Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Spielhilfen

6 Fragen, die jeder Spieler öfter stellen sollte

Wie an anderer Stelle bereits gesagt, ist das Leiten einer Shadowrun-Runde ein angsteinflößendes Unterfangen. Aber auch für Spieler stellt Shadowrun eine größere Herausforderung als die meisten gängigen Fantasy-Systeme dar.

Und nachdem sich dieser Blog seit gefühlten 100 Jahren vor allem den Bedürfnissen der Spielleiter (und generell den Fans des Berlin-Settings von Shadowrun) widmet, ist es mal an der Zeit, auch den Spielern einige Hinweise ungefragt auf den Weg zu geben.

Damit auch gleich zum Titel:

Shadowrun lebt – wie jedes Rollenspiel – vom DIALOG mit dem Spielleiter (SL).

Und das bedeutet sehr einfach, dass der SL ziemlich aufgeschmissen ist, wenn du nicht mit ihm redest.

Das beginnt bereits mit der Erstellung deines Charakters und sogar noch davor: Nämlich dann, wenn du mit dem SL darüber redest, dass du in seiner Runde mitspielen möchtest (bzw. er dich ausreichend damit genervt hat, dass er da ein suuuper cooles Rollenspiel hat, bei dem du uuunbedingt mitspielen musst).

Nur wenn du dem SL mitgeteilt hast, was du dir überhaupt vom Spiel erwartest, worauf du Bock hast, was du erleben willst, was dir Spaß macht, hat dieser überhaupt die CHANCE, ein dich begeisterndes Spiel aufzubauen. (Ob er das kann oder auch überhaupt will: GANZ anderes Thema).

Klar: Mag sein, dass dein SL Gedanken lesen kann oder dich eh irre gut kennt. Mag auch sein, dass du einfach Glück hast und der SL zufällig genau das Spiel anbietet, auf das du stehst. Mag auch sein, dass du ihm ein Ohr abkaust über deine Wünsche und er dich stumpf ignoriert oder trotz größter Mühe einfach nicht deinen Geschmack trifft.

Aber deine Wünsche zu kommunizieren erhöht ERHEBLICH deine – und seine(!) – Chance, ein tatsächlich gemeinsames und tolles Spielerlebnis zu schaffen.

Darum freilich geht es hier nicht. In der folgenden „Checkliste“ geht es nicht um Dinge, die du im Vorfeld des gesamten Spiels und idealer Weise mit SL und(!) deinen Mitspielern besprechen solltest – den so genannten GRUPPENKONSENZ.

Es geht hier um Fragen, die du im laufenden Spiel und am Besten in jeder passenden Situation im Hinterkopf behalten solltest. Mit anderen Worten: Die du bei passender Gelegenheit auch tatsächlich stellen solltest.   

(Ein persönlicher Disclaimer: Mir wird schon seit etwa der vierten Klasse gesagt, dass ich mir Reihen- und Schachtelsätze sowie Einschübe gefälligst kneifen soll. Kein Mensch kann verstehen, was ich da schreibe. Ich habe es in der Grundschule gehört, in der Oberstufe, als Werbe-Azubi, beim Studium der Kommunikationswissenschaft, als Konzeptioner und Werbetexter und natürlich auch als Shadowrun- und Aborea-Autor (mehrfach, wiederholt, mit Engelszungen und als fieser Lektor-Kommentar (alle Lektoren sind böse 😉 ), und das ist auch völlig gut und okay und berechtigt, aber – wenn ich das hier in meinem Blog sagen darf – das hier ist mein Blog, also deal with it. Ich weide mich an eurem Leid. Und ich rein persönlich lese sehr gerne Reihen- und Schachtelsätze, auch bei anderen Autoren (von James Joyce abgesehen). Vermutlich hab ich einen Hirntumor.)


#1 „Was sind meine Optionen?“

Wir beginnen mit dem Gegenpart zu SL-Kniff #5. Manchmal hast du beim Rollenspiel einfach keinen Dunst, was du (bzw. dein Charakter) überhaupt tun oder auch denken könntest – gerade als Anfänger, und GANZ speziell in der uns allen sehr fremden Sechsten Welt von Shadowrun.

Dein Charakter, der in dieser fremden Welt seit Geburt LEBT – und nicht nur der Sechsten Welt generell, sondern ganz speziell jener Version der Sechsten Welt, die einzig und allein im Kopf deines SL existiert – hat vermutlich eine ziemlich gute Vorstellung davon, was gerade seine Handlungsoptionen sind.

Daher ist es auch völlig okay, konkret nach diesen zu fragen. Entweder ganz generell, oder konkret bezogen auf Fertigkeiten oder Hintergründe deines Charakters.

Beispiele:

  • „Fällt meinem Charakter etwas zu der Situation ein, was mir als Spieler ggf. unklar ist?“
  • „Was denkt mein Charakter über diesen Job/den Auftraggeber/das Sicherheitskonzept des Konzerns aus seiner Warte als Riggerin/Straßensamurai/Eulenschamanin/früheres Gangmitglied?“
  • „Welche klassischen Zugangswege zum Gebäude fallen meinem Charakter (als xyz) ein?“
  • „Gefragt als professioneller Straßensamurai/Deckerin/Rigger/Ex-Konzernmagierin/Japanerin/Orkin/Jemand mit Unterschicht-Lebensstil: Gibt es etwas, das wir gerade völlig übersehen?/Halte ich die vom Johnson präsentierten Infos für glaubhaft?“

#2 „Kann ich einen Check machen?“

Eine meine ältesten Hausregeln(!) ist, dass jede aktive Fertigkeit zugleich auch eine Wissensfertigkeit ist. Weil man nicht mit Feuerwaffen 6 ballern kann, ohne auch ein theoretisches Wissen über Feuerwaffen, Feuerwaffen-Hersteller und „die Feuerwaffen-Szene“ zu haben oder genug Erfahrung, um rein vom Feuergeräusch her eine Uzi von einer Black Scorpion unterscheiden zu können.

Und auch, wenn der SL natürlich bemüht ist, jederzeit an jeden Spieler, jeden Charakter und jede mögliche Kombination aus Attributen und Fertigkeiten jedes Charakters zu denken, kann sie oder er das nicht in jeder Situation schaffen (und ganz besonders nicht in jenen Situationen, die sie/er überhaupt nicht vorgesehen hatte, was gefühlt 75% aller Spielsituationen in Shadowrun sind).

Es ist – Fun Fact – auch nicht die Aufgabe der oder des SL, jeden Charakterbogen auswendig zu kennen und zu jeder Zeit im Blick zu haben, was die Spieler am Tisch gerade zur Situation beitragen könnten. Eben weil der Spielleiter das einfach nicht leisten kann.

Der Spielleiter hat sein Abenteuer im Kopf. Er hat im Kopf, dass es da X Wachleute gibt, dass es einen defekten Alarm auf Unterebene C5 gibt, dass der Johnson das ganze Team killt (und wie er den Spielern subtil helfen kann, das zu verhindern, ohne jede Lösung mit dem Löffel zu füttern oder seinen Lieblings-Power-NSC zu involvieren), er versucht aus seinen Notizen zum Grundriss schlau zu werden, wühlt mental in den viel zu komplexen Regeln (egal, welche Edition ihr spielt) und-und-und.

Selbst der autokratischste SL, der alle Macht bei sich sieht (und das werden mit wachsender Spielerfahrung eher weniger als mehr) ist auf die aktive Mitarbeit aller Mitspielenden angewiesen.

Für dich bedeutet das Folgendes: Sobald du den geringsten Verdacht hast, dass dein Charakter vielleicht mehr über die Situation wissen könnte als du, ODER wenn dein SL dir auf die Frage von #1 keine befriedigende Antwort gibt, frag den SL, ob du einen Test machen kannst.

Natürlich gibt es SLs, die unnötige Würfelei vermeiden wollen und lieber direkt Antworten geben. Einige SLs fühlen sich aber damit unwohl, den Spielern bzw. den Charakteren „unverdient“ wichtige Infos zu geben, wenn diese „nichts dafür getan haben“. Der Drang des SL, dem Reveal irgendeines extrem wichtigen – möglicher Weise seine komplette Missionsplanung über den Haufen werfenden – Infodetails einen Wurf voranzustellen, ist umso größer, je „wichtiger“ der Reveal ist.

Und weil es gewisser Maßen der allgemeine Gesellschaftsvertrag der gesamten Rollenspielerei ist, dass du bei krass geilen Würfen auch das unwahrscheinlichste und alles veränderte Ergebnis erzielen darfst, ist dein Go-To-Move definitiv die aktive Anfrage nach der glücksbasierten Chance, awesome im Quadrat zu sein.

Sprich: Du fragst den SL gemäß #1 artig, ob du als Super-Elite-Samurai an dem Briefing des Johnsons irgendwas suspekt findest. Der SL sagt: „Nö“, weil er keinen Bock hat, die Enthüllung seines supergeheimen Plot Twists „einfach so“ preis zu geben (obwohl du immerhin – very clever und voll im Geist des Zusammenspiels – gezielt danach gefragt hast). Dann fragst du: „Kann ich auf irgendwas würfeln?“, im Speziellen wenn dir deine Eingeweide sagen, dass es hier etwas herauszufinden gibt (Ausweichen, Winden und Stammeln des SLs auf deine Frage sind mehr oder minder subtile Indizien dafür).

Im Idealfall machst du dabei dem SL bereits ein Angebot, auf was du würfeln möchtest – zum Beispiel auf „Wahrnehmung“ (Intuition + Wahrnehmung; andere Sinne als den visuellen nicht vergessen, speziell wenn dein Charakter Aufrüstungen hat und z.B. so gut wie ein Hund wittern kann), „Gebräuche“ (Charisma + Einfluss) oder auf eine bestimmte Wissensfertigkeit.

Je präziser deine Frage und je besser die von dir vorgeschlagene Kombi aus Attribut, Fertigkeit und ggf. besonderen Aspekten (Vorteile, Cyberware, Bioware, Herkunft, Hintergrund, besondere Eigenarten deiner Charakterstory) auf das passt, was du vermutest oder herauszufinden hoffst, desto besser deine Aussicht auf Erfolg.

Und vergiss niemals, dass bei Shadowrun 6 deine Chance auf Erfolg massiv durch Edge geboostet werden kann. Also: wenn du denkst, es sei was faul, dann gehe „All-In“. In 9 von 10 Fällen mag deine Intuition falsch sein, im 10. Fall rettet deine Paranoia dem ganzen Team den Arsch!


#3 „Kenne ich jemanden?“

Dieselbe Prämisse wie bei #2 angewandt auf Kontakte bedeutet, dass jemand mit Feuerwaffen 6 sehr wahrscheinlich mehr Leute von Schießständen, Waffenmessen, Ausbildungsgängen und Anstellungen kennt, als man sich mit seinen mageren Punkten als Connection kaufen konnte.

Daher lohnt es immer, exakt auf diesen Umstand hinzuweisen und im Falle persönlichen Scheiterns nach etwaigen Kontakten zu fragen, die du aufgrund deines Hintergrundes oder deiner Skills zu haben glaubst.

Natürlich hast du laut den Regeln keinen Anspruch darauf, mit Feuerwaffen 6 den Inhaber des Schießstandes der „Ballerwelt“ neben deinem Aldi-Real zu kennen. Soweit es die Regeln betrifft, endet dein „Recht“ bei deinen (bezahlten) Kontakten.

Aber: Der Job des SLs ist es ja nicht, dich und die anderen Spieler zu frusten und zu „besiegen“, sondern „gute Ideen“ zu belohnen. Mit anderen Worten: Vielleicht ist deine Intuition richtig, dass am Setup der Wachmannschaft irgendwas seltsam ist. Der SL will dir aber aus oben genannten Gründen diese Info nicht „einfach so“ geben, und dein Wurf auf die vorgeschlagene Skill-Kombo war halt ein Fail. Der SL ist dir aber durchaus gewogen und wenn du nachhakst ob du wen kennst der ggf. besser Bescheid weiß als du, dann kann das deinen SL durchaus dazu bringen, die Hosen runterzulassen (hoffentlich nur im übertragenen Sinn)

Oder, gleiches Prinzip: du glaubst aufgrund deines Konzeptes als Ex-Gangmitglied in den Redmond Barrens halt jemanden „vor Ort“ zu kennen, der/die irgendein Detail zu der auffälligen Lagerhalle im Gebiet geben könnte, auch wenn du keinen mit Karma oder Generierungspunkten bezahlten Kontakt da hast.

Natürlich hat der SL keinen „Zwang“, dir sein großes Geheimnis zu enthüllen. Aber viele SL möchten das eigentlich, wenn du gezielt genau das vermutest, was er für dein Team in petto hat (oder, anders ausgedrückt: Es fällt ihm viel schwerer, euch in die Pfanne zu hauen, wenn du gezielt nach der einen Sache gefragt hast, die der Schwachpunkt der Gegnerpartei war).

Kommst du also selbst nicht weiter,Vielleicht aber hast den Eindruck, dass da „was ist“, dann bleib dran.


#4 „Bin ich im Vorteil?“

Dieser Tipp gilt ausschließlich für Shadowrun 6.

Die Besonderheit von SR6 besteht darin, dass derjenige, der „im Vorteil“ ist, dafür einen Punkt Edge bekommen kann.

Vielleicht wäre es besser gewesen, „Edge“ in SR6 anders zu nennen, um klar zu machen, dass dies etwas ganz anderes als Edge bei SR5 ist. In SR6 ist Edge eine sehr schnell generierte Ressource, die ebenso schnell ausgegeben wird (im SR6-Regelwerk taucht der Begriff „Edge“ 562 mal auf, nur um zu verdeutlichen, wie wichtig diese Ressource ist!).

Für nur einen einzigen Edgepunkt kannst du 1 Würfel, der keinen Erfolg zeigte, neu würfeln. Für nur 2 Edge kannst du aus einer gewürfelten 4 eine 5 und somit einen Erfolg machen oder eine 1 in eine 2 verwandeln und so vielleicht einen Patzer verhindern. Und – besonders wichtig – es kostet dich nur 3 Edge, um 1 Erfolg zu kaufen!

Während man bei SR5 Edge eifersüchtig hütet und nur in krassen Situationen ausgibt, ist Edge bei SR6 ein integraler Bestandteil jeder Würfelmechanik – genau deshalb wird Edge gerne mit Pokerchips oder anderen Jetons verwaltet.

Die meisten SLs und Spieler konzentrieren sich bei der Shadowrun-6-Edgemechanik übermäßig auf den Vergleich von Angriffswert der Waffe gegen den Verteidigungswert der Panzerung. Aber das Gewinnen eines Edgepunktes gilt für sämtliche Aktionen, es gilt für alle(!) relevanten(!!!) Konfrontationen und was das bedeutet, hängt hochgradig vom SL bzw. dem Dialog mit der Gruppe ab.

Mit anderen Worten: Du fährst als Rigger heiß eingedeckt (in einer relevanten (Verfolgungs-)Situation) durch den Verkehrsfluss von auf Autopilot fahrenden Schwachmaten, dann bist du klar im Vorteil gegenüber diesen = 1 Edge. Du hockst nachts unter einem gleißend hellen Flutlicht und willst auf Leute in dessen Licht schießen, dann bist du klar im Vorteil = 1 Edge. Du drohst einer Einzelperson, während du von den 4 Mädels deiner Runnergruppe umgeben wirst, dann bist du klar im Vorteil = 1 Edge.

Natürlich soll die Vergabe von Edge nicht zu jeder Zeit in einem argumentativen Grabenkampf ausarten, der die laufende Action unterbricht. In der Mehrheit der Fälle ist ein „guter SL“ (Registered Trademark) aber mehr als bereit, vernünftige(!) Argumente anzunehmen und entsprechend Edge zu verteilen.

Im übrigen (quasi ein PS): Die Edgemechanik greift jeweils für den anstehenden Wurf. Soll heißen: Wenn du aus dem Busch auf die exponierten Gegner schießt, bekommst du Edge, auch wenn diese Gegner bei ihrem Schuss wiederum wegen Thermalsicht oder Zugriff auf Sensordaten einer Drohne Vorteil dir gegenüber haben.

Eben genau wie beim Vergleich von Angriffs- und Verteidigungswert. Beide Seiten können bei ihrem jeweiligen Wurf Edge generieren, dass sie übrigens nicht in allen Fällen sofort ausgeben müssen.


#5 „Ist das glaubhaft?“

Es gibt nicht DIE Sechste Welt.

Es gibt die Sechste Welt, die in den Büchern präsentiert wird. Falls du nicht völlig irre bist, kennst du nicht sämtliche Bücher, welche die Sechste Welt beschreiben, und dein SL vermutlich auch nicht.

Dein SL erschafft aus den verfügbaren und ihr/ihm bekannten Büchern die Sechste Welt eurer Gruppe. Dabei unterlaufen ihm/ihr Fehler, vielleicht werden bestimmte Bücher sogar bewusst ignoriert, und egal, wie intensiv und detailreich eure interne Absprache als Gruppe ist, es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass deine rein persönliche Vorstellung einer glaubhaften und stringenten Sechsten Welt von der Vorstellung deiner/s SL und auch von den Vorstellungen der anderen Gruppenmitglieder abweicht (egal, wie wortgewaltig sich einzelne oder alle als „Shadowrun-Experten“ gebärden).

Wenn sich im Spiel also etwas ereignet, das dir nicht schlüssig oder auch vollkommen widersinnig vorkommt, dann scheue dich nicht davor, das zur Sprache zu bringen.

Klar, nicht mitten in der Action (sofern das direkte Überleben deines Charakters nicht auf dem Spiel steht). Aber mindesten nach Ende der Session kannst und darfst du Dinge zur Sprache bringen, die dir unsinnig vorkommen.

Im Regelfall meint es niemand böse und Widersprüche plus Unsinnigkeiten in den Funktionsweisen der Sechsten Welt beruhen in aller Regel auf verschiedenen Vorstellungen davon, wie die Welt von Shadowrun „ist“.

Scheue dich nie davor, deine Befremdlichkeiten anzusprechen. Lässt du diese unausgesprochen, kann das dazu führen, dass du Shadowrun „doof“ findest oder dich innerlich ausklinkst – ganz speziell dann, wenn du auf der „Gegenseite“ (das können auch andere MitspielerInnen sein) irgendwelche arglistige Vorteilsnahme vermutest, obgleich vielleicht nur Missverständnisse, abweichende Vorstellungen oder auch direkte „Fehler“ vorliegen.


#6 „Würde ich in der Situation meines Charakters das tun?“

Im scharfen Kontrast zu den anderen Tipps dieser Liste ist dieser letzte Punkt rein intern – und er macht die Entscheidungen deines Charakters auch nicht einfacher oder zielführender, sondern schwerer und dem Erfolg der Mission zuwiderlaufend.

Die interessantesten Geschichten entstehen in- wie außerhalb Shadowruns dadurch, dass Charaktere eben nicht das tun, was objektiv und kalt kalkuliert das Beste für den Charakter ist, sondern das, wozu sie gezwungen sind.

Einfaches Beispiel: Dein Charakter und die Gruppe kann eine sündteure Drohne super gut gebrauchen. Dein Charakter hat Squatter-Lebensstil und durch den letzten Run gerade 20K verdient, was die Anschaffung der Drohne ermöglicht. Natürlich zwingt dich niemand, wie du „dein“ Geld ausgibst – aber ist es tatsächlich glaubhaft, dass dein in Pisse schlafender Charakter 20K ausgibt, um eine Drohne zu kaufen, wenn er stattdessen auf den nächsthöheren Lebensstil switchen oder wenigstens eine Woche im Nobelhotel mit sexuell kompatiblen Dienstleistern und gutem Essen verbringen könnte?

Anderes Beispiel: Wenn deinem Charakter ein Kongardist auf 2 Metern Abstand eine Schrotflinte ins Gesicht hält, magst du ja offgame wissen, dass er deinen Charakter gemäß den Shadowrun-Kampfregeln vermutlich nicht direkt killen kann – aber ist es glaubhaft, dass du ihm ins Gesicht lachst, dein Katana ziehst und auf ihn losgehst?

Drittes Beispiel: Natürlich möchten wir alle der aufrechte Typ sein, der im Verhör seine Freunde nicht verrät oder die Drohung, man werde seine Familie angreifen, in den Wind schlägt und dem Konzernwichser den Schädel wegbläst. Aber glaubhafter (und storytechnisch unendlich interessanter) ist doch der Charakter, der völlig gegen sein bisheriges (Selbst-)Bild im entscheidenden Moment zusammenbricht und alle seine hehren Ideale in den Wind schießt, um zu überleben oder eine geliebte Person zu schützen. Exakt das Scheitern an den eigenen, sicher geglaubten Idealen kann ein transformativer Moment sein, der den Charakter im Grund seiner Seele erschüttert und verändert. Und ja, es braucht Überwindung, sich darauf einzulassen – aber der daraus entstehende Charakter ist etwas grundlegend anderes als all die bu-hu-hu-tragischen Charaktere, die ihr Trauma (sehr bequem) in der nichtgespielten Hintergrundstory ausgeschwafelt haben.

Disclaimer: Oft gesagt, hier wiederholt – es gibt keine „falsche“ Art SR zu spielen außer die, welche dir bzw. deiner Gruppe keinen Spaß macht. Wenn du oder deine Gruppe oder dein SL null Bock auf Noir und Drama und Antihelden und tiefe Emotionen hat, ist das völligst(!!!) okay. Egal, ob das ganz generell oder auch nur eine einzelne suffseelige Runde nach einer stressigen Woche betrifft.

Ich kann nur dazu einladen, sich gelegentlich oder völlig konsequent auf Drama einzulassen. Und dieses Drama entsteht wie in der klassischen Oper aus dem Versagen und dem innerlichen Scheitern der Charaktere. Magste nicht? Kein Problem. Aber wenn du dich traust, ist die Chance ziemlich gut, dass dich dieses Spiel tiefer als gedacht bewegt und auch außerhalb des Spiels „weiter bringt“.

Der Lohn der Angst

Wieviel Nuyen verdienen Shadowrunner?

So etwas wie „Standardbezahlung für Runs“ gibt es nicht. Dennoch wird genau diese des Öfteren bei Shadowrun angeführt, wenn es um die preisliche Fixierung eines Shadowruns geht. Und keine bisherige Shadowrun Edition macht einen sonderlich guten Job darin, diese Summe exakt zu definieren.

Der alte SR4 Spielleiterschirm zum Beispiel hatte eine Beilage, die den Begriff „normal für eine Gruppe mit den vorhandenen Fähigkeiten“ als Richtgröße angab – ohne Details zu nennen, was zum Geier das heißen soll!

Das aktuelle SR6 Regelwerk nennt 5.000 ¥ pro Runner als Richtgröße – die Lebensstilkosten für 1 Monat Mittelschicht. Und das dann halt bei besonderer Gefahr multipliziert: Ist es ein „langwieriger, zermürbender Job mit vielen Gefahren“, dann dürfen es auch die Lebenskosten für 2–3 Monate (10.000 ¥ bis 15.000 ¥ je Runner) sein. Das SR6 GRW sagt auch, dass das Kriterium „mussten moralische Kompromisse geschlossen werden, auf die sich nur wenige einlassen würden“ ein Argument dafür sein kann, dass es „auch schonmal sechsstellig“ (100.000 ¥) werden kann – dabei passt das meiner Ansicht nach aus Ingame-Sicht nicht zur konzernmonarchistischen Dystopie des kompletten seelischen Ausverkaufs, der das Grundgerüst von SR6 bildet.

Im übrigen ist die „Standardbezahlung“ für Runs von SR5 zu SR6 gestiegen: Das Shadowrun 5 Regelwerk nennt noch 3.000 ¥ als Basisvergütung pro Runner. Diese soll dann um 100 ¥ je Nettoerfolg bei einer Verhandlungsprobe erhöht und dann durch verschiedene Multiplikatoren modifiziert werden (zum Beispiel mit der handlichen Formel „höchster gegnerischer Würfelpool geteilt durch 4“).

Von den meisten der SR5-Modifikatoren auf die Bezahlung halte ich wenig, da sie aus einer Art „Meta-Sicht“ aufs Geschehen festgelegt werden (z.B. „Runner hatten es in einer einzelnen Szene mit min. 3 verschiedenen Geistern zu tun: +1“ – wann soll der Schmidt dieses Kriterium in seine Kalkulation integrieren?). ABER: Immerhin GIBT es bei SR5 eine detaillierte Liste von Modifikatoren (auf S.376).

Auch in einigen Shadowrun-Büchern der ferneren Vergangenheit fanden sich einfache Tabellen und Kalkulatoren für Shadowrun-Entlohnungen (z.B. im Mr. Johnson’s Little Black Book) – nur deckten diese sich in der Regel weder mit den genannten Bezahlungen in Shadowrun-Romanen, und erst Recht nicht mit den Bezahlungen in Kaufabenteuern.

Das alte Runners Companion von SR3 z.B. gibt folgende Standardbezahlungen an:

  • Extraktion – 20.000 ¥
  • Mord, Schmuggel oder Zerstörung – 5.000 ¥
  • Einbruch – 2.000 ¥
  • Botengang oder Ablenkung – 1.000 ¥
  • Bodyguard, Sicherheit oder Nachforschungen – 200 ¥/Tag

Alles in allem nicht sehr befriedigend, und im Vergleich zu den Preisen eindeutig zu gering.

Auch ein Blick in die diversen Shadowrun-Foren bringt wenig Konkretes – die Faustformel „X für jeden Punkt Karma, den es gibt“ taucht gelegentlich auf, wobei das „X“ leider zwischen 10.000 ¥ und 2.500 ¥ schwankt (SR6 aktuell wie gesagt 5.000 ¥).

Noch unbefriedigender – wenngleich zutreffend – ist die lakonische Antwort, das hänge vom Spielstil ab. Das mag zwar sein, aber dennoch müsste es ja sowas wie einen ungefähren „Standardwert“ geben, an dem man dann auch den eigenen Stil ausrichten kann (schließlich kostet eine Ares Predator auch in allen Shadowrun-Runden einer Edition dasselbe, da sagt auch niemand das hänge vom Spielstil ab).

Um es mal so zu sagen: Im Kaufabenteuer „Tödliche Fragmente“ für SR5 lag die maximale Belohnung des Teams bei 430.000 ¥. Das ist nach den meisten gängigen Richtlinien für Run-Bezahlungen in den Regelwerken nur durch die Formel „entscheide du, SL, wie du magst“ abbildbar.

GRAND THEFT AUTO 2080

Eine des öfteren auftauchende Richtgröße, die meiner Ansicht nach Sinn macht, ist der „GTA-Faktor“: Die Bezahlung für einen Shadowrun muss mindestens so hoch sein, dass der Shadowrunner nicht die Arbeit als einfacher Autoknacker vorzieht.

In einer Beispielrechnung, die ich hier bei Dumpshock gefunden habe, wird vorgerechnet, dass ein 4-Mann-Team Shadowrunner durch Klau und Verdealen eines Allerweltsautos rund 1.000 ¥ pro Person machen könnte und etwa 5.000 ¥ pro Person durch Klau und Verkauf eines Sportwagens (bei einem angenommenen Straßenverkaufswert von 60% des Neupreises beim Mittelklassewagen und 25% des Neupreises beim Sportwagen).

Auf Basis dieser Grundannahme kommt der Autor zu folgendem Ergebnis:

  • Milk Runs (von „Milch holen gehen“: kurze, annähernd risikolose Runs wie Botengänge oder Beschattungen) sollten rund 1.000 ¥ pro Person nach Abzug von Ausgaben bringen (denn sie sind etwa so lang und so gefährlich wie ein Allerwelts-Mittelklasseauto zu knacken und es zu verdealen).
  • Einfache Runs (ein oder zwei Tage Länge, mit vertretbarem Risiko, wie ein Mikro in einem Auto zu installieren oder in ein wenig gesichertes Büro einzubrechen) sollten in etwa 5.000 ¥ pro Person nach Abzug von Spesen bringen (denn sie dauern in etwa so lang und sind in etwa so gefährlich wie einen guten Sportwagen zu klauen und an den Mann den bringen).
  • Durchschnitt Runs (Einbruch in eine mittelmäßig gesicherte Anlage mit einigem Risiko, dass es zum Kampf kommt) sollten dem gegenüber nicht weniger als 10.000 ¥ pro Person nach Abzug von Spesen kosten (sonst würde niemand der halbwegs professionell ist das Risiko eingehen).
  • Elite Runs (Einbruch in eine bestens gesicherte Forschungsanlage mit Sicherheitsrigger, Wachpersonal und Magie und hoher Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Kampf und ggf. Fahrzeugkampf kommt) sollten nicht weniger als 50.000 ¥ pro Person herauskommen.

Klar: Drogendealer lachen über diese Summen. Mir gefällt aber daran, dass die Runbezahlung durch Ingame-Faktoren ermittelt wird, anhand eines „Marktwerts“ innerhalb der Sechsten Welt, der aus den Preisen für andere Güter (hier: Autos) abgeleitet wird.

Ist für mich(!) ne bessere Grundlage als „joa war halt gefährlich wallah und der eine Geist im Endkampf hatte einen Angriffspool aus 16 Würfeln, musste verstehen Schmitty“.

Die Werte oben sind natürlich nur Richtwerte. Der Spielleiter sollte den Run im Groben einer der vier Schwierigkeitsklassen zuordnen und den exakten „Standardtarif“ dann feinsteuern anhand von Einzelheiten, die dem Auftraggeber bekannt sind(!).

Einer jener Faktoren ist der Ruf des Teams:

Der Ruf Faktor

Natürlich ist es Unsinn zu glauben, jedes Team würde exakt das gleiche Geld bekommen. Ruf und Professionalität des Teams bzw. des einzelnen Runners sollten eine tragende Rolle bei der Run Bezahlung spielen.

Ausgehend von der im ersten Schritt ermittelten Basissumme pro Runner sollte diese nun für jeden Runner im Team modifiziert werden:

Unberührbarer – Der Runner hat es wirklich legendär verbockt, und das mehrfach. Kein regulärer Johnson will etwas mit ihm zu tun haben. Sein Name steht auf mehreren „Schwarzen Listen“ von Konzernern und Schiebern gleichermaßen. Ein Unberührbarer bekommt gar keine Bezahlung vom Auftraggeber, sondern wird aus dem Lohnanteil der anderen Runner mitfinanziert in dem Umfang, den diese abzugeben bereit sind. Seitens des Auftraggebers ist es eine reine Gefälligkeit, den Runner überhaupt probeweise anzuwerben auf den reinen Verdacht hin, sein Versagen könne ihn dazu motivieren, es diesmal besser zu machen. Ist das ganze Team unberührbar geworden, besteht die Bezahlung maximal aus 1/10 der regulären Summe.

Abschaum – Der Runner hat es schwer verpatzt (z.B. indem der Auftraggeber hintergangen und dies bekannt wurde), aber immerhin „nur“ einmal oder zweimal. Der Auftraggeber betrachtet sich zu Recht als Gönner, der dem Runner oder Team nochmal eine Chance gibt und ihm alleine dadurch schon einen Gefallen tut. Die Bezahlung wird maximal 1/4 der regulären Summe betragen.

N00b – Der Runner ist ein unbeschriebenes Blatt und niemand weiß, ob er etwas taugt. Hier gilt das gleiche Prinzip und Bezahlungsmodell wie für Abschaum: Ein Neuling kann keinesfalls mehr Bezahlung erwarten als ein professioneller Runner, der zwar schwer versagt hat, aber immerhin früher schonmal bewiesen hat dass er etwas drauf hat. Die Bezahlung wird maximal 1/4 der regulären Summe betragen.

Semi-Professioneller – Der Runner hat seine ersten Sporen verdient, macht aber noch zu viele Fehler oder hat noch nicht die Fertigkeiten und Ausrüstung, um mit den großen Jungs mitzuhalten. Diese Rubrik kann auch auf Profi-Runner zutreffen, die einen Einzelrun verbockt haben (auch wenn sie nicht selbst daran Schuld sind). Die Philosophie lautet hier, dass sie vielleicht doch nicht so Profi waren, wie man gedacht hat. Die Bezahlung wird etwa 1/2 der regulären Summe betragen.

Kurz zurück zum GTA-Faktor: Wenn ein Shadowrun-Einsteiger also in jedem Fall zunächst weniger verdient, als er durch Autoklauen verdienen könnte, warum wird er dann zum Shadowrunner? Antwort: Weil er als Shadowrunner davon träumen kann, irgendwann das große Geld zu machen, unterdessen er als Autoknacker immer eine Filzlaus auf der Straße bleiben wird.

Shadowpunk – Der Runner hat gezeigt, dass er etwas drauf hat und seinen Job erledigt bekommt (und das deutlich häufiger als er versagt). Davon abgesehen hat er aber noch nichts getan, dass die Konzerne sonderlich beeindrucken würde. Ihm wird Standardbezahlung angeboten werden.

Shadowrunner – Der Runner hat Beeindruckendes geleistet und umgibt sich zudem mit dem Nimbus, ein Profi und Geschäftsmann zu sein. Der Grad zwischen kettentragendem und den Johnson mit dumm-brutalem Machismo provozierendem Shadowpunk und kühl argumentierendem Business-Runner mag was Fertigkeit und letztlichen Erfolg angeht klein sein, aber in der Konzernwelt macht der Ton die Musik. Einem professionellen Shadowrunner wird 3/2 der regulären Summe (also ein +50% Bonus) angeboten werden.

Veteran – Der Runnner ist den Johnsons bekannt und kann sich seine Aufträge aussuchen. Sein Talent ist gefragt und seine Reputation tadellos. Ihm wird das Doppelte der regulären Bezahlung geboten werden.

Elite – Wer zur Elite der Shadowrunner gehört, nach dem besteht internationaler Bedarf. Seine Runs werden ihn immer öfter aus seiner Heimatregion hinausführen, natürlich auf Kosten des Auftraggebers. Ihm wird das Vierfache der regulären Bezahlung angeboten.

Shadowgod – Fastjack, Dodger, Hatchetman – der Runner, welcher sich zu den weltweit besten und bekanntesten Runnern zählen kann, erhält leicht das Zehnfache der regulären Bezahlung.

Der Spielleiter bewertet jeden Runner im Team einzeln, wobei die jeweils best angesehensten Runner schlechter bewertet werden, wenn sie sich mit Runnern „unter par“ abgeben.

Als grobe Richtlinie hierfür gilt, dass der höher bewertete Runner auf den Rang in der Mitte zwischen seinem eigenen und dem niedrigsten Rang im Team einsortiert wird. Ein Elite-Runner, der mit einem Unberührbaren auf Run geht, wird für diesen Run also wie ein Shadowpunk bezahlt.

Aus der Summe aller Runner wird dann die Runbezahlung des Teams ermittelt (wie das Team die Bezahlung später intern aufteilt, ist dem Auftraggeber egal – er kauft das ganze Team als Paket).

Die Johnson Doktrin

Wenn der Spielleiter die an und für sich „faire“ Bezahlung für den Run-Typ und den Ruf der Team-Mitglieder ermittelt hat, ist es an der Zeit, diese Summe mit dem Geldbeutel des Johnson zu vergleichen.

Kein Johnson hat etwas zu verschenken – der Mittelsmann einer leitenden Megakon-Managerin gibt keineswegs einen „Bonus“ auf die Run-Summe – aber Art des Johnsons und wirtschaftlicher „Wert“ des Runs setzen eine gewisse Obergrenze dafür fest, was für den Johnson oder die Schmidt überhaupt wirtschaftlich Sinn macht.

Als Faustregel gilt, dass der Run nicht mehr als 25% dessen kosten darf, was die Auftraggeberin durch den Run zu gewinnen erhofft.

Diese Zahl des potenziellen Gewinns ist in den meisten Fällen schwer zu schätzen, muss aber in den meisten Fällen auch gar nicht zu exakt definiert werden.

Hofft der Johnson z.B. durch erfolgreichen Abschluss des Runs in eine neue Ebene der Konzernhierarchie aufzusteigen, so könnte der Spielleiter als Richtgröße annehmen, dass der Johnson auf den nächsthöheren Lebensstil aufsteigt. Nun muss er nur die Differenz zwischen dem jetzigen und dem nächsthöheren Lebensstil bilden und diese Zahl x60 nehmen (für 5 Jahre zu 12 Monaten).

Ist der Johnson nicht für sich selbst, sondern tatsächlich im Namen des Konzerns tätig, geht es meist um Multimillionen-Gewinne, ergo entfällt die 25%-Obergrenze in den meisten Fällen (außer ggf. wenn die Runner allesamt Elite sind).

Stellt der Spielleiter fest, dass der Johnson bzw. dessen Konzern sich den Run „eigentlich“ nicht leisten kann (oder will), so kann er versuchen die Kosten zu drücken, z.B. indem er dem Runner-Team Zugeständnisse macht (Verlagern eines Teils der Bezahlung auf den Erlös durch nebenbei geklaute Ware) bzw. er einen Teil der Bezahlung in „Naturalien“ offeriert (rare Ausrüstung aus dem Portfolio des Konzerns, ein im Konzern bereits steuerlich abgesetztes Fahrzeug, Gefallen, Zugriff auf Infos).

Nicht zuletzt sollte der Johnson im Umgang mit allem unterhalb von Veteranen stets bestrebt sein, so wenig wie möglich zu zahlen, und notfalls vor der Verbesserung seiner Verhandlungsposition nicht zurückschrecken (hieraus folgen dann Plot-Twists wie Giftinjektionen, Cortexbomben, Diskreditierungskampagnen, Erpressungen etc.).

Optional: Der Guitar Hero Faktor

Wer schonmal Guitar Hero gespielt hat – okay, es ist 2022, fragt halt eure Mama; das war mal ein Videospiel mit einem Gitarren-Controller – , der weiß: Von einem Gig, der 2.000 $ brachte, bleibt nach Zertrümmern des Hotelzimmers, Anzünden von Autos, Zertrümmerten Gitarren und After Show Party nur gut 500 $ übrig.

Genau dies kennt man eigentlich auch aus einschlägigen Filmen bzw. Shadowrun-Romanen, in denen die (Anti-)Helden, nachdem sie den Run überlebt und die Taschen voll Geld haben, einen Großteil davon beim Poker verzocken oder in Parties, Boytoys, Drogen oder zwar sündteure, aber von den Spielwerten her gewiss überflüssige Spielzeuge (Autos, Designerjacken, neueste Edition des gleichen Komlink-Modells) investieren.

Mit anderen Worten: Sie verbrennen ihr Adrenalin, leben ihre ungezügelte Lust an einem Leben aus, das morgen vorbei sein kann, und sind so wild und frei, wie Punks bzw. Rockstars es nunmal sind oder sein wollen.

Wer als Spielleiter also Angst hat, mit der oben ermittelten Bezahlung die Gruppe regelmäßig zu sehr mit Geld vollzupumpen, der KANN – neben der sehr einfachen Mechanik, einfach Zeit vergehen zu lassen und gnadenlos den Lebensstil zu kassieren – auch einen Guitar Hero Faktor einbauen:

Der Guitar Hero Faktor besagt, dass ein Durchschnittsrunner standardmäßig nur 20% seiner Bezahlung tatsächlich für sinnvolle Dinge ausgibt bzw. spart.

Nach dem Run macht jeder Charakter einen Wurf auf LOG+WIL. Für jeden Erfolg bei diesem Wurf rafft sich der Charakter dazu auf, zusätzlich 10% der Bezahlung für sinnvolle Dinge zu sparen, die er ansonsten lieber auf den Kopf gehauen hätte (wobei davon ausgegangen wird, dass jeder Charakter tatsächlich genug Geld übrig behalten darf, um seinen ggf. ausschweifenden Lebensstil 1 weiteren Monat aufrecht zu erhalten).

Ein Runner, der gerade 50.000 ¥ durch Abschluss eines Runs verdient hat und 4 Erfolge bei seiner Guitar Hero Probe schafft, erhält also faktisch 30.000 ¥ für Einkäufe sinnvoller Ausrüstung ausgezahlt (20% Basisrate + 4 Erfolge x 10% = 60% Anteil der Bezahlung), während er 20.000 ¥ (40%) für irgendwelchen Schnickschnack sinnlos verblasen, verwettet oder verloren hat.

Der Spieler kann selbst bestimmen, für was er das verschwendete Geld ausgibt – einzige Bedingung ist, dass es ihm keinen spielrelevanten Vorteil gibt (Beispiele: Partys, Besäufnisse, Bling-Bling, Designerkleidung, neue Sitzbezüge, Games, neue Fahrzeuglackierung, Spa Aufenthalt, Liebesdienste, virtueller oder realer Urlaub, Wettbüro, Investition in Geschäft eines Freundes etc.).

Bleibt dem Runner trotz Abzügen genug Geld von der Bezahlung übrig, um den nächsthöheren Lebensstil für 3 Monate bezahlen zu können, muss er einen weiteren Wurf LOG+WIL (4) schaffen oder er wechselt tatsächlich in den nächsthöheren Lebensstil.

Beide Prinzipien sollen simulieren, dass es für den Spieler am Spieltisch ziemlich leicht ist, seinen Charakter weiterhin in einer Lache Pisse mit 250.000 ¥ unter dem schabenzerfressenen Kopfkissen schlafen zu lassen. Der Charakter selbst wird aber hochmotiviert sein, erstmal eine eigene Bude zu bekommen und etwas Spaß zu haben. Egal WIE nötig er meint, auf die superteure Drohne xyz sparen zu müssen.

Alternative: Das Guitar Hero Handicap

Alternativ zum oben vorgestellten Guitar Hero Faktor kann auch ein Guitar Hero Handicap eingeführt werden.

Hierbei handelt es sich um einen Nachteil, der 4 Karma pro Stufe kostet und bis zu 4 Stufen nehmbar ist.

Jede Stufe bedeutet, dass der Runner 20% der erhaltenen Bezahlung für Parties und überflüssigen Scheiß ausgibt, weil er einfach sein Geld nicht beisammen halten kann.

(Die Guitar Hero Handicap Variante stammt von Dumpshock-Leser Tachi und ist hier nachzulesen (mit 5 BP/Stufe nach SR5 Regeln, und 15% geringere Bezahlung je Stufe).

Anmerkung: Der Artikel „Lohn der Angst“ wurde erstmals 2008 im Rabenwelten-Blog veröffentlicht. Das Original ist hier nachzulesen. Der obige Artikel wurde auf SR5 und SR6 aktualisiert.

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Hat dir der Artikel gefallen? Wenn du mir als kurzes „Dankeschön“ einen Kaffee (Bier, Milch, Limo, Cola …) ausgeben würdest (z.B. 1€, einmalig), wäre das XXL awesome. 🙂 Tausend Dank!

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Ein Discordserver für Shadowrunner

Hallo zusammen!

Die wegen des großen Erfolges auf unbestimmte Zeit verlängerte Coronakrise hat viele Shadowrun-Fans online enger zusammenrücken lassen und Kontakte zu neuen Spielern gebracht. Immer mehr Runden entdecken die Vorzüge (und Probleme), die das Online-Spiel von Shadowrun mit sich bringt, in verschiedene Städte verstreute Freundeskreise versammeln sich an virtuellen Spieltischen und in der Pandemie hat die Zahl der Spieltermine insgesamt tüchtig zugenommen.

Um diese Entwicklung zu unterstützen und speziell neuen Spielern und Spielleitern den Einstieg in das Rollenspiel und speziell das Shadowrun-Spiel zu erleichtern, habe ich einen Discordserver aufgesetzt: SHADOWHOME.

Neben einer SPIELWERKSTATT als quasi lebende Version des unbedingt kaufenswerten Quellenbuchs HINTER DEM VORHANG gibt e dort 3 SPIELRÄUME mit Voicechat, Textkanal und Würfelbot, in denen sich Gruppen auch sehr gerne feierabends spontan zusammenfinden können, um ein bisschen SR zu zocken (und natürlich könnt ihr die auch für eure reguläre Runde verwenden). Weiterhin gibt es mehrere INGAME KANÄLE von PANoptikum über Arachnet bis Ruhrgebeep, in denen man sich als Charakter textlich mit anderen Charakteren austauschen kann, und eine LOBBY & BAR als Offgame-Hangout via Mikro und falls man mag auch Kamera oder Screenshare.

Hier ist ein Einladungslink zum Server, den du auch gerne mit deinen Freunden bzw. deinen Mitspielern teilen kannst. Der Link ist auf 50 Nutzungen begrenzt, um eine etwaige Bot-Invasion zu vermeiden (ich mache sowas erstmalig und bin lieber etwas vorsichtig, habt Nachsicht mit mir). Wenn die 50 Nutzungen aufgebrucht sind, werde ich so bald als möglich einen neuen Link generieren und einkopieren.

Und wo ich euch grad online habe: Heute Abend ist wieder ab 22:00 ARTSTREAM auf Twitch, diesmal geht es mit dem Cover des FANABENTEUERS weiter. Die wichtigsten zurückliegenden Streams z.B. auch mit Tipps zum SR-Leiten etc. findet ihr auf meinem YouTube-Kanal HIER.

Und falls ihr mir nen Kaffee spendieren möchtet, findet ihr hier auf shadowrunberlin.de rechts im Menü einen überaus dezenten Button 😉

Tutorial für Online-Gameboards

Auch wer nicht mit Figuren und exakten Battlemaps spielt, sondern Kämpfe und Begegnungen allein im Kopf abwickelt, braucht gelegentlich eine optische Orientierungshilfe.

Beim rabenKRAHm am 23.01.2021 verriet ich, wie ich mir für den Eigenbedarf eine Art Online-Gamingboard für das Spiel via Discord gebastelt habe (das Board lässt sich natürlich für jede Art von Screenshare nutzen, egal über welche Plattform).

Das Video findest du hier auf Twitch:

https://www.twitch.tv/videos/886290575

Und hier auf Youtube:

Wie gewohnt stelle ich hier die Ressourcen aus dem Stream als Download zur Verfügung, sogar ergänzt um ein „HOW TO“, also eine Kurzanleitung. Die Files sind Powerpoint, das dahinterstehende Prinzip lässt sich aber mit jedem Programm umsetzen, in dem du Objekte frei herumschubsen kannst (und sei es als Layer in Photoshop).

Es gibt sogar eine ENGLISH VERSION:

Viel Spaß beim Ansehen der Videos und bei der Nutzung der Boards!

Wie baut man Shadowrun Grundrisse?

Bastelstunde für Shadowrun-Grundrisse. Jetzt im Video.

Keine Frage wurde mir im Laufe der Jahre so oft gestellt wie jene, wie man/wie ich eigentlich die Shadowrun-Grundrisse mache.

Heutzutage mache ich sie in Illustrator, was natürlich kaum jemand hat. Bis Ende 2019 habe ich noch in POWERPOINT gearbeitet, was durchaus mehr Leute haben. Und wenn nicht, dann haben viele zumindest ein ähnliches Programm im Office-Anwendungspaket ihrer Wahl.

In meinem zweiten Streaming-Selbstversuch baue ich mit euch eine Büro-Etage samt allen dafür nötigen Objekten wie Türen, Stühlen, Schreibtischen und Co.

Das dabei entstandene Powerpoint-File samt allen Objekten findet ihr hier (in zwei Powerpoint-Varianten, von denen ich hoffe, dass min. 1 funktioniert):

Mit dem File habt ihr einen soliden Grundstock an Map-Elementen, auf denen aufbauend ihr weitere eigene Karten entwickeln könnt.

Viel Spaß!

Serviervorschlag: Zwillen

Wir stehen Stand Juni 2020 noch immer am Anfang der Sechsten Edition von Shadowrun. Das bedeutet, dass für viele spezielle Situationen und Ausrüstungsgegenstände noch keine Regeln existieren – und ob diese jemals kommen, kann keiner sagen.

Kein Problem, an und für sich. Wie im just auf SR6 aktualisierten Artikel „13 Kniffe, die jeder SL kennen sollte“ gesagt, ist die Bandbreite von Schwierigkeiten und Modifikatoren bei Shadowrun trotz vieler hundert Seiten Regeln ohnehin sehr begrenzt (Tipp #13). Jeder SL und jede Gruppe kann etwaige fehlende Regeln problemlos selbst erstellen, sofern man denkt, das überhaupt zu brauchen. Es kommt keine Regelpolizei. Versprochen.

Dennoch: Die Erfahrung lehrt, dass sich die Shadowrun-Regeln vor allem auf neue bzw. Hightech-Geräte und deren Regelauswirkungen konzentrieren. Improvisierte Lowtech-Waffen, wie sie im anarchistischen Berlin alle Nase lang vorkommen, werden in aller „Regel“ (ha-ha) nichtmal bis zum Ende der jeweiligen Edition mit offiziellen Regeln bedacht.

Genau aus diesem Grund gibt es im Quellenband Berlin 2080 einen „Serviervorschlag“ für Molotov Cocktails. Weil es auch in der Sechsten Edition vermutlich nie Regeln für Mollis geben wird.

Aktuell ist ja das „Feuer Frei!“-Buch für zusätzliche Kampfregeln und -Ausrüstung erschienen. Hätte es darin offizielle Regeln für Mollis gegeben, wäre der Serviervorschlag im Berlin-Buch natürlich obsolet bzw. nur eine Anregung für eine alternative Hausregel. Wenig überraschender Weise aber gibt es in dem Buch keine Molli-Regeln. Und, langer Rede, gar kein Sinn, auch keine Regeln für das Thema dieses Posts: STEINSCHLEUDERN.

Serviervorschlag: Zwillen

Steinschleuder, Flitsche, Katschi, Zwackel, Zwuschel, Fletsche, Zwistel, Zwiesel, Katapult, Kartzi, Schlatsche, Kreuzbergschleuder, Spatzenschießer, Zwockel, Gambel, Schlatte – so vielfältig wie ihre Anwendungsmöglichkeiten sind auch die Namen der klassischen Schleuder, für die es in Shadowrun (Stand Juni 2020) zuletzt in der Fünften Edition „ordentliche“ Regeln gab (SR5 Kreuzfeuer-Quellenband, Ares Giantslayer Zwille, S.23).

Weil wir Shadowrun Berlin sind, konzentrieren wir uns natürlich auf die Berliner Spielarten der Zwille, also jene Anwendungsmöglichkeiten, Modelle und Regeln, die aktuell (2080) in der Spreestadt besonders angesagt sind.

Grundsätzliches

Zwillen werden mit der Fertigkeit „Athletik“ abgefeuert (SR6 S.107) und besitzen ähnlich wie Bögen eine Stufe, welche die Mindeststärke angibt, die man zum Spannen und Abfeuern des jeweiligen Modells benötigt.

Charakteristisch für Zwillen ist, dass diese auf kurze Distanzen eine kinetische Schadenswirkung haben, welche selbst bei primitiv konstruierten Modellen den Schaden von Holdouts und leichten Pistolen erheblich übertreffen kann. Auf mittlere und ferne Distanzen nimmt die Schadenswirkung massiver Geschosse allerdings ebenso wie die Präzision rapide ab, weswegen auf diese Distanzen vor allem Geschosse mit Flächenwirkung (Minigranaten, Haftladungen, Molotovcocktails) zum Einsatz kommen.

Genau das macht die regeltechnische Erfassung von Zwillen etwas diffizil: Weil sie eben sowohl „wie Bögen“ massive Geschosse verschleudern (Steine, Stahlkugeln) als auch „wie Granatwerfer“ eingesetzt werden können.

Berliner Zwillen

Hier stelle ich euch vier Zwillen vor, die in Berlin sehr beliebt sind. Natürlich gibt es eine unendliche Vielzahl von handgefertigten und industriell vertriebenen Modellen, so dass die vorgestellten Modelle höchstens als erste Orientierung gelten können.

Für den direkten Schaden wird davon ausgegangen, dass massive Stahlkugeln im 10-mm-Kaliber verwendet werden. Größere Geschosse können auf extrem nahe Distanz mehr Schaden verursachen, erhalten aber heftige Abzüge bei mittleren und weiten Distanzen.

Barzani Edelzwille

Die Eiswerder Waffenmanufaktur Barzani stellt quasi den Standard der modernen Berliner Kampfzwille her: Eine Serie aus leichten, aus Kompositmaterialien um einen Aluminiumkern gefertigten Schleudern in diversen Designs – die Meisten sehr traditionell und schnörkellos, aber es gibt auch extrem aufgepimpte Modelle mit Perlmutt- oder Goldbeschichtungen, individueller Griffanpassung und Montageschienen für Laser, Lampen oder Entfernungsmesser.

Barzani Edelzwille mit Massivgeschoss (Stufe 1-6) | Schaden (Stufe:2)K (sehr nah: +1) | Angriffswerte Stufe / Stufe:2 / – / – / – | Verfügbarkeit (Stufe/4)L / Preis (Stufe x 2) + 50 €

Barzani Edelzwille als Granatwerfer (Stufe 1-6) | Schaden nach Granate/Molli | Athletik /  Athletik-1 / Athletik -8 / – / – | Verfügbarkeit (Stufe/4)L / Preis (Stufe x 2) + 50 €

Berliner Mantelmesser

Das Berliner Mantelmesser ist die örtliche Variante des Schweizer Taschenmessers: Ein überraschend massives, etwa 15 cm langes Multifunktionstool mit ausklappbarer Kampfmesserklinge, Säge (mechanisch oder batteriebetriebene Monosäge) und weiteren „Werkzeugen“ (inkl. Modellen mit integrierten Dietrichen oder Monofilamentpeitschen), zu denen auch zwei Wurfarme für den Einsatz als Zwille zählt (das Spannband wird als Umwickelung des Griffs verwendet).

Barzani Mantelmesser mit Massivgeschoss (Stufe 4-8) | Schaden (Stufe:2)K (sehr nah: +1) | Angriffswerte Stufe / Stufe:2 / – / – / – | Verfügbarkeit (Stufe/4)L / Preis (Stufe x 10) + 50 €

Barzani Mantelmesser als Granatwerfer (Stufe 4-8) | Schaden nach Granate/Molli | Athletik /  Athletik-1 / Athletik -8 / – / – | Verfügbarkeit (Stufe/4)L / Preis (Stufe x 10) + 50 €

Ares Giantslayer Schleuder

Der Klassiker aus dem Kreuzfeuer. Hier mit SR6-Werten.

Ares Giantslayer mit Massivgeschoss (Stufe 4) | Schaden 2K (sehr nah: 4K) | Angriffswerte 4 / 2 / – / – / – | Verfügbarkeit 1L / 50 €

Ares Giantslayer als Granatwerfer (Stufe 4) | Schaden nach Granate/Molli | Athletik /  Athletik-1 / Athletik -8 / – / – | Verfügbarkeit 1L / 50 €

Krime Ultra Kombat

Diese High-End-Schleuder wurde gezielt für Leute mit extremer Kraft entwickelt. Die massive Waffe verfügt über Protektoren für den Unterarm, um Verletzungen durch das schnalzende Polymerband zu verhindern. Ein integriertes Smartsystem misst Entfernungen und Winkel und zeigt in Echtzeit den Flugweg von Massivgeschossen wie Granaten an, um perfekte Zielgenauigkeit zu bieten.

SRB-Slingshot

Krime Ultra Kombat mit Massivgeschoss (Stufe 6-14) | Schaden (Stufe:2)K | Angriffswerte Stufe / Stufe:2 / Stufe:8 / – / – | Verfügbarkeit (Stufe:2)L / Preis (Stufe x 10) + 50 €

Krime Ultra Kombat als Granatwerfer (Stufe 6-14) | Schaden nach Granate/Molli | – /  Athletik / Athletik-2 / Athletik-6 / – | Verfügbarkeit (Stufe:2)L / Preis (Stufe x 10) + 50 €

Mollis und Zwillen

„Moment mal“, mag jemand sagen, „wenn ich einen Molli per Zwille verschießen will, muss ich laut Berlin 2080 und den hier präsentierten Zwille-Regeln ja unter Umständen 3 Haupthandlungen (1 zum Vorbereiten des Mollis (kann vor Kampfbeginn vorbereitet werden), 1 zum Anzünden des Mollis, 1 zum Bereitmachen des Waffe) ver(sch)wenden, ehe ich das Geschoss auf die Reise schicken darf!“

Jup. Genau. Einer der vielen Gründen, warum Mollis lieber geworfen werden und sich ganz generell irgendwann Schusswaffen durchgesetzt haben. Sogar in Berlin.

Gründe für Zwillen

Zwillen haben einige Nachteile, vor allem die Notwendigkeit, die Waffe für das Geschoss bereit machen zu müssen. ABER es gibt auch Vorteile.

Zum einen braucht es keine spezielle Skill, um mit Zwillen zu schießen, nur Athletik. Außerdem sind Zwillen selbst 100% mechanisch und tauchen samt Stahlkugelgeschossen auf Waffenscans nicht auf (auf Metallscans an Flughäfen schon, aber es gibt auch Zwillen und Geschosse, die nicht metallisch sind).

Last but not least lässt sich mit der Adeptenkraft „Verbesserte Fähigkeit“ ein echt fieser Parkour-/Zwillenfighter basteln …

SR6 Spielhilfe: Charakterkarten

Natürlich bin ich keineswegs der Erfinder von Karten, die auf der Vorderseite ein Charakterporträt und auf der Rückseite Werte und Details des Charakters haben. Umso ärgerlicher für mich, dass ich viele Jahre auf dieses geniale Tool verzichtet habe.

Seit ich mir entsprechende Karten für meine ABOREA-Runde gebastelt habe, konnte ich erst wirklich erkennen, was für eine unglaublich gute Spielhilfe diese Karten sind – weshalb ich mir gerade für Shadowrun 6 ein entsprechendes Muster und eine ganze Reihe von Karten gebastelt habe (von denen ich die Meisten freilich hier nicht teilen kann, weil meine Spieler ggf. mitlesen).

Die hauptsächlichen Vorteile von Charakterkarten für NSCs sind die Folgenden:

Anschaulich (1): Indem man die Karten anwesender NSCs vor den SL-Schirm stellt oder auf den Tisch legt, erfasst jeder Spieler, wer gerade im Raum ist. Oder wer als Verdächtiger im aktuellen Mordfall gilt. Oder welche vier Schieber für die anstehende Besorgung infrage kommen. Oder welche Kontakte man anrufen könnte. Gerade bei ABOREA, wo die Charaktere meiner Runde oft mit einer ganzen Entourage von Höflingen und Söldnern unterwegs sind, ist das unbezahlbar – bei SR Runden, wo das Team der SCs auch Supportcharaktere umfasst (zum Beispiel die Mitglieder des Squads einer Polizei- oder Militäkampagne oder die Abteilung der SCs einer Konzernkampagne) gilt das ebenso.

Anschaulich (2): Die Präsenz des Bildes vermittelt tausendmal mehr Infos als jede Beschreibung. Will ich mich mit DEM Typen anlegen? Wie bedrohlich sehen die angreifenden Konzerntruppen aus? Wer das Bild sehr sorgfältig auswählt oder in der Lage ist, eigene Bilder zu machen, kann im Bild sogar versteckte Hinweise unterbringen (Logos, Pins, halb unter der Kleidung hervorblitzende Tattoos), ohne auf diese verbal und damit allzu auffällig hinweisen zu müssen.

Immer griffbereit: Statt in Heftern oder Notizbüchern zu blättern, hat man die einzelnen Karten und somit die NSCs immer griffbereit. Speziell wenn mehrere NSCs aus diversen früheren Abenteuern anwesend sind, entfällt das Hin- und Herblättern.

Bestens vorbereitbar: Statt eine Kladde mit allen fünfhundertdrölfzig NSCs mitzuschleppen, kann man nur die vorgesehenen NSCs der kommenden Session mitnehmen bzw. in die Abenteuer-Aufzeichnungen legen.

Spontan aktualisierbar: Die Rückseite der Karte bietet (normalerweise) genug Platz, um sich schnell etwas zu notieren, zum Beispiel dass der NSC von SC XYZ angefressen ist, weil der ihn gerade beleidigt hat.

Nachdrücklicher Charaktertod: Gerade wenn der langjährige Bekannte sich heroisch geopfert hat, um den Rückzug der SCs zu decken, ist das demonstrative Zerreißen oder Verbrennen der Charakterkarte ein „Hingucker“, der das Ableben des NSC deutlich unterstreicht. Auch das Übergeben der Charakterkarte eines lang gehassten Nemesis, damit sie von den Spielern gemeinsam zerpflückt werden kann, hat etwas zutiefst Befriedigendes.

20200216_205137

Anwendung

Obwohl ich mich inzwischen in Adobe Indesign und Illustrator zunehmend hineingefuchse, habe ich meine Charakterkarten „oldschool“ in Powerpoint angelegt, was vermutlich die meisten entweder besitzen oder das kostenlose Präsentationstool ihrer Wahl importieren können:

SR-NSCkarte-Blanko

Auf der linken Hälfte der Karte wird das Bild des NSC eingefügt (unter „Bild formatieren“ kannst du das eingefügte Bild vergrößern/verkleinern und beschneiden, um in den Rahmen zu passen – Perfektionisten stellen es dann noch per „Anordnen“-Funktion nach Hinten, um somit hinter dem schwarzen Rahmen zu sein).

Auf der rechten Seite werden die Werte eingetragen. Ich persönlich trage dabei immer bereits die fertigen Pools aus Attribut + Fertigkeit ein, um auf einen Blick sehen zu können, wieviele Würfel ich werfen muss. Bei Zaubern und spezieller (nicht alltäglicher) Ausrüstung notiere ich mir auch gern die wichtigsten Regeln oder mindestens die Stelle im Regelbuch, wo ich sie nachschlagen kann.

Fertig ausgefüllt, druckst du die Karte auf A4 aus und faltest sie auf die Hälfte (Perfektionisten schneiden noch die weißen Ränder ab und laminieren sie, aber wie du am Bild oben sehen kannst, habe ich nichtmal einen Farbdrucker und lebe auch noch).

Hast du nur einen S/W-Drucker oder hat dein Drucker ein echt mieses Druckbild, kannst du das verwendete Charakterbild auch auf dein Tablet oder dein Smartphone speichern, um es (z.B. bei erstmaliger Begegnung mit dem NSC) in voller farblicher Pracht zu zeigen.

Einige Beispiele für NSC-Karten:

Bildschirmfoto 2020-02-16 um 21.32.23

PDF-Download: SR-NSCkarte-Fletscher

Bildschirmfoto 2020-02-16 um 21.32.10

PDF-Download: SR-NSCkarte-LeilaTalabani

Bildschirmfoto 2020-02-16 um 21.31.59

PDF-Download: SR-NSCkarte-Schlips

Eine letzte Bitte

Wenn ihr Karten privat für eure Runde erstellt, könnt ihr natürlich an Bildern verwenden, was ihr wollt. Solltet ihr aber Charakterkarten in Foren oder auf eurer Webseite teilen – auch wenn das nonprofit ist – dann fügt bitte den Namen des Künstlers hinzu. Auch, wenn ihr danach suchen müsst (so wie ich heute nach dem beschämend genialen SU JIAN, dessen Bild ich seit Jahren für Leila verwende und den ich erst durch einige Suche fand (das Bild mit schwarzer Augenschminke kursiert auf Pinterest, wo ich es auch einst gefunden habe – tatsächlich sieht das Bild aber so aus (war mir bis heute auch unbekannt)).

Die Powerpoint-Kartenvorlage könnt ihr natürlich völlig frei verwenden, auch ohne Link zu mir oder dieser Webseite. Have fun.

Und wenn ihr mir eure Berliner NSC-Charakterkarten senden wollt, würde ich mich darüber sehr freuen (mindestens als SL für meine eigene Runde, je nach Zustrom lege ich aber auch gerne einen kontinuierlich aktualisierten Blogpost mit den gesammelten NSCs aller SRB-Fans an).

Megaload 12.2019

Ein fettes Teil zum Jahresabschluss! Mit Zufallstabellen für Weihnachten in Berlin, einer neuen Location (Café Goldstein in Pankow am Rand des Dreamlands), zwei Drohnen (BSR Müllsammeldrohne und Sony Versatile Anthropromorphe Drohne mit SR6-Werten), Weihnachtsanzeigen und einem umfassenden Artikel über die Neo-Nomaden der Rollheimer. Ho, Ho, Ho!

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PDF Download ::: schattenload_2019-12

[SL Tipp] Karten und NSC-Bilder

Der Bedarf eines durchschnittlichen Shadowrun-SLs an neuen Grundrissen, Plänen, Karten und 360° in Playstation VR begehbaren Gitteransichten von Arkologien mit einzeln zuschaltbaren Infos über Sicherheitsstrukturen ist nahezu unerschöpflich.

Aus diesem Grund sei hier der Tipp wiederholt, via Google Bildsuche nach geeigneten Karten zu suchen. Dabei gilt es neben der Wahl der richtigen Suchbegriffe – „floor plans“ im Englischen oder auch „compound map“ für größere Anlagen – auch zu beachten, dass man unter den TOOLS der Bildsuche die gesuchte Bildgröße auf LARGE (groß) stellt.

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Hat man das getan, steht einem Exkurs in die wundervollen Welten vorgefertigter Pläne nichts mehr im Weg. Hier nochmal der Auszug aus dem Artikel „13 Kniffe, die jeder Shadowrun SL kennen sollte“:

Weshalb ich aber eigentlich schreibe: Das Blog „Pen and Paper RPG House Rules“ hat einige sehr schöne Grundrisspläne aus verschiedenen Quellen zusammengesucht, und bietet mit einer Kollektion verschiedener Nordamerika- und Seattle-Mapa zudem weitere interessante Links.

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Wer freilich die aktuell beste Seattle-Karte für Shadowrun sucht, muss laut Reddit zur neuen Seattle Box von Pegasus greifen (und ja, so eine Karte hätte ich sehr gerne für Berlin 2080!).

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Last but not least möchte ich bei dieser Gelegenheit auf Pinterest hinweisen, wo es für Shadowrun SLs sehr schön nach Oberbegriffen gesammelte Karten- und Bildersammlungen gibt, zum Beispiel meine eigene Shadowrun Kollektion auf Pinterest.

Bildschirmfoto 2017-03-31 um 09.15.58

Besonders nützlich finde ich dabei die verfügbaren Sammlungen von Charakterporträts, die sich gerade seit Erscheinen von Shadowrun: Returns und Shadowrun Online enorm erhöht hat. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, und ein schnell hervorgeholtes NSC-Bild (auch gerne auf Pad oder Smartphone!) vermittelt den Spielern eine viel bessere Vorstellung ihres Gegenübers als jede zusammengestammelte (weil spontan ausgedachte) Beschreibung.

Bildschirmfoto 2017-03-31 um 09.19.52

Habt ihr weitere Ideen, Anregungen und Links zu interessanten Seiten? Dann immer her damit – auch gerne als Kommentar direkt im Blog!

Shadowrun 5 Character Tent

SL

Did the Samurai hear the Cyberninja drawing his Monokatana? Did the Decker smell the cold smoke of the snitch’s cigarette, who has been waiting here for the past three hours? And does he recognize the brand and know that it is extremely popular with MIFD spooks?

Some say that gamemasters should never do hidden rolls for the player’s character. 

But no matter your personal stance in that debate, it sure would be good if the gamemaster would always know enough about the characters and their (active) augmentations in order to describe the surrounding world as the characters would actually perceive them – taking their (augmented) senses AND their knowledge into account.

Now, the attached character tent for Shadowrun 5 – heavily inspired by the „Character Tent“ zu D&D5 von Gamerstable Dan – can’t do everything.

But using the character tent, the gamemaster can see at a glance, whose character would actually see right away that one of the combat bikes in front of the group’s hideaway still has a hot motor, and also if the fixer would punch into the group’s face’s face because of bad rep of that creep.

CharacterTentSR5Screenshot

You can find the German version of the character tent [HERE].

Have Fun!

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