Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

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[SRB] Nachgehakt: Geiselnahme-Folgen Teil 2

SRB NEWSSCAN: FOLGEN DER GEISELNAHME / September Update

In Folge einer Geiselnahme am 16. Juni hat die der Nationalen Aktion nahestehende Beschützer-Gang „Falkenwehr“ durch Sonderentscheid des Zweiten Berliner Bürgermeister Morek Pflügler offiziellen Polizeistatus und Fördergelder aus dem Polizeietat der BERVAG erhalten.

Wie der SRB Newsscan berichtete, hat die Falkenwehr als Polizei vor Ort im Juni „Mittel zur Beseitigung der illegalen Militärwaffen östlich der Märkischen Allee“ beantragt und dadurch einen sofortigen Gegenantrag der dort als Kiezpolizei agierenden, überwiegend aus Orks bestehenden exilrussischen Söldnergruppe Sevet provoziert. In rascher Folge werden seitdem die alternativen Bezirksbüros mit gleichlautenden Anträgen von Gangs, Gruppen und angeblich als „unabhängige alternative Bezirkspolizisten“ arbeitenden Einzelpersonen bestürmt.

Kleiner Reality-Check: Mein Antrag in Pankow vom 26. Juli ist im Eilverfahren mit „einstweiliger Subventionsbescheinigung“ durchgewunken worden, und zwar mit elektronischem Stempel „Gültig auf Landesebene“. Noch Fragen?
Tolstoi

Da du eine bekennende Vory-Wumme bist und die Sache in Pankow lief: Eigentlich nein. Mein Antrag (in Kreuzberg) kam Anfang August mit einstweiliger Bewilligung an. Inzwischen sind 43 Aufhebungsbescheide per Massenaussendung zugestellt worden, jeder Einzelne als Folge eines Bezirksgruppenvetos. Ebenfalls traf ein gesonderter Bewilligungsbescheid des Initiative autofreies Kreuzberg ein, denen ich zugesagt habe bei der Ausübung meiner Polizeitätigkeit einerseits keine motorisierten Fahrzeuge zu verwenden und umgekehrt mit entschiedener Härte gegen „Verkehrsdelikte auf Basis kiezbezogener Sondererlasse“ zu agieren. Bisher hab ich 4 widerrechtlich in Sperrstraßen fahrende Autos mit vorgehaltener Waffe angehalten und vor den entsetzten Augen des Konzerndrohnenbesitzers abgefackelt (zugelassen als „verkehrserzieherische Maßnahme im Härtefall“, §212b der „Sonderstraßenverkehrsordnung für autofreie Kieze“).
Mahakali

§212 der bitte WAS???
Russenrigger

Die SStVOFAK (umgangssprachlich „VO Autofuck“) ist eine durch verschiedene „autofreie Kieze“ Initiativen entwickelte, durch die Bank weg autofeindliche „Straßenverkehrsordnung“, die von BERVAG und Berliner Rat (und somit Sternschutz) zwar nicht formell anerkannt wird, die aber auf Basis des Rechts der alternativen Bezirke auf Selbstverwaltung und alternative Arbeitsweisen zweifellos dort Gültigkeit hat, wo die Verwaltung des alternativen Bezirkes dies zulässt bzw. vorschreibt. Einzige Bedingung ist, dass die Gültigkeitsgrenzen klar ausgeschildert sind. Speziell im durch verschiedene Interessengruppen und maximale Kiezfreiheitlichkeit geprägten Friedrichshain-Kreuzberg gilt die VO Autofuck selten für größere Gebiete, immer wieder aber einzelne Straßen oder auch nur Abschnitte derselben. Die Fahrt durch Nebenstraßen gleicht somit einem Navigieren durch ein Labyrinth, in dem einige findige Alternative auch „Autofallen“ aufgestellt haben. Eine Autofalle ist eine Reihe von Einbahnstraßen, die in einer Sackgasse oder einem Gebiet der SStVOFAK endet. Die Kiezpolizei, welche die Autofuck durchsetzt, kann und wird diese als Rechtsgrundlage verwenden, die Autos zu pfänden, wodurch diese in Kiezbesitz übergehen, verkauft werden und zur Zahlung der Kiezabgaben verwendet werden. Dass die Kiezpolizei verstärkt Konzernkarren im Visier hat, unterdessen man alternativ oder autonom wirkende Falschfahrer einfach nicht behelligt oder nach Zahlen einer Bestechung – hier mit Quittung als steuerlich absetzbares „Verwarngeld“ – fahren lässt versteht sich von selbst. 
Fienchen

In bestimmten Gegenden geltende alternative Verkehrsregeln? Wer kommt denn auf SOWAS? Ich könnte mir solche SCHEISSE nichtmal ausdenken, wenn ich wollte!
Russenrigger

Willkommen in meiner Welt. Dieses und baugleiche Probleme bestehen in allen Bezirken, in denen es keine Machtgruppenmehrheit auf Bezirksebene gibt. Überall dort, wo starke dominante Gruppen solchen Blödsinn nicht verhindern können (oder betreffende Anträge in der größeren Abstimmung unweigerlich am Widerstand anderer Gruppen scheitern) fällt die eigentliche Verwaltungsentscheidung auf ominöse „Kiezgruppen“ zurück. Und die können in ihrem Revier erstmal festlegen, was sie wollen. Druck gegen groben Unfug gerade der Abzocker und Spaßanarchisten müsste die Bezirksregierung machen – dazu wird sie auch wortgewaltig vom Berliner Rat oder Bürgermeister aufgefordert. Da der Bezirksverordnete aber durch Vetos an praktisch allem gehindert werden kann, fehlt ihm oft die Möglichkeit, die Zustände im Bezirk zu ändern. Was ja auch genau das ist, was die Kiez-Hirnis wollen.
Nakaira

Die eigentliche Krux ist Folgende: Jeder Berliner ist unsagbar findig darin, Lücken in bestehenden Regeln und Verordnungen zu finden oder diese umzudrehen und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Siehe: „Wir ziehen Konzernern ihre Karren ab, zahlen damit unsere Kiezabgaben und erhöhen durch die Sonderbeiträge der Kiezes im Bezirk bzw. des Bezirks in Berlin dann auch noch das Stimmgewicht unseres Bezirksvertreters.“ Was dabei übersehen wird, ist die Lawine, die dadurch losgetreten wird: Nicht nur kommt der Konzerner, dem man das Auto geklaut, gepfändet, zerbeult oder angezündet hat nicht wieder (was ja ggf. noch gewünscht sein mag), er entwickelt regelrechten Hass gegen Alternative (den der geneigte liberale Kreuzberger-Vernissage-Besucher vorher gewiss gar nicht hatte!), sucht aktiv nach Möglichkeiten, es ihnen heimzuzahlen (z.B. am Firmenschreibtisch oder bei berlinweiten Abstimmungen), verbreitet die Schauergeschichte vom irren Alternativen in Konzernkreisen weiter und schürt somit Angst – und vor allem unterstreicht das unvernünftig korrupte Agieren der Kieze, dass die Alternativen mit Freiheitlichkeit und locker gefassten Regeln nicht umgehen können. Und entzieht sie ihnen.
Tolstoi

Sprach der Vor.
Mahakali

Tipp: Wenn du dir mit neuem Kommlink Zutritt verschaffst, miste vorher mal deine Linkliste aus, Mister WummenSindGeil68.
Tolstoi

<<< Mahakali wurde blockiert >>>

Anfang August tauchte in der alternativen Kabelmatrix ein SST File mit dem Titel „Voyé-Plan“ auf. Dieses schildert eine mögliche Integration von Kiezpolizeeinheiten in die Sternschutz-Kommandostruktur. Wie inzwischen bekannt wurde, hat der Vertreter von Mitte Alexander Schmidt (FBV, PNE) am 26. Juni eine Anfrage im Berliner Rat gestellt, ob man nicht die Kiezwehren gemeinschaftlich als „SST Unterstützungsgruppen“ klassifizieren und SST Einsatzleitern unterstellen könnte, die dann zugleich auch Anträge auf Bezuschussung etc. prüfen und durchwinken bzw. abblocken. Das offenbar durch eine Person aus dem Umfeld von Bronstein geleakte File vermittelt den Eindruck, der Sternschutz sei von dieser Idee alles andere als angetan (wenn es einen Kommandierenden des Sternschutz gibt, ist dieser immerhin auch für „Einsätze“ in Verantwortung). Das sehr langatmige File umfasst mehrere Szenarien, die aus diversen Gründen als undurchführbar verworfen werden.

Das Voyé-Papier umfasst auch einen Lösungsvorschlag: Dieser würde darin bestehen, dass der SST als Subabteilung des Sternschutz mit einem gesonderten Mandat der BERVAG den Direktauftrag erhält, einzelne Einsätze zu koordinieren, die durch Kiezpolizisten durchgeführt werden. Die reguläre alltägliche Arbeit bliebe „Belang der alternativen Kollegen“ und „wäre der Vollverantwortung der alternativen Bezirksvertreter anheim gestellt“, lediglich „Sondereinsätze, die von höchster Stelle verordnet“ seien können dann „zur Bildung gemischter Einsatzgruppen“ führen, in denen dann „natürlich“ jemand vom Sternschutz bzw. der SST den Befehl habe.

Wie Karel im Schockwellenreiterboard meinte: Hört sich so an, als ob der Stern bzw. Voyé schlauer ist, als man gedacht hätte: 99% der Zeit haben die alternativen Bezirksvertreter den Schwarzen Peter und die Verantwortung für allen Mist, den die Kiezwehren bauen… und in Sonderfällen (welcher Art auch immer) könnte die SST die Kiezwehren dazu zwingen, sich ihrem Oberbefehl zu unterstellen. Wenn das juristisch abgesichert ist, klingt das erschreckend praktikabel. Auf der anderen Seite können sich die Alternativen dann aber auch selbst von den Schutzgangs die aussuchen, die ihrer Meinung nach am besten zu ihren eigenen, jeweils kiezspezifischen politischen Vorstellungen passen, und für das Schutzgeld zumindest eine ansatzweise akzeptable Gegenleistung erbringen…
Tolstoi

Ein kleines Wunder ist hingegen, dass dies dann doch noch die Alarmglocken der Alternativen zum Klingeln gebracht hat…
Nakaira

KEIN Wunder. Schlagkräftige Argumente. *Grins*
Fienchen

Ich verneige mich vor deiner Überzeugungskraft
Fbiertrinker

Seit öffentlichem Bekanntwerden des Voyé-Plans haben in den alternativen Bezirken mehrere intensive Beratungsgespräche stattgefunden, die am 24. August einen vorläufigen Höhepunkt in der Wuhlheide im Bezirk Lichtenberg fanden: Auf einem Treffen mit 1.300 Delegierten aus allen alternativen Bezirken rief Bürgermeister Pflügler leidenschaft dazu auf, Vernunft walten zu lassen und die in den Bezirken bestehenden Werkzeuge zur Eindämmung der ausufernden Gang-Gewalt zu nutzen. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, das Thema „Alternative Kiezpolizei“ im Rahmen einer „nur auf die Bewältigung einer akuten Krise, in der das Leben Unschuldiger bedroht wurde“ abstellenden Situation aufgebracht zu haben. Dies sei „ein schwerer Fehler“ gewesen.

Vor allem altautonome Gruppen riefen auf der Versammlung dazu auf, die inzwischen ablaufenden Entwicklungen, vor allem aber die Vorstöße „konzernfaschistischer Kreise“ als „Bedrohung des Status F“ zu betrachten und entsprechend auf diese zu reagieren. In der Zeit der Anarchie in Berlin hätte dies bedeutet, dass auch verfeindete Gruppen sich kurzfristig zur Abwehr der Bedrohung vereinen – exakt dies scheint auch die Folge des überbezirklichen Wuhlheide-Treffens zu sein:

Wie Morek Pflügler vor wenigen Minuten verlautbaren ließ, haben sich „sämtliche der alternativen Bezirksvertreter mit Ausnahme der Vertreter von Oranienburg und Falkensee“ in „historischer Einigkeit“ hinter den Antrag Dr. Franziska Landolts gestellt, grundsätzlich keine Berliner Gelder in Aufbau und Unterhalt lokaler Sicherheitsdienste zu leiten und diese auch nicht dem Sternschutz als beauftragte Berliner Polizei rechtlich gleichzustellen. Da der Antrag der Bezirksvertreterin von Tempelhof zuvor bereits die Unterstützung der Mehrzahl der Konzernbezirkvertreter hatte, gilt seine Annahme nunmehr als sicher.

Anarchisten votieren in der Sache für Anträge der Megakonzerne? War das nicht auch eines der Zeichen der kommenden Apokalypse?
Fbiertrinker

Tatsächlich sind die Bezirksvertreter der Konzern- und der Alternativen Bezirke sich recht oft einig – egal, wie sehr sie öffentlich übereinander herfallen oder einen gemeinsamen Entscheid als ihren persönlichen Triumph gegen den Abschaum der Gegenseite herausstellen: BEIDE Bezirksvertretertypen treten für die Maximierung ihrer Bezirksautonomie ein, und das bedeutet ganz klar so wenig Einmischung von BERVAG, Berliner Rat und letztlich ADL wie möglich. In diesem Fall ist es so, dass die Megakonzernvertreter, die sich hinter S-Ks Antrag gestellt haben einfach kein Geld an die Sicherheit alternativer Bezirke vergeuden wollen, wo es ohnehin nur veruntreut wird oder in Gangkriege fließt. Sie wollen ihre Stadt hübsch ordentlich, sie wollen ihre eigenen Bezirke sicher durch ihre eigenen Sicherheitsgruppen, wollen den Sternschutz unter voller Berliner Förderung für die Sicherheit der gemeinsamen Wirtschaftszone Berlin (gemeint sind die Normbezirke) und die SST als vorgelagerte Einheit, die in den alternativen Bezirken die gröbsten Auswüchse „by any means necessary“ bekämpft. Die „überraschende“ Zustimmung der Alternativen ist dabei natürlich keineswegs überraschend: Landolt hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wenn die alternativen Bezirke Gelder aus der Berliner Hand für Aufbau und Unterhalt eigenständiger, selbstverwalteter Polizeieinheiten erhalten, dass dann die Konzernbezirke rechtlich und finanziell gleichgestellt werden müssen. Sprich: Sie hat darauf bestanden, dass im Fall einer Bezuschussung der Kiezpolizei auch die Konzernsicherheit öffentlich bezuschusst wird. Und zwar gemäß dem in früheren Diskussionen eingebrachten Berechnungsmodell „in einem akzeptablen Verhältnis zum tatsächlichen aktuellen Unterhaltsbedarf“. Diese Formulierung hatte eigentlich den Zweck, den Kiezwehren möglichst wenig Geld in den Rachen werfen zu müssen (wieviel Geld zum Unterhalt der Ausrüstung braucht denn z.B. eine Gang mit Messern und ein paar Pistolen schon). Wären die Konzernbezirke und deren selbstverwaltete Polizei gleichgestellt worden, hätte genau das dazu geführt dass die Konzernsicherheit mit ihren Rechenzentren, ihrem Fuhrpark, ihren Drohnen, ihren treibstoffintensiven Banshee-Einsätzen etc. um ein vieltausendfach höheres bezuschusst worden wären als die Kiezwehren. Das konnte nun wirklich kein Alternativer zulassen.
Fienchen

Berlin. Wo die Konzerne kriegen was sie wollen und die Alternativen nach Belieben vorgeführt werden.
Nakaira

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Schrapnell#01 | Versprochen ist versprochen


Zeit für eine neue Kategorie.

SCHRAPNELL sind einfach gestrickte, aber nicht immer leicht zu lösende Shadowrun-Abenteuer, die zumindest theoretisch an einem einzigen Abend gespielt werden können (so genannte „OneNighter„). Präsentiert werden diese als „One Sheet Adventures„, das heißt alle Infos zum Abenteuer sind auf nur einer einzigen Seite enthalten – und dieses Kurzformat zwingt zu Prägnanz und Kürze. Was toll ist, denn Spielleiter finden so „alles auf einen Blick“ und sich damit auch leichter zurecht als bei vielen der umfassenderen Abenteuer.

Ob Du ein Schrapnell als Überbrückungsabenteuer nutzt, weil grade spontan 2/3 deiner Runde abgesagt haben, du die Schrapnell ganz „normal“ zockst oder du sie als Ausgangspunkt verwendest, um auf ihnen aufzubauen mehrere hundert Session lange epische Megaabenteuer zu bauen: Ich hoffe, die Schrapnell sind dir eine Hilfe. Und bereiten dir und deiner Runde tüchtig Kopfzerbrechen, Spannung und Spaß.

Über Feedback nach dem Durchspielen würde ich mich (auch im Hinblick darauf, in Zukunft Dinge besser machen zu können) freuen.

Cya! Dein Raben-AAS

LINK ZUM PDF: SR_Schrapnell01_VersprochenIstVersprochen_byAAS

[44] Miese Parkplatzabzocke

MIESE PARKPLATZABZOCKE

Dass es im ewigen Kampf um BERVAG-Aufträge meist um äußerst miese Hinterzimmerdeals geht, ist außer denjenigen Schattenelementen, die diese einfädeln, kaum jemandem bewusst. Offiziell zieht man sich auf ein striktes, (halb-)öffentliches Ausschreibungssystem zurück, das – so die offizielle Mär – strengen Kontrollen von Berliner Rat, Haushaltsausschuss und BERVAG-internen Aufsichtsgruppen unterstehe.

Tatsächlich läuft es im Berliner Poker auf den üblichen Mix von Bestechung und Miesmachen der Wettbewerber untereinander hinaus – verbunden mit der Berliner Besonderheit, dass angeblich allen Bewerbern offenstehende Töpfe natürlich stets an die gleiche Auswahl einschlägiger Firmen gehen, die damit versuchen ihre horrenden operationalen Verluste wenigstens teilweise einzufahren.

Diese zwar korrupte, aber immerhin stabile Wirtschaftspraxis wird in neuerer Zeit zunehmend in Frage gestellt: Mit großer Vehemenz und entsprechenden Spendings für dubiose Aktionen versuchen Firmen außerhalb des Berliner Großkonzerntums in die Stadt zu drängen – und haben zum Verdruss vieler zunehmenden Erfolg!

Neuestes Beispiel: Die Ausschreibung zur Parkraumbewirtschaftung vieler Berliner Parkhäuser, öffentlicher Parkplätze und den ausgewiesenen Parkzonen ging entgegen aller Erwartung an keinen der etablierten Bewerber – stattdessen setzte sich das auf den ersten Blick „kleine“ und „neu gegründete“ „Berliner“ Unternehmen Berlin Parking durch. Im Zuge der Offenlegungspflicht der Ausschreibung gegenüber dem Berliner Rat wurde nun bekannt, dass hinter dem Angebot niemand anders als Shiawase steht, das – wie Hacker in ihrer Verliebtheit zu Details festhalten – 0,165 Sekunden nach Unterzeichnung des Parkraum-Deals das offenkundige Berliner Schein- bzw. Vorwandsunternehmen durch seine Tochter United Parking  – „a Shiawase City Services Corporation“ und damit Envirotech Tochter – aufkaufte. Offenbar mit Vorwissen des entscheidenden Gremiums bei BERVAG und zuständigem Ausschuss.

In einer Sondersitzung des Rates übten die Leibeigenen der üblichen Berliner Großkonzerne flammende Kritik, unterdessen Frankfurter Bankenklüngel hämisch von einer Öffnung des Berliner Wettbewerbs faselten und einige alternative Vertreter den galoppierenden Ausverkauf Berlins an das eigentlich verfeindete Großkapital noch als Triumph für die Chancengleichheit zurechtzustammeln versuchten.

Die perfide „Logik“ dahinter scheint zu sein, dass der Feind meines Feindes selbst dann ein Freund ist, wenn er eigentlich der inkarnierte Topfeind überhaupt ist. Anders gesagt: Die medial inszenierte Drachenstaat-Hysterie ist inzwischen als düsteres deutsches Zukunftsmodell derart kritiklos etabliert, dass selbst der fernöstliche, PR-mäßig auf good governance getrimmte „Erste Megakon“ die bessere Alternative zu sein scheint.

Dessen Pressebüro lässt denn auch auf Nachfrage von Sender44 hören, dass „die Entscheidung, Berlin Parking bei der Erfüllung der vertraglich festgeschriebenen Verpflichtungen zu unterstützen“ letztlich eine „Maßnahme zur Förderung junger, lokaler Unternehmen“ sei: „Shiawase bzw. United Parking mag auf dem Papier der Eigner sein, ja – Tatsächlich agiert Berlin Parking aber völlig frei und kann sein Geschäft im besten Sinne der Berliner Öffentlichkeit gestalten“, so Spinchirurgin Yoko Watanabe-Schreiber. „Es ist unsere Absicht, die einzigartige, lebendige Berliner Einzelunternehmensszene nach Kräften zu unterstützen, sie gegenüber größeren Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten und somit in ihrer Existenz zu erhalten“.

Woher dieser Altruismus komme, erklärte die Sprecherin wie allzu oft in jüngerer Zeit mit einem geballtem Schwall Gutmenschentum und einer Infragestellung bisheriger Wirtschaftsweisen: „Shiawase investiert weniger in Berlin als in die alternative Berliner IDEE. Es ist unsere Überzeugung, dass hier kooperative Denk- und Wirtschaftsweisen für Morgen entstehen, an denen auch wir – langfristig – wachsen können.“

Dass all diese und weitere Phrasen dem alleinigen Zweck dienen, die alternativen Bezirksvertreter als Unterstützer bei dieser und zukünftigen Jobvergaben zu gewinnen, ließ Frau Watanabe-Schreiber aus naheliegenden Gründen unerwähnt.

Abgesehen davon, dass Megakons Das Böse(TM) sind – warum sollte es mich jucken, wer ein dummes Parkhaus betreibt?
Rummel

Aus verschiedenen Gründen. Vor allem aber aus dem Grund, dass die in der Parkraumbewirtschaftung gewonnenen Daten eben nicht in einem kleinen lokalen Unternehmen verschimmeln, sondern von einer großen Mutter gesammelt und weiterverwertet werden können.
Der_Kreuzberger

Als ob sich Shiawase für Parktickets interessiert, come ON!
Come ON!

Shiawase als solches vielleicht nicht, diverse Abteilungen indes durchaus. Das beginnt bei zunächst harmlosen und zum Großteil automatisierten Bereichen wie der Generierung und Auswertung von Marketingdaten, bei denen es eigentlich darum geht Dir jeweils passende AR-Plakate oder AR-Musik/Themes im Parkhaus einzuspielen, aber es endet damit dass wenn der MIFD Dich auf dem Kieker hat er Deine Datenspur durch generierte Parkdaten aus X Jahren verfeinern kann, aus denen sich problemlos Gewohnheiten und Bewegungsprofile erstellen lassen.
Tolstoi

Und bei S-K und Co. wäre das anders? Come ON!
Come ON!

Eben. Sender44 kann über uns doofe alternative Mitentscheider ja quatschen was es will, aber man muss auch sehen was die „Alternativen“ (haha) sind. Wer denkt, irgendein tatsächlich rein lokales Kleinunternehmen – am Besten noch so eine halbe Spaßnummer wie der Mitbewerber „Freiparkenfüralle“ und sein bierdeckelgroßes „Generalkonzept zur Berliner Parkraumbewirtschaftung“ gleichen Namens – hätte gegen Großbewerber eine Chance, irrt. Shiawase ist in Berlin bisher straight und eher pro-alternativ aufgetreten, eben weil WIR DEREN „Feind des Feindes“ sind. Shiawase weiß, dass es nur durch die Alternativen wird Fuß in Berlin fassen können – speziell gegen S-K – und das schafft zumindest mittelfristig einiges Bündnispotenzial.
Fianna

Ich verstehe den Gedanken dahinter, unke aber trotzdem dass am Ende wir alle wieder die großen Verlierer sind. Aktuell habe ich vor Shiawases wiederentdecktem Gutmenschentum und seiner seltsamen Hinwendung zum Konzernshintoismus jedenfalls mehr Schiss als vor S-Ks eher martialischer „Ehrlichkeit“ im Bestreben die Weltherrschaft zu erreichen.
Tolstoi

Leute, es geht nur um fucking PARKPLÄTZE. Okay? Come ON!
Come ON!

[B1L ARCHIV] Eis legt BVB lahm

EIS LEGT BVB LAHM

archivierte Meldung vom 07.01.2073

Parallele Ausfälle bei Bussen und M-Bahnzügen sorgen in Berlin für Verkehrsprobleme: Tausende innerstädtische Pendler kamen zur spät zur Arbeit. Viele fürchten um ihren Arbeitsplatz, der Unmut ist entsprechend groß, der wirtschaftliche und Ansehensschaden für die Stadt ebenso.

Von wegen „fürchten um ihren Arbeitsplatz“: Die automatisierten Lohnagenten für ungelernte Hilfskräfte und andere Hire&Fire Angestellte haben gleich massenweise Kündigungen rausgehauen, kaum dass die Einlogfrist abgelaufen war. Denen doch scheißegal dass die „ordentlichen Angestellten“ genauso zu spät kamen.
Holberker

Im Falle S-K wurde die automatisierte Kündigung immerhin zwei Tage später zurückgenommen und die Routine ist seitdem gepatched und etwas feinfühliger überarbeitet worden. Einen der zwei Fehltage kriegen die irrtümlich Gefeuerten sogar bezahlt. Finde ich extremst okay.
Kaos44

Du glaubst auch jeden PR-Scheiß, oder? Das Patch dient einem inneren Memorandum zufolge nur einem Zweck: Nämlich eine Wiederholung der desaströsen Arbeitsausfälle am 07.01. in Zukunft zu verhindern. Infolge der Kündigungen standen nämlich ne ganze Reihe Operationen still – nichts Wichtiges, nur Scheiß wo man halt ungelernte Hiwis für heuert, aber lästig genug dass S-K das abstellen ließ. Der Gag mit dem 1 Tag Bezahlung ist der PR-Abteilung eingefallen und hat in Berlin wie Bombe eingeschlagen. Angeblich wurde S-K mit dem Manöver zum Top-Voting-Platz für den Arbeitgeber des Jahres gepusht.
Der_Kreuzberger

Was jetzt am 7. Januar nicht SO beeindruckend ist, aber well. Verstehe, was Du meinst. Ich hab mir auch ne Copy des PN-Verkehrs zu dem Thema durchgeschaut, und was ICH nun wieder interessant und merkenswert finde ist dass ein solches Memorandum ÜBERHAUPT in Copy an PR geht. Ich hab ein bisschen gebuddelt, und offenbar gibt es da eine neue PR-Frau – Kerstin Klammt – die sich mit Erfolg dafür eingesetzt hat dass gewisse operationale Nachrichten in ihre Abteilung wandern, damit diese „Chancen nutzen“ kann. Ziemlich clever gedacht – und ziemlich gut für uns, denn einige der PR-Büros sind deutlich besser erreich- oder hackbar als die operationalen Abteilungen, zwischen denen solche Nachrichten eigentlich getauscht werden.
Tolstoi

Zu den Ausfällen kommt es durch überfrierende Nässe und anhaltenden Nieselregen, der auf Straßen und Anlagen Eisschichten entstehen lässt: Diese sorgen nicht nur für Kontaktabrisse zum in die neue Straßendecken integrierten Energie-Grid der Autobusse, sondern auch für Energieprobleme und Schienenblockaden bei der M-Bahn.

Die Situation wurde heute dadurch zusätzlich verschärft, dass viele Teilnehmer am Individualverkehr wegen der bestehenden Eiswarnungen ihr Auto extra stehenließen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu gelangen. Für die kommenden Tage ist mit einer Verbesserung der Situation, aber auch mit vermehrten Staus zu rechnen.

Hans-Jürgen Kleinhaus von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVB) betonte gegenüber BBN, dass immerhin 3/4 der Busse weiterhin im Betrieb seien: „Glücklicher Weise verfügt die Mehrzahl unserer umweltfreundlichen Fahrzeuge nicht nur über Grid-, sondern auch Wasserstoffantrieb. Die kältebedingten Ausfälle an Bussen und vor allem den Bahnen sind zwar bedauerlich, aber Folge höherer Gewalt. Von mangelnder Verantwortung der BVB oder deren Auftraggeber, der BERVAG, kann keine Rede sein.“

Ja nee, der Winter kam wieder mal gänzlich unerwartet.
Konnopke

Unerwartete Hilfe erhielten zahllose Berliner, die umsonst auf Bus oder Bahn warteten, durch die alternativen Fuhrbetriebe aus den Ostzonen der Stadt, deren Zahl praktisch über Nacht durch Umfunktionieren von Privatfahrzeugen zu Taxis und Bussen vervielfacht wurde. Um die Verkehrssituation in Berlin nicht weiter zu verschlimmern, hatten mehrere alternative Bezirke eine „unbürokratische Registrierungshilfe“ in Form von Hotlines angeboten, bei denen man sich und sein Fahrzeug einmalig und befristet für die Dauer von 7 Tagen als „Entlastungsfahrer“ für eine Einmalzahlung von 50 Euro registrieren lassen konnte.

Monika Jakobi (FBV) äußerte harte Kritik an diesem Vorgehen, das sich nicht im Einklang mit der Gewerbeordnung für das Fuhrwesen befände und offenkundig nur der unlauteren Generierung von Bezirkseinnahmen diene. In einer Sondersitzung des Berliner Rates wurde diese Kritik dem Anschein nach zwar geteilt, werde aber aufgrund bestehender Widersprüche, Übergangsregelungen und offenen Auslegungsfragen zu den Rechten der Bezirke, das eigene Transport- und Verkehrswesen zu gestalten, folgenlos bleiben.

Schon länger gibt es in Berlin Konflikte um die Frage von Transportgenehmigungen, wie Harald Nietzewitz von der Taxigesellschaft Zittyfunk säuerlich bemerkt: „Als Taxifahrer aus den anständigen Gegenden zahlst Du ein irres Geld, führst Abgaben ab ohne Ende, und dann kommen irgendwelche *** aus dem *** Osten und bekommen für einen Bruchteil davon dieselbe Berechtigung – das ist einfach ungerecht und kann so nicht weitergehen. Ich meine, sollen die sich ruhig auf ihren Schotterpisten die Achsen kaputt fahren, aber muss man die jetzt auch in die Norm- und Konzernbezirke lassen?“.

Sprecher der zuständigen Stelle der BERVAG beteuerten, dass man zwar aufgrund der bestehenden Situation „ein Auge zudrücken“ werde, ab Ende der gegenwärtigen Eissituation dann aber wieder verstärkte Kontrolle der bezirklichen Abhol- und Zubringfreigaben der freien Taxis und Busse stattfinden würden.

Ohnehin sei es nach wie vor so, dass mindestens die Berliner Großunternehmen innerhalb ihres direkten Hoheitsgebietes nur solchen Fuhrunternehmen die Einfahrt gestatten, welche die betreffenden RFID-Plaketten bzw. Fahrtencodes besitzen.

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