Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: AAS‘ Blog

SCHATTENTRICKS out now!

Rechtzeitig zum Start der Sechsten Edition und zum nahenden Halloween schenkt Pegasus allen Freunden des Settings ein NEUES GRATIS-ABENTEUER FÜR DEN SCHAUPLATZ BERLIN: „SCHATTENTRICKS“ by yours truly ist ab sofort HIER per PDF als Download verfügbar!

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Beste Geburtstagsgeschenke

Ich hätte nicht erwartet, irgendetwas vor der SPIEL zu sehen, geschweige denn, zu bekommen. Bestes Geburtstagsgeschenk 🙂

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AAS auf der SPIEL 2019

Für Pegasus und somit SHADOWRUN ist die SPIEL in Essen die wichtigste Messe des Jahres. Und in diesem Jahr schaffe ich es (endlich!) wieder, dabei zu sein. Das freut mich umso mehr, da auf der SPIEL 2019 nicht nur SHADOWRUN 6 vorgestellt wird, sondern auch das Quellenbuch BERLIN 2080 erscheint, mit dem ich praktisch die erste Hälfte des Jahres … und den Sommer … und eine Reihe Frühherbstnächte zugebracht habe.

Wie schon das SR4-Berlin-Buch davor war und ist Berlin 2080 keinesfalls „mein“ Buch, sondern ein Gesamtwerk vieler talentierter Autoren – ABER mit Ausnahme des dünnen SR4 Einführungsabenteuers „Schattenkrieg“, das ich zusammen mit Torben Föhrder geschrieben habe, dem ebenso eher dünnen „Alleinwerk“ Datapuls: Berlin und dem ebenso zur SPIEL 2019 erscheinende Gratisabenteuer „Schattentricks“ gibt es kein Shadowrunbuch, an dem ich mehr Anteil hätte (und gerechnet auf die rohe Arbeitszeit kombiniert Berlin 2080 locker sämtliche der vorgenannten Titel).

Aus diesem Grund freue ich mich ganz besonders, über die komplette Länge der SPIEL am Pegasus-Stand zum Signieren und Zeichnen deines Charakters präsent sein zu können und auch zu dürfen – weil ich mir selbst die SPIEL ansehen will (und ich nicht völlig irre bin) natürlich nicht nonstop, also achtet auf die Ankündigung von Pegasus, zu welchen Zeiten ich garantiert am Stand bin bzw. wann ich eventuell an anderen Pegasus-Events/Panels teilnehme.

Ich freu mich sehr darauf, euch in Essen zu treffen! 

Umstellung abgeschlossen

Die vor einigen Tagen angekündigte Umstellung der Kategorien ist jetzt abgeschlossen. Gebrochene Links und auch eine Reihe tote Links zu YouTube-Videos habe ich entfernt. Alle Newsartikel haben jetzt einen Datumseintrag, da man ja nicht mehr nach dem realen Posting-Zeitpunkt +62 Jahre rechnen kann (siehe dazu HIER und HIER).

Auch die Seiten im Menüreiter oben wurden überarbeitet bzw. entfernt und die Widgets (kleine Info-Bausteine) am rechten Rand und unten geändert.

Es SOLLTE jetzt alles wieder funktionieren. Wenn du trotzdem etwas findest, schreib es gerne entweder HIER oder DIREKT BEIM BETREFFENDEN ARTIKEL in die Kommentare.

Danke für eure Hilfe und euer Feedback (das gerne auch ein „Yay“ sein darf 😉 ).

Geschichte eines Settings

Der folgende Text basiert auf einem älteren Posting zum Start des Berlin-Buchs der vierten Edition, der auf den Rabenwelten gepostet wurde, und aktualisiert die darin enthaltenen Infos auf 2019 und Shadowrun 6.

Spuren im märkischen Sand

Ich habe mich ehrlich gesagt mit der Historie des Berlinsettings bei Shadowrun früher nie beschäftigt. Ich habe 1989 mit der 1st Edition begonnen, Shadowrun zu spielen, und da es seinerzeit extrem unüblich war, überhaupt deutschsprachige Rollenspielbücher zu haben, habe ich die bald darauf erscheinende erste deutsche Ausgabe von Shadowrun nicht verfolgt. Das änderte sich mit dem 1992 erschienenen Buch „Deutschland in den Schatten“ (DidS), das ich schon aus Neugier, wie Deutschland in der Zukunft wohl wäre, absolut haben MUSSTE (womit das Verlagskonzept aufgegangen sein dürfte).

Mein DidS-Buch war ein Hardcoverbuch und es war noch für die Regeln der Erstausgabe (SR1) geschrieben. Da SR2 binnen sehr Kurzem folgte, habe ich dann alle neuen Werte mit Bleistift hineingekrakelt. Gespielt haben wir in irgendeiner der ADL-Gegenden damals nie, denn die schon seit drei Jahren laufende Runde war in Seattle angesiedelt und mit der Stadt waren wir happy – zudem uns das anarchistische Berlinsetting auch „etwas“ weird vorkam.

In kommenden Jahren führte mich mein SL-Weg weg von Shadowrun und hin zum (nach wie vor von mir heiß geliebten) Cyberpunk 2020, was andererseits indirekt dazu führte dass ich – als Spieler – dann doch für 2–3 Jahre die deutschen Schatten unsicher machte (wenngleich nicht in Berlin, sondern in Hamburg, wo einer meiner Charaktere dann unter anderem Tolstoi war). Erst 2006 kam ich zu Shadowrun zurück, nachdem sich meine diversen Cyberpunk-Kampagnen entweder ausgerottet, totgelaufen oder als konzeptionelle Rohrkrepierer erwiesen hatten.

Ich klaubte mir etwas Datenmaterial zusammen – extrem unvollständig und natürlich absolut nicht kanonsicher, schließlich entwickelte ich nur für den Eigenbedarf und baute mir mit „Knochensplitterberlin“ ein postanarchistisches Setting zusammen auf lockerer Basis dessen, was mir B!-Nutzer über Berlin 2060+ erzählten.

Einen tatsächlichen Blick in Walzer, Punks und Schwarzes Ice oder Deutschland in den Schatten II warf ich lange Zeit nicht (was natürlich auch daran lag, dass viele, mit denen ich darüber in Dialog trat, mir sagten, dass sich die Anschaffung nicht lohne (falsch) bzw. diese Bücher längst verschwunden seien (richtig)).

Wie sich herausstellte – und es war keineswegs so geplant – traf Knochensplitterberlin vielleicht nicht den Nerv, aber eine Lücke in der beschriebenen SR-Welt: Die vierte Edition war da, die Handlung von SR wurde nach 2070 vorverlegt, und damit waren auch die letzten kanonischen Infos zu dem sich im Wandel befindlichen Berlin so alt, dass sie quasi aussagelos waren (denn: zum letzten Zeitpunkt (Brennpunkt: ADL) war Berlin gerade auf Messers Schneide zwischen einem Rückfall in die Anarchie und einer Totalverwandlung in eine Konzernstadt).

In den nächsten 3 Jahren war ich damit beschäftigt, das von mir von 2056(!) auf 2071 vorverlegte Knochensplitterberlin zwar nicht in das offizielle, aber zumindest das aktuellste öffentlich verfügbare Berlinsetting für Shadowrun zu verwandeln – dessen Freundeskreis zwar vorhanden, aber bestimmt nicht so groß war, wie mancher denken mag (die hauptsächlichen Rückmeldungen des Blogs bekam ich seinerzeit für die „36 Dinge“-Posts oder die „Arsenal“-Beiträge – Knochensplitterberlin hatte, soweit ich es überblickte, etwa 5 Follower, und ob von denen irgendwer Knochensplitterberlin tatsächlich je bespielt hat, weiß ich nicht).

Die Verschiebung von 2056 auf 2070 hatte dabei nur den einen Hintergrund, dass ich auf SR4 umgestiegen war und mir keine 2050er Decking-Regeln für SR4 ausdenken wollte: Knochensplitterberlin war 2056 eigentlich bewusst „vor dem aktuellen Stand“ und noch reichlich anarchistisch plus nonkanonisch angelegt worden, aus dem nur die Konzernsektoren gleich Inseln aus dem Meer herausbrachen (ich verstand nicht, warum jemand – wie ich es damals kapierte – die Anarchie aus Berlin weglöschen sollte – was bliebe denn da von Berlin als Setting, und welche Existenzberechtigung sollte das dann haben?).

Über ein paar Artworkjobs für das SR Fanprojekt Aktion Abenteuer kam ich 2008 in Kontakt zu Pegasus, für die ich dann ein paar kleine Artjobs für das deutsche Arsenal übernahm. Dabei schlidderte ich sozusagen in den Freelancer Pool hinein, und als dort das lange ruhende Projekt Berlin angeschoben wurde (nicht von mir!) bekam ich das natürlich mit und spamte die Leute mit Knochensplitter-Ideen zu.

Womit wir dann bei der „Genesis“ des neuen Berlin ab 2071 und bis 2080 sind … aber zunächst nochmal ein Rückblick zur Entwicklung des Settings quer durch die Editionen:

Eine Studie in Anarchie (1992/2053)

Berlin als eine offizielle Setting-Stadt für Shadowrun erschien mit dem heute berühmt-berüchtigten Buch „Deutschland in den Schatten“ 1992, über das seither sehr viel geflamed worden ist – und das durchaus nicht immer zu Recht. Natürlich habe auch ich das Setting übelst verteufelt und in Foren und im Rabenwelten-Blog verrissen, aber inzwischen hatte ich SEHR SEHR viel Gelegenheit, das Setting mit Abstand nochmal unter die Lupe zu nehmen und als das zu würdigen, was es immerhin ist:

Ein originäres und originelles Setting, das Berlin von Geburt an von allen anderen Shadowrun-Städten abhebt und ihm ein klares Profil gibt: ANARCHIE.

Und mal ehrlich: Berlin könnte schlimmere Grundkonzepte haben als das.

Auch nach fast 20 Jahren noch immer ein SAUGEILES Cover!

1992 – dem Release-Jahr von DidS – war Berlin im realen Leben gerade wiedervereint, der neue Sitz der Bundesregierung war Thema, das Internet war noch weitgehend Science Fiction, die Shadowrun-Matrix war noch festverkabelt, Shadowrunner trugen hochtoupierte Mohawks und nannten sich „Chummer“ und die Sechste Welt war nicht nur extrem dünn beschrieben, sie war auch „wild and wahoo“: Ein irrer Ort und ein sehr abgefahrenes Setting, das erst noch dabei war, seinen Kurs zu finden.

Manches war auch in den USA bzw. den UCAS extrem übertrieben bis skurril, an vielen Stellen drohte SR auch in Slapstick abzudriften, und Deutschland packte auf vieles davon immer noch eins drauf – und das auf viel kompakterem Raum.

Dieser Versuch, quasi alle Skurrilitäten des damaligen SR in Deutschland einzubauen und noch ein paar neue Ausrüstungsteile draufzupacken, deren prominentestes Feature es war, „uber“ zu sein, ist der zentrale Kritikpunkt an Deutschland in den Schatten. Zu den Lokalbefindlichkeiten anderer ADL-Regionen und ihrer realen Bewohner kann ich nicht viel sagen – insgesamt fand ich Shadowrun-Berlin zumindest besser, als ich etwas später dann Maskerade-Berlin fand 🙂

Was Berlin als SR-Setting so angreifbar machte, war letztlich die missglückte Verbindung von nicht erklärtem Anarchismus und einer Schreibe, die streckenweise den Ernst vermissen ließ. Anders gesagt: Das Setting war extrem erklärungsbedürftig, um glaubhaft sein zu können, und diese Erklärungen fielen zu kurz aus und/oder bedachten komplette Lebensbereiche und Fragestellungen überhaupt nicht.

Einige wenige Ideen schaffen es so, sich dermaßen tief im Bewusstsein festzusetzen, dass sie einem sprichwörtlich das Setting verderben. Wem es (immerhin) gelingt darüber hinwegzulesen, dass Bundesregierung und Senat offenbar von Studentenprotesten hinweggefegt wurden, und wer es irgendwie schafft, das extrem schwer nachzuvollziehende Leben in einer freiwillig gesetzlosen Großstadt zumindest mal hinzunehmen, der stößt auf bemüht Witziges, das die Saat einer gefährlichen, wilden, düsteren und in den Abgrund trudelnden Stadt nicht aufgehen lässt. Jedenfalls ging es mir so.

Der Gedanke eines anarchistischen Berlin selbst ist – da steh ich zu – brillant. „Realistisch“ muss er nicht sein (hey, it’s SR! Magic, you know?). Aber wenn ich ein glaubhafteres zweites oder drittes Seattle haben wollte, wozu bräuchte ich dann Berlin? Bedenkt man die Geschichte von Shadowrun und der Sechsten Welt bis 2053 (wo DidS angesiedelt ist), so gibt es – will man auf Deutschseattle verzichten – für Berlin eigentlich nur zwei Marschrichtungen: Entweder das Abgleiten in eine Kriegszone (anarchistisch oder neosowjetisch), oder aber ein neues Germania, in dem die Angst der Masse vor Seuchen, vor Magie, vor neuen Rassen und ein verzweifelter Glaube an eine starke Führungsfigur – oder meinethalben die Bundeswehr – das Volk der Normal- und Gutbürger zu allerlei Zugeständnissen gebracht hat.

Mir persönlich hätte dieses dystopische „Fatherland„-Berlin aka Germania 2053 womöglich sogar noch besser gefallen, ich verstehe aber VOLLENDS warum man so wenige Jahre nach der Wiedervereinigung und als erste deutsche RPG-Eigenproduktion (damals, als Rollenspiel noch ein willkommener Anlass für Medienhysterie war) nicht unbedingt der Welt ein Nazis in den Schatten hinlegen wollte (das holte dann ja White Wolf nach, die sind Amis und dürfen das).

Freilich hätte es auch noch die Option gegeben, S-K zum Berlinherrscher und damit Berlin als von einem Drachen beherrschte Stadt zu machen – und Deutschland ggf. zum Drachenstaat. Nur war das mehrere Jahre VOR der Wahl von Dunkelzahn zum UCAS Präsidenten ein absolut lächerliches Szenario, für dass FanPro massivst verrissen worden wäre (als dann später tatsächlich die Dunkelzahn-Präsidentschaft als Plot auftauchte gab es ja auch darüber ordentliches Geflame (ohne Internetforen!) – 1992 war die Welt aber in jedem Fall noch nicht reif für das Konzept).

Was ich damit sagen will: Bei allem völlig berechtigten Flamen über letztlich Details des Berlin- und ADL-Settings der ersten Stunde vergisst man leicht, dass das Setting und erste deutsche Grundbuch zu Shadowrun ein GEWALTIGER Wurf war, der insgesamt immerhin so gut funktioniert, dass bis heute ein Großteil des damals gelegten Materials weiterverwendet wird oder man auf diesem aufbauend Weiteres erschaffen konnte. Wenn man ein paar freie Minuten hat, kann man ja mal drüber nachdenken, was die Autoren der „Stunde Null“ vor Erschaffung der ADL alles hätten anders und extrem viel schlechter machen können!* Man sollte das große Ganze nicht vernachlässigen und die Dinge auch im Verhältnis zueinander sehen.

*Anm: Natürlich gibt es bei einer Großfläche wie der ADL garantiert Gegenden, deren Bewohner völlig zu Recht sagen: „Also, auch nach hartem Nachdenken fällt mir nicht ein, wie ich diese Gegend hätte SCHLIMMER als bei DidS machen können“. Und als gebürtiger Saarländer hätte ich mir auch was Schöneres als die SOX gewünscht 🙂

Das Gore war Scheiße (genauer: die Art wie es präsentiert wurde), die grünen Barden auch, und Magier, die U-Bahnen vor Giftgeistern schützen, erst recht – das alles ist wahr.

Aber „Berlin + Anarchie“ – das funzt und ist letztlich der zentrale Funke, auf den bis heute wohl fast jeder, der Berlin bespielt (egal wie viele oder wenige das sind), abfährt.

Nach meiner Beobachtung stören sich an Anarchoberlin eigentlich eher diejenigen, die gar nicht vorhaben, in Berlin zu spielen: Sie fühlen sich durch die Haken und Ösen dessen, was sie als broken concept betrachten, in ihrem Winkel der SR-Welt gestört und hätten – ganz ehrlich – lieber eine (SR-)Welt ohne Berlin oder ein Berlin, dessen Konzept sich auf „stört nicht“ verdichten lässt.

Fans des Klapperschlangen-Berlin-Settings und einem Faible für „Shadowrun: Where Man meets Magic and Mad Max“ finden den Gedanken, durch ein zerschossenes und heruntergekommenes Berlin in einem mit Gatlings bewaffneten Taxi zu fahren SO cool, dass sie sehr bereit sind, dafür jede Menge Stuss einfach hinzunehmen oder als unwichtig abzutun. Und HEY, nach der Philosophie funktionieren immerhin 9 von 10 Kinofilmen!

Vorgreifend muss zudem gesagt werden, dass manchen ja die SR-Welt ein bisschen zu geleckt oder auch zu komplex und zu durchdesigned geworden ist und sie sich eigentlich nach dem eher pulpigen bis trashigen 2050er Shadowrun bzw. der Cyberpunk-Mentalität der 80er/90er sehnen. All diese finden im Gedanken eines Anarcho-Berlins eine Art Biotop und Rückzugsraum:

Wo die Reichweite des Wifi endet und nachts keine Straßenleuchten die Finsternis erhellen, lebt man zwar nicht unbedingt wie im letzten Jahrhundert. Aber wie in der 1st Edition schon. Ein bisschen.

Das Ende der Anarchie (1997/2058)

Ich habe seinerzeit nicht verfolgt, wie die Rezeption von Deutschland in den Schatten war. Jedenfalls muss sich irgendwer gedacht haben, dass das Anarchistensetting Berlins korrigiert werden muss. Über die Gründe dafür kann ich nichtmal spekulieren, da mir hier sämtliche Info fehlt. Jedenfalls zeichnet das nächste Quellenbuch, das sich unter anderem mit Berlin beschäftigt, das Bild einer kommenden oder bereits umgesetzten Konzernherrschaft über Berlin.

Österreich. Außerdem: ADL. Und etwas Berlin.

Während Berlin im DidS ausreichend Platz erhält, sich als komplettes Stadtsetting darzustellen, ist dies schon vom Umfang her innerhalb des „Österreich-Bandes“ Walzer, Punks und Schwarzes Ice nicht möglich. Somit enthält WaPuSI auf gerade einmal 6 Seiten nur eine Art Update – was besonders Schade ist, da das Grundsetting gar nicht mal so uninteressant klingt.

Die Konzerne übernehmen nur 2 Ingame-Jahre nach DidS die Macht in Berlin. Der Berliner Rat setzt sich aus 31 Vertretern der Bezirke plus 25 Vertretern der Konzerne zusammen, wobei von den 31 Bezirksvertretern ein guter Teil direkt von der Gnade der Konzerne abhängig oder direkt von diesen eingesetzt sind. WaPuSI bleibt leider sehr generisch, was Infos zu anarchistischen Ecken in Berlin angeht, verneint aber zumindest nicht deren Existenz.

Eine wirkliche Ortsbeschreibung Berlins gibt es nicht, immerhin aber werden 9 neue, jeweils von 1 Konzern beherrschte Sektoren vorgestellt. Ob diese eigentlich als neue Bezirke gedacht waren (wie sie später auftauchen) oder nur als „Einflussgebiet“ überhalb der alten Bezirksgrenzen scheint mir WaPuSI gar nicht so genau festzulegen, aber das ist ja auch egal: Stand 1997/2058 ist Berlin eine Konzernstadt, und deren Los scheint offen zu sein.

Die Mauer muss her (2001/2062)

Vier Jahre lang wird es still um Berlin, und umfassende Neuigkeiten hält das Deutschland in den Schatten II auch nicht bereit: Die Konzerne beherrschen weiterhin Berlin, neu ist nur, dass 2060 eine Mauer um den Ostteil der Stadt errichtet wurden, um die Gefahr des anarchistischen Terrors einzudämmen.

Reflexartig kommt einem grade als Berliner natürlich die Galle hoch, wenn jedem zu Berlin immer nur die Idee einer Mauer einfällt, tatsächlich finde ich dieses Berlin-Setting aber ziemlich genial. Schade, dass ich zu der Zeit so weit ab von Shadowrun unterwegs war, dass ich es glatt verpasst habe:

Ein ummauertes Chaos-Berlin à la Snake Plisskin (Die Klapperschlange) wäre im Prinzip ziemlich genau mein Ding gewesen, und der Split zwischen brutal auftretenden Konzernen plus „Sie Leben„-liker Konzernpropaganda auf der einen und anarchistischer Gewalt und Hunger auf der anderen Seite bietet reichlich Stoff für Stories, Runs und antiheromäßigen Pulp.

Soweit sich das heute nachkonstruieren lässt, scheint DidS2 und das Berlinsetting mit der ummauerten Ostzone ein Timingproblem gehabt zu haben: Einerseits zu 80er, um von den 90ern verstanden zu werden, die grade die 00er geworden sind, zu „Streetlevel“ in einer dritten Edition, die mehr Richtung James Bond trifft den 100-Trilliarden-Euro-Mann abgeht, und vielleicht auch im Bemühen, mal nicht überzogen zu sein, etwas zu gefällig und störungsfrei glatt kommt Berlin erstmals seit fast 10 Jahren wieder als echtes Setting mit Locations etc. daher.

Natürlich ist Berlin im DidS2 ebenso wie im DidS1 nicht ein eigenes Städtebuch wie Seattle, aber die Stadt wird auf dem verfügbaren Platz umfassend dargestellt und liefert reichlich Storymaterial. Im DidS2 werden die „neuen Konzernsektoren“ von WaPuSI als Stadtteile fixiert, was sie streng genommen noch immer nicht zu Bezirken macht, aber da alle anderen Bezirke ebenfalls mit „Stadtteil“ bezeichnet werden scheint dies de facto so zu sein. Bei weiterhin 31 Bezirken mit je 1 Bezirksvertreter plus 25 Konzernvertretern kommt man also im Rat auf ein fixes Verhältnis von 35 direkten Konzernvertretern (25 direkte Konzernvertreter plus 10 Vertreter von Konzernstadtteilen) bei 56 Vertretern insgesamt. Fragen dazu, wer herrscht, dürften sich erübrigen.

Zwar bleiben mindestens mir einige Details des politischen Systems unklar (gleiche Bezirksvertreterzahl trotz Wegfall der Ostzone?), insgesamt aber ist DidS2-Berlin rund, und man bemüht sich nach Kräften, die bizarreren Aspekte des DidS1-Berlin vergessen zu machen oder zu entschärfen (so fragt z.B. ein Shadowtalker, ob es das Gore wirklich gegeben habe).

Einblick in das DidS2 habe ich übrigens erst in meiner Autorenarbeit für das Berlin-Quellenbuch 2010 erhalten. Es war mir schlicht nicht möglich, ein DidS2 aufzutreiben (nicht mal als böse Schwarzkopie) – als ich dann Einblick hatte, habe ich mich etwas geärgert, denn mit Kenntnis von DidS2 hätte ich einiges an Knochensplitterberlin anders oder dieses eventuell auch GAR nicht geschrieben.

Schockwellen! (2003+/2063)

Nachdem es zuvor mehrere Jahre lang still um die ADL war, ballert mit DidS2 ein wahrer Sturm los: Von Schockwellen über Europa in den Schatten bis zu Brennpunkt: ADL beleuchten gleich mehrere Bücher den Zustand der Welt und der ADL 2063 und streifen dabei auch immer Berlin, wo immerhin ein Hauptkapitel der international verlinkten Schockwellen-Ereignisse stattfindet.

Wenn ich sage, dass sich dabei unterm Strich „nichts“ in Berlin ändert, so meine ich damit, dass das Machtverhältnis zwischen Konzernen und Anarchos in Berlin nicht WESENTLICH geändert wird: Es gibt Kämpfe, es gibt erhebliche Verluste und es wird der Boden bereitet für kommende Ereignisse, aber es ist jetzt nicht so, als würden die Konzerne die Ostzone mit Wasser volllaufen lassen und einen Swimmingpool draus machen.

Was 2003/2004 und im Prinzip auch in den folgenden Jahren geschieht ist, dass das Berlinsetting von DidS2 zunehmend hart zu kriegen ist (und kaum einer besitzt es), es aber umgekehrt kein neues Berlinsetting gibt. In verschiedenen Bänden wird die Situation in Berlin immer wieder mal gestreift, mal auch schlaglichterartig ausgeleuchtet, aber ein wirkliches Buch, mit dem man „jetzt“ einsteigen und Berlin bespielen könnte gibt es nicht.

Infos zu Berlin zu bekommen ist zwischen 2004 und 2010 eine vertrackte Detektivarbeit, für die ich mich speziell bei den Blutschwertern, der Shadowhelix und dem Shadowiki bedanken möchte, die mir meinen Job als SL auf der Suche nach Infos für eine neue Spielrunde in Berlin überhaupt erst möglich gemacht haben.

Danke, Jungs – eure Arbeit ist großartig, und ohne euch wäre SR nicht dasselbe!!

Berliner Einheit (2010/2073)

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Mit dem auch weiterhin als PDF erhältlichen Berlinbuch erscheint 2010 erstmals seit Deutschland in den Schatten II ein bespielbares, detailliert beschriebenes Berlinsetting, und das erste reine Stadtbuch für Berlin überhaupt!

Das neue Berlinsetting ist eine stringente Fortschreibung der Ereignisse von 2062/63 und der weiteren Ereignisse, die seitdem publiziert wurden. Es ist NICHT eine aufgehübschte oder erweiterte Knochensplitterberlin-Version (und es tut mir ehrlich leid, hier wie eine zerkratzte Schallplatte zu klingen, aber ich werde immer wieder darauf angesprochen und muss daher klarstellen – hoffentlich letztmalig – dass nicht ICH das Berlinbuch geschrieben habe, sondern vor allem ANDERE. Ich habe MITGEARBEITET und BEIGETRAGEN, aber nicht GELEITET oder BESTIMMT. Das macht wenn dann der Chefredakteur, das ist nach wie vor Tobias Hamelmann).

Im Berlinbuch von 2010 findet man jede Menge Neues, aber auch einiges Bekanntes, darunter z.B. auch Shadowtalker, die schon im DidS1 geredet haben und mit dem Alter offenbar nicht weiser geworden sind. Das Berlinsetting ist integriert in das lebendige und sich stetig weiterentwickelnde ADL-Setting von Pegasus, es greift viele Plotstränge aus anderen Publikationen auf (ohne Zwang, diese zu kennen, aber schön für den, der es tut) und leitet auf kommende Ereignisse an anderen Orten der ADL hin.

Neben dem, was ein Settingbuch zu Berlin haben muss, bietet es eine Reihe Spielhilfen – darunter 20(!) Locations mit Grundrissen, Hintergründen und Abenteueraufhängern -, die man auch außerhalb Berlins in seinem Shadowrunspiel hilfreich finden wird, bietet also Nicht-In-Berlin-Spielern neben einer unterhaltsamen Lektüre auch praktischen Nutzen für die eigene Runde.

Tipp: Folgende Locations werden im Berlinbuch mit Grundriss oder Plan beschrieben (auch in SR6 voll nutzbar, da kaum von den Regeln abhängig):
– Das Scheunenviertel/Hackesche Höfe
– The Orchid Berlin
– Der Wintergarten
– Himmel & Hölle Großdisco am Westhafen
– Schöner Leben Bodymall Tegel
– Nimmerland Galerie
– Wache 114 am Dunkelzahnplatz
– Olymp Wohnanlage der Hortbau
– Stuffer-Plus in Gatow
– Autonome Inselfestung Eiswerder
– BV-1837 Billigwohnanlage der Hortbau
– Das Rattennest Sprawlguerilla-Kneipe
– VibesFolk Piratensender
– Das Logenhaus in SK Tempelhof
– Das Versteck Verborgene Bunkeranlage
– Das Fundstübchen im Schwarzen Hahn Spandau/Falkensee
– Die Destille mit mehreren Beispiel-Grundrissen
– Sechs Tief Kampfarena in Gropiusstadt

In jedem Fall ein Buch, dass sich auch weiterhin zu haben lohnt und das sich speziell in der limitierten Edition ausnehmend hübsch im Schrank macht. Besagte limitierte Edition ist wie Tobias „Tigger“ Hamelmann hier erklärt zur SPIEL Messe 2010 erscheinen und war bzw. ist von zwei Seiten aus lesbar, also einmal „aus Konzernsicht“ und einmal „aus Anarchosicht“ – eine Idee, die, wie Peer „SirDoom“ Bieber hier revealed, ursprünglich 2005 auf seinem Mist gewachsen ist. Was lange währt …  🙂

Reiseführer (2012/2074)

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Der 2012 erschienene Reiseführer in die deutschen Schatten enthielt insgesamt wenig Infos über Berlin, und das mit Absicht: Nachdem man sich darauf verständigt hatte, sich in den Hauptpublikationen auf eine begrenzte Zahl deutscher Megaplexe zu beschränken und da es aktuell (noch) keine Pläne gab, ein neues Buch für das Gesamtsetting ADL zu entwickeln, wurde mit dem etwa DIN-A5-großen Reiseführer eine bunte Sammlung von Beiträgen zu zahhlosen bisher vernachlässigten Gebieten und einzelnen Aspekten des Runnerdaseins in der ADL geschaffen.

Für Berliner Gruppen ist der Reiseführer dennoch interessant, findet sich darin doch ein Grundrissplan der Schattenklinik Eiswerder sowie einer Berlin-nahen Paintblast-Arena und eine ausführliche Beschreibung der für Berlin ja nicht ganz unwichtigen Preußenstiftung.

Eskalation und Novapulse (2013+/2074+)

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Der erste und der aktuell (10/2019) letzte Novapuls

Mit der fünften Edition ändert sich die Lage in Berlin zwar nicht zwangsläufig und automatisch, aber die neue Matrix und die mit ihr einhergehende neue Kooperativität der Megakonzerne, wenn es um ihre ureigensten gemeinsamen Interessen geht, haben die Lage in Berlin kaum entspannt.

Hinzu kommt, dass auf Seiten der ADL-Regierung die Spieler gewechselt haben: Der frühere Kanzler Linnheimer von der liberalen = konzernfreundlichen LDFP hatte sich persönlich als Vermittler und Einigkeitsstifter in Berlin engagiert und gemeinsam mit seiner Regierung umfassende Maßnahmen inklusive föderativer Zugeständnisse an die „Sonderwirtschaftszone Berlin“ durchgedrückt, welche die besondere Situation des geeinten Berlin überhaupt erst möglich machten. Linnheimers Nähe zum führenden Konzern in der Welt, der ADL und auch Berlin, Saeder-Krupp, ist dabei nie ein Geheimnis gewesen, und so wird Linnheimers Agieren im Allgemeinen als vom Drachen diktiert betrachtet – mindestens, was Berlin betrifft.

Seit der Wahl von Annika Beloit 2074 sitzt (ausgerechnet) eine Bayerin am Hebel der Macht in Hannover, die zudem ein konzernfeindliches Programm mit dem Ziel eines stärkeren Staates forciert und die aufgrund ihrer Familiengeschichte direkte revanchistische Pläne gegen S-K verfolgt.

Als Folge verkehrt sich die zuletzt gewachsene Nähe zwischen Berlin und Hannover in das glatte Gegenteil: Die neue ADL-Regierung will ein stärker zentralisiertes Deutschland mit weniger Sonderrechten und Einzellösungen auf Landesebene, und steht damit auch wenn Berlin kein Vollmitglied der ADL ist dem Sonderstatus der Stadt eher ablehnend gegenüber. Die in Berlin agierenden Konzerne sind seitdem stärker darauf bedacht, sich vom Rest der ADL zu isolieren, und im Speziellen das vom BGS beherrschte Oranienburg mit Misstrauen beäugen.

Umgekehrt verursacht die mit SR5 eingeführte neue Matrix einen gigantischen Aufschrei, der deutlich über den ohnehin radikalisierten Rand hinaus bis in den Mainstream der Bevölkerung strahlt. Gerade in Berlin, wo die Konzernskepsis fest verankert ist, gewinnen wieder solche Fraktionen Zulauf, die der Einigung Berlins eine Absage erteilen möchten.

Die Vorgänge in der ADL und in Berlin sind seit 2013 so gut belegt wie niemals zuvor: Zwischen Januar 2013 und Dezember 2018 erscheinen sage und schreibe 71 Ausgaben des Ingame-Newsfeeds NOVAPULS inklusive 23 vierseitigen Extra- und Megapulsen. Diese Entwicklung war nur möglich, weil mit SR5 eine feste Zeitprogression von „Ingame-Zeit = Realzeit +62 Jahre“ eingeführt wurde.

DASS es den Novapuls gab und auch in Zukunft hoffentlich wieder gibt ist ein weiteres, kleines Wunder, denn nach einigen Fehlstarts für ein regelmäßiges Newsmagazin der deutschen Redaktion war man kurz davor, sich von einem solchen Projekt insgesamt zu verabschieden. Der Gedanke, tatsächlich jeden Monat 1 Seite News rauszuhauen – und noch dazu in jedem dritten Monat 4 Seiten!, galt bei einigen wegen der frustrierenden früheren Erfahrungen mit regelmäßigen kostenlosen und unbezahlten Fanservices als „undurchführbar“. Der Unterschied war, dass es nun einen Irren gab, der jeden Monat dieses Ding raushauen würde, und wenn er es selber schreiben müsste. Gottlob musste ich das letztlich dann nicht allzu oft, und auch Tobias Hamelmann als Chefredakteur klemmte sich voll hinter das Projekt.

Datapuls: ADL (2016/2078)

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Als geistiger Nachfolger des Brennpunkt: ADL bietet der große Gesamtband über das ADL-Setting in SR5 einen ebenso breiten wie auch tiefen Überblick über das deutsche Setting im Jahr 2078, und Gottlob ist er auch weiterhin als PDF erhältlich. Der Datapuls: ADL ist DAS aktuelle Standardwerk für alle, die Deutschland in Shadowrun bespielen wollen, und daher uneingeschränkt empfehlenswert zu besitzen.

Berlin und Brandenburg werden im DP:ADL auf insgesamt 16 Seiten dargestellt und das Berlinsetting dabei im Rahmen des verfügbaren Platzes aktualisiert. Drastisch hat sich nichts geändert – ein neuer Bürgermeister hier, griffigere Einblicke in das Feeling der Stadt dort – daher lasst uns direkt zum nächsten größeren Berlin-Release gehen:

Datapuls: Berlin (2018/2079)

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Acht Jahre und eine Edition nach dem Berlin-Quellenbuch für SR4 wurde es dringend Zeit, dem Berlin-Setting ein Update zu verpassen. Die neu ins Leben gerufene PDF-only-Serie der Datapulse war hierfür die perfekte Gelegenheit. Diese wurden direkt nach Relese des DP:ADL im November 2016 durch Tobias Hamelmann als neues Publikationsvorhaben angekündigt. Eine große Chance, einzelne Gebiete, Plexe oder Themen spotlightartig auszuarbeiten und so endlich auch jenen Gebieten Settinginfos zu geben, für die gerade jetzt oder noch nie ordentlicher Raum in einem Buch gegeben werden konnte.

Im natürlich weiterhin erhältlichen und auch nach Berlin 2080 extrem nützlichen PDF Datapuls: Berlin werden die in vielen Novapulsen entwickelten und beschriebenen Geschehnisse in der Stadt zu einem neuen Status Quo zusammengefasst. Für Besitzer des Berlin 2080-Buches besonders wichtig:

Im DP:Berlin befinden sich eine ausführliche Abhandlung zur BERVAG inklusive Etagenaufbau des BERVAG-Turms und Strippenzieher-Artikel zu Dr. Paul Reinhard Zöller, ein Special zu den verschiedenen Straßenklassen und alternativen ÖPNVs sowie ein fünf-Seiten-Special zum Wilden Wedding (mit 4 Maps!), plus der Strippenzieher-Artikel zur „Drakova“ Nadjeska Girkin.

Berlin 2080 (2019/2080)

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Auf der SPIEL 2019 erscheint Berlin 2080 als erstes Quellenbuch zur Sechsten Edition von Shadowrun mit einem aktuellen Gesamtüberblick über die Stadt, Einzelbeschreibungen aller 21 Bezirke, diversen NSCs, 10 Hotspots, 10 neuen Locations mit Grundrissen, Hintergründen und Abenteueraufhängern, neuen Waffen und Fahrzeugen, 3 massiv riesigen Karten, über 430 neuen Einzellocations und … ach, schaut euch einfach das berlin-2080-inhaltsverzeichnis an.

Ich freue mich irrsinnig, dass Berlin nach einem holprigen Start und viielen Jahren der Null-Infos über das SR4 Berlinbuch, den Datapuls Berlin und nun das neue Berlin 2080 Quellenbuch einen Setting-Stand erreicht hat, der wenig Wünsche offen lässt. Und verspreche, das Setting sowohl hier auf shadowrunberlin.de als auch durch meine weitere Tätigkeit für Pegasus so lange weiter- und fortzuentwickeln, wie man mich lässt.

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Vorschlag für eine neue Blogstruktur

Tja, wie gesagt. Die bisherige Struktur mit PANOPTIKUM und ARACHNET ging zurück auf die Zweiteilung des alten SR4 Berlinbuchs, dessen Erscheinen ja der Anlass war, ein eigenes Shadowrun-Berlin-Blog anzulegen.

Inzwischen verwirrt die Struktur mehr, als sie nutzbringend ist (denke ich – oder seht ihr das anders?). Da es inzwischen zudem 300+ Artikel gibt und diese gewiss nicht weniger werden – einige sind schon für November und Dezember gescriptet – braucht es eine neue, bessere Struktur.

Hier mal meine Idee dazu. Lasst mich wissen, was ihr davon haltet.

INGAME

  • Schattentalk (Ingame-Blog/Artikel zu Berlin für Auswärtige)
  • Novapuls
  • Berlin-News (also alle außer Novapuls)
  • Hotspots (inkl. Locationbeschreibungen aus Inplay-Sicht)
  • Anarchopedia (Konzerne, Strippenzieher-Infos etc.)
  • Schattentricks (bisher: RDtrix, Inhalt wie gehabt)

OFFGAME 

  • Blog (Rants, Blog-News, Generelles)
  • Schattenload
  • Locations (außer Schattenload, und nur Locations „für den SL“ mit Grundriss etc.)
  • 36 Dinge
  • Kurz & Knackig (neu)
  • Regeloptionen (inkl. Hausregeln, Lohn der Angst etc.)
  • Spielhilfen (Charakterschild und Ähnliches)
  • Abenteuer (inkl. Schrapnells)
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  • Arsenal (Ausrüstung, Fahrzeuge, Drohnen, Waffen)
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  • Fragmente
  • Videos
  • English (etwaige englische Inhalte, ist bisher nur 1 Artikel, aber wer weiß)

Hab ich was übersehen? Hast du andere oder bessere Ideen? Schreib es in die Kommentare!

 

Auf dem Weg nach Berlin 2080

Was gäbe es für einen passenderen Zeitpunkt als den Tag der doitschen Einheit, um Shadowrunberlin.de auf das kommende Quellenbuch „Berlin 2080“ und damit auch die Sechste Edition von Shadowrun einzustimmen. Beide Releases haben massive Auswirkungen auf die Inhalte dieses Blogs, das – um es erneut zu sagen – zwar soweit wie möglich KANON-GERECHT, aber eben NICHT kanonisch ist.

Ja, manche Inhalte des uralten Knochensplitter-Berlins im Rabenwelten-Blog (viele inzwischen kaputte Links, aber mit etwas Suchen kann man es sich noch zusammenpfriemeln) wie auch dieses Blogs hier haben im Laufe der Zeit ihren Weg in offizielle Publikationen gefunden und wurden dadurch(!) tatsächlich kanonisch. Es empfiehlt sich aber trotzdem, jene vertraut erscheinenden Inhalte nochmal genau zu lesen: Anders als dieser Blog hier ist das offizielle, publizierte Quellenmaterial nicht das Werk eines einsamen Irren (me), sondern das gemeinschaftliche Werk der gesamten Shadowrun-Autorenschaft von Pegasus und vor allem dem Joch despotischer Entscheide der Chefredaktion unterworfen (Zwinkersmiley).

Mit anderen Worten: Mit dem Erscheinen jedes neuen Quellenbuches werden zwar gewisse Inhalte kanonisch, andere bisher „kanon-konforme“ Inhalte aber widerlegt – und ein großer Teil natürlich überhaupt nicht berührt, d.h. diese bleiben kanon-konformes Fanwerk.

In einer perfekten Welt würde ich bei jedem offiziellen Release alle bisher hier erschienenen Artikel mit dem Feinkamm durchgehen und die neu entstandenen Widersprüche entweder löschen oder durch Umformulierung auflösen. Und tatsächlich versuche ich das auch dieses Mal wieder, wie schon zuvor beim „Break“ vom reinen Fanwerk Knochensplitter-Berlin (prä-2010) zum offiziell publizierten Stand des Berlin-Quellenbuchs für SR4, das 2010 erschien und zwar viele, aber keineswegs alle Ideen des Fanwerks aufgriff.

Tipp: Für Leser, denen das alles nichts sagt und die keine oder wenig Ahnung von der Entstehungsgeschichte des Berliner Settings in Shadowrun, wird es am kommenden Samstag (5.10.) einen (aktualisierten Re-)Post zum Werdegang Berlins in Shadowrun geben.

Für Leser und Fans von Shadowrunberlin.de hat das Erscheinen von SR6 und Berlin 2080 folgende Auswirkungen:

Das gesamte Blog wird ab dem kommenden Montag (7.10.) sukzessive überarbeitet. Dabei werden nicht nur Widersprüche zwischen den Inhalten, die seit dem Berlinbuch für SR4 bzw. dem Datapuls:Berlin hier publiziert wurden, und dem kommenden Berlin2080-Buch „übergebügelt“, sondern auch die Struktur der Kategorien umfassend geändert. Aktuell sind zu viele Artikel in zu vielen Kategorien, so dass man bei Durchsicht der Seite immer wieder auf dieselben Inhalte stößt. Das betrifft vor allem, aber nicht nur die Novapulse, die sich bisher weitgehend parallel unter Panoptikum/Novapuls (duh), Panoptikum/BerlINews und Arachnet/PirateNews finden lassen. Im Grundsatz möchte ich das Blog klarer strukturieren, damit man die doch beachtliche Menge aus 300+ Artikeln besser überblicken und durchforsten kann.

Chaos ist vorprogrammiert. Das Löschen bestehender Seiten und Kategorien wird einen Shitload an gebrochenen Links erzeugen, und zwar vor allem deshalb, weil ich die Seite nicht für 4-5 Wochen offline stellen will, bis alle Umwandlungen und Link-Erneuerungen abgeschlossen sind (ich kenne zu viele Seiten, die nach einer solchen Umbaupause nie wieder online gingen). Während der Umbauphase – ich hoffe, das bis Ende November erledigt zu haben – müsst ihr euch also auf Fehlermeldungen zu nicht gefundenen Seiten etc. einstellen. Findet ihr DANACH noch broken links, gebt mir gerne(!!) Bescheid. Das hier ist ein Ein-Mann-Unternehmen und ich habe noch nicht genug Sponsoren auf Patreon, um mich full-time der Erstellung neuer Spielinhalte widmen zu können. A propos:

Ich habe ein Patreon-Seite. Und freue mich über jeden, der mich und somit auch Shadowrunberlin.de unterstützt. In diesem Zuge DANKE DANKE DANKE an alle, die dies bereits tun!!

Die zeitliche Kopplung von Ingame-Beiträgen an die Formel „Jetztzeit plus 62 Jahre“ wird aufgegeben. Eine der ganz großen erzählerischen Stärken von DSA bestand für mich immer in der Setzung eines starren Verhältnisses von Echtzeit- und Aventurienzeit-Progression. Die feste Formel erlaubt es Spielrunden, ihre Aktionen bzw. die Auswirkungen ihrer (Un-)Taten quer durch die Welt zu koordinieren, und erleichtert allen, die Ingame-Gazetten und andere Nachrichtenformate per Blog publizieren, innerhalb derselben Zeitebene zu agieren und somit Wechselwirkungen zwischen den Meldungen „organisch“ erlebbar zu machen. Als Shadowrun 5 herauskam, gelang es mir und anderen, diese Idee „von ganz ganz oben“ abgenickt zu bekommen: „Realtime +62 Years“ mag nicht die griffigste Formel der Welt gewesen sein, aber für eine gewisse Zeit bewegte sich die Progression der Ereignisse und Meldungen zwischen den Quellenbüchern, den englischen und deutschen Newsfeeds, Shadowland, Jackpoint, Schockwellenreiter.biz (*Ein Gedenken den Toten*) und natürlich unserem NOVAPULS im Einklang. Und wie erhofft wurden auch andere Fan-Portale wie Shadowrunhannover.de auf den Plan gerufen, die ebenfalls im Rhythmus der vereinheitlichten Zeitprogression News herausbrachten. Mit der Zeit gerieten die US-Publikationen was die Zeitprogression anging immer weiter ins Hintertreffen, Ingame-Newsportale wurden immer seltener und schließlich gar nicht mehr bedient. Zu Silvester 2018/2019 kam Pegasus mit dem Novapuls ganz getreu der gesetzten Progression Silvester 2080/2081 an und war damit der Entwicklung globaler Ereignisse im Shadowrun-Universum praktisch ein Jahr voraus. Der Novapuls wurde eingefroren, der Schattenload stattdessen als neues, monatliches Goodie für die SR-Fans etabliert. Nachdem das 2019 erscheinende Shadowrun 6 ganz offiziell auf 2080 gesetzt ist, ist die Formel „Jetztzeit +62 Jahre“ ebenso ganz offiziell tot. Wenn es eine neue Konvention für eine stabile Zeitprogression geben sollte, kann ich überlegen, wie ich diese dann wieder hier einfüge – selbst in dem Fall gäbe es aber mindestens drei Zeitebenen im Blog (Artikel, die in der Zeit „Jetzt +62 Jahre“ gepostet wurden, Artikel, die im „Nirvana“ der Übergangszeit gepostet wurden, und Artikel, die in der Zeit der etwaigen neuen Progression gepostet wurden). Ganz nebenbei bedeutet dies, dass ich die Artikel irgendwie neu sortieren muss (denn: Eine Ingame-Meldung wie „Neuer Berlinload ist oben“ wäre definitiv VOR Silvester 2080/81 gepostet worden und müsste, um in der CHRONOLOGIE der Ingame-Novapulse zu bleiben, von mir z.B. nach Oktober 2018 zurückgeschoben werden … womit er dann aber nicht als NEU auf der ersten Seite des Blogs auftaucht. Knifflig).

 

Gesichtserkennung in Berlin

SLDie generellen SHADOWRUN 5 Regeln sind darauf abgestellt, den weltweiten Durchschnitt der Sechsten Welt darzustellen, mit besonderer Beachtung der UCAS und Seattles als „Default“-Setting für Shadowrun.

Von daher war es schon eine echte, wenngleich weitgehend unbemerkte Revolution für SR5, die allgemeingültigen Regeln zur Legalität und Illegalität speziell auch für Waffen als Default auch für Deutschland zu übernehmen (SR5 S.421: „Die Katastrophen der Vergangenheit, die ausufernde Bandenkriminalität, das Erwachen gefährlicher Critter und die Privatisierung vieler Polizeidienste haben dazu geführt, dass die Beschränkungen für den Besitz von Waffen und Rüstungen weltweit, auch in Deutschland, deutlich gelockert wurden – kräftig unterstützt durch die mächtige Lobby der Waffen produzierenden Megakonzerne. Die Legalitätswerte in diesem Buch sind daher typisch für Städte der westlichen Industrienationen wie etwa Seattle oder Hamburg).

Tatsächlich finde ich, dass die SR5-Regeln im Allgemeinen sogar weitaus besser auf Berlin passen als auf den Rest der Welt. Womit ich weniger die Waffenlegalität meine (die in den Anarchozonen wirklich niemanden von Gesetzes wegen interessiert, dafür umso mehr was die Gefahr für den Kiez angeht), sondern die Überwachung der Bevölkerung ganz allgemein.

Allow me to explain: Die Gesichtserkennungs-Software wird aktuell sprunghaft besser. Und so billig, dass sie ganz standardmäßig auch von Shopping Malls, Supermarktbetreibern und anderen Werbeoptimierern quasi nebenher eingesetzt wird oder zumindest was das Technische angeht: Eingesetzt werden kann. Wir spielen aber nicht 2019, sondern 2080 (ungefähr). Mit anderen Worten: Gefälschte SINs, die nichtmal zu Geschlecht und ethnischer Abstammung des Inhabers passen, sollten in SR5 eigentlich unmöglich sein*.

(*Einschub: Sie sind freilich de facto NICHT unmöglich, denn SR5 sagt ja, dass es sie gibt und dass sie sogar bei tatsächlichen ID-Kontrollen wirken können. Was bedeutet: Entweder ist im SR-Universum die Gesichtserkennung aus Grund X schlechter als heute, oder sie wird aus Grund Y nicht eingesetzt (Gesetzgebung, Megakonzern-Verschwörungen, Aliens)).

In „meinem“ SR – also der Sechsten Welt, wie ich sie mir REIN PERSÖNLICH vorstelle – existieren Gesichtserkennungen durch Kameras durchaus, sie haben aber dank Datenfragmentierung (verteilte proprietäre Datenbanken verschiedener Inhaber, die sich untereinander nicht austauschen) im Allgemeinen nur extrem begrenzte Datenmengen, mit denen sie IDs abgleichen können.

In Berlin kommt ein wesentlicher Faktor hinzu, der Gesichtserkennung durch irgendwelche Kameras im öffentlichen Raum zusätzlich so unzuverlässig macht, dass ein ID-Check per Verkehrskamera, Werbedisplay in der Shopping Mall oder BVB-Kamera an der Zugangsschranke der M-Bahn nicht zuverlässig ist: Surveillance-Paranoia ist in Berlin eine Geisteshaltung und extrem fashionable.

Wie im Datapuls: ADL (S.112) bereits gesagt, sind viele alternative Kieze schon aus Überzeugung so überwachungsfeindlich, dass ganze Straßenzüge unter Planen und Tarnnetzen gegen Überwachung aus der Luft abgeschirmt sind (again: Rigger, bitte beachten!). Und weil selbst die zugekifftesten Berliner nicht dämlich genug sind zu denken, dass Überwachung nur aus der Luft stattfindet, haben Mode-Items mit Recognition-verwirrender „Neben“-Funktion seit 2070 enorme Konjunktur.

Dem Normalverwender aus den Norm- und Konzernbezirken mag nicht einmal bewusst sein, dass seine lichtreflektierende Sonnenbrille, sein auffällig gemusteter Schal, die schicke Gesichtsschminke, das krass gemusterte T-Shirt, der tief sitzende AR-Displayschirm oder das Basecap mit den für das normale Auge unsichtbaren IR-Beams auf der Unterseite eigentlich der Gesichtsverschleierung dienen (mehr Infos hier im Videohier im Artikel, hier als Pinterest-Bildersammlung und viiele Beispiele hier in der Bildübersicht) für die Normalos ist das einfach „Berliner Alternativmode“, deren Farb- und Formgebung auch ganz reguläre Modelabels in der Stadt beeinflusst (und die ich wohl in zukünftigem Artwork für Berlin auch verstärkt zeigen werde).

Für all die schicken Algorithmen, die nach Auffälligkeiten suchen (siehe Reiseführer S.23ff und speziell S.25f) wirft dies das Problem auf, dass ein Nutzer mit nicht identifizierbarem Gesicht nicht automatisch ein Runner oder Terrorist sein muss: In Berlin ragt die Schicht der „Anonymisierer“ so weit in die Normalbevölkerung hinein, dass man „Leute mit auffallend großer Schirmmütze“ oder „Extremschminke die zufällig auch eine Identifizierung erschwert“ nicht als Hinweis auf verdächtiges Verhalten nehmen und entsprechend zur genaueren Beobachtung für die Spinne (oder „das System“/die Matrix/GOD) hervorheben kann.

Würde ich rein persönlich Shadowrun in einem Plex mit besserer und plausiblerer Massenüberwachung leiten (z.B. Groß-Frankfurt, München, Essen oder Köln außerhalb des Karnevals (auch so ein Thema, dass man dringend in näherer Zukunft mal mehr beleuchten sollte, hint, hint)) würde mich die augenfällige „Inkompetenz“ der öffentlichen Überwachung womöglich in meiner „willing suspension of disbelief“ stören (ja, ich weiß, „Magie“ – aber die gehört als Basisfaktor der gesamten Welt zum Setting nunmal dazu – technische Rückständigkeit in Bezug auf Gesichtserkennung nicht unbedingt).

So, wie es sich verhält, bin ich einfach happy, dass die Regeln für Fake SINs in Shadowrun 5 auf Berlin ganz gut passen 🙂 Und wenn der geneigte Runner mit der Fake SIN oder der auffallenden Anonymisierungsschminke dann in einem Areal außerhalb der Mall von SKT gefilmt wird, kann ich ihm immer noch ein Security Team zur „zufälligen ID-Kontrolle“ schicken.

 

 

 

[Blog] Aprilscherze auf Steroiden

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In aller Kürze, aber ich muss doch nochmal den diesjährigen Aprilscherz des Pegasus-Verlages für Shadowrun teilen. Der Aufwand, der hier betrieben wurde, ist grotesk, und die Kürze der Zeit, in der dieses ganze Material erstellt wurde, absurd.

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Die Idee eines Shadowrun Monopoly Aprilscherzes wurde am 24. März erstmals formuliert. Nach ein paar Tagen hin und her zu Legalität und anderen Ideen zauberte Tobias „Fexes“ Grunow den ersten Board-Entwurf, den er zwischen 28. März und, nun, dem 1. April in das gesamte Material übersetzte.

[HIER DER PROMO FLYER: srmo-promo-flyer ]

[HIER DER LINK ZUM SR5 POST BEI PEGASUS]

[HIER DAS VIDEO]

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2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen (ha-ha) haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 24.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 9 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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