Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

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Berlin hat gewählt (Periode III/2078)

DER BERLINER WAHLMARATHON 2078 IST VORBEI. EIN RÜCKBLICK.

Was für ein Jahr. Wenn nicht für die Demokratie, dann zumindest für die Berliner Buchmacher. Denn deren Geschäfte laufen blendend, während das Wetten auf Wahlergebnisse langsam die klassischen Sportwetten zu übertrumpfen droht.

 Ich BIN Buchmacher und bestreite das. Sportwetten sind und bleiben auch und gerade im wettverrückten Berlin die unangefochtene Nummer 1 des Wettgeschäfts. Schon alleine deshalb, weil hier vom Schreckhahnkampf über den Pitfight in der Stampe an der Ecke bis zum Straßenrennen über die Landsberger auf viel mehr gewettet werden kann als „nur“ auf das nächste große Fußball- oder Stadtkriegspiel.
 Eezy Cash 23

 Ich glaube das Problem ist mal wieder die eingeschränkte Sicht der Medienfuzzies: Nur weil DIE so gerne über die Berliner Politwetten berichten denken sie automatisch, dass diese auch wirtschaftlich megawichtig sind (denn sonst verböte es sich ja, derart viel Wordcount auf die Berichterstattung zu ver(sch)wenden.
 Konnopke

 Ihr glaubt offenbar weiterhin, dass es da so ne Realität gibt und wir „Medienfuzzies“ lediglich das nacherzählen, was da passiert. Leute, wir MACHEN die realität. Wenn WIR es berichten, DANN ist es wichtig. Nicht umgekehrt!
 Nakaira

Zur Erinnerung: Als im letzten Herbst kurz vor der Wahl zur Bezirksperiode II der als sicherer Gewinner für Mitte gesetzte Dr. Alexander Schmidt infolge eines Attentats aus dem Rennen schied, kam es überall in der Stadt zu wütenden Protesten vor den Wettbüros. Daraufhin wurde die laufende Wahl unterbrochen und erst Wochen später fortgesetzt, mit den bekannten Ergebnissen und weitreichenden Folgen für die folgende Berliner Wahl 2078:

Neben den „regulären“ Bezirkswahlen hätte die durch Ausscheiden von Yilmaz Wojenko als Bezirksvertreter für Spandau notwendig gewordene Neuwahl des Ersten Bürgermeisters zu neuen Rekordwetten geführt. Außerdem hatte der neue Bezirksvertreter für Spandau Fletscher (Jurek Kowalczyk) angekündigt, eine Volksabstimmung im Bezirk für den Wechsel vom Normal- zum Alternativen Bezirk durchführen zu wollen. Dies und die ebenso für Oktober angekündigte Bundestagswahl in der benachbarten ADL, an der die Berliner zwar nicht teilnehmen, auf deren Ergebnis sie wohl aber wetten können, hätte zu einem hohen Eskalationspotenzial im Fall weiterer kurzfristiger Ereignisse vor der Wahl geführt.

Nachdem der Fall ausführlich im Berliner Rat besprochen wurde und es wie üblich keine Einigung zur Idee einer möglichen „Entzerrung“ der Herbstwahlen durch Vor- oder Nachverlegung gab, verfügte der scheidende Erste Bürgermeister Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Exekutivdirektor der BERVAG kurzerhand die Verlegung der Wahltermine direkt als „im Interesse der Sicherheit der Stadt und des sozialen Friedens“.

Als Folge hiervon wurden die Wahl zum Ersten Bürgermeister ebenso wie der Spandauer Volksentscheid auf „das schnellstmögliche Datum“ vorgezogen. Anfang Juni 2078 wurde so der erst im Herbst 2077 gewählte Bezirksvertreter von Mitte, Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB), zum neuen Ersten Bürgermeister des Stadt und somit Exekutivdirektor der BERVAG gewählt. Parallel entschieden die Spandauer Bürger mit denkbar knapper Mehrheit, fortan als Alternativer Bezirk gelten zu wollen.

Der Termin der regulären Berliner Bezirkswahl am ersten Oktoberwochenende blieb davon unangetastet und wird wohl als eine der langweiligsten Wahlen in die Berliner Geschichte eingehen.

 Keine. Einzige. Verdammte. Umbesetzung.
 Nemascope

 Nach einer ganzen Reihe von Außenseiter-Siegen (Zöller BV von Mitte, Fletscher BV von Spandau, Spandau wird Alternativ …) diesmal ein klarer Sieg für alle gesetzten Favoriten, womit der Begriff „Favorit“ wieder sowas wie eine Berechtigung bekommen hat. Ich denke dennoch, dass übermäßig viele erneut auf die Underdogs in den einzelnen Bezirken gesetzt und massig Geld verbrannt haben.
 Roter Oktober

 Unterm Strich muss man sagen, dass Wojenkos Konzept der „Entzerrung“ der Wahl aufgegangen ist. Dass die Bundestagswahl verschoben werden würde konnte ja niemand ahnen, und beim Public Viewing der Hochrechnungen und Auszählungen mal im chilligen Sommerbiergarten zu sitzen hatte auch was Nices.
 Fienchen

Zur Posse wird der gesamte Vorgang freilich umso mehr dadurch, dass die einst für Oktober vorgesehene Bundestagswahl aufgrund heftiger Zweifel an der Verlässlichkeit der E-Voting-Systeme inzwischen auf November verschoben wurde.

 

berlinerrat2078

DASS die diesjährige Berliner Bezirkswahl in der Gruppe III eher unaufgeregt sein würde, stand dabei im Prinzip von vorneherein fest: So hatten AG Chemie und MSI für Groß-Siemensstadt keinen Zweifel daran gelassen, Dr. Robert Schlüter jun. im Amt belassen zu wollen.

Auch Fabian von Wittich ist für Potsdam aufgrund seiner ungebrochener Popularität bei Ober- und Mittelschicht so lange praktisch alternativlos, wie die Wahlbeteiligung im Neubabelsberger Ghetto unter der 15-Prozent-Marke bleibt.  

In Schöneberg hatte Gregor Thielke (CVP) trotz berechtigter Kritik an der ineffizienten Verwaltung der bezirklichen Haushaltsmittel keinerlei Schwierigkeiten, sich erneut gegen die weit abgeschlagene LDFP-Kandidatin Mareike Praschak-Sonneberg durchzusetzen. Mit Sorge beobachten allerdings einige Medien, dass sich der Zuspruch für die Kommunisten im Bezirk seit der Wahl vor drei Jahren fast verdoppelt hat – wenn auch auf noch niedrigem Niveau.

Der Proteus-Frau Izabella Buzek in Zehlendorf kam nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere zugute, dass der wichtigste Gegenkandidat Manfred Dosse wenige Wochen vor der Wahl durch eine Autobombe ums Leben kam. Dass die charmante Mittvierzigerin und Mutter dreier Kinder damit etwas zu tun haben könnte, scheint angesichts ihrer soliden Führung in den Umfragen zum Zeitpunkt des Anschlages geradezu absurd.

Etwas wackliger endete schon die Wahl von Doreen Katschmarek in Strausberg-Fredersdorf. Erst ihr Beitritt zur Partei ESP und ihre über die Partei finanzierte Wahlkampagne mit großdimensionierten Plakaten, AR-Ads und wochenlanger Belegung der Video Walls an allen wichtigen Straßen des Bezirks verschaffte ihr die nötigen Prozentpunkte, um an ihrem anarchosyndikalistischen Konkurrenten Noel Duval vom Arbeiter-Policlub vorbeizuziehen.

Weithin unangefochten blieben dem gegenüber Mitra Özgün in Friedrichshsin-Kreuzberg und der amtierende Dritte Bürgermeister und Leiter des Schlichtungsausschusses Morek Pflügler in Lichtenberg.

 

 Morek Pflügler hätte den Wahlprognosen im Mai nach problemlos der neue Erste Bürgermeister werden können. Dafür allerdings hätte er zuerst als 3.BM zurücktreten müssen, was ihm wohl zu riskant war.
 Corpshark

 Nein, war es nicht. Ich hockte mit ihm zwischen März und Mai in mehreren endlosen Sitzungen des Schlichtungsausschusses fest, und Morek hat nie einen Zweifel daran zugelassen, dass er im Schlichtungsausschuss unverzichtbar ist und diese Pflicht auch in Zukunft weiter tragen wird. Abgesehen davon: Morek als CEO der BERVAG? Die fressen den doch zum Frühstück. Da ist Zöller der bessere Mann.
 Fienchen

 Die reden bei Zöller immer vom Sieg des Außenseiters. Ich sehe das ganz und gar nicht so. Er war in Mitte die ewige Nummer 2 hinter Schmidt. Als der flachfiel und ne zewitlang sogar als tot, im Koma liegend oder für’s Leben verkrüppelt galt KONNTE nur Zöller in Mitte siegen. Und als Wojenko in Spandau weggekegelt wurde – ja, das WAR überraschend! – war Zöller der Einzige, mit dem jede Seite leben kann. Keiner der Alternativen BVs, die sich zur Wahl gestellt hatten – Faber, Özdemir, Bronstein – hatte die geringste Chance, auf Konzernseite Stimmen zu kriegen, und keiner der zur Wahl stehenden Konzernfuzzies – Ozu, Thompson – hätte von den Alternativen auch nur 1 Stimme bekommen. Allenfalls Zöllers Konkurrenten aus den Normbezirken – Nordin und Thielke – hätten eine Chance gehabt, allerdings nur, wenn einer von ihnen die Kandidatur zurückgezogen hätte, um alle CVP-Spießerstimmen auf einen Kandidaten zu vereinen. Und selbst dann hätte es noch nicht gereicht, da Berlin viel zu viel Schiss davor hat, dass via die CVP die große „Heim ins Reich“-Agenda der Kanzlerin in der Freistadt Fuß fasst.
 Konnopke

 Neben allem, was gegen Zöllers Wettbewerber sprach, gibt es dann noch all das, was für ihn spricht: Er ist ein HKB-Mann und damit weder Lakai des FBV noch von S-K, was für unsere beiden Hauptstreithähne absolut akzeptabel – und das umso mehr, da Zöller dem Berliner Bankenverein vorsteht, dessen erklärtes Ziel die Förderung des Bankenplatzes Berlin und der wirtschaftliche Erfolg des „Unternehmen Berlin“ ist. Zudem besitzt Zöller reichlich Führungserfahrung, sowohl als Bankdirektor als auch im Aufsichtsrat mehrerer großer Unternehmen in England und Deutschland. Dass der langsam, aber stetig wachsende Filz in den BERVAG-abteilungen den dummen CEO von außerhalb an der Nase herumführen kann, ist unwahrscheinlich. Alle Konzerne und der größte Teil der Bürger – selbst der Alternativen – kann damit leben, dass an der Spitze der BERVAG ein erfolgreicher Manager sitzt, der die Geldverschwendung stoppt und die Effizienz aller Maßnahmen – auch der Hilfe für Notleidende – erhöht wird. Dass Zöller charismatisch ist und medial wie ein schelmischer freundlicher Großvater rüberkommt, öffnet ihm weitere Türen. Er wirkt einfach verdammt harmlos und man wünscht ihm, dass er Erfolg hat. Umso gruseliger, dass er jahrelang gegen diesen Vollarsch Schmidt verloren hat. God bless Halal!
 Fienchen

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Wahlergebnis Berlin, Periode I/2076

gnb-logoKaum Überraschungen bei der Wahlperiode I 

Wie immer am ersten Oktober-Wochenende waren die registrierten Bürger einiger Berliner Bezirke auch in diesem Jahr aufgefordert, ihren Bezirksvertreter zu bestimmen. 2076 betraf dies die Einwohner in den Konzernbezirken Aztech-Schönwalde und Tegel, den Normbezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf sowie den Alternativen Bezirken Oranienburg, Gropiusstadt und Marzahn-Hellersdorf.

Bezirksübergreifende Themen der Wahl waren der herrschende Streit um eine Aufsplittung des Berliner Polizeivertrages zwischen dem Sternschutz und dem neu gebildeten „Alternativen Polizeidienst“ ČMSK (Sonderkommando Schwarzer Bär) sowie die anhaltende Unfähigkeit des Berliner Rates, zu einer gemeinsamen Handlungsstrategie für die KFS-Bekämpfung zu kommen. Dabei würdigte man immerhin die Entscheidung des Rates, eine KFS-Sonderberaterin vom Robert-Koch-Institut (Dr. Karoline Baader) als Beisitzerin des Rates für die Dauer der Krise wie von ADL-Botschafterin Dr. Isabelle Jandorf vorgeschlagen zuzulassen.

Der Live-Wahl folgten erneut mehrere Millionen Berliner via KommLink, Sozialen Netzwerken, DeMeKo-Sonderstreams und vor allem beim Public Viewing während der Live-Einspielung der Abstimmergebnisse.

 Für Außenstehende sei kurz erklärt, dass entgegen dem medial präsentierten Eindruck eben KEIN zentrales Wahlverfahren existiert. Zwar sieht der Berliner Einigungsvertrag auf Druck der ADL einen Zwang zur Einhaltung gewisser demokratischer Mindeststandards vor – die ADL kann Berlin nur als assoziiertes Mitglied akzeptieren, wenn das Berliner System „rechtsstaatlich“ ist – aber in der Durchführung macht jeder Bezirk, was er will, und darf das als Folge des Rechtes auf Selbstverwaltung auch ausdrücklich. Was also bei jeder Wahl tatsächlich passiert, ist, dass jeder Bezirk irgendwann ein „Wahl“ergebnis präsentiert, das zwar auf demselben Grundprogramm zur Abstimmung per KommLink beruht, in das aber jeder Bezirk eigene lokale Spielregeln eingeben kann. Aztech-Schönwalde z.B. macht wie die meisten Konzerne irgendwelche Abstimmergebnisse nicht öffentlich, sondern lässt einfach einen Sprecher vortreten und ein Statement abgeben, dass Cazares weiterhin im Amt bleibt (wie geschehen), während in Charlottenburg-Wilmersdorf mit Hilfe der dort dominanten DeMeKo ein regelrechter Wahlkrimi inszeniert wird, inklusive Live-Schreirunden der einschlägigen Radikalvertreter und einer NICHT-livesynchronen, sondern einer inszeniert schrittweiser Preisgabe der Voting-Daten, natürlich so orchestriert, dass es zu überraschenden Wendungen und Telenovela-reifen Szenen kommt. Im prokommunistischen Köpenick wiederum wird aus Gründen einer fast schon neo-luddistischen Verachtung für das „konzerngesteuerte Unterdrückungswerkzeug“ der Matrix die Wahl nur per Wahlkabine und Stimmzettel durchgeführt und das „amtliche Ergebnis“ der Auszählung dann von Beuftragten der kommunistischen Partei in das E-Voting-System eingespeist. Eine eigene E-Voting-Teilnahme per Kommlink ist zwar möglich, die Teilnehmer an dieser werden aber dem Köpenicker Wahlbeauftragten der Partei als nichtanonymisierte Liste angezeigt – offiziell, damit eine Doppelabgabe von Stimmen ausgeschlossen wird, tatsöächlich aber auch, damit die Partei diesen Dissidenten und Nutzer kapitalistischer Stimmverfälschungswerkzeuge im Auge behalten oder „mal mit ihm reden“ kann.
 Nakaira

 Generell kann man sagen, dass in den Normbezirken die Wahlen tatsächlich zu 100% „als Wahl“ über das BERVAG Votingtool stattfinden, eben über Einblendung eines AR-Fensters mit Voting-Funktion (priorisierte AR-Nachricht des Netzwerk Berlin). Andere Bezirke „sollen“ sich an diesem Voting-Standard beteiligen, tun es aber oft nicht: Die Konzerne haben „eigene Voting-Programme“, die natürlich „viel besser“ und vor allem sicherer (für die Konzerne) sind. Meist haben diese eher den Charakter eines „internen Vorschlagswesens“, so wie sich Konzerne ja ganz generell gerne den Anstrich scheinbarer Mitbestimmung der Angestellten geben. Bei den Alternativen Bezirken hingegen dominieren oft Systeme gestaffelter Versammlungen: Eine Haus- oder Kiezgemeinschaft einigt sich auf einen Repräsentanten – zum Beispiel den Ork, der jedem die Fresse einschlägt, der ihn nicht als Repräsentant haben will, oder den Kopf der örtlichen Gang, oder den Mann, den die lokale Mafia unverbindlich vorschlägt, oder tatsächlich einen versierten Schlichter oder sonstigen Sokaren des F-Berliner Systems – dann nehmen die Repräsentanten der untersten Ebene an einer Versammlung auf nächsthöherer Ebene teil, wo sich dasselbe Spiel wiederholt. In Lichtenberg finden dank eines Engagements von Morek Pflügler in Kooperation mit den Berliner Schockwellenreitern sowohl ständige (virtuelle) als auch tatsächliche Vollversammlungen des gesamten Bezirks statt, an denen jeder persönlich teilnehmen und mitbestimmen oder per bezeugter Erklärung seine Stimme an eine Vertrauensperson delegieren kann (gelebte Liquid Democracy). Gerade an den tatsächlichen (offline) Versammlungen nimmt natürlich nur ein verschwindend kleiner Teil der Bezirksbürger teil, der dann aber immerhin rund 80% der Einzelstimmen im Bezirk vertritt (natürlich wiederum geclustert nach Interessengruppen wie Policlubs, Parteien, Gangs etc.). An den regulären Wahlterminen werden die Lichtenberger dann dazu aufgefordert, über das BERVAG Votingtool denjenigen zu wählen, auf den man sich über das Lichtenberg-eigene System vorher geeinigt hat (also bisher: Morek Pflügler). Das Lichtenberger System der ständigen Vollversammlung besitzt viel Potenzial dazu, irgendwann zum tatsächlichen Meinungsbildungstool von Berlin zu avancieren: Durch das ihm zugrundeliegende Prinzip der direkten Demokratie ließen sich jedenfalls eine ganze Menge der Widersprüche zwischen Zentralgewalt und Vetorecht der unteren Ebenen auflösen. 
 Fienchen

 Liquid Democracy als Lösung für die typischen Berliner Polit-Probleme fliegt schon seit Ewigkeiten durch den Raum, scheiterte aber bislang an einer tragfähigen, funktionierenden Online-Versammlung bzw. dem dahinterstehenden System zur sicheren und nachvollziehbaren Verwaltung der Rechte (wer hat wieviel Stimmen vom wem wann übertragen bekommen, geschah dies ohne Druck und lebt derjenige überhaupt noch, der die Stimme übertragen hat, bzw. hat er überhaupt je gelebt?) und zur Erfassung der Stimmen (wird jede abgegebene Stimme tatsächlich korrekt erfasst, und wie kann das der Abstimmende zu jeder Zeit verlässlich nachprüfen?). Mit den Mitteln der Neuen Matrix und einem tatsächlich von den Alternativen mitkontrollierten Netzwerk Berlin ist Liquid Democracy zumindest technisch in Reichweite gerückt. Ob indes das Berliner Politische System ein INTERESSE daran hat, den Bürgern mehr direkte Mitsprache zu geben, ist fraglich. Es könnte allerdings das kleinere Übel sein gegenüber einem System, das auf Krisen wie KFS keine zentrale Vorgehensweise zustande bringt, weil es sich nonstop selbst blockiert.  
 Konnopke

Das Ergebnis der Wahl blieb dabei einigermaßen unspektakulär – die herrschende Streitstimmung im Rat schlug offenbar kaum auf die Wähler über. 

 Siehe oben: In einem System, dessen Regierung durch Vetos der unteren Ebenen eh faktisch daran gehindert wird, exekutive Entscheidungen zu treffen, spielt die Wahl der Regierung eigentlich keine Rolle. Ob dieser oder jener „da oben“ sitzt, ist für das daily Biz und Leben der Berliner eigentlich ziemlich Wurst. Da spielen die Entscheidungen innerhalb des Bezirks die deutlich größere Rolle. 
 Nakaira

 Jammern über die Politik ist Berliner Volkssport. Dabei wird aber übersehen, dass mit der BERVAG zu jeder Zeit ein Exekutivorgan am Start ist, das sehr wohl durch seinen CEO und Ersten Bürgermeister Yilmaz Wojenko administrative Entscheidungen fällen und berlinweite Politiken umsetzen kann. Auch die BERVAG hat nämlich einen eingebauten „Failsafe“, der dem Verwaltungskonzern zu jeder Zeit gestattet, „notwendige“ Entscheidungen zu fällen, wenn das Ratspräsidium keine direkt gegenteilige Entscheidung gefällt hat. Das bedeutet für alle Fälle, in denen keine Entscheidung des Ratspräsidiums vorliegt, dass die BERVAG (innerhalb gewisser Grenzen) eigentlich machen kann was sie will. 
 Antifa

 Es sollte zudem nicht vergessen werden, dass diese ganze teuer erkauften Stimmenkontingente im Ratspräsidium ja auch nicht völlig nutzlos sind. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass gewisse der ganz großen Streitthemen bewusst „in der Schwebe“ gehalten werden, obwohl die Bezirke mit den meisten SIN-Bürgern und der höchsten Abgabesumme sehr wohl in der Lage wären, einen Entscheid zu forcieren. Vielleicht bilde ich mir aber auch Landolts Lächeln nur ein, wenn sie auf Anfragen der ADL-Regierung bedauernd erklärt, dass es für die Umsetzung der Hannoveraner Vorgabe leider keine Mehrheit im Präsidium gab.
 Konnopke

So bleibt Ferdinand Cazares der Aztechnology-Bezirksrepräsentant von Aztech-Schönwalde, ebenso wie der amtierende Dritte Berliner Bürgermeister Michael Koslowski der Z-IC-Ratsvertreter für Tegel bleibt. In Oranienburg bleibt der 72-jährige BGS-Oberst a.D. Ralph Faber Repräsentant des Bezirkswillens, in Gropiusstadt bleibt der undurchsichtige, aus ärmlichen Verhältnissen stammende Aleksandr Sukrow an der Macht, nachdem sich einer seiner Gegenkandidaten kurz vor der Wahl erhängte, zwei weitere Kandidaten spontan zurücktraten und der verbliebene Gegenkandidat entgegen seinem zuvor von seinen Firmensponsoren an die Presse verteilten Script unverhohlen vor laufender Kamera zur Wahl Sukrows aufrief. Die wachsende Kritik an Sukrow, der sich mit gewalttätigen lokalen Gangs umgibt und offene Kontakte zum organisierten Verbrechen pflegt, machen auf den „König von Gropiusstadt“ offenbar wenig Eindruck.

Zwischenzeitlich unsicher schien die Wiederwahl von Milena Kilic, die in vergangenen Monaten mehrfach wegen angeblicher Bestechungsaffären sowie einiger peinlicher Auftritte in der öffentlich Ziel des medialen Interesses war. Erst in letzter Sekunde konnte sie sich gegen ihre Gegenkandidatin Sonja Klupp von der Vereinigung der Ladenbetreiber der Kurfürstenmall durchsetzen. In einem Statement nach Ende der Wahl dankte Kilic der „fairen Berichterstattung“ der Medien, die in den Tagen vor der Wahl „ausgleichend“ positiv über ihre Karriere und positiven Einfluss auf den Bezirk berichtet hatten.

 Ich übersetze mal eben: Kilic war durch einige Entscheidungen im Bezirk, aber auch betreffs Politiken des Rates bei der DeMeKo in Ungnade gefallen, die daraufhin eine echte Schmutzkampagne gegen sie veranstaltete, inklusive Einsatz von Runnern zur Beschaffung kompromittierender Finanzdaten und Vergiftung mit Drogen in unpraktischen Momenten. Offenbar hat Milena Kilic gekuscht und dadurch den Segen der Medien zurückerhalten. 
 Nakaira

 Ne Ahnung, was der Stein des Anstoßes für den Zoff zwischen DeMeKo und Kilic war?
 Antifa

 Hauptsächlich ging es um Immobiliendeals und Baugenehmigungen bzw. die städtebauliche Planung im Bezirk. Die meisten Charlottenburger lehnen noch in den 60ern von den Konzernen beschlossene Maßnahmen zur Umgestaltung der City-West speziell im Bereich Kantstraße ab, die DeMeKo hingegen ist in gleich mehrere Großbauprojekte involviert, von denen das Metropolis quasi nur ein Vorgeschmack war. Siehe auch dieser etwas ältere Artikel (man beachte die Erwähnung Elianars, dessen Gruppe ja die Metropolis-Arkologie (und die Sersakhan-Elfenwohnanlage im Wedding) designte).  
 Nakaira

 

Einen wenn auch erwarteten, ja unvermeidbaren Wechsel gab es in Marzahn-Hellersdorf, wo der publikumsscheue, exilrussische Finanzmagnat Jaromir Kotov dem vor wenigen Tagen während einer Schießerei zwischen verfeindeten osteuropäischen Gangs zu Tode gekommenen Murat Ünsel nachfolgt.

berlinerrat-okt2076Die interessanteste Entscheidung fiel dann auch in Reinickendorf, dessen früherer Bezirksvertreter Krysztof Cezary Ronczewski auch weiterhin unter KFS-Quarantäne verbleibt. Die Vertretung der Bezirksinteressen war übergangsweise von dessen Stellvertreterin Tanja Abt übernommen worden, die sich aber nicht zur Wahl stellte. Zur Wahl standen stattdessen Kandidaten aller großen ADL-Parteien, die seit Einigung Berlins zum Teil mit erheblichem Aufwand versuchen, in Berlin erneut auf breiter Front Fuß zu fassen, bisher außerhalb Reinickendorfs mit wenig Erfolg. In einer durchaus knappen Wahl konnte sich die Kandidatin der Reinickendorfer CVP, Sofia Nordin, mit 27,6% gegen ihre engsten Gegner Serafina Pazak (USPD, 14,7%), Mu’tazz Suhail Hakimi (PNO, 11,6%) und Myron Yegonov (ASU, 8,4%) durchsetzen.

Sofia Nordin ist CVP-Parteimitglied seit 2072 und zudem Leiterin des Reinecke-Forums, einer Plattform für Geschäftsleute und Firmenvertreter mit Interesse an der vor allem wirtschaftlichen Entwicklung des boomenden nordberliner Bezirks. Nordin arbeitet in der Verwaltung des Biotechnologieparks Berlin (BTPB) am Tegeler Hafen, dem Hauptsitz von Schering Berlin.

Ihr Wahlsieg verpasste verlautbarten Plänen Myron Yegonovs einen empfindlichen Dämpfer, die ASU zur dominierenden Partei in Berlin zu machen. Yegonovs Familie gehörte zu den Profiteuren der Berliner Anarchie: Aus ärmlichen Arbeiterverhältnissen kommend, gelang es Myrons Vater Damien Yegonov in den Jahren der Anarchie, ein gigantisches Immobilien- und Finanzimperium aufzubauen. Yegonov zählt damit zu den wenigen „Anarchiemillionären“ in Berlin und wird gerade deshalb innerhalb der anarchistischen Szene sehr kritisch betrachtet. „Ohne Yegonov hätten wir bestimmt 10% mehr holen können“, sagte am Abend der Wahl der zuvor ausgeschiedene ASU-Kandidat für Reinickendorf Keke Automag Fickdich.

 Soll der Name ein Witz sein? 
 Corpshark

 Ja. Und ist trotzdem ein gültiger Name. In der Berliner Anarchie und dem 2. Crash gingen jede Menge Personendaten verloren. Mit der Vergabe der VolkSIN geht einher, dass man seinen Namen festlegt, und da es ja eben gerade KEINE Papiere oder Nachweise zur Identität davor gibt, legt man diese in der Regel selbst fest. In mehreren Grundsatzentscheiden wurden zunächst vorgesehene Sperren gegen scherzhafte, prominente oder verunglimpfende Namen schrittweise demontiert und abgeschafft, auch um so viele SINlose wie möglich „ins SIN-System zu kriegen“. Wundere dich also nicht, wenn du in Berlin gelegentlich Leute mit Nachnamen wie Hitler, Megaficker, Dicksterschwanz, Trollpride oder Konzerntod findest.
 Antifa

 Gilt sinngemäß auch für Straßen- und Platznamen. Hier war der gesicherte Namensbestand dank der diversen Touri-Maps und zugeordneter Kartenservices (inklusive Totholz-Archiven) zwar trotz Anarchie und Crash um einiges größer, dafür aber haben Bezirke innerhalb ihrer Selbstbestimmungsrechte natürlich die Freiheit, Straßen so zu nennen, wie sie wollen – sofern die Namensfestlegungen eben an die BERVAG gemeldet und von dort in die Mapservices (und ALI!) eingespeist werden. Das sind im Monat auch jetzt noch gut 500+ Änderungen, unter besonderer Beachtung des „Verkaufs“ von Straßennamen an Sponsoren, die dafür den Straßenzug instandsetzen oder die nahen Gemeinschaften sonst irgendwie fördern (ja, es gibt in Berlin sowohl mehrere nach Shiawase-Familienangehörigen benannte Straßen wie auch eine Ruhrnuklear-Straße, einen Kombatmage-Platz, einen Soynetto-Weg, eine NuKola-Plaza und eine Nerps-Allee. 
 Tolstoi

Das Ratspräsidium hat die für 2076 vorgesehene Wahl zum Dritten Bürgermeister ohne Angabe von Gründen auf November vertagt.

 Aha? Warum das denn?
 Konnopke

 Soweit man munkeln hört, weil es diesmal tatsächlich einen oder sogar mehrere ernstzunehmende Gegenkandidaten gibt. Dabei scheinen sich gerade die Bezirke mit den größten Stimmkontingenten uneins zu sein, was bedeuten kann, dass ein anderer Megakonzern einen BM für die kommenden 3 Jahre aufstellen will, um bestimmte Schlüsselpolitiken noch effektiver durchzudrücken zu können. Aktuell schwelen Hinterzimmergespräche, Geheimabsprachen, Einflussnahmen auf Top-Niveau … 
 Nakaira

 Wenn ich einen Tipp abgeben müsste, würde ich auf Renraku, den FBV und/oder S-K setzen. Die Japancorps puschen das Berlin-Biz aktuell extrem kräftig und haben erkennbar Großes vor. S-K umgekehrt sieht die Chance, den ungeliebten Sternschutz abzuschießen, der FBV wird exakt das verhindern wollen. Das klingt nach gutem Biz.
 Tolstoi

 

[B1L] Berlin-Wahl zur Wahlperiode 2 entschieden

PFLÜGLER IM AMT BESTÄTIGT, ATZOLD GEWINNT KNAPP, OZU ERSETZT KOIZUMI

Eigentlich hatte niemand mit Überraschungen bei der ersten regulären Wahl der Bezirksvertreter von Wahlperiode 2 gerechnet – umso spannender war der „Falkenseer Krimi“, der die Zuschauer daheim und in den Berliner Kneipen während der letzten beinahe 40 Stunden in Atem hielt.

Es begann mit der ersten Übertragung der Live-Stimmeneingabe nach Freischaltung der Kommlinks gestern um 10:00 Uhr vormittags. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Tempelhof und Prenzlauer Berg bereits aus dem Rennen verabschiedet: In beiden Konzernbezirken wurde der Bezirksvertreter bereits im Laufe vorangegangener Wochen intern bestimmt und bereits vor der Wahl bekanntgegeben: Während Dr. Franziska Landolt für Saeder-Krupp in Tempelhof im Amt bleibt, wird der bereits seit Längerem Abwesende Renraku-Vertreter Ichiro Koizumi durch seinen Stellvertreter Takeshi Ozu ersetzt.  

Geradezu enttäuschend unspannend verliefen ebenso die vielbeachtete Wahl zum Zweiten Bürgermeister, bei der sich wie erwartet Morek Pflügler innerhalb weniger Stunden auf uneinholbare 80% der Stimmen emporhob (Endergebnis um 22:00 Uhr: 84,6%), sowie die Stimmeinspielungen aus Pankow (Wladimir Igorewitsch Bronstein mit 98,8% der Stimmen).

Indem sich der Bürgermeister plus drei der sieben Bezirke früh aus den Wettquoten und Public Viewings verabschiedeten, rückten die verbleibenden vier Bezirke umso stärker in den Blick, auch wenn in dreien davon nicht das eigentliche personelle Endergebnis, sondern der genaue prozentuale Wahlausgang schon vom Wettaspekt her entscheidend war:

So stieg Lena Rabeja in Köpenick zwar in der allersten Datendurchgabe mit den für die kommunistischen Bezirke erwarteten „90%+“ ein, verlor aber im Laufe des Nachmittags und frühen Abends immer weiter Anteile an ihre gleich drei ernstzunehmenden Herausforderer Andrzej Slupinski (parteiloser Kommunist), Isabelle Vesely-Barchmann (KPD Berlin, früher KMLMPD) und Clemens Streußner (parteiloser Antikommunist). Zwischen 19:00 und 20:30 Uhr sah es sogar so aus, als ob die Wiederwahl der mit Shiawase verbandelten Parteikommunistin Rabeja in Gefahr geraten würde: Auf dem Tiefpunkt der Entwicklung lag Lena Rabeja bei nur noch 52%, Streußner bei 21%, Vesely-Barchmann bei 15% und Slupinski bei 9%. Erst ein Aufruf der Bezirksvertreterin Rabeja live im Studio des Roten Kanals, „gemeinsame Front“ gegen Streußner zu machen, zu dessen Geschäftspraktiken und umfassenden Spenden aus LDFP-Klüngeln sie vor laufenden Kameras Beweise vorlegte, sollte die ehrgeizige Politikerin auf ihr Endergebnis von 63,6% heben (Vesely-Barchmann 16,8%, Slupinski 6,2%, Streußner 13,2%). Entgegen dem in Köpenick üblichen Prozedere verlautbarte Lena Rabeja nach ihrem Wahlsieg, dass es „keine von Hand vorgenommene Stimmauszählung“ geben werde, und nahm damit Bezug auf Streußner-Unterlagen, die eine massive Sabotage des Prüfungssystems durch Bestechung von Wahlhelfern nahelegte. Selbstverständlich würden aber „alle Wahldaten“ an „öffentliche Knoten des alternativen Berliner Kabelnetzes“ gegeben, damit die Netzgemeinschaft diese „unabhängig und mit eigenen Augen“ prüfen könne.

Ähnlich spannend wie in Köpenick ging es auch im biederen Mitte zu: Auch hier stand die Wiederwahl des FBV-Vertreters und Berliner PNE-Parteiführers Dr. Alexander Schmidt nie zur Debatte, ein hohes Ergebnis von „15%+“ seines Herausforderers Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB) war aber als Signal an Dr. Schmidt bewertet worden, seine Verbindung zur PNE entweder zu lösen oder von der Repräsentanz des Bezirks Mitte Abstand zu nehmen – und möglicher Weise auch von seiner Tätigkeit für den FBV, dessen Mitarbeiter sich zunehmend unangenehm berührt fühlen durch die öffentlichen Auftritte ihres Vertreters Schmidt. Sollte diese Signalwirkung bestehen, so ist sie jedenfalls mit dem Endergebnis von 32,6% für Dr. Paul Zöller überdeutlich zum Ausdruck gebracht worden – eine derbe Schlappe nicht nur für Dr. Alexander Schmidt, sondern auch den FBV in Berlin. Der unglücklichste Gewinner der Berlin-Wahl war am Abend zu keinem Kommentar bereit. Zu seiner eigenen Wahlparty war er nicht einmal persönlich erschienen, hatte nur einen Videogruß an seine Anhänger überstellt.

Schon aufgrund des Umstandes, dass der amtierende Erste Bürgermeister und Ratspräsident Yilmaz Wojenko aus Spandau kommt, galt der Spandauer Wahl besondere Aufmerksamkeit. Diese steigerte sich, als Wojenkos einzige relevante Herausforderin Doris “Yori” Floricic von der “masterControl Agentur für Netzüberwachung” in den Livedaten früh die psychologisch wichtige Stimmanteilsschwelle von 10% überschritt. Trotz anhaltend hoher Zustimmungswerte zu Wojenkos Politik als Berliner Bürgermeister hatte der smarte Psi-Aid Konzernmann zuletzt mit Protesten im eigenen (Norm-)Bezirk zu kämpfen, dessen Entwicklungsdaten sich nach wie vor steil abwärts bewegen. Auch wenn die Berliner Start-Up Unternehmerin und Ex-Hackerin sich mit einem Endergebnis von 28,8% noch deutlich entfernt von einem Wechsel an der Spandauer Spitze sah, hat man in jedem Fall nun ihren Namen in ganz Berlin gehört, und nicht wenige rechnen damit, von dieser aufstrebenden Kraft in Zukunft noch einiges zu hören.

Absolute, nervenzerfetzende Spannung indes verursachte die Wahl in Falkensee, deren Ausgang quer durch alle Berliner Buchmacher als „offen“ betrachtet wurde: Der gemeinhin als inkompetent und korrupt geltende Bezirksvertreter des Bankrottbezirks Steffen Atzold sah sich mit Herausforderer und Döner-Löwe Aslan Özdemir und Herausforderin Friederike Kuhnert von der USPD Falkensee konfrontiert, die dank des per Daten belegbaren Vollversagens des Bezirksvertreters die allerbesten Argumente zu dessen Abwahl in der Hand hatten. Umso bestürzter waren Wahlbeobachter, Moderatoren und Zuschauer, als Atzold sich im Laufe des Tages von dem „verdienten“ Start von 19,2% gegen 48,0% für Özdemir und 22,4% für Kuhnert zu über mehrere Stunden stabile 29,9% gegen 34,5% für Özdemir und 31,6% für Kuhnert emporkroch, um schließlich bei Einbruch der Dunkelheit das von den Medien als „Schande“ bezeichnete Endergebnis von 32,3% gegen 32,0% für Özdemir und 30,8% für Kuhnert zu erreichen – nicht zuletzt aufgrund der Versprechung, im Falle eines Wahlsieges allen „nachweislich Einkommenslosen“ von Falkensee eine „Riesenparty mit Freibier, Koks und Nutten“ zu spendieren. Rechte Gruppen beeilten sich, den späten Wahlsieg Atzolds denjenigen metamenschlichen Wählern anzudichten, die aufgrund von Lichtallergien erst nach Sonnenuntergang an der Wahl teilnehmen. Der sogenannte „Lichtknick“ in der Stimmabgabe ist seit Langem in der Live-Stimmabgabe nachzuverfolgen, auch wenn die mobile Stimmabgabe Wahlen bei Tageslicht auch aus abgedunkelten Privaträumen heraus erlaubt und eine nächtliche Stimmabgabe für Lichtallergiker somit nicht mehr notwendig wäre. Özdemir und Kuhnert zeigten sich „enttäuscht“ von dem Ergebnis und einer Wahlpolitik, die es demjenigen, der mit fast 70% der Stimmen abgewählt wurde, dennoch erlaubt, sich als Repräsentant des Bezirkes auszugeben. Angeblich strengen Özdemir und Kuhnert unabhängig voneinander eine Neuwahl und/oder Strafverfahren gegen Atzold wegen Veruntreuung von Bezirksgeldern an. Atzold nannte diese Vorwürfe „lachhaft“ und Kuhnert „eine derbst unterfickte Kuh“.  

Oh, what a Night. Hab zwar vierhundert Steine bei den Wetten verloren, aber das war ganz großes Entertainment.
 Zaffke

Unterhaltsam, ja. Trotzdem: Ein schwarzer Tag für die Berliner Demokratie und die Alternative Bezirkspolitik. Den Fall Atzold wird man jetzt noch mehr als davor als bestes Beispiel anführen, warum alternative Politik keine Zukunft haben darf.
Fienchen

Was vermutlich der Grund ist, aus dem er wiedergewählt wurde. Jedenfalls hat er für diese Wahl mehr Geld in Umlauf gebracht, als er oder die Falkenseer Kasse hat. Da steckt ein Konzernsponsor hinter. Freiwillige vor, Beweise dafür zu finden!
Roter Oktober

Der Move von Rabeja stinkt ja geradezu nach Schattenarbeit. Weiß da wer was?
Russenrigger

Lena Rabeja hat doch dauernd Runner am Laufen. Sollte mich nicht wundern, wenn sie das Material seit Monaten hatte, um es dann medienwirksam ihrem Herausforderer in den Unterleib zu rammen.
Konnopke

Ganz so einfach ist es diesmal nicht. Zwar gingen eine ganze Reihe Jobs raus, Dreck über buchstäblich jeden Kandidaten zu bekommen, der größte Auftraggeber für Köpenick-Runs war aber offenbar ein Typ namens Claas Stemmer, den ich inzwischen mit einer ebenso falschen Identität des MIFD in Verbindung bringen konnte.
Tolstoi

Ich wage mal eine Wette: Atzold wird seine Amtszeit nicht überleben. Seid also vorsichtig, bei wem ihr Döner kauft.
Fienchen

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