Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Anarchopedia

vydzee

Gepostet von: .root

vydzee ist ein unabhängiges Streamingportal des alternativen Berliner Unternehmens Subversive Media BGoH (im Allgemeinen nur „Subversive“ genannt). Subversive entstand Mitte der Siebziger unter dem Eindruck der neuen Überwachungsmatrix und einigen Aufsehen erregenden Prozessen von großen Games Publishern gegen beliebte Streamingdienste und Let’s Player.

> Die Situation für Let’s Player ist seitdem nicht besser geworden. Zwar gibt es Game Publisher, die von Klagen wegen Lizenz- und Urheberrechtsverletzungen absehen, die Branchenriesen aber verklagen alles, was nicht bei drei in der Selbstlöschung ist. Das macht den Publishern nichtmal Mühe: Automatisierte Agenten durchsuchen öffentliche Videos und Simfeeds aller Art nach urheberrechtlich geschütztem Material, gleichen das mit der persönlichen Datenbank der Unternehmen ab und erstellen automatisiert massenweise Klagen, die je nach entsprechender Gesetzgebung dann nur noch von angeblich unabhängigen „Schlichtungsstellen“ durchgewunken oder direkt beim Gericht landen, wo sie ebenso automatisiert/mit minimaler Bearbeitung durch Richter abgenickt werden. Zwischen Klageerhebung und Zustellung einer absurd überteuerten Rechnung vergehen im Extremfall nur Minuten.
> .rez

> Trotzdem die Medienkonzerne immer wieder mal Gamer direkt verklagen, standen die Streamingdienste von Beginn an im Fokus der Klagewellen. Eine ganze Reihe Gamingplattformen (twitzy, JustINgaming, Letzplay) wurden bankrott geschossen, zahlreiche weitere Portale gingen prophylaktisch vom Netz oder verkauften ihre Assets an die Medienkonzerne (und in mehreren Fällen: Cadabra). Es war ein Fressfest für die Megas. Inzwischen hat jeder Games Publisher sein eigenes Streamingportal und wirbt aggressiv um neue Zuschauer – unter anderem damit, dass sowohl Streaming als auch Zuschauen mit Bonuspunkten in der jeweiligen Wohlverhaltensapp des Konzerns / in den Belohnungsapps der Social Media Plattformen belohnt werden (in der ADL vor allem momo (DeMeKo)).
> .krah

> Dasselbe wie der Gamingszene geschieht zunehmend auch mit anderen Contentschaffenden. Der Suchalgorithmus unterscheidet dabei zwischen potenziell nützlichen Kanälen und verdammenswertem Content. Wer zum Beispiel überwiegend Unboxings zeigt, dem verkauft man eine überteuerte Nutzungslizenz für Abbildungen der Verpackung. Diese kann der Creator dann großzügiger Weise umgehen, indem er sich vertraglich dazu verpflichtet, nur Positives zum Produkt zu sagen. „Kleine, harmlose“ Creators werden ebenfalls nicht gleich zu Tode verklagt – die geschützten Inhalte werden schlicht automatisiert verpixelt bzw. auf stumm geschaltet (geregelt durch nichtöffentliche Verabredungen zwischen den Portalen und dem Rechteinhaber). Bis du hingegen ein Creator, der unpopuläre (= Anti-Konzern) Meinungen vertritt, machen die Rechteinhaber und deren Handlanger, die „Schlichtungsstellen“, dich platt.
> .asl

> Oh, come ON! Natürlich gibt es all das, was ihr sagt. Aber so weitreichend, wie ihr tut, sind weder die Sucherkenntnisse der Programme, noch das Ausmaß der Klagen bzw. der oooh so geheimen erpresserischen Direktabsprachen zwischen Rechteinhabern und Creatoren. Ich weiß: Vlogger und ihre Fans halten sich für den Nabel der Welt – aber außerhalb eurer Bubble ist das Ganze einfach sowas von KEIN Thema.
> Come ON!

> Ein Thema für vydzee WIRD es spätestens 2086, wenn die „Schonfrist“ für Berliner Sonderregelungen wie die BGoH-Unternehmensform wegfällt und alles in ADL-Recht überführt werden muss.
> .rez

> FALLS es zu dieser Gleichschaltung kommt. Klar steht diese im Anfang der Siebziger zwischen Berlin und ADL getroffenem Vertrag – aber die Stimmen gegen diesen faktischen Rückanschluss von Berlin an die ADL werden lauter, und vor allem im Konzernlager!
> Fienchen

Die Idee hinter vydzee war und ist, Gamern und Self Publishern aller Art eine freie Plattform für Streaming „jenseits des Zugriffs der Schlichtungsstellen“ anzubieten. Zuschauer und Streamer können sich anonym anmelden und für vydzee eine neue Persönlichkeit erstellen. Zur weiteren Anonymisierung bietet vydzee ziemlich ausgefuchste Kamerafilter, welche die wahren Gesichtszüge der Streamer (sofern sie sich überhaupt selbst filmen) verbergen. Die Streams von vydzee sind aus diesem Grunde vor allem von animierten Furries, Mangafiguren oder populären Stars von Maria Mercurial über diverse Karl Kombatmages bis Humphrey Bogart und Andrea Frost bevölkert.

Ein wichtiges Prinzip von vydzee ist, dass die Plattform selbst keinerlei Zugriff auf die Identität des Nutzers bzw. seines Gerätes hat. Wer einen Streamer wegen Rechteverletzungen belangen möchte, hat wenig Chancen dazu, dies direkt durchzuziehen (sofern der Streamer nicht blöd ist, was natürlich auch vorkommt). Verklagen kann man eigentlich nur vydzee – und das geschieht auch zuhauf, wie vydzee auf dem eigenen Portal Eat Shit Gary in Form einer Highscore-Liste kundtut – aber die besondere Berliner Gesetzgebung, der Stand von Subversive als „Berliner Gesellschaft ohne Haftung“ (BGoH) und natürlich die Lage der Subversive-Büros (und Hostserver) in Kreuzhain verhindern die Durchsetzung der Klagen und Robo-Urteile.

> Ich wittere Schattenläufe.
> Konnopke

> Das ist es den meisten Publishern nicht wert. Denen geht es ja auch nicht WIRKLICH um den Ersatz von Schaden (welcher Schaden?), sondern darum, Streamer und Portale so in Angst zu versetzen, dass sie sich auf Deals mit dem Konzern einlassen bzw. ihre Assets an den Konzern verkaufen. Die Medienkonzerne verdienen sich speziell ab Einführung der Konzernmatrix dumm und dämlich – sie haben zu viel Geld und fressen sich deshalb satt bis sie kotzen. Wer an die Konzerne verkauft hat, kann meistens weitermachen wie gehabt: Die Mediengiganten wissen doch gar nicht mehr, wer und was ihnen gehört. Schlimmstenfalls machen sie den Kanal/Laden halt dicht und hocken wie fette Kröten auf den Marken, Medientiteln und Channels, ohne je etwas damit anzufangen. Wie aufgedunsene Zecken auf einem Berg ihrer eigenen Scheiße.
> .rez

> WOAH. Schlecht drauf?
> .krah

> Ach, mich KOTZT es einfach an, in was für einer SCHEISSWELT wir leben. Gerade wenn man sich vergegenwärtigt, wie krassgeil die Welt sein könnte, wenn Disney vor über fucking hundert Jahren einen harten Mittelfinger von der US-Gesetzgebung kassiert hätte. Man möchte brechen.
> .rez

> Wo in Xhain sitzen die denn? Also Subversive, nicht Disney.
> Konnopke

> Nalepastraße 42, schräg gegenüber vom Freiem Funkhaus F-Ever [#berlin2080 #map331].
> .asl

Subversive selbst entstand aus einem Zusammenschluss verschiedener alternativer Medienunternehmungen, darunter das Anarchoportal deCreate, der Gamingdienst und Games Publisher Silver Spawn Entertainment, das Piraten-/Vloggerportal Toxic Topix sowie das Decker/Gamer-Kollektiv Free Fraggers Foundation. Der Name „vydzee“ setzt sich aus den Komponenten Video + See zusammen. Entsprechend der starken Games-Fokussierung sind die meisten vydzee-Kanäle Gamestreams. Weitere wichtige Kanaltypen sind Artstreams, Talks/Chats und Hacks/Anleitungen, meist mit direktem Bezug zum alternativen Berliner Leben („wie repariere ich einen 2033er GM Multifuel Motor?“, „Wie brenne ich meinen eigenen Jabifu?“, „Wie entferne ich zumindest einige Abhörkomponenten meines VolksKOMMs?“ etc.).

> Alternative Anleitungsvideos haben enorme Reichweite. Außerhalb Berlins existiert eine Riesenszene von Otto-Normalos, die sich kopfschüttelnd oder wohlig gruselnd für das Leben im freien Berlin interessieren oder die so sehr auf der Neoromantikwelle reiten, dass sie sich beim Anblick ölverschmierter schrundiger Hände entspannen (ähnlich wie bei der ASMR-Welle vor ein paar Ewigkeiten).
> Konnopke

Einige populäre Kanäle sind:

  • Anubis gehört zu den populärsten vydzee-Streamern, einerseits weil er einer der Ersten war, der auf der Plattform streamte, andererseits durch die schiere Masse an Streams, die er raushaut. Anubis war schon prä-vydzee eine Berliner Größe innerhalb der Xiditionisten-Bewegung [#berlin], der sich quasi nonstop per Gedankenstrem, Self-Recording-Drohnen und Peer-to-Peer-Cloudblogging in die Matrix verströmte. Seine Fans sind ständig dabei, die nie abreißende Flut von Streams thematisch zu gliedern und so das Online-Archiv von Anubis (unter Insidern „Sechet-Aat“ genannt) einigermaßen übersichtlich zu halten. Was Anubis von anderen Xiditionisten unterscheidet ist, dass er tatsächlich ansehenswert ist: Es gibt nichts, was ihn nicht interessiert. Er spielt die neuesten und ältesten Spiele, er verfolgt den ganzen Tag irgendeinen „NSC“ (einen Passanten, den er zufällig auswählt) und kommentiert währenddessen die Tagesnews, er hat eine ganze Reihe von Haustieren, schnippelt an einem reichlich verkrüppelten Bonsai herum, probiert mal 3 Tage irgendeine Religion aus, braut sein eigenes Bier (unvergesslich sein Versuch, das klassische Berliner Pupasch nachzubrauen) oder trifft sich mit Leuten, die spannende und ungewöhnliche Hobbies haben – letzte Woche zum Beispiel mit den Okai Boiz, mit denen er eine Spritztour in Supersportwagen durch den Renrakusan und über den Stadtring machte.
  • Lord McGray ist das vydzee-Alter Ego von Mario Plattenbauski, einer Legende unter den alternativen Berliner Waffen- und Rüstungsbauern. Des Lords Content besteht überwiegend aus Anleitungsvideos, wie man sich selbst Rüstungen baut, wo man auf Schrotthalden gutes Metall findet, wie man Metallspikes an seinem Motorradhelm anbringt, wie man das eigene Fahrzeug mit Panzerung aufpimpt oder wie man Billigjacken mit Schrott und Spikes für die gefahrvollen Nachbarschaften Anarchoberlins hochrüsten kann. Zu den populärsten Videos seines Kanals zählen zudem seine Grundanleitung zum Schmieden, Löten und Schweißen sowie die Videoreihe „Lord McGrays Waffenkammer“, welche zeigt, wie man populäre Hieb- und Stichwaffen aus alten und aktuellen Trideotiteln nachbauen kann.
  • Funktioniere ist ein Bastler, dessen Content sich ungefähr gleichmäßig in wirklich nützliche Alltags-Hacks und absoluten Quatsch aufteilt. Bei ihm kann man lernen, wie man ein komplettes Haus auf Brikettfeuerung umstellt, oder wie man aus einer alten Rotordrohne ein schwebendes Party-Tablett baut, das natürlich unter dem Gewicht der Gläser ins Trudeln gerät und alles einsaut. Er bringt dir bei, wie Solarzellen funktionieren, was der Unterschied und jeweilige Nutzen von HAWT- und VAWT-Windanlagen sind, zeigt dir großartige Erfindungen wie den Jeans-Vorstrecker, den vollautomatischen Broteschmierer oder erklärt dir, wie man einen Häcksler mit einem aufgebohrten Kärcher zu einem „InstaMett-Macher“ kombiniert.
  • Fighterwings ist Rigger und „sein Ding“ sind Hochgeschwindigkeits-Drohnenrennen, die er aus der Drohne heraus überträgt. In seiner Egosicht oder gar seinem Simfeed Platz zu nehmen ist eine wahrhaftig außerkörperliche Erfahrung, ein Irrsinns-Adrenalintrip. Zusammen mit befreundeten und manchmal verfeindeten Drohnen-Teams jagt er in Bodennähe durch die Straßen, taucht unter einem Pizza-Van weg, zieht hoch in eine Schraube zwischen Einkaufstüten und kreischenden Passanten, driftet unter aufheulenden Mikroaggregaten durch die Tür einer Megamall und kopfüber an der Decke zwischen Streben und Lampen davon, nur um Sekunden später funkenstiebend durch einen viel zu engen Lüftungsschacht zu kreischen und unter Donnerhagel des zerplatzenden Sperrgitters in die kühle Berliner Nachtluft zu jaulen. Neben seinen Drohnenrennen und Tuning-Tipps für Drohnen aller Art zockt Funktioniere begeistert alle Arten von Games, bei denen man in irgendeinem Fluggerät irgendetwas zerlegt. Und darin ist er wirklich gut. Neuerdings interessiert er sich – natürlich – für Kuznechiks [#berlin2080] und schraubt an seinem persönlichen Prototypen herum.
  • Alirion streamt eine breite Auswahl populärer und topaktueller Games und ist damit ein besonderer Dorn im Auge der Gamespublisher. Alirion hat zudem ein besonderes Faible für das „Classic Fantasy“-Genre im Tolkien-Sinn, was ebenfalls reichlich Negativreaktionen seitens der Betroffenheitsindustrie generiert. Trotz oder gerade wegen dieses Flakfeuers aus zwei Richtungen sind Alirion-Fans überaus treu und protective – sich mit der so genannten „Alirion Kohorte“ anzulegen, kann im ärgsten Fall sogar Offline-Konfrontationen nach sich ziehen.
  • Rogash ist – abgesehen davon, dass er ein recht populärer Gaming Streamer ist – ein politischer Aktivist aus dem Spektrum Neo-Anarchismus und Metamenschenrechte. Seine wohlfundierten politischen Haltungen präsentiert er beinahe beiläufig im Talk mit der Community, während er im Spiel Legionen von Feinden zerlegt oder neue Highscores in Ultra Raid aufstellt. Durch die Verbindung von simplem Entertainment (Games) und politischem Aktivismus erreicht er vornehmlich junge Zielgruppen, an die Werber für anarchistische bzw. antirassistische Positionen sonst nur schwer herankommen. Rogash raidet zudem gerne die Streams von eher rechten oder rassistischen Streamern, um sich dann in deren Chats tüchtig argumentativ zu batteln. Welchem Metatyp Rogash selbst angehört, ist unbekannt und nach Rogashs Worten „unbedeutend“ für das, was er sagt.
  • Sphärenmeister ist Magier und damit auf vydzee eine noch größere Minderheit als im Alltag generell. Im Gegensatz zu anderen Magiewirkern, die man hin und wieder auf vydzee sieht, verbreitet sich der Sphärenmeister allerdings NULL über Magie oder Taliskrams. Auch die obligatorischen Flamewars gegen Scharlatane oder das neueste, angeblich magischen Superfood sucht man bei ihm vergeblich. Stattdessen findet man in Sphärenmeister einen überaus entspannten Gastgeber, der neben einer eklektischen Auswahl von Videogames vor allem klassische Brettspiele und Tischrollenspiele präsentiert. In Berlins Anarchobezirken existiert eine überaus aktive Szene für Lowtechspiele, was angesichts der Berliner Rückbesinnung und Jahrzehnten ohne gesicherte Strom- und Matrixverbindungen auch kaum überraschen kann. Der Sphärenmeister bemüht sich, die in den Konzernsektoren vergessene Vielfalt und Tradition haptischer Brett- und Kartenspiele einem größeren Publikum nahe zu bringen. Er lädt zudem (Straßen-)Prominente zum Spiel ein und plaudert zum Beispiel mit Morek Pflügler bei Schach, Go oder Rommé über GOD und die Welt. Auch seine Community ist überaus engagiert darin, Brett- und Kartenspielen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen: Immer wieder gibt es in Berlin Turniere (häufig unterstützt durch die Vesuv Kasinos) oder Spendenaktionen zugunsten von Kinder- und Jugendeinrichtungen.
  • Lord Kafta gilt als der große, bärige Daddy der Vydzeeaner. Neben verschiedenen Gaming Streams sind themenfreie Chats ein fester Bestandteil seines Sendeplans, und diese offenen Talks entwickeln sich in hübscher Regelmäßigkeit zu Seelsorge- und Lebenshilfe-Sitzungen. Es wird häufiger spekuliert, dass Lord Kafta tatsächlich ein geschulter Pädagoge oder Psychotherapeut ist. Andere wollen ihn als langjährigen Barmann des Byron & Bowie [#berlin, #berlin2080] „enttarnt“ haben. Der Lord kommentiert Spekulationen zu seiner Person nicht, sondern bleibt auf das jeweilige Game bzw. die laufende Session mit seiner Community fokussiert.

> Da fehlen mir aber noch so EINIGE. Grmblmonster, Suem, Wuusch, Scaara, Dexan, Neerok …
> .krah

> Naja sie sagten ja „eine Auswahl“, nicht die Top 100. Trotzdem, ja, die Auswahl wirkt ein bissl arg willkürlich. Zudem echte Topstars von Kategorien wie Artstreams oder Hacking komplett fehlen …
> .rez

> Wartet mal ab. Oft werden hier ja Artikel gepatcht und nachträglich erweitert.
> .asl

Anmerkung: Dieser Artikel ist das Ergebnis der allerersten Community Challenge, die ich experimentierweise auf meinem Twitch-Kanal eingerichtet habe. Diese wurde – trotz ich sage mal „überschaubarer“ Community – in der Rekordzeit von nur 1 Tag abgeschlossen (wozu natürlich beitrug, dass ich keine Vorstellung dazu hatte, wie schnell 3.333 Punkte erreicht werden können). Gegenstand der Challenge war es, dass ich bei Erfolg einen Artikel für ein „Twitch im Jahr 2082“ schreiben würde, in denen ich die Namen einiger Community Mitglieder einbauen würde. Natürlich konnte ich schlecht ALLE Community Mitglieder erwähnen – was ich bedaure – aber ich hoffe, dass ich mindestens jene, die Punkte gespendet haben, sowie die in den Streams des betreffenden Tages anwesenden Follower abgebildet habe. Sollte ich DICH übersehen haben, dann PN mich bitte an – der Artikel kann gerne jederzeit erweitert werden. Gleiches gilt für Community-Mitglieder, die sich gerne hier selbst hineinschreiben möchten: Sendet mir einfach eine Kurzbeschreibung „eures vydzee-Kanals“ zu (Umfang MAXIMAL 1.200 Zeichen, und gerne eher rund 600 Zeichen) und ich poste ihn (nach etwaiger Überarbeitung durch mich) hier. Achja, und natürlich: Alle Darstellungen meiner Community Mitglieder als vydzee-Streamer sind nett gemeint – sollte jmd. mit ihrem/seinem Alter Ego nicht zufrieden sein (oder generell nicht als solches auftreten wollen) gebt mir bitte Bescheid, dann kann ich das gerne ändern.

+ + + + + + + + + + + + + +

Hat dir der Artikel gefallen? Wenn du mir als kurzes „Thx“ einen Kaffee (Bier, Milch, Limo, Cola …) ausgeben würdest (z.B. 1€, einmalig), wäre das XXL awesome. 🙂 Tausend Dank!

–> https://www.buymeacoffee.com/rabenaas

Stern im Kreis Schifffahrt

Sieht man von den BVB-Linienfähren ab, ist das alternative Unternehmen „Stern im Kreis Schifffahrt“ (SiK) der größte (und älteste) Anbieter für Personentransport auf den Berliner Gewässern. Lediglich Riedeltours mit seinen diversen Spaß- und Partybooten kommt an die Flottengröße der SiK einigermaßen nahe, allerdings liegt der Tätigkeitsschwerpunkt von Riedeltours auch 10 Jahre nach der Berliner Einigung noch immer auf Anarchotouristik per Busfahrten durch die „Zone“.  

Die Anfänge des Unternehmens reichen bis zu den Tagen vor dem Letzten Gesetz zurück: Chaos, Gewalt, Polizeibrutalität und Aufstände hatten schon vor dem endgültigen Zusammenbruch der Stadt die Touristenzahlen massiv einbrechen lassen. Eines der ersten Opfer dieser Entwicklung wurde die altgediente Berliner Stern- und Kreisschiffahrt, die durch den großen laufenden Betriebs- und Wartungsaufwand ihrer Schiffe vom Einbruch der Gästezahlen besonders heftig betroffen war. Eine Zeitlang versuchte man sich durch Verkauf einiger Fahrgastschiffe u.a. in das überflutete Hamburg über Wasser zu halten, das Absaufen des Unternehmens konnte damit aber nur bis 2034 hinausgezögert werden. 

Der Konkurs der Stern- und Kreisschiffahrt beendete die einstmals blühende Schiffstouristik der Stadt. Ein paar der besser erhaltenen Fahrgastschiffe und Fähren wurden durch Privatpersonen oder kleine Touristik-Startups gekauft, die dann mit Ausrufen der Anarchie sang- und klanglos untergingen. Während einige wenige Schiffe durch Schmuggler umgerüstet und weiter genutzt wurden, verrotteten die meisten Legenden der Berliner Personenschifffahrt an irgendwelchen Liegeplätzen oder sie liefen in den von Müll und Autowracks verstopften Kanälen auf Grund.

sternimkreis

Als die Konzerne 2055 die Show übernahmen und die für sie wichtigen Wasserstraßen instand setzten, hatten auch sie keine Verwendung für die veralteten und oft fahruntüchtigen Kähne der alten Stern- und Kreisschiffahrt. Stattdessen setzten sie eigene Boote für Business Events, Caterings und Show-Vorführungen „ihres“ Berlins ein. Die „Wracks“ wurden in die Ostzone geschleppt – die meisten in den Schattenhafen am Urban und den Rummelsburger See –, um sie aus dem Weg zu haben.

Unbeobachtet und vergessen, wurden im Laufe der Zeit immer mehr der alten Schiffe durch Bastler als Hausboot umfunktioniert und wieder fahrtüchtig gemacht. Und als dann Mitte der Sechziger der Berlintourismus wieder zulegte – und das drastisch – taten sich diese freien Bootseigner genossenschaftlich zur Stern im Kreis Schifffahrt zusammen, machten ihre Schiffe wieder fit für den Fahrgastverkehr und hoben die Anker. 

Heute verfügt die SiK über etwa 24 Schiffe, von denen rund die Hälfte aus Altbeständen der Stern- und Kreisschiffahrt besteht, darunter auch das bekannteste Berliner Ausflugsschiff, der über 100 Jahre alte Moby Dick“ (Kapitän und Eigner: Saskia Ahab), sowie das größte Fahrgastchiff auf den Gewässern Berlins, der auf 700 Passagiere ausgelegte, 67 Meter lange Schaufelraddampfer „Havel Queen“ (Kapitän Loretta Inkognitow, Eigner Tizian von Gera).

Das Unternehmen ist in Form einer eingetragenen Genossenschaft (eG) organisiert und somit zu Recht stolz darauf, „fit für das Ende der Berliner Sonderrechte 2086“ zu sein. Chef oder zumindest Sprachrohr der Genossenschaft ist der Zwerg Rackham Longhook, Kapitän der „Spreekorsar“ (die 1896 gebaute „Lichterfelde“). Weitere wichtige SiK-Akteure sind die bekennende Letztfrontistin Anna Kaslow („Die Rote Anna“) mit ihrem Zeppelinwerke Elite Cruiser [#tödlichewogen] „Tinpuk“ und der bullige Ork-Kapitän Marufke von der „Teufelsratte“ (ehem. „Nofretete“).  

Ich würde gerne etwas kommentieren, korrigieren oder klugscheißen, aber es ist alles drin, was man wissen muss. Höchstens noch, dass es keinen Zentralhafen der SiK gibt: Jeder Eigner liegt eben dort vor Anker, wo er will. Plus, dass Reparaturen bei den kleineren Schiffen schwerpunktmäßig im Schattenhafen am Urban und bei den größeren Pötten in der Freiwerft Fienowfurt (südlich des Hebewerks) durchgeführt werden.
Daisy Fix

[A] Die Sokaren

<<<[[[[ SPEICHERFEHLER 4 :: ZUVIELE PARALLELE BEARBEITUNGEN ]]]]>>>

 Mann jetzt REICHT’S mir aber bald. Immer wieder schmiert bei diesem Eintrag das System ab, weil zuviele Leute da rumpfuschen und Skripts reinhauen, um die Redigierungen anderer User zu blocken. Beherrscht euch mal!
 Tolstoi

 Tut mir leid, aber derart offenkundige Scheiße, wie sie einige hier immer wieder reinschreiben wollen, hat in der Anarchopedia NIX verloren.
 Antifa

 Und schwärmerische Wahrheitsverleugnung AUCH nicht!
 Nakaira

 Hey, ich sag nur, wie’s war. Diese Stories von, keine Ahnung, F-Status-Ninjas der blutigen Vergeltung ist doch STUSS, eine klar fabrizierte Gruselstory der Konzernmedien, die auf ne Tatort-Folge aus 2057 zurückgeht. Das File ist in deinem eigenen Archiv, du Quotenhure!
 Antifa

 Erstens bin ich gewiss nicht in diesem Nischenknoten hier, weil ich damit dicke Quote mache, zweitens geht mir der Tatort am Arsch vorbei, drittens ist die Mär von der gesetzlosen Gerechtigkeit und dem wunderbaren Wirken der Berliner F-Justiz ausgemachter Bullshit (und das weißt verdammt gut!) und viertens GAB es diese Sokaren-Ninjas, auch wenn’s nicht „DIE“ Sokaren-Ninjas waren. WENN du mal lesen würdest was ich geschrieben habe!!!
 Nakaira

 Wheee, hier geht’s ja ab …
 Konnopke

 Ich stell jetzt den Defake-Entry wieder her – das winzige Fragment, das die wenigsten Edit-Wars drüberlaufen hatte und somit das darstellt, was belegbar ist – und das Teil SPERRE ich. Ihr könnt dann von mir aus in den Kommentaren weiterbashen, aber der Entry selbst bleibt dann erstmal so, bis jmd. was Substanzielles und Belegbares zuzufügen (nicht zu ersetzen oder zu löschen) hat.
 Tolstoi

[%BEGIN&NOEDIT] Dass es in Berklin zu Zeiten der Anarchie etwas gab, was gemeinhin als „die Sokaren“ bezeichnet wurde, ist unstrittig. Es bestehen aber sehr unterschiedliche Ansichten dazu, was exakt die Sokaren waren, ob sie auch heute noch z.B. in den alternativen Bezirken fortbestehen und falls ja, in welcher Form.

Das erste Mal zu größerer Bekanntheit kam der Begriff der Sokaren in einem im Schattenland ab 2053 kursierenden Datenpuls namens „Deutschland in den Schatten“. Dort heißt es:

„Wer gegen (das Letzte Gesetz) verstößt, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einer seiner Lieblingsfeinde die Gelegenheit nutzen wird und er sich spätestens am nächsten Morgen die Erdleitungen der Matrix aus der Nähe ansehen darf. Ähnlich wird es auch demjenigen ergehen, der die Sokaren missachtet. Die Sokaren wurden nicht von einzelnen Menschen erlassen, sondern werden durch die Handlungsweisen aller Individuen bestimmt, so dass kein zentraler Angriffspunkt besteht, um gegen die Sokaren zu revoltieren. Deshalb werden sie als unabänderliche Naturgesetze akzeptiert, die sich im Laufe der Kulturrevolution herausgebildet haben.“

Dem entgegen sagt das rund zehn Jahre später im Schattenland aufgetauchte Datenpuls-Update „Deutschland in den Schatten II“:

„In dieser Zeit (des Flux) entwickelten sich völlig neue Berufsbilder, wie die der Vermittler und lnformanten. (…) Darüber hinaus gab es dann noch die sogenannten Sokaren, die Tag und Nacht auf den Einhalt des Letzten Gesetzes achteten. Sie töteten gnadenlos jeden, der in Verdacht geraten war, gegen diesen einzigen gebliebenen Leitfaden zu verstoßen. So kam es auch bald zu einer neuen Hexenjagd, doch die Hexen dieser Zeit waren die Anti-Anarchisten. Unterm Strich gab es aber kaum Verstöße gegen das Letzte Gesetz.“

Beiden Files ist vorgeworfen worden, viele unrichtige Informationen zu enthalten – im Falle des älteren DidS1 sogar unbestreitbar abstrusen Unsinn, der offenbar von Spaßanarchisten in den Datenbestand eingefügt wurde. 

Der Gegenstand der Sokaren wird auch in verschiedenen Medien überwiegend aus dem Bereich Propaganda, Infotainment und Sex&Crime aufgegriffen: Immer hungrig nach abstrusen und fremdartig klingenden Konzepten, taucht der Begriff der Sokaren in verschiedenen in F-Berlin handelnden Trids vor allem im Bereich Krimi auf – mal als ungeschriebener Moralkodex, mal in Form eines „Hohen Sokarischen Gerichts“, mal als Policlub oder Terrorgruppe, mal als maskierte Anarchisten-Ninja-Gruppe, die aus den Schatten Gefahren für den Status F rigoros ausschaltet. Selbst eine halbnackte Gegenspielerin von Karl Kombatmage trug den Namen „Sokara“.

Unstrittig ist ebenfalls, dass es im anarchistischen Berlin während und auch nach dem Status F verschiedene Verwendungen des Sokaren-Begriffs gab und gibt. Unklar ist aber, ob diese vor oder erst nach der jeweiligen Medien-Thematisierung entstanden, und welchen Einfluss die jeweilige Verwendung tatsächlich hatte oder gegenwärtig hat.

Es gab also – unbestreitbar – Individuen, die sich spätestens in bzw. ab den Sechzigern in Berlin als Sokaren bezeichneten und versuchten, gestützt auf diesen Titel eine Gefolgschaft aufzubauen und mehrere Anarchogruppen unter sich zu vereinen. Auch hat es im anarchistischen Osten wenigstens fünf, vermutlich eher mehr Vermittler und „Wanderrichter“ gegeben, die ihre Dienste als Sokaren anpriesen, und in den erhaltenen Dateiarchiven der Kreuzberg Bibliothek und der Freien Universität Berlin finden sich mehrere, zum Teil sehr umfassende Versuche, die „ungeschriebenen Gesetze der Sokaren“ in Worten zu erfassen (inklusive einer in der Freien Universität populär gewordenen Theorie, die Sokaren initiell als „Erziehungsversuch“ für die Berliner Anarchisten in Anlehnung an den Sokratischen Eid zu betrachten). Und es gibt auch heute noch Morde, in deren Umfeld Warnungen oder Bekennerschreiben „der Sokaren“ auftauchen – die allerdings keine einheitliche Handschrift oder Vorgehensweise erkennen lassen. [%END&NOEDIT]

 Ehrlich gesagt hab ich selbst an diesem Text noch so einiges auszusetzen, aber gut.
 Antifa

 Ehrlich gesagt ist mir scheißegal, was du oder sonstwer davon hältst. DAS war der Passus, der die wenigsten Korrekturen hatte, also ist das jetzt der Defake. Nu kloppt euch weiter, ich hab tausend andere Baustellen in dieser Scheiße hier …
 Tolstoi

 Der hat ja wieder ne Laune …
 Konnopke

 Don’t ask. Der zofft sich grade mit nem selbsterklärten IE im Schockwellenreiter-Board. Weißt ja, wie sehr er die liebt – und das Lieblingsthema von dem IE sind natürlich Drachen, außerdem deutet der an, irgendwelchen Crap über Tolstoi zu wissen.
 Russenrigger

 Nur ganz kurz zu meinem Verständnis: Der Punkt der Sokaren ist deshalb so heikel, weil es für die einen eine Art supernobles humanitäres Grundgesetz ist, während andere sagen dass die Sokaren so ’ne Art Popart-Fake sind, frapos?
 Mekkazoid

 So ziemlich. Bestritten wird zum einen, ob es überhaupt die Sokaren in irgendeinem Mehr-als-Kiezgröße-relevanten Kontext gab, ehe der Begriff im ersten Trid-Flick auftauchte, und zum anderen, ob es heute noch „echte“ Sokaren im Sinne dieser Berlinbewacher-Ninjas gibt. Fun Fact am Rande: Einige sagen, dass die in ABSURD KURZER REKORDZEIT geschlossene Berliner Einheit auf Seiten der Anarchos nur deshalb zustande kommen konnte, weil die Sokaren selbst interveniert hätten – Vertreter dieser Theorie halten des weiteren Morek Pflügler für einen der Sokaren. Der selbst kommentiert das nicht, zwinkert eher vielsagend, wohl weil er genau weiß, dass je mehr ihn für nen Sokaren und damit für ne Art Hohen Richter Schrägstrich Elitekiller halten, desto weniger gibts Widerstand gegen seine … mutigen Vorstöße im Berliner Recht.
 Roter Oktober

 Pflügler der Elite-Ninja. Ich kack mich weg …
 Konnopke

[A] METAHUMANA

Das Jahr geht dem Ende zu, der Krieg in Südamerika brodelt eifrig weiter, in Berlin kündigt sich für Weihnachten eine größere Anti-Drachen-Demo an (politisch korrekt als „Pro Menschenrechte“ Demo angesagt). Zeit, sich mal der guten Anarchopedia zu widmen und über etwas ganz anderes zu schreiben. Oder?
Tolstoi

Die Kaufhauskette METAHUMANA entstand bald nach Ausrufung des Status F in Berlin als Zusammenschluss der vormals unabhängigen HUMANA Second Hand Bekleidungsgeschäfte, dem Elektrokaufhaus TILO STÖR, den Berliner Elektroketten PILASKI und INNOVA sowie den quasi über Nacht im Stich gelassenen Berliner Filialen von KAUFHOF. Weitgehend entweder von den Besitzern leergeräumt oder aber geplündert und zum Teil in Brand gesetzt, sahen sich alle der damaligen Gründer dem Ruin gegenüber. Statt aber wie die meisten größeren Händler den Raum Berlin zu verlassen, fanden sich hier engagierte, meist Urberliner Einzelhändler und Filialleiter zusammen, um sich in einer anfangs namenslosen „Handelskooperative“ für die gemeinsame Fortführung der Geschäfte einzusetzen.

Zwangsweise zurechtgeschrumpft auf anfangs nur 8 Standorte in Berlin – allesamt weitgehend von Plünderung verschonte Second Hand Läden der HUMANA Kette – richteten die Händler ihr Geschäft konsequent auf die sich rasant ändernden Handelsregeln und Bedürfnisse in Berlin ein: Im Fokus des Geschäftes standen von Beginn an Nachbarschaftlichkeit, Tauschgeschäfte und Hilfe zur Selbsthilfe. Zum geänderten Geschäftsmodell der „Dritte-Hand-Kaufhäuser“ gehörten früh auch hauseigene Abteilungen zur Ausbesserung und Reparatur defekter Ware von der eigenen Schneiderei bis zu Polsterservice, Küchenmontage und Elektroreparatur sowie ein eigener „Beschaffungsdienst, der gezielt auf die Suche nach rarer werdenden Ersatzteilen und neuer Ware in aufgegebenen Gebäuden oder am Straßenrand ging.

Aus den zusammenspielenden Gewerken rund um die Handelshäuser entstand zügiger als in anderen Bereichen der Stadt ein effektiver Warenkreislauf, so dass die Kooperative – bald unter dem Namen HUMANA, dann nach aufkommenden Diskussionen um eine mögliche Diskriminierung von Metarassen in METAHUMANA umbenannt – innerhalb des Status F zum führenden Berliner Handelskonzern aufstieg – ein Rang, den der Konzern in den Jahren nach der Konzernübernahme außer in reinen Konzernbezirken aufrechterhalten konnte.

2072 unter der neuen Berliner Verfassung in Form einer gesamtschuldnerischen Kreditgenossenschaft legitimiert und somit samt aller „Warenbestände unklarer Besitzdokumentation“ per Generalamnestie legalisiert, bestimmen die meist älteren und baufälligen oder schon aus Stückwerk zusammengezimmerten, an schmucklose Kartons erinnernden METAHUMANA Kaufhäuser den Look zahlloser Einkaufsstraßen speziell im Osten der Stadt.

Zur gezielteren Bearbeitung des „Neuen Westens“ wurde erst in diesem Jahr (2073) die Kette PROHUMANA gegründet, deren Geschäfte meist kleine, im Shabby Chic gehaltene „Fachgeschäfte“ für den „Nouveau Bohème“ der alternativ angehauchten Konzernberliner sind.

Gute Zusammenfassung, wenngleich mir die Plünderzeit … sorry … GRÜNDERzeit der Kette ein bisschen kurz kommt – samt all den Nebenaspekten wie etwa den Banden um Durek Brehmer, die mehr als ein Haus erst zur Ruine GEMACHT haben, ehe sie „nicht länger vom Besitzer benötigte“ Einbauküchen, Geräte, Kleider, Schuhe etc. „gebprgen“ haben.
Russenrigger

Mir kommt METAHUMANA und speziell PROHUMANA heute etwas zu geleckt daher. Früher – also nach der Gründerzeit jetzt, so halt die letzten Jahre lang – war META einfach nur der schäbige Basar im Kaufhauslook, in dem du Tech und Mode der letzten 10 Jahre wirklich fachlich gut geflickt und geprüft für sehr okayes Geld kaufen oder – nach 2068 ne Seltenheit – auch weiterhin geldlos tauschen konntest. Seit der „Legalisierung“ haben die sich ne Werbeagentur gekrallt und strotzen jetzt von Fair Trade-, Biofaser- und anderem Weltverbesserungsrotz, während hintenrum im wesentlichen eine Ausgründung der auf „echte“ Menschen zugeschnittenen PROHUMANA zu Lasten der für Assis und Metas gedachten METAHUMANA Kette stattfindet.
Fienchen

Gerüchte wollen wissen, dass die PRO/METAHUMANA-Besitzer von mehreren Kaufinteressenten auf Konzernseite belagert und einige wohl auch erpresst werden. 6 der insgesamt 16 Besitzer haben in den letzten 2 Jahren den Hut genommen bzw. sich ausbezahlen lassen, und es ist ein ziemlich offenes Geheimnis das Hauptgeschäftsführerin Friedericke Stör gerne an Aztech verkaufen würde – und dass sie mit diesem Wunsch bisher ziemlich alleine dasteht. Biz, anyone?
Tolstoi

[A] Stattkrieg

Da der 1. Mai ja grade wieder mal vorbei ist, uppe ich den alten Anarchopedia-Eintrag zum Stattkrieg mal und lade euch dazu ein, ihn zu aktualisieren. Scheint mir nämlich inzwischen definitiv kein singuläres Phänomen oder ein Nanotrend zu sein…
Tolstoi

Stattkrieg ist eine durch keinen offiziellen Sportverband organisierte, jedoch an das klassische Stadtkrieg entfernt angelehnte Betätigung von Spaßguerillas und/oder Straßen- bzw. Gangklasse-Stadtkrieg-Spielern auf der verzweifelten Suche nach Sponsoren für ihr Team (bzw. eine „Entdeckung“ und Aufnahme in ein etabliertes höherklassiges Team).

Erstmals am 1. Mai 2064 unter diesem Namen und Inhalt nachweisbar, findet Stattkrieg stets inmitten einer großen und soweit möglich medial wirksamen Massendemonstration mit starker Polizeipräsenz und zu erwartenden Ausschreitungen statt. Ziel des „Spiels“ ist es, einen runden, analog den Stadtkrieg-Regeln auffällig als Spielball gestalteten Brand- oder Sprengsatz durch die Polizeireihen und in die „Endzone“ des „Klassengegners“ zu bringen, z.B. zu dessen Kommandofahrzeug. 

Neben dieser blutig-terroristischen Ursprungsform aus der autonomen F-Szene der Stadt hat sich eine zweite Spielweise etabliert, dessen Zielsetzung exakt dieselbe ist, worin allerdings die explosive Ball-Attrappe durch einen regulären Stadtkrieg-Ball ersetzt wird. Da die Sicherheitskräfte vor Ort keine Möglichkeit haben, Attrappen von echten Sprengsätzen zu unterscheiden, ist die Gegenwehr entsprechend heftig und beide „Spielweisen“ enden meist tragisch für den „Spieler“. Dass Stattkrieg dennoch speziell am 1. Mai in Berlin immer wieder gespielt wird und für Schlagzeilen sorgt, liegt im Kern an folgenden Einzelfällen:

  • Ygor Maltevik, 1. Mai 2064: Der Autonome Troll Ygor Maltevik ist der erste belegte Stattkriegspieler und gilt heute als „Legende“ der autonomen Szene. Im Versuch, den Abriss der „Enklave 14“ und die Deportation der dort „illegitim“ lebenden Sippen von Trollen und Orks im heutigen Steglitz zu verhindern, brach der arbeitslose Ygor durch die geschlossenen Reihen der Konzernsicherheitskräfte, die wenige Minuten nach Verstreichen einer letzten freiwilligen Räumfrist begonnen hatten mit äußerster Brutalität gegen die Enklave-Bewohner vorzugehen. Auf mehreren bis heute zirkulierenden Live-Videofeeds ist zu sehen, wie der massige Troll-Veteran, in seiner Jugend ein Stadtkrieg-Spieler bei den Cyberwölfen, von Dutzenden Kugeln getroffen wird und dennoch die Barrikade durchschlägt, dabei ein krude rund geformtes Paket im Arm. Sekunden nachdem Ygor den Kommandowagen der Konzerntruppen erreicht, lösen er und zahlreiche Gegner sich in einer gewaltigen Detonation auf. Bei seiner Tat trug Ygor seine alte Stadtkrieg-Rüstung. Der Akt erfuhr breite Berichterstattung in den Piraten- und Konzernmedien, in deren Zuge der Begriff „Stattkrieg“ erstmalig Verwendung findet (durch Nakaira, damals noch S44).Spätere Berichte decken auf, dass der alternde Troll an mehreren Knochenmarkerkrankungen litt, die ihn drohten bewegungsunfähig zu machen und in wenigen Jahren zum Tode geführt hätten. Die Enklave 14 konnte durch die Tat nicht gerettet werden, allerdings ermöglichte das durch die Detonation entstandene Chaos den Enklave-Bewohnern das Entkommen aus dem Kessel.
  • Zoé Callisto, 1. Mai 2067: Nachdem in den Jahren nach ’64 noch mehrere Sprengsätze auf ähnliche Weise zur Zerstörung vitaler Punkte der Einsatzleitung vor Ort führen und die Sicherheitstruppen entsprechend wachsam sind, platziert die elfische Spaß-Anarchistin und Gründerin der Nano-Bewegung NF67 (Novaheißer Fotzenblock 67) trotz heftigster Gegenwehr alleine durch aufgerüstete Reflexe und schier unglaublicher Parkour-Fähigkeiten einen Stadtkrieg-Ball in den Händen des leitenden Kommandeurs und lässt sich – lächelnd – verhaften. Nach ihrer Wiederfreisetzung in Ermangelung eines Verbrechens wird Callisto für einige Zeit zum medialen Superstar und tourt durch alle Vlogs und Talkshows im Land, wobei sie zum Frust der anarchistischen Bewegung keinerlei sinnvolle politische Statements abgibt und sich völlig auf mediale Eigendarstellung konzentriert. Als „Bad Girlie“ mit Sexappeal und eigentlich unsendbarer Unverfrorenheit wird sie zum Liebling der DeMeKo, die ihren Look und Style später an mehrere Modelinien lizensieren wird. Callisto spielte in zwei Saisons bei den Labrats – wohl auch eher zum Spaß – und lebt heute in Saus und Braus vom Geld ihres noch immer guten Lizenzen.
  • Die Napalm Jacks, 1. Mai 2072: Während sich sowohl reale Sprengeinsätze als auch zunehmend abstrus werdende Spaßinszenierungen fortsetzen – die Todesopfer der Letzteren werden einigermaßen zynisch als Morde der Konzernfaschistatur durch Anarcho-Medien ausgeschlachtet – schließen sich 2072 vier Halbprofis aus der Berliner Bezirksliga zusammen, um vor den laufenden Kameras der alljährlichen „1. Mai Krawall-Berichterstattung“ und mit neu implantierten Simrig-Aufzeichnungsgeräten ihre Stadtkrieg-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im Feuerhagel der Polizeiabwehr sterben 2 der Jacks, die beiden anderen erhalten den erwarteten Ruhm und eine Aufnahme in Profiteams der Stadtkrieg-Liga. Torezzi Syndrome (Jack#2) wird sich Weihnachten 2072 umbringen. Jack#3 – er wie alle Jacks während des Stattkrieges nur mit Vollmaske zu sehen – offenbart nie seine Identität und spielt bis heute nur mit Maske bei Anarchie Wien. 

Während Stattkrieg weiterhin ein riskantes bis je nach Spielweise illegales Unterfangen bleibt,  hat sich dennoch im Bereich der SimSinn-Bootlegs und BTL-Szene ein Wirtschaftszweig für Stattkrieg-Feeds entwickelt, an dem auch größere Sendehäuser partizipieren. Straßenpreise für verwertbare Sinn-Aufzeichnungen aus Ego-Sicht eines Stattkrieg-Stürmers rangieren um 500 Euro für die Einzelaufzeichnung bis hin zu 250.000 Euro für eine spektakuläre Aufzeichnung inklusive Verwertungsrechten durch einen Medienkonzern. Die Nachfrage ist diskret, aber groß, und das Angebot durchaus vorhanden.

In der Berliner Stattkrieg-Saison 2073 (also am 1. Mai 2073) wurden insgesamt 16 Versuche auf die Endzone gestartet. 3 davon konnten ihren Ball versenken (2 Bälle, 1 Sprengsatz). 7 Stattkrieger wurden verhaftet, 4 zum Teil lebensgefährlich verletzt, 5 – darunter alle die ihren Ball versenkten – erlagen noch am Ort ihren Verletzungen bzw. wurden durch ihr eigenes Paket umgebracht.

Ja, liest sich jetzt besser als „ein selbstmörderischer Nanotrend für Grenzdebile, denen reguläre Stadtkriegmatches einfach nicht gefährlich genug sind und die – allerdings mit einiger Berechtigung – hoffen, via spektakulärer Stattkrieg-Stunts die Aufmerksamkeit der Medienluden zu wecken“. Nicht unbedingt wahrer, aber besser lesbar.
Russenrigger

In dem Maße, wie sich Stattkrieg als Wirtschaftsfaktor etabliert, zieht er natürlich alle üblichen Effekte nach sich – nicht zuletzt, dass Leute wie Du und ich dafür bezahlt werden, einem Versuch zum Erfolg zu verhelfen, ihn zu verhindern oder eine Aufzeichnung zu bergen. Gerade Letzteres kann heikel werden (und gut bezahlt werden), wenn der Stunt spektakulär genug war.
Vlady Wostock

Abstreitbare Meldungen wollen wissen, dass die DeMeKo über Mittelsmänner und Portale auch Abschussquoten von Stattkriegern an Bullen zahlt. Gemäß dem Motto: Besser 10K zahlen für einen hirnmassebespritzten Chip, an dem keiner mehr Rechte geltend machen kann, als einen Stattkrieger mit 100K für die Komplettrechte zu entlohnen.
Dr. Caligula

[A] Engel & Wöllner

Trotzdem weit davon entfernt, ein Großkonzern zu sein, hat sich der Edelmakler Engel & Wöllner Cité Immobilien in der Alternativen Szene Berlins einen besonderen Hass-Platz verdient. Im Auftrag seiner bestens betuchten Auftraggeber akquiriert E&W bereits renovierte Nobelpaläste ebenso wie schwer renovierbedürftige Gründerzeitvillen oder  heruntergekommene Massenmietblöcke, die auf zu wertvollem Bauland stehen.

Nach außen hin präsentiert das 2063 aus dem Untergang eines multinationalen Immobiliengiganten hervorgegangene Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main eine durchdesignte Fassade, die sich einzig und allein an Millionäre auf der Suche nach einem repräsentativen Wohnobjekt richtet.

Andere Aspekte des Wirtschaftens – wie die bereits genannte Immobilienspekulation oder die Zwangsentmietung alternativer Wohnprojekte, um das „vorbereitete“ Grundstück an einen Baulöwen zu verscherbeln – werden tunlicht verschleiert und teileise durch eines der E&W Tochterunternehmen durchgeführt.

Das berüchtigste jener Unternehmen in Berlin ist das alternative Einzelgeschäft Jablonski Baugrundstücke & Anlageimmobilien unter Leitung des 34jährigen Orks und Ex-Boxstadtmeisters Patryk Jablonski, das bei der Akquise von Baugrund bzw. zum Abriss vorgesehenen Bauten auch vor Gewalt oder Rückgriff auf Schattenelemente nicht halt macht. Jablonski selbst ist aufgrund seiner früheren Boxkarriere eine stadtweite Berühmtheit und gilt auf der Straße als einer der Köpfe der „Berlin-Mafia“, einem lockeren Zusammenschluss lokaler Krimineller ohne Bindung an eines der größeren ausländischen Verbrechersyndikate.

Jablonskis Kontakt innerhalb von E&W ist Ann-Sophie Delacroix, die im Berlin-Upload beim Scheunenviertel erwähnt wird. Wie es heißt, verbindet die beiden noch aus Zeiten von Jablonskis Boxkarriere eine intime Beziehung – offenbar steht die Nobelmaklerin auf die rohe Männlichkeit des zernarbten Muskelorks und war eine glühende Verehrerin des Neuköllner Superboxers.
Tolstoi

Dass die beiden was miteinander haben ist einigermaßen gesichert. Unklar ist höchstens, wie deren Beziehung geartet ist. Einige sagen es sei ne reine Sexkiste, die auf Delacroix‘ Jugendschwärmerei beruht. Andere sagen, Jablonski sei ihr total hörig oder auf irgendeine Art ausgeliefert – wieder andere sagen das exakte Gegenteil und behaupten, Jablonski sei die Macht hinter Delacroix, habe sich diese gefügig gemacht und über deren Vermögen und Anteil an E&W weit mehr Macht, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.
Vlady Wostock

Wen schert’s was die beiden miteinander haben? Fakt ist, dass Delacroix ein eiskaltes Miststück ist, das gerade in Monopoly-Manier die Rosenthaler aufkauft – und dass Jablonski der „bad cop“ Gegenpart ist, der schon wegen seiner Berühmtheit auf fast jeden gewaltgeilen Orkprügler von Falkensee bis Pankow zurückgreifen kann.
Eggzo–33

Rassismus-Alarm!
Russenrigger

Wieviel Pull hat die Berlin-Mafia eigentlich heutzutage? Den Kriminalitätsberichten des SS scheint sie keiner Erwähnung wert…
Dmitri

Das hängt davon ab, wen du zur „Berlin-Mafia“ zählst. Wie fast jede andere „Setze den Namen eines Landes ein“ Mafia ist auch die Berlin-Mafia eine Art medialer Hilfsbegriff, der verschiedene Cliquen, Familien, Gangs, Schiebernetze und Kampfschulverbindungen zusammenfasst, egal ob diese wirklich quervernetzt sind oder nicht. Sehen wir uns nur Jablonski an und nehmen wir mal an er wäre sowas wie der Pate einer eigenen Verbrechensclique in Berlin, dann könnte man diesem seinen Netz neben den 6 Kampfschulen, 4 Werkstätten und 5 Türsteher- und Sicherheitsfirmen, die ihm direkt gehören (und die allesamt sehr gerne Ex-Knackis aus der Plötze anstellen) nochmal je gut die doppelte Zahl weiterer Unternehmen dieser Art zuordnen, die Ex-Schülern, Ex-Trainern, Boxkollegen, einem seiner 10 Geschwister (6 Brüder, 4 Schwestern) bzw. Kinder (mindestens 7 Söhne und 9 Töchter) bzw. der wachsenden Zahl seiner Enkel gehören oder in denen diese das Sagen haben. Und das ist nur der Kern seiner direkten Linie der „Berlin-Mafia“.
Tolstoi

Und was halten die Vory davon, Herr Tolstoi?
Dmitri

Fragen dieser Art beantworte ich nicht.
Tolstoi

Auch ohne „Insider“ zu sein kann man gewiss davon ausgehen, dass Jablonski & Co. Deals mit den anderen Syndikaten laufen haben bzw. eine Grenzziehung zwischen diesen und anderen Strukturen nicht immer klar zu treffen ist. Wesentlicher als seine Verbrecherkontakte finde ich, dass Jablonski seit Jahren regelmäßiger Gast auf alternativen Wahl- bzw. Beeinflussungsveranstaltungen ist und auch schon mehrfach den Schlichter bzw. Zivilrichter für alternative Zoffereien gemacht hat. Er hat in der Szene unglaublich viel Einfluss – das einzige, was ihn an einer politischen Karriere hindert, ist einerseits dass er kein Teil der etablierten politischen Seilschaften ist und andererseits dass er kein Interesse daran zu haben scheint, in die erste Reihe vorzutreten.
Fianna

Ich glaube nicht, dass er Scheu vor der Öffentlichkeit hat. Eher glaube ich er hat ein Autoritäts- bzw. Kooperationsproblem. In Fhain-Kberg, wo seine Popularität am Größten ist, käme er z.B. nur dann an Islamisten und Wölfen vorbei, indem er sich entweder mit diesen arrangiert oder indem er sich zur Leitfigur einer der anderen großen Bürgerzusammenschlüsse machen ließe. Er ist aber ein Einzelkämpfer und in allem was er tut der 100%ige Boss – in dem Sinne also als Unternehmensboss oder Berliner Don gewiss ne große Nummer, und völlig ungeeignet für die Berliner Politik.
Russenrigger

Ein weiteres nennenswertes Unternehmen aus dem Dunstkreis von E&W ist das Berliner Bauunternehmen und Architekturbüro ARS VIVENDI, das für gut zwei Drittel der durch E&W initiierten Bauvorhaben verantwortlich zeichnet (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bass Breathing Location in der Boelckestraße oder der Gourmetrestaurantkritiker-Präsenz in der Vision Berlin). Dabei liegt der Schwerpunkt der ARS VIVENDI Tätigkeit in der Konzeption und Visualisierung der an einem Standort möglichen baulichen Veränderungen bzw. der Entwicklung von Neubauvorhaben zur Präsentation von Immobilien gegenüber Bauspekulanten und Bauherren. Seltener tritt ARS VIVENDI selbst als Bauherr auf – aber wenn, dann geht der Auftrag zur Bauausführung in gut 4 von 5 Fällen an das Bauunternehmen JABOBAU – welches, man ahnt es bereits, durch einen der Jablonski-Brüder (Karol-Szymon Jablonski) geleitet wird.

Die übrigens namensgebenden Eigner von Engel & Wöllner sind in das operative Geschäft Berlins nicht direkt involviert: Frederik Engel und Bettina Wöllner waren beide äußerst erfolgreiche internationale Makler des zerbröselten E&W-Vorgängers, die sich aber nach der anstrengenden Gründerzeit von E&W nun zur Ruhe gesetzt haben. Während die 67jährige Bettina Wöllner fast ständig in ihrer Mallorca-Protzfinka wohnt, hat sich der galante Playboy Frederik Engel (72 und genetisch verjüngt auf Mitte 40) in sein Chalet nahe des Schweizer Nobelskiorts Verbier zurückgezogen. An Sitzungen der E&W Geschäftsführung nehmen beide Haupteigner heutzutage nur virtuell teil; der eigentliche Chef von E&W ist seit 2069 der im Ruhrgebiet berühmt-berüchtigte Immobilienhai Joachim von Schwarzenberg. Der Chef der Berliner Niederlassung von E&W ist Reinhardt Vandermark.

Wie jetzt – und weiter?
3V3

Suchen über Vandermark ziehen regelmäßig ein Nullresultat. Der Mann lebt sehr zurückgezogen, hat als Anschrift eine Drop-Adresse in der Villenenklave Dahlem, taucht in Klatschberichten oder Gesellschaftspostillen nicht auf, nimmt nicht an Spendengalas oder politischen Treffen teil, und das einzige bekannte Bild (aus einer E&W Festschrift von 2066) zeigt einen Mann Mitte 50, dessen ganze Präsenz „langweiliger Finanzenschubser“ schreit.
Russenrigger

Auffallend ist, dass Vandermark auch in Firmenkorrespondenz nicht auftaucht. Seine E&W Adresse ist zwar immer in Kopie gesetzt, von ihm selbst kommen aber keine Nachrichten, und es unterhält sich auch niemand über ihn. Halbzufällig (ich hatte nen Schnüffeljob zu E&W, bei dem es aber nicht um V direkt ging) bin ich allerdings darüber gefallen, dass Vandermark Ehrenmitglied der Wendlandstiftung ist.
Tolstoi

[A] Berliner Mauer

Nichts im Leben ist von Dauer, nur die gute alte Mauer.

So sagte man früher. FRÜHER! Denn es gibt keine Berliner Mauer mehr. Was jeder begreift, außer den Medien. Und den Berlinfremden, die sich Berlin offenbar auch 84 Jahre nach Mauerfall nur mit Mauer vorstellen können.

Ja, da gab es einmal dieses extrem unpopuläre Mammutvorhaben, eine Mauer außen um Berlin zu ziehen, um Plünderungen durch marodierende Elemente aus Brandenburg zu unterbinden. Offenbar hatten die Planer aber den Aufwand unterschätzt, der erforderlich ist, um eine Mauer rund um die Größe des Saarlandes zu ziehen (wo die Mauer angesichts der SOX absolut MEHR Sinn gemacht hätte!).

Das Ergebnis, wie so oft: Politiker gibt befreundeten Bauunternehmen den Auftrag, diese zocken das Land ordentlich ab, die Baukosten laufen aus dem Ruder, der Politiker gerät ins Kreuzfeuer der Kritik, das Projekt bleibt unvollendet, und als der Status F eintritt wird die Mauer unter großem Hallo von beiden Seiten eingerissen (obwohl die paar Brandenburger die es noch gibt sie zuletzt vermutlich ganz gerne gehabt hätten).

Ja, es stehen noch Reste davon. Vor allem aber ist die Zweite Berliner Mauer eine buschbewachsene Brache. Im Einreißen war man schon immer besser als im Aufbauen.

Und die Berliner Mauer zwischen Konzernsektoren und Anarchozone? War ebensolcher Unfug. Wie ich später noch erklären werde, war die Kontrolle der Westsektoren keineswegs so allumfassend, wie einige Konzerne es gerne behaupteten. Heute bieten moderne Techniken sehr viel effizienteren Schutz und Überwachung als jede Betonhürde und eine „echte“ Mauer gibt es nur noch an einigen wenigen Stellen, wo massive Konzerninteressen direkt an Hardcore-F-Gebiete grenzen.

Die meisten verbliebenen Mauerabschnitte ziehen sich entlang der S-K Gebiete und um Potsdam, wobei die Potsdamer Umgrenzung von Beginn an „nur“ ein Absperrzaun war. Die weitaus wichtigste und effizienteste Mauer aber verläuft nach wie vor durch die Verkehrsadern Berlins: Viele Stadtautobahnen – inklusive der in Bau befindlichen neuen Osttangente – sind komplett von den „zwielichtigen“ Gebieten getrennt, sprich: Es gibt keine Auf- oder Abfahrten. Gerade die Osttangente – in Planung als dringend benötigte Direktanbindung Richtung Frankfurt/Oder und somit Polen, dabei aber ständig von Vetos, Demonstrationen, Baugerätdiebstahl, Sabotage und Grundstücksstreitigkeiten der Anarchokieze überschüttet – ist noch aus Zeiten der Ostzone geplant als auf Betonpfeilern errichtete Tangentenbrücke ohne Abfahrten. Man darf davon ausgehen, dass hier noch kräftig am Konzept und den Plänen gedreht und nachverhandelt wird.
Vlady Wostock

Ich wittere Schattenjobs!
Nikolai

Oder wieder mal „bürgerkriegsähnliche Zustände“. Je nachdem, wer sich in den Schlichtungsausschüssen durchsetzt. Entlang des Trassenverlaufs haben verschiedene Kiezgruppen, Gangs und Bürgerzusammenschlüsse zum massiven Kampf aufgerufen: Kaum dass die Baupläne irgendwie ins Netz gelangt sind, kursierten schon Bombenbauanleitungen und andere Anschlagsszenarien auf die bereits entstehende Großbaustelle und später die Trassenpfeiler. Die Konzerne haben von vorne herein damit gerechnet, das jemand sowas versuchen würde und setzen bei Baustellensicherung und Trassenkonzept auf massive Überwachung per Sensoren, Drohnen und – wie man hört – auch Geisterzeugs, mindestens in der Anfangsphase oder bei konkretem Anschlagsverdacht.
Vlady Wostock

Sinnlose Verschwörungstheorien. Klar ist das Krakeele groß, wenn der eigene Kiez abgerissen werden soll, um Platz für eine Trasse zu machen. Bloß ist noch gar nicht raus, ob da überhaupt was abgerissen werden muss: Die Trasse verläuft nach aktueller Bauplanung exakt entlang bereits bestehender, breiter Straßenzüge. Die Planungsdaten der Trasse gingen zudem von etwas kühn berechneten Wachstumsraten aus, weswegen schon länger eine Verkleinerung der Baumaßnahme angeplant ist. Nicht zuletzt hat die BERVAG bzw. deren BVB-Vertragspartner bei der Erneuerung der M-Bahn selbst in Randbereichen Berlins verstärkt auf Untertunnelung gesetzt – gut möglich, dass sie hier wie schon beim südlichen A100 Innenring auf Tunnelröhren statt ebenerdiger oder über Pfeiler verlaufender Straßenführung setzen. Das hätte dann auch gleich den Vorteil, deutlich anschlagsicherer zu sein.
Eggzo_33

Ach ja? Da hab ich aber in den diversen Gefahrenanalysen was anderes gelesen: Schick nen Sattelschlepper oder Tanklaster in den Tunnel, führe einen Unfall herbei oder jag das Ding per Fernzünde hoch, und Du kannst Dir sicher sein dass der Schaden (und der Verlust an Menschenleben) wesentlich größer ist, als bei „Open Air“ Anschlägen. Und was den Punkt angeht, dass die Anarchos keine Motivation hätten, die Trasse zu bekämpfen, weil deren Zonen ja genauso von der Verkehrsentlastung profitieren: Erstens geht es bei Anschlägen um die Die Hard Extremisten, denen es NULL um irgendwelche Profite geht, und zweitens sind für die auch Truckfahrer und Familien von Angestellten „Teil des Systems“. Oder was meinst du, was in dem Pamphlet des Selbstmordattentäters stand, der sich vor 3 Jahren in der Preußenmall in Potsdam in die Luft gejagt hat, mitten im Weihnachtstrubel?
Dmitri

Hey, das war was anderes, ja? Der Typ hatte einfach was Krankes geslottet. Den kannte niemand im Osten, und Kontakt zu den Komittees hatte der auch nicht! Der warn Einzeltäter, und es würde mich nicht überraschen, wenn da die Konzerne hintersteckten, um Stimmung gegen die Anarchisten zu machen!! Wäre ja nicht das erste Mal, oder?
Chaosium

Verschwörungstheoretiker…
Dmitri

Na und? Bloß weil ne Menge Verschwörungstheorien umgehen, heißt das nicht, dass davon nicht einige oder sogar VIELE stimmen würden! Und komm mir jetzt bloß nicht mit UFO- und Area-irgendwas-Scheiße! Das sind gezielte Kampagnen der Konzerne, um Verschwörungstheorien den Nimbus von Lächerlichkeit zu geben!
Chaosium

Paranoider Verschwörungstheoretiker …
Dmitri

Ach, F-mich!
Chaosium

[A] Rein und Raus AD2065

// gepostet von TOLSTOI //
Den folgenden Post hab ich aus dem alten KSBnet gerettet – sogar mit den OLDPOSTS der damaligen Kommentatoren. Er schildert das „Rein und Raus“ nach bzw. aus Berlin etwa um das Jahr 2065 herum. Für aktuelle Infos zur Ein- und Ausreise werft einen Blick in den aktuellen Berlin Upload.

Und 8 Jahre altes Zeug postest Du jetzt nochmal warum?
Spatz

Damit alle über den Dummsülz lachen können, den Du vor X Jahren verzapft hast. Ist doch logisch.
DurgaSIN

Das Link zum aktuellen Upload ist broken! Da lande ich auf so ner Konzernseite die mir irgendwas verkaufen will.
Ghostsoap

Ich weiß und sitze mit anderen Leuten schon dran. In der F-Matrix sind mehrerer Hosts down und alles deutet darauf hin dass die alte Anlage im Sperberkiez gewasted wurde. Und eh ihr wieder „Konzernverschwörung“ brüllt: Diesmal sieht es aus, dass Ausschachtungsarbeiten der M-Bahn schlicht ein gutes Dutzend Kabelbäume durchtrennt haben, für die wir erstmal Ersatz schaffen müssen. Bis das angeleiert ist, wird die Helix down sein und mit ihr auch das File. Ich denke mal bis 21. Oktober ist alles wieder oben, Berlin-File inklusive.
Tolstoi

Warum jetzt ausgerechnet am 21. Oktober?
Ghostsoap

Weil heute der 21. September ist, also „in einem Monat“? Solange wird es dauern, den Schaden zu beheben. Ist ja nicht irgendein alter Deskserver, der da mal eben durchgeschmort wäre. Im Keller des alten Continenta Gebäudes stand einer der zentralen Virtuality Server, noch von Fuchi 🙂 Den zu ersetzen wird nicht ganz einfach und vermutlich läuft es auf einen Re-Root hinaus (richtet euch schonmal auf vermehrte Lags in den kommenden 4 Wochen ein – besser ihr ladet nen ressourcenschonenden Avatar und stellt eure VR auf MedRes ein. War halt Pech, dass keiner die Tunnelarbeiten auf dem Schirm hatte).
Tolstoi

Konzernverschwörung?
Spatz

Getting There. And Out.

Hi. Ich bin gebeten worden, etwas zum Thema An- und Abreise zu posten. Damit wir uns recht verstehen: Wenn du ein Konzerner bist, steht dir jede An- und Abreise offen. Es geht also hier nicht darum, welcher Bahnhof die schönsten Zierpflanzen oder welche Commuter-Linie die beste Onboard-Trids hat. Sondern nur ganz praktisch für alle „zwielichtigen“ Elemente da draußen, wie man Berlin erreicht – und verlässt.

Mit „zwielichtig“, da meint er uns, oder?
OLDPOST by Spatz

Du bist SO weise.
OLDPOST by Khan

Per Flugzeug

Es existieren in Berlin 4 Flughäfen, über die man sicher und bequem nach Berlin gelangen kann: Tegel, Schönefeld, Tempelhof und der Heliport Gatow.

Daneben existieren noch ne bunte Palette weiterer Liftoff-Punkte. Im Osten beim Volkspark Friedrichshain ist ein Punkt, der regelmäßig von ner Gruppe frei operierender Heli-Piloten angeflogen wird, um schwarz Passagiere ein- oder auszufliegen.
OLDPOST by Spatz

Und nachdem du diese Info hier ins Netz gestellt hast, kannst deinen Arsch drauf verwetten, dass wir den Punkt nicht mehr anfliegen werden, du Riesenplins!
OLDPOST by Bugatti

War VPF nicht auch schon damals im Abdeckungsradius vom Block?
Spatz

Ach iwo. Die waren da noch kräftig damit beschäftigt, die Zwei-Meilen-Zone um die Humboldthöhe niederzuhalten. Hatten die sich auch gewiss leichter vorgestellt – aber wenn die bösen Anarchos aber auch immer wissen, welche Luftkorridore gerade verstärkt überwacht werden … Gott segne unsere Freunde aus dem Untergrund.
Todstefanz

Gemein ist allen vier Flughäfen, dass diese fest in Konzernhand und entsprechend gesichert sind. Tempelhof gehört Saeder-Krupp, Tegel wird betrieben von der Luft- und Stadtverkehrsgesellschaft Berlin (L&S-VGB), Schönefeld wird betrieben von der United Airport Corporation UAC (was faktisch bedeutet dass Schönefeld der Deutschen Treuhand ÖAG gehört) und die HeliCorp ist ein unabhängiges Berliner Unternehmen, das inzwischen auch die Reste der alten Cargolifter-Anlagen übernommen hat, um die seinerzeit gescheiterte Idee auf Basis heutiger Technik neu zu beleben.

Man beachte den feinen Unterschied: Der Mann sagt „wird betrieben von“, nicht „gehört“. Mit Ausnahme von Gatow gehören die Flughäfen exakt zu den Konzernen, von denen ihr denkt, dass diese die Eigentümer sind. Die meisten haben nur eine eigene Betreibergesellschaft gegründet, in aller Regel aus Gründen des internationalen Flugrechts und der Risikoabschirmung gegen verirrte Boden-Luft-Raketen.
OLDPOST by Aleta

In den letzten Monaten und Jahren sind Gatow und die Cargolifter-Anlage durch mehrere Hände gegangen – oder zumindest gab es immer mal Schlagzeilen, dass sie es tun würden – von daher hier mal besser zeitnah die Knoten checken.
OLDPOST by Khan

Stimmt! Ewigkeiten nix mehr von der Cargolifter-Anlage gehört. Muss ich doch glatt mal wieder nen Fly-by machen.
DasFliegendeAuge

Zwei Worte: Lass es.
Laserpointer

Ich unterbiete! Ein Wort: Scheißidee!!
ZyklonB

Berichte von häufigen Flugzeugabstürzen in Berlin sind schlicht unwahr.

Hängt davon ab, was „häufig“ ist, oder? Hummeln, ick hör Euch brummeln!
DasFliegendeAuge

Ich denke es geht eher um die vielbeschworenen Raketenabschüsse von Zivilmaschinen, die es im bösen F-Berlin angeblich fast täglich gab. Weil ja niemand an nem Donnerstagnachmittag ne bessere Idee zur Freizeitbeschäftigung hat, als 100 kapitalistische Konzernsklaven in einem riesigen Block aus Treibstoff und Metall vom Himmel zu holen und damit 300 anarchistische Kiezbürger in der Flugschneise zu erschlagen.
Omskfreund26

Per Bahn

Ob per Transrapid oder ECE: Alle großen deutschen Bahnverkehrsnetze bieten auch Anschlüsse in Berlin. Strecken wie Bahnhöfe werden durch die betreffenden Gesellschaften und – was wenigen bewusst ist – auch durch den Bundesgrenzschutz überwacht und gesichert. Dieser greift auch hart durch, wenn es um die Sicherheit der Bahnverbindungen und um Versuche illegaler Einwanderung in die ADL via die Freistadt Berlin geht: Das Fernbahnnetz gehört der ADL, auch in Berlin!

Nach einigen üblen Terror-Anschlägen auf Bahnstrecken in den letzten paar Jahren ist die Sicherheit der Züge jetzt echt TIGHT und steht der Flughafensicherheit kaum nach.
OLDPOST by Khan

Süß, was man früher so geschrieben hat.
Khan

Per Auto

Nachdem der „Speckgürtel“ Berlins größtenteils eingemeindet wurde (was durchaus nicht unter Begeisterungsrufen der Bevölkerung geschah, im Gegenteil!) rangiert das verbliebene Umland Berlins unter den bevölkerungsärmsten Landstrichen Deutschlands (auf Platz 2 hinter Mecklenburg-Vorpommern). Nur vereinzelt gibt es Klein(st)städte, denen es gelingt mit Tourismus mehr schlecht als recht zu überleben. Der große Rest des Landes gleicht zunehmend einem Land der einsamen Alleen und der Geisterstädte. Von der Anreise per Auto muss generell abgeraten werden. Zwar sind die alten Transitstrecken nach Berlin trotz ihres erbärmlichen Zustandes im Allgemeinen sicher, aber im Falle eines Notfalles ist man sehr auf sich allein gestellt. Und wenn man mit seinem Auto in Berlin angekommen ist, was macht man dann mit ihm? Die meisten Autos von Berlinfremden sind den Berliner Verhältnissen schlicht nicht gewachsen, sind zu neu, zu wenig verbeult, zu attraktiv für Diebstahl und zu empfindlich für die Widrigkeiten von Schlaglöchern, Scherben und Carjackings.

Erneut: Das trifft natürlich vor allem für Leute zu, die bestenfalls Halblegale oder SINlose sind und sich in den Zonen im Osten bewegen wollen. Wer Konzerner ist oder wessen ID in Ordnung ist, kann mit seiner Karrre natürlich in die Konzernzonen fahren, wo sein Auto so sicher oder unsicher ist wie überall sonst auch. Vorsicht: In vielen Konzernzonen im Westen ist ein aktiver Erkennungschip mit dazu passender SIN Pflicht! Und das Sensor- und Verkehrsüberwachungsnetz im „Neuen Westen“ (ALI) ist pfuschneu und SOTA!
OLDPOST by Khan

Per Hover

Eine dritte, meist vergessene Anreisemöglichkeit besteht über die Wasseradern, die nach Berlin führen. Berlin hat mehr Brücken als Venedig, war einmal eine Hansestadt und hatte mehrere sehr Marine-begeisterte Herrscher. Das Erbe dieser Zeit sind sehr gute Wasseranbindungen zu Elbe, Oder und Ostsee – Wasserstraßen, die zunehmend von Hoverfahrern benutzt werden, um Fracht und Passagiere nach Berlin und wieder hinaus zu bringen. Obwohl die meisten Hover jeden beliebigen Punkt in Berlin ansteuern können, endet die Fahrt der meisten am Westhafen, dem zentralen Frachtanlaufpunkt aller Wasserverbindungen, oder am Urbanhafen, wo aber meist nur Passagiere abgesetzt werden. Die Fahrt mit Hover dauert länger als mit Zug oder Flugzeug, ist aber schneller und sicherer als mit dem Auto, und dabei nur geringfügig teurer als der Transrapid. Der zentrale Vorteil der Hover-Reise aber ist, dass Ankunft und Abfahrt nirgendwo zentral verzeichnet werden, da jeder Hoverkapitän – viele davon sind polnische Veteranen der Eurokriege – auf eigene Rechnung arbeitet.

Dem ist heute eigentlich nur hinzuzufügen, dass der Urbanhafen ein scheißgefährliches Pflaster geworden ist, in dem Jugoslawen, Türken und Russen einen erbarmungslosen Krieg um Ankerplätze und Durchfahrtsrechte führen. An und für sich ist der Konflikt totaler Stuss, da das große Geld im OV bestimmt nicht am Urbanhafen liegt – es geht soweit man das von außen mitkriegt mehr um irgendwelche Ehrenhändel und Beleidigungen
Khan

Das ganze ist eine einzige verfickte Kaninchenzüchterscheiße! Ursprünglich hatten die großen Syndikate sich zum Thema Urbanhafen zusammengeschlossen und eine Art Dauerfrieden vereinbart, gemäß dem Motto: Vereinte Stärke, geteilte Gewinne. Aus der Win-Win-Win-Situation wurde dann irgendwann eine Konstellation, bei der irgendeine der drei Parteien ein kleines bisschen mehr Win hatte als die anderen. Der Rest ist Geschichte: Aus Verhandlungen wurden Auseinandesetzungen, aus diesen wurde Streit, und als eines Nachts drei Hover brannten – und auf einem von ihnen das Favgirl von Murad Alkhazim, dem Urbanhafenchef der Wölfe, war der Krieg da.
DerLetzteAutoduellist

Böse Zungen wollen wissen, dass die Anschläge im Urbanhafen von gar keiner der drei Seiten ausgeführt wurden, sondern von Runnern, die im Dienste einer unbekannten vierten Partei standen.
Tolstoi

Konzernverschwörung!
Spatz

[A] Anarchopedia

Anarchopedia

(1) Umgangssprachlich genutzter Sammelbegriff für dem linken Spektrum, der Hackerszene und/oder der Sprawlguerilla zugeschriebene „alternative Aetherpedias„.

(2) Name der nach dem Stil des Conspiracywiki angelegten Berliner Online Datenbank der von 400+ Anwendern supporteten freien AR Navi-App ARtack!, gehostet u.a. im Arachnet, aber mit Spiegelknoten an diversen anderen Stellen.


[A] Retroschock

Willkommen im 19. Jahrhundert

// Dateiupload von TOLSTOI // 09.10.2073 – 10:00:00

Fast alle Medien, die sich mit der Anarchie in Berlin beschäftigten, thematisierten den Rückfall des Lebens auf eine primitivere Stufe und schufen damit quasi die Mär von Gesetz und Pizzabringdienst als Garanten für „das Leben, wie wir es kennen“. Was hingegen beginnend von den frühesten Berichten der F-Zeit bis quasi offizieller Anerkenntnis der „Berliner Rückbesinnung“ als bewusstem Kulturtrend aus der Ex-Hauptstadt weder verstanden und noch dargestellt wurde, ist, dass dieser Rückfall zwar durchaus geschehen ist, sich aber seit gut 15 Jahren stabilisiert und vor allem: normalisiert hat.

Betrachtet den Post hier als Stub und Overview zu einem Thema, das wir bzw. ich im aktuellen Berlin Upload viel ausführlicher behandeln. Die weitgehende Abwesenheit von matrixabhängigen Strukturen hat seinerzeit entgegen einigem Geflame, was Nakaira dazu im Upload bringt, die anarchistischen Gebiete Berlins weitgehend heil durch den Crash gebracht. Tatsächlich lief das Leben dort – bis zur Konzernblockade – so normal weiter, dass man das wahre Ausmaß des Crash hier gar nicht so wirklich mitbekam (abgesehen von einer großen Plündertour durch die Randgebiete des Konzernsektors, als bei denen und entlang der flutlichthellen Sektorengrenze (dem antianarchistischen Schutzwall) „die Lichter ausgingen“). Seitdem Wifi einfach mal DAS Thema geworden ist, ist auch in der Zone der „Haben Will“ Faktor stärker geworden, und viele vor allem jüngere Leute sind genervt vom statischen Rauschen oder dem völligen Fehlen von Kontakt in manchen Gegenden. Dass es zudem im Osten regelrecht Kieze gibt, die von irgendwelchen revolutionären F-Komitees mit Störsendern förmlich blockiert werden („Wider das kapitalistische Spam- und Spy-Web!“) hat in jüngerer Vergangenheit zu einigen Spannungen geführt. Spannungen, die konzernseitig durchaus geschürt werden, versteht sich.
Konoppke

Mit Ausbruch der Anarchie in Berlin gehörte fast von Beginn an die stadtweite Stromversorgung der Vergangenheit an. Zwar waren die Kraftwerkseigner sehr flink darin, ihre Anlagen zu sichern, eine Grundversorgung konnten aber auch sie nicht aufrecht erhalten. Teilweise lag dies am Zusammenbruch des geregelten Zahlungsverkehrs, teilweise an technischen Tücken wie etwa der Notwendigkeit, in ein Haus hineingehen zu müssen, um ihm den Saft abdrehen zu können.  Eine Weile lang versuchten sich die Energiekonzerne mit Lösungen auf Kiezebene über Wasser zu halten – also jene Teilnetze abzuschalten, wo ein gewisser Quotient von Stromabnehmern, die ihre Rechnung tatsächlich zahlten, unterschritten wurde – teilweise wurde einem auch die Entscheidung abgenommen, da rivalisierende Energiesyndikate massive Sabotage an den Netzen betrieben.

Äh. Irgendwie fehlt mir hier die Info was dann weiter aus den Kraftwerken etc. wurde…
Blitzen

Als klar war, dass der Ofen in Berlin aus ist, haben die meisten Konzerne versucht, ihre Kraftwerke zu plündern und anschließend zu verplomben. Natürlich blieb der Abtransport und die Demontage der Tech nicht unbemerkt und aufgebrachte Berliner versuchten dagegen zu protestieren – dabei kam es dann an mehreren Kraftwerken zu gewalttätigen Ausschreitungen, vor allem nachdem irgendwer Kontingente osteuropäischer Söldner dazu anheuerte die Kraftwerke gewaltsam zu übernehmen. Wieviele Söldner und Sicherheitsleute damals starben, da gehen die Meinungen drüber auseinander. Ebenso dazu, wer wann welches Kraftwerk wie lange hielt und wohin die Tech verschoben wurde. Geht man nach den offiziellen Angaben, verloren die Energiefirmen „alles“ und machten entsprechende Multimillionenforderungen gegenüber den Versicherungen bzw. teilweise der ADL geltend (von wegen Verantwortung für das Fiasko), fest steht aber ebenso dass mehrere Schwerlasttransporte mit Tech unter schwerster Bewachung sauber von den Eignern weggeschafft wurden. Am Ende gingen selbst jene Blocks, die von Energiesyndikaten erobert wurden, nicht mehr ans Netz, da zu viel beschädigt bzw. gestohlen worden war. Die Kraftwerke verfielen danach, dienten auch gerne mal Gangs oder den besagten Söldnertrupps als HQ. Diejenigen Kraftwerke, die dann in Konzerneinflussbereich kamen, wurden kurz begutachtet, nicht rettbar befunden, abgerissen und es wurde neu aufgebaut.
Konnopke

Oder auch nicht. In der Mehrzahl der Fälle fand man es sei sicherer und wirtschaftlicher, das Berliner Netz zu überregionalisieren, d.h. mehr Energie von außen einzuleiten als früher. Ruhr Nuklear lässt es sich trotzdem nicht nehmen einen großen Reaktor zu bauen – in Tempelhof, duh – aber der geht frühestens in 10 Jahren ans Netz. Irgendwas von wegen revolutionäre neue Energietechnik blah blah.
Clipload24

Als dann in den 60ern die Konzerne kamen und die Stadt unter sich aufteilten, kam damit noch lange keine stadtweite Energieversorgung zurück: Wie überhaupt in allen Verwaltungs- und Versorgungsfragen war jeder Konzern zunächst rein auf seine Eigenversorgung bedacht: Die konzerneigenen Gebiete wurden schon davor vom anlageeigenen Kraftwerk bzw. einer Mikrowellenanbindung per Konzernsatellit versorgt – diese Eigenversorgung wurde lediglich ausgebaut und schrittweise dem neuen Konzernwesten angeboten und in Rechnung gestellt.

As said: Mehr dazu im Berlin Upload.
Konnopke

Was sich der Berlinfremde aber als stromlose, postapokalyptische Steinzeit vorstellte – nämlich die Lage der Anarchogebiete seit Zusammenbruch der Gesamtversorgung – hatte für die betroffenen Zonen (zunächst ganz Berlin, dann nur noch die Ostzone, heute nur noch einige Alternative Gebiete vor allem im Osten, die sich hartnäckig aller Ruhr-Nuklear Verträge erwehren) lediglich folgende Veränderungen gebracht:

Stromversorgung wurde Nahversorgung.

Statt sich darauf zu verlassen, dass Strom aus der Steckdose kommt, haben viele Berliner Wohnkooperativen, Mietsyndikate und Blocksowjets Solarzellen auf dem Dach oder Generatoren im Keller ihrer Häuser installiert. Diese wurden und werden, wo es sie noch gibt, gemeinschaftlich genutzt und ebenso bezahlt.

Wobei „bezahlt“ nicht immer Geld meint. Alternative Paymentsysteme, Tauschhandel, Naturalien und IOUs und so. *schnurr*
DailyFicks

Ich rate Dir GANZ „fix“ Dein Login zu ändern, or else!
Daisy Fix

Schluss mit Überfluss.

Solarzellen haben begrenzte Leistung, Treibstoff getriebene Generatoren sind teuer, also versuchte jeder, seinen Stromverbrauch zu reduzieren. Neben Niedervoltleuchten wurden auch Petroleumlampen und sogar Kerzen wieder „en Vogue“ in Berlin, speziell in den Bars und Kneipen – eine aus der Not geborene Neuerung, die heute als so typisch Berlinerisch gilt, dass daraus quasi eine postanarchistische Lebenseinstellung mit leicht grünem und auch konsumfeindlichen Touch geworden ist.

In dem Sinne begrüßen wir natürlich dass das BERVAG-versorgte Gebiet schrittweise wächst: Je näher der nächste angeschlossene Block, desto weniger weit muss man Kabel spannen um sich einzulöten. *fg*
Volthunter

Jup, finde den Artikel da auch schon nicht mehr ganz up to. Die Osties haben ganz viel nachzuholen, und aktuell scheint mir da eher ne Generation ranzuwachsen denen die Geräte gar nicht genug Strom fressen können. Das Pendel schlägt halt wieder in die andere Richtung.
Frank Furt

Der Wahnsinn hat Methode: Ich hab mir mal von nem Teen in F-Hain auseinanderklamüsrn lassen dass ja nicht er für den Strom zahle, sondern irgendwelche angepassten Konzernwichser, deren Volts er absaugt. Ausgehend von dieser Panne Ruhr-Nuklear Reklame dass Stromdiebstahl massiven wirtschaftlichen Schaden anrichtet sagt er also: Je mehr ich klaue, desto mehr schade ich den Konzernen und dem Corporate Way of Life. Da macht dann auch das mit Markenlabels überhäufte Kid schwer einen auf Sprawlguerilla, dabei findet er es einfach nur cool nen fingergroßen Player an mehrere schrankgroße Boxen anzukoppeln und diese auf Max die Bässe rauswoofen zu lassen.
Plumberjack

Schwer cryo Speek, Atze. Was bist Du, 30er Jahre Gammelfleisch?
Zeelyte

Die große Verdunkelung.

Die Straßenbeleuchtung in Berlin wurde frühzeitig vom Strom abgetrennt, da mit der Berliner Verwaltung auch der Rechnungsempfänger für die öffentliche Beleuchtung fehlte und sich dieses geschlossene Netz überaus einfach und gründlich abschalten ließ (quasi zusammen mit den Ampeln, die eh keiner mehr brauchte). Innerhalb kürzester Zeit fehlte aber nicht nur der Strom, sondern auch die Anlage, die er früher betrieb: Ganze Heerscharen von Metall-, Kabel-, Trafo- und Relaisdieben wühlten sich über Jahre durch die Stadt und raubten alles, selbst das was niet- und nagelfest war.

Warum Vergangenheitsform? Das Klaften geht weiter. Und netterweise bauen jetzt die Konzerne immer wieder neue Anlagen hin. The Circle of Life…
Rujevit

Du sagst es, Bruder.
Svantevit

Natürlich drängten die Konzerne in ihren Sektoren die Dunkelheit schnell zurück – meist sogar mit Flutlichtmasten, die nach wie vor das öffentliche Bild vieler Plätze dominieren (sie, und ihre am Mast verbaute Phalanx von Sniffern, Scannern und Kameras). Erst seit der Einigung nimmt die öffentliche Beleuchtung wieder etwas normalere und weniger nach Kriegszone aussehende Formen an: Ein neues Netz von Beleuchtung ist entstanden, das jedoch vielerorts im Osten noch plötzlich abbricht. Im Ergebnis sind Berliner Nächte in einigen Alternativen Bezirken nach wie vor SEHR dunkel, was natürlich gewissem lichtscheuem Gesindel exzellent in den Kram passt.

Gas, Wasser, Scheiße

Die gleichen Grundprobleme der zusammenbrechenden überregionalen Versorgung treffen auch Gas und Wasser, und wiederum haben sich hier zu F-Zeiten neue Strukturen zur Behebung des Problems entwickelt, die heute im gleichen Maße, wie Regel- und Konzernbezirke zur Normalität finden, wieder verschwinden.

Mom, in Berlin gibt’s noch immer Gasanschluss??
SuperAtario

Aber freilich! Seit sie das große Feld bei … äh … irgendnem russischen Ort ohne Vokale gefunden haben, back in the 20s, hängt Berlin wieder an der Pipeline. Gab Ausfälle im Eurokrieg, aber Immergaz und Co. flicken die Pipe immer wieder und deren Leute halten auch in Berlin das Netz am Laufen. Da sind die Konzerne völlig raus, das sind reine Vory Operations.
MeetTheBeatles

In den Alternativen Bezirken hingegen gibt es vielerorts weiterhin z.B. klassische Wäschereien (oft mit Handwäsche, da menschliche Arbeitskraft in Berlin noch immer billiger als Hi-Tech und Strom ist), geheizt wird noch immer verstärkt mit Briketts (und früher eben leider auch Holz, was viele Berliner Bäume das Leben gekostet hat) und für die Wasserversorgung werden öffentliche Handpumpen, zuweilen hauseigene Motorpumpen und – wenn man es sich leisten kann – Wasser aus Flaschen bzw. Kanistern benutzt.

Wichtiger Satz: In Berlin ist Arbeitskraft billiger als HiTech. Gilt für ALLES!
StufferPlusSklave44

Das massivste Problem in Berlin zu F-Zeiten – und ein Problem, an dessen Spätfolgen Berlin noch lange zu knabbern und Proteus noch lange verdienen wird – stellt die über Jahre nicht ordentlich erfolgte Abfallbeseitigung und die oft schwerwiegende Verseuchung des Wassers durch Schäden in den Abwasserleitungen und „Straßenentsorgung“ von Kloakenabfällen dar. das Alternative Berlin hat trotz aller neueren Maßnahmen dagegen nach wie vor die höchste Cholera-Neuinfektionsrate von allen Städten in Europa (inklusive Venedig!), und in Bezug auf die Kleinkindersterblichkeit nimmt Berlin weiterhin einen unrühmlichen Spitzenplatz ein.

Berliner Abwasserkrieg. Freut euch drauf. Da rummst es nochmal tüchtig.
Karl Eidoskop

So traurig es ist, das festzustellen: Der Wegfall der Gesetze mag zwar aus dem Normalberliner keinen Serienkiller gemacht haben, wie die Medien es immer gerne und reißerisch fabulierten, aber nur zu leicht bewegte es ihn dazu, nachts Müll im Nachbarblock abzuladen, das ausgediente Sofa einfach vor die Wohnungstür zu schieben oder den kaputten Kühlschrank gefüllt mit Plastiksächen voll Hygieneabfällen auf die Straße vorm Haus zu werfen.

Natürlich gab es auch zu F-Zeiten Syndikate, welche den Abtransport der Abfälle anboten: Aber erstens weigerten sich viele Berliner beharrlich, für Müll vor der Haustür zu bezahlen, den Leute aus einem anderen Block dort abgeworfen hatten, und zweitens arbeiteten jene Abfallfuhren auch nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Und das bedeutete – und bedeutet in vielen Bezirken noch immer – dass sie allzu oft die gesammelten Abfälle nur ein paar Straßen weiter wieder abkippen oder – was noch schlimmer ist – sie werfen sie in Spree, Havel oder Panke. Was immer mit ihnen geschieht: Den Weg zu den Deponien finden sie in den seltensten Fällen.

Was soll mit ihnen schon passieren? Wer immer für das Ausbaggern der Wasserwege zuständig ist holt das Zeug raus und entweder wird es ordentlich entsorgt oder in einem der Jauchekäffer abgeladen.
Der Letzte Eiserne

Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit waren die beiden kritischsten Faktoren im Berliner Leben unter dem Status F. Überall, wo er in der einen oder anderen Form noch gilt.

%d Bloggern gefällt das: