Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Berlin-News

Sürpriz, Sürpriz! Die Berlinwahl 2081

DER TAG DER BUCHMACHER: SO WILD WAR DIE WAHL-WETTE 2081.

[07.10.2081] Hi. Ihr habt keine Bildstörung. Ich bins. Eure geliebte Medienhurenkönigin Nakaira. Denn DIESE Wahl zu kommentieren, das wollt ich mir nicht nehmen lassen.

Dass die Wahl am 2081 ick sach ma „inshallah special mit scharfe Soß“ würde, ließ sich schon an den B1L-Headlines der vergangenen Jahre ablesen:

Auf das Superwahljahr 2078 mit Bundes- und Berlinwahl III plus Spandauer Schicksalsfrage folgten zwei Jahre des komatösen Stillstands, zumindest was Wechsel auf den wettträchtigen Stühlen des Berliner Rates angeht. Wer in Berliner Manier auf Chaos und Außenseiter setzte hatte das Nachsehen, konzernsozialisierte Wessi-Wettpussies des „Weiter so“ triumphierten (falls man das beim Wetten auf den haushohen Favoriten so nennen kann; genießt eure 60 Cent Gewinn bei eurer 8.000-Euro-Wette auf Landolts Wieder“wahl“).

Die Folge: Eine derbe Rezession für die Berliner Wettwirtschaft (okay, nur was das Produkt „Wahlwette“ angeht) und eine Wahlbeteiligung im Geier-Sturzflug. „Alles bleibt, wie es ist“ hätte die deprimierendste Hymne der Berliner Nation werden können – nun, bis eben jetzt, 2081.

Ob es – wie die intellektüllen Politfölletonisten der DeMeKo schreiben – daran lag, dass sich der Grö1BaZ Zöller erstmals seit Amtsantritt der Gunst der Berliner stellen musste oder – weit wahrscheinlicher – es die neu geschaffene Möglichkeit gab, on- wie offline zusammen mit der Stimmabgabe eine Wette bei Vesuv bzw. Caldera platzieren zu können: Die Wahl- und Wettbeteiligung explodierte am 05.10.2081 förmlich.

> Und das bei dem Mistwetter. Tobias hat uns den vollen Strahl ins Gesicht gespritzt.
> Konnopke

> You may want to rephrase that. Er meint das Sturmtief „Tobias“. Und er meint REGEN.
> Fienchen

> Ich persönlich glaube, der Hauptfaktor für die gestiegene Wettlaune war einfach der Fact, dass es zuletzt bei der Wahlperiode III so richtig abging in Berlin. JEDER hoffte, dass es diesmal wieder so sein würde, und es gab ja auch im Vorfeld schon seismographische Vorwarnungen, dass in dem einen oder anderen Dreierbezirk ein Erdbeben bevorstehen würde. Wenn man das Ohr halt auf der Straße hat. Oder wenn man Sender 44 verfolgt, um für den eigenen Konzernsender hemmungslos Content zu klauen.
> Penny D

AGC SIEMENSSTADT

Auf AGC Siemensstadt – den einzigen Konzernsektor in der Wahlperiode III – hatte die gestiegene Wahlbeteiligung natürlich keine Auswirkung: Schon früh am Sonntag verkündete Müller Schlüter Infotech das „Wahl“ergebnis und sorgte damit für das erste Highlight des Tages:

Nicht gänzlich überraschend, aber letztlich doch unerwartet informierte der Großkonzern darüber, dass Firmenchef Dr. Robert Schlüter jun. den Bezirk zukünftig nicht mehr persönlich vertreten werde. Laut offiziellem Statement reagiert Schlüter damit auf die im September gefällte „fatale und rückwärts gewandte“ Entscheidung des Rates, Bezirksvertreter zu einer „Mindestanwesenheitsquote“ bei Ratssitzungen zu zwingen. Der Rat setze damit eine „fatale Politik“ fort, welche „im Wirtschaftsleben stehende Experten“ zugunsten derjenigen verdränge, deren „einzige Werktagsperspektive“ mangels produktiver Arbeit in „sachgrundloser Agitation und kenntnisloser Selbstdarstellung“ im Berliner Rat bestehe.

 > Zoff um die geringe Anwesenheit speziell einiger Konzernvertreter gab es schon immer. Manchmal gingen die Abwesenden damit einem womöglich imageschädigenden Diskurs aus dem Weg, zuweilen wollte man so auch Entscheide blockieren, und generell hielten manche Konzerner es für unter ihrer Würde, das Geschrei und die „unflätigen Anwürfe“ der Alternativen in der Berliner Abgeordnetenversammlung (BAV) ertragen zu müssen. Schlüter war der König darin, sich mit anderweitigen Verpflichtungen zu entschuldigen und irgendwelche Hiwis ohne Entscheidungskompetenz in die BAV zu schicken.
 > Fienchen

 > Die Diskussion um eine Mindestanwesenheit oder auch das Recht der „Baff“ (BAV), einen Vertreter im Bedarfsfall vor die Versammlung zu befehlen, läuft schon seit Ichiro Koizumis monatelanger Abwesenheit 2073 [#berlin]. Mit dem Skandal um Sofia Nordins dreckigen Gebietsdeal im Herbst 2080 [#berlin2080] hat die Diskussion aber gehörig Fahrt aufgenommen: Unter dem Eindruck von hohen Kopfgeldern und einem förmlichen Todesdrohungs-Tornado in den Feeds und Beeps der Stadt hat Nordin seitdem an keiner Versammlung der Bezirksvertreter mehr teilgenommen. Versuche der Reinickendorfer Fraktionen, sie zu entmachten, scheiterten am Entscheid der Berliner Gerichte und unter Berufung auf die Gewissensfreiheit der Bezirksvertreter laut Berliner Verfassung. Die neue Regelung zwingt Nordin dazu, innerhalb der nächsten drei Monate entweder persönlich vor der Baff zu erscheinen oder zurückzutreten, woraufhin dann die Reinickendorfer Bezirksversammlung einen neuen Vertreter bestimmen darf. Die Kopfgeldjäger fighten angeblich schon um die besten Sniper Spots auf dem Weg zum Ratsgebäude.
 > Konnopke

 > Die Jagd auf Nordins Kopf läuft weiter. Neben Pay winken vor allem Prestige und Freidrinks in allen Berliner Destillen auf Lebenszeit. Unter den „Nordhuntern“ zirkulieren vor allem zwei mögliche Theorien ihren Aufenthalt betreffend: Nach der einen wurde sie vom III. Bürgermeister Takeshi Ozu über Monate in einem Luxusappartment der Renraku-Arkologie unter Schutzarrest gestellt, soll aber irgendwann im Sommer diskret und unter maximaler Bewachung in Scherings Biotechnologiepark verbracht worden sein, den sie nun ja auch leitet. Die andere Theorie besagt, dass sie über Monate in einer Finka des BGS in Oranienburg versteckt wurde – ebenfalls auf Weisung von Ozu – und sie nach einem Überfall durch Runner im Mai 2081 ganz aus Berlin weggeschafft wurde. Daneben gibt es natürlich unzählige weitere Theorien, von denen ein guter Teil durch Schering oder Ozus Team selbst gestreut worden sein dürfte. Naja, abgesehen von den Gerüchten, nach denen Ozu/Renraku die „gute Frau“ einer kompletten Gehirnwäsche und Neukonditionierung unterzogen oder sie durch einen Renraku-gesteuerten Klon ersetzt haben, freilich. Nach meiner Ansicht wäre es aus Konzerndenke heraus am Wahrscheinlichsten, dass Nordin nach ihrem Verrat am Bezirk einfach heim in ihr BTPB-Loft gefahren ist und Ozu lediglich das verstärkte Sicherheitskonzept von Schering abgenickt plus einen Trupp Rote Samurai abgestellt hat. Als Verstärkung und als Geste, dass ihm seine Pflichten als 3BM wichtig sind.
 > skep.sys

> Hi, skep.sys. Willkommen im Talk. Und ihr anderen: Seid lieb zu ihm! Er ist ein Hackbird!
> .rez

Neue Vertreterin für den Konzernsektor AGC Siemensstadt ist die MSI-Angestellte Dr. Aneta Kovac, laut Wahlmitteilung des Konzerns eine Expertin für Mensch-Maschinen-Kommunikation. Und für die Öffentlichkeit ein völlig unbeschriebenes Blatt.

> Für dich vielleicht. Aneta Kovac hat zwar auch IT mit Schwerpunkt Machine Learning und Mensch-Maschine-Dialog studiert, ihre zwei(!) PhDs hat sie aber in Jura und Risk & Crisis Communication Management bei der Aspen Academy gemacht, einer global operierenden Kaderschmiede für Politik, Public Relations und konzerngesteuerte Volksverdummung. In mir vorliegenden Files von Ökoaktivisten liest sich Kovacs Werdegang wie das Who is Who der Umweltverbrechen: Brennende Ölplattformen, gekenterte Säuretanker, vertuschte Grundwasservergiftungen mit tausenden Krebstoten, sie hat schon so ziemlich alle Drecksäcke gegen den Volkszorn verteidigt. Natürlich hat Dr. Kovac im Laufe der Jahre so ein exzellentes Netzwerk vor allem zu Unternehmen im Bereich Chemie, Nuklear, Ölforderung und -verarbeitung sowie den üblichen Dritte-Welt-Ausbeutern von Fashion bis Akkus aufgebaut. Auch einschlägige Größen der Unternehmensberatung fehlen nicht. 2076 war sie mal sehr kurzzeitig für Neonet tätig, ist aber lange vor Bekanntwerden des Boston-Skandals abgesprungen (die Aktivisten vermuten, dass sie berufsbedingt Einblicke in die Sache und direkt die Flucht ergriffen hat). Seit 2078 ist sie für die MSI-Mutter AG Chemie tätig und war zuletzt für die Vertuschung irgendeines Giftlecks in Wuppertal verantwortlich. Ihre Unterschrift unter dem MSI-Vertrag ist noch nass, und ihre öffentlich verbreitete Vita framed sie als ebenso intelligente wie empathische (IT-)Technikerin, deren berufliches Wirken ganz der Verständigung zwischen technokratischen Entitäten (Robotern, KIs, aber auch Unternehmen und anderen Körperschaften) und dem einzelnen Bürger dient.
> Penny D

> Wie kann jemand, der in der Öffentlichkeit steht, sein Wirken verschleiern und sich scheinbar immer wieder neu erfinden? Ich finde in der öffentlichen Suche NICHTS von ihrem Wirken für Umweltverbrecher.
> Konnopke

> Die öffentliche Matrix gehört den Kons. Welche Statements und Berichte Kovac für wen verfasst hat oder an welcher Strategie zur Vertuschung sie mitgewirkt hat, wird ja nicht verlinkt. Namentlich genannt wird entweder nur der vor den Kameras stehende Sprecher – das war sie nur in seltenen Fällen, und niemals bei unrettbaren PR-Desastern – oder eben „die PR-Abteilung“. Da sie in den meisten Fällen als externe Beraterin oder „Strategic Communication Expert“ tätig war (niemals als „Head of“ irgendwas), taucht sie dort nicht auf, selbst wenn man nach „dem Verantwortlichen“ für das Treiben der PR-Abteilung sucht.
> .rez

> Nunja, aber als Bezirksvertreterin für AGC Siemensstadt steht sie ja nunmal in der Öffentlichkeit. Das wird sie ja zukünftig kaum vertuschen können.
> Konnopke

> Stimmt. Es deutet vieles darauf hin, dass Kovac ihre Karriere neu ausgerichtet hat: Nach Jahrzehnten mit wechselnden Auftraggebern, an wechselnden Orten und immer auf dem Höhepunkt von Krisen ist sie jetzt „fest“ für AGC/MSI in Berlin-Siemensstadt tätig: Ein dynamischer Tötigkeitsort (immer diese Vertipper) und in sich selbst eine nie endende Krise, dessen Kommunikation und Wahrnehmung sie strategisch gestalten und nuanciert in neue Bahnen lenken kann. Aus ihrer Perspektive muss das eine spannende Herausforderung sein, die noch dazu mehr Gestaltungsmöglichkeiten, Ansehen und vermutlich Gehalt bei weit weniger (Reise-)Stress bedeutet.
> Penny D

> Laut offizieller Vita wurde Kovac 2047 in Prag geboren. In gewissen Ecken der Matrix kursieren aber Gerüchte, dass sie in Sokolov (Falkenau) geboren wurde, und das deutlich früher (2023 und 2008 werden öfters genannt, referenzieren aber womöglich andere Personen desselben Namens). Bestätigen können wird man das angesichts der Crashs und dem Chaos im Konzil Marienbad zur damaligen Zeit wohl nie, und letztlich ist’s ja auch Wurscht ob sie eine kosmetisch volloptimierte Mittdreißigerin oder eine kosmetisch volloptimierte Leónisierte ist. Ich wollt’s nur gesagt haben.
> skep.sys

> Ich find’s interessant zu bedenken, dass sie nach einer langen Karriere kurzfristiger Gigs zuletzt ein paar Jahre fest bei der AG Chemie gearbeitet hat. Jetzt tritt sie aber als MSI-Angestellte auf. Natürlich macht es ihre Arbeit leichter, wenn sie gegenüber Kameras und in der BAV im MSI-Dress statt mit dem verhassten AGC-Pin auftritt, aber meint ihr, dass Schlüters rascher Rückzug und die Entsendung einer PR-Frau des Mutterkonzerns auch auf Stress oder Umstrukturierungen zwischen den beiden „Partnern“ hindeutet?
> .rez

Natürlich hatte kaum jemand auf einen Wechsel an der Spitze von AGC Siemensstadt gewettet. Entsprechend waren die Quoten, und entsprechend dürften sich MSI-Insider plus einige Verwegene schon am Sonntagmorgen eine goldene Nase verdient haben (viele Insider können es natürlich nicht gewesen sein – das wäre beim Platzieren der Wetten und der damit einhergehenden Anpassung der Quoten sofort aufgefallen).

Auf den ersten Schock des Tages folgten Zitterpartien in beinahe allen anderen Bezirken – viele davon durchaus erwartet, einige davon aber auch völlig überraschend.

POTSDAM

Die einzige Ausnahme stellte der Normbezirk Potsdam dar, wo wie erwartet Fabian von Wittich (CVP/Preußenstiftung) als Amtsinhaber und sicher gesetzter Favorit von Beginn an uneinholbar in Führung ging.

Mit gerade 3,8% konnte die zweitstärkste Kandidatin Liberty Zollernschreck von der USPD trotz einer vielbeachteten Guerillakampagne in den sozial abgehängten Bezirksteilen und trotz öffentlicher Unterstützung durch Brandenburgs Ministerpräsident Richard Schinkel nichtmal einen Achtungserfolg erzielen.

> Frühere Umfragen hatten Liberty mit zum Teil über 20% deutlich stärker und sogar „aussichtsreich“ gesehen. Daraufhin beschlossen nacheinander zwölf Lokalgrößen von Babelsberg über Golm bis Bornstedt, ebenfalls ihren Hut in den Ring zu werfen. Dass diese Kandidaten samt ihren Wahlkampagnen tatsächlich schwarz von PSt und CVP finanziert wurden, gilt als offenes Geheimnis – sie geben sich auch keine besondere Mühe, es zu kaschieren.
> Aggi

> Drei Kandidaten haben sogar öffentlich damit geprahlt, ordentlich Geld für ihre Kandidatur bekommen zu haben. Von wem, haben sie unter Verweis auf ihre Verschwiegenheitsvereinbarung zwar nicht gesagt, aber das Augenzwinkern und das „Was denkst du denn, Mäuschen?“ von Marcel Lorenz, dem Dutzende Wohnblocks in Babelsberg gehören, sprechen Bände.
> Penny D

> Divide et Impera.
> .asl

SCHÖNEBERG

Im Normbezirk Schöneberg überraschte Mareike Praschak mit einer fulminanten Rückkehr an die Bezirksspitze. Die Messerschmitt-Kawasaki-Frau und LDFP-Politikerin war durch die Urwahl 2072 zur ersten Vertreterin Schönebergs im frisch geeinten Berlin bestimmt worden, ehe sie den BAV-Sitz 2075 krachend an den CVP-Kandidaten Gregor Thielke verlor. Trotz anhaltender Beschwerden über dessen ineffiziente Bezirksführung und „Unregelmäßigkeiten“ bei der Bezirksabgabe scheiterte Praschak 2078 erneut überdeutlich gegen Thielke, fiel sogar unter ihr Ergebnis 2075 und hinter die erstarkenden Kommunisten im Bezirk zurück.

Die seit Jahren zunehmende Arbeitslosigkeit und der langsam sichtbar werdende Verfall des Bezirks haben nun offenbar das Blatt gewendet:

Zwar konnten die Kommunisten um den Elfen Leonid Genscher ihr Wahlergebnis von 2078 knapp verteidigen, aber Praschaks Versprechen einer „Effizienzoffensive“ in der Bezirksverwaltung und einem von M-K finanzierten „Re:Start Schöneberg“ mit Investitionen in Straßen, Schulen, Versorgungsnetzen, öffentlicher Sicherheit und Förderung lokaler Unternehmen haben gegen Thielkes offenkundigen Unfug vom „Schöneberger Erfolgsmodell“ gesiegt.

> Interessantes Framing. Tatsächlich ist Thielke nicht am Abschwung im Bezirk gescheitert – ist ja nicht so, als würde Berlin auf einer Welle des Aufschwungs reiten, auch wenn die Jubelmedien der DeMeKo behaupten – sondern daran, dass er seine Wahlversprechen nicht gehalten hat. Er trat 2075 als Gegenkandidat zur Praschak an, die als Konzernfrau und LDFP-Politikerin das leibhaftige Feindbild der Willkür und Unterdrückung durch die Berliner Großkonzerne war. Thielke verkaufte sich als Schöneberger Bürger der Mitte und als Vertreter des linken Flügels der CVP, erklärte die soziale Marktwirtschaft nach dem Vorbild der 1970er zu seinem Leitbild. Kaum im Amt, knickte er gegenüber Messerschmitt-Kawasaki ein und ließ sich kaufen. Scheiße, #berlin2080 listet ihn korrekt als engen Buddy der fucking M-K-Einpeitscherin Olga Schoel, der Vertreterin der Berliner Industrie im Rat.
> .krah

> Du hast recht, aber das ist nicht das ganze Bild. M-K ließ es sich nicht nehmen, Mareike Praschak nach ihrer Wahlniederlage zu Thielkes direkter Ansprechpartnerin zu machen. Was immer Thielke von M-K oder den M-K-dominierten Unternehmensverbänden im Bezirk wollte und was immer er verhandelte, musste er mit Praschak klären. Und die ließ ihn am ausgestreckten Arm verhungern: Sie machte zuckersüße Miene zum bösen Spiel, stimmte Vereinbarungen zu, nickte gemeinsame Initiativen von Bezirk und Konzern ab und ließ sich gemeinsam mit Thielke bei Spatenstichen zu Kinderheimen, Schulen, neuen Geschäftsblöcken ablichten. Und dann verhinderte sie, dass irgendeines der Projekte je zum Abschluss kam. Überall herrscht Stillstand, Straßen sind wegen Bauarbeiten gesperrt, auf denen nichts passiert, Baumaterialien treffen „leider“ nicht fristgerecht ein, Gutachten offenbaren Planungsmängel auf Seiten des Bezirks, Kosten explodieren … sie hat auf Thielke gespielt wie auf einer Geige, während der Bezirk abbrannte. Oder zumindest kein Stück vorankam. Schaut euch einfach ihr Gesicht beim ersten B1L-Interview als neue Bezirksabgeordnete an.
> Penny D

> Was ist eigentlich aus Praschaks Ehemann geworden? Ich seh nur grade, dass sie in #berlin Mareike Praschak-Sonneberg genannt wird.
> .asl

> KFS.
> .rez

> Oh. Scheiße. Wünscht man keinem.
> .asl

> Ja.
> .rez

STRAUSBERG

Im einstigen „Industriesektor Ost“ Strausberg galt der Sieg von Amtsinhaberin Doreen Katschmarek (ESP) eigentlich als gesetzt, nachdem ihr langjähriger Widersacher Noel Duval vom Arbeiter-Policlub wenige Wochen zuvor bei einem Raubüberfall durch Junkies tödlich verwundet wurde.

> Nein, Nakaira. Das darf man selbst als DeMeKo-Sellout nicht einfach so stehen lassen. Duval wurde hingemetzelt, um ihn aus dem Rennen zu nehmen. Die Killer waren keine Junkies, sondern Wehrsportler aus Spandau, die richtig Spaß daran hatten, dem Ork Duval vor seinem Tod so viel Schmerz wie möglich zuzufügen. Das Ganze fand ziemlich offen an einer Tanke nahe der A10 im Industriegebiet Neuenhagen statt und sollte eine Warnung an andere Arbeiter darstellen, sich das mit der Kandidatur gut zu überlegen. Und das hat auch bestens funktioniert. Katschmarek mag auf grün machen und in der ESP sein – in Wahrheit ist sie ein eiskalter Machtmensch, der es auf Shiawases Entsorgungsverträge mit Berlin abgesehen hat [#berlin2080] und dem Parteien und Prinzipien völlig egal sind.
> Penny D

> Und metamenschliche Verbundenheit ebenso. Katschmarek ist wie auch ihr Vater Fritz ein Oger und macht dem ohnehin nicht besonders prallen Ruf dieses Typus keine Ehre. Würde morgen die SuperBILD berichten, die Katschmareks hätten Kinder zu Weihnachten gefressen, wäre niemand, der die Katschmareks kennt, sonderlich überrascht.
> .rez

> Ihr Wille zur Macht um jeden Preis wird noch ihr Ende sein. Mark my words. Sie mag glauben, die „dummen Faschos“ gegen die Leute vom Arbeiter-Policlub (meist Linke und viele Metas) zu benutzen. In Wahrheit wird sie benutzt. Wie man an den Ergebnissen bereits sieht. Spätestens 2084 ist Doreen weg – falls sie das Jahr überhaupt noch erlebt.
> Fienchen

> Nunja, sie könnte auch plötzlich der PNE beitreten. Selbst das würde mich bei ihr nicht überraschen, und sie wäre auch nicht das erste ESP-Mitglied, das plötzlich seine glühende Liebe zum Neofaschismus entdeckt.
> Aggi

Tatsächlich war es eine lange Zitterpartie, bis Katschmarek um 21:43 Uhr am Sonntag zur Gewinnerin der Bezirkswahl erklärt wurde. Die Arbeiter hatten zwar durch die vergleichsweise geringe Bekanntheit ihres neuen zwergischen Kandidaten Burak Yildirim einige Einbußen, schnitten aber besser ab als erwartet. Zudem überraschten sowohl die Kommunisten um Marx Molotov (KPD) als auch die Strausberger PNE um Martin Hartmann mit satten Zugewinnen.

> Die PNE hat laut Wahlergebnis bzw. aktuellen Umfragen in allen Berliner Bezirken zugelegt (in einigen mehr, in anderen weniger). Der Grund dafür liegt vor allem in einer erschreckend (sic!) gut gemachten Angstkampagne gegenüber MMVV-Infizierten, welche die Partei quer über alle Kanäle mit gezielten Messages für die jeweilige Teilzielgruppe und Persönlichkeit des Empfängers streut. Laut PNE genügt es den „verbrecherischen ADL-Eliten“ nicht mehr, das deutsche Volk mit Metamenschen zu durchseuchen, nein, die Regierenden würden nun sogar Vampire und Ghule dem normalen Deutschen rechtlich gleichstellen und damit die elementare Schutzpflicht des Staates gegenüber dem Bürger ins exakte Gegenteil verkehren. Diese Botschaften fallen auch bei gemäßigten bis linken Zuhörern auf fruchtbaren Boden, denn die Angst vor einer Verbreitung von MMVV-Infizierten in Berlin ist im Angesicht jubelnder Ghule in brechend vollen PNO-Hallen vor einer lächelnden Vampirin Bella Lugosi äußerst real. Bürgern, die einen Hang zu Verschwörungstheorien haben, präsentiert die PNE noch deutlichere Horrorszenarien: PNO und Regierung würden demnach gezielt Bürger mit MMVV infizieren durch angebliche KFS-Schutzimpfungen, Chemiesmog, Verseuchung von „Pink Goo“ (Ersatzhühnchenrohmasse) in Schul- und Arbeitskantinen, die rote „Graf Dracola“-Cola von AldiReal und durch „geheime Pädophilen-Exzesse“ in Bella Lugosis Schloss Babelsberg. Der „gesunde deutsche Volkskörper“ soll so langsam durch ein „Zombie-Volk“ von Infizierten ersetzt werden, das zum Dank für die rechtliche Gleichstellung der Regierung treu ergeben sei. Zudem sollen alle Schwarzen Schrägstrich alle Afrikaner egal ob Ghul oder nicht Träger des MMVV-Virus sein, daran hätte man in der Ghulnation Asamando lange gearbeitet. Die betreffenden Genmanipulationen am MMVV-Virus seien mit NEEC-Entwicklungshilfe finanziert und von Pharmakonzernen (alle in der Hand der Lieblings-Feindgruppe des Angesprochenen) ausgeführt worden. Die auch ohne weitere Panikmache wachsende Angst vor einer „Normalisierung“ der Infizierten und einer Ausbreitung von Ghulen und Vampiren in Deutschland treibt aktuell der PNE auch solche Leute zu, die eigentlich zum Feindbild der Partei gehören: In Strausberg wählten laut Auswertungen des O.R.K. Policlubs immerhin 6% der Orks und Trolle die PNE!
> Penny D

> Weitere Folgen der Infizierten-Rechte sowie der PNO-Werbung um Ghulstimmen siehe weiter unten bei Kreuzhain.
> .rez

> Dass die PNE sich selbst zur Speerspitze des Widerstandes gegen Infiziertenrechte gemacht hat, hemmt andere Parteien, sich der berechtigten Sorgen der Bürger anzunehmen und ebenfalls gegen die realen Gefahren von Ghulkiezen etc. zu agitieren. Keiner möchte sich im linkslastigen Berlin dem Verdacht aussetzen, der PNE nachzueifern. Leider überlassen die Parteien damit das Thema den Neofaschisten, die sich stolz als letzte Verteidigungslinie gegen die „Untoten“ darstellen können.
> .asl

> Beim „Ruf zu den Waffen“ gegen die Ghul-Bedrohung mischen auch Ringbund und Wehrsportgruppen [#berlin2080] kräftig mit. Nur zu gerne verkauft man besorgten Bürgern angebliche „Überlebensausrüstung“ für die kommende Ghulokalypse und macht sie bei speziellen „Anti-Ghul-Kampftrainings“ fit. Natürlich kommt es dann vermehrt zu Übergriffen gegen Ghule und deren Wohnstätten (realen wie vermuteten) – und die Infizierten lernen aktuell sehr schmerzhaft, dass sie trotz Bürgerrechten von der legendären Berliner Solidarität gegen Gewalt von Rechts völlig ausgeschlossen sind.
> Fienchen

Ja, die Berliner Wahl 2081 steckte voller Überraschungen – dabei sind wir noch längst nicht am Höhepunkt der Wahlgefechte angekommen. Auch nicht mit dem folgenden Abschnitt:

ZEHLENDORF

Im vornehmen Normbezirk Zehlendorf entspann sich gegen jede Erwartung ein heftiges Duell zwischen Amtsinhaberin Izabella Buzek (Proteus) und einem erst in allerletzter Sekunde ins Rennen gegangenen Kandidaten von Evo:

Zur völligen Überraschung aller Wähler und Medienvertreter enthüllte der transhumanistische Biotechkonzern auf einer Pressekonferenz am Vorabend der Wahl, dass er die Kandidatur eines freien Geistes namens Idis unterstütze. Kaum war dies ausgesprochen, manifestierte sich eine aurenhafte Lichtgestalt. Für einen Augenblick meinte man Schwingen zu sehen, dann verdichtete sich der Geist zum Körper einer Frau unbestimmten Alters mit sehr heller Haut und lidlosen, dabei aber gütig scheinenden Augen.

In ihrer kurzen Ansprache äußerte sich Idis mitfühlend über die Konflikte in der Stadt und das Leid, welchem viele Bewohner derselben ausgesetzt sind. Sie verfüge aufgrund ihres Daseins als Geist über einige einzigartige Perspektiven und könne dabei helfen, „menschliche Selbstbegrenzungen“ im Sinne einer höheren, größeren, gemeinsamen Sicht auf die Probleme zu überwinden.

Da sie weder am Geld noch an Befindlichkeiten wie Stolz, Sozialem Druck und Rang ein Interesse habe und auch nicht von Magiewirkern abhängig sei, könne sie losgelöst von Pekuliarinteressen das tatsächlich Beste für den Bezirk und seine Bewohner erwirken.

Sie habe, so Idis weiter, genau diesen Bezirk zu ihrer Heimstatt erwählt, da Zehlendorf durch das Wirken von Proteus und Evo weit offener für revolutionär neue Konzepte und Gedanken sei. Seine Bewohner – gerade jene, die reichlichen Gebrauch von den technischen Möglichkeiten machten, ihren Körper zu ändern und somit „das Diktat der Fleischgeburt“ zu überwinden, die „Urkette der menschlichen Hingeworfenheit“ abzuwerfen – trügen in sich den Keim einer größeren Freiheit. Sie freue sich darauf, den mutigen und freien Bürgern Zehlendorfs dabei dienlich zu sein, das volle Potenzial des Möglichen zu erschließen.

Nun mag es ja bei Evo zum normalen Gedankengut gehören, dass Geister Persönlichkeitsrechte genießen und zum Beispiel Anteile an einem globalen Biotech-Multi besitzen können (#buttercup), aber selbst für das freie Berlin kam diese höchst ungewöhnliche Kandidatur „etwas“ überraschend. Während sich die polnische Proteus-Powerfrau Izabella Buzek wie ihr ganzer Konzern auffallend zurückhielt, wurden Rat und BeJuDi in kürzester Zeit mit Beschwerden und Eingaben von Konzernen, Parteien, Fraktionen, Kanzleien und Einzelpersonen überschwemmt.

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war für Berliner Juristen also ausgesprochen aufregend. Und natürlich war an eine rechtlich belastbare Entscheidung vor Beginn oder selbst bis zum Ende der Wahl nicht zu denken, weshalb man sich auf die Klärung der weiteren Verfahrensweisen konzentrierte. Evo indessen machte mit seiner Unterstützung für die „Geisterkandidatin“ selbstverständlich ernst und erzeugte im Zehlendorfer Rathaus ebenso wie auf Ratsebene genug Druck, um Idis‘ Kandidatur mindestens für den Moment anzunehmen.

Was dazu führte, dass sie am Sonntagmorgen auch auf den Wahlzetteln stand.

> Okay. Kurzer Break. Dass ein freier Geist Anteile an einem AAA-Konzern (oder sonst einem Unternehmen) hält oder sogar dem Vorstand angehört, ist keineswegs die Norm in der Sechsten Welt. Im Falle von Evo war es so, dass ein Individuum im Laufe der Zeit größere Anteilskontingente am späteren Evo erwarb – natürlich durch Mittler, Kanzleien, Sockenpuppen – und sich dann erst als freier Geist offenbarte. Plus dass die Japaner vom Kaiser über die Gerichte bis zu einem Großteil der Bürger das dann auch akzeptiert haben. Man hätte – theoretisch – auch sagen können, dass Buttercup keine Rechtspersönlichkeit besitzt. Am Fakt, dass Buttercup Evo-Anteile kontrolliert, hätte das aber nichts geändert: Der Besitz wäre auf von ihr gesteuerte (bezahlte, kontrollierte, erpresste, besessene, was-auch-immer) natürliche und juristische Personen übergegangen und der harte Move wäre zur Lachnummer geworden. Ähnlich ist IMO auch die Logik dahinter gewesen, Drachen als Rechtspersönlichkeiten anzuerkennen: Wer möchte Lofwyr sagen, dass er keine Aktien besitzen kann? Bei Idis jetzt verhält es sich aber anders: In der Berliner Verfassung gibt es keine eindeutige Regelung, wer bzw. was alles als rechtsfähiges Individuum gelten und damit sowohl wählen als auch zu Wahlen antreten kann. Die Klärung dieser Frage hatte zum Zeitpunkt der Berliner Einheit schlicht keine Priorität – und die Grundhaltung zwischen denen, die Berlin fest auf ADL-Gesetz stellen wollten, und eben den paar vehement anthrophilen Anarcho-Kiezen … kurzum: Es existiert eine Lücke – und damit greift eigentlich das Prinzip „mein Kiez, meine Regeln“. Da Evo Zehlendorf via Einfluss auf das Rathaus dazu gebracht hat, Idis auf die Wahlliste zu setzen, könnte man sagen, dass in Zehlendorf freie Geister Rechtspersonen sind. Allerdings ist Zehlendorf halt nicht Evos Konzernsektor und auch keine Anarchozone. Und seine wohlbetuchten Bewohner nehmen es keinesfalls einfach so hin, dass jemand – und sei es Evo – die Spielregeln des Bezirks ändert. Vor allem dann, wenn dieser Entscheid negativen Einfluss auf den Wert ihrer Immobilien hat!! OMG!! Der Widerstand im Bezirk ist schon jetzt erkennbar heftig und wird sicher in kommenden Wochen weiter zunehmen, wenn die diversen Nobelkanzleien ihre Schriftsätze komplettiert und die Sammelklagen fertig vorbereitet wurden.
> Fienchen

> Ein weiterer Aspekt der Sache ist, dass der Berliner Rat seit 2079 über eine mögliche Volks-SIN für freie Geister verhandelt. Eingebracht wurde der Antrag bereits mehrfach – in leicht unterschiedlichem Wortlaut – durch die Initiative „Seelenrechte“ des charismatischen Hermetikers und bekennenden Magokraten Kilian Lorenz (PNO) aus Kreuzhain. Alle drei Jahre bewirbt sich Lorenz um den Bezirksvorsitz und verliert krachend. Dazwischen fällt er immer wieder mal auf mit spinnerten Ideen wie der, dass Fahrzeuge, welche das Gefäß eines Geistes sind, von Verkehrsbeschränkungen (Stichwort autofreie Kieze) und verkehrserzieherischen Maßnahmen ausgenommen sein müssen. 2079 hat er unterstützt durch PNO und Anthrophile Policlubs das Anliegen in den Rat einbringen lassen, sich mit der Rechtsgestalt von Geistern und Gestaltwandlern nach dem Vorbild der Tschechischen Republik auseinanderzusetzen. Es mag gut sein, dass Evos Nominierung eines freien Geistes den Versuch darstellt, Bewegung in die Sache zu bringen. Oder dass hinter verschlossenen Türen bereits eine „Geister-SIN“ verhandelt wurde, von der wir Stimmvieh nur noch nichts wissen.
> Nemascope

Die offen proklamierte Unterstützung Evos für die „Kandidatin“ Idis hat dieser natürlich vom Start weg das enorm große Stimmenkontingent der Evo-Bürger im Bezirk eingebracht. Auch ein Großteil derjenigen, die direkt oder indirekt von Evo-Aufträgen abhängig sind, werden sich für Idis entschieden haben. Selbst zahlreiche Proteus-Angehörige stimmten wohl für Evos Kandidaten, da sie davon ausgingen, es handele sich um eine abgesprochene gemeinsame Initiative der in Zehlendorf eng verbandelten transhumanitischen Großkonzerne.

Auf der anderen Seite sprachen sich offenbar die Zehlendorfer ohne direkte Bindung zu Evo und Proteus mit vehementer Mehrheit gegen Idis aus. Und weil auch sie vermuteten, Proteus/Buzek seien Partner des Evo-Vorstoßes oder seien zumindest mit der Kandidatur eines Geistes einverstanden (immerhin blieb am Sonntag ein Aufschrei und Protest Buzeks oder Proteus‘ aus), straften sie Amtsinhaberin Buzek ab.

> Izabella Buzek ist die eigentlich Leidtragende dieser Story. Ich bezweifele, dass sie oder Proteus im Vorfeld über Evos Vorhaben informiert waren. Was da am Samstag und Sonntag zu sehen war, glich weniger dem kühlen Stonewalling eingeweihter Verschwörer als der Schockstarre von Leuten, die völlig überrumpelt wurden. Das Schweigen von Proteus/Buzek wird dem Versuch geschuldet sein, erstmal Klarheit zu den Hintergründen und Absichten Evos zu erlangen, ohne unnötig Geschirr zwischen den beiden langjährigen Partnern im Bezirk zu zerschlagen.
> Fienchen

> Das deckt sich mit meinem Eindruck. Ich hatte im Vorfeld der Wahl ein längeres Gespräch mit Izabella Buzek (die im Privaten wohl „Izabela“ genannt wird – das schnellere „Izabella“ hat sie sich auf Anraten von PR-Profis zugelegt, da es für das deutsche Gehör sympathischer klingt), und dabei schien sie für die kommende Wahl nicht mit Überraschungen zu rechnen. Buzek ist eine attraktive und sehr kluge Endvierzigerin, hat vier Kinder (das Jüngste wurde Anfang des Jahres geboren). Sie studierte Angewandte Linguistik und Slawistik in Warschau, sattelte später auf Wirtschaftssoziologie hin und ging 2067 gezielt nach Berlin, um dort für Proteus zu arbeiten. Sie ist unaufgeregt und nimmt sich gerne Zeit, eine Antwort zu formulieren – man kann fast sehen, wie sie Gedanken innerlich abwägt und von verschiedenen Seiten betrachtet, ehe sie ihre Ansicht äußert. Hat sie aber einmal eine Entscheidung gefällt, setzt sie diese auch rasch und entschieden in die Tat um. Diese Haltung hat ihr das zweithöchste Approval-Rating unter den Berliner Bezirksvertretern verschafft (nur von Morek Pflügler übertroffen), womit ihre Wiederwahl gesichert schien. Und dann flog ihr am Sonntag die Scheiße ins Gesicht.
> Penny D

> Also: Warum hat Evo das getan? Eine Idee?
> .rez

> Ein Deal mit Idis? Vielleicht hat der Geist etwas, das Evo Deutschland will, und als Gegenleistung hat der Konzern dem Wunsch des Geistes entsprochen, die Kandidatur zu supporten. Angesichts des Schadens, den Evo damit in der Zusammenarbeit mit Proteus und was das eigene Image angeht erzeugt hat, muss es verdammt wertvoll gewesen sein. Ich hoff für Evo, es hat sich gelohnt.
> Fienchen

> Aber hat es Evo denn geschadet? Die öffentliche Debatte ist noch am Laufen, und es offenbaren sich auch ziemlich viele Supporter. Das Ganze könnte auch eine Art Testlauf sein. Womöglich steckt direkt Buttercup oder die Anthrophile Gesellschaft dahinter. Berlin ist ja bekannter Maßen ein beliebtes Experimentierfeld für soziologische Studien [#berlin].
> .krah

> In jedem Fall hat der Move Berlin insgesamt geschadet. Meine Meinung. Die Leute waren grade dabei, die Bürgerrechte für Ghule zu verarbeiten, da taucht überraschend der Vorstoß auf, auch noch fucking GEISTERN das Wahlrecht zu geben. Möchte nicht wissen, für wieviele auch in anderen Berliner Dreier-Bezirken dies der letzte Tropfen war, durch den sie das Kreuz bei PNE bzw. PNE-nahen Kandidaten gemacht haben.
> Aggi

> Wie gesagt: Vorstöße in Richtung SIN-Rechte für Geister und Gestaltwandler laufen seit 2079. Aber du hast schon Recht: Die waren eher low profile. Die Kandidatur von Idis war eine öffentliche Disrupt … wartet mal – können da die Eriskirche die Hand im Spiel haben??
> .krah

> Idis‘ Kandidatur eine Operation Mindfuck? Ich glaub, da überschätzt du den Einfluss der Diskordianer. Ich hoffe es zumindest …
> skep.sys

> Fnord.
> .asl

> Ich hab schon von Initiativen gehört, welche die Wahl für ungültig erklären wollen und auf eine Wiederholung der Wahl drängen. Die Auswirkungen auf die getätigten und zum Teil bereits ausbezahlten Wetten mag ich mir gar nicht vorstellen. #ww3
> .rez

> Als Außenstehender gefragt: Warum ist es in Berlin eigentlich so, dass jeder buchstäblich bis zur letzten Sekunde (23:59:59 am Vortag der Wahl) seine Kandidatur erklären kann?
> Karel

> Nun, es kann nicht JEDER seine Kandidatur erklären. Man braucht ein Minimum von Supportern im Bezirk (meist um die 20.000, aber die exakte Höhe legt der Bezirk selbst fest). Aber ja, das geht buchstäblich bis Mitternacht. Um jenen Fraktionen, deren Kandidat unerwartet ausfällt (entführt, erschossen, erkrankt, verschwunden) die Möglichkeit zu geben, kurzfristig einen Ersatzkandidaten aufzustellen.
> Fienchen

Am Ende fehlten Buzek neben der gesamten Evo-Wählerschaft und Teilen ihres eigenen Konzerns also auch noch die breite Masse der Zehlendorfer Elite. Und während sich die ärmeren Schichten (was in Zehlendorf halt so als arm gilt) eher gleichmäßig über die insgesamt acht Kandidaten im Bezirk verteilten, wandten sich die Bessergestellten en bloc dem Hotelmogul Eugen Streletzki zu, der – so zumindest der äußere Schein – eher zum Spaß und der Erfahrung wegen einen Ausflug in die Politik gemacht hatte.

Dieser, allerdings, wäre nicht er selbst, wenn er eine Gelegenheit nicht zu nutzen wüsste:

Als Streletzki gegen zehn Uhr abends zum Sieger in Zehlendorf erklärt wurde, gab er vor den Kameras ganz den eloquenten und weltgewandten Gastgeber und Conferencier. Da war weder Schadenfreude noch großer Jubel – vielmehr bewertete er seinen Wahlsieg wie folgt:

„Wir alle in Zehlendorf sind uns, denke ich, im Klaren darüber, dass diese Wahl unter einigen unerwarteten Bedingungen stattfand. Das Berliner Verwaltungsgericht wird gemeinsam mit der Politik und den Bürgermeistern zu klären haben, ob das heute entstandene Wahlergebnis Bestand haben wird. Als zumindest derzeit gewählter Repräsentant unseres schönen Bezirks verspreche ich, dass ich bis zur Bestätigung – oder auch dem Widerruf – meines Amtes den Bürgern des Bezirks nach besten Kräften und Gewissen dienen werde. Ich bedanke mich bei den Mitbewerbern gleich welcher Herkunft für ihre Fairness am heutigen Tag und hoffe darauf, dass wir alle gemeinsam das erfüllen werden, was wir den Bürgern Zehlendorfs versprochen haben: Das ist, das Beste für diesen Bezirk in einem geeinten, friedlichen und freiheitlichen Berlin zu erreichen.“

> Junge, da müssen aber in Potsdam die Korken geknallt haben bei der Preußenstiftung.
> Konnopke

> Fast. Gefeiert wurde am Sonntagabend bei einer sehr spontan angesetzten Wahlparty im „eigentlich“ saisonal geschlossenen Restaurant Pfaueninsel.
> Penny D

Wir nähern uns dem Ende und damit den beiden größten „WHAT THE FUCK“s der Wahl. Nein, Geister und Co. reichen uns nicht. Wenn Berlin abgeht, dann richtig.

KREUZHAIN

Mitra Özgün – für Feministen die wahre Mutter der Berliner Einheit, für die meisten anderen Alternativen mindestens deren Geburtshelferin – ist nicht mehr die Kreuzhainer Bezirksabgeordnete. Wirklich überraschend ist das zwar angesichts der legendären Vielzahl Kreuzhainer Fraktionen und Kandidaten nicht – dieses Mal konnten die Xhainer zwischen 19 Angeboten wählen – aber da es Mitra Özgün bisher stets gelang, im Auf und Ab der Stimmungen im entscheidenden Moment stets oben zu bleiben hatte einen tatsächlichen Wechsel eigentlich keiner im Blick.

Warum oder woran Özgün dieses Mal scheiterte, ist so kurz nach der Wahl schwer zu bestimmen, vor allem da Xhain als Alternativer Bezirk eine sehr geringe Quote für Online-Votes besitzt. Ersten Analysen nach stechen aber folgende mögliche Ursachen deutlich heraus:

  • Erstmalig durften an der diesjährigen Bezirkswahl auch MMVV-Infizierte uneingeschränkt teilnehmen, deren Stimmen sich zu etwa einem Drittel auf die PNO und zu zwei Dritteln auf den Sprecher des Qarafa-Ghulkiezes Wahnfried Grok verteilten. Da Grok zudem ein einflussreicher Papst der Eriskirche ist, konnte er einen erheblichen Teil der Diskordianer im Bezirk für sich gewinnen – darunter Viele, die allen spaßanarchistischen Umtrieben zum Trotz bisher zu Özgüns Wählerschaft gehört hatten.

> Dass der Anteil der PNO-Stimmen unter den Infizierten im übrigen nicht höher war, lag am Kandidaten der Partei in Kreuzhain: Kilian Lorenz ist ein überzeugter Magokrat und gehört zu denjenigen in der PNO, die sich gegen eine Stimmoffensive für Infizierte ausgesprochen hatten.
> .krah

  • Aufgrund der gewachsenen Sorge vor den Ghulen im Kiez und die erfolgreiche Angstkampagne der PNE entschieden sich erschreckend viele gemäßigte Kreuzhainer (Özgüns Kernwählerschaft), für „Law & Order“ und den rechten Rand zu stimmen.

> Lass die Kirche im Dorf. Ja, der Anteil der Kreuzhainer PNE-Wähler hat sich versechsfacht. Das ist schrecklich. Aber er liegt jetzt auch nur bei 6,7% – und ich möchte glauben, dass die Meisten lediglich einen Denkanstoß geben wollten und das Thema „Ghule“ im öffentlichen Diskurs stärker in den Fokus rücken wollten.
> .krah

  • Die Wahl = Wette wurde manipuliert. Oder zumindest ist das der dringende Verdacht. Denn weder die beiden genannten Punkte noch die drei Dutzend weiteren Theorien, die gerade umgehen, können erklären, wie ausgerechnet die fraktionslose Akima „Sikimye“ Koyim zur neuen Bezirksabgeordneten gewählt werden konnte. Nicht nur, dass sie keiner der bekannten und gut vernetzten Kreuzhainer Interessengruppen angehört, und nicht nur, dass sie ein Hobgoblin und damit für konservative Muslime unwählbar ist, nein, ihr VolksSIN-Name ist eine einzige Aneinanderreihung von üblen Beleidigungen.

Kandidaten mit spaßigen Namen oder „kreuzdummen“ Wahlversprechen ist man in Xhain durchaus gewöhnt – jeder lacht gerne über die krass bestussten Außenseiter ganz unten auf dem Wahlzettel – aber alles an dieser Kandidatin schien darauf getrimmt, jede Stimme aktiv zu verhindern.

Vermutlich hätte einen das misstrauisch machen sollen.

Am Ende entfielen 23,7% auf Sikimye, 23,4% auf den konservativen Emirats-Vertreter Faisal Bayraktar, 20,1% auf Mitra Özgün, 15,8% auf die linksautonome Lizzy Lynchmob (ABB), 6,7% auf Rutgar Demirci (PNE), 4,3% auf Kilian Lorenz (PNO), 4,1% auf den Ghul Wahnfried Grok und 1,9% verteilt auf die restlichen Kandidaten.

> Wenn ein offenkundig Irrer wie Grok gegen 18 Kandidaten und trotz strategisch ungünstigem PNO-Kandidaten schon 4,1% holen konnte, überlegt euch mal was der weitaus klügere Judas Moloch nach seinem PNO-Eintritt in Falkensee 2083 wird holen können.
> .krah

> Da wette ich aber dagegen. Aslan Özdemir hat den Laden fest im Griff, und sollte der keinen Bock mehr haben fällt Falkensee geschlossen an die Faschos. Ähnliches befürchte ich ja auch für Spandau: Um Fletschers Support im Bezirk steht es nicht gut, die CVP-Ische wirds denk ich nicht packen, aber wenn die Wehrsportfreunde sich hinter einen PNE-Kandidaten stellen haben wir 2083 plötzlich am Westrand der Stadt eine tiefbraune Doppel-Kackzone. Und die kriegen wir nach den Regeln des „Einkiezens“ (hier Massenkonzentration der Rechten) auch dann so schnell nicht mehr weg.
> Aggi

> Auf der Plusseite ziehen dann auch viele Nazis aus anderen Gebieten weg. Muss man positiv sehen.
> .krah

> Du denkst zu kurzfristig. Ich möchte jedenfalls keinen großflächigen Rückzugsraum für Nazi-Terroristen oder ein Eiswerder in Faschohand erleben.
> Aggi

Natürlich war der Aufschrei nach Bekanntgabe des Ergebnisses hoch, und ebenso natürlich verhängten die Vesuv-Kasinos inklusive Caldera eine umgehende Auszahlungssperre für Wetten auf das Kreuzhainer und das Gesamtberliner Ergebnis.

Insider gehen indes davon aus, dass die betrügerischen Wetten – insofern es sie gab – bei kleineren Buchmachern platziert wurden. Eine andere Theorie besagt, dass die Wetten der Decker – denn um solche muss es sich handeln – gar nicht auf Sikimye platziert wurden, sondern auf die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreich durchgezogenen Wahlfälschung.

Sikimye selbst scheint die Stadt bereits verlassen zu haben: Es gibt einige verwackelte Smartbrillen-Aufnahmen, die sie gut gelaunt, wenngleich hektisch beim Einchecken für einen Flug nach Kairo am BSI-Flughafen zeigen. Andere Quellen wollen zudem entdeckt haben, dass es sich bei Sikimye um eine arabische Schauspielerin und Stuntfrau namens Shahad Albutairi handelt. Nicht zuletzt präsentieren wiederum andere Quellen „unwiderlegbare Beweise“, dass es sich bei allen Aufnahmen Sikimyes um Deepfakes handelt und es niemand gebe, der diese tatsächlich persönlich Face to Face getroffen habe. Die Ermittlungen konzentrieren sich aktuell auf die 12.243 (angeblichen) Unterstützer von Sikimyes Kandidatur. Dabei sollen bereits mehrere gefälschte VolksSINs sowie mindestens 20 Fälle von „gekaperten“ SINs entlarvt worden sein.

> Also? Was passiert nun?
> Nemascope

> Zu den generellen Next Steps steht weiter unten noch was („Was nun?“). Sollte das Wahlergebnis bestätigt werden – wovon ich zum jetztigen Zeitpunkt nicht ausgehe – wäre Sikimye, wer sie auch sei, Bezirksabgeordnete für Kreuzhain. Tritt sie dieses Amt nicht an – wir haben ja nun eine Bestimmung zur Mindestanwesenheit von Bezirksvertretern in der BAV – würde das Amt an den Zweitplatzierten fallen (ebenso, wenn Sikimye auftaucht und abgeknallt wird, was ich euch in dem Fall garantieren kann). Der Zweitplatzierte und somit Ersatz-Bezirksabgeordnete wäre dann Faisal Bayraktar, die politische Marionette des „irren Imam“ Muhammad al-Qasim. Dann sind wir fucked und Kreuzhain geht in Flammen auf. Und weil das jeder weiß, KANN das Wahlergebnis gar nicht bestätigt werden. Also F-mal alle 😉
> Aggi

> Najaaa … nach DER Logik könnte es auch sein, dass Sikimye doch zur Bezirksvertreterin wird. Wenn das Wahlergebnis bestätigt werden sollte – zum Beispiel, weil man eben keine wirklichen BEWEISE einer Manipulation findet, oder auch weil die Konzerne die Chance nutzen, Mitra politisch zu entsorgen – dann würde ganz Kreuzhain einen Bayraktar an der Macht verhindern wollen. Und somit Sikimye nicht nur nicht töten, sondern sie mit aller Macht vor Attentaten schützen. Und die Diskordianer fänden es bestimmt sauwitzig, eine Abgeordnete mit dem Namen „Iss meinen Schwanz“ zu haben. Scheiße, wenn ich so drüber nachdenke könnte ich selbst ziemlich Fan der Idee werden. Denkt mal nach: Sikimye ist praktisch das menschgewordene Kreuzhain! 🙂
> .rez

LICHTENBERG

Ihr dachtet, das war’s? Nope. Einen letzten Hammer habe ich noch:

Ich sagte doch, der einzige Bezirk, wo die Wahl wie vorhergesagt lief, sei Potsdam.

Das war GELOGEN.

> DU ARSCH! Ich hätt mich fast eingepullert!!
> .rez

Nein, auch der galoppierende Irrsinn dieses Wahljahres konnte Morek Pflüglers Position im Alternativen Bezirk Lichtenberg nicht erschüttern – im Gegenteil führten die Unwägbarkeiten und latenten Ängste – neben der Ghulfrage ja auch Sorgen vor Blackouts, magischen Störungen, Umwälzungen der Konzernwelt, neue Seuchen oder eine drohende feindliche Annektion Berlins durch die ADL – dafür, dass Pflügler das stärkste Ergebnis seit Beginn der Berliner Einheit einfuhr.

DER ERSTE BÜRGERMEISTER

Und da war ja noch etwas! Es stand ja auch noch die Wahl des Ersten Bürgermeisters an. Aber das blieb wie erwartet Zöller, der ja auch nicht durch die Berliner, sondern das Ratspräsidium bestimmt wurde.

WAS NUN?

In einer ersten Stellungnahme erinnerte der BERVAG-Vorsitzende Dr. Hans Steffen (MSI) daran, dass das Wahlergebnis in Zehlendorf und Kreuzhain ebenso wie in allen anderen Bezirken VORLÄUFIG sei.

Es erhält erst dann rechtsverbindliche Gültigkeit, wenn es durch den bereits einberufenen Prüfungsausschuss begutachtet, berechtigte Einsprüche geprüft und das ggf. korrigierte Resultat final bestätigt werde.

Angesprochen darauf, wann mit einer solchen Bestätigung zu rechnen sei, verwies Dr. Steffen auf den Präzedenzfall der Berlinwahl 2075, bei der das bestätigte Endergebnis erst drei Wochen nach der Wahl vorlag. Damals hatten Zweifel an den eingesetzten Online-Wahltools auf den VolksKomms zu heftigen Protesten und Ausschreitungen geführt.

Für die Übergangszeit bis zur finalen Bestätigung bekräftigte Dr. Steffen, dass die gewählten Bezirksvertreter ihr neues Amt bereits antreten können und die scheidenden Bezirksvertreter auf eine ordentliche Übergabe der Geschäfte hinwirken sollen. Allerdings solle man sich der besonderen Natur der gegenwärtigen Situation bewusst sein und richtungsweisende Entscheidungen auf einen Zeitpunkt nach Vorlage des bestätigten Wahlergebnisses vertagen.

Gefragt nach der bereits vielfach geforderten Wiederholung der Berlinwahl 2081 erklärte Dr. Steffen, dass dies das Ratspräsidium auf Grundlage des Abschlussberichts des Prüfungsausschusses zu entscheiden habe. Die Hürden für eine komplette Wiederholung der Wahl lägen laut geltenden Durchführungsvorschriften sehr hoch, weshalb im Fall von Unregelmäßigkeiten die Wiederholung einzelner Bezirkswahlen das wahrscheinlichere Szenario seien. Auch in diesem Fall liege die Entscheidung in den Händen des Ratspräsidiums.

> Moment. Das Ratspräsidium umfasst die drei Berliner Bürgermeister und die 21 Bezirksabgeordneten. Also entscheiden die nun gewählten neuen Bezirksvertreter selbst darüber, ob ihre Wahl legitim war …. DAFUQ?
> Konnopke

> Nunja. Es ist mehrfach festgestellt worden, dass der Berliner Einigungsvertrag und die Verfassung mit der heißen Nadel gestrickt wurden. Aber ja, dieser Punkt ist auch schon anderen aufgefallen. Aktuell liegt die Gestaltungsvorlage zur Änderung dieses Misstandes im Schlichtungsausschuss, also auf Pflüglers Schreibtisch. Gut möglich, dass da in den kommenden Tagen „ganz plötzlich“ Bewegung in die Sache kommt.
> Fienchen

> Boff. Was ne Wahl. Und das war „nur“ 2081. Überlegt Mal: Nächstes Jahr ist die Wahlperiode I dran – mit Reinickendorf UND Z-IC Tegel. Und Chawi! Und Gropiusstadt!! Und MARZAHN!!!
> .krah

> Und dann 2083 Falkensee plus Spandau. Ich hab jetzt schon Angst.
> Aggi

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Berlin hat gewählt (Wahlperiode II/2080)

ALLES BLEIBT, WIE ES IST.

[06.10.2080] Unter den wettverrückten Berlinern ist die Wahlperiode II das ungeliebte Schmutzkind: Zwei Konzernbezirke plus ein Quasi-Konzernbezirk, in denen sich nie etwas überraschend ändern wird, und zwei kommunistische Parteikandidaten, deren Sitz ebenso unverrückbar bereits Monate vor der eigentlichen Wahl zementiert wird, geben wenig Anlass für spannende Wahlduelle: Wie erwartet bleiben Dr. Franziska Landolt (S-K Tempelhof), Takeshi Ozu (Renrakusan), natürlich Berlins Erster Bürgermeister Dr. Paul Zöller (Mitte) sowie Wladimir Igorewitsch Bronstein (Pankow) und Lena Rabeja (Köpenick) im Amt – Letztere umso mehr, nachdem der einzige antikommunistische Gegenkandidat Clemes Streußner in der vergangenen Woche auf offener Straße von Unbekannten mit Benzin übergossen und angezündet wurde. 

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Falkensee – früher gern für eine Überraschung gut – hat sich seit dem Sieg von Dönerkönig Aslan Özdemir in 2077 erheblich stabilisiert. Zwar nicht finanziell oder was die Sicherheit in der Schwarzen Zone am Westrand der Stadt angeht, wohl aber, was Özdemirs Stand im Bezirk betrifft: Özdemirs Dönerspieß-Fabriken sind inzwischen die wichtigsten Arbeitgeber in Falkensee (andere gibt es auch kaum), und jüngste Ankündigungen einer Expansion von Produktion und Vertrieb über die Freistadt hinaus lassen viele im Bezirk auf neue Arbeitsplätze auch in Berlin hoffen. Gegen diese Hoffnungen konnte USP-Kandidatin Friedericke Kuhnert mit gerade einmal 12% der Stimmen höchstens einen Achtungserfolg erzielen. Weitere erstaunliche 4% konnte der registrierte Infizierte und magisch aktive „Judas Moloch“ erzielen, der für die Partei der Neuen Ordnung (PNO) antrat. Moloch ist laut eigenen Angaben als Mikrotrader tätig und hat die vergangenen Jahre verborgen in Groß-Frankfurt gelebt. Mit der Novelle des ADL-Rechtes zum Bürgerstatus von Infizierten sieht er es als seine moralische Verpflichtung, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Warum er dies allerdings in Berlin statt in der ADL tut, weiß wohl nur er selbst. 

Trotz des üblichen Geschreis der Boulevardmedien (zu denen wir bei B1Live natürlich in keinem Fall zählen) gab es auch in Spandau wenig Grund, an einen Wechsel an der Bezirksspitze oder eine Rückkehr von Berlins jüngstem Anarchobezirk zum Normbezirkstatus zu glauben. Im Gegenteil hat Bezirksbürgermeister Fletscher seine Machtposition in den drei Jahren seit seiner Ernennung ausbauen können. Immerhin hat die etablierte ADL-Partei CVP mit Dr. Katrin Lara Wegener eine eigene Kandidatin als „Alternative für Spandau“ ins Feld geführt, die auf Anhieb 22,6% der Stimmen für sich verbuchen konnte – Buchmacher freuen sich bereits auf die nächste Wahl im Bezirk 2083. 

Die Verkündung der Wiederwahl von Morek Pflügler als Zweiter Bürgermeister durch die Ratsversammlung konnte zum Schluss ebenfalls kein Highlight setzen: Die für einen Wechsel notwendigen Schachereien um die Stimmenkontingente kündigen sich bereits lange vor der Wahl an, und deren Ausbleiben ließ erwartungsgemäß fest darauf schließen, dass es zu keiner Änderung kommen würde. 

 Von wem bitte auch? Würden die Konzerne Pflügler absägen, würde Berlins Einheit zerfallen und die Alternativen würden völlig freidrehen. Die Kommunisten würden Pflügler gerne loswerden und eine willige Marionette einsetzen, haben aber nicht die Kontingente dafür. Die Anarchos sind außerhalb von Axis F und Letzter Front Pflügler-Fanboys durch und durch, obwohl er ihre Ideologie nicht vertritt und widerlich pazifistisch ist. Und die ADL kriegt im anhaltenden Zoff mit Berlin eh kein Bein auf den Boden, solange sie keine Luftlandedivision abwerfen oder die Stadt zu patriotischer Schlacke nuken.
Konnopke

 Die Wahlbeteiligung geht wie die Zahl der Wetteinsätze aktuell stetig runter. Was umgekehrt die Wahlen anfälliger für Manipulationen, Stimmkäufe, Wahlhacks oder Randkandidaten macht, die ihre Special Interest Group effektiver mobilisieren können. Hoffen wir also mal auf 2081. Da schaut es schon deutlich spannender aus.
 .krah

 Mich verblüfft ja nicht so sehr das Wahlergebnis, als dass es so viele Bezirksvertreter schaffen, drei Jahre im Amt zu ÜBERLEBEN.
 Karel

[GNB] Biz!Talk mit Spinrad Global Berlin

AhmanJamalAlSheikh

[19.06.2080] Der Zusammenbruch des AAA-Konzerns NeoNET als Folge der KFS-Krise sowie der folgende Aufstieg von Spinrad Global in die Reihen der „Großen Zehn“ haben das globale Konzerngefüge in seinen Grundfesten erschüttert – auch die ADL. Gute Nachrichten Berlin (GNB) sprach mit dem Chef des Berliner Standortes von Spinrad Global, Ahman Jamal al-Sheikh.

GNB: Herr al-Sheikh, im vergangenen Jahr haben sich Spinrad Industries und Global Sandstorm zum Unternehmensgiganten Spinrad Global (SG) zusammengeschlossen. Außerdem stieg das Unternehmen in die Reihe der AAA-Konzerne auf. Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Tätigkeit in Berlin und Deutschland?

Al-Sheikh: Wir befinden uns in einem fortgesetzten Prozess der strategischen Optimierung. Im Kern steht dabei für uns die Frage, wie die einzigartigen Stärken von Global Sandstorm und Spinrad International am Besten kombiniert, durch Akquisen ergänzt und an ausgewählten Stellen auch verschlankt werden können.

GNB: Klingt nach recht viel Veränderung. Wie reagieren Ihre Mitarbeiter darauf?

Al-Sheikh: Wir stellen uns Veränderungen nicht erst dann, wenn sie unausweichlich werden. Wir antizipieren sie und gestalten sie aktiv mit. Aufbruch ist eine Chance. In diesem Sinn sind Neugründung, Restrukturierung und disruptiver Aufstieg von Spinrad Global ein Segen für all diejenigen, welche die Gelegenheit wahrzunehmen wissen. Innerhalb und außerhalb des Konzerns. Unsere Arme sind weit geöffnet für alle Talente, die uns dabei helfen wollen, unsere Position an der Spitze zu verteidigen und weiter auszubauen.

GNB: Klingt wie ein Werbespruch von Human Resources. Sind sie auf der Suche?

Al-Sheikh: Als zukunftsorientiertes Unternehmen sind wir immer interessiert an neuen Köpfen und ihren Ideen. Der Name Spinrad steht für eine gewisse … Waghalsigkeit. Tatsächlich steht dahinter Leidenschaft und der Mut, die Dinge zu bewegen. Ein Mut, der das Unternehmen dahin gebracht hat, wo es heute steht. Dieser Mut ist in der Kultur von Global Sandstorm, als dessen Leiter ich in Berlin die letzten Jahre tätig war, weniger intensiv verankert. Jene aber, die diese Entschlossenheit haben, sehen in der Fusion Chancen auch für ihre eigene Karriere und ihre Projekte.

GNB: Ist diese Art der Waghalsigkeit in der Ära Post-KFS noch zu verantworten? Gerade für den Profiteur von NeoNETs Untergang?

Al-Sheikh: Wenn es zu Ihren Hobbies gehört, sich aus 10.000 Metern Höhe aus einem Flugzeug zu stürzen, sind sie nicht nur mutig, sondern auch ein Fan herausragender Schutzmaßnahmen und vielfacher Absicherungen.

Bildschirmfoto 2018-06-17 um 13.22.22

GNB: Welche Rolle hat Deutschland für Spinrad Global?

Al-Sheikh: Deutschland ist für uns von großer Bedeutung, da hier zahlreiche unserer Kunden und Abnehmer sitzen. Auch werden in der ADL viele Weichen für die zukünftige Entwicklung in Europa gestellt. Das finden wir sehr spannend.

GNB: Der Sitz von Spinrad Global in Berlin ist der frühere Deutschlandsitz von Global Sandstorm im Emirat. War die Standortwahl der Zentrale von Global Sandstorm ein Signal des Misstrauens gegen die ADL-Regierung und ihren konzernkritischen Kurs?

Al-Sheikh: Nein. Für uns standen von jeher geostrategische Interessen und die Vernetzung mit unseren Partnern im Vordergrund. Mit persönlich gefällt zudem die hemdsärmelige Mentalität und das Einzelunternehmertum der Berliner. Hier ist man hungrig, träumt noch groß. Davon kann das alte Europa meiner Ansicht nach viel lernen.

DWB: Auch München?

Al-Sheikh: Kann Inspiration denn je schlecht sein?

Warum beschäftigt sich GNB mit Global Sandstorm und warum wird mir das als Topstory angezeigt? Im Verhältnis zum früheren Spinrad International ist Global Sandstorm in Deutschland, selbst in Berlin, doch ne volle Nullnummer.
 .krah

Mit Fusion und Aufstieg von Spinrad Global sind sämtliche Unternehmensteile mit einem Mal brennend interessant. Und da die Konzernspitze von Spinrad Global sich sehr bedeckt hält was Pläne, etwaige Restrukturierungen, neue Standorte oder Neubesetzungen angeht, redet man eben mit dem, der verfügbar ist.
 .spoof

 Außerdem ist Global Sandstorm ja durchaus kein Zwerg, sondern das größte Unternehmen der arabischen Welt, das speziell was die Ölsparte angeht auch zahlreiche Abnehmer in Deutschland hat.
 .root

PLUS der gesamte Merger hat meiner Ansicht nach eh den einzigen Zweck, gegen den Goldwurm anstinken zu können. Von daher kennt dich dein Newsalgorithmus also gut: Wenn SG Schattenoperationen plant, dann bietet sich dafür Berlin und ein Mann aus der zweiten Reihe wie al-Sheikh mehr an als die Spinrad-Schickerianer aus Neuhausen-Nymphenburg. Al-Sheikh scheint mir da der genau passende Killer im Luxus-Suit zu sein.
 .asl

 Er ist superreich, sieht fantastisch aus, ist passionierter Actionsportler, Waffennarr, Frauenheld, ein rücksichtsloser Geschäftsmann Berliner Schule und häufiger Gast der Grand Tour. Und diversen Fotos auf Pomi-Portalen zufolge ein guter Bekannter von Johnny Spinrad.
 .rez

Möglich, dass sich al-Sheikh durch Erfolge gegen S-K als Spinrad-Chef für Deutschland platzieren will. Da allerdings hat er die Rechnung ohne die Bayern gemacht. Die sind nicht halb so harmlos, wie sie tun.
 Node

 Okay. Das beantwortet dann meine Frage.
 .krah


Offgame-Hinweis: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es von Seiten Catalysts noch keine Angaben zur zukünftigen Struktur von Spinrad Global. Um mit den Entwicklungen dennoch spielen zu können, dieser nonkanonische Artikel. Möglich, dass dieser später kanonisch gemacht wird, wenn mehr Facts aus USA vorliegen und eine Festlegung zur Aufstellung von Spinrad Global in Deutschland erfolgt ist. Möglich, dass eine ganz andere Festlegung erfolgt und dieser Artikel geretconned werden muss (obwohl mich das sehr überraschen würde). Aus Sicht von SRB fungiert aktuell das im DP:Berlin gesetzte Deutschland-HQ von Global Sandstorm als Standort von Spinrad Global in der Freistadt Berlin. Und wo Spinrad Globals Deutschland-HQ ist, braucht uns für Berlin nicht zu interessieren.

Berlin hat gewählt (Periode I/2079)

WAHLPERIODE 1 JETZT OFFIZIELL DIE LAHMSTE WAHL.

[02.10.2079] Nach einer bereits nur mäßig interessanten Wahl 2076 hat sich die Wahlperiode I in diesem Jahr endgültig den Titel als langweiligste Wahlperiode im alljährlichen Berliner Wahlwahnsinn gesichert: Während 2076 wenigstens einige von den Buchmachern vorhergesagte Wechsel wie erwartet eintrafen, ging die Wahl in diesem Jahr gänzlich ohne personelle Veränderungen über die Bühne – gleichfalls wie vorausgesagt.

Entsprechend entnervt zeigten sich die ohnehin wenigen Wettteilnehmer: „Spannend wie ein Match zwischen Berlin Cybears und Kiezkloppern Dinkelsbühl. Wer da wohl gewinnt?“ fasst es der freie Taxifahrer, Lieferdienst, Kontaktvermittler und mobile shop owner Ceyran X-Blink zusammen. 

In der Wahlperiode I waren die registrierten Bürger der Konzernbezirke Aztech-Schönwalde und Tegel, der Normbezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf sowie den Alternativen Bezirken OranienburgGropiusstadt und Marzahn-Hellersdorf. aufgerufen, ihren Bezirksvertreter neu zu bestimmen. Der bereits im Vorfeld als wenig spannend betrachteten Live-Wahl folgten weniger nur knapp 800.000 Berliner – das niedrigste Ergebnis seit der Berliner Einigung, und mit 89% Wahlbeteiligung auch die Wahl mit der geringsten Beteiligung. Dabei war das minutenlange Winden und Ringen der Livekommentatoren zu absolut NICHTS durchaus sehenswert, wenn man vorher Pillen gegen Fremdschämen geschmissen hatte. 

 89% Wahlbeteiligung ist WENIG??
 Kami Katze

 Allerdings. Anders als bei den Scheinwahlen zum impotenten Bundestag oder den ebenso abgekarteten Sesselschubsereien in anderen Plexen geht es in Berlin bei jeder Wahl um Klassenkampf, das Schicksal des Kiezes und vor allem viel Geld. Fast jeder Berliner wettet für sein Leben gern, und die Wahlen sind unsere Version des Lottos (das, und Bodycount-Bingo, natürlich).
 Konnopke

 Es mag auch helfen, dass die Wahlteilnahme über die VolksKOMMS prominent auf der Startseite mit Alarm angepriesen wird, und dass die Teilnahme nur einen kurzen Swipe erfordert, während sich das Pop-Up-Fenster ohne Wahlteilnahme nur über eine komplexe Abfolge von Gesten, Bestätigungen und Eingabe eines zugesendeten Codes schließen lässt.
 Nakaira

Bildschirmfoto 2017-11-15 um 10.40.16

Berlin hat gewählt (Periode III/2078)

DER BERLINER WAHLMARATHON 2078 IST VORBEI. EIN RÜCKBLICK.

[09.10.2078] Was für ein Jahr. Wenn nicht für die Demokratie, dann zumindest für die Berliner Buchmacher. Denn deren Geschäfte laufen blendend, während das Wetten auf Wahlergebnisse langsam die klassischen Sportwetten zu übertrumpfen droht.

 Ich BIN Buchmacher und bestreite das. Sportwetten sind und bleiben auch und gerade im wettverrückten Berlin die unangefochtene Nummer 1 des Wettgeschäfts. Schon alleine deshalb, weil hier vom Schreckhahnkampf über den Pitfight in der Stampe an der Ecke bis zum Straßenrennen über die Landsberger auf viel mehr gewettet werden kann als „nur“ auf das nächste große Fußball- oder Stadtkriegspiel.
 Eezy Cash 23

 Ich glaube das Problem ist mal wieder die eingeschränkte Sicht der Medienfuzzies: Nur weil DIE so gerne über die Berliner Politwetten berichten denken sie automatisch, dass diese auch wirtschaftlich megawichtig sind (denn sonst verböte es sich ja, derart viel Wordcount auf die Berichterstattung zu ver(sch)wenden.
 Konnopke

 Ihr glaubt offenbar weiterhin, dass es da so ne Realität gibt und wir „Medienfuzzies“ lediglich das nacherzählen, was da passiert. Leute, wir MACHEN die realität. Wenn WIR es berichten, DANN ist es wichtig. Nicht umgekehrt!
 Nakaira

Zur Erinnerung: Als im letzten Herbst kurz vor der Wahl zur Bezirksperiode II der als sicherer Gewinner für Mitte gesetzte Dr. Alexander Schmidt infolge eines Attentats aus dem Rennen schied, kam es überall in der Stadt zu wütenden Protesten vor den Wettbüros. Daraufhin wurde die laufende Wahl unterbrochen und erst Wochen später fortgesetzt, mit den bekannten Ergebnissen und weitreichenden Folgen für die folgende Berliner Wahl 2078:

Neben den „regulären“ Bezirkswahlen hätte die durch Ausscheiden von Yilmaz Wojenko als Bezirksvertreter für Spandau notwendig gewordene Neuwahl des Ersten Bürgermeisters zu neuen Rekordwetten geführt. Außerdem hatte der neue Bezirksvertreter für Spandau Fletscher (Jurek Kowalczyk) angekündigt, eine Volksabstimmung im Bezirk für den Wechsel vom Normal- zum Alternativen Bezirk durchführen zu wollen. Dies und die ebenso für Oktober angekündigte Bundestagswahl in der benachbarten ADL, an der die Berliner zwar nicht teilnehmen, auf deren Ergebnis sie wohl aber wetten können, hätte zu einem hohen Eskalationspotenzial im Fall weiterer kurzfristiger Ereignisse vor der Wahl geführt.

Nachdem der Fall ausführlich im Berliner Rat besprochen wurde und es wie üblich keine Einigung zur Idee einer möglichen „Entzerrung“ der Herbstwahlen durch Vor- oder Nachverlegung gab, verfügte der scheidende Erste Bürgermeister Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Exekutivdirektor der BERVAG kurzerhand die Verlegung der Wahltermine direkt als „im Interesse der Sicherheit der Stadt und des sozialen Friedens“.

Als Folge hiervon wurden die Wahl zum Ersten Bürgermeister ebenso wie der Spandauer Volksentscheid auf „das schnellstmögliche Datum“ vorgezogen. Anfang Juni 2078 wurde so der erst im Herbst 2077 gewählte Bezirksvertreter von Mitte, Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB), zum neuen Ersten Bürgermeister des Stadt und somit Exekutivdirektor der BERVAG gewählt. Parallel entschieden die Spandauer Bürger mit denkbar knapper Mehrheit, fortan als Alternativer Bezirk gelten zu wollen.

Der Termin der regulären Berliner Bezirkswahl am ersten Oktoberwochenende blieb davon unangetastet und wird wohl als eine der langweiligsten Wahlen in die Berliner Geschichte eingehen.

 Keine. Einzige. Verdammte. Umbesetzung.
 Nemascope

 Nach einer ganzen Reihe von Außenseiter-Siegen (Zöller BV von Mitte, Fletscher BV von Spandau, Spandau wird Alternativ …) diesmal ein klarer Sieg für alle gesetzten Favoriten, womit der Begriff „Favorit“ wieder sowas wie eine Berechtigung bekommen hat. Ich denke dennoch, dass übermäßig viele erneut auf die Underdogs in den einzelnen Bezirken gesetzt und massig Geld verbrannt haben.
 Roter Oktober

 Unterm Strich muss man sagen, dass Wojenkos Konzept der „Entzerrung“ der Wahl aufgegangen ist. Dass die Bundestagswahl verschoben werden würde konnte ja niemand ahnen, und beim Public Viewing der Hochrechnungen und Auszählungen mal im chilligen Sommerbiergarten zu sitzen hatte auch was Nices.
 Fienchen

Zur Posse wird der gesamte Vorgang freilich umso mehr dadurch, dass die einst für Oktober vorgesehene Bundestagswahl aufgrund heftiger Zweifel an der Verlässlichkeit der E-Voting-Systeme inzwischen auf November verschoben wurde.

berlinerrat2078

DASS die diesjährige Berliner Bezirkswahl in der Gruppe III eher unaufgeregt sein würde, stand dabei im Prinzip von vorneherein fest: So hatten AG Chemie und MSI für Groß-Siemensstadt keinen Zweifel daran gelassen, Dr. Robert Schlüter jun. im Amt belassen zu wollen.

Auch Fabian von Wittich ist für Potsdam aufgrund seiner ungebrochener Popularität bei Ober- und Mittelschicht so lange praktisch alternativlos, wie die Wahlbeteiligung im Neubabelsberger Ghetto unter der 15-Prozent-Marke bleibt.  

In Schöneberg hatte Gregor Thielke (CVP) trotz berechtigter Kritik an der ineffizienten Verwaltung der bezirklichen Haushaltsmittel keinerlei Schwierigkeiten, sich erneut gegen die weit abgeschlagene LDFP-Kandidatin Mareike Praschak-Sonneberg durchzusetzen. Mit Sorge beobachten allerdings einige Medien, dass sich der Zuspruch für die Kommunisten im Bezirk seit der Wahl vor drei Jahren fast verdoppelt hat – wenn auch auf noch niedrigem Niveau.

Der Proteus-Frau Izabella Buzek in Zehlendorf kam nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere zugute, dass der wichtigste Gegenkandidat Manfred Dosse wenige Wochen vor der Wahl durch eine Autobombe ums Leben kam. Dass die charmante Mittvierzigerin und Mutter dreier Kinder damit etwas zu tun haben könnte, scheint angesichts ihrer soliden Führung in den Umfragen zum Zeitpunkt des Anschlages geradezu absurd.

Etwas wackliger endete schon die Wahl von Doreen Katschmarek in Strausberg-Fredersdorf. Erst ihr Beitritt zur Partei ESP und ihre über die Partei finanzierte Wahlkampagne mit großdimensionierten Plakaten, AR-Ads und wochenlanger Belegung der Video Walls an allen wichtigen Straßen des Bezirks verschaffte ihr die nötigen Prozentpunkte, um an ihrem anarchosyndikalistischen Konkurrenten Noel Duval vom Arbeiter-Policlub vorbeizuziehen.

Weithin unangefochten blieben dem gegenüber Mitra Özgün in Friedrichshsin-Kreuzberg und der amtierende Dritte Bürgermeister und Leiter des Schlichtungsausschusses Morek Pflügler in Lichtenberg.

 Morek Pflügler hätte den Wahlprognosen im Mai nach problemlos der neue Erste Bürgermeister werden können. Dafür allerdings hätte er zuerst als 3.BM zurücktreten müssen, was ihm wohl zu riskant war.
 Corpshark

 Nein, war es nicht. Ich hockte mit ihm zwischen März und Mai in mehreren endlosen Sitzungen des Schlichtungsausschusses fest, und Morek hat nie einen Zweifel daran zugelassen, dass er im Schlichtungsausschuss unverzichtbar ist und diese Pflicht auch in Zukunft weiter tragen wird. Abgesehen davon: Morek als CEO der BERVAG? Die fressen den doch zum Frühstück. Da ist Zöller der bessere Mann.
 Fienchen

 Die reden bei Zöller immer vom Sieg des Außenseiters. Ich sehe das ganz und gar nicht so. Er war in Mitte die ewige Nummer 2 hinter Schmidt. Als der flachfiel und ne zewitlang sogar als tot, im Koma liegend oder für’s Leben verkrüppelt galt KONNTE nur Zöller in Mitte siegen. Und als Wojenko in Spandau weggekegelt wurde – ja, das WAR überraschend! – war Zöller der Einzige, mit dem jede Seite leben kann. Keiner der Alternativen BVs, die sich zur Wahl gestellt hatten – Faber, Özdemir, Bronstein – hatte die geringste Chance, auf Konzernseite Stimmen zu kriegen, und keiner der zur Wahl stehenden Konzernfuzzies – Ozu, Thompson – hätte von den Alternativen auch nur 1 Stimme bekommen. Allenfalls Zöllers Konkurrenten aus den Normbezirken – Nordin und Thielke – hätten eine Chance gehabt, allerdings nur, wenn einer von ihnen die Kandidatur zurückgezogen hätte, um alle CVP-Spießerstimmen auf einen Kandidaten zu vereinen. Und selbst dann hätte es noch nicht gereicht, da Berlin viel zu viel Schiss davor hat, dass via die CVP die große „Heim ins Reich“-Agenda der Kanzlerin in der Freistadt Fuß fasst.
 Konnopke

 Neben allem, was gegen Zöllers Wettbewerber sprach, gibt es dann noch all das, was für ihn spricht: Er ist ein HKB-Mann und damit weder Lakai des FBV noch von S-K, was für unsere beiden Hauptstreithähne absolut akzeptabel – und das umso mehr, da Zöller dem Berliner Bankenverein vorsteht, dessen erklärtes Ziel die Förderung des Bankenplatzes Berlin und der wirtschaftliche Erfolg des „Unternehmen Berlin“ ist. Zudem besitzt Zöller reichlich Führungserfahrung, sowohl als Bankdirektor als auch im Aufsichtsrat mehrerer großer Unternehmen in England und Deutschland. Dass der langsam, aber stetig wachsende Filz in den BERVAG-abteilungen den dummen CEO von außerhalb an der Nase herumführen kann, ist unwahrscheinlich. Alle Konzerne und der größte Teil der Bürger – selbst der Alternativen – kann damit leben, dass an der Spitze der BERVAG ein erfolgreicher Manager sitzt, der die Geldverschwendung stoppt und die Effizienz aller Maßnahmen – auch der Hilfe für Notleidende – erhöht wird. Dass Zöller charismatisch ist und medial wie ein schelmischer freundlicher Großvater rüberkommt, öffnet ihm weitere Türen. Er wirkt einfach verdammt harmlos und man wünscht ihm, dass er Erfolg hat. Umso gruseliger, dass er jahrelang gegen diesen Vollarsch Schmidt verloren hat. God bless Halal!
 Fienchen

Quo vadis Berlin – Schicksalswahl mischt Karten neu!

WOJENKOS HEIMBEZIRK GEHT AN ANARCHOS, SCHWERVERLETZTER SCHMIDT DURCH ZÖLLER ERSETZT, PFLÜGLER ERNEUT IM AMT BESTÄTIGT

[07.11.2077] Die Berliner Herbstwahl 2077 ist vorbei. Endlich, möchte man sagen, denn damit finden 5 Wochen voller Unsicherheit, brennender Wettbüros, Verschwörungstheorien und Proteste in der zerrissenen Stadt ihr vorläufiges Ende. Oder zumindest ist das die allgemeine Hoffnung der Stunde.

Zur Erinnerung: Das Unheil begann, als der wegen seiner offenen Verbindungen zur PNE und anderer rechten Gruppen seit Jahren umstrittene Vertreter des Bezirks Mitte, Dr. Alexander Schmidt, kurz nach Übertragung der Live-Stimmeneingabe bei Freischaltung der Kommlinks und damit zeitgleicher Veröffentlichung der wichtigsten Wettquotenfeeds am Wahlsonntag des 3. Oktober von dem linksautonomen Ork Fabian „Halal“ Akansu auf seiner privaten Wahlparty mit elf Schüssen niedergestreckt wurde. Als der vermeintliche „Tod“ über die üblichen Blogs und Blitzfeeds verbreitet wurde, brachen binnen kürzester Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt Unruhen aus: Rechtsradikale und Metamenschenhasser ließen ihrem Zorn freien Lauf, Linke und Metamenschenaktivisten formierten den Widerstand, während andere Linke und Metamenschenaktivisten einen weiteren „Tag der Abrechnung“ herangekommen sahen und gegen bekannte „Fascho-Kieze“ losschlugen. Vor allem aber gerieten jene außer sich, die – wie in Berlin seit der Einigung zunehmend üblich – ein kleines oder auch größeres Vermögen auf den Wahlausgang gesetzt hatten, und die sich durch die radikal neue Situation um ihre Gewinnchance geprellt fühlten (ein Sieg des einzig relevanten und seit Jahren erfolglosen Gegenkandidaten Dr. Zöller vom Berliner Bankenverein galt als extrem unwahrscheinlich).

Als im Laufe des Tages die Stimmung in der Stadt zunehmend hochkochte – und längst nicht klar war, was die Ursache, geschweige denn das Krisenpotenzial der diversen Einzelkonflikte war – unterbrach Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Hauptgeschäftsführer des Berliner Verwaltungskonzerns BERVAG „vorübergehend“ die Wahl, um Sicherheitskräften und dem Berliner Rat die Möglichkeit zu geben, die Situation zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Durchführung einer geordneten Wahl zu ergreifen.

 Den Aspekt hab ich immer noch nicht gerafft. Ich meine: Okay, Wojenko war– ist – erster Bürgermeister und als solches HGF/CEO der BERVAG. Aber wie hat er als solcher die Wahl stoppen können – und vor allem: Warum hat er es nicht als Bürgermeister getan?
 Phazor

 Das ist tatsächlich ein bisschen schwer zu verstehen, und mehr als nur ein wenig problematisch. Die Kurzversion lautet: Weil niemand, auch und erst Recht nicht der Bürgermeister – egal ob Erster, Zweiter oder Dritter – in Berlin das Recht hat, eine Wahl zu beenden, zu unterbrechen, zu verschieben oder auch nur in einem winzigen Nebenaspekt zu beeinflussen. Gleichzeitig hat aber der Verwaltungskonzern – unser aller BERVAG – die Pflicht (und jedes dazu notwendige Recht) den Frieden in der Stadt zu erhalten. Und ganz besonders dann, wenn „politische“ Systeme versagen, also der Berliner Rat keine Einigkeit erlangt oder eine Situation sofortige Maßnahmen erfordert. Wojenko hätte als Bürgermeister rein gar nichts machen können – als HGF der BERVAG hingegen konnte er den technischen Abbruch des überwiegend per Online-Wahl stattfindenden Wahlprozesses veranlassen, und das mehr oder weniger problemlos.
 Fienchen

 Wie – und da ist kein anderer der drei Bürgermeisterdeppen, kein Ratsmitglied und kein Krisenausschuss zwischengeschaltet?
 Headcase11

 Doch, natürlich. Aber eben nicht effektiv. Wojenko musste, ehe er die Wahl effektiv stoppen ließ, den Rat bzw. mehrere, voneinander unabhängige Krisenentscheider informieren und um deren Weisung ersuchen. Nur wenn diese keine Einigung erzielen – in einer „der Krise angemessenen“ Zeit, wohlgemerkt – hat er Handlungsfreiheit. Und natürlich gab es keine Einigkeit dazu, wie man mit der Situation umgehen soll. Ich will nichtmal sagen, dass Wojenko sich das so ausgerechnet und gewünscht hat – dem wäre es WEIT lieber gewesen, seine Entscheidung zum Wahlabbruch wäre durch den Rat oder seine MitBMs gedeckt gewesen – aber so lief es halt nicht.
 Fienchen

 Wie kann denn AUSGERECHNET in Berlin ein solches Humbug-System existieren, dass einem Einzelnen derart viel Macht gibt?
 Headcase11

 Sieh es mal so: 90% des Berliner Betriebes ist darauf aufgebaut, dass jeder sein Sonderrecht bekommt, jeder Freak gehört wird, jeder Kiez sein Vetorecht hat. Unterm Strich ist die Berliner Einigung ein reines Verhinderungssystem, das nur dadurch „fair“ ist, dass niemand bekommt, was er will, aber jeder in seinem Gebiet in Ruhe gelassen wird. Nun, und damit aber eben nicht das totale Chaos ausbricht – schließlich gibt es da dieses seltsame Interesse der Berliner Konzerne (und, oft übersehen, das professionelle Geschäftsinteresse des kontinuierlich stärker werdenden organisierten Verbrechens, das mehr und größere Produktions- und Verteilerzentren in Berlin aufbaut) an Frieden und Geschäftsfähigkeit – ist die BERVAG komplett als Failsafe gestrickt: Wann immer die politischen Systeme versagen, kann, soll und muss die BERVAG dafür sorgen, dass das „Business as usual“ weitergehen kann. Vereinfacht gesagt: In der Berliner POLITIK geht nur was, wenn es eine überwältigende Mehrheit dafür gibt. In der Berliner VERWALTUNG geht ALLES, sobald es KEINE Mehrheit in der Berliner Politik gibt. Und die Folge dieser Bauweise wird von Jahr zu Jahr immer offensichtlicher.
 Fienchen

 Und ehe jetzt wer auf die Barrikaden gegen den bösen Berlinkonzern geht sei auch das gesagt: Die BERVAG ist ein Konzern öffentlichen Rechts, der den BERLINERN gehört. Ja, das macht es weit schwieriger, Widerstand gegen ihn zu organisieren, und auch das ist natürlich volle Absicht der Freimaurerilluminatenelfendrachen, die hinter den Mauern der BERVAG an der Gleichschaltung aller Seelen der Welt arbeiten *Ironie off*
 Nakaira

 Nebenfrage: Was ist nun eigentlich wirklich aus Halal geworden? Es gibt widersprüchliche Berichte…
 Konnopke

 Das ist eher unspektakulär: Halal war (wie überhaupt sämtliche anwesende Metas) als Kellner auf der Wahlparty. Nachdem er seine Schüsse abgegeben hatte, ist er von der Security vor Ort (SS natürlich) in kürzester Zeit erschossen worden. Gerüchte, dass er überlebt hätte, sind reines Wunschdenken bzw. Verschwörungstheorie.
 Tolstoi

 Naja, von Schmidt hieß es auch ne ganze Weile er sei tot, gell? Und was immer mit Halal geschah, ist in jedem Fall schwer verdächtig: Wurde er sofort erschossen, wollte ihn jemand ganz offenbar mundtot machen, um zu tarnen, wer seine wahren Auftraggeber waren. Wurde er hingegen lebend vom Tatort weggebracht, war das entweder Teil des Plans des Auftraggebers, oder Schmidts Leute werden herausbekommen wer die Hintermänner sind und gegen diese losschlagen.
 Isfet

 Dass Halal einfach nur ein Einzeltäter war, der ein verschissenes Nazikapitalistenschwein umpusten wollte, ist wohl keine Option, was?
 Antifa

 Da gibt es angesichts des Umstandes, dass Schmidt überlebt hat, noch andere Optionen. Etwa die, Schmidts Credibility als tötenswert wichtigen Naziführer zu untermauern/ihn zum gerade so eben verschonten Märtyrer aufzubauen und Munition gegen Diebeschmarotzerterroristenvergewaltigermörderorks zu generieren.
 Nakaira

Nach Abbruch der Wahl fanden auf verschiedenen Ebenen – und vor allem im Berliner Rat – Gespräche zum weiteren Vorgehen statt. Parallel wurde publik, dass Dr. Schmidt das heimtückische Attentat zwar überleben würde, er aber zugleich so schwer verwundet wurde, dass seine weitere Wahlteilnahme und eine etwaige Amtsausübung im Falle seiner Wahl gänzlich ausgeschlossen wäre. So informiert, konnten die Berliner Buchmacher ihre Quoten anpassen, die meisten Wettenden erhielten ihr Geld zurück und konnten heute, fünf Wochen später, ihre Wette und, sofern sie in einem der betroffenen Bezirke registriert sind, ihren Wahlentscheid neu treffen.

Wie schon bei der letzten Wahl der Periode II stand der Entscheid in Tempelhof und Prenzlauer Berg am Schnellsten fest: In beiden Bezirken war der Vertreter bereits vorab durch konzerninterne „Wahl“ bestimmt und bekannt gegeben worden: Demnach bleiben Dr. Franziska Landolt für Saeder-Krupp in Tempelhof und Takeshi Ozu für Renraku im offiziell gerade zu Renrakusan umbenannten Bezirk Prenzlauer Berg im Amt.  

Ebenso schnell war die Wahl zum Zweiten Bürgermeister entschieden, bei der – ebenso in Kopie der Wahl von 2074 – Morek Pflügler innerhalb kürzester Zeit uneinholbar nach vorne schnellte, um am Ende sein bisher bestes Wahlergebnis von berlinweit 88,9% der Stimmen einzufahren.

Dass trotz leicht nachlassender Popularität sowohl Wladimir Igorewitsch Bronstein in Pankow und Lena Rabeja in Köpenick ihr Amt verteidigen konnten, vermochte niemanden zu überraschen. 

Spannend blieb es im Laufe des Wahltages in Falkensee, wo sich am Ende aber doch „Dönerkönig“ Aslan Özdemir gegen seine insgesamt 14 Herausforderer mit solider Mehrheit durchsetzen konnte.

Unbenannt

Ohnehin aber hatte es seit dem Anschlag auf Schmidt nur zwei Themen gegeben, welche die Gemüter der Berliner erregen und die Beruhigungsmitteldealer der Buchmacher zu neuen Rekordeinnahmen bringen konnten: Der Ausgang der Wahl in Mitte und Spandau.

Da unklar blieb, ob und wenn ja wann Dr. Alexander Schmidt sein Amt antreten könnte, brachen in den Wochen vor der Wahl seine Werte immer weiter ein. Befeuert wurde diese Entwicklung nicht zuletzt davon, dass die PNE sich dazu entschloss, einen eigenen Kandidaten, Bernhard Schäfer, ins Rennen zu schicken. FBV-seits bestanden zwar in Gestalt der CVP-nahen Henriette Bahr und der unparteiischen Gabriele Siegert gleich zwei „hauseigene“ Ersatzbewerber, von denen aber keine „offiziell“ als Vertreterin der FBV-Interessen auf den Plan trat. Ganz im Gegenteil hatte man bereits vor der Wahl, also noch zu Zeiten, als Schmidt sich bester Gesundheit erfreute, andeuten lassen, dass der FBV insgesamt eher unglücklich über das (partei-)politische Engagement von Konzernangehörigen sei. Man wünsche sich beim FBV „etwas weniger politisches Scheinwerferlicht“, wie sich die Quelle „Node“ unlängst auf Corpleaks äußerte. Insgesamt ist somit also der Sieg des bereits bei der letzten Mitte-Wahl angetretenen Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB) keine allzu große Überraschung, auch wenn sein Amtsgewinn mitunter als solche inszeniert und gefeiert wurde.

 Ich denke nicht, dass sich mit dem Wechsel der Person in Mitte allzu viel ändert. Schmidt und Zöller sind beides Bänker, der eigentliche Machthaber bleibt also derselbe. Ich sage das im vollen Bewusstsein aller Differenzen zwischen FBV und HKB – das gemeinsame Interesse an einem starken und „freien“ Bankplatz in Berlin ist so überwältigend, dass selbst blutigste Fehden davor verblassen.
 Corpshark

 Nicht umsonst kann man das Wort „Regieren“ nicht ohne die Buchstaben G-I-E-R bilden …
 Roter Oktober

 Man sollte dennoch nicht übersehen, dass Berlin ohne einen Mitte-Mann des FBV wieder ein klein wenig S-K-freundlicher geworden ist. Auch wenn Halal kein Scharfschützengewehr deutscher Bauart verwendet hat. Just saying.
 Tolstoi

 Also. HKB ist auch nicht gerade der dickste Freund von S-K …
 Nemascope

Die wahrhaftige Sensation des heutigen Wahltages ist natürlich das Ergebnis im Normbezirk Spandau, wo Ratspräsident Yilmaz Wojenko nach einer stundenlangen Zitterpartie hauchdünn gegen den „Chef von Eiswerder“ Fletscher (ohne Nachnamen) und dessen eilends geschmiedete Vereinigung Alternativ-Autonomes Spandau unterlag. Trotz noch immer hoher Popularität als Erster Bürgermeister von Berlin, befand sich Wojenkos Popularität im eigenen Heimatbezirk Spandau seit Langem im stetigen Sinkflug begriffen: Zu viel Repräsentanz und Schi-Schi, zu viel Fokus auf Gesamtberlin, vor allem aber zu wenig greifbare Erfolge in Spandau und nun zuletzt die extrem umstrittene „Absage“ der Berlinwahl hatten dazu geführt, dass die geradezu „historisch unzufriedenen“ Spandauer „ihrem“ Bürgermeister den Rücken kehrten. Dennoch: einen tatsächlichen Machtwechsel hatten nicht einmal risikofreudige Buchmacher auf dem Schirm, war doch Wojenkos letzte ernstzunehmende Gegenkandidatin Doris “Yori” Floricic durch Übernahme der operativen Aetherlink-Leitung und damit einhergehenden Wegzug aus Berlin aus dem Rennen geschieden. Der Eiswerder Autonomenführer Fletscher hingegen scheint, so stellen es verschiedene Spandauer Blogs aktuell dar, im Angesicht der plötzlich fallenden Popularität Wojenkos alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, die „Stimmen der Unzufriedenen“ auf sich zu vereinen. Und das sind im schon unter Aztechnology verfallenden Spandau nicht gerade wenige. 

Für Berlin hat Wojenko Abwahl in Spandau zwei ganz unmittelbare Konsequenzen:

Erstens, dass Wojenko nur noch bis zur nächsten Wahl des Ersten Bürgermeisters im Amt bleiben kann, da man Bezirksvertreter sein muss, um zum Ratspräsidenten gewählt zu werden. 

Zweitens, dass erstmals seit der Berliner Einheit ein stadtbekannter Anarchist zum Vertreter eines Normbezirks gewählt wurde. Zwar nicht direkt in seiner Funktion als Anarchist, aber doch mit der deutlichen Ansagen „Fehlentwicklungen“ im Berliner system die Stirn bieten zu wollen und ein „neues Miteinander“ im Speziellen zwischen Autonomen und den „neuen Berliner Alternativen“ zu unterstützen. Ob dies aber wiederum in der Form eines Normbezirkes geschieht oder ob Spandau der erste Berliner Bezirk wird, der vom Norm- zum Alternativen Bezirk wird, bleibt abzuwarten. 

 Schon jetzt überschlägt sich der Boulevard mit Hiobsbotschaften vom Untergang Berlins. Unstrittig aber ist in der Tat, dass Berlin sich eher von der „Normalität“ des Modells Normbezirk weg- als zu dieser „Norm“ hinbewegt.
 Zaffke

 Sieht man sich an, wo es in Berlin bisher Wechsel an der Spitze gab, fällt schon auf, dass das meist in den Normbezirken war.
 Rotornormalverbraucher

 Nun verwechsele mal bitte nicht gesunde Demokratie mit Chaos. Dass es in den Normbezirken zu gemeinschaftlich bestimmten Wechseln des Repräsentanten kommt, ist eher ein Argument FÜR als GEGEN diese. Mich stimmt es ehrlich gesagt nachdenklicher, dass die Führungsspitze in den so genannten Alternativen Bezirken immer mehr den Spitzen der Konzernbezirke gleicht, was ihre Unverrückbarkeit (und auch ihre politische Unbeweglichkeit) angeht.
 Fienchen

 FREIES ANARCHISTISCHES SPANDAU!
 Alligatower

Wahlergebnis Berlin, Periode I/2076

gnb-logoKaum Überraschungen bei der Wahlperiode I 

[05.10.2076] Wie immer am ersten Oktober-Wochenende waren die registrierten Bürger einiger Berliner Bezirke auch in diesem Jahr aufgefordert, ihren Bezirksvertreter zu bestimmen. 2076 betraf dies die Einwohner in den Konzernbezirken Aztech-Schönwalde und Tegel, den Normbezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf sowie den Alternativen Bezirken Oranienburg, Gropiusstadt und Marzahn-Hellersdorf.

Bezirksübergreifende Themen der Wahl waren der herrschende Streit um eine Aufsplittung des Berliner Polizeivertrages zwischen dem Sternschutz und dem neu gebildeten „Alternativen Polizeidienst“ ČMSK (Sonderkommando Schwarzer Bär) sowie die anhaltende Unfähigkeit des Berliner Rates, zu einer gemeinsamen Handlungsstrategie für die KFS-Bekämpfung zu kommen. Dabei würdigte man immerhin die Entscheidung des Rates, eine KFS-Sonderberaterin vom Robert-Koch-Institut (Dr. Karoline Baader) als Beisitzerin des Rates für die Dauer der Krise wie von ADL-Botschafterin Dr. Isabelle Jandorf vorgeschlagen zuzulassen.

Der Live-Wahl folgten erneut mehrere Millionen Berliner via KommLink, Sozialen Netzwerken, DeMeKo-Sonderstreams und vor allem beim Public Viewing während der Live-Einspielung der Abstimmergebnisse.

 Für Außenstehende sei kurz erklärt, dass entgegen dem medial präsentierten Eindruck eben KEIN zentrales Wahlverfahren existiert. Zwar sieht der Berliner Einigungsvertrag auf Druck der ADL einen Zwang zur Einhaltung gewisser demokratischer Mindeststandards vor – die ADL kann Berlin nur als assoziiertes Mitglied akzeptieren, wenn das Berliner System „rechtsstaatlich“ ist – aber in der Durchführung macht jeder Bezirk, was er will, und darf das als Folge des Rechtes auf Selbstverwaltung auch ausdrücklich. Was also bei jeder Wahl tatsächlich passiert, ist, dass jeder Bezirk irgendwann ein „Wahl“ergebnis präsentiert, das zwar auf demselben Grundprogramm zur Abstimmung per KommLink beruht, in das aber jeder Bezirk eigene lokale Spielregeln eingeben kann. Aztech-Schönwalde z.B. macht wie die meisten Konzerne irgendwelche Abstimmergebnisse nicht öffentlich, sondern lässt einfach einen Sprecher vortreten und ein Statement abgeben, dass Cazares weiterhin im Amt bleibt (wie geschehen), während in Charlottenburg-Wilmersdorf mit Hilfe der dort dominanten DeMeKo ein regelrechter Wahlkrimi inszeniert wird, inklusive Live-Schreirunden der einschlägigen Radikalvertreter und einer NICHT-livesynchronen, sondern einer inszeniert schrittweiser Preisgabe der Voting-Daten, natürlich so orchestriert, dass es zu überraschenden Wendungen und Telenovela-reifen Szenen kommt. Im prokommunistischen Köpenick wiederum wird aus Gründen einer fast schon neo-luddistischen Verachtung für das „konzerngesteuerte Unterdrückungswerkzeug“ der Matrix die Wahl nur per Wahlkabine und Stimmzettel durchgeführt und das „amtliche Ergebnis“ der Auszählung dann von Beuftragten der kommunistischen Partei in das E-Voting-System eingespeist. Eine eigene E-Voting-Teilnahme per Kommlink ist zwar möglich, die Teilnehmer an dieser werden aber dem Köpenicker Wahlbeauftragten der Partei als nichtanonymisierte Liste angezeigt – offiziell, damit eine Doppelabgabe von Stimmen ausgeschlossen wird, tatsöächlich aber auch, damit die Partei diesen Dissidenten und Nutzer kapitalistischer Stimmverfälschungswerkzeuge im Auge behalten oder „mal mit ihm reden“ kann.
 Nakaira

 Generell kann man sagen, dass in den Normbezirken die Wahlen tatsächlich zu 100% „als Wahl“ über das BERVAG Votingtool stattfinden, eben über Einblendung eines AR-Fensters mit Voting-Funktion (priorisierte AR-Nachricht des Netzwerk Berlin). Andere Bezirke „sollen“ sich an diesem Voting-Standard beteiligen, tun es aber oft nicht: Die Konzerne haben „eigene Voting-Programme“, die natürlich „viel besser“ und vor allem sicherer (für die Konzerne) sind. Meist haben diese eher den Charakter eines „internen Vorschlagswesens“, so wie sich Konzerne ja ganz generell gerne den Anstrich scheinbarer Mitbestimmung der Angestellten geben. Bei den Alternativen Bezirken hingegen dominieren oft Systeme gestaffelter Versammlungen: Eine Haus- oder Kiezgemeinschaft einigt sich auf einen Repräsentanten – zum Beispiel den Ork, der jedem die Fresse einschlägt, der ihn nicht als Repräsentant haben will, oder den Kopf der örtlichen Gang, oder den Mann, den die lokale Mafia unverbindlich vorschlägt, oder tatsächlich einen versierten Schlichter oder sonstigen Sokaren des F-Berliner Systems – dann nehmen die Repräsentanten der untersten Ebene an einer Versammlung auf nächsthöherer Ebene teil, wo sich dasselbe Spiel wiederholt. In Lichtenberg finden dank eines Engagements von Morek Pflügler in Kooperation mit den Berliner Schockwellenreitern sowohl ständige (virtuelle) als auch tatsächliche Vollversammlungen des gesamten Bezirks statt, an denen jeder persönlich teilnehmen und mitbestimmen oder per bezeugter Erklärung seine Stimme an eine Vertrauensperson delegieren kann (gelebte Liquid Democracy). Gerade an den tatsächlichen (offline) Versammlungen nimmt natürlich nur ein verschwindend kleiner Teil der Bezirksbürger teil, der dann aber immerhin rund 80% der Einzelstimmen im Bezirk vertritt (natürlich wiederum geclustert nach Interessengruppen wie Policlubs, Parteien, Gangs etc.). An den regulären Wahlterminen werden die Lichtenberger dann dazu aufgefordert, über das BERVAG Votingtool denjenigen zu wählen, auf den man sich über das Lichtenberg-eigene System vorher geeinigt hat (also bisher: Morek Pflügler). Das Lichtenberger System der ständigen Vollversammlung besitzt viel Potenzial dazu, irgendwann zum tatsächlichen Meinungsbildungstool von Berlin zu avancieren: Durch das ihm zugrundeliegende Prinzip der direkten Demokratie ließen sich jedenfalls eine ganze Menge der Widersprüche zwischen Zentralgewalt und Vetorecht der unteren Ebenen auflösen. 
 Fienchen

 Liquid Democracy als Lösung für die typischen Berliner Polit-Probleme fliegt schon seit Ewigkeiten durch den Raum, scheiterte aber bislang an einer tragfähigen, funktionierenden Online-Versammlung bzw. dem dahinterstehenden System zur sicheren und nachvollziehbaren Verwaltung der Rechte (wer hat wieviel Stimmen vom wem wann übertragen bekommen, geschah dies ohne Druck und lebt derjenige überhaupt noch, der die Stimme übertragen hat, bzw. hat er überhaupt je gelebt?) und zur Erfassung der Stimmen (wird jede abgegebene Stimme tatsächlich korrekt erfasst, und wie kann das der Abstimmende zu jeder Zeit verlässlich nachprüfen?). Mit den Mitteln der Neuen Matrix und einem tatsächlich von den Alternativen mitkontrollierten Netzwerk Berlin ist Liquid Democracy zumindest technisch in Reichweite gerückt. Ob indes das Berliner Politische System ein INTERESSE daran hat, den Bürgern mehr direkte Mitsprache zu geben, ist fraglich. Es könnte allerdings das kleinere Übel sein gegenüber einem System, das auf Krisen wie KFS keine zentrale Vorgehensweise zustande bringt, weil es sich nonstop selbst blockiert.  
 Konnopke

Das Ergebnis der Wahl blieb dabei einigermaßen unspektakulär – die herrschende Streitstimmung im Rat schlug offenbar kaum auf die Wähler über. 

 Siehe oben: In einem System, dessen Regierung durch Vetos der unteren Ebenen eh faktisch daran gehindert wird, exekutive Entscheidungen zu treffen, spielt die Wahl der Regierung eigentlich keine Rolle. Ob dieser oder jener „da oben“ sitzt, ist für das daily Biz und Leben der Berliner eigentlich ziemlich Wurst. Da spielen die Entscheidungen innerhalb des Bezirks die deutlich größere Rolle. 
 Nakaira

 Jammern über die Politik ist Berliner Volkssport. Dabei wird aber übersehen, dass mit der BERVAG zu jeder Zeit ein Exekutivorgan am Start ist, das sehr wohl durch seinen CEO und Ersten Bürgermeister Yilmaz Wojenko administrative Entscheidungen fällen und berlinweite Politiken umsetzen kann. Auch die BERVAG hat nämlich einen eingebauten „Failsafe“, der dem Verwaltungskonzern zu jeder Zeit gestattet, „notwendige“ Entscheidungen zu fällen, wenn das Ratspräsidium keine direkt gegenteilige Entscheidung gefällt hat. Das bedeutet für alle Fälle, in denen keine Entscheidung des Ratspräsidiums vorliegt, dass die BERVAG (innerhalb gewisser Grenzen) eigentlich machen kann was sie will. 
 Antifa

 Es sollte zudem nicht vergessen werden, dass diese ganze teuer erkauften Stimmenkontingente im Ratspräsidium ja auch nicht völlig nutzlos sind. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass gewisse der ganz großen Streitthemen bewusst „in der Schwebe“ gehalten werden, obwohl die Bezirke mit den meisten SIN-Bürgern und der höchsten Abgabesumme sehr wohl in der Lage wären, einen Entscheid zu forcieren. Vielleicht bilde ich mir aber auch Landolts Lächeln nur ein, wenn sie auf Anfragen der ADL-Regierung bedauernd erklärt, dass es für die Umsetzung der Hannoveraner Vorgabe leider keine Mehrheit im Präsidium gab.
 Konnopke

So bleibt Ferdinand Cazares der Aztechnology-Bezirksrepräsentant von Aztech-Schönwalde, ebenso wie der amtierende Dritte Berliner Bürgermeister Michael Koslowski der Z-IC-Ratsvertreter für Tegel bleibt. In Oranienburg bleibt der 72-jährige BGS-Oberst a.D. Ralph Faber Repräsentant des Bezirkswillens, in Gropiusstadt bleibt der undurchsichtige, aus ärmlichen Verhältnissen stammende Aleksandr Sukrow an der Macht, nachdem sich einer seiner Gegenkandidaten kurz vor der Wahl erhängte, zwei weitere Kandidaten spontan zurücktraten und der verbliebene Gegenkandidat entgegen seinem zuvor von seinen Firmensponsoren an die Presse verteilten Script unverhohlen vor laufender Kamera zur Wahl Sukrows aufrief. Die wachsende Kritik an Sukrow, der sich mit gewalttätigen lokalen Gangs umgibt und offene Kontakte zum organisierten Verbrechen pflegt, machen auf den „König von Gropiusstadt“ offenbar wenig Eindruck.

Zwischenzeitlich unsicher schien die Wiederwahl von Milena Kilic, die in vergangenen Monaten mehrfach wegen angeblicher Bestechungsaffären sowie einiger peinlicher Auftritte in der öffentlich Ziel des medialen Interesses war. Erst in letzter Sekunde konnte sie sich gegen ihre Gegenkandidatin Sonja Klupp von der Vereinigung der Ladenbetreiber der Kurfürstenmall durchsetzen. In einem Statement nach Ende der Wahl dankte Kilic der „fairen Berichterstattung“ der Medien, die in den Tagen vor der Wahl „ausgleichend“ positiv über ihre Karriere und positiven Einfluss auf den Bezirk berichtet hatten.

 Ich übersetze mal eben: Kilic war durch einige Entscheidungen im Bezirk, aber auch betreffs Politiken des Rates bei der DeMeKo in Ungnade gefallen, die daraufhin eine echte Schmutzkampagne gegen sie veranstaltete, inklusive Einsatz von Runnern zur Beschaffung kompromittierender Finanzdaten und Vergiftung mit Drogen in unpraktischen Momenten. Offenbar hat Milena Kilic gekuscht und dadurch den Segen der Medien zurückerhalten. 
 Nakaira

 Ne Ahnung, was der Stein des Anstoßes für den Zoff zwischen DeMeKo und Kilic war?
 Antifa

 Hauptsächlich ging es um Immobiliendeals und Baugenehmigungen bzw. die städtebauliche Planung im Bezirk. Die meisten Charlottenburger lehnen noch in den 60ern von den Konzernen beschlossene Maßnahmen zur Umgestaltung der City-West speziell im Bereich Kantstraße ab, die DeMeKo hingegen ist in gleich mehrere Großbauprojekte involviert, von denen das Metropolis quasi nur ein Vorgeschmack war. Siehe auch dieser etwas ältere Artikel (man beachte die Erwähnung Elianars, dessen Gruppe ja die Metropolis-Arkologie (und die Sersakhan-Elfenwohnanlage im Wedding) designte).  
 Nakaira

Einen wenn auch erwarteten, ja unvermeidbaren Wechsel gab es in Marzahn-Hellersdorf, wo der publikumsscheue, exilrussische Finanzmagnat Jaromir Kotov dem vor wenigen Tagen während einer Schießerei zwischen verfeindeten osteuropäischen Gangs zu Tode gekommenen Murat Ünsel nachfolgt.

berlinerrat-okt2076

Die interessanteste Entscheidung fiel dann auch in Reinickendorf, dessen früherer Bezirksvertreter Krysztof Cezary Ronczewski auch weiterhin unter KFS-Quarantäne verbleibt. Die Vertretung der Bezirksinteressen war übergangsweise von dessen Stellvertreterin Tanja Abt übernommen worden, die sich aber nicht zur Wahl stellte. Zur Wahl standen stattdessen Kandidaten aller großen ADL-Parteien, die seit Einigung Berlins zum Teil mit erheblichem Aufwand versuchen, in Berlin erneut auf breiter Front Fuß zu fassen, bisher außerhalb Reinickendorfs mit wenig Erfolg. In einer durchaus knappen Wahl konnte sich die Kandidatin der Reinickendorfer CVP, Sofia Nordin, mit 27,6% gegen ihre engsten Gegner Serafina Pazak (USPD, 14,7%), Mu’tazz Suhail Hakimi (PNO, 11,6%) und Myron Yegonov (ASU, 8,4%) durchsetzen.

Sofia Nordin ist CVP-Parteimitglied seit 2072 und zudem Leiterin des Reinecke-Forums, einer Plattform für Geschäftsleute und Firmenvertreter mit Interesse an der vor allem wirtschaftlichen Entwicklung des boomenden nordberliner Bezirks. Nordin arbeitet in der Verwaltung des Biotechnologieparks Berlin (BTPB) am Tegeler Hafen, dem Hauptsitz von Schering Berlin.

Ihr Wahlsieg verpasste verlautbarten Plänen Myron Yegonovs einen empfindlichen Dämpfer, die ASU zur dominierenden Partei in Berlin zu machen. Yegonovs Familie gehörte zu den Profiteuren der Berliner Anarchie: Aus ärmlichen Arbeiterverhältnissen kommend, gelang es Myrons Vater Damien Yegonov in den Jahren der Anarchie, ein gigantisches Immobilien- und Finanzimperium aufzubauen. Yegonov zählt damit zu den wenigen „Anarchiemillionären“ in Berlin und wird gerade deshalb innerhalb der anarchistischen Szene sehr kritisch betrachtet. „Ohne Yegonov hätten wir bestimmt 10% mehr holen können“, sagte am Abend der Wahl der zuvor ausgeschiedene ASU-Kandidat für Reinickendorf Keke Automag Fickdich.

 Soll der Name ein Witz sein? 
 Corpshark

 Ja. Und ist trotzdem ein gültiger Name. In der Berliner Anarchie und dem 2. Crash gingen jede Menge Personendaten verloren. Mit der Vergabe der VolkSIN geht einher, dass man seinen Namen festlegt, und da es ja eben gerade KEINE Papiere oder Nachweise zur Identität davor gibt, legt man diese in der Regel selbst fest. In mehreren Grundsatzentscheiden wurden zunächst vorgesehene Sperren gegen scherzhafte, prominente oder verunglimpfende Namen schrittweise demontiert und abgeschafft, auch um so viele SINlose wie möglich „ins SIN-System zu kriegen“. Wundere dich also nicht, wenn du in Berlin gelegentlich Leute mit Nachnamen wie Hitler, Megaficker, Dicksterschwanz, Trollpride oder Konzerntod findest.
 Antifa

 Gilt sinngemäß auch für Straßen- und Platznamen. Hier war der gesicherte Namensbestand dank der diversen Touri-Maps und zugeordneter Kartenservices (inklusive Totholz-Archiven) zwar trotz Anarchie und Crash um einiges größer, dafür aber haben Bezirke innerhalb ihrer Selbstbestimmungsrechte natürlich die Freiheit, Straßen so zu nennen, wie sie wollen – sofern die Namensfestlegungen eben an die BERVAG gemeldet und von dort in die Mapservices (und ALI!) eingespeist werden. Das sind im Monat auch jetzt noch gut 500+ Änderungen, unter besonderer Beachtung des „Verkaufs“ von Straßennamen an Sponsoren, die dafür den Straßenzug instandsetzen oder die nahen Gemeinschaften sonst irgendwie fördern (ja, es gibt in Berlin sowohl mehrere nach Shiawase-Familienangehörigen benannte Straßen wie auch eine Ruhrnuklear-Straße, einen Kombatmage-Platz, einen Soynetto-Weg, eine NuKola-Plaza und eine Nerps-Allee. 
 Tolstoi

Das Ratspräsidium hat die für 2076 vorgesehene Wahl zum Dritten Bürgermeister ohne Angabe von Gründen auf November vertagt.

 Aha? Warum das denn?
 Konnopke

 Soweit man munkeln hört, weil es diesmal tatsächlich einen oder sogar mehrere ernstzunehmende Gegenkandidaten gibt. Dabei scheinen sich gerade die Bezirke mit den größten Stimmkontingenten uneins zu sein, was bedeuten kann, dass ein anderer Megakonzern einen BM für die kommenden 3 Jahre aufstellen will, um bestimmte Schlüsselpolitiken noch effektiver durchzudrücken zu können. Aktuell schwelen Hinterzimmergespräche, Geheimabsprachen, Einflussnahmen auf Top-Niveau … 
 Nakaira

 Wenn ich einen Tipp abgeben müsste, würde ich auf Renraku, den FBV und/oder S-K setzen. Die Japancorps puschen das Berlin-Biz aktuell extrem kräftig und haben erkennbar Großes vor. S-K umgekehrt sieht die Chance, den ungeliebten Sternschutz abzuschießen, der FBV wird exakt das verhindern wollen. Das klingt nach gutem Biz.
 Tolstoi

[44] Eine Woche nach dem blutigen 1.Mai 2076

Sender44

Schon unmittelbar nach den Rekordkrawallen zum 1. Mai im letzten Jahr war klar, dass es in diesem Jahr auf eine Revanche der Aggro-Parteien hinauslaufen würde. Dazu hatten auch unzählige in Randale eskalierte Demos gegen das Überwachungsnetz (siehe auch hier), die unverschämt offene Zensur alternativer Berliner Medien, der weiterhin schwelende, in Teilen zum Streit um das Berliner Waffenrecht mutierte Berliner Polizeistreit und mehrere Schikanen der BERVAG-Unternehmen gegen die Hoheitsrechte der Kieze und Bezirke wie z.B. durch Aussetzen des Winterdienstes beigetragen.

Und umgekehrt: Die Zunahme der Schikanen der alternativen Gebiete gegen alle Arten von Diensten, die von extern kommen. Feuerwehr inklusive.
Nakaira

Autonome und Sternschutz-Bullizisten hatten einige offene Rechnungen, und der 1. Mai sollte Zahltag sein – das wurde zumindest in diversen Anarcho-Blogs als Kampfmission ausgegeben, und ganz offenbar waren die Stern- und Sonderschutzkräfte durch den Eisernen Erhardt (Sternschutz-Einsatzleiter Erhardt Ahrendt, Anm.v.SRB) und die SST-Kommandierende für diesen 1.Mai Bianca Voyé entsprechend gebrieft worden:

Die Nacht in Flammen – Art by Alex C (IWarpbladeI)

Sender44 liegen interne Papiere sowie Befehlsaufzeichnungen des SST-Kommandos für den zurückliegenden 1. Mai vor, und das darin festgehaltene Bild ist das eines mutwillig und mit brutalsten Mitteln durchgezogenen Einsatzes, dessen Ziel nicht weniger als die völlige Demoralisierung des „anarchistischen Widerstandes“ und die Verhaftung bzw. Ausschaltung von „Führungskräften, Koordinatoren und Unterstützern der gewaltbereiten Opposition“ war. 

Und das mit Mitteln, die so drastisch waren, dass selbst Teile der SST de facto zur Verweigerung von Befehlen gezwungen waren. Doch von Anfang an:

Man sollte bei der Aufarbeitung dieses und auch schon des letzten 1. Mais nicht vergessen, dass in der Frage um die Ursache unserer geballten aktuellen Scheiße immer auch die Begriffe „Diskordianer“ (ganz unten in den Kommentaren hier) bzw. deren Kommando Mindfuck und – wer weiß es noch, nach all der Zeit? – initiell auch die „Letzte Front“ mitspielen (#berlin). Plus eine auffallend verständliche Haltung von S-K betreffs der „besonderen Bedürfnisse“ der Alternativen, deren Hoheitsrechte „es zu respektieren gelte“.
Tolstoi

Über S-Ks Kuschelkurs haben wir uns ja schon einige Male gewundert, zudem gerade das zögernde Agieren und Taktieren dieses Kons einigen Beitrag zur Eskalation der Krise leistet: Hätte S-K frühzeitig mit den Kons Front gegen die Anarchos gemacht – so, wie das ja auch erwartet wurde – hätten die meisten Freizeitprotestler und Randalekids doch gar nicht den Mumm gehabt, auf die Barrikaden zu gehen. Ich habe keinen Plan, was S-K dadurch gewinnt, indem es die Berliner Konzernfront – natürlich gänzlich unabsichtlich – spaltet, aber einen Plan hat der Goldwurm GARANTIERT. Und Scheiß noch eins: Die Anarchos und unsere absolut berechtigten Proteste spielen ihm direkt in die Klauen.
Antifa

Zumindest kann die Landolt kaum verbergen, dass sie am Scheitern des Sternschutzes in Berlin einen Mordsspaß hat. Was mich schon wieder stutzig macht, denn zweifellos KÖNNTE sie es besser verbergen, und an sich war S-K sehr daran gelegen, dass es in Berlin eben NICHT zum Rückfall in Chaos, Gewalt und Anarchie kommt.
Fienchen

Andererseits gibt es da dieses geleakte Bild von Landolt am 1. Mai bei einer Vernissage in Potsdam, wie sie auf ihr Kommlink schaut und diesen „Oh mein Gott“ Ausdruck in den Augen hat. Mal angenommen, das Bild ist kein Fake: Bin ich der Einzige, der in dem Blick ein „OMG what have we done?“ liest?
Konnopke

Der 1. Mai begann wie jedes Jahr mit der Revolutionären 1. Mai Demo, die ebenso wie jedes Jahr am Kottbusser Tor gegen 17:00 Uhr startete. Eingestimmt auf Krawall durch Ankündigungen verschiedener Aktivistengruppen und Anarchoblogs einerseits und einer am Vormittag durch den SS-Verantwortlichen Ahrendt erklärten „Null Toleranz Politik“, waren viele der eher gemäßigten Demonstranten erst gar nicht erschienen, wohingegen Krawallgruppen aus den anderen deutschen Ländern und sogar dem Ausland von Beginn an eine auffälligere Präsenz im Zug bildeten.

Das ist übrigens die Tendenz des ganzen 1. Mais 2076: Im Vergleich zu den Rekordteilnehmerzahlen im letzten Jahr waren diesmal VIEL weniger Leute auf der Straße, dafür war aber die absolute Zahl der gewaltbereiten Demonstranten in diesem Jahr noch größer als letztes Jahr.
Fienchen

Gibt’s dazu schon belastbare Zahlen? Nakaira?
Russenrigger

Aktuell setzt sich für den Revolutionszug die Zahl von 130.000 Teilnehmern durch (im letzten Jahr waren es um die 200.000) und für das MyFest etwa 260.000 Teilnehmer (im letzten Jahr waren es doppelt so viele). Dabei darf man nicht vergessen, dass das MyFest eigentlich eher eine Straßenparty ist, an der auch viele Normalos, Alternative und sogar Konzernleute in Partystimmung teilnehmen – die Eskalation im letzten Jahr hat viele erschreckt, die Ankündigung von Krawall hat dann in diesem Jahr viele zu Hause bleiben lassen. Ähnliches gilt in geringerem Maße auch für die 1. Mai Demo, wobei … im Kern kamen einfach insgesamt VIEL weniger Leute auf die Straße, weil das Thema „Neue Matrix“ durch ist. Ja, die Vollüberwachung, die weitere Machtverlagerung zu den Megas, der weitere Verlust der Privatsphäre und die diversen neuen Abkommen zu DRM etc. haben viele auch Normalos ziemlich aufgeregt – aber inzwischen herrscht einerseits Resignation und Abstumpfung („da kann man doch eh nix machen“, „lass mich mit diesen ganzen neuen Enthüllungen zu frieden“) und andererseits – wichtiger – sind die Leute mit der neuen Matrix super zufrieden und finden den Preis des Verlustes einiger Freiheiten irgendwelcher „anderer“ okay. Das ist auch der Tenor der Medienberichte: Weniger Viren, weniger kritische Datenverluste, weniger Drohnen-Zwischenfälle, besserer Schutz für Kinder und Jugendliche, einige prominente Aushebungen von Kinderporno-Tauschringen, eine ganze Reihe von Erfolgen gegen Terrorgruppen – die Mehrheit selbst der pro alternativ Eingestellten in Berlin haben sich mit den neuen Verhältnissen arrangiert, posten jetzt halt weniger kritischen Kram und wickeln etwaige dubiose Sachen eben wieder offline ab.
Nakaira

Ich würd gern sagen dass Nakaira wieder mal Scheiße labert, aber sie hat Recht. Als die neue Matrix kam dachten viele – auch ich – „endlich haben die Megas ihr Blatt überreizt, endlich waren sie so dermaßen doof und offensichtlich, dass sogar die Normalbürger aus ihrem Koma aufwachten“. Dazu die Abwahl der LDFP, die Einrichtung einer Kontrollkommission für das Berliner Netzwerk, an der auch Schockwellenreiter beteiligt sind, es sah Mitte 2075 ECHT nicht schlecht aus. Inzwischen aber ist der öffentliche Aufreger über die Matrix vorbei, wo immer mit dem Thema ankommst – selbst bei Piratenmedien, Scheiße noch eins – sagen die Leute „lass mich mit dem Kack in Ruhe, der Drops ist gelutscht“. Umso wütender waren dann auch diejenigen, die sich in diesem Jahr zum 1. Mai nochmal aufgerafft haben: Praktisch die gleiche Menge Zorn, verteilt auf die Hälfte der Akteure.
Antifa

Was waren das denn für Gruppen aus dem Ausland? Randaletouristen?
Konnopke

Teilweise. Aber da waren auch viele dabei, die es mit dem Protest gegen Neue Matrix, Hyperkommerzialisierung der Privatsphäre usw. echt ernst meinten. Berlin ist in der Debatte um Matrix und Persönlichkeitsrechte – und in der Debatte um alternative Lebensformen und Politikmodelle – vielleicht nicht grade zu einem internationalen Leuchtfeuer und Fanal des Widerstands, aber schon sowas wie ein Brenn- und Anlaufpunkt geworden. Jedenfalls hab ich das von den diversen Auswärtigen – darunter natürlich auch viele Mitglieder von Policlubs, deren Berliner Gruppe sie zum Kommen eingeladen hatte – so gehört. Wenn in Sachen Persönlichkeitsrechte, Bürgerfreiheiten und einer neuen Gesellschaft (digital oder offline) nochmal was passiert, wird es in Berlin passieren – so der Tenor.
Nakaira

Zahlreiche Teilnehmer des Zuges waren erkennbar bewaffnet, die Sternschutz-Taktik im Hinblick auf die Ereignisse im letzten Jahr, in dem durch Ausbreitung der Krawalle in Normal- und Konzernbezirke enorme Sachschäden entstanden waren, klar: Stoppen und Auflösen der Demonstration, mit allen gebotenen Mitteln.

Auf erste Rangeleien folgte praktisch sofort der Einsatz scharfer Waffen gegen die Demonstranten. 

Die Kalashnikows und Pistolen hatten und damit mindestens in die Luft ballerten, wie man auf mehreren Videos klar erkennen kann. Ich will die SST und vor allem Voyé weiß Gott nicht verteidigen, und was die im Laufe jener Nacht abzogen war definitiv NICHT okay, aber es ist AUCH war dass die Randalierer Kriegswaffen an den Start brachten und dass echte Gefahr für Leib und Leben der Einsatzkräfte bestand, wogegen sich die SST auch mit Recht wehren durfte.
Nakaira

Andererseits war es dieses In-die-Luft-Geballere, was jedem anzeigte „heute passiert hier was“, wodurch dann noch jede Menge Leute vor dem Schließen des Kessels abhauen konnten. Da hatten die Bullen nämlich bereits mit dem Einsatz tödlicher Gewalt angefangen.
Antifa

Das kannst du den Zkandal! erzählen. Die SST-Leute mögen Ex-Soldaten mit massiven posttraumatischen Belastungsstörungen und mehr als nur nem Titsch Cyberpsychose sein, aber unprovoziert oder selbst mit Befehl Zivilisten niedermähen tun die nicht – wie man später ja auch sieht.
Nakaira

Erzähl das den Gefangenen in Bus 7. EINIGE haben just das getan.
Konnopke

Die Eskalation am Kottbusser Tor verbreitete sich über Kommlinks blitzartig im MyFest und in den den alternativen Gebieten. Die Darstellungen des Hergangs wichen dabei zum Teil erheblich voneinander ab, die Schuld lag aber zweifellos bei der SS-Einsatzleitung und der SST-Kommandantin Voyé, die jede Kooperation mit Kiezwehren und Vermittlern der Demonstrationsveranstalter im Vorfeld abgesagt hatten.

Der Vollständigkeit sage ich, dass das eine MEINUNG Von Sender44 ist. Allerdings finden sich in den von S44 veröffentlichten Einsatzbefehlen schon einige Befehle, die zum „präventiven Eingreifen“, zu „sofortiger Reaktion“ und überhaupt sehr viel von umgehender Gewalt und verdammt wenig von Vermittlung reden.
Tolstoi

Zu dem Zeitpunkt, als am Kotti und am MyFest die ersten Toten im Rinnstein lagen, hatten beide Seiten effektiv keine Möglichkeit mehr, miteinander zu kommunizieren. Etwaige Massenaufrufe zum Frieden, wie sie von Pflügler und anderen versucht wurden, waren spätestens mit dem Zusammenbruch bzw. dem ja wohl tatsächlich geschehenen erzwungenen Abschalten des Berlin-Netzwerks unmöglich.  
Safiya Dafiya

Innerhalb nur weniger Stunden geriet die Situation völlig aus dem Ruder: Aufgestachelt durch Berichte, wonach SST-Soldaten sich an einer Schiitin vergriffen hätten, startete der stadtbekannte Islamistenprediger Muhammad Cemar Husain Abu al-Qasim einen Aufruf an die Jazrir-Milizen, blutige Rache zu nehmen.

Auch andere Kiezgruppen, SelbstJustizTrupps und vor allem die Kreuzberger Bürger gingen auf die Straße, um ein Ende der (Polizei-)Gewalt zu erzwingen – gerade unter diesen Bürgern, die sich als menschliche Schutzschilde für Verwundete und Friedfertige einsetzten, gab es besonders viele Tote zu beklagen. 

Auch Straßenschamanen leisteten erbitterten Widerstand gegen den SST-Kessel. – Artwork by Emil Larsson (emillarsson)
Auch Straßenschamanen leisteten erbitterten Widerstand gegen den SST-Kessel. – Artwork by Emil Larsson (emillarsson)

Die vorliegenden und veröffentlichten Befehle der Einsatzleitung – ab Ausbruch der Gewalt faktisch Bianca Voyé als SST-Befehlshabende im mobilen Gefechtsstand unweit des Kottbusser Tores – sprechen eine eindeutige Sprache:

Auf den Protest mehrerer SST-Gardisten hin bellte diese wiederholt Befehle, die Unruhen „im Gebiet zu halten“ und Personen, die „den Kordon verlassen wollen“ oder „sich dem Befehl zum auf dem Boden legen verweigern“ in jedem Fall und „ohne Zögern auch mit der Waffe“ am Verlassen des Gebietes zu hindern. Eine Verweigerung jener Befehle würde „schwerste Bestrafungen“ nach sich ziehen – Berlin stehe „unter Kriegsrecht“, eine gezielte Falschinformation!

Da lagen praktisch alle falsch. An dem Abend zirkulierten überall Gerüchte von Kriegs- oder Ausnahmezustand … Einige Kiezgruppen haben wohl tatsächlich den Kriegszustand ausgerufen, unbedacht der Tatsache dass sie das gar nicht können. Bei anderen war es wohl mehr ne Feststellung der Art: „Hey, draußen beballern sich Bullen und Anarchos, die Berliner Einheit ist vorbei, es ist Kriiieeeg!“
Tolstoi

Das umgrenzte Gebiet bestand anfangs aus zwei abgesperrten Bereichen, die im Laufe des Abends zu einem gemeinsamen, rundum von SS- und SST-Kräften begrenzten Kessel von Kottbusser Tor über Heinrichplatz bis Görlitzer Bahnhof vereint wurden. Den „klassischen“ Sternschutz-Kräften kam dabei vor allem die Aufgabe zu, das Gebiet zu überwachen und in einem zweiten Gürtel etwaige Fliehende abzufangen bzw. die SST über aus anderen Gegenden herbeikommende „Gewalttäter“ (tatsächlich oft sich im Recht wähnende Kiezpolizisten und spontan gebildete Bürgermilizen) zu informieren. Die SonderSchutzTruppe umgekehrt war damit beauftragt, die Absperrung zu halten und schrittweise zu verkleinern, um „alle Anarchoterroristen und Sprawlguerilla-Aggressoren zusammenzutreiben“.

Parallel versuchten sowohl verschiedene Bezirksvertreter und alle drei Berliner Bürgermeister, ein Ende der Gewalttätigkeiten und einen sofortigen Rückzug der SST zu erwirken – dies scheiterte zum Teil an Kommunikationsproblemen durch Überlastung und späteren „Ausfall“ des Berliner Netzwerks, vor allem aber stellte sich der Sternschutz-Einsatzleiter Erhardt Ahrendt jenen Forderungen entgegen, darauf beharrend, dass ein Abbruch des Einsatzes zu diesem Zeitpunkt zwangsläufig die Ausbreitung der Gewalt in das gesamte Stadtgebiet zur Folge haben würde.

Einige der Kommunikationsprotokolle legen den Schluss nahe, dass Ahrendt schlicht keinen Kontakt mehr zu Voyé hatte. Er hätte den Einsatz nichtmal abbrechen können, wenn er gewollt hätte.
Safiya Dafiya

Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass sich die Zahl derjenigen, die schon früh zum Abbruch des Einsatzes aufrufen wollten, aber nicht durchkamen, nach Voyés Massaker-Befehl spontan vervierfacht hat.
Russenrigger

WENN es denn Voyé war.
Node

Gegen 23:00 Uhr ist der „Kottbusser Kessel“ auf die Hälfte seiner Größe reduziert worden. Inzwischen laufen aus dem ganzen Stadtgebiet empörte und meist bewaffnete Bürger im Krisengebiet zusammen. Der Sternschutz-Offizier Gerd Mielenz erklärt um 23:16 Uhr, dass der zweite Ring (an dem seitens des Sternschutzes ausschließlich die üblichen Methoden zur Aufstandsbekämpfung wie Wasserwerfer, Tränengasdrohnen etc. eingesetzt werden) dem wachsenden Ansturm nicht länger standhalten wird und die SST sehr bald zwischen beiden Fronten selbst eingekesselt wird. Er empfiehlt Voyé den „Sofortigen Einsatzabbruch“.

In dieser Situation geht Befehl von Voyé an die SST, von allen Seiten in den Kessel vorzudringen und um es ganz eindeutig zu sagen: ein Massaker zu veranstalten. Dasselbe befiehlt sie denjenigen SST-Kräften, welche hunderte von Demonstranten und Anwohnern in Dutzenden Bussen an der Absperrung gefangen halten (ein Abtransport konnte aufgrund der Lage am zweiten Absperrungsring nicht erfolgen): Da die unmittelbare Gefahr bestünde, die „Terroristen der Berliner Sprawlguerilla“ würden aus dem Kessel bzw. den Bussen befreit werden und würden dann Berlin in Blut und Terror ertränken, müsse man diese Gefahr für Leib und Leben der Berliner Bürger „jetzt und hier sofort auslöschen“.

Diesem Befehl verweigerten sich die meisten, aber längst nicht alle SST-Gruppen im Einsatzgebiet.

Bürgermilizen am zweiten Ring – Artwork by Eric (hobo-the-dinosaur)
Bürgermilizen am zweiten Ring – Artwork by Eric (hobo-the-dinosaur)

Im allgemeinen Chaos am Kessel wandten sich viele SST-Kräfte dem Offizier Sergej Rudek zu, einem Veteran und Ex-Söldnerkommandant der SVET mit hohem Ansehen unter den SSTlern. Dieser erklärte per Funk und dann auch per Lautsprecherdurchsagen um 22:43 Uhr, das Kommando am Kessel übernommen zu haben und diesen mit sofortiger Wirkung aufzulösen. Er stellte zudem klar, dass die SST-Soldaten unter seinem Kommando einen Befehl Voyés, ein Massaker anzurichten, verweigert hätten, und forderte alle Bürger auf, die Gewalttätigkeiten sofort zu beenden und nach Hause zu gehen. Zugleich stellte er die zur Versorgung der SST-Soldaten abgestellten Medic-Wagen und -Container zur Behandlung verletzter Bürger zur Verfügung.

Am zweiten Ring hatte zu dem Zeitpunkt auch Gerd Mielenz die Absperrung bereits geöffnet und den Abzug seiner Leute veranlasst: „Eigenschutz geht vor“ sagte er um 22:31 sichtlich erschöpft und verdreckt in die Headcam des Anarcho-Bloggers Z-Date.  

Im weiteren Verlauf der Nacht kam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu weiteren gewaltsamen Begegnungen, die sich aber insgesamt im Rahmen hielten: Der Schock über die Ereignisse in Kreuzberg, bei denen Hunderte Bürger und Sternschutz-Polizisten (inkl. SST) zu Tode kamen und Tausende Bürger und Polizisten zum Teil schwerstens verletzt wurden, hatte zu einer regelrechten Ernüchterung geführt (die exakten Zahlen sind auch 7 Tage danach noch immer unklar, die Angaben der verschiedenen Stellen und (Interessen-)Gruppen widersprechen einander erheblich).  

Am frühen Morgen ist alles vorbei – Art by Michal Lisowski (maykrender)
Am frühen Morgen ist alles vorbei – Art by Michal Lisowski (maykrender)

Auch übereinstimmende Aufforderungen zum Abbruch der Feindseligkeiten seitens sämtlicher Berliner Bezirksvertreter und Bürgermeister und Dutzender Anführer verschiedenster Aktivistengruppen führten dazu, dass der Ausbruch eines Bürgerkrieges in Berlin (zumindest bisher) verhindert werden konnte.

Dennoch ist auch jetzt, eine Woche später, noch Vieles gänzlich unklar, vor allem der Verbleib von Kommandantin Voyé und die Identität der Kommandotruppe, die am 1. Mai in das Aetherlink-Gebäude mit dem Kontrollzentrum des Netzwerk Berlins eindrang und dessen zeitweise Abschaltung erzwang. 

Ich wittere eine weiter zunehmende Gate-ifizierung Berlins … Und ernste Gespräche über den Polizeivertrag des Sternschutzes mit Berlin … Davon ab halte ich diese Story von der Abschaltung des Berliner Netzes für Mumpitz, ein Medien-Märchen: Das öffentliche Netz und selbst mehrere Kon-Netze sind unter der Last der Kommunikation jener Nacht schlicht zeitweise in die Knie gegangen. Möglich, dass da ein paar Spinner dachten, die bösen Kons hätten den Stecker gezogen und wollten da rein, um nachzusehen, aber die Story vom Abschalten unter vorgehaltener Waffe … ist Stuss, sorry, dafür fällt mir kein anderes Wort ein.
Russenrigger

Aktuell wird die Diskussion in den alternativen Bezirken davon beherrscht, wie Kieze und Bürger besser vor „externer Polizeiwillkür“ geschützt werden können – das Fiasko, wo SST-Soldaten „im Recht agierende Kiezpolizisten niederschießen“ ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen der Alternativen im Polizeistreit. Und klar, „man will ja nicht mit dem Tod so vieler Politik machen, aber…“. Pietät und Politik. Isn’t.
Tolstoi

Na denn komm mal aus deiner Filterbubble, denn das Pendel weiß noch nicht, wohin es schwingen will. Aus Richtung der Konzerne (im Besonderen unserem PNE-Liebling vom FBV) schallt nämlich umgekehrt, man müsse jetzt endlich „ERnst machen mit der Berliner Entwaffnung“, da die Anwesenheit von Kriegswaffen auf Demonstrantenseite dem Stern ja keine andere Wahl als Notwehr gelassen habe. Und aus Richtung Hannover hebt das hässliche Gespenst der „Beendigung des gescheiterten Sonderwegs für Berlin“ seine hässliche Fratze – freilich nur rein verbal und mit bayerischem Akzent.
Nakaira

[B1L] Kein Winterdienst für Alternative?

B1L

[21.02.2076] Mikhael zieht die dicke Thermojacke weiter zu und zupft seinen Heizschal über der Nase zurecht. Das Gesicht des pockennarbigen Orks und seiner vier Begleiter im Betonblockghetto im Süden Berlins verschwinden fast vollständig hinter Skimasken, dicken Halstüchern und in der Tiefe dick gepolsterter Kappus. Inmitten der langam dahinmarschierenden und mit Schnellfeuerpistolen bewaffneten Kiezwehr-Phalanx rattert und schnarrt eine mit Graffittis übersähte Schneeräum-Drohne. Die Letzte in dieser Nachbarschaft.

„Wir haben in diesem Winter über 122 Winterdienstdrohnen verloren, und nur der kleinste Teil dieser Ausfälle geht auf die Witterung und den Dauerbetrieb zurück“, sagt Heike Lederer, Remote Street Service Supervisor der Berliner Stadtreinigungs GmbH. einer 100%igen Tochter des Berliner Verwaltungsgiganten BERVAG. Die 46-jährige ist Herrin über kleine Straßenreinigungsdrohnen und riesige Streumaschinen, emsige kleine Müllsammler und schabengroße Zustandsfeststellungadrohnen – und über die auf den Berliner Gehwegen tätigen Winterdienstdrohnen des Typs M-K Snowpard-12. „Über 90% der Ausfälle betreffen dieses eine Modell, und die absolute Mehrzahl der Ausfälle und Totalverluste geschehen in den alternativen Bezirken und gebietsnahen Prekariatsgebieten.“

Totalverlust, das bedeutet Diebstahl oder komplette Zerstörung. Ausfälle, das heißt üblicher Weise, dass die Drohne unautorisiert angehalten, geöffnet und Teile der Technik geplündert wurden. „Die Täter nähern sich der nur Schrittgeschwindigkeit fahrenden kleinfahrzeuggroßen Drohne unbekümmert – die Drohne hat keine Eigenverteidigungssysteme“, fasst Heiner Beckenbauer vom Sternschutz die Fälle zusammen: „Dann werden links und rechts von der Seite Stangen oder Keile untergeschoben und die Drohne kurzerhand hochgehebelt, so dass der Kettenantrieb ins Leere greift. Natürlich wird daraufhin ein Alarm ausgelöst, deshalb gehen die Täter rasch vor, öffnen Abdeckungen mit roher Gewalt und rupfen an Teilen heraus, was immer sich gerade greifen lässt“. Eine Bewertung, der Drohnen-Expertin Heike Lederer nicht zustimmt: „Der Snowpard von Messerschmitt-Kawasaki teilt sich gerade im Antrieb von Ketten und Bürsten einige Teile mit anderen M-K Systemen, die in Berliner Häusern verbaut wurden – vor allem Aufzüge der M-K Tochter Siebert, die sich in zahlreichen Plattenbauten, aber auch vielen Altbauten in der Stadt finden. Findige Techniker haben zudem Wege gefunden, die Motoren der Snowpard so zu modifizieren, dass diese auch in anderen der ja meist seit Jahren defekten Aufzüge älterer Berliner Mietblöcke Verwendung finden.“

Die BERVAG hat in der vergangenen Woche auf die Entwicklung reagiert und eine Einstellung des Winterdienstes in den identifizierten Gefahrengebieten angekündigt: „Wenn die alternativen Bezirksverwaltungen bzw. deren Kiezpolizei nicht für die Sicherheit der Räumdrohnen sorgen kann, müssen wir Verluste entweder der Bezirksksse in Rechnung stellen oder den Winterdienst generell zur Bezirksangelegenheit erklären“, so ein leitender BERVAG Angestellter gegenüber B1L: „Dann können die ja gerne ganz wie sie es lieben alternativen, selbstorganisierten Winterdienst machen, von mir aus auch ganz LowTech, mit guter alter Muskelkraft. Einen Mangel an nicht anderweitig benötigter Arbeitskraft gibt es dort ja genug.“

Einige Nachbarschaften haben nun reagiert, unbürokratisch und durch Eigeninitiative: Mikhael und seine Gruppe von der Sankt Melitta Kiezwehr marschieren mit, wenn die altersschwache Drohne mit der Kennung 6JFK133 Dienst tut: Vom rumpeligen Start bis zu ihrer Rückkehr in die gleichfalls bewachte Ladebucht ihrer Drohnengarage, ein mobiler Container, der zu Beginn des Schneefalls in einer nahen Tiefgarage abgeladen wurde. 

„Wir nennen sie Miss Kennedy“, sagt Mikhael und schiebt seine Schneebrille zurecht.

 Der Kampf Zentralverwaltung versus Selbstverwaltung wird auf allen Bühnen gespielt, was?
 Russenrigger

 Jup.
 Konnopke

[B1L] Sieben Tote bei Wohnungsbrand

B1L

[29.01.2076] Ein außer Kontrolle geratener Wohnungsbrand kostete am frühen Abend sieben Personen in Pankow das Leben. Zu dem Feuer kam es ersten Erkenntnissen der Freien Brandwehr Pankow zufolge durch einige Spray- oder Farb- oder andere Druckgasdose, die zusammen mit anderem Hausmüll im selbstgebauten Ofen der Wohngemeinschaft verbrannt wurden.

„Den Schilderungen der Nachbarn nach gab es gegen sechs mehrere laute Knalle; kurz darauf schlugen Flammen aus den geborstenen Fenstern der Wohnung im vierten Stock des Plattenbaus“, so FBP-Brandmeister Yussef Marufke. Die herrschende Dauerkälte bringe immer mehr Menschen dazu, Müll als Brennstoff zu verwenden. Unkenntnis und mangelnde Vorsicht führe dann zu derartigen Tragödien.

 Idioten.
 Fienchen

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