Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Schlagwort-Archiv: beusselstraße

Hotspots 5 – Pennerbrücke

// gepostet von ZOÉ //

Hallo zusammen! Bei meinen Wanderungen und Amokfahrten durch Berlin fallen mir gelegentlich Orte auf, die bisher irgendwie von anderen Guides und Files übersehen wurden und daher ein ziemliches Schattendasein (ha, ha) führen. Hier kommen ein paar von ihnen, kompakt und straight aus der Memofunktion meines Links.

Pennerbrücke
Mitte (Moabit) – Beusselbrücke

Genau auf der Grenze zwischen Charlottenburg-Wilmerdorf und Mitte gelegen – und formell zu Mitte-Moabit gehörend – liegt die Beusselbrücke, eine alte und mehrfach provisorisch ausgebesserte Balkenbrücke, durch deren Hilfe die Beusselstraße die EuroRoute ER4 und den M-Bahnring überquert. Ebenfalls führt die Brücke über den 2068 im Zuge des Westhafen-Ausbaus wiedereröffneten Güterbahnhof Moabit, der wegen seiner astralen Verschmutzung und immer wieder auftauchenden, Schrecken erregenden Geistererscheinungen einen besonderen Platz in den urbanen Mythen der Stadt einnimmt.

Der Güterbahnhof Moabit erstreckt sich von der Penner- bis zur Westhafenbrücke. Seine „astralen Auffälligkeiten“ rühren von seiner Funktion als Deportierungsbahnhof der Nazis her, über den 30.000 Juden ins Gas geschickt wurden.
 Fienchen

 Der frühere Güterbahnhof wurde in den 1990ern aufgegeben und zahlreiche der zum Verladebahnhof gehörenden Flächen wurden im Laufe der Jahre mit Gewerbeflächen überwuchert. Auch eine neue Straße (die Rybarstraße) wurde auf den früheren Flächen des Bahnhofs errichtet. Die BERVAG plant, den verloren gegangenen Platz in kommenden Jahren ÜBER dem Bahnhof zu errichten: Ladecontainer sollen durch eine über den Geleisen errichtete Ebene per Hebedrohnen entladen und dann per Fließband und selbstfahrende Ladegestelle zum Westhafen gebracht werden. Zwischen Penner-/Beusselbrücke und Westhafenbrücke wird also eine großflächige Struktur entstehen, wodurch ER4(B), und M-Bahn in dem Bereich „überdacht“ werden.
 Russenrigger

Die verschiedenen Umbaumaßnahmen an der nördlichen Ringbahn – im Speziellen der Bau der EuroRoute in den Sechzigern – erforderten immer wieder Umbauten an der Beusselbrücke. Ein Abriss und kompletter Neubau wurde mehrfach geplant, aber wegen der dafür nötigen mehrmonatigen Sperrung der Nord-Süd-Verbindung über die Beusselstraße und natürlich aus Kostengründen nie ausgeführt.

Dies führt dazu, dass die Struktur der Beusselbrücke durch verschiedene Streben, Stützgestelle und andere provisorische Konstruktionen verunziert wird. Außerdem wurde um die gesamte Struktur der Brücke ein Sammelsurium miteinander verwachsener Baugerüste und Wohncontainer für Bauarbeiter der Dauerbaustelle errichtet. Nachdem diese von der jeweils aktiven Construction Crew verlassen wurde, wollte man sie nicht abreißen, da man sie ja eh demnächst wieder brauchen würde. Sichern und sich so Kosten ans Bein binden wollte aber auch niemand, so dass die Brücke und ihr Baugerüstpanzer sich selbst überlassen blieben.

Ich ahne, woher der Name „Pennerbrücke“ kommt.
 Karel

 Pretty obvious, oder? Der zweite Grund ist aber, dass es in Berlin auch eine ähnlich klingende Brücke gibt (oder gab), die „Spinnerbrücke“ über der Avus. Dort trafen sich im speziell zum Saisonbeginn im Frühjahr immer die „Spinner“ in Gestalt tausender Motorradfahrer, um zu trinken, zu feiern, ihre Maschinen vorzuführen, sie zu putzen, Burn-Outs zu machen etc. Wie an anderer Stelle bereits gesagt, sind jene Tage seit Bau der EuroRoute leider vorbei und die Bikerszene hat sich nach Babelsberg zum Krützkamp hin verlagert.
 Russenrigger

Aus wenig verwunderlichen Gründen nisteten sich in den Baucontainer sehr bald Obdachlose ein. Bald darauf wurden aus Wellblechen und Bauresten auch der Rest des Baugerüstes mit Hütten, Schuppen und Verschlägen aller Art gefüllt. 

Nach einigen brutalen, aber letztlich halbherzigen und wenig erfolgreichen Versuchen, die Pennerbrücke zu säubern und auch sauber zu halten, errichtete ER-Betreiber ESUS lediglich ein Fangnetz unter der Brücke, um die Euroroute gegen herabfallende Trümmer zu sichern. Da die Strukturen der Pennerbrücke für Autofahrer oben kaum sichtbar sind – man errichtete als Sichtschutz gegen das Elend großformatige Werbescreens am linken und rechten Geländer – hat die Säuberung der Brücke bei Megas und BERVAG inzwischen keine hohe Priorität mehr. Zudem der notwendige Abriss der munter weiterwuchernden Struktur die Kosten für eine umfassende Sanierung der Brücke weiter in die Höhe trieben.

Ich habe allerdings bei einem Run gegen die BERVAG einen Statikbericht erbeutet, demzufolge die Brücke aufgrund des ganzen zusätzlichen Gewichts akut einsturzgefährdet ist. Der Bericht hat die Markierung „DRINGEND!“, es kann nur noch Jahrzehnte dauern, bis da jemand einen Ausschuss gründet, die Sachlage mal neu bewerten und durchrechnen zu lassen.
 Fienchen

 Wenn du dich da mal nicht irrst. Es braucht nur der Richtige auf die Idee zu kommen, etwas tun zu wollen. Und die Pennerbrücke ist (wenn auch der äußerste Rand von) MITTE, also im Bezirk von Mister BERVAG-Generaldirektor Zöller persönlich.
 .root

Für Schattenläufer ist die Pennerbrücke ein exzellenter Punkt, um hartnäckige Verfolger abzuschütteln: Die Brücke liegt zentral und ist von vielen Run-Locations gut erreichbar, auch der Innenring der A100 ist in direkter Nähe. Man kann einfach den Fluchtwagen auf der Brücke anhalten (wenn man die Türen offen und die Steuereinheit unlocked lässt, wird er durch Zauberhand schnell entfernt, zerlegt und in hundert Richtungen weiterverkauft) und durch eine der vielen Lücken zwischen den Werbescreens in die Struktur eintauchen.

Entsprechende Vorabsprachen mit den Brückenleuten (der örtlich dominanten Gang Schrägstrich Interessenvertretung der Brückenpenner) vorausgesetzt, stehen ausreichend Schmutzkinder in Bereitschaft, euch schnell zum Brückenrand, zur M-Bahn, auf die Gleise oder von oben in ein vorprogrammiertes zweites Fluchtauto auf der EuroRoute springen zu lassen. Auch Zugänge zu den durch die Brücke führenden Abwasserrohre gibt es, und natürlich kann man sich auch eine Weile unter den Brückenleuten verstecken.

Innerhalb der Baugerüststruktur gibt es darüber hinaus wenig, was Runner interessieren könnte – ein Drogenlabor, eine Reihe Prostituierte mit eigenem oder kollektiv genutzter Verrichtungshütte und eine siffige Pinte ohne Namen, welche die zahlreichen Alkis mit selbstgebranntem Jabifu auf Biofuel-Basis und anderem Stoff versorgt.

Man sollte den Brückenleuten nicht vorbehaltlos vertrauen. ESUS hat mit denen eine Art Stillhalteabkommen getroffen, bekommt von den Brückenleuten Infos zu Schäden und drohenden Brüchen und kann durch diesen Deal Reparaturcrews in die Struktur schicken, um notwendige Abstützungen vorzunehmen. Im Regelfall werden die Brückenleute machen, wofür man sie bezahlt, aber wie gesagt: Mindestens EIN Konzern hat dort einen eigenen Fuß in der Tür.
 Fienchen

 Ich hatte mich schon gefragt, warum die Brückenleute im Rapunzelturm (dem früheren Wasserturm des Güterbahnhofs, der schon lang vom Strukrugeschwür der Brücke umwuchert ist) so exponiert sitzen können – und warum sie nicht die Sensoren auf dem Dach des Turms plündern. Ein Gentleman Agreement also.
 Russenrigger

 

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