, klingt das erschreckend praktikabel. Auf der anderen Seite können sich die Alternativen dann aber auch selbst von den Schutzgangs die aussuchen, die ihrer Meinung nach am besten zu ihren eigenen, jeweils kiezspezifischen politischen Vorstellungen passen, und für das Schutzgeld zumindest eine ansatzweise akzeptable Gegenleistung erbringen…
Tolstoi

Ein kleines Wunder ist hingegen, dass dies dann doch noch die Alarmglocken der Alternativen zum Klingeln gebracht hat…
Nakaira

KEIN Wunder. Schlagkräftige Argumente. *Grins*
Fienchen

Ich verneige mich vor deiner Überzeugungskraft
Fbiertrinker

Seit öffentlichem Bekanntwerden des Voyé-Plans haben in den alternativen Bezirken mehrere intensive Beratungsgespräche stattgefunden, die am 24. August einen vorläufigen Höhepunkt in der Wuhlheide im Bezirk Lichtenberg fanden: Auf einem Treffen mit 1.300 Delegierten aus allen alternativen Bezirken rief Bürgermeister Pflügler leidenschaft dazu auf, Vernunft walten zu lassen und die in den Bezirken bestehenden Werkzeuge zur Eindämmung der ausufernden Gang-Gewalt zu nutzen. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, das Thema „Alternative Kiezpolizei“ im Rahmen einer „nur auf die Bewältigung einer akuten Krise, in der das Leben Unschuldiger bedroht wurde“ abstellenden Situation aufgebracht zu haben. Dies sei „ein schwerer Fehler“ gewesen.

Vor allem altautonome Gruppen riefen auf der Versammlung dazu auf, die inzwischen ablaufenden Entwicklungen, vor allem aber die Vorstöße „konzernfaschistischer Kreise“ als „Bedrohung des Status F“ zu betrachten und entsprechend auf diese zu reagieren. In der Zeit der Anarchie in Berlin hätte dies bedeutet, dass auch verfeindete Gruppen sich kurzfristig zur Abwehr der Bedrohung vereinen – exakt dies scheint auch die Folge des überbezirklichen Wuhlheide-Treffens zu sein:

Wie Morek Pflügler vor wenigen Minuten verlautbaren ließ, haben sich „sämtliche der alternativen Bezirksvertreter mit Ausnahme der Vertreter von Oranienburg und Falkensee“ in „historischer Einigkeit“ hinter den Antrag Dr. Franziska Landolts gestellt, grundsätzlich keine Berliner Gelder in Aufbau und Unterhalt lokaler Sicherheitsdienste zu leiten und diese auch nicht dem Sternschutz als beauftragte Berliner Polizei rechtlich gleichzustellen. Da der Antrag der Bezirksvertreterin von Tempelhof zuvor bereits die Unterstützung der Mehrzahl der Konzernbezirkvertreter hatte, gilt seine Annahme nunmehr als sicher.

Anarchisten votieren in der Sache für Anträge der Megakonzerne? War das nicht auch eines der Zeichen der kommenden Apokalypse?
Fbiertrinker

Tatsächlich sind die Bezirksvertreter der Konzern- und der Alternativen Bezirke sich recht oft einig – egal, wie sehr sie öffentlich übereinander herfallen oder einen gemeinsamen Entscheid als ihren persönlichen Triumph gegen den Abschaum der Gegenseite herausstellen: BEIDE Bezirksvertretertypen treten für die Maximierung ihrer Bezirksautonomie ein, und das bedeutet ganz klar so wenig Einmischung von BERVAG, Berliner Rat und letztlich ADL wie möglich. In diesem Fall ist es so, dass die Megakonzernvertreter, die sich hinter S-Ks Antrag gestellt haben einfach kein Geld an die Sicherheit alternativer Bezirke vergeuden wollen, wo es ohnehin nur veruntreut wird oder in Gangkriege fließt. Sie wollen ihre Stadt hübsch ordentlich, sie wollen ihre eigenen Bezirke sicher durch ihre eigenen Sicherheitsgruppen, wollen den Sternschutz unter voller Berliner Förderung für die Sicherheit der gemeinsamen Wirtschaftszone Berlin (gemeint sind die Normbezirke) und die SST als vorgelagerte Einheit, die in den alternativen Bezirken die gröbsten Auswüchse „by any means necessary“ bekämpft. Die „überraschende“ Zustimmung der Alternativen ist dabei natürlich keineswegs überraschend: Landolt hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wenn die alternativen Bezirke Gelder aus der Berliner Hand für Aufbau und Unterhalt eigenständiger, selbstverwalteter Polizeieinheiten erhalten, dass dann die Konzernbezirke rechtlich und finanziell gleichgestellt werden müssen. Sprich: Sie hat darauf bestanden, dass im Fall einer Bezuschussung der Kiezpolizei auch die Konzernsicherheit öffentlich bezuschusst wird. Und zwar gemäß dem in früheren Diskussionen eingebrachten Berechnungsmodell „in einem akzeptablen Verhältnis zum tatsächlichen aktuellen Unterhaltsbedarf“. Diese Formulierung hatte eigentlich den Zweck, den Kiezwehren möglichst wenig Geld in den Rachen werfen zu müssen (wieviel Geld zum Unterhalt der Ausrüstung braucht denn z.B. eine Gang mit Messern und ein paar Pistolen schon). Wären die Konzernbezirke und deren selbstverwaltete Polizei gleichgestellt worden, hätte genau das dazu geführt dass die Konzernsicherheit mit ihren Rechenzentren, ihrem Fuhrpark, ihren Drohnen, ihren treibstoffintensiven Banshee-Einsätzen etc. um ein vieltausendfach höheres bezuschusst worden wären als die Kiezwehren. Das konnte nun wirklich kein Alternativer zulassen.
Fienchen

Berlin. Wo die Konzerne kriegen was sie wollen und die Alternativen nach Belieben vorgeführt werden.
Nakaira

[SRB] Nachgehakt: Folgen der Geiselnahme

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Am 23. Juni hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt, was natürlich die dortige Kiezpolizei der Sevet meint, eine überwiegend aus exilrussischen Orks und Trollen bestehende Söldnereinheit.

Unser Gegenantrag auf Anerkennung als Kiezpolizei und somit Gleichstellung zu diesem Abschaum läuft.
L3N1N

Ja, zusammen mit vier Tonnen gleichlautender Anträge von allem, was mehr als 1 Person ist (plus Einzelanträge „unabhängiger alternativer Polizisten“, die einen auf Judge Dredd machen möchten.
Fienchen

Mein Antrag ist auch schon weg 🙂
WummenSindGeil68

Pflügler & Co zögern natürlich, quasi Sponsoring für einen Gangkrieg zu betreiben – auf Sternschutz-Seite (aus Reihen der SST) ist aber zu hören dass die das ne fantastische Idee finden: Endlich kann man sich von Negativschlagzeilen trennen und das Abmurksen von Metas der „Kiezpolizei“ überlassen – ohne Risiko eigener Verluste! Und wenn was schiefgeht kann man das sogar noch Pflügler in den Rücken rammen, weil er ja diesen Mist mit der bezuschussten Gang-Polizei angefangen hat.

ich wage mal ne vorhersage: die situation eskaliert, pflügler muss zurückrudern, ein konzernmensch im rat legt ein vom sternschutz verfertigtes dokument vor, das zeigt wie schlimm von verbrechern die ganzen kiezwehren durchsetzt sind, und am ende wird das projekt „wir rüsten die Gangs auf“ verdientermaßen ad acta gelegt, während der sternschutz zusätzliche gelder durchgewunken bekommt, eine sonderkomission zur ablösung der kiezwehr und beendigung der gang-gewalt in den alternativen bezirken aufzubauen. und zwei monate später fährt die SST mit blitzneuen panzern durch die zone und betreibt warme sanierung mit napalm.
Spin

Bisschen überzeichnet und militärisch nicht ganz korrekt, aber ja, that sums it up.
L3N1N

Nicht, wenn wir es verhindern können.
Fienchen

Da kommt schwer Scheiße auf uns zu.

Ich verneige mich vor deiner Weisheit
Fbiertrinker

Lobpreis der elfischen Weisheit
WummenSindGeil68

Autsch. Das war ein Tiefschlag
Fienchen

<<< WummenSindGeil68 wurde blockiert >>>

Pflügler ist im übrigen im Kreuzfeuer der Kritik fast aller alternativen Bezirksvertreter, die sich seit Start dieser Scheiße vor zunehmend lautstarken Forderungen ihrer jeweiligen Schutzgangs (inkl Vory- und Maffiya-Schutztruppen) kaum retten können.

In einzelnen Kiezen sind schon Gangkriege ausgebrochen, da die eine Gang gehört hat die andere Gang bekäme demnächst Geldmittel zum Aufrüsten… Es schwelt!

Schwerpunkt-Schwelherde sind Falkensee, das nördliche Pankow, das westliche Lichtenberg und erstaunlicher Weise das sonst so harmonische FX. Neuester Trend sind Zusammenschlüsse von themen- oder gesinnungsähnlichen Gangs zu „Gangkönigreichen“ oder anderen Arten der Allianz, um als überlokale alternative Polizei im Osten anerkannt zu werden. Sogar die Horde erlebt ein echtes Revival gerade! (und die Metahassgangs natürlich auch – gern würden die mit der Falkenwehr fusionieren, aber die Falken wittern Morgenluft und haben alle Vorstöße (bis auf wenige Ausnahmen bzw. Aufnahmen) abgeblockt.
Fbiertrinker

Wasn FX?
Dr. Krawallo

FX = Fhainxberg = Fhain-Xberg = Friedrichshain-Kreuzberg
Fbiertrinker

[44] Geiselnahme: 31 F-Touris in Safaribus

RIEDELTOURS SAFARIBUS AM FALKENBERG FESTGESETZT

Konzernbürger, die in ihrer vom Arbeitgeber zugelassenen Freizeit gutes Geld dafür ausgeben, sich in gepanzerten Touristenbussen durch Berlins Elendsviertel kutschieren zu lassen, gab es schon zu Zeiten des Status F. Seitdem diese Art wohldosierter Nervenkitzel dank Berliner Einheit ein gutes Stück ungefährlicher geworden ist, hat die Anarchie-Touristikbranche sogar einen kleinen Boom erlebt.

Speziell solche Kieze, die mehr anarchistisch aussehen als wahrhaft anarchistisch im Sprawguerilla-Sinn zu sein profitieren vom Geschäft mit dem wohligen Schauder – und geraten dadurch mit selbsterklärten „echten“ Anarchos zunehmend aneinander. Während die meisten Safari-Anbieter eher filmparkmäßig durchgestylte Touren in martialisch dekorierten Bussen durch Gegenden wie Kreuzberg anbieten – oft mit Stop beim Hinterhof-Ratten-Barbecue oder sogar Übernachtung in einer „scharf bewachten Anarcho-Herberge“, in der man Jabifu aus der aufgesägten Konservendose für 8 Euro trinken darf – gilt der Anbieter „Riedel Tours“ als Top-Anbieter für „echten“ Anarchotourismus, vor dessen Antritt man konsequenter Weise auch alle möglichen Sonderversicherungen bzw. Selbstverpflichtungserklärungen, den Veranstalter im Schadensfall nicht zu verklagen, unterzeichnet.
Konnopke

Dieser Boom gerät zunehmend in Gefahr durch immer besser organisierte Angriffe lokaler Banden und Sprawlguerilla-Zellen, die sich vor Kurzem zur Initiative AntZ! (AntiZoo) zusammengeschlossen haben. Und deren Rolle – ob Bürgerbewegung oder Terrorzelle – durchaus noch nicht klar definiert ist, auch wenn die Newsportale die laufende Geiselaktion erstens den Ameisen schon zugeordnet haben und zweitens diese quer durch alle Kamäle als Terroristen titulieren.

DAS kann man ihnen doch kaum vorwerfen, oder? Mit Kalschnikows in der Gegend rumzuballern, nen Bus voll Konzerntouris zu besetzen und absurde politische Forderungen zu stellen – was soll denn bitte noch mehr terrormäßig sein?
Rummel

Nanitenwaffen? Nein, ohne Scherz: Der Fall dieser Busentführung ist klassisch für das Label-Problem, dass zunehmend viele Gruppen durch die Sprawlguerilla oder auch einzelne Aktivisten kriegen. Ich habe selbst AntZ! Aufnäher auf der Kutte, und zwar wie die meisten deshalb, weil ich es nicht einsehe mich hier von vorbeifahrenden Bussen aus fotografieren und als seltsames Tier begaffen zu lassen. Die Argumente der AntZ! Initiative sind gut und stichhaltig, und mehrere Anträge im Rat gehen auf Anregung der Initiative zurück. All das spielt aber keinerlei Rolle mehr, wenn AntZ! über Nacht zur Terrorzelle umgefönt wird. Oder schlimmer noch: Wenn die Terroristen da im Bus am Ende noch nen AntZ! T-Shirt tragen und sich somit ein Label zueigen machen, deren andere Träger gar nix mit der Bus-Aktion zu tun haben und diese auch voll daneben finden. AntZ! wäre nicht die erste Gruppe, die im politischen Diskurs so bequem entsorgt würde.
Tolstoi

Fakt am Rande: Der Rat wollte sich Ende des Monats mit der Anarchietouristikproblematik beschäftigen.
Fienchen

Ach, jetzt sollen wohl wieder die bösen bösen Konzerne die geheimen Drahtzieher des Terrorangriffs sein? Klar! Die Verunglimpfung von ein paar Dampflaberern lässt sich am Besten durch Irre mit Sturmgewehren erreichen, und die Bilder toter Geiseln im Trid sind die beste Werbung für Anarchotourismus, den die Konzerne natürlich supergeheim fördern! MANN, seid ihr PANNE!
Nakaira

Diese begann heute gegen 13:00 Uhr, als 4 Unbekannte einen Touribus von Riedel an der Herzbergstraße anhielten und sich gewaltsam Zutritt verschafften. Nach allem, was man weiß, war mindestens eine Person an Bord des Busses ebenfalls Mitglied der unbekannten Partei, konnte aber das Auslösen des stillen Alarms des Busses und gut eines Dutzend Panikknöpfen der Touristen an Bord nicht verhindern. 

Trotz bestehender Abkommen zwischen dem Touristikunternehmen Riedel und den Kiezwehren der üblicher Weise angesteuerten Gebiete gelang es den Touristen, den Bus aus dem Gebiet Fennpfuhl zu bewegen, wobei allerdings die Räder des Fahrzeuges z.T. schwer beschädigt wurden. Noch während der SST Einsatzstab überlegte, ob und wenn ja wie ein Eingreifen erfolgen sollte, erreichte der Bus das Gebiet Falkenberg, wurde aber beim Abbiegen auf die verlängerte Wuhletalstraße von Einheiten der Nationale-Aktion-nahen Falkenwehr angehalten, offenbar im Bestreben Wegzoll zu kassieren. An dieser Stelle kam es zu einem ersten Schusswechsel zwischen Geiselnehmern und Kiezgardisten, in deren Verlauf der Bus die Fähigkeit zu fahren verlor.

Inzwischen deutet alles darauf hin, dass sich die Geiselnehmer im Bus mit wenigstens 31 Touristen und dem Busfahrer verschanzt haben, während die Falkenwehr das Fahrzeug umstellt und festgesetzt hat. Das Eintreffen von Drohnen der Tridsender hat die Situation offensichtlich verschärft, sehen die Saubermänner von der Falkenwehr samt ihrem „Führer“ Stahl doch eine perfekte Gelegenheit, sich im Trideo als Wächter der Ordnung zu profilieren.

Lauscher aus der ARtack! Community berichten gleichzeitig, dass die Geiselnehmer Verhandlungen mit den Söldnern der Sevet-Gruppe aus den Wohnblöcken östlich der Märkischen Allee aufgenommen haben. Unabhängige Drohnenrigger melden, dass sich Scharfschützen der Söldnergruppe auf den Hausdächern eingerichtet haben. Andere Beobachter melden verstärkte Tätigkeit im Luftstützpunkt Humboldtbunker, die auf einen baldigen Start der dort stationierten Polizeieinheiten hindeuten. Dem Motorengeräusch nach werden auch die Triebwerke des Banshee aufgeheizt.

Das wird sehr, sehr eklig werden.
Rummel

Jup. Und vor allem wird es egal wie die Sache ausgeht als weiterer Beweis dafür herhalten, dass Berlin mehr zentrale Kontrollen und Polizeipräsenz in den alternativen Bezirken braucht. Ich hör schon Schmidt seine Rede einstudieren.
Der_Kreuzberger

Hä? Dein Schmidt macht ne Rede? Hast Du nen Job in der Sache?
Augustinermönch

Ich mutmaße mal er meint Alexander Schmidt. Und da mutmaßt D_K völlig richtig: Tatsächlich verfolge ich grade eine „spontane Stellungnahme“ von diesem PNE-Kotzbrocken. Besonders heimtückisch: Er appelliert an die „besonders stark metamenschlich durchsetzten“ Sevet, sich doch „ihrer Menschlichkeit“ zu erinnern, und er vertraut darauf dass „selbst diese“ nicht soweit gehen werden, Leute zu decken die Unschuldige Frauen und Kinder als Geiseln nehmen.
Tolstoi

Die Bühne ist bereitet.
Nakaira

Das wird sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr eklig werden.
Rummel

Diese Modemasche der Konzerner – wie generell Sprawling/Underdogging – ist natürlich saublöde … aber die jenigen, die meinen, Aktionen wie die Geiselnahme hier wären für alle, die sich auf bezirkspolitischer Ebene kritisch mit dem Thema auseinandersetzen und den Missbrauch von Unterschicht-/Alternativ-Stadtteilen als Menschenzoo gerne eingeschränkt oder abgeschafft sähen, extrem kontraproduktiv, haben natürlich vollkommen recht! – Das spielt Recht-und-Ordnung-Fanatikern wie diesem PNE- und FBV-Heini nur in die Karten! Nebenbei: weil ich grad den Newsbeep rechts gescannt hab: WTF hat die ETA aus Euskal Herria mit eurer Berliner Sonder Schutz Truppe vom Stern zu schaffen? – Oder steh ich da bezüglich Abkürzungen auf’m Schlauch?
CuriosityThrillsTheCat

Letzteres. ETA meint hier „Estimated Time of Arrival“, also die erwartete Ankunftszeit. Angekommen sind die Sternschnuppen übrigens nicht (weiß nicht ob ihr die weiteren News verfolgt habt, ggf. linke ich heut noch einen der korrekteren Newsartikel) – wie es ausschaut hat irgendwer im Kommando (und zwar nicht im Sternschutz, denn die hätten sich never ever die Butter vom Brot nehmen lassen) den Einsatz abgebrochen und stattdessen der Falkenwehr als „alternativer Polizei vor Ort“ eine Art Sonderetat gegeben, das Problem zu erledigen (bisher ist die Anerkenntnis von Kiezwehren oder lokalen Gangs als Ersatzpolizei stillschweigend geduldet, aber niemals offiziell anerkannt worden – wird spannend sein zu sehen, wie dieser Move jetzt interpretiert und gerechtfertigt wird). Vor allem tät mich interessieren, wer das angeordnet hat. Ünsel wäre im Bezirk am Drücker – wenn die Weisung von weiter oben kam, kann sie nur von Wojenko selbst gekommen sein. Obwohl … vielleicht hat auch die Ratskanzlei ihre Finger im Spiel.
Tolstoi

Se’Seta‘iote. Also, für mich sieht das nach einem Job der Dawkins-Gruppe aus. Ein, zwei Sprecheradepten bei den Ants eingeschleust, die denen sagen wie sehr die bösen Kons es verdienen, vielleicht ein oder zwei Aktionen in Touribussen die die Touris anstacheln sich besonders daneben zu benehmen, um auch moderatere Ameisen und vormals neutrale Alternative zu ärgern … vermutlich ist keiner der Dawkins-Operatives bei den Kidnappern bei, aber ich wette einer oder mehrere schlafen mit welche von denen. Üblicherweise sind das zwei oder vier, die zusammenarbeiten. Ach ja, ist das vielleicht ein Versuch der Betonköpfe der Anarchos, sprich Tichonow? Letzterer hat sich doch letztens lange mit einem Repräsentanten von Horizon unterhalten, oder erinnere ich mich da falsch? Wäre besonders perfide, wenn sie ihn dahin gebracht hätten – denn egal, ob ihr Plan aufgeht (und die Alternaiven wieder komplett in der Terrorecke landen, oder zumindest die die nicht zu Tichonow halten, der ja bei diesem Event auch mit der Regierungsprominenz gesprochen hat ), oder ihr ihn vereitelt (und die moderaten Alternativen und Tichonows Radikale sich zerfleischen), das Ziel von Horizon wird erreicht – die Alternativen, die nicht in ihr Konzept passen, werden empfindlich geschwächt.
Macha

Oh ja, die allmächtige Dawkins-Gruppe wieder. Das Schlimme an Konzernen wie Horizon ist, dass sie euch nie den Gefallen tun werden tatsächlich mit Terroristen zu dealen oder derartige Scheiße anzustellen, die Konzernweltverschwörungstheoretiker immer wieder zusammendichten (dieser Style bleibt Japankons und gewissen Mittelamerikanern überlassen). Horizon fährt als King of Spin weit besser damit, sich einfach aus den jeden Tag einprasselnden Meldungen zu bedienen und jene zu highlighten, die in deren Programm passen, sowie solche Meldungen kleiner und unbedeutender zu machen (oder mit Rauchbomben widersprechender Gutachten zuzupflastern, bis jeder das Interesse verliert) die nicht in ihre Agenda passen bzw. die Klienten des Kons beschaden könnten. Horizon und se iwil Doakinzgruhb braucht keine Meldungen künstlich zun generieren, um Anarchos schlecht aussehen zu lassen. Das schaffen die ganz alleine!
Nakaira

%d Bloggern gefällt das: