Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Schlagwort-Archiv: BERVAG

Quo vadis Berlin – Schicksalswahl mischt Karten neu!

WOJENKOS HEIMBEZIRK GEHT AN ANARCHOS, SCHWERVERLETZTER SCHMIDT DURCH ZÖLLER ERSETZT, PFLÜGLER ERNEUT IM AMT BESTÄTIGT

Die Berliner Herbstwahl 2077 ist vorbei. Endlich, möchte man sagen, denn damit finden 5 Wochen voller Unsicherheit, brennender Wettbüros, Verschwörungstheorien und Proteste in der zerrissenen Stadt ihr vorläufiges Ende. Oder zumindest ist das die allgemeine Hoffnung der Stunde.

Zur Erinnerung: Das Unheil begann, als der wegen seiner offenen Verbindungen zur PNE und anderer rechten Gruppen seit Jahren umstrittene Vertreter des Bezirks Mitte, Dr. Alexander Schmidt, kurz nach Übertragung der Live-Stimmeneingabe bei Freischaltung der Kommlinks und damit zeitgleicher Veröffentlichung der wichtigsten Wettquotenfeeds am Wahlsonntag des 3. Oktober von dem linksautonomen Ork Fabian „Halal“ Akansu auf seiner privaten Wahlparty mit elf Schüssen niedergestreckt wurde. Als der vermeintliche „Tod“ über die üblichen Blogs und Blitzfeeds verbreitet wurde, brachen binnen kürzester Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt Unruhen aus: Rechtsradikale und Metamenschenhasser ließen ihrem Zorn freien Lauf, Linke und Metamenschenaktivisten formierten den Widerstand, während andere Linke und Metamenschenaktivisten einen weiteren „Tag der Abrechnung“ herangekommen sahen und gegen bekannte „Fascho-Kieze“ losschlugen. Vor allem aber gerieten jene außer sich, die – wie in Berlin seit der Einigung zunehmend üblich – ein kleines oder auch größeres Vermögen auf den Wahlausgang gesetzt hatten, und die sich durch die radikal neue Situation um ihre Gewinnchance geprellt fühlten (ein Sieg des einzig relevanten und seit Jahren erfolglosen Gegenkandidaten Dr. Zöller vom Berliner Bankenverein galt als extrem unwahrscheinlich).

Als im Laufe des Tages die Stimmung in der Stadt zunehmend hochkochte – und längst nicht klar war, was die Ursache, geschweige denn das Krisenpotenzial der diversen Einzelkonflikte war – unterbrach Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Hauptgeschäftsführer des Berliner Verwaltungskonzerns BERVAG „vorübergehend“ die Wahl, um Sicherheitskräften und dem Berliner Rat die Möglichkeit zu geben, die Situation zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Durchführung einer geordneten Wahl zu ergreifen.

 Den Aspekt hab ich immer noch nicht gerafft. Ich meine: Okay, Wojenko war– ist – erster Bürgermeister und als solches HGF/CEO der BERVAG. Aber wie hat er als solcher die Wahl stoppen können – und vor allem: Warum hat er es nicht als Bürgermeister getan?
 Phazor

 Das ist tatsächlich ein bisschen schwer zu verstehen, und mehr als nur ein wenig problematisch. Die Kurzversion lautet: Weil niemand, auch und erst Recht nicht der Bürgermeister – egal ob Erster, Zweiter oder Dritter – in Berlin das Recht hat, eine Wahl zu beenden, zu unterbrechen, zu verschieben oder auch nur in einem winzigen Nebenaspekt zu beeinflussen. Gleichzeitig hat aber der Verwaltungskonzern – unser aller BERVAG – die Pflicht (und jedes dazu notwendige Recht) den Frieden in der Stadt zu erhalten. Und ganz besonders dann, wenn „politische“ Systeme versagen, also der Berliner Rat keine Einigkeit erlangt oder eine Situation sofortige Maßnahmen erfordert. Wojenko hätte als Bürgermeister rein gar nichts machen können – als HGF der BERVAG hingegen konnte er den technischen Abbruch des überwiegend per Online-Wahl stattfindenden Wahlprozesses veranlassen, und das mehr oder weniger problemlos.
 Fienchen

 Wie – und da ist kein anderer der drei Bürgermeisterdeppen, kein Ratsmitglied und kein Krisenausschuss zwischengeschaltet?
 Headcase11

 Doch, natürlich. Aber eben nicht effektiv. Wojenko musste, ehe er die Wahl effektiv stoppen ließ, den Rat bzw. mehrere, voneinander unabhängige Krisenentscheider informieren und um deren Weisung ersuchen. Nur wenn diese keine Einigung erzielen – in einer „der Krise angemessenen“ Zeit, wohlgemerkt – hat er Handlungsfreiheit. Und natürlich gab es keine Einigkeit dazu, wie man mit der Situation umgehen soll. Ich will nichtmal sagen, dass Wojenko sich das so ausgerechnet und gewünscht hat – dem wäre es WEIT lieber gewesen, seine Entscheidung zum Wahlabbruch wäre durch den Rat oder seine MitBMs gedeckt gewesen – aber so lief es halt nicht.
 Fienchen

 Wie kann denn AUSGERECHNET in Berlin ein solches Humbug-System existieren, dass einem Einzelnen derart viel Macht gibt?
 Headcase11

 Sieh es mal so: 90% des Berliner Betriebes ist darauf aufgebaut, dass jeder sein Sonderrecht bekommt, jeder Freak gehört wird, jeder Kiez sein Vetorecht hat. Unterm Strich ist die Berliner Einigung ein reines Verhinderungssystem, das nur dadurch „fair“ ist, dass niemand bekommt, was er will, aber jeder in seinem Gebiet in Ruhe gelassen wird. Nun, und damit aber eben nicht das totale Chaos ausbricht – schließlich gibt es da dieses seltsame Interesse der Berliner Konzerne (und, oft übersehen, das professionelle Geschäftsinteresse des kontinuierlich stärker werdenden organisierten Verbrechens, das mehr und größere Produktions- und Verteilerzentren in Berlin aufbaut) an Frieden und Geschäftsfähigkeit – ist die BERVAG komplett als Failsafe gestrickt: Wann immer die politischen Systeme versagen, kann, soll und muss die BERVAG dafür sorgen, dass das „Business as usual“ weitergehen kann. Vereinfacht gesagt: In der Berliner POLITIK geht nur was, wenn es eine überwältigende Mehrheit dafür gibt. In der Berliner VERWALTUNG geht ALLES, sobald es KEINE Mehrheit in der Berliner Politik gibt. Und die Folge dieser Bauweise wird von Jahr zu Jahr immer offensichtlicher.
 Fienchen

 Und ehe jetzt wer auf die Barrikaden gegen den bösen Berlinkonzern geht sei auch das gesagt: Die BERVAG ist ein Konzern öffentlichen Rechts, der den BERLINERN gehört. Ja, das macht es weit schwieriger, Widerstand gegen ihn zu organisieren, und auch das ist natürlich volle Absicht der Freimaurerilluminatenelfendrachen, die hinter den Mauern der BERVAG an der Gleichschaltung aller Seelen der Welt arbeiten *Ironie off*
 Nakaira

 Nebenfrage: Was ist nun eigentlich wirklich aus Halal geworden? Es gibt widersprüchliche Berichte…
 Konnopke

 Das ist eher unspektakulär: Halal war (wie überhaupt sämtliche anwesende Metas) als Kellner auf der Wahlparty. Nachdem er seine Schüsse abgegeben hatte, ist er von der Security vor Ort (SS natürlich) in kürzester Zeit erschossen worden. Gerüchte, dass er überlebt hätte, sind reines Wunschdenken bzw. Verschwörungstheorie.
 Tolstoi

 Naja, von Schmidt hieß es auch ne ganze Weile er sei tot, gell? Und was immer mit Halal geschah, ist in jedem Fall schwer verdächtig: Wurde er sofort erschossen, wollte ihn jemand ganz offenbar mundtot machen, um zu tarnen, wer seine wahren Auftraggeber waren. Wurde er hingegen lebend vom Tatort weggebracht, war das entweder Teil des Plans des Auftraggebers, oder Schmidts Leute werden herausbekommen wer die Hintermänner sind und gegen diese losschlagen.
 Isfet

 Dass Halal einfach nur ein Einzeltäter war, der ein verschissenes Nazikapitalistenschwein umpusten wollte, ist wohl keine Option, was?
 Antifa

 Da gibt es angesichts des Umstandes, dass Schmidt überlebt hat, noch andere Optionen. Etwa die, Schmidts Credibility als tötenswert wichtigen Naziführer zu untermauern/ihn zum gerade so eben verschonten Märtyrer aufzubauen und Munition gegen Diebeschmarotzerterroristenvergewaltigermörderorks zu generieren.
 Nakaira

Nach Abbruch der Wahl fanden auf verschiedenen Ebenen – und vor allem im Berliner Rat – Gespräche zum weiteren Vorgehen statt. Parallel wurde publik, dass Dr. Schmidt das heimtückische Attentat zwar überleben würde, er aber zugleich so schwer verwundet wurde, dass seine weitere Wahlteilnahme und eine etwaige Amtsausübung im Falle seiner Wahl gänzlich ausgeschlossen wäre. So informiert, konnten die Berliner Buchmacher ihre Quoten anpassen, die meisten Wettenden erhielten ihr Geld zurück und konnten heute, fünf Wochen später, ihre Wette und, sofern sie in einem der betroffenen Bezirke registriert sind, ihren Wahlentscheid neu treffen.

Wie schon bei der letzten Wahl der Periode II stand der Entscheid in Tempelhof und Prenzlauer Berg am Schnellsten fest: In beiden Bezirken war der Vertreter bereits vorab durch konzerninterne „Wahl“ bestimmt und bekannt gegeben worden: Demnach bleiben Dr. Franziska Landolt für Saeder-Krupp in Tempelhof und Takeshi Ozu für Renraku im offiziell gerade zu Renrakusan umbenannten Bezirk Prenzlauer Berg im Amt.  

Ebenso schnell war die Wahl zum Zweiten Bürgermeister entschieden, bei der – ebenso in Kopie der Wahl von 2074 – Morek Pflügler innerhalb kürzester Zeit uneinholbar nach vorne schnellte, um am Ende sein bisher bestes Wahlergebnis von berlinweit 88,9% der Stimmen einzufahren.

Dass trotz leicht nachlassender Popularität sowohl Wladimir Igorewitsch Bronstein in Pankow und Lena Rabeja in Köpenick ihr Amt verteidigen konnten, vermochte niemanden zu überraschen. 

Spannend blieb es im Laufe des Wahltages in Falkensee, wo sich am Ende aber doch „Dönerkönig“ Aslan Özdemir gegen seine insgesamt 14 Herausforderer mit solider Mehrheit durchsetzen konnte.

Unbenannt

Ohnehin aber hatte es seit dem Anschlag auf Schmidt nur zwei Themen gegeben, welche die Gemüter der Berliner erregen und die Beruhigungsmitteldealer der Buchmacher zu neuen Rekordeinnahmen bringen konnten: Der Ausgang der Wahl in Mitte und Spandau.

Da unklar blieb, ob und wenn ja wann Dr. Alexander Schmidt sein Amt antreten könnte, brachen in den Wochen vor der Wahl seine Werte immer weiter ein. Befeuert wurde diese Entwicklung nicht zuletzt davon, dass die PNE sich dazu entschloss, einen eigenen Kandidaten, Bernhard Schäfer, ins Rennen zu schicken. FBV-seits bestanden zwar in Gestalt der CVP-nahen Henriette Bahr und der unparteiischen Gabriele Siegert gleich zwei „hauseigene“ Ersatzbewerber, von denen aber keine „offiziell“ als Vertreterin der FBV-Interessen auf den Plan trat. Ganz im Gegenteil hatte man bereits vor der Wahl, also noch zu Zeiten, als Schmidt sich bester Gesundheit erfreute, andeuten lassen, dass der FBV insgesamt eher unglücklich über das (partei-)politische Engagement von Konzernangehörigen sei. Man wünsche sich beim FBV „etwas weniger politisches Scheinwerferlicht“, wie sich die Quelle „Node“ unlängst auf Corpleaks äußerte. Insgesamt ist somit also der Sieg des bereits bei der letzten Mitte-Wahl angetretenen Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB) keine allzu große Überraschung, auch wenn sein Amtsgewinn mitunter als solche inszeniert und gefeiert wurde.

 Ich denke nicht, dass sich mit dem Wechsel der Person in Mitte allzu viel ändert. Schmidt und Zöller sind beides Bänker, der eigentliche Machthaber bleibt also derselbe. Ich sage das im vollen Bewusstsein aller Differenzen zwischen FBV und HKB – das gemeinsame Interesse an einem starken und „freien“ Bankplatz in Berlin ist so überwältigend, dass selbst blutigste Fehden davor verblassen.
 Corpshark

 Nicht umsonst kann man das Wort „Regieren“ nicht ohne die Buchstaben G-I-E-R bilden …
 Roter Oktober

 Man sollte dennoch nicht übersehen, dass Berlin ohne einen Mitte-Mann des FBV wieder ein klein wenig S-K-freundlicher geworden ist. Auch wenn Halal kein Scharfschützengewehr deutscher Bauart verwendet hat. Just saying.
 Tolstoi

 Also. HKB ist auch nicht gerade der dickste Freund von S-K …
 Nemascope

Die wahrhaftige Sensation des heutigen Wahltages ist natürlich das Ergebnis im Normbezirk Spandau, wo Ratspräsident Yilmaz Wojenko nach einer stundenlangen Zitterpartie hauchdünn gegen den „Chef von Eiswerder“ Fletscher (ohne Nachnamen) und dessen eilends geschmiedete Vereinigung Alternativ-Autonomes Spandau unterlag. Trotz noch immer hoher Popularität als Erster Bürgermeister von Berlin, befand sich Wojenkos Popularität im eigenen Heimatbezirk Spandau seit Langem im stetigen Sinkflug begriffen: Zu viel Repräsentanz und Schi-Schi, zu viel Fokus auf Gesamtberlin, vor allem aber zu wenig greifbare Erfolge in Spandau und nun zuletzt die extrem umstrittene „Absage“ der Berlinwahl hatten dazu geführt, dass die geradezu „historisch unzufriedenen“ Spandauer „ihrem“ Bürgermeister den Rücken kehrten. Dennoch: einen tatsächlichen Machtwechsel hatten nicht einmal risikofreudige Buchmacher auf dem Schirm, war doch Wojenkos letzte ernstzunehmende Gegenkandidatin Doris “Yori” Floricic durch Übernahme der operativen Aetherlink-Leitung und damit einhergehenden Wegzug aus Berlin aus dem Rennen geschieden. Der Eiswerder Autonomenführer Fletscher hingegen scheint, so stellen es verschiedene Spandauer Blogs aktuell dar, im Angesicht der plötzlich fallenden Popularität Wojenkos alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, die „Stimmen der Unzufriedenen“ auf sich zu vereinen. Und das sind im schon unter Aztechnology verfallenden Spandau nicht gerade wenige. 

Für Berlin hat Wojenko Abwahl in Spandau zwei ganz unmittelbare Konsequenzen:

Erstens, dass Wojenko nur noch bis zur nächsten Wahl des Ersten Bürgermeisters im Amt bleiben kann, da man Bezirksvertreter sein muss, um zum Ratspräsidenten gewählt zu werden. 

Zweitens, dass erstmals seit der Berliner Einheit ein stadtbekannter Anarchist zum Vertreter eines Normbezirks gewählt wurde. Zwar nicht direkt in seiner Funktion als Anarchist, aber doch mit der deutlichen Ansagen „Fehlentwicklungen“ im Berliner system die Stirn bieten zu wollen und ein „neues Miteinander“ im Speziellen zwischen Autonomen und den „neuen Berliner Alternativen“ zu unterstützen. Ob dies aber wiederum in der Form eines Normbezirkes geschieht oder ob Spandau der erste Berliner Bezirk wird, der vom Norm- zum Alternativen Bezirk wird, bleibt abzuwarten. 

 Schon jetzt überschlägt sich der Boulevard mit Hiobsbotschaften vom Untergang Berlins. Unstrittig aber ist in der Tat, dass Berlin sich eher von der „Normalität“ des Modells Normbezirk weg- als zu dieser „Norm“ hinbewegt.
 Zaffke

 Sieht man sich an, wo es in Berlin bisher Wechsel an der Spitze gab, fällt schon auf, dass das meist in den Normbezirken war.
 Rotornormalverbraucher

 Nun verwechsele mal bitte nicht gesunde Demokratie mit Chaos. Dass es in den Normbezirken zu gemeinschaftlich bestimmten Wechseln des Repräsentanten kommt, ist eher ein Argument FÜR als GEGEN diese. Mich stimmt es ehrlich gesagt nachdenklicher, dass die Führungsspitze in den so genannten Alternativen Bezirken immer mehr den Spitzen der Konzernbezirke gleicht, was ihre Unverrückbarkeit (und auch ihre politische Unbeweglichkeit) angeht.
 Fienchen

 FREIES ANARCHISTISCHES SPANDAU!
 Alligatower

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[SRB] Nachgehakt: Geiselnahme-Folgen Teil 2

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME / September Update

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Wie der SRB Newsscan berichtete, hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort im Juni „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt und dadurch einen sofortigen Gegenantrag der dort als Kiezpolizei agierenden, überwiegend aus Orks bestehenden exilrussischen Söldnergruppe Sevet provoziert. In rascher Folge werden seitdem die alternativen Bezirksbüros mit gleichlautenden Anträgen von Gangs, Gruppen und angeblich als „unabhängige alternative Bezirkspolizisten“ arbeitenden Einzelpersonen bestürmt.

Kleiner Reality-Check: Mein Antrag in Pankow vom 26. Juli ist im Eilverfahren mit „einstweiliger Subventionsbescheinigung“ durchgewunken worden, und zwar mit elektronischem Stempel „Gültig auf Landesebene“. Noch Fragen?
Tolstoi

Da du eine bekennende Vory-Wumme bist und die Sache in Pankow lief: Eigentlich nein. Mein Antrag (in Kreuzberg) kam Anfang August mit einstweiliger Bewilligung an. Inzwischen sind 43 Aufhebungsbescheide per Massenaussendung zugestellt worden, jeder Einzelne als Folge eines Bezirksgruppenvetos. Ebenfalls traf ein gesonderter Bewilligungsbescheid des Initiative autofreies Kreuzberg ein, denen ich zugesagt habe bei der Ausübung meiner Polizeitätigkeit einerseits keine motorisierten Fahrzeuge zu verwenden und umgekehrt mit entschiedener Härte gegen „Verkehrsdelikte auf Basis kiezbezogener Sondererlasse“ zu agieren. Bisher hab ich 4 widerrechtlich in Sperrstraßen fahrende Autos mit vorgehaltener Waffe angehalten und vor den entsetzten Augen des Konzerndrohnenbesitzers abgefackelt (zugelassen als „verkehrserzieherische Maßnahme im Härtefall“, §212b der „Sonderstraßenverkehrsordnung für autofreie Kieze“).
Mahakali

§212 der bitte WAS???
Russenrigger

Die SStVOFAK (umgangssprachlich „VO Autofuck“) ist eine durch verschiedene „autofreie Kieze“ Initiativen entwickelte, durch die Bank weg autofeindliche „Straßenverkehrsordnung“, die von BERVAG und Berliner Rat (und somit Sternschutz) zwar nicht formell anerkannt wird, die aber auf Basis des Rechts der alternativen Bezirke auf Selbstverwaltung und alternative Arbeitsweisen zweifellos dort Gültigkeit hat, wo die Verwaltung des alternativen Bezirkes dies zulässt bzw. vorschreibt. Einzige Bedingung ist, dass die Gültigkeitsgrenzen klar ausgeschildert sind. Speziell im durch verschiedene Interessengruppen und maximale Kiezfreiheitlichkeit geprägten Friedrichshain-Kreuzberg gilt die VO Autofuck selten für größere Gebiete, immer wieder aber einzelne Straßen oder auch nur Abschnitte derselben. Die Fahrt durch Nebenstraßen gleicht somit einem Navigieren durch ein Labyrinth, in dem einige findige Alternative auch „Autofallen“ aufgestellt haben. Eine Autofalle ist eine Reihe von Einbahnstraßen, die in einer Sackgasse oder einem Gebiet der SStVOFAK endet. Die Kiezpolizei, welche die Autofuck durchsetzt, kann und wird diese als Rechtsgrundlage verwenden, die Autos zu pfänden, wodurch diese in Kiezbesitz übergehen, verkauft werden und zur Zahlung der Kiezabgaben verwendet werden. Dass die Kiezpolizei verstärkt Konzernkarren im Visier hat, unterdessen man alternativ oder autonom wirkende Falschfahrer einfach nicht behelligt oder nach Zahlen einer Bestechung – hier mit Quittung als steuerlich absetzbares „Verwarngeld“ – fahren lässt versteht sich von selbst. 
Fienchen

In bestimmten Gegenden geltende alternative Verkehrsregeln? Wer kommt denn auf SOWAS? Ich könnte mir solche SCHEISSE nichtmal ausdenken, wenn ich wollte!
Russenrigger

Willkommen in meiner Welt. Dieses und baugleiche Probleme bestehen in allen Bezirken, in denen es keine Machtgruppenmehrheit auf Bezirksebene gibt. Überall dort, wo starke dominante Gruppen solchen Blödsinn nicht verhindern können (oder betreffende Anträge in der größeren Abstimmung unweigerlich am Widerstand anderer Gruppen scheitern) fällt die eigentliche Verwaltungsentscheidung auf ominöse „Kiezgruppen“ zurück. Und die können in ihrem Revier erstmal festlegen, was sie wollen. Druck gegen groben Unfug gerade der Abzocker und Spaßanarchisten müsste die Bezirksregierung machen – dazu wird sie auch wortgewaltig vom Berliner Rat oder Bürgermeister aufgefordert. Da der Bezirksverordnete aber durch Vetos an praktisch allem gehindert werden kann, fehlt ihm oft die Möglichkeit, die Zustände im Bezirk zu ändern. Was ja auch genau das ist, was die Kiez-Hirnis wollen.
Nakaira

Die eigentliche Krux ist Folgende: Jeder Berliner ist unsagbar findig darin, Lücken in bestehenden Regeln und Verordnungen zu finden oder diese umzudrehen und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Siehe: „Wir ziehen Konzernern ihre Karren ab, zahlen damit unsere Kiezabgaben und erhöhen durch die Sonderbeiträge der Kiezes im Bezirk bzw. des Bezirks in Berlin dann auch noch das Stimmgewicht unseres Bezirksvertreters.“ Was dabei übersehen wird, ist die Lawine, die dadurch losgetreten wird: Nicht nur kommt der Konzerner, dem man das Auto geklaut, gepfändet, zerbeult oder angezündet hat nicht wieder (was ja ggf. noch gewünscht sein mag), er entwickelt regelrechten Hass gegen Alternative (den der geneigte liberale Kreuzberger-Vernissage-Besucher vorher gewiss gar nicht hatte!), sucht aktiv nach Möglichkeiten, es ihnen heimzuzahlen (z.B. am Firmenschreibtisch oder bei berlinweiten Abstimmungen), verbreitet die Schauergeschichte vom irren Alternativen in Konzernkreisen weiter und schürt somit Angst – und vor allem unterstreicht das unvernünftig korrupte Agieren der Kieze, dass die Alternativen mit Freiheitlichkeit und locker gefassten Regeln nicht umgehen können. Und entzieht sie ihnen.
Tolstoi

Sprach der Vor.
Mahakali

Tipp: Wenn du dir mit neuem Kommlink Zutritt verschaffst, miste vorher mal deine Linkliste aus, Mister WummenSindGeil68.
Tolstoi

<<< Mahakali wurde blockiert >>>

Anfang August tauchte in der alternativen Kabelmatrix ein SST File mit dem Titel „Voyé-Plan“ auf. Dieses schildert eine mögliche Integration von Kiezpolizeeinheiten in die Sternschutz-Kommandostruktur. Wie inzwischen bekannt wurde, hat der Vertreter von Mitte Alexander Schmidt (FBV, PNE) am 26. Juni eine Anfrage im Berliner Rat gestellt, ob man nicht die Kiezwehren gemeinschaftlich als „SST Unterstützungsgruppen“ klassifizieren und SST Einsatzleitern unterstellen könnte, die dann zugleich auch Anträge auf Bezuschussung etc. prüfen und durchwinken bzw. abblocken. Das offenbar durch eine Person aus dem Umfeld von Bronstein geleakte File vermittelt den Eindruck, der Sternschutz sei von dieser Idee alles andere als angetan (wenn es einen Kommandierenden des Sternschutz gibt, ist dieser immerhin auch für „Einsätze“ in Verantwortung). Das sehr langatmige File umfasst mehrere Szenarien, die aus diversen Gründen als undurchführbar verworfen werden.

Das Voyé-Papier umfasst auch einen Lösungsvorschlag: Dieser würde darin bestehen, dass der SST als Subabteilung des Sternschutz mit einem gesonderten Mandat der BERVAG den Direktauftrag erhält, einzelne Einsätze zu koordinieren, die durch Kiezpolizisten durchgeführt werden. Die reguläre alltägliche Arbeit bliebe „Belang der alternativen Kollegen“ und „wäre der Vollverantwortung der alternativen Bezirksvertreter anheim gestellt“, lediglich „Sondereinsätze, die von höchster Stelle verordnet“ seien können dann „zur Bildung gemischter Einsatzgruppen“ führen, in denen dann „natürlich“ jemand vom Sternschutz bzw. der SST den Befehl habe.

Wie Karel im Schockwellenreiterboard meinte: Hört sich so an, als ob der Stern bzw. Voyé schlauer ist, als man gedacht hätte: 99% der Zeit haben die alternativen Bezirksvertreter den Schwarzen Peter und die Verantwortung für allen Mist, den die Kiezwehren bauen… und in Sonderfällen (welcher Art auch immer) könnte die SST die Kiezwehren dazu zwingen, sich ihrem Oberbefehl zu unterstellen. Wenn das juristisch abgesichert ist, klingt das erschreckend praktikabel. Auf der anderen Seite können sich die Alternativen dann aber auch selbst von den Schutzgangs die aussuchen, die ihrer Meinung nach am besten zu ihren eigenen, jeweils kiezspezifischen politischen Vorstellungen passen, und für das Schutzgeld zumindest eine ansatzweise akzeptable Gegenleistung erbringen…
Tolstoi

Ein kleines Wunder ist hingegen, dass dies dann doch noch die Alarmglocken der Alternativen zum Klingeln gebracht hat…
Nakaira

KEIN Wunder. Schlagkräftige Argumente. *Grins*
Fienchen

Ich verneige mich vor deiner Überzeugungskraft
Fbiertrinker

Seit öffentlichem Bekanntwerden des Voyé-Plans haben in den alternativen Bezirken mehrere intensive Beratungsgespräche stattgefunden, die am 24. August einen vorläufigen Höhepunkt in der Wuhlheide im Bezirk Lichtenberg fanden: Auf einem Treffen mit 1.300 Delegierten aus allen alternativen Bezirken rief Bürgermeister Pflügler leidenschaft dazu auf, Vernunft walten zu lassen und die in den Bezirken bestehenden Werkzeuge zur Eindämmung der ausufernden Gang-Gewalt zu nutzen. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, das Thema „Alternative Kiezpolizei“ im Rahmen einer „nur auf die Bewältigung einer akuten Krise, in der das Leben Unschuldiger bedroht wurde“ abstellenden Situation aufgebracht zu haben. Dies sei „ein schwerer Fehler“ gewesen.

Vor allem altautonome Gruppen riefen auf der Versammlung dazu auf, die inzwischen ablaufenden Entwicklungen, vor allem aber die Vorstöße „konzernfaschistischer Kreise“ als „Bedrohung des Status F“ zu betrachten und entsprechend auf diese zu reagieren. In der Zeit der Anarchie in Berlin hätte dies bedeutet, dass auch verfeindete Gruppen sich kurzfristig zur Abwehr der Bedrohung vereinen – exakt dies scheint auch die Folge des überbezirklichen Wuhlheide-Treffens zu sein:

Wie Morek Pflügler vor wenigen Minuten verlautbaren ließ, haben sich „sämtliche der alternativen Bezirksvertreter mit Ausnahme der Vertreter von Oranienburg und Falkensee“ in „historischer Einigkeit“ hinter den Antrag Dr. Franziska Landolts gestellt, grundsätzlich keine Berliner Gelder in Aufbau und Unterhalt lokaler Sicherheitsdienste zu leiten und diese auch nicht dem Sternschutz als beauftragte Berliner Polizei rechtlich gleichzustellen. Da der Antrag der Bezirksvertreterin von Tempelhof zuvor bereits die Unterstützung der Mehrzahl der Konzernbezirkvertreter hatte, gilt seine Annahme nunmehr als sicher.

Anarchisten votieren in der Sache für Anträge der Megakonzerne? War das nicht auch eines der Zeichen der kommenden Apokalypse?
Fbiertrinker

Tatsächlich sind die Bezirksvertreter der Konzern- und der Alternativen Bezirke sich recht oft einig – egal, wie sehr sie öffentlich übereinander herfallen oder einen gemeinsamen Entscheid als ihren persönlichen Triumph gegen den Abschaum der Gegenseite herausstellen: BEIDE Bezirksvertretertypen treten für die Maximierung ihrer Bezirksautonomie ein, und das bedeutet ganz klar so wenig Einmischung von BERVAG, Berliner Rat und letztlich ADL wie möglich. In diesem Fall ist es so, dass die Megakonzernvertreter, die sich hinter S-Ks Antrag gestellt haben einfach kein Geld an die Sicherheit alternativer Bezirke vergeuden wollen, wo es ohnehin nur veruntreut wird oder in Gangkriege fließt. Sie wollen ihre Stadt hübsch ordentlich, sie wollen ihre eigenen Bezirke sicher durch ihre eigenen Sicherheitsgruppen, wollen den Sternschutz unter voller Berliner Förderung für die Sicherheit der gemeinsamen Wirtschaftszone Berlin (gemeint sind die Normbezirke) und die SST als vorgelagerte Einheit, die in den alternativen Bezirken die gröbsten Auswüchse „by any means necessary“ bekämpft. Die „überraschende“ Zustimmung der Alternativen ist dabei natürlich keineswegs überraschend: Landolt hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wenn die alternativen Bezirke Gelder aus der Berliner Hand für Aufbau und Unterhalt eigenständiger, selbstverwalteter Polizeieinheiten erhalten, dass dann die Konzernbezirke rechtlich und finanziell gleichgestellt werden müssen. Sprich: Sie hat darauf bestanden, dass im Fall einer Bezuschussung der Kiezpolizei auch die Konzernsicherheit öffentlich bezuschusst wird. Und zwar gemäß dem in früheren Diskussionen eingebrachten Berechnungsmodell „in einem akzeptablen Verhältnis zum tatsächlichen aktuellen Unterhaltsbedarf“. Diese Formulierung hatte eigentlich den Zweck, den Kiezwehren möglichst wenig Geld in den Rachen werfen zu müssen (wieviel Geld zum Unterhalt der Ausrüstung braucht denn z.B. eine Gang mit Messern und ein paar Pistolen schon). Wären die Konzernbezirke und deren selbstverwaltete Polizei gleichgestellt worden, hätte genau das dazu geführt dass die Konzernsicherheit mit ihren Rechenzentren, ihrem Fuhrpark, ihren Drohnen, ihren treibstoffintensiven Banshee-Einsätzen etc. um ein vieltausendfach höheres bezuschusst worden wären als die Kiezwehren. Das konnte nun wirklich kein Alternativer zulassen.
Fienchen

Berlin. Wo die Konzerne kriegen was sie wollen und die Alternativen nach Belieben vorgeführt werden.
Nakaira

[44] Miese Parkplatzabzocke

MIESE PARKPLATZABZOCKE

Dass es im ewigen Kampf um BERVAG-Aufträge meist um äußerst miese Hinterzimmerdeals geht, ist außer denjenigen Schattenelementen, die diese einfädeln, kaum jemandem bewusst. Offiziell zieht man sich auf ein striktes, (halb-)öffentliches Ausschreibungssystem zurück, das – so die offizielle Mär – strengen Kontrollen von Berliner Rat, Haushaltsausschuss und BERVAG-internen Aufsichtsgruppen unterstehe.

Tatsächlich läuft es im Berliner Poker auf den üblichen Mix von Bestechung und Miesmachen der Wettbewerber untereinander hinaus – verbunden mit der Berliner Besonderheit, dass angeblich allen Bewerbern offenstehende Töpfe natürlich stets an die gleiche Auswahl einschlägiger Firmen gehen, die damit versuchen ihre horrenden operationalen Verluste wenigstens teilweise einzufahren.

Diese zwar korrupte, aber immerhin stabile Wirtschaftspraxis wird in neuerer Zeit zunehmend in Frage gestellt: Mit großer Vehemenz und entsprechenden Spendings für dubiose Aktionen versuchen Firmen außerhalb des Berliner Großkonzerntums in die Stadt zu drängen – und haben zum Verdruss vieler zunehmenden Erfolg!

Neuestes Beispiel: Die Ausschreibung zur Parkraumbewirtschaftung vieler Berliner Parkhäuser, öffentlicher Parkplätze und den ausgewiesenen Parkzonen ging entgegen aller Erwartung an keinen der etablierten Bewerber – stattdessen setzte sich das auf den ersten Blick „kleine“ und „neu gegründete“ „Berliner“ Unternehmen Berlin Parking durch. Im Zuge der Offenlegungspflicht der Ausschreibung gegenüber dem Berliner Rat wurde nun bekannt, dass hinter dem Angebot niemand anders als Shiawase steht, das – wie Hacker in ihrer Verliebtheit zu Details festhalten – 0,165 Sekunden nach Unterzeichnung des Parkraum-Deals das offenkundige Berliner Schein- bzw. Vorwandsunternehmen durch seine Tochter United Parking  – „a Shiawase City Services Corporation“ und damit Envirotech Tochter – aufkaufte. Offenbar mit Vorwissen des entscheidenden Gremiums bei BERVAG und zuständigem Ausschuss.

In einer Sondersitzung des Rates übten die Leibeigenen der üblichen Berliner Großkonzerne flammende Kritik, unterdessen Frankfurter Bankenklüngel hämisch von einer Öffnung des Berliner Wettbewerbs faselten und einige alternative Vertreter den galoppierenden Ausverkauf Berlins an das eigentlich verfeindete Großkapital noch als Triumph für die Chancengleichheit zurechtzustammeln versuchten.

Die perfide „Logik“ dahinter scheint zu sein, dass der Feind meines Feindes selbst dann ein Freund ist, wenn er eigentlich der inkarnierte Topfeind überhaupt ist. Anders gesagt: Die medial inszenierte Drachenstaat-Hysterie ist inzwischen als düsteres deutsches Zukunftsmodell derart kritiklos etabliert, dass selbst der fernöstliche, PR-mäßig auf good governance getrimmte „Erste Megakon“ die bessere Alternative zu sein scheint.

Dessen Pressebüro lässt denn auch auf Nachfrage von Sender44 hören, dass „die Entscheidung, Berlin Parking bei der Erfüllung der vertraglich festgeschriebenen Verpflichtungen zu unterstützen“ letztlich eine „Maßnahme zur Förderung junger, lokaler Unternehmen“ sei: „Shiawase bzw. United Parking mag auf dem Papier der Eigner sein, ja – Tatsächlich agiert Berlin Parking aber völlig frei und kann sein Geschäft im besten Sinne der Berliner Öffentlichkeit gestalten“, so Spinchirurgin Yoko Watanabe-Schreiber. „Es ist unsere Absicht, die einzigartige, lebendige Berliner Einzelunternehmensszene nach Kräften zu unterstützen, sie gegenüber größeren Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten und somit in ihrer Existenz zu erhalten“.

Woher dieser Altruismus komme, erklärte die Sprecherin wie allzu oft in jüngerer Zeit mit einem geballtem Schwall Gutmenschentum und einer Infragestellung bisheriger Wirtschaftsweisen: „Shiawase investiert weniger in Berlin als in die alternative Berliner IDEE. Es ist unsere Überzeugung, dass hier kooperative Denk- und Wirtschaftsweisen für Morgen entstehen, an denen auch wir – langfristig – wachsen können.“

Dass all diese und weitere Phrasen dem alleinigen Zweck dienen, die alternativen Bezirksvertreter als Unterstützer bei dieser und zukünftigen Jobvergaben zu gewinnen, ließ Frau Watanabe-Schreiber aus naheliegenden Gründen unerwähnt.

Abgesehen davon, dass Megakons Das Böse(TM) sind – warum sollte es mich jucken, wer ein dummes Parkhaus betreibt?
Rummel

Aus verschiedenen Gründen. Vor allem aber aus dem Grund, dass die in der Parkraumbewirtschaftung gewonnenen Daten eben nicht in einem kleinen lokalen Unternehmen verschimmeln, sondern von einer großen Mutter gesammelt und weiterverwertet werden können.
Der_Kreuzberger

Als ob sich Shiawase für Parktickets interessiert, come ON!
Come ON!

Shiawase als solches vielleicht nicht, diverse Abteilungen indes durchaus. Das beginnt bei zunächst harmlosen und zum Großteil automatisierten Bereichen wie der Generierung und Auswertung von Marketingdaten, bei denen es eigentlich darum geht Dir jeweils passende AR-Plakate oder AR-Musik/Themes im Parkhaus einzuspielen, aber es endet damit dass wenn der MIFD Dich auf dem Kieker hat er Deine Datenspur durch generierte Parkdaten aus X Jahren verfeinern kann, aus denen sich problemlos Gewohnheiten und Bewegungsprofile erstellen lassen.
Tolstoi

Und bei S-K und Co. wäre das anders? Come ON!
Come ON!

Eben. Sender44 kann über uns doofe alternative Mitentscheider ja quatschen was es will, aber man muss auch sehen was die „Alternativen“ (haha) sind. Wer denkt, irgendein tatsächlich rein lokales Kleinunternehmen – am Besten noch so eine halbe Spaßnummer wie der Mitbewerber „Freiparkenfüralle“ und sein bierdeckelgroßes „Generalkonzept zur Berliner Parkraumbewirtschaftung“ gleichen Namens – hätte gegen Großbewerber eine Chance, irrt. Shiawase ist in Berlin bisher straight und eher pro-alternativ aufgetreten, eben weil WIR DEREN „Feind des Feindes“ sind. Shiawase weiß, dass es nur durch die Alternativen wird Fuß in Berlin fassen können – speziell gegen S-K – und das schafft zumindest mittelfristig einiges Bündnispotenzial.
Fianna

Ich verstehe den Gedanken dahinter, unke aber trotzdem dass am Ende wir alle wieder die großen Verlierer sind. Aktuell habe ich vor Shiawases wiederentdecktem Gutmenschentum und seiner seltsamen Hinwendung zum Konzernshintoismus jedenfalls mehr Schiss als vor S-Ks eher martialischer „Ehrlichkeit“ im Bestreben die Weltherrschaft zu erreichen.
Tolstoi

Leute, es geht nur um fucking PARKPLÄTZE. Okay? Come ON!
Come ON!

[B1L] Geiselnahme in der M-Bahn endet tragisch

GEISELNAHME IN DER M-BAHN ENDET TRAGISCH

Mitten im Berufsverkehr kam es heute um 9:50 Uhr auf der Linie M6 zu einer gewaltsamen Geiselnahme durch eine Gruppe gefährlicher Sprawlguerilla-Aktivisten, die offenbar versucht hatten einen Angestellten von Proteus auf dem Weg zur Arbeit zu entführen. Hermann Schmidt (Name von der Redaktion geändert) war wie viele andere innerstädtische Pendler auf der Linie M5 unterwegs, als mehrere Terroristen über ihn herfielen und versuchten, ihn nach Nothalt unweit des M-Bahnhofs Warschauer Straße in den Tunnel zu zerren.

Der engagierte Mitbürger Yussuf Dneri (Name von der Redaktion geändert), Leiter einer Wilmersdorfer Kampfsportschule, war zufällig mit im Abteil und versuchte die Tat zu vereiteln, wurde aber durch die Attentäter angegriffen und schwer verwundet. Er befindet sich mittlerweile in der Charité und schwebt nach Angaben der behandelnden Ärzte in Lebensgefahr.

Das beherzte Eingreifen von Dneri und den anderen Fahrgästen konnte dennoch den Plan der Terroristen vereiteln, die sich nun versuchten mit ihrem bewusstlosen Opfer vor anrückenden Sicherheitskräften in die Linie M6 zu retten. Hier kam es kurz darauf zur Geiselnahme der zunehmend in Bedrängnis Geratenen, die in der von der Zentrale angehaltenen Bahn von Sicherheitspersonal schnell eingekreist werden konnten.

Die an sich stabile Situation, in die sich auch bereits Verhandlungsführer des Sternschutzes eingeklinkt hatten, eskalierte überraschend gegen 12:10 Uhr, als weitere Mitgliedern der Terrorzelle versuchten ihre Mitverbrecher von außen zu befreien. Ein Versuch, den Zug per Fernzugriff in Richtung der Anarchozonen zu fahren, wurde durch Abschalten der Stromversorgung entlang der Linie vereitelt. Ebenso scheiterten mehrere bewaffnete Versuche, die Festgesetzten gewaltsam zu befreien.

Das Drama endete vor wenigen Minuten durch Einsatz einer Einheit der Sonderschutztruppe, bei der sämtliche der Geiselnehmer sowie vier weitere Terroristen zu Tode kamen. Von den Geiseln kam keine zu Tode, mehrere Unbeteiligte erlitten aber Schürfwunden und Gasvergiftungen. Herr Schmidt befindet sich zusammen mit einigen weiteren Verwundeten gegenwärtig auf dem Weg in die jeweilige Vertragsklinik.

Über die Motive der Täter oder ihre Zugehörigkeit zu einer bekannten Zelle liegen gegenwärtig keine Erkenntnisse vor.

Okay, versuchen wir auseinanderzunehmen was abging: Wie ihr meinen BEEPs entnehmen könnt, kam es zunächst zu ner Ripperstecherei in der M5. Nach allem was Fienchen mir steckte – die im Nebenabteil der proppevollen Bahn war – waren die „Täter“ vier Leute, die versuchten einen Schlipsträger mit Proteus-Clip am Revers abzugreifen (Letzteres sah F nicht; das entnehme ich vielmehr den inzwischen kursierenden Videofeeds). Daraufhin greift ein angeblich zufälliger Anwesender die Täter mit implantierten Rippern im besten Ars Cybernetica Kampfstil an, fängt sich ein paar Hiebe von der Messerklaue des Teams und wird von zuvor noch verborgenen Elfin des Teams hinterrücks niedergeschossen. Das Team bringt den Wagen per Notbremse zum Stehen, öffnet die Türen und versucht durch die Tunnel abzuhauen. Der Zeitplan der Leute stinkt allerdings zum Himmel: Schon während sie im Abteil sind feuern die ersten Panikrufe der anderen Fahrgäste los und die Sicherheit ist auf dem Weg – und die ist wegen der angeblichen islamistischen Terrorgefahr heute besonders auf Zack und verstärkt vor Ort. Die zu dem Zeitpunkt noch mutmaßlichen Runner schleppen ihr Target durch ein Treppenhus für Servicekräfte auf das unweit verlaufende Quergleis der M6, der Hacker des Teams foppt die Bahnsteigkameras und da die Ausgänge von der Security dichtgemacht wurden gehen die Leute in den westwärts abfahrenden M6 Zug, wo natürlich sofort die nächsten Notrufe per Kommlink der Fahrgäste gezündet werden. Die BVB halten den Zug per Fernsteuerung an, riegeln den betroffenen Wagen ab und lassen die Fahrgäste der anderen Wagen kontrolliert ab, während die Sicherheit den Zug umstellt (wofür im Tunnel auch die noch wenigen Sicherheitsleute völlig ausreichen). Bereits out of ideas rufen die Runner nun ihrerseits die Karre (vom Runnercode CAR für „calling all runners“) und setzen 25K Belohnung (Karre 25) dafür aus, sie aus der Scheiße (braun) zu holen. Vermittler des betreffenden Deals ist vermutlich der Schieber des Teams, der über eine versteckte Kommunikationsleitung in der Vision Berlin am Brunnencafé auf dem Breitscheidplatz zu kontakten ist, indem man dem Kellner dort die Bestellung der Nummern 6 und 15 (kleine Nuke Cola und Stück Schwarzwälder Himbeercremetorte) aufgibt und natürlich irgendwelche der aktuellen Kennworte der Szene vorweist. Wenig später hacken mehrere Leute den BVB Kontrollknoten, übernehmen den Zug und fahren ihn Richtung Osten, woraufhin ein ungewohnt pfiffiger SST Einsatzleiter vor Ort etwas rabiat die Stromschiene killt. Ein weiterer Versuch einiger N00bs, das Team freizuschießen, scheitert wie erwartet: Ab Einsatz von Feuerwaffen übernimmt die inzwischen anwesende SST den Einsatz, deckt das Gebiet großzügig mit Tränen- und Betäubungsgas ein, und irgendwo im Nebel sterben angeblich die Übeltäter und einige ihrer Helfer. Ende der Geschichte.
Tolstoi

Ne Ahnung wer die Jungs waren?
Der_Kreuzberger

Erkannt habe ich zumindest keinen. Es läuft aber ein automatischer Bildabgleich. Mal sehen ob der was ausspuckt.
Fianna

Hoi Fiene. Noch irgendwas, was Du hinzufügen kannst, so als Augenzeuge?
Tolstoi

Wenig. Ich halte den zufälligen Eingreifling für ne zivile Geleitschutzperson die das Target vermutlich im Auftrag von dessen Brötchengebern für genau so eine Scheiße im Blick haben sollte. Vermutlich haben die schon was geahnt. Das Target selbst schien überrascht, kam dann aber sehr bereitwillig mit, daher halte ich das für keine feindliche Extraktion. Von dem restlichen Kram hab ich wenig mitbekommen, obwohl ich natürlich ausgestiegen bin und von Natur aus bequem über die Bodenpimpfe hinwegsehen kann. War immerhin ne Gelegenheit nem SST Arsch meinen Sonderausweis unter die Nase zu halten. *Grins* Ich vermiss zwar die Schatten oft, aber Bullenschubsen macht auch Spaß.
Fianna

Mich ärgert diese Wichse. Jeder Depp denkt er kann einen auf Kombatmage machen und braucht in Berlin keine solide Arbeit zu leisten, weil allet Anarcho. Ich meine, hallo? Wenn grad in den Medien umgeht, dass die Sicherheit im Zuge einer unbegründete Jyhad-Paranoia nach oben geht dann verschiebt man seine Planung auf nen besseren Zeitpunkt – nicht, dass es für ne Extraktion mitten im dicksten Berufsverkehr ne „gute Zeit“ gäbe.
Konnopke

Ich wäre mit Verurteilungen vorsichtig, solange man nicht alle Parameter kennt. Vielleicht musste das Ziel genau an dem Tag extrahiert werden, weil er noch heute in einen Arkoblock transferiert werden sollte. Vielleicht war die Bezahlung das Risiko wert. Trauriger Fakt ist, dass mit wachsendem Pay die Fähigkeit zur Selbstkritik rapide abnimmt. Einer der Gründe, warum professionelle Schmidts Abstand davon nehmen absurde Beträge für „Rush Jobs“ auszuschreiben. Beste Bezahlung kriegt das beste Team, nicht der riskanteste Auftrag.
Node

Das hab ich anders beobachtet. Und das Risk hat ja wohl sehr wohl was mit dem Pay zu tun, oder spinne ich?
G00se

Sicherlich hat es das. Es gibt aber eine Obergrenze, und diese liegt beim Level des angeworbenen Teams. Offerierst Du Bezahlung über dem, was ein Team wert ist, kauft Dir das nicht mehr Qualität, sondern nur mehr Fehlschlagrisiko weil die Leute gierig sind und sich gnadenlos verheben. In meinen Akten kriegt dem entgegen ein Team am Ehesten dann ne automatische Hochstufung, wenn es auch mal nen Job ablehnt den sie nach sorgfältiger Abwägung nunmal nicht packen können. Von Vollkatastrophen wie dem Ding heute morgen hat doch keiner was, Schmidt inklusive.
Node

Brennpunkt Wedding

Wild Wild Wedding

// Dateiupload von TOLSTOI // 20.10.2073 – 09:00:00

Im Hintergrund schmurgeln fröhlich die letzten Leiterplatten und Hubs: ich gehe also davon aus dass wir die Lücke in der Kabelmatrix wie geplant morgen vormittag schließen und ab dort dann schrittweise auch der aktuelle Berlin Upload online gehen wird – kann aber sein, dass wir den zwischenzeitlich über den Schattenknoten in Essen umleiten müssen und das File ein paar Tage lang nur via die dortigen Sprawlguerilla Zellen zu beziehen sein wird.

Anyway. Damit euch die Zeit bis dahin nicht GAR so lang wird, folgt hier der aktualisierte Upload zum Status Quo des Wedding 2073 – einer Gegend, die formal zu Mitte und damit zum gesicherten Konzernwesten zählt, tatsächlich aber noch immer viel vom alten Anarchowedding hat und das wohl auch noch einige Zeit behalten wird. Dass Industrial-mäßiger Abriss und „In Sein“ auf Konzernseite durchaus zusammengeht, zeigt ja unter anderem der ARlebnis Club „Himmel & Hölle“ in der Westhafenstraße 1, der letztlich nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Nähe zu solch berühmt-berüchtigten Orten wie der Massenstrafanstalt Plötzensee einiges an Buzz und Publicity generiert (das H+H wird im Berlinfile ausführlich und mit Floorplan behandelt).

Den „wilden Wedding“ deshalb aber gleich als nordberliner Gegenentwurf zu Kreuzberg zu sehen, wie ich es jüngst in einer AR Gazette las, well, das scheint mir arg an den Haaren herbeigeholt. Schon viele Eventinvestoren und Location Scouts haben den Wedding durchforstet und manches Großprojekt wortreich ins Leben gejubelt, nur um allzu bald wieder zu scheitern:  Obwohl offiziell dem Westen zugehörig, steht der klassische Arbeiter-, Tagelöhner- und Minderheiten-Bezirk keineswegs auf der Prioritätenliste für Konzernprojekte, und der Weddinger ist sowas Ähnliches wie ein Berliner auf Steroiden was die kalte Ablehnung von „zugezogenen“ angeht, weswegen Pöbeleien aller Art – auch handgreifliche – immer wieder in den Newsfeeds auftauchen und Gäste verschrecken.

Der ganze Wedding ist gespickt mit Investitionsgräbern irgendwelcher Schicki-Micki-Clubs und -Restaurants, in deren Ruinen dann wieder Kebap-Läden oder glitzernde Arabdiskos eingezogen sind. Dass der eine Teil des brav arbeitenden Weddings in die Alkoholsucht abkippt und die andere Hälfte des offiziell arbeitslosen Weddings mit vergoldeten Radkappen in „Kein Alkhohol“ Shishapinten hockt und immer mehr Jyhadisten heranzüchtet macht die Lage nicht besser: Hier entsteht ein massiver Krisenherd. Nicht Kleinistanbul, mehr Kleinbagdad.
Radowski

Zustimm. Vor allem deshalb, da die Arabs und anderen Islamis im Wedding – wie etwa die dort massiv zahlreichen Kurden und Schwarzmeer-Anrainer – nicht das Geringste mit der Maffiya der Wölfe zu schaffen haben: das ganze unorganisierte Verbrechen im Wedding ist auf Dutzende Familienclans und Banden verstreut, die sich aus den diversesten Gründen untereinander hassen wie die Pest – ein ständiges Brodeln, in dem es nur den Vory um die Drachin aus den Osramhöfen hinaus gelingt, irgendwie sowas wie neutral und für alle als Geschäftspartner akzeptiert zu bleiben.
Rakatakist

Ein Schelm, wer das für keinen Zufall hält: Die Drakova und ihre Schergen heizen die Fehden bei Bedarf gerne an, um die Cliquen zersplittert und damit klein zu halten. Andererseits ist die Drachin die erste, die Front gegen den „gemeinsamen Feind“ der Grauen Wölfe macht, sobald die versuchen ihre alten Pfründe im Norden wieder zurückzuerobern. Wedding ist Krieg, Mann.
Der Nauener Kiezrambo

Stimmt schon: Der Wedding ist vor allem eines, nämlich völlig versplittert, ohne ein einheitliches Feel oder eine Dominanz irgendeiner Gruppe. Aus dem ganzen Mischmasch aber nur gelegentliche Clashs zwischen besoffenen Aggro-Arbeitern und abstinenten Aggro-Islamisten abzuleiten – oder alles auf die Clans zu schieben – greift zu kurz. Unterm Strich ist der Wedding ne Arme-Leute-Gegend, dessen Mieten gerade wieder mal nach oben pegeln im Bestreben, die Assis aller Nationalitäten – Deutsch inklusive – an den Rand in die Billigneubaublocks zu schubsen, damit der Wedding schön planiert und neugebaut werden kann, ganz wie Renrakus Prenzberg. In Falkensee sind noch Wohnungen frei.
Fabulous Fabian

Das Hauptbremspedal der Entwicklung – nur meine Meinung – ist weder der soziale Sprengstoff jenes Prekariatsgebietes noch die Clashs der Verbrecherfamilien, sondern die überhastet gebaute Autobahntrasse des Innenstadtrings! Denkt doch mal nach: Das, was früher mal die Seestraße und quasi die Hauptverkehrsader des Wedding war ist jetzt aus Sicht des Wedding ne einzige große Mauer, eine einzige Speedpiste, die platt links und rechts mit Lärmschutzwänden abgeriegelt wurde und erst zur Bornholmer Brache hin auf Pfeiler gelegt wurde. Durch diese Bauweise wurden die Möglichkeiten, Verkehr in Nord-Süd-Richtung über diese Achse zu leiten, empfindlich reduziert: Beusselbrücke und die Unterführungen Müllerstraße, Reinickendorfer Straße und Prinzenstraße sind die einzigen Punkte, an denen der Verkehr von der Innenstadt in die nördlichen Gebiete fließen kann, und der große Rest des Wedding ist ob von Norden oder Süden her „Sackgasse“ bzw. „Verkehrstasche“ mit dem Rücken zum Innenstadtring. Hier haben sich die Stadtplaner einfach mal ein Ei gelegt, da sie Innenstadtgebiet mit gutem Immobilienwert einfach mal verbaut und verschrottet haben.
Konnopke

Die Frage ist, ob das immer so bleibt. Klar wäre es von Beginn an besser gewesen die Trasse eine Etage tiefer zu legen und dann wie bei der neuen Messe einfach ne (schweineteure) Transplexebene drüberzuziehen, also ne Art Weddinger „Seelichtplatz“, an dessen Rändern dann supi hätten Läden und Cafés etc. entstehen können. Damals – noch zu Konzernwesten/Anarchoosten-Zeit aber war der Wedding sog. „Erschließungsgebiet“ und damit ein reiner Arbeiterbezirk, dessen Verkehrspolitik sich mit „Anständige Leute von A nach B schnell durch die schäbiogen Bezirke leiten, ohne dass diese sie überhaupt zu Gesicht kriegen“ reduzieren lässt. Städteplanerisch meinethalben kurzsichtig, aber angesichts des Umstandes dass Mitte der Sechziger Reinickendorf noch voll das Anarcho-Höllenloch war auch irgendwo verständlich. WENN im Wedding aber irgendwann mal die Mitte ankommt, werden „die“ sich auch für das Problem des Nordrings was einfallen lassen, da darfst Du Deinen VolksKOMM-verlinkten Arsch drauf verwetten.
Codebreaker

It wuz a / nice fight / in da / Wild Wedding…
Bomberman

Innerhalb der Neuen Ökonomie des geeinten Berlins scheint dem Wedding vielmehr eine nahtlose Fortführung seiner angestammten Rolle bestimmt zu sein: Überall im Bezirk ragen Baukräne in den Himmel, zeugen Schilder von kommenden Bauprojekten, die sich allesamt mit dem Begriff der „Sammelbehausung“ überschreiben lassen. Wedding soll ein Bezirk sein, in dem billige Arbeitskräfte für die alten und neuen Fabriken der Industriesektoren wohnen und ihr mageres Geld auf konzernwirtschaftliche Art und Weise zum Lebenserhalt zurück in den Kreislauf spülen sollen.

Offiziell lesen sich die Konzepte etwas freundlicher. Vor allem die Hortbau von S-K errichtet hier moderne Stadtwohnungen im jungen Herz der für ihre Freiheit berühmten Metropole Berlin: Hier spielt das Leben, hier stimmt die Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit. Hier hat man beste Verbindungen per Bahn, Auto … und kann dabei wunderbar ruhig und erholsam leben. Wedding, wer denkt da nicht an den bunten Wochenmarkt auf dem Leopoldplatz oder den großen Abenteuerspielplatz am Nauener Platz und den grünen Schillerpark. Die unzähligen Cafés und Kneipen, die den Straßenraum vereinnahmen, südländisches Flair aus 1001 Nacht verbreiten und dabei ganz unkompliziert zu Fuß erreichbar sind zeichnen die Vision des urbanen Wohnens mit kurzen Wegen zum Arbeitsplatz und bequemem, stadtweiten Zugang durch das perfekt ausgebaute Einschienennetz der Berliner M-Bahn“. Man versucht also durchaus nicht nur unterste Gehaltsstufen à la BV, sondern auch Besserverdienende à la Olymp(TM) zu ziehen. Eine Olymp(TM)-Anlage ist übrigens unweit des Gesundbrunnens im Bau und Teile von ihr werden 2074 bezugsfertig.
Konnopke

Den Weddingern ist dies natürlich bewusst – aber in einem „Bezirk ohne Hoffnung“ sind Aussichten auf eine bessere Zukunft rar, und das Los eines Billiglöhners in einem polizeikontrollierten Sektor mit regelmäßiger Strom-, Wasser- und Gasanbindung (und Müllentsorgung!) erscheint vielen immer noch die bessere Alternative zu den Zuständen im „freieren“ Osten und den alternativen Bezirken zu sein.

So wartete die BERVAG erst kürzlich mit der Erfolgsmeldung auf, dass 85% des im Bau befindlichen Wohnraumes bereits vermietet sei – eine Zahl, freilich, über die Medienskeptiker nur lachen können, vernichtet doch jedes Bauprojekt im Wedding zugleich alten Wohnraum, so dass der steigende Bedarf nach neuen Wohnungen im Wedding nun wirklich niemanden überraschen kann.

Ehrlich gesagt überrrascht sie MICH. Denn von den 100% Mietparteien, die in einem Räum-Haus wohnen, brauchen danach nur noch 50% nen neuen Mietplatz. Der Rest ist tot, auf der Flucht oder im KZ!
Bomberman

Fängstu schon wieda mit dem KZ Stuz an? Ichab dia doch gesagt das det Stuz is Alda, höma!
Jaque Viose

Nenn’s wie du willst. Plötzensee isn KZ. Basta!
Bomberman

Der Weddinger

Die Bewohner des Wedding sind zum ganz überwiegenden Teil der Unterschicht zugehörig. Nach den Eurokriegen entfiel der größte Teil des überaus hohen Ausländeranteils auf Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Raum (vor allem Polen, Tschechen, Litauer und Russen). Unter dem Eindruck des zuvor bereits hohen Anteils von Islamisten – und Dschihadisten – hat sich der Anteil aber immer mehr in Richtung Südosteuropäer und Mittlerer Osten verschoben, so dass heute zumindest gefühlter Maßen vermehrt muslimische Rumänen, Bulgaren, Ukrainer, Georgier, Armenier, Syrer, überhaupt verschiedene Arabergruppen und die im südlichen Berlin verhassten Kurden den Wedding bevölkern. Auch der Anteil der Metamenschen ist im Wedding noch etwas höher als in anderen Bezirken, wobei Orks die größte lokale Gruppe innerhalb der „Metas“ bilden.

Entsprechend stellt sich auch die Kiez- und Policlub-Szene des Bezirkes dar: Ganze Kieze sind mehr oder weniger strikt nach Nationalitäten bzw. Rassenzugehörigkeiten unterteilt. Reibereien sind an der Tagesordnung und diese gehen in der Nacht auch schonmal in Messerstechereien oder gelegentliche Schießereien über (in jeder anderen Gegend des Vorzeigebezirkes Mitte undenkbar!). Größere Ausschreitungen sind hingegen eher selten.

Klingt ja schwer nach gecopypasted ausm Konzernpropagandablatt! Unterschicht = Ausländer und Metas, und natürlich sind „die“ gleich so primitiv dass es Clashs gibt.
Khan

Tut mir leid dass die Realität rassistisch ist, aber das sind nunmal die Facts.
Tolstoi

Weiß ich. Trotzdem nervt es mich. Denn: Wenn Norm-Deutsche auf Metas und Ausländer eindreschen fällt es aus der Statistik, denn Norm-Deutsche haben ja dafür ne Uniform an und dürfen das.
Khan

Solln das fürn Drekargument sein???
Bomberman

Mann, rechne es doch nach. Wenn du eine Statistik über „Reibereien“ zwischen Nationalitäten und Rassen erfassen willst, musst du ja wohl auch Clashs zwischen Bullen und Konzernen und Straßenleuten mitnehmen. Tut aber keiner, denn wenn uniformierte deutsche Norms in irgendwas reinprügeln was nicht deutsch und Norm ist ist es ja kein Rassen/Nationslitätenclash, sondern ein Polizeieinsatz.
Khan

Du, das ändert jetz aber nix daran, dass der Wedding in der Statistik abstinkt? LTIC war Wedding auch bei Polizeieinsätzen vorne mit dabei. WEIT vorne
Bomberman

LTIC?
Sp00qd

Last Time I Checked
Mr. Nosewise

Mag ja sein, aber das kommt ja nur weil die Bullen hier EINREITEN, gezielt UM Auf Fresse zu geben.
Khan

Eigenarten

Charakteristisch für den Wedding sind neben kleinen osteuropäisch- bis arabischen Cafés und geschlossenen „Vereinslokalen“ der verschiedenen Policlubs vor allem die starke F-Prägung des Bezirkes: In fast jedem Haus gibt es private Kneipen, Hinterhof-Geschäfte, „Produktenlager“ oder ungemeldete Handwerksbetriebe und Geschäfte. Sind diese Kleinstgeschäfte samt ihrer zahllosen Werbetafeln an der Hausfront in den alternativen Bezirken des Ostens ein mehr oder weniger alltäglicher Anblick, sorgt die größere Wifi-Abdeckung des Konzernsektors Mitte, zu dem der Wedding nunmal gehört, für zusätzliche Irritation:

Bar jeder amtlichen Regulierung hat ein Werben um Aufmerksamkeit der Kleinstgewerblichen eingesetzt, das Teile des Wedding zu einer vollwertigen „Spam Zone“ macht. Kaum ein Hinterhofgeschäft oder Kellerbordell, keine Kleingartengenossenschaft oder Textilmanufaktur, die nicht per aufgerüstetem Trash-PC Spam-Postings per Wifi in die Kommlinks der Passanten blasen würde. Und kaum eine Gegend, wo bestehendes Wissen um die Umgehung von Spamblockern so bereitwillig ausgenutzt wird, dass selbst leistungsfähigere Blocker-Systeme umgangen werden.

Nur falls ihr euch fragt: Ja, hier wurden grade irre Menge Spam rausgelöscht. Keep Shadowbuzz clean!
Whit Rogerer

Behördliches

Trotzdem der Wedding auf allen Maps als Teil des Konzernsektors Mitte geführt wird, ist er de facto noch mehr Anarcho-Zone als Konzerngebiet. Dem entsprechend ist es auch die Sternschutz Spezialeinheit der Sonderschutztruppe SST , die für die Sicherheit im Wedding sorgt. Und das mit sehr viel Nachdruck:

Zu den Hauptaufgaben der SST gehört es im Wedding, Wohnblöcke für den Abriss oder die Neubelegung nach Sanierung „vorzubereiten“ – was im Klartext heißt, die in der Regel ebenso widerrechtlich dort hausenden wie auszugsunwilligen Bewohner des Gebäudes aus selbigem zu entfernen.

Inzwischen gibt’s im Wedding recht gute Vorab-Infos was diese Räumungen angeht. Die SST hält natürlich den Deckel drauf, aber von Seiten der betreffenden Immobilienportale oder Baugesellschaften sickert eigentlich immer was durch. In aller Regel sind die sogar blöde genug, vorher nen Newsletter rauszuhauen, in dem sie ankündigen dass „damit gerechnet wird, dass die Bauarbeiten des neuen Wohnparks xyz am so-und-soten beginnen können“. Da brauchste natürlich kein Genie sein, um zu wissen, wann die Räumung ist.
Susie Sorgenvoll

Tagelöhner

Eine weitere Besonderheit des Wedding ist, dass in dem Ortsteil der innerhalb aller Konzernsektoren größte Teil der Tagelöhner lebt, die selbst eine Besonderheit des „freien Berliner Wirtschaftsraums“ darstellen: Im Rest der ADL eher unbekannt, haben megagroße wie kleinere Konzerne im „Rechtsfreien“ Raum Berlin das „Hire & Fire“ Prinzip weiter- bzw. zum vor-gewerkschaftlichen Zeitalter zurückentwickelt:

Ach – und anderswo nich oda was?
Bomberman

Schon, aber nicht in dem Ausmaß und in dieser ungeschminkt offenen Form.
Kyle Monologue

Jeweils vor Schichtbeginn fahren aus den verschiedenen Industriegebieten der Stadt und teilweise des Umlandes Pritschenwagen, Busse und Lkws – überwiegend ohne Markierungen – in den Wedding, um Arbeitswillige aufzusammeln. Hierbei steuern sie gewisse Fixpunkte wie z.B. den Leopoldplatz an, wo Arbeitswillige wie Verzweifelte zum Teil stundenlang ausharren, um auf ihre Chance für Kurzanstellung zu warten. Arbeit gibt es zwar genug, doch nie genug für alle: Nur den Stärksten und Rücksichtslosesten gelingt es, sich bis zum Fahrzeug der Werber vorzukämpfen – der Rest ist ein tagtäglicher Wettbewerb um das wenigste Gehalt, die geringsten Erwartungen.

Angeworbene Arbeiter bekommen auf der Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz in aller Regel einen RFID-Chip unter die Haut geschossen, der nach Anstellung wieder entnommen wird oder sich (angeblich) von selbst deaktiviert. Der Chip erfasst genau die Bewegung des Tagelöhners auf dem Firmengelände, gewährt ihm Zugang zu den für ihn nötigen Bereichen, überwacht seinen Puls und seine Bewegungsintensität und alles, was sonst geeignet ist, seine Arbeitstätigkeit zu messen.

Am Ende der Schicht – die oft aus 20-30 Stunden Arbeit und mehr besteht – werden die Arbeiter beim Schichtleiter versammelt, erhalten ihre Kündigung samt „Zeugnis“ über ihre Leistung und ihre Bezahlung, die in der Regel mit irgendwelchen vorgeschobenen Argumenten und RFID-Statistiken nochmals nachträglich verringert wird. Sofern die Vereinbarung eine kostenlose Rückfahrt vorsieht, was meist, aber nicht immer der Fall ist, fahren die Arbeiter danach zu dem Punkt zurück, wo sie aufgegabelt wurden.

Schattenläufer, aufgepasst: das tägliche Durchschleusen immer neuer Arbeiter-Heerscharen durch die Fabriken schafft natürlich einen idealen Zutrittspunkt für Infiltrationen! Das wissen die Konzerne zwar, aber unterm Strich sparen sie mit dieser Praxis immer noch mehr Geld, als sie der gelegentliche Bruch kostet.
Khan

Ganz so easy wie es sich anhört ist es aber nicht. Klar kommst du mit all den anderen Arbeitern zusammen rein, aber den Eingangsscans entgeht kaum ein Implantat, und erst recht keine eingeschmuggelte Waffe. Selbst dein Kommlink wird dir abgenommen und „in einen sicheren Spind gesperrt“. Plus: der RFID-Chip den du bekommst zeichnet all deine Bewegungen auf und hat je nach Kon ne ziemlich sensible Anti-Tampering-Vorrichtung (es heißt, SK würde RFIDs unter die Haut an der Halsarterie schießen. Die „Knubbel“ am RFID sind kleine, fernzündbare Treibladungen!
Caruso

Diese Praxis, wiederum, führt rund um die Punkte, die von Werbern angesteuert werden, zu einer blühenden Szene von Destillen, Besauferien und Billigbordellen, um den Arbeitern das Geld möglichst schnell wieder aus der Tasche zu ziehen. Wie man hört, gibt es zwischen einigen der Werber bzw. deren Firmen und den Betreibern der Wirtschaften am Sammelpunkt „mafiöse“ Absprachen.

Trotz allem völlig berechtigten Geätze gegen die Scheißkons muss erwähnt werden, dass die Tagelöhner-Anstellung für viele Berliner nach wie vor die einzige Chance auf ärztliche Behandlung und ordentliche Reinigung darstellt: Viele, aber längst nicht alle Konzerne untersuchen Tagelöhner bereits auf der Anfahrt oder bei einer Art Eingangsschleuse zur Fabrik auf Ungezieferbefall und Krankheiten, manche schießen neben dem RFID auch Breitbandantibiotika oder (nach Messung von deren Notwendigkeit) Impfstoffe ein. Einige betrachten dies als sozialen und mildtätigen Beitrag, durch den sie das miese Gehalt schönen, andere sehen es als blanke Effizienz, durch die der Verbreitung von Cholera & Co. in Berlin Einhalt geboten und vor allem kein Ungeziefer in die Fabriken eingeschleppt werden soll. Ohnehin müssen die meisten Tagelöhner bei Ankunft in der Fabrik alle Klamotten und eigenen Besitztümer ablegen und schlüpfen in Fabrikoveralls – besonders engagierte Arbeitgeber wie Evo und MSI waschen sogar die Kleidung der Tagelöhner, während diese auf Schicht sind.
Konnopke

Wenn man das alle erwähnt, sollte man aber auch erwähnen dass die Nachrichtenabteilungen mancher Konzerne gern die Gelegenheit nutzen, in Abwesenheit des Tagelöhners Spyware auf dessen Link zu spielen oder dessen Klamotten zu verwanzen.
Kayla-B

Tausche lebende Wanzen gegen elektrische. Shicedeal! LOL.
Dutschke

Spyware aufs VolksKOMM spielen? Ist das nicht wie Eulen nach Athen tragen?!
Caruso

Der Leo

Wenn es so etwas wie das Zentrum des Weddings gäbe, wäre dies der Leopoldplatz samt Müllerstraße als „erste“ (oder eher „erstbeste“) Geschäftsadresse des Bezirkes. Als Faustregel gilt, dass je weiter von den Hauptstraßen entfernt sich etwas im Wedding befindet, desto verfallener und Anarcho-mäßiger ist es auch.

Äh – hallo, Bornemannkiez??
Bomberman

Faustregeln haben AUSNAHMEN.
Saskia

Nur vereinzelt erheben sich zwischen den verfallenen Altbauten neu errichtete Wohnsilos oder von hohen Mauern umgebene Konzerninstallationen, Letztere vor allem von Pharma- und anderen Biotech-Firmen, denen die ständige Verfügbarkeit williger Testpersonen vor Ort sehr gelegen kommt.

NovaTek – niemand weiß so recht, was auf dem Gelände der Firma NovaTek vor sich geht. Oder was diese eigentlich genau herstellt. Verschiedenen Matrix Sites ist nur zu entnehmen, dass sie sich mit technischen Innovationen im Bereich Wifi und VR beschäftigt und die so entwickelten Patente dann an andere Unternehmen verkauft. Das NovaTek Gelände im Wedding ist von einem 3m hohen Zaun umgeben, der scharf überwacht wird. Der auf dem Gelände liegende Block 3 ist das einzige Gebäude, zu dem Personen außerhalb der Firma (nämlich: Probanden) Zutritt haben.

Wie – keine Verschwörungstheorien? Ich bin der erste Poster?
Bomberman

Ich würde ja gerne, aber es gibt einfach keine soliden Infos, und bisher hat mich noch keiner dafür bezahlt, da einzusteigen. Bei nem früheren Lauf habe ich in nem Knoten mal nebenbei Daten geglimpsed, die sich auf NovaTek bezogen, sahen aber zu unspannend aus, um sie zu ziehen – nur Patentnummern und Kennziffern irgendwelcher Käufer.
Berlyn Bytes

Veggie-Ville – Die aus Tir Nan Og stammende Elianar Gruppe hat außer dem Metropolis in Berlin auch mehrere Wohnanlagen gezielt für elfische Mieter und Eigentümer entworfen. Im rohen Berliner Straßenjargon „Veggie-Ville“ genannt, ist die Anlage Sersakhan im Wedding der Versuch, die von Jahren des Raubbaus und der Umweltverpestung zerschundenen Grünanlagen der Stadt zu renaturieren und in ein „intelligentes Wohnumfeld“ einzugliedern. Die Sersakhan-Anlage wurde zwischen 2063 und 2067 gebaut und leistet eine über die Betreiberfirma organisierte „magische Betreuung“, mit deren Hilfe (und Einflussnahme auf lokale Geister) die umfangreichen Gartenanlagen zwischen den Gebäuden instand gesetzt werden. Im Gegensatz zu vergleichbaren Luxus-Anlagen in anderen Bezirken ist die Anlage Sersakhan auf den unteren Mittelstand zugeschnitten und somit ein Pilotprojekt für Massenbehausungen unter Berücksichtigung der Natur. Das ganze Projekt wird seitens der Elianar-Gruppe natürlich PR-mäßig ausgeschlachtet. Bewohner der Anlage sehen sich sowohl Aggressionen von Nicht-Elfen wie Elfen ausgesetzt: Erstere, weil diese in der „bevorzugten Wohnsituation“ der Elfen hier Rassismus sehen, Letztere, weil sie neidisch sind. Die „Veggies“ stehen zudem im Ruf, „Hippie-mäßige“ Gemeinschaften zu pflegen.

Volksbad Wedding – In der Zeit des Status F brach die flächendeckende Versorgung mit fließendem Wasser zusammen. Zu jener Zeit erlebten die Schwimmbäder der Stadt eine Renaissance als öffentliche Badeanstalten. Eine Funktion, die das Volksbad Wedding bis heute ausübt. Im Laufe der Jahre wurde das eigentliche Schwimmbecken zugeschüttet und durch neue Duschen für 300 und mehr Personen sowie eine umfangreiche Münzwäscherei ersetzt. Nun, da die Wasserversorgung im Wedding wiederhergestellt wird, ist das Volksbad von der Schließung bedroht, es sei denn es fände sich ein neuer Investor.

Tipp: Wenn du wen Taffes ausm Wedding angehen willst, warte bis er aufm Weg zum Bad ist. Die Schließfächer dort sind unsicher und das weiß auch jeder, deshalb nimmt kaum einer was Wertvolles mit – Waffen und Foki und so eingeschlossen.
Altaír

Am östlichen Rand der obigen Karte befindet sich der so genannte Asselkiez rund um den Monorail-Bahnhof Osloer Straße, die Endhaltestelle der M12. Der Kiez hat seinen Namen von einem Hochhaus am M-Bahnhof direkt an der Schallschutzwand der A100, auf dessen Dach die Buchstaben „ASSEL“ weithin sichtbar stehen. Dass der Schriftzug auf dem Dach früher einmal „KASSEL AG“ (ein früher Mobile Marketing Dienstleister) hieß, ist heute vergessen.

M-Bhf Osloer Straße – Die hier verkehrende M12 Richtung West wird auch Pendlerlinie genannt, denn sie verbindet den Arbeiterbezirk Wedding mit dem Verschiebebahnhof Zoo, von wo aus die weitere Verteilung auf die Arbeitsstätten in Wilmersdorf, Spandau/Siemensstadt und bis hinauf nach Bernau erfolgt. Vom einstmals schicken Design der M-Bahn-Wagen ist auf dieser Strecke nichts geblieben. Stattdessen verkehren zugesprühte, zerschlitzte, versiffte, mit grauen Platten verkleidete und mit Graffittis überdeckte Werkszüge mit tristen Plastikschalenbänken in den Monorail-Tunneln. Um zu den Zügen zu gelangen, muss man einen bewachten, mit schweren Gittern abgetrennten Bereich passieren. Neben den öffentlichen Zügen der M12 verkehren auf gleicher Schiene auch private Zubringer-Züge der Konzerne, die über neu angelegte oder wieder in Betrieb genommene alte Tunnel direkt die über die Stadt verteilten Fabriken erreichen. Im M-Bahnhof Osloer Straße zu erwähnen ist der Imbiss Swoboda, der russisches Fastfood zu akzeptablen Preisen und heißen Kwas mit etwa 12 Vol.% Alkohol in wiederbefüllbaren Tonkrügen verkauft.

Bierwirtschaft „Zur Assel“ – Am toten Ende der Jüdenstraße, direkt an der grauen Schallschutzmauer der ewig donnernden A100 gelegen, lädt die Bierwirtschaft Assel zum Verweilen ein. Man trifft sich in einem Raum mit einem blassgraurosafarbenen PVC-Fußboden voller Brandflecken von Zigarettenkippen, durch dessen getönte Plastscheiben kaum Licht fällt und dessen Petroleumlampen düster vor sich hin glimmen. Wände und Decke scheinen von einer Patina aus Nikotin gelb-braun gefärbt, erst auf den zweiten Blick erkennt man ein zartes Muster auf der einstigen (Kunst-)Stofftapete. Auf den Tischen und Stehfässern liegen kleine karierte Deckchen, es gibt Flaschenbier und selbstgebrannten Schnaps Marke Jabifu, dazu Schmalzstullen. Die Kundschaft sind Arbeiter, meistens Orks, und samstags gibt’s Stadtkrieg auf der Leinwand oder Heile-Welt-Filme von der großen Ferne, nach der sich jeder hier sehnt. Für ein Handgeld gibt’s einen privaten Raum im Obergeschoss – tatsächlich die Wohnstube des Betreibers – wo man sich trifft, um Karten zu spielen oder diskrete Geschäfte zu besprechen. Wenn das Wetter es zulässt, werden die Fenster zur Front hin geöffnet, um ankommende Laster aus den Fabriken der Konzerne zu sehen, die gegenüber im Wendekreis der Jüdenstraße eine ihrer kleineren Anwerbestops haben. Dann leert es sich in Sekunden, während die Arbeitssuchenden nach draußen drücken, ehe ihre Plätze von den abgekämpften Arbeitern von den Pritschen eingenommen werden.

Jüdische Klinik Berlin – das Krankenhaus hier ist alt und schon seit langer Zeit in Jüdischer Hand. Unbeeindruckt von den um das Haus wogenden historischen Veränderungen wird hier seit weit mehr als 100 Jahren medizinische Hilfe angeboten, und somit erfreut sich die Klinik einiger Beliebtheit. Trotzdem gibt es natürlich Fälle, die hier abgewiesen werden, meist wegen Überbelegung oder mangelndem Geld der Patienten. Für alle „Abgewiesenen“ haben sich in den Häusern gegenüber der Klinik, die ganze Jüdenstraße entlang, Ärzte, Knochensäger, Wundstecher und Heilkundige aller Couleur eingerichtet. Auch weil die Klinik über eine eigene Stromversorgung verfügt und die Jüdenstraße vom Klinikgelände aus nachts „mitbeleuchtet“ wird, gilt die engere Umgebung der Klinik als „bessere Adresse“ im „freien“ Wedding. Gerüchte, nach denen die Klinik nur jüdischen Patienten offenstehen würde, sind Unfug.

Vertrau Doktor Dau! Jüdenstraße 11, Hinterhof links, 3. Stock.
DerBravePatient

Schering Zentrum für Seuchenforschung – Um Überleben zu können, musste die Jüdische Klinik sich 2058 verkleinern. Das abgestoßene Gebiet wurde von einer koreanischen Holdinggesellschaft aufgekauft und bald darauf an ein medizinisches Forschungsunternehmen namens Klaas & Witt verkauft, das 2068 von der Schering MedTech Sparte aufgekauft wurde. Diese betreibt nun im Wedding eine in den ADL führende Forschungseinrichtung für Seuchenschutz und stellt mit ihrem Probandenprogramm einen wichtigen Weddinger Arbeitgeber dar. Zuweilen sieht man überwiegend metamenschliche Aktivisten im Umfeld des Zentrums gegen die Ausbeutung von Metamenschen für „Tierversuche“ protestieren. Auch dass Schering vorhabe, die „Seuche“ der Goblinisierung zu bekämpfen, wird immer wieder behauptet.

Diese Aggro-Demonstranten nerven mich. ECHT. Da wirste bepöbelt und beschimpft, einmal haben se mich vom SZ gleich zur Klinik rüberwuchten müssen, weil ich von nem Dreckspflasterstein ne Platzwunde anner Omme hatte. Hey, man, schön, dass ihr alle so viel freie Zeit habt, um hirnlos auf Demos zu rennen. Schonma dran gedacht, wie ich sonst meine 3 Blagen durchfüttern soll? Schering zahlt mir 15 fürn Piekser im Arm, 50 fürn Eingriff wo se Gewebe entnehmen tun, 100 im Monat wennse mir was geben oder einpflanzen tun. Der perfekte Job für nen alleinerziehenden Pa!
Wassil3554

Westlich am Volksbad Wedding beginnt der Schillerkiez, der sich rund um den gleichnamigen Park erstreckt. Der Schillerpark war einst eine grüne Oase in der Stadt – in den Jahren des Status F wurden aber sämtliche seiner Bäume von umliegenden Hausgemeinschaften gefällt und zu Brenn- oder Bauholz verarbeitet. Heute erhebt sich der Treffpunkt Schillerdenkmal über einer kahlen Matsch- und Flechtendecke, die von einer kleinen Schar von Jugger-Begeisterten als Trainingsplatz und Arena verwendet wird. Als „Chef“ des Kiezes und inoffizieller Oberboss der Gangs im Kiez gilt ein abnorm riesenhafter Troll namens Schiller, der sich in vergessenen Tunneln unter dem Schillerdenkmal eingenistet hat.

Westlich neben dem Park befindet sich eine Reihe von 6 Altbauten, die zusammen das Orkheim bilden. Hierbei handelt es sich um eine „geschlossene Wohngemeinschaft“, die sich weitesgehend autark gemacht hat: Kinder der hier wohnenden Ork-Familien werden durch im Haus wohnende Ammen und Lehrer orkischer Abstammung betreut, es gibt eine Kleidermanufaktur als hauseigenen Arbeitgeber, mehrere Produktenwohnungen und Läden, eine Werkstatt und in den Hinterhöfen werden Hühner und Kleinvieh gezüchtet und im Schillerpark etwas Gemüse angebaut. Man kennt sich, hilft sich gegenseitig und unterhält sogar eine Sterbewohnung für greise Orks jenseits der 40.

Es sollte bei all dem „die guten Orks helfen sich selbst Blabla“ mal erwähnt werden, dass die Orkheim-Orks auch mal ganz gerne als Horde umherziehen um zu plündern oder wen umzumoschen. Tun se zwar nicht nur aus reiner Lust an der Gewalt, aber das Interesse des Heims sehen die einfach über allem anderen – inklusive deinem Recht zu leben, wenn die grad nicht genug Geld haben, deren Kids hungern und du nen Zwanni in der Tasche hast.
Bomberman

Aldi Real Center Schillerpark – das größte Einkaufszentrum im Wedding ist das Center Schillerpark, das neben einem Aldi Real gigantischen Ausmaßes auch mehrere Imbisse, Lokale, drei Cafés, eine Kampfsportschule, eine Kegelbahn und ein großes Getränkeabholzentrum beherbergt. Die Security ist nach mehreren Plünderungen während der frühen Tage der Konzernherrschaft deutlich aufgestockt worden, und im Erdgeschoss erweckt das Center mehr den Eindruck eines Bunkers – ein wenig schönes Aushängeschild, dem man zunehmend mit Trideoprojektoren und Video Walls zu Leibe rückt.

Krematorium Seestraße – Zu den wenigen von der öffentlichen (Konzern-)Hand unterstützten Betrieben im Wedding gehört das Krematorium, in dem an jedem Tag der Woche zwischen 12 und 22 Uhr Leichen zwecks Entsorgung gegen einen geringen „Finderlohn“ abgegeben werden können. Die Abgabeprämie für Tote wurde zuletzt von 20,– auf 6,– gesenkt, in der Hoffnung, damit die Grenze endlich unterschritten zu haben, für die Leute bereit sind aus eigener Kraft für „Nachschub“ zu sorgen. Wie man hört, werden seit Neuestem auch ältere Leichen abgegeben, die zuvor aus anderen Städtischen Friedhöfen zum Teil im großen Stil ausgegraben wurden. Man spricht sogar von einer „Weddinger Leichenmafia“, die von den Medien scherzhaft als „Ghula Nostra“ oder „Yaghula“ bezeichnet wird.

Berliner Büchergilde – Zu den Einrichtungen, die am Schlimmsten von den Verwüstungen und Brandschatzungen in der Zeit des Status F betroffen waren, gehören neben Museen und Galerien auch Bibliotheken. Während bei ersteren reichlich Kunstfreunde und geldkräftige Mäzene zur Verfügung standen, um die wertvollen Gebäude zu sichern oder Objekte auszufliegen, blieb die Mehrzahl der Bibliotheken sich selbst überlassen. Die Berliner Büchergilde ist ein policlubartig organisierter Verein, der sich der Bewahrung antiquarischer Bücher (= vor 2000 erschienen) verschrieben hat. Die Gilde unterhält im ganzen Stadtgebiet einzelne Häuser, die ausschließlich Mitgliedern der Gilde zur Verfügung stehen. Gildenfremde können auch Einsicht in die historischen Schriften erlangen, müssen dafür aber „Tagesmitgliedschaften“ antreten, die wahlweise um die 750,– kosten oder „im Tausch“ gegen für die Gilde interessante Bücher erfolgen.

Wie jetz – ich reich denen nen zerfledderten Harry Potter rüber, und dafür bekomme ich Infos?
Fredd

Wer zum Geier ist Harry Potter???
Bomberman

Club Backdoor – Das Backdoor liegt in einem Hinterhof und zieht sich durch eine Reihe früherer Kohlenkeller, deren Wände und gewölbeartige Ziegelsteindecke größtenteils im Originalzustand belassen wurden. Der Besitzer des Clubs, ein Ork namens Karlov, ist begeisterter Automechaniker, der über sein Hobby in Kontakt zu verschiedenen Metallkünstlern gekommen ist. Diese haben im Laufe der Zeit allerlei Skulpturen (meistens aus Schrott) geschaffen, die nun im Backdoor ausgestellt bzw. als Einrichtung benutzt werden. Der Club hat keinen Strom, die Beleuchtung erfolgt durch Kerzen oder Petroleumlampen. Musik kommt, so überhaupt, von einem verstimmten Klavierautomaten.

Dr’aesis – Das Dr’aesis ist der heißeste Dance Floor im Wedding. Sagt die Werbung in grober Verachtung des Umstandes, dass dieser Titel zweifelsfrei dem Himmel und Hölle im Westhafen gehört. Gelegen in einer aufgegebenen Lagerhalle mit darüber liegendem Verwaltungsbau, umfasst das Dr’aesis insgesamt 5 mehr oder weniger voneinander getrennte „Zonen“, die unterschiedliche Musik (und Lautstärken) bieten.

Schattenmarkt Osramhöfe – Schon zu F-Zeiten hat sich in diesen alten Industriehöfen ein bunter Basar mit allerlei legalen, halblegalen und gänzlichen illegalen Gütern eingerichtet, und aktuell sieht es nicht danach aus, als würde dieser allzu schnell zu Ende gehen. Verantwortlich hierfür ist neben dem großen Zuspruch der Weddinger Bevölkerung die hinter dem Schattenmarkt stehende Russenmafia um die Schieberin Nadjeska Girkin, die auch „die Drachin“ genannt wird. Wie in vielen von der Russenmafia kontrollierten Anlagen existieren auch in den Osramhöfen nicht nur Lager und Verladehallen, sondern auch mehrere Stoffmanufakturen, die Fälschungen von Designerlabels produzieren oder aber Zulieferer der Labels sind (oder beides). (Details zu den Osramhöfen finden sich in Mephisto 43 (Januar/Februar 2009) – „Schattenmärkte in der ADL“ S.25)

Tanzlokal Molotov – Das Molotov ist eine urige Besauferia, in der überwiegend geistige Wirrköpfe, Umstürzler und Verschwörungstheoretiker abhängen. Nur sonntags scheint sich die Lokalität ihres „Tanz-Bezuges“ zu erinnern, denn dann spielen (meist osteuropäische) Musiker zum Tanz auf, und lautes Klatschen und Stampfen ist oft in der ganzen Straße zu hören. So etwas wie eine Institution im Lokal ist der latent geisteswirre und immermiesepetrige Ork Volker Kloß, der – meist an der Theke stehend – vor sich hin brabbelt und dabei des öfteren proklamiert, dass früher alles besser gewesen sei. Da er in diesem Zusammenhang öfters den Eindruck erweckt, das 20. Jahrhundert zu meinen oder diesem sogar zu entstammen, wird er belächelt und ignoriert.

Zu den ersten „befriedeten“ Wohnanlagen des Weddings gehörte der Turiner Kiez entlang der Müllerstraße, der auch in F-Zeiten als „kontrollierter“ Kiez galt. Grund hierfür ist ein rascher Zusammenschluss der örtlichen Hauseigentümer gewesen, die in Rekordzeit nach Verkündung des Letzten Gesetzes und Abzug der Polizei eine Übereinkunft mit den Mietparteien zur „gegenseitigen Unterstützung“ trafen. Damit war die so genannte „Enklave Turin“ quasi Modell und Vorbild für andere Zusammenschlüsse von Hausgemeinschaften, Blöcken oder Straßen – selten aber erreichten andere Genossenschaften die klare Organisation und vor allem die Effizienz des Turiner Kiezes. Mit Rückkehr der Ordnung in den Berliner Westen gründete sich die Enklave umgehend als genossenschaftliche Immobilien-Gruppe neu, unterdessen die „Kiez-Miliz“ als „Wedding Sicherheits GmbH“ umstrukturiert und neu gegründet wurde. Auch hiermit ist der Turiner Kiez wieder in der Vorreiter-Rolle, stellt er doch eine Alternative zur Umwandlung „von oben“ dar: Der Kiez ist heute eine nach Konzern- bzw. ADL-Recht gültige und ordentliche Genossenschaft (bzw. Firma), die auf der Prioritätenliste der SST nicht einmal auftaucht. Es besteht somit die Hoffnung, dass ein kommender Investor das Viertel nicht niederlegen, sondern die weitestgehend gut gepflegten Objekte samt intakter Hausgemeinschaften aufkaufen und übernehmen wird.

Zu erwähnen wäre hier noch das Restaurant „Nachbarschaftstreff“, wo die Bewohner bzw. die Vorsteher der Einzelhäuser ihre Blockbesprechungen durchführen. Ist ne nette Pinte, deutsch und sauber.
Bernd der Borg

Berliner Kreditanstalt – Unter dem Status F stellte der Zahlungsverkehr und die Bereitstellung von Zahlungsmitteln eines der größten Probleme dar. Jedenfalls für jene, die wenig zum direkten Tausch anzubieten hatten oder die Transaktionen z.B. mit Online Shops und Diensten von außerhalb Berlins vollziehen wollten. In diesem Milieu gingen einige lokale Bankhäuser bankrott oder zogen sich aus der früheren Hauptstadt zurück. Als Gewinner blieb die Berliner Kreditanstalt übrig, eine aus Angestellten früherer Berliner Bankhäuser gegründete Genossenschaftsbank und quasi die einzige erfolgreiche deutsche Bankgründung nach 2050. Natürlich wirft man der Kreditanstalt vor, bis über die Hutkrempe mit dem organisierten Verbrechen zu kooperieren – aber möglicher Weise fällt das auch unter die „innovativen Geschäftslösungen“, welche die Kreditanstalt in ihren Wifi-Anzeigen anpreist.

Voll krass! Kann es sein, dass in Berlin so gut wie ALLES „mafijös“ ist?
AOL4655-45655-23105-B

Du merkst alles. Aus dir wird maln ganz Großer…
Bomberman

Café Kropotkin – Das Kropotkin ist ein kleines, rot gestrichenes Café mit integrierter Bäckerei und hauseigener Brennerei, das sich in der Gegend einer hohen Beliebtheit erfreut. Speziell bei gutem Wetter, wenn die Glasfronten des Cafés komplett ausgehängt und weggetragen werden und ein großer, zur Straße hin offener Café-Raum entsteht, der mit alten Berliner Möbeln bestückt ist, kann man sich in der Tat hier sehr behaglich fühlen. Im hinteren Teil des Cafés existiert zudem eine Zeile mit 5 Web-Terminals des russischen Anbieters NowaPrawda, der in Hackerkreisen wegen seiner ganz passablen Anonymisierung von Zugangsdaten sehr beliebt ist.

Schildermalerei Wichmann – Mag das Wifi auch langsam nach Wedding hineinreichen: Noch funktioniert 50% der hiesigen Werbung über Schilder, Fahrzeugbeschriftungen, Litfass-Säulen und die wiederentdeckten „Sandwich-Männer“, die mit Werbeschildern vorne und hinten durch die Gegend laufen. Wichmann ist eine der ältesten Berliner „Werbeagenturen“ der F-Zeit, die viele Werbeformen der frühen Industrialisierung neu entdeckt und in die Jetztzeit übertragen hat. Über seine zahlreichen Dienste für Kleinstunternehmer und Hinterhof-Firmen in Berlin verfügt Wichmann zudem über das wohl größte Archiv „inoffizieller“ Firmen in Berlin.

Die Critterkiller – In diesem Büro können Fachleute zur Beseitigung unerwünschter magischer Kreaturen bestellt werden. Die Bezahlung richtet sich dabei nach einem für Außenstehende schwer zu durchschauenden Schlüssel, der die verschiedenen Critter in unterschiedliche Gefahrenklassen einordnet und in Bezug zum umgebenden Territorium setzt. Wem die Dienste der Critterkiller zu teuer sind, kann stattdessen im Shop nützliche Ausrüstung zur privaten Critterjagd erwerben und sich zum Kauf gute Ratschläge für das Vorgehen holen.

Wenn ihr die CKs heuert, fragt nach Lazarus. Ist der verdammt beste Critterjäger im Wedding, vielleicht in der ganzen Stadt.
GhandiIV

War das der, der dieses Vieh – Name vergessen – unterm Bahnhof Zoo gebustet hat? Der wo das BERVAG-Kopfgeld in Höhe von 10K abkassiert hat? Ich dachte der wäre längst inner Südsee oder von nem Großkonzern geheuert worden
Rote Socke

Nicht ganz. Er hat die 10K nur reinvestiert, die Hälfte in Equipment, die andere Hälfte in nen Anteil der CK. Ist jetzt Miteigentümer. Naja, mehr stiller Teilhaber. Wird aber nur gegen Extra-Kohle auf Jagd mitgeschickt. Und sein Auftragsbuch ist dick voll.
Usus

Urban Fashion – Neben Aggro-B ist Urban Fashion das bekannteste und populärste Berliner Fashion Label. Keine Frage: Der Ruf von Berlin unter dem Status F hat zu einer gewissen Legendenbildung außerhalb der Stadt geführt. Das Wort „Made in Berlin“ hat einen ganz eigenen Sex Appeal bekommen. Spricht von Gefahr und Gewalt, wilder Freiheit und Individualismus – alles Elemente, die Aggro-B und Urban Fashion perfekt zur Selbstinszenierung und Massenvermarktung verwendet haben. Ursprünglich entstanden aus dem Versuch, stabile (und wenigstens teilweise kugelsichere) Alltagskleidung für das Leben in Berlin zu schaffen, sind Urban Fashion ebenso wie Aggro-B Produkte absolute Renner nicht nur auf der Straße, sondern auch unter Konzernkids und Club-Größen. Und das außerhalb Berlins noch weit mehr als in der Stadt selbst. Kennzeichnend für den Urban Fashion Style sind Langnieten, verstärkte Einsätze an Ellbogen und Knien, an urbane Tarnmuster angelehnte Farbentwürfe, markige Sprüche und eine Vielzahl von Gurten oder Halterungen, an denen sich „Urban Equipment“ (wie Waffen und Municlips) anbringen lässt. Im Gegensatz zur eher praktisch-militärisch geprägten Urban Fashion geht Aggro-B stärker in Richtung Street Style und bedient sich intensiv Design-Vorlagen aus dem Gebiet Phaze- (ein Blend aus Industrial und Hip-Hop), Skater-, Parkour- und Street Fighting Style. Im Urban Fashion Store in der Müllerstraße ist selten die aktuellste UF-Kollektion zu haben (die wird ja schließlich für das zehnfache Geld außerhalb Berlins verkauft), dafür gibt es hier solide UF-Mode aus dem letzten Jahr zum geldbörsenfreundlichen Preis. Mittlerweile versuchen auch andere Modelinien – wie dressCODES Linie CyberPyrate – durch Bewerbung ihrer Produkte mit der Bezeichnung „Berliner Standard“ zu hypen.

Imbiss Pilvodnik – Dieser Imbiss offeriert neben Borschtsch und Wodka auch andere Imbiss-Spezialitäten aus Osteuropa, man ist sich aber auch durchaus nicht zu Schade für Berliner Curry (auf Soy-Basis) oder Schabulle (eine Berliner Spezialität aus scharf gewürztem Soya mit viel Ketchup und Zwiebeln in einem Fladenbrot).

Plättstube – Hierbei handelt es sich um eine Bügelstube, eine Dienstleistung, die eine Zeit lang schon ausgestorben war, um in Berlin unter dem Status F plötzlich neu belebt zu werden. Egal ob Bettwäsche oder Anzug – hier kann man seine Textilien entweder glätten lassen oder an einem der Münzbügler selbst sein Glück versuchen (es wird empfohlen, auf die Fingerkuppen aufzupassen!)

SexMax – Ein Pornoladen, wie es ihn in großer Zahl überall auf der Welt gibt. Ist für Leute außerhalb Berlins insofern erwähnenswert, da die in Berlin gültigen bzw. lange Zeit eben nicht gültigen Gesetze auch den Weg für illegale Praktiken bewerbende Produkte/Magazine/Chips/SimSinns bereitet haben, die inzwischen zwar unter die Ladentheke bzw. in abgesperrte Hinterräume gewandert, aber keineswegs verschwunden sind.

Das SexMax bildet an der Müllerstraße die Markierung zum südlich angrenzenden Leopoldkiez, der sich rund um den Leopoldplatz erstreckt und der daher im Kiezleben einen herausragenden Platz einnimmt. Auf dem Leo ist immer etwas los – fliegende (und fliehende) Händler bieten Waren an, oft aus dem Kofferraum heraus, mal zeigt ein Illusionist seine Künste, während sein Kollege die Gaffer bestiehlt, dann und wann gibt es Musikfeste, ein Zirkus baut sein Zelt auf oder irgendwer demonstriert gegen irgendwas. Zu festen Zeiten kommt das Treiben um den Platz ins Stocken, etwa wenn von der neuen Wedding-Moschee herab zum Gebet gerufen wird oder wenn die SST mal wieder Härte demonstrieren und die Händler verscheuchen will. Den Rest der Zeit lungern Trauben von Tagelöhnern um Schnapsverkäufer und Kaffeeschütten herum und warten auf Busse und Trucks der Konzerne.sackratte.jpg

Wenn ihr mal dringend heiße Ware loswerden müsst, schaut euch auf dem Leo um nach nem alten osteuropäischen Laster mit roter Lackierung und schwarzer Pritschenabdeckung. Der steht meist abseits etwas hinter der Nazareth. Wenn da nen Typ an der Rückseite rumlungert, der aussieht wie Scheiße die Latzhose trägt und nen Basecap mit „Wild Wedding“ aufhat, dann is das Pjotr, von seinen Leuten freundlich meist „Sackratte“ genannt. Der zahlt zwar beschissen – etwa ein Zehntel von dem was es wert ist – aber du bist den heißen Kram los, und er vertickt das Zeug so schnell weiter, dass die Spur nicht mehr zu dir zurückführt.
Khan

Was für ne Scheiße isser denn? Elfscheiße? Orkscheiße? Zwergscheiße?
Bomberman

Ah, gut das du mich erinnerst: Normscheiße
Khan

Hey danke auch Khan. Deinen Dreck kannste in Zukunft woanders vertitschen!
Sackratte

Der M-Bhf. Leopoldplatz ähnelt dem Osloer Bahnhof. Auch hier sind die Eingänge versperrt und um regelrechte Überwachungsschleusen ergänzt worden, auch hier drängen sich in den schlecht gelüfteten Bahnsteighallen kleine Cafés und Geschäfte, die für das Privileg, hier ansiedeln zu dürfen, sowohl den Konzernträgern des Bahnhofes als auch der Slawenmafia Geld zahlen müssen (der Begriff „Slawenmafia“ ist hier kein Irrtum, da in der Tat Verbrechercliquen aus Russland, Polen, Tschechien und Ungarn um die Kontrolle der M-Bahn-Märkte ringen, oft mit blutigen Auseinandersetzungen). Am M-Bahnhof Leopoldplatz kreuzen sich die Linien M14 (Tegel – Alt-Mariendorf) und M12 (Osloer Straße – Lankwitz Kirche).

leo.jpg Neue Weddingmoschee – die „vordere“ der beiden Kirchen mit Blick auf den Leo ähnelt einem Tempel nach griechischem Vorbild. Wie immer sie früher hieß, ist inzwischen vergessen, denn 2012 war sie eine der ersten Berliner Kirchen, die offiziell von der muslimischen Gemeinde gekauft und in eine Moschee umgebaut wurde. Soweit man sich erinnert, stand die Häufung jener Umwandlungen in Zusammenhang mit dem Erbe eines unglaublich reichen Ölfürsten, der sich kurz vor seinem Tod mit seiner Familie zerstritt und seinen gesamten Besitz „Allah“ in Gestalt ausgewählter muslimischer Gemeinden machte. Im Laufe der Jahre und speziell unter dem Status F fand aber eine immer größere Unterwanderung der Gemeinde durch Syndikate aus dem Nahen Osten statt (von den Medien zuweilen irreführend als „Jyhadisten“ bezeichnet), die auch heute noch um Kontrolle der Hinterlassenschaften jenes „Kalifen“ ringen, der in Anlehnung an eine mythische Figur zuweilen auch als „Mann vom Berg“ (oder ähnlich) bezeichnet wird. Es ist etwas unklar, wieviel Wahres an diesen und anderen teils überzeichneten, teils diffamierenden, teils rassistisch/nationalistisch motivierten, teils romantisierten Behauptungen über die Gemeinde und die Wedding-Moschee dran ist. Fakt ist aber, dass die Berliner Konzerne diesen „Herd von Unruhe“ lieber heute als morgen beseitigen würden.

Nazarethkirche – Die zweite Kirche am Leopoldplatz ist nach wie vor „in Hand der Kirche“, was in diesem Fall eine „Freie Christengemeinde“ der Pfingstbewegung um den charismatischen Frederick Drömmel meint. Anders als manch andere Neupflingstler der Nach-2050er propagiert Drömmel keinen flammenden Hass auf Homosexuelle und Meta-Menschen, sondern er konzentriert sich in seiner Arbeit auf eine Kritik am herrschenden politischen und wirtschaftlichen System und die Widersprüche zwischen der gegenwärtig akzeptierten gesellschaftlichen Lebensweise und dem Wort der Bibel. Kritiker werfen Drömmel vor, hintenrum genauso rassistisch und intolerant wie andere Neupfingstler zu sein und arme Leute mit dem Versprechen auf „materiellen Wohlstand durch Gottes Hilfe“ zu ködern (was erstaunlich gut funktioniert), tatsächlich vorwerfen bzw. nachweisen kann man ihm aber nichts. Allerdings herrscht zwischen Kirche und Moschee nicht nur ein Konkurrenzdenken, sondern ein regelrechter Kalter Krieg, der im Laufe der letzten Jahre auch zu einer steigenden Zahl von Gewalttätigkeiten geführt hat – meist nach besonders „flammenden“ Reden der einen oder anderen Seite.

Trümmergrab – Das Trümmergrab umfasst ein Gebiet von etwa 20 Wohnblocks und ist damit eigentlich ein eigener Kiez für sich, in dem allerdings zwischen Ruinen und niedergebrannten Resten nur Ghule leben.

Die Leichenfresser da sind scary. Die sind irgendwie organisiert. Haben ne Art „geistigen Führer“. N paar von denen rennen sogar in Mönchskutte rum. Irgendwas mit Tod und Auferstehung und Strafe für die Sünder, blah blah. Der Führer ist wohl selbst n Ghul, aber im Kopf noch ganz fit. War wohln Priester, dem reichlich Sicherungen durchgeschmort sind. STAY AWAY!
Suicidillah

Trashcave – In unmittelbarer Nachbarschaft des Trümmergrabes (und nicht mehr auf der Karte) ist der verranzte Kellerclub Trashcave, in dem zu extrem lauter und extrem monotoner Musik extrem seltsame Leute abhängen. Das TC zieht sich durch eine ganze Reihe von Kellern, das Mobiliar ist selbstgezimmert oder kommt vom Schrottplatz, die Wände sind unverputzt, das Bier und der hauseigen gebrannte Schnaps „Caveman“ aber gut. Vor Kurzem gab es im Hinterhof des TC ein heftiges Feuergefecht zwischen Schattenläufern und der SoPo, das Letztere klar für sich entscheiden konnte. Auf den Betrieb des Trashcaves hat dies aber keinerlei Auswirkung gehabt. [WILLST DU MEHR WISSEN?]

Ich komm grad vom Ragnarök-Post weiter unten. Weiß wer was Näheres, was abging? Tät mich interessieren.
Khan

Nauener Kiez – Zwischen Osloer Straße und Leopoldplatz liegt der stillgelegte M-Bhf. Nauener Straße, um den herum sich der gleichnamige Kiez erstreckt. Anders als viele andere Kieze erreichte der Nauener nie eine kiezweite Organisationsform, so dass hier „jedes Haus für sich“ steht. Das und die früheren Rivalitäten, Feindschaften und wechselseitigen Bezichtigungen von Diebstahl oder Müllverladung merkt man den Häusern bis heute an: Die Fronten sind überwiegend abweisend, die Erdgeschosswohnungen mit Platten vernagelt, jedes Haus unterhält eine Bande Schläger zur Eigensicherung und die Hausfronten tragen unverhältnismäßig oft eigene „Hausbanner“ oder aber Graffittis, die Beleidigungen und Provokationen gegenüber nahe gelegenen Häusern (i.d.R. nur als Hausnummer identifiziert) beinhalten.

Die Batsche – Direkt an der Kreuzung Nauener Platz steht eine Eckkneipe mit Namen „die Batsche“, die dem im Wedding überall bekannten Schieber Batsche-Schmidt gehört.

AmmoK – Zu F-Zeiten Berlins größte Ladenkette für Waffen und Munition, war die Konzernübernahme des Westens für die Kette Fluch und Segen zugleich: Einerseits mussten nahezu alle im Westen gelegenen Geschäfte aufgegeben werden (darunter auch das Hauptgeschäft am Kaiserdamm 113), umgekehrt stieg die Nachfrage nach Waffen und Munition mit einem Mal nochmals sprunghaft an. Inzwischen suchen die Betreiber des AmmoK – nichts anderes als osteuropäische Waffenschieber, die im Status F „quasi-legal“ operieren konnten – nun die Kooperation mit der Konzernverwaltung, um die „Berliner Vertrauensmarke AmmoK“ auch in Zukunft zu Erfolg führen zu können. Die Aussicht hierfür steht – siehe Aggro-B und Urban Fashion – nicht schlecht. Das Gütezeichen „Berliner Härte“ hat längst seinen festen Platz neben „Norwegischer Formel“ für Handcreme und „Australischem Standard“ für Sonnenöl gefunden. Das Weddinger AmmoK vertreibt auf 3 Etagen neue und gebrauchte Waffen und Rüstungen sowie Munition mit einem eigenen Prüfsiegel, durch das die Kette sich von „ungeprüfter und möglicher Weise im entscheidenden Moment defekter Schwarzmarktware“ abzugrenzen hofft.

Club Ragnarök – Das Ragnarök ist ein Death Metal Club, unter dessen Gästen sich ein besonders hoher Teil von selbsterklärten „Kriegern“ nach germanischem Vorbild befindet. Möchte man annehmen, dass dies vor allem Rassisten sind, die gegen alles Metamenschliche wettern, wird man aber überrascht: Unter den Stammgästen befinden sich ebenso Norms wie Orks, Trolle, Elfen und Zwerge. Im Gegenteil sehen die Clubfreunde die germanische Edda als quasi DIE „Heimat“ der Metamenschheit, umfasst die Edda doch anders als die Bibel auch Riesen, Zwerge, Albe und dergleichen. Paradoxer Weise sind viele der Ragnarök-Mitglieder außerhalb des Clubs Mitglied einer in der Tat rassistischen Gruppe oder Gang. Nur im Club scheinen Zwistigkeiten vergessen, und man „huldigt den Göttern“, prahlt mit seinen Taten (und seinem Trinkvermögen) und schüttet sich zu hämmernden Bass-Beats Bier und Met in den Schlund, als ob’s kein Morgen mehr gäbe.

Dieser Club ROCKT. Aber sowas VON!
Khan

Ja. Könnst dir ma wieda sehn lassen!
Grendel

Hast ja recht. Ich versuch’s. Sach ma, ich hörte Soda sei was passiert?
Khan

Solln das sein?!
Grendel

Troll, groß, blond, trug meist Armstulpe und verniete Aggro Chaps? Stand mal tierisch auf Val, bis sie ihn abblitzen ließ, und er war so gefrustet dass er sich mit Odin rollte?
Khan

Ah – jetz weiß ich. Du meinst Hagal. Soda nannte ihn nur sein Clique, vor allem Murad, die Assel. Ist tot. Leider. Von Sternschnuppen zerblasen im Hinterhof vom Trashcave. Hat mir Pfanne gesteckt. Hagals Clique hatte da ne Übergabe. Muss irgendwas grässlich schief gelaufen sein. Nen Elf hat sich wohl später im TC noch erkundigt was abging. Gibt Gerüchte dass die SSTs in Wahrheit, naja, nich echt warn. Nur Leutz mit SST Uniform.
Grendel

Polizeizentrale Mitte-Nord – Dies ist die Weddinger Zentrale der SST. Das Gebäude selbst ist eine Festung, die darauf ausgelegt ist auch den nächsten „Volksaufstand“ energisch niederzuschlagen. Daran lassen schon die Wachtürme mit automatisierten LMGs keinen Zweifel. Auf dem Gelände ist auch der Fuhrpark der Weddinger Staffel untergebracht, zu der neben Motorrädern und Autos auch „Humvee“-ähnliche Panzerwagen, 2 urbane Befriedungsfahrzeuge (Panzer) und 4 Ein-Mann-Helikopter gehören (weitere können innerhalb sehr kurzer Zeit von der Flugstaffel im „Block“ am Gesundbrunnen abgerufen werden). Gefangene bleiben maximal 3 Nächte in der Zentrale Mitte-Nord, danach werden sie in die Haftanstalt Tegel oder direkt in die Plötze überstellt, die gerade für 1,2 Mrd. Euro runderneuert und erweitert wurde.

Bornemannkiez – Nahe der Polizeizentrale liegt der Bornemannkiez, der schon aufgrund jener Nachbarschaft als ausgesprochen sicher und der „besseren Hälfte der Weddinger Gesellschaft“ vorbehalten bleibt. Hier geht das Leben weitgehend einen kontrollierten Gang, und die Bewohner des Kiezes schätzen sowohl die für Konzern-Berlin günstigen Mieten als auch die Nähe zu einem „spannenden, lebendigen Umfeld“.

BärliBus Betriebshof – BB ist der größte verbliebene alternative Berliner Dienstleister im Nahverkehr. Der Betriebshof Wedding umfasst Abstellmöglichkeiten für rund 50 schrottige Busse und die dazu gehörigen Werkstätten und Waschanlagen. Das Betriebsgelände ist rundum von einer dicken Mauer umgeben und nur durch ein bewachtes Portal zu betreten.

wendland.jpgWendland Stiftung – Im wunderschönen einstigen Sitz des Amtsgerichts Wedding hat sich irgendwann in den Jahren unter dem Status F (als Gerichte in Berlin nonexistent waren) die der Heimat- und Naturpflege gewidmete Wendland-Stiftung eingerichtet. Heute ist das Gebäude nebst begrüntem Vorplatz von einem Metallzaun umgeben und wird für eine öffentliche Stiftung ungewöhnlich scharf bewacht.

Wendland-Stiftung? Klingt irgendwie völkisch. Nazis?
Bomberman

Eher nicht. Wendland bezieht sich auf die Wenden, das sind die Fuzzis, die hier ganz früher lebten, noch vorm Mittelalter. Das waren Slawen, keine Germanen.
Khan

Beides falsch. Die Stiftung hat nix mit den Wenden zu tun, sondern bezieht den Namen schlicht auf den Gründungsstifter, der mit Nachnamen nunmal „Wendland“ heißt. Hat seine Knete komplett der Stiftung vererbt, sein Sohn ging leer aus, arbeitet aber als Stiftungsverwalter. Weird. Nazi-Vorwürfe gibt’s immer wieder mal, da steht die Wendland-Stiftung aber in einer Reihe mit buchstäblich jeder Institution, die sich mit Heimatpflege, Brauchtum und Einsatz für die Naturdenkmäler beschäftigt (Hexenkreise etc. inklusive)
Igor der ganz und gar Unbucklige!

Ich meine aber definitiv mal in der Wiki gelesen zu haben, dass Wendland sich für eine Neugründung der Thule-Gesellschaft eingesetzt hatte. Mist – sehe grade, dass der Eintrag geändert wurde. Vertuschung?
Saskia

Würde eher vermuten eine Autokorrektur der Wiki gegen unbeweisbare bzw. mit fehlendem Quellen-Link eingestellte Behauptungen. Seit die Wiki mit Verleumdungsklagen überzogen wurde, kennen die da kein Pardon mehr.
Lurchi692

Stand nicht auch im City-West Artikel was über die Wendland-Stiftung und irgendwelche Deals im Tiergarten?
Gridrunnner

Little Bagdad – Der Little Bagdad Kiez erstreckt sich westlich des Leopoldplatzes und sein Hauptzweck scheint in der Behinderung offizieller Stellen bei der Arbeit zu sein: Ständig werden Straßenschilder ausgetauscht, Hausnummern abmontiert und irgendwo anders angeschraubt. Daneben wird fleißig daran gewerkelt, Häuser auf neue und ungeahnte Weise miteinander zu verbinden, sei es über durch Löcher und Wanddurchbrüche miteinander verbundene Keller, nachträgliche Anbauten an existierende Gebäude oder wacklig anzuschauende Holzbrücken von Dach zu Dach. Die verschiedenen im überwiegend durch Schwarzmeer-Anrainer bewohnten Kiez aktiven Banden sind sowohl miteinander verfeindet als auch untereinander organisiert, ein den Kiez betretender „Fremder“ (oder Bulle) wird frühzeitig erkannt und nach wem auch immer er fragt, der wird gewarnt.

Diese „Dienste“ stehen auch „Externen“ zur Verfügung. Für das richtige Geld, versteht sich. Nen versteckten Versammlungsraum zum „Respawn“ nach nem verpatzten Run gibt’s für 100 die Stunde. Einmal Bullen aufhalten, damit man sie abhängen kann, kostet circa 500. Nen Versteck zum Untertauchen gibt’s ab 100 am Tag für ein Maximum von 10 Tagen, oder man mietet sich gleich ein, ne schimmlige Wohnung 50 qm für etwa 250 im Monat.
Saskia

Ma hallo, das sind aber ARGE Schätzpreise. Für unseren Respawn haben wir 2K abgelatzt!
Bomberman

Mag daran gelegen haben, dass euch ne Hummel auf den Fersen war, hm? Aber im Kern haste recht: Die Preise sind LOGO nur Anhaltspunkte. Der Rest ist ne Frage von Rep, Connections, Style und vor allem RISIKO für den Polenkiez…
Saskia

[A] Berliner Mauer

Nichts im Leben ist von Dauer, nur die gute alte Mauer.

So sagte man früher. FRÜHER! Denn es gibt keine Berliner Mauer mehr. Was jeder begreift, außer den Medien. Und den Berlinfremden, die sich Berlin offenbar auch 84 Jahre nach Mauerfall nur mit Mauer vorstellen können.

Ja, da gab es einmal dieses extrem unpopuläre Mammutvorhaben, eine Mauer außen um Berlin zu ziehen, um Plünderungen durch marodierende Elemente aus Brandenburg zu unterbinden. Offenbar hatten die Planer aber den Aufwand unterschätzt, der erforderlich ist, um eine Mauer rund um die Größe des Saarlandes zu ziehen (wo die Mauer angesichts der SOX absolut MEHR Sinn gemacht hätte!).

Das Ergebnis, wie so oft: Politiker gibt befreundeten Bauunternehmen den Auftrag, diese zocken das Land ordentlich ab, die Baukosten laufen aus dem Ruder, der Politiker gerät ins Kreuzfeuer der Kritik, das Projekt bleibt unvollendet, und als der Status F eintritt wird die Mauer unter großem Hallo von beiden Seiten eingerissen (obwohl die paar Brandenburger die es noch gibt sie zuletzt vermutlich ganz gerne gehabt hätten).

Ja, es stehen noch Reste davon. Vor allem aber ist die Zweite Berliner Mauer eine buschbewachsene Brache. Im Einreißen war man schon immer besser als im Aufbauen.

Und die Berliner Mauer zwischen Konzernsektoren und Anarchozone? War ebensolcher Unfug. Wie ich später noch erklären werde, war die Kontrolle der Westsektoren keineswegs so allumfassend, wie einige Konzerne es gerne behaupteten. Heute bieten moderne Techniken sehr viel effizienteren Schutz und Überwachung als jede Betonhürde und eine „echte“ Mauer gibt es nur noch an einigen wenigen Stellen, wo massive Konzerninteressen direkt an Hardcore-F-Gebiete grenzen.

Die meisten verbliebenen Mauerabschnitte ziehen sich entlang der S-K Gebiete und um Potsdam, wobei die Potsdamer Umgrenzung von Beginn an „nur“ ein Absperrzaun war. Die weitaus wichtigste und effizienteste Mauer aber verläuft nach wie vor durch die Verkehrsadern Berlins: Viele Stadtautobahnen – inklusive der in Bau befindlichen neuen Osttangente – sind komplett von den „zwielichtigen“ Gebieten getrennt, sprich: Es gibt keine Auf- oder Abfahrten. Gerade die Osttangente – in Planung als dringend benötigte Direktanbindung Richtung Frankfurt/Oder und somit Polen, dabei aber ständig von Vetos, Demonstrationen, Baugerätdiebstahl, Sabotage und Grundstücksstreitigkeiten der Anarchokieze überschüttet – ist noch aus Zeiten der Ostzone geplant als auf Betonpfeilern errichtete Tangentenbrücke ohne Abfahrten. Man darf davon ausgehen, dass hier noch kräftig am Konzept und den Plänen gedreht und nachverhandelt wird.
Vlady Wostock

Ich wittere Schattenjobs!
Nikolai

Oder wieder mal „bürgerkriegsähnliche Zustände“. Je nachdem, wer sich in den Schlichtungsausschüssen durchsetzt. Entlang des Trassenverlaufs haben verschiedene Kiezgruppen, Gangs und Bürgerzusammenschlüsse zum massiven Kampf aufgerufen: Kaum dass die Baupläne irgendwie ins Netz gelangt sind, kursierten schon Bombenbauanleitungen und andere Anschlagsszenarien auf die bereits entstehende Großbaustelle und später die Trassenpfeiler. Die Konzerne haben von vorne herein damit gerechnet, das jemand sowas versuchen würde und setzen bei Baustellensicherung und Trassenkonzept auf massive Überwachung per Sensoren, Drohnen und – wie man hört – auch Geisterzeugs, mindestens in der Anfangsphase oder bei konkretem Anschlagsverdacht.
Vlady Wostock

Sinnlose Verschwörungstheorien. Klar ist das Krakeele groß, wenn der eigene Kiez abgerissen werden soll, um Platz für eine Trasse zu machen. Bloß ist noch gar nicht raus, ob da überhaupt was abgerissen werden muss: Die Trasse verläuft nach aktueller Bauplanung exakt entlang bereits bestehender, breiter Straßenzüge. Die Planungsdaten der Trasse gingen zudem von etwas kühn berechneten Wachstumsraten aus, weswegen schon länger eine Verkleinerung der Baumaßnahme angeplant ist. Nicht zuletzt hat die BERVAG bzw. deren BVB-Vertragspartner bei der Erneuerung der M-Bahn selbst in Randbereichen Berlins verstärkt auf Untertunnelung gesetzt – gut möglich, dass sie hier wie schon beim südlichen A100 Innenring auf Tunnelröhren statt ebenerdiger oder über Pfeiler verlaufender Straßenführung setzen. Das hätte dann auch gleich den Vorteil, deutlich anschlagsicherer zu sein.
Eggzo_33

Ach ja? Da hab ich aber in den diversen Gefahrenanalysen was anderes gelesen: Schick nen Sattelschlepper oder Tanklaster in den Tunnel, führe einen Unfall herbei oder jag das Ding per Fernzünde hoch, und Du kannst Dir sicher sein dass der Schaden (und der Verlust an Menschenleben) wesentlich größer ist, als bei „Open Air“ Anschlägen. Und was den Punkt angeht, dass die Anarchos keine Motivation hätten, die Trasse zu bekämpfen, weil deren Zonen ja genauso von der Verkehrsentlastung profitieren: Erstens geht es bei Anschlägen um die Die Hard Extremisten, denen es NULL um irgendwelche Profite geht, und zweitens sind für die auch Truckfahrer und Familien von Angestellten „Teil des Systems“. Oder was meinst du, was in dem Pamphlet des Selbstmordattentäters stand, der sich vor 3 Jahren in der Preußenmall in Potsdam in die Luft gejagt hat, mitten im Weihnachtstrubel?
Dmitri

Hey, das war was anderes, ja? Der Typ hatte einfach was Krankes geslottet. Den kannte niemand im Osten, und Kontakt zu den Komittees hatte der auch nicht! Der warn Einzeltäter, und es würde mich nicht überraschen, wenn da die Konzerne hintersteckten, um Stimmung gegen die Anarchisten zu machen!! Wäre ja nicht das erste Mal, oder?
Chaosium

Verschwörungstheoretiker…
Dmitri

Na und? Bloß weil ne Menge Verschwörungstheorien umgehen, heißt das nicht, dass davon nicht einige oder sogar VIELE stimmen würden! Und komm mir jetzt bloß nicht mit UFO- und Area-irgendwas-Scheiße! Das sind gezielte Kampagnen der Konzerne, um Verschwörungstheorien den Nimbus von Lächerlichkeit zu geben!
Chaosium

Paranoider Verschwörungstheoretiker …
Dmitri

Ach, F-mich!
Chaosium

[GNB] Bombenterror erschüttert Berlin

BOMBENTERROR ERSCHÜTTERT BERLIN

Heute morgen haben zwei Paketbomben-Anschläge auf im letzten Jahr neu eröffnete BERVAG Bürgerämter in den Anschlussgebieten von Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow Terror-Alarm ausgelöst. Zunächst explodierte am frühen Morgen im Amt Pankow ein Sprengsatz. Er verletzte einen 31 Jahre alten Bürgerberater so schwer, dass er seine linke Hand verlieren könnte. Wenige Stunden später ging in der BERVAG-Vertretung am Schlesischen Tor eine Bombe hoch, die ebenfalls einen Mann schwer an der Hand und am Auge verletzte. Beide Männer schweben nach Angaben ihrer Ämter aber nicht in Lebensgefahr. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Anarchistengruppe. Der Sternschutz ermittelt wegen Terrorverdachts.

Bedeutet: Die SST ermittelt. Köpfe einziehen.
Hamurabi

Muss nicht sein. Die SST ist eher exekutiv. Ermittlungen werden von anderen Stellen im Berliner Sternschutz geführt. Falls es denn überhaupt als Berliner Angelegenheit betrachtet wird – es gibt auch eine zentrale Komission, die sich mit der Sprawlguerilla bzw. der Antisprawl beschäftigt.
Tolstoi

Bissl viel Aufriss dafür, dass lediglich 2 Leute ihre Hand verlieren KÖNNTEN, was heut ja zudem easy zu fixen ist.
Khan

Es geht nicht um den real verursachten Schaden – der ist selbst wenn da Ersatz fällig wird tatsächlich eher ne Frage von Schadensersatz, stimmt schon – sondern eine Frage des SchadensPOTENZIALS den die Sprengkörper hatten sowie eine Frage der „Art“ des Deliktes. Terror bleibt Terror, und der wird beim SS ebenso leicht als Tag auf den Ordner gepackt wie bei den Medien.
Konnopke

Beide Bomben von der Größe einer Zigarettenschachtel befanden sich in genormten Umschlägen des Kurierdienstes speedpost24 und wurden laut Auskunft des Dienstes innerhalb Berlins aufgegeben.

Ratspräsident Yilmaz Wojenko und der BERVAG Vorstandsvorsitzende Dr. Hans Steffen verurteilten die Anschläge scharf. Für alle Postsendungen an BERVAG Einrichtungen und die Konzernvertretungen der Berliner Großunternehmen gelten vorerst verschärfte Sicherheitsvorschriften.

Die Vermutung der Sternschutz Ermittler, dass Anarchisten hinter den Taten stecken, wurde nur wenige Studen später durch eine Matrixmeldung bestätigt. „Wir haben uns entschlossen, von neuem unsere Stimme zu Gehör zu bringen, mit den Worten und den Taten. Wir werden die schleichende Subversion der freien Bezirke und ihrer Bürger nicht länger tatenlos hinnehmen“, heißt es in der Aufzeichnung, die von einer revolutionären Zelle aus den Reihen der Sprawlguerilla unterschrieben war.

Wow – das Statement kann man sich auch aufs Klo hängen. Jemand ne Ahnung, welche Zelle das war?
Khan

Direkt nicht, aber aus der Gesamtheit des Artikels – und Quercheck mit Michaelis‘ BEEPfeed – gilt eine Gruppe namens Chomskierarchie77 als Urheber. Und der Name wird durchaus nicht dadurch weniger abgefahren, nachdem man „Chomsky“ in Verbindung mit „Hierarchie“ oder „Anarchosyndikalismus“ durch die Matrix jagt.
Nakaira

Whodafucksky is Michaelis?
Tolstoi

Patrick Michaelis, der Chef/Initiator der Initiative Gute Nachrichten. Einer der wenigen Old School Enthüllungsjournalisten/Chefredakteure die es heut noch innerhalb der großen Medien-Networks gibt.
Nakaira

„Wir verfolgen eine anarchistisch-aufständische Spur“, erläuterte Sternschutz-Chefermittler Konrad Mannhus und verwies dabei ausdrücklich auf „ähnliche Ereignisse vom November in Westdeutschland“. Es gehe um eine äußerst gewalttätige Gruppe, die entgegen ihrer vorgeblich rein lokalen Zielgebung sogar im Ausland aktiv sei und deren Mitglieder engen Kontakt zu Schattenkreisen hielten. Bekennerschreiben gab es zunächst nicht.

Eine vermeintliche Paketbombe beim bezirksinternen Postdienstes von Tempelhof entpuppte sich indes als harmlose Einsendung von RFID-Sammeletiketten einer im letzten Jahr abgelaufenen Verbraucheraktion. In Spandau gab es ebenfalls kurzfristig Fehlalarm. Auch beim Ausschuss für Entwicklung gab es Entwarnung. Ein verdächtiges Paket stellte sich nach Angaben des Sternschutzes als harmlos heraus.

Nach DeMeKo Medienberichten arbeitet die Berliner Polizei mit Sternschutz Fahndern in anderen Städten eng zusammen. Die in Berlin gezündeten Sprengkörper wiesen Ähnlichkeiten mit den Briefbomben auf, die vor einigen Wochen in München aufgetaucht waren.

Der wegen seiner Rede beim PNE-Parteitag in die Kritik gekommene Bezirksabgeordnete von Mitte Dr. Alexander Schmidt (FBV) äußerte sich tief bestürzt. „Was in unserer Stadt passiert ist, war ein Akt des Terrorismus, absolut irrational und brutal“, sagte Schmidt, der persönlich das betroffene Amt in Kreuzberg besuchte. „Es ist unerklärlich, warum wir auf diese Art und Weise angegriffen werden“, äußerte er gegenüber Kameras: „Überall war Blut.“

Er nu wieder.
Konnopke

Eben immer zur Stelle, wenn eine Kamera filmen kann wie betroffen er vom linken Terror ist.
Nakaira

In den vergangenen Wochen war immer wieder vor anarchistischen Terroranschlägen in Berlin gewarnt worden. Erst am vergangenen Dienstag hatte ein verdächtiges Päckchen im M-Bahnhof Metropolis für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Wojenko gab wenige Stunden später jedoch Entwarnung. Das Päckchen sei nicht explosiv gewesen.

[B1L ARCHIV] Eis legt BVB lahm

EIS LEGT BVB LAHM

archivierte Meldung vom 07.01.2073

Parallele Ausfälle bei Bussen und M-Bahnzügen sorgen in Berlin für Verkehrsprobleme: Tausende innerstädtische Pendler kamen zur spät zur Arbeit. Viele fürchten um ihren Arbeitsplatz, der Unmut ist entsprechend groß, der wirtschaftliche und Ansehensschaden für die Stadt ebenso.

Von wegen „fürchten um ihren Arbeitsplatz“: Die automatisierten Lohnagenten für ungelernte Hilfskräfte und andere Hire&Fire Angestellte haben gleich massenweise Kündigungen rausgehauen, kaum dass die Einlogfrist abgelaufen war. Denen doch scheißegal dass die „ordentlichen Angestellten“ genauso zu spät kamen.
Holberker

Im Falle S-K wurde die automatisierte Kündigung immerhin zwei Tage später zurückgenommen und die Routine ist seitdem gepatched und etwas feinfühliger überarbeitet worden. Einen der zwei Fehltage kriegen die irrtümlich Gefeuerten sogar bezahlt. Finde ich extremst okay.
Kaos44

Du glaubst auch jeden PR-Scheiß, oder? Das Patch dient einem inneren Memorandum zufolge nur einem Zweck: Nämlich eine Wiederholung der desaströsen Arbeitsausfälle am 07.01. in Zukunft zu verhindern. Infolge der Kündigungen standen nämlich ne ganze Reihe Operationen still – nichts Wichtiges, nur Scheiß wo man halt ungelernte Hiwis für heuert, aber lästig genug dass S-K das abstellen ließ. Der Gag mit dem 1 Tag Bezahlung ist der PR-Abteilung eingefallen und hat in Berlin wie Bombe eingeschlagen. Angeblich wurde S-K mit dem Manöver zum Top-Voting-Platz für den Arbeitgeber des Jahres gepusht.
Der_Kreuzberger

Was jetzt am 7. Januar nicht SO beeindruckend ist, aber well. Verstehe, was Du meinst. Ich hab mir auch ne Copy des PN-Verkehrs zu dem Thema durchgeschaut, und was ICH nun wieder interessant und merkenswert finde ist dass ein solches Memorandum ÜBERHAUPT in Copy an PR geht. Ich hab ein bisschen gebuddelt, und offenbar gibt es da eine neue PR-Frau – Kerstin Klammt – die sich mit Erfolg dafür eingesetzt hat dass gewisse operationale Nachrichten in ihre Abteilung wandern, damit diese „Chancen nutzen“ kann. Ziemlich clever gedacht – und ziemlich gut für uns, denn einige der PR-Büros sind deutlich besser erreich- oder hackbar als die operationalen Abteilungen, zwischen denen solche Nachrichten eigentlich getauscht werden.
Tolstoi

Zu den Ausfällen kommt es durch überfrierende Nässe und anhaltenden Nieselregen, der auf Straßen und Anlagen Eisschichten entstehen lässt: Diese sorgen nicht nur für Kontaktabrisse zum in die neue Straßendecken integrierten Energie-Grid der Autobusse, sondern auch für Energieprobleme und Schienenblockaden bei der M-Bahn.

Die Situation wurde heute dadurch zusätzlich verschärft, dass viele Teilnehmer am Individualverkehr wegen der bestehenden Eiswarnungen ihr Auto extra stehenließen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu gelangen. Für die kommenden Tage ist mit einer Verbesserung der Situation, aber auch mit vermehrten Staus zu rechnen.

Hans-Jürgen Kleinhaus von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVB) betonte gegenüber BBN, dass immerhin 3/4 der Busse weiterhin im Betrieb seien: „Glücklicher Weise verfügt die Mehrzahl unserer umweltfreundlichen Fahrzeuge nicht nur über Grid-, sondern auch Wasserstoffantrieb. Die kältebedingten Ausfälle an Bussen und vor allem den Bahnen sind zwar bedauerlich, aber Folge höherer Gewalt. Von mangelnder Verantwortung der BVB oder deren Auftraggeber, der BERVAG, kann keine Rede sein.“

Ja nee, der Winter kam wieder mal gänzlich unerwartet.
Konnopke

Unerwartete Hilfe erhielten zahllose Berliner, die umsonst auf Bus oder Bahn warteten, durch die alternativen Fuhrbetriebe aus den Ostzonen der Stadt, deren Zahl praktisch über Nacht durch Umfunktionieren von Privatfahrzeugen zu Taxis und Bussen vervielfacht wurde. Um die Verkehrssituation in Berlin nicht weiter zu verschlimmern, hatten mehrere alternative Bezirke eine „unbürokratische Registrierungshilfe“ in Form von Hotlines angeboten, bei denen man sich und sein Fahrzeug einmalig und befristet für die Dauer von 7 Tagen als „Entlastungsfahrer“ für eine Einmalzahlung von 50 Euro registrieren lassen konnte.

Monika Jakobi (FBV) äußerte harte Kritik an diesem Vorgehen, das sich nicht im Einklang mit der Gewerbeordnung für das Fuhrwesen befände und offenkundig nur der unlauteren Generierung von Bezirkseinnahmen diene. In einer Sondersitzung des Berliner Rates wurde diese Kritik dem Anschein nach zwar geteilt, werde aber aufgrund bestehender Widersprüche, Übergangsregelungen und offenen Auslegungsfragen zu den Rechten der Bezirke, das eigene Transport- und Verkehrswesen zu gestalten, folgenlos bleiben.

Schon länger gibt es in Berlin Konflikte um die Frage von Transportgenehmigungen, wie Harald Nietzewitz von der Taxigesellschaft Zittyfunk säuerlich bemerkt: „Als Taxifahrer aus den anständigen Gegenden zahlst Du ein irres Geld, führst Abgaben ab ohne Ende, und dann kommen irgendwelche *** aus dem *** Osten und bekommen für einen Bruchteil davon dieselbe Berechtigung – das ist einfach ungerecht und kann so nicht weitergehen. Ich meine, sollen die sich ruhig auf ihren Schotterpisten die Achsen kaputt fahren, aber muss man die jetzt auch in die Norm- und Konzernbezirke lassen?“.

Sprecher der zuständigen Stelle der BERVAG beteuerten, dass man zwar aufgrund der bestehenden Situation „ein Auge zudrücken“ werde, ab Ende der gegenwärtigen Eissituation dann aber wieder verstärkte Kontrolle der bezirklichen Abhol- und Zubringfreigaben der freien Taxis und Busse stattfinden würden.

Ohnehin sei es nach wie vor so, dass mindestens die Berliner Großunternehmen innerhalb ihres direkten Hoheitsgebietes nur solchen Fuhrunternehmen die Einfahrt gestatten, welche die betreffenden RFID-Plaketten bzw. Fahrtencodes besitzen.

[B1L ARCHIV] 14 Verletzte bei Weihnachtsmann-Streit

SKURRILER WEIHNACHTSSTREIT: 14 VERLETZTE

archivierte Meldung vom 22.12.2072

Vertreter zweier unabhängiger Weihnachtsmann-Syndikate gerieten heute am Breitscheidplatz aneinander, da beide Gruppen den Platz und die Kurfürstendamm-Mall für sich beanspruchten. „Die organisierte Kriminalität dieser rotgekleideten Bettler, die unter allerlei Vorgaben angeblicher Mildtätigkeit um Spenden bzw. Almosen bitten, ist uns seit langem ein Dorn im Auge“, meint Sonja Klupp, Sprecherin des Verbandes der Kurfürstendamm-Ladenbetreiber: „Leider scheint die Polizei unwillens oder unfähig, diesem Treiben Einhalt zu gebieten“. Gegen 16:00 am heutigen Nachmittag kam es zunächst zu einem heftigen Wortwechsel zwischen einem Weihnachtsmann der studentischen Initiative ProXmas und einem Weihnachtsmann der Nuke-Cola gesponsorten Kooperative Sinterklaas. Nachdem der erste Streit sich durch Eingreifen der Mall-Sicherheit schnell auflöste, kam es Stunden später zu weiteren Begegnungen, bei denen beide Seiten z.T. bewaffnet aufeinander losgingen. Besorgt um die kritischen vorweihnachtlichen Zusatzeinnahmen haben die Ladenbetreiber der Kurfürstendamm-Mall ein bis 27.12. befristetes Aufenthaltsverbot für Weihnachtsmänner und ähnlich gewandete Personen in der Mall ausgesprochen außer solchen, die von den Ladenbetreibern selbst angeworben wurden. Regine Schmitz von der Berliner Weihnachts Dienstleistungs GmbH (ein Service im Auftrag der BERVAG) unterstützte die „mutige Entscheidung“. Seit Jahren liefern sich Banden organisierter Weihnachtsmann-Darsteller zum Teil erbitterte Konfrontationen um die besten Adressen in Berlin.

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