Shadowrun Berlin

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Schlagwort-Archiv: anarchie

MEGAPULS.03.79

NOVAPULS.12.2077

NOVAPULS vom 21.05.2076

[SRB] Nachgehakt: Geiselnahme-Folgen Teil 2

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME / September Update

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Wie der SRB Newsscan berichtete, hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort im Juni „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt und dadurch einen sofortigen Gegenantrag der dort als Kiezpolizei agierenden, überwiegend aus Orks bestehenden exilrussischen Söldnergruppe Sevet provoziert. In rascher Folge werden seitdem die alternativen Bezirksbüros mit gleichlautenden Anträgen von Gangs, Gruppen und angeblich als „unabhängige alternative Bezirkspolizisten“ arbeitenden Einzelpersonen bestürmt.

Kleiner Reality-Check: Mein Antrag in Pankow vom 26. Juli ist im Eilverfahren mit „einstweiliger Subventionsbescheinigung“ durchgewunken worden, und zwar mit elektronischem Stempel „Gültig auf Landesebene“. Noch Fragen?
Tolstoi

Da du eine bekennende Vory-Wumme bist und die Sache in Pankow lief: Eigentlich nein. Mein Antrag (in Kreuzberg) kam Anfang August mit einstweiliger Bewilligung an. Inzwischen sind 43 Aufhebungsbescheide per Massenaussendung zugestellt worden, jeder Einzelne als Folge eines Bezirksgruppenvetos. Ebenfalls traf ein gesonderter Bewilligungsbescheid des Initiative autofreies Kreuzberg ein, denen ich zugesagt habe bei der Ausübung meiner Polizeitätigkeit einerseits keine motorisierten Fahrzeuge zu verwenden und umgekehrt mit entschiedener Härte gegen „Verkehrsdelikte auf Basis kiezbezogener Sondererlasse“ zu agieren. Bisher hab ich 4 widerrechtlich in Sperrstraßen fahrende Autos mit vorgehaltener Waffe angehalten und vor den entsetzten Augen des Konzerndrohnenbesitzers abgefackelt (zugelassen als „verkehrserzieherische Maßnahme im Härtefall“, §212b der „Sonderstraßenverkehrsordnung für autofreie Kieze“).
Mahakali

§212 der bitte WAS???
Russenrigger

Die SStVOFAK (umgangssprachlich „VO Autofuck“) ist eine durch verschiedene „autofreie Kieze“ Initiativen entwickelte, durch die Bank weg autofeindliche „Straßenverkehrsordnung“, die von BERVAG und Berliner Rat (und somit Sternschutz) zwar nicht formell anerkannt wird, die aber auf Basis des Rechts der alternativen Bezirke auf Selbstverwaltung und alternative Arbeitsweisen zweifellos dort Gültigkeit hat, wo die Verwaltung des alternativen Bezirkes dies zulässt bzw. vorschreibt. Einzige Bedingung ist, dass die Gültigkeitsgrenzen klar ausgeschildert sind. Speziell im durch verschiedene Interessengruppen und maximale Kiezfreiheitlichkeit geprägten Friedrichshain-Kreuzberg gilt die VO Autofuck selten für größere Gebiete, immer wieder aber einzelne Straßen oder auch nur Abschnitte derselben. Die Fahrt durch Nebenstraßen gleicht somit einem Navigieren durch ein Labyrinth, in dem einige findige Alternative auch „Autofallen“ aufgestellt haben. Eine Autofalle ist eine Reihe von Einbahnstraßen, die in einer Sackgasse oder einem Gebiet der SStVOFAK endet. Die Kiezpolizei, welche die Autofuck durchsetzt, kann und wird diese als Rechtsgrundlage verwenden, die Autos zu pfänden, wodurch diese in Kiezbesitz übergehen, verkauft werden und zur Zahlung der Kiezabgaben verwendet werden. Dass die Kiezpolizei verstärkt Konzernkarren im Visier hat, unterdessen man alternativ oder autonom wirkende Falschfahrer einfach nicht behelligt oder nach Zahlen einer Bestechung – hier mit Quittung als steuerlich absetzbares „Verwarngeld“ – fahren lässt versteht sich von selbst. 
Fienchen

In bestimmten Gegenden geltende alternative Verkehrsregeln? Wer kommt denn auf SOWAS? Ich könnte mir solche SCHEISSE nichtmal ausdenken, wenn ich wollte!
Russenrigger

Willkommen in meiner Welt. Dieses und baugleiche Probleme bestehen in allen Bezirken, in denen es keine Machtgruppenmehrheit auf Bezirksebene gibt. Überall dort, wo starke dominante Gruppen solchen Blödsinn nicht verhindern können (oder betreffende Anträge in der größeren Abstimmung unweigerlich am Widerstand anderer Gruppen scheitern) fällt die eigentliche Verwaltungsentscheidung auf ominöse „Kiezgruppen“ zurück. Und die können in ihrem Revier erstmal festlegen, was sie wollen. Druck gegen groben Unfug gerade der Abzocker und Spaßanarchisten müsste die Bezirksregierung machen – dazu wird sie auch wortgewaltig vom Berliner Rat oder Bürgermeister aufgefordert. Da der Bezirksverordnete aber durch Vetos an praktisch allem gehindert werden kann, fehlt ihm oft die Möglichkeit, die Zustände im Bezirk zu ändern. Was ja auch genau das ist, was die Kiez-Hirnis wollen.
Nakaira

Die eigentliche Krux ist Folgende: Jeder Berliner ist unsagbar findig darin, Lücken in bestehenden Regeln und Verordnungen zu finden oder diese umzudrehen und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Siehe: „Wir ziehen Konzernern ihre Karren ab, zahlen damit unsere Kiezabgaben und erhöhen durch die Sonderbeiträge der Kiezes im Bezirk bzw. des Bezirks in Berlin dann auch noch das Stimmgewicht unseres Bezirksvertreters.“ Was dabei übersehen wird, ist die Lawine, die dadurch losgetreten wird: Nicht nur kommt der Konzerner, dem man das Auto geklaut, gepfändet, zerbeult oder angezündet hat nicht wieder (was ja ggf. noch gewünscht sein mag), er entwickelt regelrechten Hass gegen Alternative (den der geneigte liberale Kreuzberger-Vernissage-Besucher vorher gewiss gar nicht hatte!), sucht aktiv nach Möglichkeiten, es ihnen heimzuzahlen (z.B. am Firmenschreibtisch oder bei berlinweiten Abstimmungen), verbreitet die Schauergeschichte vom irren Alternativen in Konzernkreisen weiter und schürt somit Angst – und vor allem unterstreicht das unvernünftig korrupte Agieren der Kieze, dass die Alternativen mit Freiheitlichkeit und locker gefassten Regeln nicht umgehen können. Und entzieht sie ihnen.
Tolstoi

Sprach der Vor.
Mahakali

Tipp: Wenn du dir mit neuem Kommlink Zutritt verschaffst, miste vorher mal deine Linkliste aus, Mister WummenSindGeil68.
Tolstoi

<<< Mahakali wurde blockiert >>>

Anfang August tauchte in der alternativen Kabelmatrix ein SST File mit dem Titel „Voyé-Plan“ auf. Dieses schildert eine mögliche Integration von Kiezpolizeeinheiten in die Sternschutz-Kommandostruktur. Wie inzwischen bekannt wurde, hat der Vertreter von Mitte Alexander Schmidt (FBV, PNE) am 26. Juni eine Anfrage im Berliner Rat gestellt, ob man nicht die Kiezwehren gemeinschaftlich als „SST Unterstützungsgruppen“ klassifizieren und SST Einsatzleitern unterstellen könnte, die dann zugleich auch Anträge auf Bezuschussung etc. prüfen und durchwinken bzw. abblocken. Das offenbar durch eine Person aus dem Umfeld von Bronstein geleakte File vermittelt den Eindruck, der Sternschutz sei von dieser Idee alles andere als angetan (wenn es einen Kommandierenden des Sternschutz gibt, ist dieser immerhin auch für „Einsätze“ in Verantwortung). Das sehr langatmige File umfasst mehrere Szenarien, die aus diversen Gründen als undurchführbar verworfen werden.

Das Voyé-Papier umfasst auch einen Lösungsvorschlag: Dieser würde darin bestehen, dass der SST als Subabteilung des Sternschutz mit einem gesonderten Mandat der BERVAG den Direktauftrag erhält, einzelne Einsätze zu koordinieren, die durch Kiezpolizisten durchgeführt werden. Die reguläre alltägliche Arbeit bliebe „Belang der alternativen Kollegen“ und „wäre der Vollverantwortung der alternativen Bezirksvertreter anheim gestellt“, lediglich „Sondereinsätze, die von höchster Stelle verordnet“ seien können dann „zur Bildung gemischter Einsatzgruppen“ führen, in denen dann „natürlich“ jemand vom Sternschutz bzw. der SST den Befehl habe.

Wie Karel im Schockwellenreiterboard meinte: Hört sich so an, als ob der Stern bzw. Voyé schlauer ist, als man gedacht hätte: 99% der Zeit haben die alternativen Bezirksvertreter den Schwarzen Peter und die Verantwortung für allen Mist, den die Kiezwehren bauen… und in Sonderfällen (welcher Art auch immer) könnte die SST die Kiezwehren dazu zwingen, sich ihrem Oberbefehl zu unterstellen. Wenn das juristisch abgesichert ist, klingt das erschreckend praktikabel. Auf der anderen Seite können sich die Alternativen dann aber auch selbst von den Schutzgangs die aussuchen, die ihrer Meinung nach am besten zu ihren eigenen, jeweils kiezspezifischen politischen Vorstellungen passen, und für das Schutzgeld zumindest eine ansatzweise akzeptable Gegenleistung erbringen…
Tolstoi

Ein kleines Wunder ist hingegen, dass dies dann doch noch die Alarmglocken der Alternativen zum Klingeln gebracht hat…
Nakaira

KEIN Wunder. Schlagkräftige Argumente. *Grins*
Fienchen

Ich verneige mich vor deiner Überzeugungskraft
Fbiertrinker

Seit öffentlichem Bekanntwerden des Voyé-Plans haben in den alternativen Bezirken mehrere intensive Beratungsgespräche stattgefunden, die am 24. August einen vorläufigen Höhepunkt in der Wuhlheide im Bezirk Lichtenberg fanden: Auf einem Treffen mit 1.300 Delegierten aus allen alternativen Bezirken rief Bürgermeister Pflügler leidenschaft dazu auf, Vernunft walten zu lassen und die in den Bezirken bestehenden Werkzeuge zur Eindämmung der ausufernden Gang-Gewalt zu nutzen. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, das Thema „Alternative Kiezpolizei“ im Rahmen einer „nur auf die Bewältigung einer akuten Krise, in der das Leben Unschuldiger bedroht wurde“ abstellenden Situation aufgebracht zu haben. Dies sei „ein schwerer Fehler“ gewesen.

Vor allem altautonome Gruppen riefen auf der Versammlung dazu auf, die inzwischen ablaufenden Entwicklungen, vor allem aber die Vorstöße „konzernfaschistischer Kreise“ als „Bedrohung des Status F“ zu betrachten und entsprechend auf diese zu reagieren. In der Zeit der Anarchie in Berlin hätte dies bedeutet, dass auch verfeindete Gruppen sich kurzfristig zur Abwehr der Bedrohung vereinen – exakt dies scheint auch die Folge des überbezirklichen Wuhlheide-Treffens zu sein:

Wie Morek Pflügler vor wenigen Minuten verlautbaren ließ, haben sich „sämtliche der alternativen Bezirksvertreter mit Ausnahme der Vertreter von Oranienburg und Falkensee“ in „historischer Einigkeit“ hinter den Antrag Dr. Franziska Landolts gestellt, grundsätzlich keine Berliner Gelder in Aufbau und Unterhalt lokaler Sicherheitsdienste zu leiten und diese auch nicht dem Sternschutz als beauftragte Berliner Polizei rechtlich gleichzustellen. Da der Antrag der Bezirksvertreterin von Tempelhof zuvor bereits die Unterstützung der Mehrzahl der Konzernbezirkvertreter hatte, gilt seine Annahme nunmehr als sicher.

Anarchisten votieren in der Sache für Anträge der Megakonzerne? War das nicht auch eines der Zeichen der kommenden Apokalypse?
Fbiertrinker

Tatsächlich sind die Bezirksvertreter der Konzern- und der Alternativen Bezirke sich recht oft einig – egal, wie sehr sie öffentlich übereinander herfallen oder einen gemeinsamen Entscheid als ihren persönlichen Triumph gegen den Abschaum der Gegenseite herausstellen: BEIDE Bezirksvertretertypen treten für die Maximierung ihrer Bezirksautonomie ein, und das bedeutet ganz klar so wenig Einmischung von BERVAG, Berliner Rat und letztlich ADL wie möglich. In diesem Fall ist es so, dass die Megakonzernvertreter, die sich hinter S-Ks Antrag gestellt haben einfach kein Geld an die Sicherheit alternativer Bezirke vergeuden wollen, wo es ohnehin nur veruntreut wird oder in Gangkriege fließt. Sie wollen ihre Stadt hübsch ordentlich, sie wollen ihre eigenen Bezirke sicher durch ihre eigenen Sicherheitsgruppen, wollen den Sternschutz unter voller Berliner Förderung für die Sicherheit der gemeinsamen Wirtschaftszone Berlin (gemeint sind die Normbezirke) und die SST als vorgelagerte Einheit, die in den alternativen Bezirken die gröbsten Auswüchse „by any means necessary“ bekämpft. Die „überraschende“ Zustimmung der Alternativen ist dabei natürlich keineswegs überraschend: Landolt hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wenn die alternativen Bezirke Gelder aus der Berliner Hand für Aufbau und Unterhalt eigenständiger, selbstverwalteter Polizeieinheiten erhalten, dass dann die Konzernbezirke rechtlich und finanziell gleichgestellt werden müssen. Sprich: Sie hat darauf bestanden, dass im Fall einer Bezuschussung der Kiezpolizei auch die Konzernsicherheit öffentlich bezuschusst wird. Und zwar gemäß dem in früheren Diskussionen eingebrachten Berechnungsmodell „in einem akzeptablen Verhältnis zum tatsächlichen aktuellen Unterhaltsbedarf“. Diese Formulierung hatte eigentlich den Zweck, den Kiezwehren möglichst wenig Geld in den Rachen werfen zu müssen (wieviel Geld zum Unterhalt der Ausrüstung braucht denn z.B. eine Gang mit Messern und ein paar Pistolen schon). Wären die Konzernbezirke und deren selbstverwaltete Polizei gleichgestellt worden, hätte genau das dazu geführt dass die Konzernsicherheit mit ihren Rechenzentren, ihrem Fuhrpark, ihren Drohnen, ihren treibstoffintensiven Banshee-Einsätzen etc. um ein vieltausendfach höheres bezuschusst worden wären als die Kiezwehren. Das konnte nun wirklich kein Alternativer zulassen.
Fienchen

Berlin. Wo die Konzerne kriegen was sie wollen und die Alternativen nach Belieben vorgeführt werden.
Nakaira

[SRB] Nachgehakt: Folgen der Geiselnahme

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Am 23. Juni hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt, was natürlich die dortige Kiezpolizei der Sevet meint, eine überwiegend aus exilrussischen Orks und Trollen bestehende Söldnereinheit.

Unser Gegenantrag auf Anerkennung als Kiezpolizei und somit Gleichstellung zu diesem Abschaum läuft.
L3N1N

Ja, zusammen mit vier Tonnen gleichlautender Anträge von allem, was mehr als 1 Person ist (plus Einzelanträge „unabhängiger alternativer Polizisten“, die einen auf Judge Dredd machen möchten.
Fienchen

Mein Antrag ist auch schon weg 🙂
WummenSindGeil68

Pflügler & Co zögern natürlich, quasi Sponsoring für einen Gangkrieg zu betreiben – auf Sternschutz-Seite (aus Reihen der SST) ist aber zu hören dass die das ne fantastische Idee finden: Endlich kann man sich von Negativschlagzeilen trennen und das Abmurksen von Metas der „Kiezpolizei“ überlassen – ohne Risiko eigener Verluste! Und wenn was schiefgeht kann man das sogar noch Pflügler in den Rücken rammen, weil er ja diesen Mist mit der bezuschussten Gang-Polizei angefangen hat.

ich wage mal ne vorhersage: die situation eskaliert, pflügler muss zurückrudern, ein konzernmensch im rat legt ein vom sternschutz verfertigtes dokument vor, das zeigt wie schlimm von verbrechern die ganzen kiezwehren durchsetzt sind, und am ende wird das projekt „wir rüsten die Gangs auf“ verdientermaßen ad acta gelegt, während der sternschutz zusätzliche gelder durchgewunken bekommt, eine sonderkomission zur ablösung der kiezwehr und beendigung der gang-gewalt in den alternativen bezirken aufzubauen. und zwei monate später fährt die SST mit blitzneuen panzern durch die zone und betreibt warme sanierung mit napalm.
Spin

Bisschen überzeichnet und militärisch nicht ganz korrekt, aber ja, that sums it up.
L3N1N

Nicht, wenn wir es verhindern können.
Fienchen

Da kommt schwer Scheiße auf uns zu.

Ich verneige mich vor deiner Weisheit
Fbiertrinker

Lobpreis der elfischen Weisheit
WummenSindGeil68

Autsch. Das war ein Tiefschlag
Fienchen

<<< WummenSindGeil68 wurde blockiert >>>

Pflügler ist im übrigen im Kreuzfeuer der Kritik fast aller alternativen Bezirksvertreter, die sich seit Start dieser Scheiße vor zunehmend lautstarken Forderungen ihrer jeweiligen Schutzgangs (inkl Vory- und Maffiya-Schutztruppen) kaum retten können.

In einzelnen Kiezen sind schon Gangkriege ausgebrochen, da die eine Gang gehört hat die andere Gang bekäme demnächst Geldmittel zum Aufrüsten… Es schwelt!

Schwerpunkt-Schwelherde sind Falkensee, das nördliche Pankow, das westliche Lichtenberg und erstaunlicher Weise das sonst so harmonische FX. Neuester Trend sind Zusammenschlüsse von themen- oder gesinnungsähnlichen Gangs zu „Gangkönigreichen“ oder anderen Arten der Allianz, um als überlokale alternative Polizei im Osten anerkannt zu werden. Sogar die Horde erlebt ein echtes Revival gerade! (und die Metahassgangs natürlich auch – gern würden die mit der Falkenwehr fusionieren, aber die Falken wittern Morgenluft und haben alle Vorstöße (bis auf wenige Ausnahmen bzw. Aufnahmen) abgeblockt.
Fbiertrinker

Wasn FX?
Dr. Krawallo

FX = Fhainxberg = Fhain-Xberg = Friedrichshain-Kreuzberg
Fbiertrinker

[GNB] Unblutiges Ende einer blutigen Geiselnahme

GEISELNAHME UNBLUTIG BEENDET

Aufregung im Berliner Mediendschungel. Die Entführung eines Sightseeingbusses mit sogenannten „Anarchietouristen“ hat am gestrigen Nachmittag und frühen Abend eine regelrechte Eruption im Blätter-, Feed-, Radio- und Tridkanalwald ausgelöst. Vier Unbekannte hatten gestern um 13:07 Uhr einen Bus der Firma Riedeltours beim planmäßigen Stopp am Anarchokaufhaus „F-Shop“ in der Herzbergstraße 62 im Berliner alternativen Bezirk Lichtenberg mit vorgehaltenen Sturmgewehren des Typs AK-97 geentert und versucht, den Bus in Richtung Ahrensfelde (Marzahn-Hellersdorf) umzuleiten. 

Alarmiert durch den Busfahrer und mehrere Notrufe von Kommlinks der an Bord befindlichen Touristen kam es nur wenige Minuten nach Beginn der Entführung bereits zu ersten Schusswechseln zwischen Entführern und Vertretern der Kiezwehr in Form der F-Shop Schutztruppe und freien Gardisten der Straßenschutzgang „Herzberg 69ers“. Bei dem Schusswechsel kamen keine Personen zu Schaden, allerdings wurde das Fahrwerk des Busses durch Nagelketten und eine Carkiller-Mine der 69er schwer beschädigt. 

Carkiller-Minen?
Scrambler

Selbstgebastelte Antifahrzeugminen mit sehr begrenzter Sprengwirkung, deren Treibsatz aber mit Nägeln und anderem Splitterkrams vermischt ist. Werden für gewöhnlich handgezündet per Wifi oder Funke und detonieren dann genau unter dem Zielfahrzeug. Selten wird dabei der Fahrzeugboden durchschlagen, dafür aber so ziemlich alles an Kabeln, Rohren und Leitungen zerfetzt was unter einem Fahrzeug entlangläuft – plus wenn man Glück hat reißt es auch das ein oder andere Rad weg oder zerschrottet Getriebe oder Achsen. Riedelbusse sind entgegen dem Vorurteil, dass ihr ganzes martialisches Äußeres nur Papp-Deko sei tatsächlich recht ordentlich gepanzert, weswegen die 69er gleich 4 Minen gezündet haben (dem ARtack Vidfeed nach war auch ne „echte“ Fahrzeugmine dabei, wenn ihr mich fragt). Der Bus hat’s trotzdem gestanden und fuhr dann zwar rauchend und krauchend, aber immerhin noch so mit 40 km/h bis zum Falkenberg. Solide Arbeit, was die Riedel-Schrauber da gemacht haben.
Russenrigger

Wen haben die denn als Schrauber?
Der_Letzte_Autoduellist

Zum einen ist Riedel – ein Brocken von Troll, der früher Lkw-Touren in ganz Europa bestritt – ja selber ein ziemliches Mechanik-As und hat an jeden der 3 Riedelbusse selbst Hand angelegt, wenn eer sie nicht sogar zumindest in der Erstkonfiguration selbst aus russischen Militärbussen und Spareparts aus der Hölle zusammengeflammt hat. Riedel ist außerdem ein dicker Kumpel vom Schrotter ausm Wedding (und Stammgast im Trashcave), mit dem er in der Freizeit an derbst überzogenen „Show-Anarchokarren“ für Messen oder Werbeevents herumtüftelt (nimm einen derben Militärlaster, hau Trollsitze rein, bock ihn auf und pack übergroße Räder drunter, montiere Flammenwerfer und Show-Waffenhalterungen oder nen Turm von nem ausgedienten Panzer, gib dem Ganzen Rostlook und Eisenpfähle, pack Tierschädel und Stacheldraht drauf und hau als Finish 500 Schuss Munition in den Lack). Und nicht zuletzt hat er sich 3–4 Schrauberkumpels aus den Werkstätten am Helmholtzplatz für die alltägliche Wartung und Nachrüstung gebucht.
Russenrigger

Der Bus setzte sich gen Norden ab und erreichte um 13:42 den von der Kiezschutzgruppe Falkenwehr betriebenen Checkpoint Falkenberg am Industriepark Wolfener Straße, wo die Fahrt durch einen erfolglosen Versuch, den Schlagbaum des Checkpoints zu durchbrechen, endete. Wenige Minuten später – um 13:45 Uhr – trafen die ersten Flycam-Drohnen der Medienanstalten und Sender am Ort des Geschehens ein und übertragen live sporadische Schusswechsel zwischen den im Bus verschanzten Entführern und den Einheiten der Falkenwehr.

Wie durch mehrere Sender kolportiert, nahmen die laut Senderberichten zur „Letzten Front“ gehörenden Entführer angesichts der Ausweglosigkeit der Situation Kontakt mit der überwiegend aus Orks und Trollen bestehenden, exilrussischen Söldnereinheit SVET (Seryi Volk Eingreif Truppe, gesprochen „Sevet“) auf, die jenseits der Märkischen Allee unter Langzeitschutzvertrag mit dem dortigen Wohngebiet steht. Diese Kontaktaufnahme konnte sehr im Gegensatz zu der behaupteten Gruppenzugehörigkeit inzwischen bestätigt werden.

Ist die Letzte Front nicht auch so’n Fascho-Dingens von der Nationalen Aktion? Spinn ich jetzt total?
TubOrk

Du meinst „Das Letzte Manifest“. Zur „Letzten Front“ hatte ich nen Feed-Ausschnitt in den Berlin-Upload geladen. Das betreffende Komitee diesen Namens hat aber garantiert nix mit Busentführungen zu tun: Die LF hört sich eher an wie ein Koordinationsgremium verdeckter Kontaktleute verschiedener alternativer Bezirksgruppen, die gemeinsam Taktiken zur Abwehr von Konzernaktionen besprechen. Seit dem Berlin Upload hat mich das nicht mehr losgelassen und ich hab etwas weiter gebuddelt, dabei aber erstaunlich wenig gefunden. Mittlerweile denk ich ja, dass das Komitee „Letzte Front“ sowas wie der oft geforderte „bezirksübergreifende alternative Geheimdienst“ sein könnte.
Spime

Wohl eher der alternative Verfassungsschutz. Tatsächlich gibt es in der „Szene“ die völligst berechtigte Sorge, dass ADL-Regierung und Konzerne versuchen werden das noch eher verwundbare Konstrukt der Berliner Verfassung auszuhölen oder sogar in einer weiteren Nacht-und-Nebel-Aktion umzuschmeißen. Da die Berliner Gerichte der BERVAG unterstehen und die einzig ansprechbare höhere Berufungsinstanz für Berliner Verfassungsfragen irgendein oberstes Bundesgericht wäre, hat man längst das dringende Bedürfnis hier ein alternatives Kontrollorgan – idealer Weise mit eigenen Agenten, und seien es freie Agenten wie z.B. Schattenläufer – zu schaffen. Seit dem Berlinupload geistert – dank Deines Schnippsels, Spime – der Begriff „Letzte Front“ durch die Foren (ich hab sogar schon ein Omega-Zeichen mit Auge in der Mitte als „Logo“ gesehen). Ob Rommel, Che und Co. tatsächlich sowas sind oder bei sowas mitmachen würden ist natürlich keinem klar, dennoch …
Tolstoi

… könnte es sein dass Horizon mit Hilfe der Dawkins-Gruppe versucht, den Begriff und mit ihm einen alternativen Geheimdienst zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Das war doch, was Du andeuten wolltest, oder?
Nakaira

Ich will hier ja nicht mit Ockhams Rasiermesser in der Gegend herumfuchteln, aber dass ein Großteil gerade der Konzernmedien „zufällig“ auf den Namen „Letzte Front“ kommt, um eine völlig unbewiesene Behauptung zur Zugehörigkeit der „Terroristen“ aufzustellen, klingt mir erheblich unplausibler als dass jemand den Medien den Namen „gesteckt“ hat. Ob das nun gleich die Dawkins-Gruppe war, weiß ich nicht – es kann ebenso ein kreativer Schreiberling der DeMeKo gewesen sein, der etwas Anarchobashing und Terrorgrusel einbringen wollte (gell, Nakaira?).
Fbiertrinker

F Dich!
Nakaira

Während SVET Scharfschützen aus der Distanz ihrer Hausblöcke heraus die Falkenwehrgardisten unter Beschuss nahmen und diese somit in Deckung zurückzwangen, wurde auf Seiten der SVET parallel eine Extraktion der Busentführer vorbereitet – ob mit oder ohne Geiseln, ist nicht bekannt.

Dazu indes kam es nicht mehr: Während aus zunächst unbekannten Gründen und von unbekannter Stelle ein vom Humboldtstützpunkt gestarteter Flugverband der SST kurzerhand zurückbeordert wurde, gingen parallel bei Falkenwehr und SVET Anrufe ein mit monetär vergüteten Angeboten, die Kampfhandlungen einzustellen. Die während der Nachtstunden und bis zum Mittag des heutigen Tages zirkulierenden Spekulationen darüber, wer diese Eingriffe vornahm und letztlich der umstrittenen Falkenwehr eine polizeiliche Vertretungsmacht vor Ort überschrieb, wurde vor wenigen Minuten bei einer Pressekonferenz vor dem Mahnmal der Opfer des Berliner Frühlings (Konzeption) in der VR Berlin beendet:

Strippenzieher der ungewöhnlichen Aktion war der Lichtenberger Bezirksvertreter und Zweiter Berliner Bürgermeister Morek Pflügler.

WAS???
Fbiertrinker

WTF?
Fienchen

Oh, Leute, Come ON. Das ist hier kein Livekommentar. Lest halt weiter.
Come ON

In seiner insgesamt 40-minütigen Ansprache setzte Pflügler sehr ausführlich auseinander, was ihn zu seinem Schritt bewogen habe und auf Basis welcher Punkte des Berliner Einigungsvertrages und der Berliner Verfassung er das Recht zu haben glaubte, sich über den geltenden Sternschutzvertrag auch ohne vorherige Rücksprache mit Berliner Rat oder Erstem Bürgermeister hinwegsetzen zu können.

„Unter den gegebenen Umständen bestand die einzige Alternative zu meinem Handeln darin, nichts zu tun und den Geschehnissen ihren Lauf zu lassen. Dies hätte erkennbarer Weise mindestens in der Konfrontation zwischen den SST-Flugeinheiten und den mit Mlitärbewaffnung ausgerüsteten Söldnern der S.V.E.T. zu zahlreichen Toten in der Zivilbevölkerung geführt, sei es durch Abschuss und Absturz von SST-Maschinen in Lichtenberger oder Marzahner Wohngebiet oder aber ein aus militärischer Sicht notwendiges Niederhaltungsfeuer gegen das Wohngebiet. Ich räume offen ein, nicht gewusst zu haben, wie sich die Verantwortlichen auf Seiten der SST, der SVET, der Falkenwehr und nicht zuletzt der Entführer im weiteren Verlauf verhalten hätten, ich war aber nicht bereit das sich mir hier darstellende Risiko für die Zivilbevölkerung zu dulden.“

Betreffs seiner Berechtigung zum Handeln führte Pflügler aus, dass das Gebiet, in dem der Bus gestoppt wurde, zwar auf der Grenze nach Marzahn liege (wo die SVET stationiert seien), dass es aber zweifelsfrei per Peildaten der Pressedrohnen als auf Lichtenberger Seite befindlich zu definieren sei. Notverordnungen für den Fall von Ausbruch kriegerischer Gewalt geben ihm – so Pflügler – das Recht, Notverordnungen für seinen Bezirk zu erlassen, bis Rat bzw. Ratspräsident weitere Entscheide treffen könnten. Das Vorhandensein einer kriegsähnlichen Situation sei bereits durch die Präsenz von Militärwaffen (speziell: Raketenwerfer, Sturmgewehre, Scharfschützengewehre, Granaten) vor Ort gegeben, unabhängig davon ob diese zum Einsatz kamen oder nicht. Zudem habe er als Zweiter Bürgermeister in einer Situation, da der Erste Bürgermeister und Ratspräsident Yilmaz Wojenko nicht erreichbar gewesen sei, Stellvertretungspflicht gehabt.

Wojenko abends plötzlich nicht erreichbar, obwohl er während des ganzen Nachmittages noch Memos zum Entführungsfall an die Bezirksrepräsentanten geschickt hat und in ständiger Konferenz mit der Sternschutzführung stand? Mann, wer soll das denn bitte glauben?
Gun

Erstens, GNU, wär es toll, wenn Du nicht Infos, die ich Dir unter der Hand gebe nach draußen bläst. Zweitens braucht es gar keiner zu glauben: Pflügler braucht es nur zu sagen, und Wojenko nicht zu widersprechen. Schon ist dieser sehr sehr heikle Move wenigstens was den Stellvertreteraspekt angeht gedeckelt. Der Ratspräsident ist Exekutivchef der BERVAG, die BERVAG ist Halter des Sternschutzvertrages – und bingo.
Fienchen

Durch sein Handeln – so Pflügler weiter – sei der Konflikt ohne die befürchteten Zivilopfer beendet worden. Hierbei seien zwar öffentliche, indes für Sicherheitsfragen vorgesehene  Gelder an die Falkenwehr als durch ihn als Bezirksvertreter in dem fraglichen Gebiet anerkannte Sicherheitstruppe geflossen.

„Zum Fall der an die SVET-Söldner geflossenen Gelder sei gesagt, dass die Einstellung der Kampfbeteiligung durch diese zwingende Voraussetzung für die Erfüllung des gegebenen Polizeiauftrages durch die Falkenwehr war. Mithin war der Abzug der SVET-Scharfschützen und der sofortige Stopp etwaiger Extraktionsvorhaben ein direkter Belang der Lichtenberger Sicherheit, wenngleich die SVET zweifelsfrei in Marzahn-Hellersdorf stationiert sind. Ich habe in dieser Sache bereits mit Herrn Ünsel gesprochen, der mein Vorgehen im Angesicht der Umstände abgenickt hat.

Fragt sich nur, zu welchem Preis. Die Vory geben einem nichts geschenkt.
Hamurabi

Natürlich wird der gesamte Vorfall von den betreffenden Stellen und Ausschüssen aufgearbeitet werden. Ich rechne damit und hoffe sogar darauf, dass aus der Untersuchung dieses Falles die Erkenntnis hervorgeht, dass unser neues Berliner Konstrukt noch Lücken aufweist, und möchte der Erwartung Ausdruck verleihen, dass diese Lücken zur Zufriedenheit aller – und besonders der Berliner Bürgerinnen und Bürger – geschlossen werden.“

In ersten Reaktionen der anderen Ratsvertreter übten vor allem Cazares (Aztech-Schönwalde/Aztechnology), Koizumi (Prenlauer Berg/Renraku), Ronczewski (Reinickendorf), Lakhloufi (Zehlendorf/Proteus) sowie die alternativen Bezirksvertreter Faber (Oranienburg), Atzold (Falkensee), Özgun (Friedrichshain-Kreuzberg) und Bronstein (Pankow) zum Teil sehr harsche Kritik an Pflüglers Vorgehen. Überraschend milde drückten sich dem gegenüber S-K Frau Dr. Landoldt, der Dritte Bürgermeister Koslowski (Tegel/Z-IC) und wie bereits erwähnt Murat Ünsel (Marzahn-Hellersdorf) aus. Die Einberufung eines Untersuchungsausschusses gegen Pflügler scheint dennoch beschlossene Sache zu sein. Der Erste Berliner Bürgermeister Yilmaz Wojenko (Spandau/PsiAid) war bisher zu keinem Kommentar bereit.

Ich verstehe Pflügler ja. Er ist Priester und will Menschenleben schützen. Deshalb aber der Falkenwehr offiziellen Polizeistatus zu geben – gerade wo Pflügler selbst Meta ist – ist einfach falsch. Egal, unter welchem Vorwand er dieses Zugeständnis wieder rückgängig machen wird.
Fienchen

Zudem fragt sich jetzt jede Gang (und auch die SVET) ob sie nicht ein Anrecht auf dasselbe Zugeständnis (und öffentliche Gelder) haben. Die Büchse der Pandora ist geöffnet.
Tolstoi

Pflüglers zwanghaftes Gutmenschentum musste ihn ja irgendwann dazu treiben, tief ins Klo zu greifen. Meine Meinung: Wir erleben grad den Anfang vom Ende seiner Karriere.
Nakaira

Wenn dem so ist, dann aber nur auf Betreiben der Medienkonzerne. Das Bild von der Straße sieht aktuell nämlich (noch) sehr danach aus, dass man Pflügler für sein mutiges (und leicht anarchistisches) Eingreifen bewundert, das hier wirklich Schlimmeres verhindert hat. Natürlich kann dies durch Schmutzkampagnen noch gedreht werden – aber wie gesagt: Heute, am Tag X, ist Pflügler wieder einmal der Berliner Held, der er schon oft war.
Safiya Dafiya

Die vier Busentführer wurden am Vormittag durch die Falkenwehr verhaftet und an den Sternschutz übergeben.

[44] Geiselnahme: 31 F-Touris in Safaribus

RIEDELTOURS SAFARIBUS AM FALKENBERG FESTGESETZT

Konzernbürger, die in ihrer vom Arbeitgeber zugelassenen Freizeit gutes Geld dafür ausgeben, sich in gepanzerten Touristenbussen durch Berlins Elendsviertel kutschieren zu lassen, gab es schon zu Zeiten des Status F. Seitdem diese Art wohldosierter Nervenkitzel dank Berliner Einheit ein gutes Stück ungefährlicher geworden ist, hat die Anarchie-Touristikbranche sogar einen kleinen Boom erlebt.

Speziell solche Kieze, die mehr anarchistisch aussehen als wahrhaft anarchistisch im Sprawguerilla-Sinn zu sein profitieren vom Geschäft mit dem wohligen Schauder – und geraten dadurch mit selbsterklärten „echten“ Anarchos zunehmend aneinander. Während die meisten Safari-Anbieter eher filmparkmäßig durchgestylte Touren in martialisch dekorierten Bussen durch Gegenden wie Kreuzberg anbieten – oft mit Stop beim Hinterhof-Ratten-Barbecue oder sogar Übernachtung in einer „scharf bewachten Anarcho-Herberge“, in der man Jabifu aus der aufgesägten Konservendose für 8 Euro trinken darf – gilt der Anbieter „Riedel Tours“ als Top-Anbieter für „echten“ Anarchotourismus, vor dessen Antritt man konsequenter Weise auch alle möglichen Sonderversicherungen bzw. Selbstverpflichtungserklärungen, den Veranstalter im Schadensfall nicht zu verklagen, unterzeichnet.
Konnopke

Dieser Boom gerät zunehmend in Gefahr durch immer besser organisierte Angriffe lokaler Banden und Sprawlguerilla-Zellen, die sich vor Kurzem zur Initiative AntZ! (AntiZoo) zusammengeschlossen haben. Und deren Rolle – ob Bürgerbewegung oder Terrorzelle – durchaus noch nicht klar definiert ist, auch wenn die Newsportale die laufende Geiselaktion erstens den Ameisen schon zugeordnet haben und zweitens diese quer durch alle Kamäle als Terroristen titulieren.

DAS kann man ihnen doch kaum vorwerfen, oder? Mit Kalschnikows in der Gegend rumzuballern, nen Bus voll Konzerntouris zu besetzen und absurde politische Forderungen zu stellen – was soll denn bitte noch mehr terrormäßig sein?
Rummel

Nanitenwaffen? Nein, ohne Scherz: Der Fall dieser Busentführung ist klassisch für das Label-Problem, dass zunehmend viele Gruppen durch die Sprawlguerilla oder auch einzelne Aktivisten kriegen. Ich habe selbst AntZ! Aufnäher auf der Kutte, und zwar wie die meisten deshalb, weil ich es nicht einsehe mich hier von vorbeifahrenden Bussen aus fotografieren und als seltsames Tier begaffen zu lassen. Die Argumente der AntZ! Initiative sind gut und stichhaltig, und mehrere Anträge im Rat gehen auf Anregung der Initiative zurück. All das spielt aber keinerlei Rolle mehr, wenn AntZ! über Nacht zur Terrorzelle umgefönt wird. Oder schlimmer noch: Wenn die Terroristen da im Bus am Ende noch nen AntZ! T-Shirt tragen und sich somit ein Label zueigen machen, deren andere Träger gar nix mit der Bus-Aktion zu tun haben und diese auch voll daneben finden. AntZ! wäre nicht die erste Gruppe, die im politischen Diskurs so bequem entsorgt würde.
Tolstoi

Fakt am Rande: Der Rat wollte sich Ende des Monats mit der Anarchietouristikproblematik beschäftigen.
Fienchen

Ach, jetzt sollen wohl wieder die bösen bösen Konzerne die geheimen Drahtzieher des Terrorangriffs sein? Klar! Die Verunglimpfung von ein paar Dampflaberern lässt sich am Besten durch Irre mit Sturmgewehren erreichen, und die Bilder toter Geiseln im Trid sind die beste Werbung für Anarchotourismus, den die Konzerne natürlich supergeheim fördern! MANN, seid ihr PANNE!
Nakaira

Diese begann heute gegen 13:00 Uhr, als 4 Unbekannte einen Touribus von Riedel an der Herzbergstraße anhielten und sich gewaltsam Zutritt verschafften. Nach allem, was man weiß, war mindestens eine Person an Bord des Busses ebenfalls Mitglied der unbekannten Partei, konnte aber das Auslösen des stillen Alarms des Busses und gut eines Dutzend Panikknöpfen der Touristen an Bord nicht verhindern. 

Trotz bestehender Abkommen zwischen dem Touristikunternehmen Riedel und den Kiezwehren der üblicher Weise angesteuerten Gebiete gelang es den Touristen, den Bus aus dem Gebiet Fennpfuhl zu bewegen, wobei allerdings die Räder des Fahrzeuges z.T. schwer beschädigt wurden. Noch während der SST Einsatzstab überlegte, ob und wenn ja wie ein Eingreifen erfolgen sollte, erreichte der Bus das Gebiet Falkenberg, wurde aber beim Abbiegen auf die verlängerte Wuhletalstraße von Einheiten der Nationale-Aktion-nahen Falkenwehr angehalten, offenbar im Bestreben Wegzoll zu kassieren. An dieser Stelle kam es zu einem ersten Schusswechsel zwischen Geiselnehmern und Kiezgardisten, in deren Verlauf der Bus die Fähigkeit zu fahren verlor.

Inzwischen deutet alles darauf hin, dass sich die Geiselnehmer im Bus mit wenigstens 31 Touristen und dem Busfahrer verschanzt haben, während die Falkenwehr das Fahrzeug umstellt und festgesetzt hat. Das Eintreffen von Drohnen der Tridsender hat die Situation offensichtlich verschärft, sehen die Saubermänner von der Falkenwehr samt ihrem „Führer“ Stahl doch eine perfekte Gelegenheit, sich im Trideo als Wächter der Ordnung zu profilieren.

Lauscher aus der ARtack! Community berichten gleichzeitig, dass die Geiselnehmer Verhandlungen mit den Söldnern der Sevet-Gruppe aus den Wohnblöcken östlich der Märkischen Allee aufgenommen haben. Unabhängige Drohnenrigger melden, dass sich Scharfschützen der Söldnergruppe auf den Hausdächern eingerichtet haben. Andere Beobachter melden verstärkte Tätigkeit im Luftstützpunkt Humboldtbunker, die auf einen baldigen Start der dort stationierten Polizeieinheiten hindeuten. Dem Motorengeräusch nach werden auch die Triebwerke des Banshee aufgeheizt.

Das wird sehr, sehr eklig werden.
Rummel

Jup. Und vor allem wird es egal wie die Sache ausgeht als weiterer Beweis dafür herhalten, dass Berlin mehr zentrale Kontrollen und Polizeipräsenz in den alternativen Bezirken braucht. Ich hör schon Schmidt seine Rede einstudieren.
Der_Kreuzberger

Hä? Dein Schmidt macht ne Rede? Hast Du nen Job in der Sache?
Augustinermönch

Ich mutmaße mal er meint Alexander Schmidt. Und da mutmaßt D_K völlig richtig: Tatsächlich verfolge ich grade eine „spontane Stellungnahme“ von diesem PNE-Kotzbrocken. Besonders heimtückisch: Er appelliert an die „besonders stark metamenschlich durchsetzten“ Sevet, sich doch „ihrer Menschlichkeit“ zu erinnern, und er vertraut darauf dass „selbst diese“ nicht soweit gehen werden, Leute zu decken die Unschuldige Frauen und Kinder als Geiseln nehmen.
Tolstoi

Die Bühne ist bereitet.
Nakaira

Das wird sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr eklig werden.
Rummel

Diese Modemasche der Konzerner – wie generell Sprawling/Underdogging – ist natürlich saublöde … aber die jenigen, die meinen, Aktionen wie die Geiselnahme hier wären für alle, die sich auf bezirkspolitischer Ebene kritisch mit dem Thema auseinandersetzen und den Missbrauch von Unterschicht-/Alternativ-Stadtteilen als Menschenzoo gerne eingeschränkt oder abgeschafft sähen, extrem kontraproduktiv, haben natürlich vollkommen recht! – Das spielt Recht-und-Ordnung-Fanatikern wie diesem PNE- und FBV-Heini nur in die Karten! Nebenbei: weil ich grad den Newsbeep rechts gescannt hab: WTF hat die ETA aus Euskal Herria mit eurer Berliner Sonder Schutz Truppe vom Stern zu schaffen? – Oder steh ich da bezüglich Abkürzungen auf’m Schlauch?
CuriosityThrillsTheCat

Letzteres. ETA meint hier „Estimated Time of Arrival“, also die erwartete Ankunftszeit. Angekommen sind die Sternschnuppen übrigens nicht (weiß nicht ob ihr die weiteren News verfolgt habt, ggf. linke ich heut noch einen der korrekteren Newsartikel) – wie es ausschaut hat irgendwer im Kommando (und zwar nicht im Sternschutz, denn die hätten sich never ever die Butter vom Brot nehmen lassen) den Einsatz abgebrochen und stattdessen der Falkenwehr als „alternativer Polizei vor Ort“ eine Art Sonderetat gegeben, das Problem zu erledigen (bisher ist die Anerkenntnis von Kiezwehren oder lokalen Gangs als Ersatzpolizei stillschweigend geduldet, aber niemals offiziell anerkannt worden – wird spannend sein zu sehen, wie dieser Move jetzt interpretiert und gerechtfertigt wird). Vor allem tät mich interessieren, wer das angeordnet hat. Ünsel wäre im Bezirk am Drücker – wenn die Weisung von weiter oben kam, kann sie nur von Wojenko selbst gekommen sein. Obwohl … vielleicht hat auch die Ratskanzlei ihre Finger im Spiel.
Tolstoi

Se’Seta‘iote. Also, für mich sieht das nach einem Job der Dawkins-Gruppe aus. Ein, zwei Sprecheradepten bei den Ants eingeschleust, die denen sagen wie sehr die bösen Kons es verdienen, vielleicht ein oder zwei Aktionen in Touribussen die die Touris anstacheln sich besonders daneben zu benehmen, um auch moderatere Ameisen und vormals neutrale Alternative zu ärgern … vermutlich ist keiner der Dawkins-Operatives bei den Kidnappern bei, aber ich wette einer oder mehrere schlafen mit welche von denen. Üblicherweise sind das zwei oder vier, die zusammenarbeiten. Ach ja, ist das vielleicht ein Versuch der Betonköpfe der Anarchos, sprich Tichonow? Letzterer hat sich doch letztens lange mit einem Repräsentanten von Horizon unterhalten, oder erinnere ich mich da falsch? Wäre besonders perfide, wenn sie ihn dahin gebracht hätten – denn egal, ob ihr Plan aufgeht (und die Alternaiven wieder komplett in der Terrorecke landen, oder zumindest die die nicht zu Tichonow halten, der ja bei diesem Event auch mit der Regierungsprominenz gesprochen hat ), oder ihr ihn vereitelt (und die moderaten Alternativen und Tichonows Radikale sich zerfleischen), das Ziel von Horizon wird erreicht – die Alternativen, die nicht in ihr Konzept passen, werden empfindlich geschwächt.
Macha

Oh ja, die allmächtige Dawkins-Gruppe wieder. Das Schlimme an Konzernen wie Horizon ist, dass sie euch nie den Gefallen tun werden tatsächlich mit Terroristen zu dealen oder derartige Scheiße anzustellen, die Konzernweltverschwörungstheoretiker immer wieder zusammendichten (dieser Style bleibt Japankons und gewissen Mittelamerikanern überlassen). Horizon fährt als King of Spin weit besser damit, sich einfach aus den jeden Tag einprasselnden Meldungen zu bedienen und jene zu highlighten, die in deren Programm passen, sowie solche Meldungen kleiner und unbedeutender zu machen (oder mit Rauchbomben widersprechender Gutachten zuzupflastern, bis jeder das Interesse verliert) die nicht in ihre Agenda passen bzw. die Klienten des Kons beschaden könnten. Horizon und se iwil Doakinzgruhb braucht keine Meldungen künstlich zun generieren, um Anarchos schlecht aussehen zu lassen. Das schaffen die ganz alleine!
Nakaira

[A] Stattkrieg

Da der 1. Mai ja grade wieder mal vorbei ist, uppe ich den alten Anarchopedia-Eintrag zum Stattkrieg mal und lade euch dazu ein, ihn zu aktualisieren. Scheint mir nämlich inzwischen definitiv kein singuläres Phänomen oder ein Nanotrend zu sein…
Tolstoi

Stattkrieg ist eine durch keinen offiziellen Sportverband organisierte, jedoch an das klassische Stadtkrieg entfernt angelehnte Betätigung von Spaßguerillas und/oder Straßen- bzw. Gangklasse-Stadtkrieg-Spielern auf der verzweifelten Suche nach Sponsoren für ihr Team (bzw. eine „Entdeckung“ und Aufnahme in ein etabliertes höherklassiges Team).

Erstmals am 1. Mai 2064 unter diesem Namen und Inhalt nachweisbar, findet Stattkrieg stets inmitten einer großen und soweit möglich medial wirksamen Massendemonstration mit starker Polizeipräsenz und zu erwartenden Ausschreitungen statt. Ziel des „Spiels“ ist es, einen runden, analog den Stadtkrieg-Regeln auffällig als Spielball gestalteten Brand- oder Sprengsatz durch die Polizeireihen und in die „Endzone“ des „Klassengegners“ zu bringen, z.B. zu dessen Kommandofahrzeug. 

Neben dieser blutig-terroristischen Ursprungsform aus der autonomen F-Szene der Stadt hat sich eine zweite Spielweise etabliert, dessen Zielsetzung exakt dieselbe ist, worin allerdings die explosive Ball-Attrappe durch einen regulären Stadtkrieg-Ball ersetzt wird. Da die Sicherheitskräfte vor Ort keine Möglichkeit haben, Attrappen von echten Sprengsätzen zu unterscheiden, ist die Gegenwehr entsprechend heftig und beide „Spielweisen“ enden meist tragisch für den „Spieler“. Dass Stattkrieg dennoch speziell am 1. Mai in Berlin immer wieder gespielt wird und für Schlagzeilen sorgt, liegt im Kern an folgenden Einzelfällen:

  • Ygor Maltevik, 1. Mai 2064: Der Autonome Troll Ygor Maltevik ist der erste belegte Stattkriegspieler und gilt heute als „Legende“ der autonomen Szene. Im Versuch, den Abriss der „Enklave 14“ und die Deportation der dort „illegitim“ lebenden Sippen von Trollen und Orks im heutigen Steglitz zu verhindern, brach der arbeitslose Ygor durch die geschlossenen Reihen der Konzernsicherheitskräfte, die wenige Minuten nach Verstreichen einer letzten freiwilligen Räumfrist begonnen hatten mit äußerster Brutalität gegen die Enklave-Bewohner vorzugehen. Auf mehreren bis heute zirkulierenden Live-Videofeeds ist zu sehen, wie der massige Troll-Veteran, in seiner Jugend ein Stadtkrieg-Spieler bei den Cyberwölfen, von Dutzenden Kugeln getroffen wird und dennoch die Barrikade durchschlägt, dabei ein krude rund geformtes Paket im Arm. Sekunden nachdem Ygor den Kommandowagen der Konzerntruppen erreicht, lösen er und zahlreiche Gegner sich in einer gewaltigen Detonation auf. Bei seiner Tat trug Ygor seine alte Stadtkrieg-Rüstung. Der Akt erfuhr breite Berichterstattung in den Piraten- und Konzernmedien, in deren Zuge der Begriff „Stattkrieg“ erstmalig Verwendung findet (durch Nakaira, damals noch S44).Spätere Berichte decken auf, dass der alternde Troll an mehreren Knochenmarkerkrankungen litt, die ihn drohten bewegungsunfähig zu machen und in wenigen Jahren zum Tode geführt hätten. Die Enklave 14 konnte durch die Tat nicht gerettet werden, allerdings ermöglichte das durch die Detonation entstandene Chaos den Enklave-Bewohnern das Entkommen aus dem Kessel.
  • Zoé Callisto, 1. Mai 2067: Nachdem in den Jahren nach ’64 noch mehrere Sprengsätze auf ähnliche Weise zur Zerstörung vitaler Punkte der Einsatzleitung vor Ort führen und die Sicherheitstruppen entsprechend wachsam sind, platziert die elfische Spaß-Anarchistin und Gründerin der Nano-Bewegung NF67 (Novaheißer Fotzenblock 67) trotz heftigster Gegenwehr alleine durch aufgerüstete Reflexe und schier unglaublicher Parkour-Fähigkeiten einen Stadtkrieg-Ball in den Händen des leitenden Kommandeurs und lässt sich – lächelnd – verhaften. Nach ihrer Wiederfreisetzung in Ermangelung eines Verbrechens wird Callisto für einige Zeit zum medialen Superstar und tourt durch alle Vlogs und Talkshows im Land, wobei sie zum Frust der anarchistischen Bewegung keinerlei sinnvolle politische Statements abgibt und sich völlig auf mediale Eigendarstellung konzentriert. Als „Bad Girlie“ mit Sexappeal und eigentlich unsendbarer Unverfrorenheit wird sie zum Liebling der DeMeKo, die ihren Look und Style später an mehrere Modelinien lizensieren wird. Callisto spielte in zwei Saisons bei den Labrats – wohl auch eher zum Spaß – und lebt heute in Saus und Braus vom Geld ihres noch immer guten Lizenzen.
  • Die Napalm Jacks, 1. Mai 2072: Während sich sowohl reale Sprengeinsätze als auch zunehmend abstrus werdende Spaßinszenierungen fortsetzen – die Todesopfer der Letzteren werden einigermaßen zynisch als Morde der Konzernfaschistatur durch Anarcho-Medien ausgeschlachtet – schließen sich 2072 vier Halbprofis aus der Berliner Bezirksliga zusammen, um vor den laufenden Kameras der alljährlichen „1. Mai Krawall-Berichterstattung“ und mit neu implantierten Simrig-Aufzeichnungsgeräten ihre Stadtkrieg-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im Feuerhagel der Polizeiabwehr sterben 2 der Jacks, die beiden anderen erhalten den erwarteten Ruhm und eine Aufnahme in Profiteams der Stadtkrieg-Liga. Torezzi Syndrome (Jack#2) wird sich Weihnachten 2072 umbringen. Jack#3 – er wie alle Jacks während des Stattkrieges nur mit Vollmaske zu sehen – offenbart nie seine Identität und spielt bis heute nur mit Maske bei Anarchie Wien. 

Während Stattkrieg weiterhin ein riskantes bis je nach Spielweise illegales Unterfangen bleibt,  hat sich dennoch im Bereich der SimSinn-Bootlegs und BTL-Szene ein Wirtschaftszweig für Stattkrieg-Feeds entwickelt, an dem auch größere Sendehäuser partizipieren. Straßenpreise für verwertbare Sinn-Aufzeichnungen aus Ego-Sicht eines Stattkrieg-Stürmers rangieren um 500 Euro für die Einzelaufzeichnung bis hin zu 250.000 Euro für eine spektakuläre Aufzeichnung inklusive Verwertungsrechten durch einen Medienkonzern. Die Nachfrage ist diskret, aber groß, und das Angebot durchaus vorhanden.

In der Berliner Stattkrieg-Saison 2073 (also am 1. Mai 2073) wurden insgesamt 16 Versuche auf die Endzone gestartet. 3 davon konnten ihren Ball versenken (2 Bälle, 1 Sprengsatz). 7 Stattkrieger wurden verhaftet, 4 zum Teil lebensgefährlich verletzt, 5 – darunter alle die ihren Ball versenkten – erlagen noch am Ort ihren Verletzungen bzw. wurden durch ihr eigenes Paket umgebracht.

Ja, liest sich jetzt besser als „ein selbstmörderischer Nanotrend für Grenzdebile, denen reguläre Stadtkriegmatches einfach nicht gefährlich genug sind und die – allerdings mit einiger Berechtigung – hoffen, via spektakulärer Stattkrieg-Stunts die Aufmerksamkeit der Medienluden zu wecken“. Nicht unbedingt wahrer, aber besser lesbar.
Russenrigger

In dem Maße, wie sich Stattkrieg als Wirtschaftsfaktor etabliert, zieht er natürlich alle üblichen Effekte nach sich – nicht zuletzt, dass Leute wie Du und ich dafür bezahlt werden, einem Versuch zum Erfolg zu verhelfen, ihn zu verhindern oder eine Aufzeichnung zu bergen. Gerade Letzteres kann heikel werden (und gut bezahlt werden), wenn der Stunt spektakulär genug war.
Vlady Wostock

Abstreitbare Meldungen wollen wissen, dass die DeMeKo über Mittelsmänner und Portale auch Abschussquoten von Stattkriegern an Bullen zahlt. Gemäß dem Motto: Besser 10K zahlen für einen hirnmassebespritzten Chip, an dem keiner mehr Rechte geltend machen kann, als einen Stattkrieger mit 100K für die Komplettrechte zu entlohnen.
Dr. Caligula

[B1L] Sternschutz bereitet sich auf Großdemos vor

BERLIN-KONFERENZ ERREGT DIE GEMÜTER

Sicherheitsexperten von Sternschutz und MET2000 erwarten im Angesicht jüngster Krisen das Schlimmste für die Anfang Juni geplante Berlin-Konferenz: „uns liegen ernstzunehmende Drohmeldungen radikaler Gruppen vor, die Anschlägen ankündigen. Außerdem ist bedingt durch die schlechte Wirtschaftslage und die immer desolater werdende finanzielle Situation bestimmter alternativer Prekariatszonen in diesem Jahr mit einer Rekordzahl gewaltbereiter Demonstranten zu rechnen“, so Konrad Mannhus vom Sternschutz: „Wir richten uns auf das Schlimmste ein und befinden uns in äußerst kooperativen Gesprächen mit Beratern der Mobilen Einsatz Truppe 2000“.

Verschärft werde die ohnehin gespannte Lage durch die anhaltenden Unruhen in Kreuzberg, so Mannhus weiter: „Obwohl die Situation der Berliner Muslime und deren Forderungen nach Umbau der Gesetzgebung nach den Prinzipien der Schariah nicht Gegenstand der Berlin-Konferenz sind, scheint der Kreis um Muhammad Abu al-Qasim (schiitischer Prediger in Kreuzberg, Anm.d.Red.) fest entschlossen, die Konferenz als Projektionsfläche für ihre Forderungen zu verwenden“. Die potenzielle Verbindung von autonomer und fundamentalislamistischer Gewalt sei Grund zu größter Sorge und rechtfertige eine engmaschige Vernetzung aller in Berlin operierenden Sicherdienste.

Berlins Zweiter Bürgermeister Morek Pflügler, der gemeinhin als geistiger Vater der Berlin-Konferenz gilt, hält die Sorge indes für überzogen: „Die Berlin-Konferenz ist die direkte Konsequenz aus jenen Gesprächen am Runden Tisch, die das heute geeinte Berlin überhaupt erst möglich gemacht haben. Die Chancen auf Verständigung, die sich durch die Gespräche von Vertretern der ADL-Regierung, der Berliner Großkonzerne, der Parteien, der großen Alternativen Gruppen in Berlin und bedeutender Köpfe unserer Zeit und Stadt ergeben können nicht der blinden Angst vor etwaigen Ausschreitungen geopfert werden. Die Konferenz aufzugeben bedeutete die Hoffnung und Zukunft Berlins zu Grabe zu tragen, wo beides doch gerade erst begonnen hat“.

Ob diese Hoffnung gerechtfertigt ist, muss sich freilich erst erweisen. Der Pankower Bezirksvertreter Wladimir Igorewitsch Bronstein jedenfalls lieferte sich in der gestrigen Sitzung des Berliner Rates einen heftigen Schlagabtausch mit dem Bezirksabgeordneten von Mitte Dr. Alexander Schmidt (FBV): Nachdem Schmidt sich für einen MET2000 Einsatz im Rahmen der Berlin-Konferenz und präventive Ermittlungen auf Basis von Vorratsdaten stark gemacht hatte, warf Bronstein ihm „groteske Wahnvorstellungen“ vor:

„Anstößig finde ich nicht, dass Sie die reale Gefahr von terroristischen Anschlägen wiederholt dazu missbrauchen möchten, die von Ihren Geldgebern seit Jahren forcierte Totalüberwachung der Konzernreichshauptstadt Berlin voranzutreiben. Persönlich beleidigt bin ich allerdings darüber, dass Sie ihre schäbigen faschistischen Vorhaben nicht einmal mehr tarnen, sondern uns mit ganz offen selbstfabrizierten Schreckensszenarien zum Narren halten wollen“.

Die Sitzung des Rates musste vorzeitig abgebrochen werden. Eine Fortsetzung via Virtualität ist für den morgigen Tag angekündigt.

Ach ja, die Berlin-Konferenz. Demonstranten, Wasserwerfer, Polizeibrutalität, Bilder von Steineschmeißern und brennenden Autos und die Jandorf vor einem Wald aus Mikros, wie sie erklärt dass die Gespräche produktiv gewesen seien, nur leider ohne greifbares Ergebnis.
Konnopke

Nicht zu vergessen die Dauertstaus auf allen Wegen, auf denen die Konferenzteilnehmer an- und abreisen, die explosive Zunahme an Spyware und spontanen Personenkontrollen und das grassierende Denunziantentum.
Tolstoi

Ihr wolltet die gelobte Freiheit, nun habt ihr sie.
Nakaira

Wann ist die Konferenz genau?
SilentK

Von Freitag, den 16. Juni, bis Sonntag, den 18. Juni. Und erstaunlicher Weise bin ich eingeladen in meiner Eigenschaft als LiveGen-Mitarbeiterin. Das Programm hab ich zwar noch nicht, aber wenn die Vertreter einer alternativen Bezirksverwaltungsgenossenschaft hinzubitten wird es wohl unter anderem um das vielbemurmelte Bestreben gehen ALLE Bezirke durch die BERVAG „zwangsmanagen“ zu lassen, egal wie blumenreich das umschrieben wird oder wieviel Kohle plötzlich ungefragt in meinem Account auftaucht.
Fienchen

Na, da weiß ich jedenfalls, wo ich zwischen 16. und 18. Juni dieses Jahres garantiert NICHT hinfahren werde… weder mit meiner Impaler, die Elbe aufwärts, noch mit dem Monocycle.
Karel

[B1L] Geiselnahme in der M-Bahn endet tragisch

GEISELNAHME IN DER M-BAHN ENDET TRAGISCH

Mitten im Berufsverkehr kam es heute um 9:50 Uhr auf der Linie M6 zu einer gewaltsamen Geiselnahme durch eine Gruppe gefährlicher Sprawlguerilla-Aktivisten, die offenbar versucht hatten einen Angestellten von Proteus auf dem Weg zur Arbeit zu entführen. Hermann Schmidt (Name von der Redaktion geändert) war wie viele andere innerstädtische Pendler auf der Linie M5 unterwegs, als mehrere Terroristen über ihn herfielen und versuchten, ihn nach Nothalt unweit des M-Bahnhofs Warschauer Straße in den Tunnel zu zerren.

Der engagierte Mitbürger Yussuf Dneri (Name von der Redaktion geändert), Leiter einer Wilmersdorfer Kampfsportschule, war zufällig mit im Abteil und versuchte die Tat zu vereiteln, wurde aber durch die Attentäter angegriffen und schwer verwundet. Er befindet sich mittlerweile in der Charité und schwebt nach Angaben der behandelnden Ärzte in Lebensgefahr.

Das beherzte Eingreifen von Dneri und den anderen Fahrgästen konnte dennoch den Plan der Terroristen vereiteln, die sich nun versuchten mit ihrem bewusstlosen Opfer vor anrückenden Sicherheitskräften in die Linie M6 zu retten. Hier kam es kurz darauf zur Geiselnahme der zunehmend in Bedrängnis Geratenen, die in der von der Zentrale angehaltenen Bahn von Sicherheitspersonal schnell eingekreist werden konnten.

Die an sich stabile Situation, in die sich auch bereits Verhandlungsführer des Sternschutzes eingeklinkt hatten, eskalierte überraschend gegen 12:10 Uhr, als weitere Mitgliedern der Terrorzelle versuchten ihre Mitverbrecher von außen zu befreien. Ein Versuch, den Zug per Fernzugriff in Richtung der Anarchozonen zu fahren, wurde durch Abschalten der Stromversorgung entlang der Linie vereitelt. Ebenso scheiterten mehrere bewaffnete Versuche, die Festgesetzten gewaltsam zu befreien.

Das Drama endete vor wenigen Minuten durch Einsatz einer Einheit der Sonderschutztruppe, bei der sämtliche der Geiselnehmer sowie vier weitere Terroristen zu Tode kamen. Von den Geiseln kam keine zu Tode, mehrere Unbeteiligte erlitten aber Schürfwunden und Gasvergiftungen. Herr Schmidt befindet sich zusammen mit einigen weiteren Verwundeten gegenwärtig auf dem Weg in die jeweilige Vertragsklinik.

Über die Motive der Täter oder ihre Zugehörigkeit zu einer bekannten Zelle liegen gegenwärtig keine Erkenntnisse vor.

Okay, versuchen wir auseinanderzunehmen was abging: Wie ihr meinen BEEPs entnehmen könnt, kam es zunächst zu ner Ripperstecherei in der M5. Nach allem was Fienchen mir steckte – die im Nebenabteil der proppevollen Bahn war – waren die „Täter“ vier Leute, die versuchten einen Schlipsträger mit Proteus-Clip am Revers abzugreifen (Letzteres sah F nicht; das entnehme ich vielmehr den inzwischen kursierenden Videofeeds). Daraufhin greift ein angeblich zufälliger Anwesender die Täter mit implantierten Rippern im besten Ars Cybernetica Kampfstil an, fängt sich ein paar Hiebe von der Messerklaue des Teams und wird von zuvor noch verborgenen Elfin des Teams hinterrücks niedergeschossen. Das Team bringt den Wagen per Notbremse zum Stehen, öffnet die Türen und versucht durch die Tunnel abzuhauen. Der Zeitplan der Leute stinkt allerdings zum Himmel: Schon während sie im Abteil sind feuern die ersten Panikrufe der anderen Fahrgäste los und die Sicherheit ist auf dem Weg – und die ist wegen der angeblichen islamistischen Terrorgefahr heute besonders auf Zack und verstärkt vor Ort. Die zu dem Zeitpunkt noch mutmaßlichen Runner schleppen ihr Target durch ein Treppenhus für Servicekräfte auf das unweit verlaufende Quergleis der M6, der Hacker des Teams foppt die Bahnsteigkameras und da die Ausgänge von der Security dichtgemacht wurden gehen die Leute in den westwärts abfahrenden M6 Zug, wo natürlich sofort die nächsten Notrufe per Kommlink der Fahrgäste gezündet werden. Die BVB halten den Zug per Fernsteuerung an, riegeln den betroffenen Wagen ab und lassen die Fahrgäste der anderen Wagen kontrolliert ab, während die Sicherheit den Zug umstellt (wofür im Tunnel auch die noch wenigen Sicherheitsleute völlig ausreichen). Bereits out of ideas rufen die Runner nun ihrerseits die Karre (vom Runnercode CAR für „calling all runners“) und setzen 25K Belohnung (Karre 25) dafür aus, sie aus der Scheiße (braun) zu holen. Vermittler des betreffenden Deals ist vermutlich der Schieber des Teams, der über eine versteckte Kommunikationsleitung in der Vision Berlin am Brunnencafé auf dem Breitscheidplatz zu kontakten ist, indem man dem Kellner dort die Bestellung der Nummern 6 und 15 (kleine Nuke Cola und Stück Schwarzwälder Himbeercremetorte) aufgibt und natürlich irgendwelche der aktuellen Kennworte der Szene vorweist. Wenig später hacken mehrere Leute den BVB Kontrollknoten, übernehmen den Zug und fahren ihn Richtung Osten, woraufhin ein ungewohnt pfiffiger SST Einsatzleiter vor Ort etwas rabiat die Stromschiene killt. Ein weiterer Versuch einiger N00bs, das Team freizuschießen, scheitert wie erwartet: Ab Einsatz von Feuerwaffen übernimmt die inzwischen anwesende SST den Einsatz, deckt das Gebiet großzügig mit Tränen- und Betäubungsgas ein, und irgendwo im Nebel sterben angeblich die Übeltäter und einige ihrer Helfer. Ende der Geschichte.
Tolstoi

Ne Ahnung wer die Jungs waren?
Der_Kreuzberger

Erkannt habe ich zumindest keinen. Es läuft aber ein automatischer Bildabgleich. Mal sehen ob der was ausspuckt.
Fianna

Hoi Fiene. Noch irgendwas, was Du hinzufügen kannst, so als Augenzeuge?
Tolstoi

Wenig. Ich halte den zufälligen Eingreifling für ne zivile Geleitschutzperson die das Target vermutlich im Auftrag von dessen Brötchengebern für genau so eine Scheiße im Blick haben sollte. Vermutlich haben die schon was geahnt. Das Target selbst schien überrascht, kam dann aber sehr bereitwillig mit, daher halte ich das für keine feindliche Extraktion. Von dem restlichen Kram hab ich wenig mitbekommen, obwohl ich natürlich ausgestiegen bin und von Natur aus bequem über die Bodenpimpfe hinwegsehen kann. War immerhin ne Gelegenheit nem SST Arsch meinen Sonderausweis unter die Nase zu halten. *Grins* Ich vermiss zwar die Schatten oft, aber Bullenschubsen macht auch Spaß.
Fianna

Mich ärgert diese Wichse. Jeder Depp denkt er kann einen auf Kombatmage machen und braucht in Berlin keine solide Arbeit zu leisten, weil allet Anarcho. Ich meine, hallo? Wenn grad in den Medien umgeht, dass die Sicherheit im Zuge einer unbegründete Jyhad-Paranoia nach oben geht dann verschiebt man seine Planung auf nen besseren Zeitpunkt – nicht, dass es für ne Extraktion mitten im dicksten Berufsverkehr ne „gute Zeit“ gäbe.
Konnopke

Ich wäre mit Verurteilungen vorsichtig, solange man nicht alle Parameter kennt. Vielleicht musste das Ziel genau an dem Tag extrahiert werden, weil er noch heute in einen Arkoblock transferiert werden sollte. Vielleicht war die Bezahlung das Risiko wert. Trauriger Fakt ist, dass mit wachsendem Pay die Fähigkeit zur Selbstkritik rapide abnimmt. Einer der Gründe, warum professionelle Schmidts Abstand davon nehmen absurde Beträge für „Rush Jobs“ auszuschreiben. Beste Bezahlung kriegt das beste Team, nicht der riskanteste Auftrag.
Node

Das hab ich anders beobachtet. Und das Risk hat ja wohl sehr wohl was mit dem Pay zu tun, oder spinne ich?
G00se

Sicherlich hat es das. Es gibt aber eine Obergrenze, und diese liegt beim Level des angeworbenen Teams. Offerierst Du Bezahlung über dem, was ein Team wert ist, kauft Dir das nicht mehr Qualität, sondern nur mehr Fehlschlagrisiko weil die Leute gierig sind und sich gnadenlos verheben. In meinen Akten kriegt dem entgegen ein Team am Ehesten dann ne automatische Hochstufung, wenn es auch mal nen Job ablehnt den sie nach sorgfältiger Abwägung nunmal nicht packen können. Von Vollkatastrophen wie dem Ding heute morgen hat doch keiner was, Schmidt inklusive.
Node

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