Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Schlagwort-Archiv: wahl

EXTRAPULS.12.78

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Berlin hat gewählt (Periode III/2078)

DER BERLINER WAHLMARATHON 2078 IST VORBEI. EIN RÜCKBLICK.

Was für ein Jahr. Wenn nicht für die Demokratie, dann zumindest für die Berliner Buchmacher. Denn deren Geschäfte laufen blendend, während das Wetten auf Wahlergebnisse langsam die klassischen Sportwetten zu übertrumpfen droht.

 Ich BIN Buchmacher und bestreite das. Sportwetten sind und bleiben auch und gerade im wettverrückten Berlin die unangefochtene Nummer 1 des Wettgeschäfts. Schon alleine deshalb, weil hier vom Schreckhahnkampf über den Pitfight in der Stampe an der Ecke bis zum Straßenrennen über die Landsberger auf viel mehr gewettet werden kann als „nur“ auf das nächste große Fußball- oder Stadtkriegspiel.
 Eezy Cash 23

 Ich glaube das Problem ist mal wieder die eingeschränkte Sicht der Medienfuzzies: Nur weil DIE so gerne über die Berliner Politwetten berichten denken sie automatisch, dass diese auch wirtschaftlich megawichtig sind (denn sonst verböte es sich ja, derart viel Wordcount auf die Berichterstattung zu ver(sch)wenden.
 Konnopke

 Ihr glaubt offenbar weiterhin, dass es da so ne Realität gibt und wir „Medienfuzzies“ lediglich das nacherzählen, was da passiert. Leute, wir MACHEN die realität. Wenn WIR es berichten, DANN ist es wichtig. Nicht umgekehrt!
 Nakaira

Zur Erinnerung: Als im letzten Herbst kurz vor der Wahl zur Bezirksperiode II der als sicherer Gewinner für Mitte gesetzte Dr. Alexander Schmidt infolge eines Attentats aus dem Rennen schied, kam es überall in der Stadt zu wütenden Protesten vor den Wettbüros. Daraufhin wurde die laufende Wahl unterbrochen und erst Wochen später fortgesetzt, mit den bekannten Ergebnissen und weitreichenden Folgen für die folgende Berliner Wahl 2078:

Neben den „regulären“ Bezirkswahlen hätte die durch Ausscheiden von Yilmaz Wojenko als Bezirksvertreter für Spandau notwendig gewordene Neuwahl des Ersten Bürgermeisters zu neuen Rekordwetten geführt. Außerdem hatte der neue Bezirksvertreter für Spandau Fletscher (Jurek Kowalczyk) angekündigt, eine Volksabstimmung im Bezirk für den Wechsel vom Normal- zum Alternativen Bezirk durchführen zu wollen. Dies und die ebenso für Oktober angekündigte Bundestagswahl in der benachbarten ADL, an der die Berliner zwar nicht teilnehmen, auf deren Ergebnis sie wohl aber wetten können, hätte zu einem hohen Eskalationspotenzial im Fall weiterer kurzfristiger Ereignisse vor der Wahl geführt.

Nachdem der Fall ausführlich im Berliner Rat besprochen wurde und es wie üblich keine Einigung zur Idee einer möglichen „Entzerrung“ der Herbstwahlen durch Vor- oder Nachverlegung gab, verfügte der scheidende Erste Bürgermeister Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Exekutivdirektor der BERVAG kurzerhand die Verlegung der Wahltermine direkt als „im Interesse der Sicherheit der Stadt und des sozialen Friedens“.

Als Folge hiervon wurden die Wahl zum Ersten Bürgermeister ebenso wie der Spandauer Volksentscheid auf „das schnellstmögliche Datum“ vorgezogen. Anfang Juni 2078 wurde so der erst im Herbst 2077 gewählte Bezirksvertreter von Mitte, Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB), zum neuen Ersten Bürgermeister des Stadt und somit Exekutivdirektor der BERVAG gewählt. Parallel entschieden die Spandauer Bürger mit denkbar knapper Mehrheit, fortan als Alternativer Bezirk gelten zu wollen.

Der Termin der regulären Berliner Bezirkswahl am ersten Oktoberwochenende blieb davon unangetastet und wird wohl als eine der langweiligsten Wahlen in die Berliner Geschichte eingehen.

 Keine. Einzige. Verdammte. Umbesetzung.
 Nemascope

 Nach einer ganzen Reihe von Außenseiter-Siegen (Zöller BV von Mitte, Fletscher BV von Spandau, Spandau wird Alternativ …) diesmal ein klarer Sieg für alle gesetzten Favoriten, womit der Begriff „Favorit“ wieder sowas wie eine Berechtigung bekommen hat. Ich denke dennoch, dass übermäßig viele erneut auf die Underdogs in den einzelnen Bezirken gesetzt und massig Geld verbrannt haben.
 Roter Oktober

 Unterm Strich muss man sagen, dass Wojenkos Konzept der „Entzerrung“ der Wahl aufgegangen ist. Dass die Bundestagswahl verschoben werden würde konnte ja niemand ahnen, und beim Public Viewing der Hochrechnungen und Auszählungen mal im chilligen Sommerbiergarten zu sitzen hatte auch was Nices.
 Fienchen

Zur Posse wird der gesamte Vorgang freilich umso mehr dadurch, dass die einst für Oktober vorgesehene Bundestagswahl aufgrund heftiger Zweifel an der Verlässlichkeit der E-Voting-Systeme inzwischen auf November verschoben wurde.

 

berlinerrat2078

DASS die diesjährige Berliner Bezirkswahl in der Gruppe III eher unaufgeregt sein würde, stand dabei im Prinzip von vorneherein fest: So hatten AG Chemie und MSI für Groß-Siemensstadt keinen Zweifel daran gelassen, Dr. Robert Schlüter jun. im Amt belassen zu wollen.

Auch Fabian von Wittich ist für Potsdam aufgrund seiner ungebrochener Popularität bei Ober- und Mittelschicht so lange praktisch alternativlos, wie die Wahlbeteiligung im Neubabelsberger Ghetto unter der 15-Prozent-Marke bleibt.  

In Schöneberg hatte Gregor Thielke (CVP) trotz berechtigter Kritik an der ineffizienten Verwaltung der bezirklichen Haushaltsmittel keinerlei Schwierigkeiten, sich erneut gegen die weit abgeschlagene LDFP-Kandidatin Mareike Praschak-Sonneberg durchzusetzen. Mit Sorge beobachten allerdings einige Medien, dass sich der Zuspruch für die Kommunisten im Bezirk seit der Wahl vor drei Jahren fast verdoppelt hat – wenn auch auf noch niedrigem Niveau.

Der Proteus-Frau Izabella Buzek in Zehlendorf kam nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere zugute, dass der wichtigste Gegenkandidat Manfred Dosse wenige Wochen vor der Wahl durch eine Autobombe ums Leben kam. Dass die charmante Mittvierzigerin und Mutter dreier Kinder damit etwas zu tun haben könnte, scheint angesichts ihrer soliden Führung in den Umfragen zum Zeitpunkt des Anschlages geradezu absurd.

Etwas wackliger endete schon die Wahl von Doreen Katschmarek in Strausberg-Fredersdorf. Erst ihr Beitritt zur Partei ESP und ihre über die Partei finanzierte Wahlkampagne mit großdimensionierten Plakaten, AR-Ads und wochenlanger Belegung der Video Walls an allen wichtigen Straßen des Bezirks verschaffte ihr die nötigen Prozentpunkte, um an ihrem anarchosyndikalistischen Konkurrenten Noel Duval vom Arbeiter-Policlub vorbeizuziehen.

Weithin unangefochten blieben dem gegenüber Mitra Özgün in Friedrichshsin-Kreuzberg und der amtierende Dritte Bürgermeister und Leiter des Schlichtungsausschusses Morek Pflügler in Lichtenberg.

 

 Morek Pflügler hätte den Wahlprognosen im Mai nach problemlos der neue Erste Bürgermeister werden können. Dafür allerdings hätte er zuerst als 3.BM zurücktreten müssen, was ihm wohl zu riskant war.
 Corpshark

 Nein, war es nicht. Ich hockte mit ihm zwischen März und Mai in mehreren endlosen Sitzungen des Schlichtungsausschusses fest, und Morek hat nie einen Zweifel daran zugelassen, dass er im Schlichtungsausschuss unverzichtbar ist und diese Pflicht auch in Zukunft weiter tragen wird. Abgesehen davon: Morek als CEO der BERVAG? Die fressen den doch zum Frühstück. Da ist Zöller der bessere Mann.
 Fienchen

 Die reden bei Zöller immer vom Sieg des Außenseiters. Ich sehe das ganz und gar nicht so. Er war in Mitte die ewige Nummer 2 hinter Schmidt. Als der flachfiel und ne zewitlang sogar als tot, im Koma liegend oder für’s Leben verkrüppelt galt KONNTE nur Zöller in Mitte siegen. Und als Wojenko in Spandau weggekegelt wurde – ja, das WAR überraschend! – war Zöller der Einzige, mit dem jede Seite leben kann. Keiner der Alternativen BVs, die sich zur Wahl gestellt hatten – Faber, Özdemir, Bronstein – hatte die geringste Chance, auf Konzernseite Stimmen zu kriegen, und keiner der zur Wahl stehenden Konzernfuzzies – Ozu, Thompson – hätte von den Alternativen auch nur 1 Stimme bekommen. Allenfalls Zöllers Konkurrenten aus den Normbezirken – Nordin und Thielke – hätten eine Chance gehabt, allerdings nur, wenn einer von ihnen die Kandidatur zurückgezogen hätte, um alle CVP-Spießerstimmen auf einen Kandidaten zu vereinen. Und selbst dann hätte es noch nicht gereicht, da Berlin viel zu viel Schiss davor hat, dass via die CVP die große „Heim ins Reich“-Agenda der Kanzlerin in der Freistadt Fuß fasst.
 Konnopke

 Neben allem, was gegen Zöllers Wettbewerber sprach, gibt es dann noch all das, was für ihn spricht: Er ist ein HKB-Mann und damit weder Lakai des FBV noch von S-K, was für unsere beiden Hauptstreithähne absolut akzeptabel – und das umso mehr, da Zöller dem Berliner Bankenverein vorsteht, dessen erklärtes Ziel die Förderung des Bankenplatzes Berlin und der wirtschaftliche Erfolg des „Unternehmen Berlin“ ist. Zudem besitzt Zöller reichlich Führungserfahrung, sowohl als Bankdirektor als auch im Aufsichtsrat mehrerer großer Unternehmen in England und Deutschland. Dass der langsam, aber stetig wachsende Filz in den BERVAG-abteilungen den dummen CEO von außerhalb an der Nase herumführen kann, ist unwahrscheinlich. Alle Konzerne und der größte Teil der Bürger – selbst der Alternativen – kann damit leben, dass an der Spitze der BERVAG ein erfolgreicher Manager sitzt, der die Geldverschwendung stoppt und die Effizienz aller Maßnahmen – auch der Hilfe für Notleidende – erhöht wird. Dass Zöller charismatisch ist und medial wie ein schelmischer freundlicher Großvater rüberkommt, öffnet ihm weitere Türen. Er wirkt einfach verdammt harmlos und man wünscht ihm, dass er Erfolg hat. Umso gruseliger, dass er jahrelang gegen diesen Vollarsch Schmidt verloren hat. God bless Halal!
 Fienchen

[B1L] Berlin-Wahl zur Wahlperiode 2 entschieden

PFLÜGLER IM AMT BESTÄTIGT, ATZOLD GEWINNT KNAPP, OZU ERSETZT KOIZUMI

Eigentlich hatte niemand mit Überraschungen bei der ersten regulären Wahl der Bezirksvertreter von Wahlperiode 2 gerechnet – umso spannender war der „Falkenseer Krimi“, der die Zuschauer daheim und in den Berliner Kneipen während der letzten beinahe 40 Stunden in Atem hielt.

Es begann mit der ersten Übertragung der Live-Stimmeneingabe nach Freischaltung der Kommlinks gestern um 10:00 Uhr vormittags. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Tempelhof und Prenzlauer Berg bereits aus dem Rennen verabschiedet: In beiden Konzernbezirken wurde der Bezirksvertreter bereits im Laufe vorangegangener Wochen intern bestimmt und bereits vor der Wahl bekanntgegeben: Während Dr. Franziska Landolt für Saeder-Krupp in Tempelhof im Amt bleibt, wird der bereits seit Längerem Abwesende Renraku-Vertreter Ichiro Koizumi durch seinen Stellvertreter Takeshi Ozu ersetzt.  

Geradezu enttäuschend unspannend verliefen ebenso die vielbeachtete Wahl zum Zweiten Bürgermeister, bei der sich wie erwartet Morek Pflügler innerhalb weniger Stunden auf uneinholbare 80% der Stimmen emporhob (Endergebnis um 22:00 Uhr: 84,6%), sowie die Stimmeinspielungen aus Pankow (Wladimir Igorewitsch Bronstein mit 98,8% der Stimmen).

Indem sich der Bürgermeister plus drei der sieben Bezirke früh aus den Wettquoten und Public Viewings verabschiedeten, rückten die verbleibenden vier Bezirke umso stärker in den Blick, auch wenn in dreien davon nicht das eigentliche personelle Endergebnis, sondern der genaue prozentuale Wahlausgang schon vom Wettaspekt her entscheidend war:

So stieg Lena Rabeja in Köpenick zwar in der allersten Datendurchgabe mit den für die kommunistischen Bezirke erwarteten „90%+“ ein, verlor aber im Laufe des Nachmittags und frühen Abends immer weiter Anteile an ihre gleich drei ernstzunehmenden Herausforderer Andrzej Slupinski (parteiloser Kommunist), Isabelle Vesely-Barchmann (KPD Berlin, früher KMLMPD) und Clemens Streußner (parteiloser Antikommunist). Zwischen 19:00 und 20:30 Uhr sah es sogar so aus, als ob die Wiederwahl der mit Shiawase verbandelten Parteikommunistin Rabeja in Gefahr geraten würde: Auf dem Tiefpunkt der Entwicklung lag Lena Rabeja bei nur noch 52%, Streußner bei 21%, Vesely-Barchmann bei 15% und Slupinski bei 9%. Erst ein Aufruf der Bezirksvertreterin Rabeja live im Studio des Roten Kanals, „gemeinsame Front“ gegen Streußner zu machen, zu dessen Geschäftspraktiken und umfassenden Spenden aus LDFP-Klüngeln sie vor laufenden Kameras Beweise vorlegte, sollte die ehrgeizige Politikerin auf ihr Endergebnis von 63,6% heben (Vesely-Barchmann 16,8%, Slupinski 6,2%, Streußner 13,2%). Entgegen dem in Köpenick üblichen Prozedere verlautbarte Lena Rabeja nach ihrem Wahlsieg, dass es „keine von Hand vorgenommene Stimmauszählung“ geben werde, und nahm damit Bezug auf Streußner-Unterlagen, die eine massive Sabotage des Prüfungssystems durch Bestechung von Wahlhelfern nahelegte. Selbstverständlich würden aber „alle Wahldaten“ an „öffentliche Knoten des alternativen Berliner Kabelnetzes“ gegeben, damit die Netzgemeinschaft diese „unabhängig und mit eigenen Augen“ prüfen könne.

Ähnlich spannend wie in Köpenick ging es auch im biederen Mitte zu: Auch hier stand die Wiederwahl des FBV-Vertreters und Berliner PNE-Parteiführers Dr. Alexander Schmidt nie zur Debatte, ein hohes Ergebnis von „15%+“ seines Herausforderers Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB) war aber als Signal an Dr. Schmidt bewertet worden, seine Verbindung zur PNE entweder zu lösen oder von der Repräsentanz des Bezirks Mitte Abstand zu nehmen – und möglicher Weise auch von seiner Tätigkeit für den FBV, dessen Mitarbeiter sich zunehmend unangenehm berührt fühlen durch die öffentlichen Auftritte ihres Vertreters Schmidt. Sollte diese Signalwirkung bestehen, so ist sie jedenfalls mit dem Endergebnis von 32,6% für Dr. Paul Zöller überdeutlich zum Ausdruck gebracht worden – eine derbe Schlappe nicht nur für Dr. Alexander Schmidt, sondern auch den FBV in Berlin. Der unglücklichste Gewinner der Berlin-Wahl war am Abend zu keinem Kommentar bereit. Zu seiner eigenen Wahlparty war er nicht einmal persönlich erschienen, hatte nur einen Videogruß an seine Anhänger überstellt.

Schon aufgrund des Umstandes, dass der amtierende Erste Bürgermeister und Ratspräsident Yilmaz Wojenko aus Spandau kommt, galt der Spandauer Wahl besondere Aufmerksamkeit. Diese steigerte sich, als Wojenkos einzige relevante Herausforderin Doris “Yori” Floricic von der “masterControl Agentur für Netzüberwachung” in den Livedaten früh die psychologisch wichtige Stimmanteilsschwelle von 10% überschritt. Trotz anhaltend hoher Zustimmungswerte zu Wojenkos Politik als Berliner Bürgermeister hatte der smarte Psi-Aid Konzernmann zuletzt mit Protesten im eigenen (Norm-)Bezirk zu kämpfen, dessen Entwicklungsdaten sich nach wie vor steil abwärts bewegen. Auch wenn die Berliner Start-Up Unternehmerin und Ex-Hackerin sich mit einem Endergebnis von 28,8% noch deutlich entfernt von einem Wechsel an der Spandauer Spitze sah, hat man in jedem Fall nun ihren Namen in ganz Berlin gehört, und nicht wenige rechnen damit, von dieser aufstrebenden Kraft in Zukunft noch einiges zu hören.

Absolute, nervenzerfetzende Spannung indes verursachte die Wahl in Falkensee, deren Ausgang quer durch alle Berliner Buchmacher als „offen“ betrachtet wurde: Der gemeinhin als inkompetent und korrupt geltende Bezirksvertreter des Bankrottbezirks Steffen Atzold sah sich mit Herausforderer und Döner-Löwe Aslan Özdemir und Herausforderin Friederike Kuhnert von der USPD Falkensee konfrontiert, die dank des per Daten belegbaren Vollversagens des Bezirksvertreters die allerbesten Argumente zu dessen Abwahl in der Hand hatten. Umso bestürzter waren Wahlbeobachter, Moderatoren und Zuschauer, als Atzold sich im Laufe des Tages von dem „verdienten“ Start von 19,2% gegen 48,0% für Özdemir und 22,4% für Kuhnert zu über mehrere Stunden stabile 29,9% gegen 34,5% für Özdemir und 31,6% für Kuhnert emporkroch, um schließlich bei Einbruch der Dunkelheit das von den Medien als „Schande“ bezeichnete Endergebnis von 32,3% gegen 32,0% für Özdemir und 30,8% für Kuhnert zu erreichen – nicht zuletzt aufgrund der Versprechung, im Falle eines Wahlsieges allen „nachweislich Einkommenslosen“ von Falkensee eine „Riesenparty mit Freibier, Koks und Nutten“ zu spendieren. Rechte Gruppen beeilten sich, den späten Wahlsieg Atzolds denjenigen metamenschlichen Wählern anzudichten, die aufgrund von Lichtallergien erst nach Sonnenuntergang an der Wahl teilnehmen. Der sogenannte „Lichtknick“ in der Stimmabgabe ist seit Langem in der Live-Stimmabgabe nachzuverfolgen, auch wenn die mobile Stimmabgabe Wahlen bei Tageslicht auch aus abgedunkelten Privaträumen heraus erlaubt und eine nächtliche Stimmabgabe für Lichtallergiker somit nicht mehr notwendig wäre. Özdemir und Kuhnert zeigten sich „enttäuscht“ von dem Ergebnis und einer Wahlpolitik, die es demjenigen, der mit fast 70% der Stimmen abgewählt wurde, dennoch erlaubt, sich als Repräsentant des Bezirkes auszugeben. Angeblich strengen Özdemir und Kuhnert unabhängig voneinander eine Neuwahl und/oder Strafverfahren gegen Atzold wegen Veruntreuung von Bezirksgeldern an. Atzold nannte diese Vorwürfe „lachhaft“ und Kuhnert „eine derbst unterfickte Kuh“.  

Oh, what a Night. Hab zwar vierhundert Steine bei den Wetten verloren, aber das war ganz großes Entertainment.
 Zaffke

Unterhaltsam, ja. Trotzdem: Ein schwarzer Tag für die Berliner Demokratie und die Alternative Bezirkspolitik. Den Fall Atzold wird man jetzt noch mehr als davor als bestes Beispiel anführen, warum alternative Politik keine Zukunft haben darf.
Fienchen

Was vermutlich der Grund ist, aus dem er wiedergewählt wurde. Jedenfalls hat er für diese Wahl mehr Geld in Umlauf gebracht, als er oder die Falkenseer Kasse hat. Da steckt ein Konzernsponsor hinter. Freiwillige vor, Beweise dafür zu finden!
Roter Oktober

Der Move von Rabeja stinkt ja geradezu nach Schattenarbeit. Weiß da wer was?
Russenrigger

Lena Rabeja hat doch dauernd Runner am Laufen. Sollte mich nicht wundern, wenn sie das Material seit Monaten hatte, um es dann medienwirksam ihrem Herausforderer in den Unterleib zu rammen.
Konnopke

Ganz so einfach ist es diesmal nicht. Zwar gingen eine ganze Reihe Jobs raus, Dreck über buchstäblich jeden Kandidaten zu bekommen, der größte Auftraggeber für Köpenick-Runs war aber offenbar ein Typ namens Claas Stemmer, den ich inzwischen mit einer ebenso falschen Identität des MIFD in Verbindung bringen konnte.
Tolstoi

Ich wage mal eine Wette: Atzold wird seine Amtszeit nicht überleben. Seid also vorsichtig, bei wem ihr Döner kauft.
Fienchen

[SRB] zu den Wahlen 2074

SRB ZU DEN WAHLEN 2074

:::::: Berlin :: 02. Oktober 2074 ::::::::::::::::::::::::::::::::

Zwei große deutsche Wahlen beherrschen in 2074 die Medienfeeds, von denen uns in Berlin natürlich nur eine interessiert: Die kommende Berlin-Wahl zur II. Wahlperiode am kommenden Sonntag, dem 7. Oktober 2074.

Also, dass die zurückliegende Bundestagswahl vom September in Berlin gänzlich egal gewesen wäre, stimmt so ja nun nicht. Klar: Da Berlin nur ein assoziiertes Mitglied der ADL ist, haben die Berliner bei der Bundestagswahl nicht mitgewählt. Dennoch hat man auch hier in Berlin die Bundestagswahl genau verfolgt, wusste man doch, dass die Linnheimer-Regierung aus CVP und LDFP kräftig Einfluss auf die Berliner Einigung nahm. Wie es damit nach den Verschiebungen der Bundestagswahl in Zukunft aussieht, weiß freilich keiner – in jedem Fall aber hat die Bundestagswahl in Berlin das Bewusstsein über die zuvor schon fast vergessenen oder als irrelevante Faselköpfe veralberten „West-Parteien“ neu geschärft. Mag in der ADL die wahre Macht auch im Bundesrat liegen: Im Bundestag geschieht wenn schon nicht die Willensbildung des Volkes, dann mindestens dessen öffentliche Inszenierung.
Konnopke

Dass „die Berliner“ nicht an der Bundestagswahl teilgenommen haben, ist so nicht korrekt: im Schnitt 80% der Einwohner von Berliner Konzernbezirken sind registrierte Staatsbürger der ADL, die ihr Wahlrecht ganz normal von Berlin aus wahrnehmen. Umso mehr überrascht das Ergebnis der Bundeswahl. Mich zumindest.
Fienchen

80%? Das haut niemals hin! In den Berliner Konzernbezirken sind zwei von drei Einwohnern Konzernbürger, und die haben in der ADL bekanntermaßen seit Jahrzehnten schon kein Wahlrecht mehr. Da hat die ADL ausnahmsweise mal gut gearbeitet und wenigstens der direkten Konzernmitbestimmung den Riegel vorgelegt.
Tolstoi

Aber ganz im Gegenteil: dieselbe seinerzeit eingebrachte und theatralisch durchgefochtene Wahlgesetznovellierung der Christlichen Volkspartei enthält einen spät und vor allem auf Betreiben der LDFP angefügten Kompromiss, nämlich die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für Konzernbürger. Diese lässt sich die ADL zwar bezahlen, das hindert aber die großen deutschen Konzernplayer wie S-K, den FBV oder selbst die AGC nicht, ihren Bürgern eine solche doppelte Staatsbürgerschaft zu sponsorn (unterm Strich senkt die Novellierung also vor allem den Stimmanteil von Konzernbürgern nichtdeutscher Großkonzerne, die sich den Luxus eines teuren Massensponsorings der Doppelstaatsbürgerschaft ihrer Bürger nicht leisten möchten oder können). Dass die mit doppelter Staatsbürgerschaft „beschenkten“ Konzernbürger im Vorfeld von Wahlen zugebombt werden mit gefärbter Berichterstattung und Einflussnahme auf ihre politische Entscheidung, braucht nicht extra gesagt zu werden. Mehr Infos zu dem ganzen Thema – inklusive der zweiten Hintertür für ein Wahlrecht der Konzernbürger, das an die neue CEERS-ID gekoppelt ist und vor allem von S-K auf Europaebene durchgeprügelt wird, findest du im Machtspiele Upload.
Fienchen

Natürlich wären Wahlen prinzipiell im Neuen Berlin nicht das Medienereignis, das sie anderswo sind – schließlich haben wir jedes verdammte Jahr eine Berlin-Wahl. Dafür ist die „politische Anteilnahme“ der Bevölkerung Berlins – Wiege der Policlubs! – weitaus größer als anderswo, und die Berliner Sender haben noch aus Autonomiezeiten eine auf Berlinpolitik fokussierte Programmgestaltung, die auch die kommende Wahl wieder wie ein Fußballereignis feiern wird.

Inklusive Public Viewing in der Stampe, Fanschals und Bezirksinsignien, Freibierausschank der Machtgruppen und Bambule ab der ersten Hochrechnung.
Konnopke

Hochrechnung?
Splinter

Meint: Direktausgabe der per Kommlink abgegebenen Stimmen aus den Norm- und Konzern-Bezirken, plus im Laufe der nächsten 6 Stunden bis 6 Tage nachkleckernden Stimmen derjenigen freien Bezirke, die für sich intern festgelegt haben, dass jede abgegebene Stimme geprüft und von Hand gezählt werden muss, oft sogar mehrfach. Das hat für besagte Bezirke den Vorteil, dass man noch wahltaktisch ein bisschen feintunen kann – wenn man unterstellt, dass in den freien Bezirken gemogelt wird, was natürlich ebenso völlig absurd ist, wie dass die Ergebnisse der Konzernbezirke nicht von oben diktiert wären.
Roter Oktober

Für unsere Auswärtigen und Zugereisten hier also 5 Tage vor dem großen Ereignis alles, was es zur Berlin-Wahl zu wissen gibt. Los geht’s!  

Wer die Wahl hat

DIE BERLINER URWAHL 2072. Das neue, geeinte Berlin wählte erstmals vor 2 Jahren, 2072. Während die Wahlen der Bezirksabgeordneten und den Drei Bürgermeistern Berlins im zukünftigen Normalfall jährlich unterteilt in 3 Wahlperioden mit je 3-jähriger Amtszeit erfolgten, war jene die Berliner Einigung begründende Wahl ’72 eine Ur- und Gesamtwahl in allen Bezirken gleichzeitig.

DIE ERSTE REGULÄRE WAHL (WAHLPERIODE I) 2073. Dem entsprechend hatten die Bezirksvertreter der Wahlperiode I – die schon 2073 neu gewählt wurde – eine überaus kurze Amtszeit von nur einem Jahr, und der ebenfalls 2073 erneut zur Wahl stehende Dritte Bürgermeister Koslowski ebenso. Zum Glück für die meisten Abgeordneten (und den eher blassen Koslowski) aber genügte das eine Jahr – das zudem von Übergangswehen vom alten in das neue Berliner System begleitet war – nicht, um zur sofortigen Abwahl der erst im Vorjahr berufenen Vertreter zu führen: Nicht nur blieb der Dritte Bürgermeister mit fast gleichem Wahlergebnis im Amt, unter den 7 Bezirksvertretern der Wahlperiode I gab es gerade mal eine einzige Umbesetzung, indem Alexander Sukrow in Gropiusstadt die kurz davor leider verstorbene und insofern nicht mehr zur Wahl antretende Marissa Wagner ersetzte. Zwei weitere Kandidaten hatten ebenfalls kurz zuvor ihren Rückzug „aus privaten Gründen“ verlautbaren lassen. Einen überraschend heftigen Schuss vor den Bug erhielt indes auch Milena Kilic in Charlottenburg-Wilmersdorf, die nur knapp an der Bezirksvertretung festhalten konnte: An ihr hatte sich der geballte Frust über eine viermonatige Vollsperrung der Entlastungstraverse auf dem Dach der Kurfürstendamm-Mall entladen, die aus baulichen Gründen indes unabdingbar war. 

Bis zur Wahl 2072 übrigens befand sich Berlin quasi im Fluss zwischen einem gesetzgebenden Gremium der wichtigsten Vertreter – unter Moderation und Mediation von Jandorf und Pflügler, unter anderem – hin zu einem „ordentlichen“ und repräsentativen Berliner Rat mit Ratspräsident und Erstem Bürgermeister. Der Übergang war alles andere als einfach, und einzelne, besonders uneinsichtige autonome Vertreter im früheren „Berliner Rat“ mussten mit Gewalt zur Freiräumung ihrer Sitze gezwungen werden. 

Nicht offiziell, natürlich. Aber bestimmte, zuweilen langjährige Vertreter im Berliner Rat – hier gemeint der im ostberliner „Exil“ tagende Phantastenverein, der sich auch 2070 noch immer in Gesamtkontrolle der Stadt fieberte – waren auch mit viel gutem Zureden, Geld und Nutten nicht dazu zu bewegen, ihren Platz und Anspruch aufzugeben. Im Verlauf der Jahre 2070–72 wurden die Stimmen der besonders Uneinsichtigen indes immer leiser, speziell nachdem es vor allem in deren Autos, Badewannen und Agrarkombinatshäckslern zu äußerst tragischen Unfällen und technischem Versagen kam.
Nakaira

DIE KOMMENDE WAHL (WAHLPERIODE II) 2074. Jetzt, 2074, werden die Vertreter der Bezirke der Wahlperiode II gewählt, und zugleich der Zweite Bürgermeister. 2075 wird dann die Wahlperiode III mit der vielbeachteten Wahl des Ersten Bürgermeisters und Ratspräsidenten folgen, und nicht wenige sind der Ansicht, die Wahl am kommenden Sonntag sei eine Art Probewahl auch für das 2072 begründete „System Wojenko“, der bei einer Abwahl Pflüglers seinen wichtigsten Unterstützer und Schlichter zwischen den Fronten verlieren könnte.

Nochmal in kurz, für eilige Leser: Die 21 Berliner Bezirke sind in drei „Wahlperioden“ zu je sieben Bezirken gruppiert. In Wahlperiode I werden die Vertreter der ersten sieben Bezirke plus der Dritte Bürgermeister gewählt, in der Wahlperiode II erneut sieben Bezirksvertreter sowie der Zweite Bürgermeister und in der Wahlperiode III die letzten sieben plus der Erste Bürgermeister. 2072 fand eine Urwahl aller Bezirke statt, 2073 fand die erste reguläre Wahl (I/3. Bürgermeister) statt, 2074 haben wir II/2, 2075 folgt III/1, danach geht es 2076 mit I/3 von vorne los.
Cynic

Der Vollständigkeit halber: Wahlperiode I sind die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (Norm), Gropiusstadt (Frei, Vory-dominiert), Marzahn-Hellersdorf (Frei, Vory-dominiert), Oranienburg (Frei, BGS-dominiert), Reinickendorf (Norm), Aztech-Schönwalde (Konzern, Aztech) und Tegel (Konzern, Z-IC), Wahlperiode II sind Falkensee (Frei, mikroferal), Köpenick (frei, dominiert von Kommunisten, EMC und Shiawase (ja, sowas gibt’s)), Mitte (Konzern, FBV), Pankow (Frei, Altanarchistische Hochburg), Prenzlauer Berg (Konzern, Renraku), Spandau (Norm, mit starkem Aztech- und Psi Aid-Einfluss) und Tempelhof (Konzern, S-K), und Wahlperiode III sind Groß-Siemensstadt (Konzern, AGC), Potsdam (Norm, mit starkem Einfluss von Preußenstiftung und z.T. noch Draco Foundation), Schönefeld (Norm, mit starkem Einfluss von Messerschmitt-Kawasaki), Zehlendorf (Norm, Graue Wölfe gegen Proteus und Evo, das wird spannend), Strausberg-Fredersdorf (Norm), Friedrichshain-Kreuzberg (Frei, unüberschaubarer Wust von Machtgruppen, starker Einfluss der Schiiten) und Lichtenberg (Frei).
Konnopke

Wenn vollständig, dann richtig. Anbei unten der Status Quo der Bezirksvertreter vor der kommenden Wahl, plus der Hinweis, dass im Berliner Rat neben den gewählten Bezirksvertretern auch einige weitere Vertreter sitzen, die zwar „nur“ beraten, das aber durchaus mit Nachdruck: Dies sind aktuell die Vertreterin der Berliner Industrie, Olga Schoel (Messerschmitt-Kawasaki), die Botschafterin der ADL, Dr. Isabelle Jandorf (Preußenstiftung), Oberstleutnant Bettina Lange als Vertreter der Bundeswehr und des ADL-Verteidigungsministeriums, sowie nicht zuletzt die Vertrerin des Bundesamtes für Hermetik und Hexerei Dr. mag. Marlon Zienterra.
Tolstoi

Niemand mag Klugscheißer.
Nakaira

Das sagt die Richtige.
Cynic

Wie immer.
Nakaira

Im extremen Fall – den niemand wirklich erwartet – könnte sich sogar das politische Schicksal von Berlins Erstem Bürgermeister Yilmaz Wojenko am kommenden Sonntag entscheiden: Dann nämlich, wenn Wojenko als Bezirksvertreter des Norm-Bezirkes Spandau trotz Deckung von Psi-Aid und Schützenhilfe von Aztechnology nicht wiedergewählt wird.

In diesem Fall bliebe Wojenko zwar bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters 2075 im Amt, könnte aber für den Rest seiner Amtszeit im Berliner Rat nicht mehr für seinen Bezirk stimmen und 2075 selbst dann nicht erneut zur Wahl des Bürgermeisters antreten, wenn 100% der Berliner ihn gerne im Amt behalten würden (was natürlich absurd ist – Wojenkos aktuelle Zustimmung in der Gesamtberliner Bevölkerung bewegt sich den unterschiedlichen Meinungsforschungsinstituten, Politagenturen und Vote Forecasts zwischen 35% (Sender Freies Berlin, Linksalternativ) und höchstens 56% (Spandauer Volksblatt, Eigner: Aztechnology)).

Aber gehen wir die Kandidaten und ihre aussichtsreichsten Herausforderer im Einzelnen durch:

Falkensee

Wie GNB bereits vor einiger Zeit [HIER] feststellte, gehört Falkensees Bezirksvertreter Steffen Atzold zu den wenigen, die am Sonntag um ihr Mandat bangen müssen:

Falkensee ist bankrott, und Lichtblicke am Ende des Tunnels gibt es keine. Unter diesen Vorbedingungen hätte nicht einmal ein engagierter und fähiger Politiker etwas zum Besseren wenden können. Und Atzold war kein engagierter und fähiger Politiker. Stattdessen gilt der glatzköpfige Endvierziger und Langzeitarbeitslose als korrupt bis ins Mark und so schmerzfrei, was seine öffentliche Wahrnehmung angeht, dass er sich nicht einmal die Mühe macht, seine Abgreifmentalität zu kaschieren.

Stattdessen hat Atzold die zwei Jahre seiner verkürzten Amtszeit bestmöglich dazu genutzt, maximalen Profit zu erzielen: Hier ein eilig durchgewunkenes Bauvorhaben, dort eine Zulassung für einen neuen Müllplatz, hier ein vollmündig als zukunftsweisendes Infrastrukturpaket geschöntes Bauprojekt für seit Neuestem mit ihm befreundete Unternehmer und dort Fördergelder für einige der von Atzold protektionierten Kampfsport- und KampfHUNDvereine – das sind die ruhmlosen Endergebnisse seines Wirkens.

Paradoxer Weise steigen Atzolds Popularitätswerte im Bezirk, je unverblümter und frecher er auftritt: Je mehr die Medien sich im Hinblick auf die bevorstehende Wahl gegen diesen „Berliner Schandfleck“ in Stellung bringen – womit abwechselnd mal Atzold und mal das zunehmend mikroferale Präkariatsghetto Falkensee gemeint ist – desto mehr stellen sich die desillusionierten und vom Berliner Aufschwung ausgegrenzten Falkenseer hinter „ihren Mann Atzold“.

Atzolds aussichtsreichster Herausforderer im Bezirk ist Dönerspießproduzent Aslan Özdemir, der erst in diesem Jahr eine große Fabrik für Mischfleisch- und Sojaspieße mit 400 Arbeitsplätzen in Falkensee eröffnete. Özdemir ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Spross eines alteingesessenen Berliner Dönerimperiums, das mit einigen Blessuren die Dönerkriege in den Sechzigern überlebte, ohne – soweit man weiß – in das Produktions- und Vertriebsnetz der Grauen Wölfe integriert zu werden. Die gewalttätigen Konflikte seiner Kindheit und Jugend sind an dem heute 52-jährigen keineswegs spurlos vorbeigegangen, und mit einigem Stolz umgibt sich der „Döner-Löwe“ Aslan mit martialischen Bodyguards und gepanzerten Geländefahrzeugen, soll sogar mehrere Söldner aus zerfallenen Armeen des Nahen Osten unter Vertrag haben.

Seinem Auftreten und Don-haften Gebaren zum Trotz hat Aslan Özdemir alles andere als Sympathien zum organisierten Verbrechen und weist Vorwürfe, er selbst sei das Oberhaupt einer verbrecherischen Drücker- und Schutzgeld-Clique, weit von sich: Der vierfache Familienvater und gläubige Muslim macht sich vielmehr dafür stark, Berlin vom „Krebsgeschwür der Wölfe, Vory und anderen Banden“ zu befreien, und bietet als Alternative zu Perspektivlosigkeit und hohlem Protest „Bescheidenheit und ehrliche, harte Arbeit“.

Laut Ansicht der Berliner Wettbüros, wo man traditionell auf den Ausgang von Berliner Wahlen und anderen Abstimmungen und Verhandlungen in den Kiezen der Spreemetropole wetten kann, wird es Özdemir mehr als Atzold gelingen, seine Anhänger zur Abgabe einer gültigen Stimme bei der Wahl zu bewegen.

Offen bleibt der Ausgang nicht zuletzt wegen Friederike Kuhnert von der neu gegründeten USPD Falkensee, einem der ersten Vorstöße der gesamtdeutschen Partei auf Berliner Boden. Die Sozialkundelehrerin und Pastorentochter Kuhnert macht sich für staatliche Hilfen Deutschlands für Berlin und Berlins für Falkensee stark, setzt auf stärkere Beteiligung der Reichen und Superreichen – Bürgern wie Unternehmen – an der Behebung von Armut und Missständen in Deutschland und umgibt sich mit dem Nimbus, über die große linke Volkspartei USPD „Hilfe von außen“ für Falkensee mobilisieren zu können.

In den letzten Umfragen liegt Kuhnert deutlich hinter Özdemir zurück, könnte diesem aber just genug Stimmen stehlen, um Atzold im Amt zu halten. Verlierer wären in diesem Fall in jedem Fall die Falkenseer, denn es gilt als ausgeschlossen, dass BERVAG oder Berliner Rat unnötig Hilfsgelder nach Falkensee pumpen werden, die dann in den Taschen von Atzold und seinen Freunden versickern.

Köpenick

“Der Kampf gegen das globalisierte Konzernkapital ist schon ohne Personaldebatte schwer zu gewinnen”, sagte bereits im April der exilrussische kommunistische Schriftsteller und Rabeja-Vertraute Tichonow: “Die Kandidaten, auf die sich die Policlub- und Parteispitze 2070 geeinigt haben, sind für die kommenden 10 Jahre gesetzt, und möglicher Weise länger”.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Lena Rabeja schon jetzt als bleibende Köpenicker Bezirksvertreterin nach der Wahl gehandelt wird. Gegenteilige Einflussnahmen könnten im stammkommunistischen Köpenick allenfalls von Seiten der dort aktiven Großkonzerne EMC und Shiawase kommen, EMC aber scheint kein aktives Interesse an der Gestaltung der Bezirkspolitik zu haben, und seit Rabeja mehrere Charity-Einladungen und Orts-Einweihungen von Shiawase mit ihrem Besuch beehrte, sind frühere Gerüchte einer Beziehung zwischen der Kommunistin und dem Urkapitalisten praktisch offiziell bestätigt worden.

Dass es darob keinen Aufschrei der Empörung in der Köpenicker Kommunistenszene gibt, scheint indirekt durch die Vorfälle in Dubai und die seitdem anhaltende Serie von Vorfällen, Rückrufaktionen, Lieferungsengpässen und anderen Folgen von Schattenläufen und Sabotage im Hause Saeder-Krupp begründet: Während der Konzern des goldenen Drachens in seinen Betriebsabläufen ganz eindeutig gestört und abgelenkt ist – sei es durch tatsächliche Übergriffe der Drachin Hestaby und deren Getreuen, sei es durch die wachsende Anti-Drachen-Stimmung im Land, sei es durch Feindkonzerne, welche die aktuelle Schwäche als Chance wittern und ein wahres Sperrfeuer schwarzer Operationen gegen den weltgrößten Konzern entfesseln – gilt der „good citizen“ Shiawase als möglicher Partner, Berlin aus dem Griff von Goldschuppe zu befreien.

Während Shiawase wie EMC peinlich darauf bedacht sind, in Köpenick politisch unsichtbar zu bleiben („Wir produzieren hier nur, schaffen Arbeitsplätze und fördern Schulen, Altersheime und andere wohltätige Einrichtungen, bitte weitergehen“), sind die einzigen Gegner Lena Rabejas denn konsequenter Weise radikale Kommunisten, die sich an die von Tichonow genannte Vorgabe der „Policlub- und Parteispitze“ nicht gebunden fühlen – sprich: selbst eine Benennung als Vertreter der Bewegung anstreben.

Zu diesen gehören der gebürtige Warschauer Andrzej Slupinski – aus Sicht der Köpenicker Kommunisten ein ewiger Querulant und leider genialer Querdenker, dessen ewigen Kritteleien durchaus gute Ideen entspringen und der sich darob einiger Anerkennung erfreut – sowie die gealterte Professorin für Politikwissenschaft und Geschichte an der früheren Berliner Universität Isabelle Vesely-Barchmann, bei der die Hälfte der kommunistischen Intelligenzija Berlins ihr politisches Basiswissen gewonnen hat.

Während Slupinski sich offen zur Wahl als Gegenkandidat angeboten hat, bescheidet sich Vesely-Barchmann bislang darauf, „die mahnende Stimme des kommunistischen Gewissens“ zu sein, das selbst dann nicht „den Pakt mit dem kapitalistischen Teufel“ eingehen dürfe, wenn dies kurz- bis mittelfristig vorteilhaft für die Erlangung der Ziele sei. Ob sie am Wahltag doch auf der Liste der Kandidaten auftaucht, ist gegenwärtig noch immer offen.

Nicht unerwähnt bleiben soll zudem Clemens Streußner, seines Zeichens „politisch unabhängiger“ Köpenicker Unternehmer und Betreiber einer der vielen Berliner Kleinbanken, die in den Jahren der Anarchie das Wirtschaftsleben der Stadt künstlich beatmet haben. Der wirtschaftsliberale Gegner des Kommunismus lebt auf einer Hausyacht mit sensationell ausgebauter Sensoren-, Sende- und Computerzentrale und gilt als einer der wichtigsten Infobroker und Strippenzieher der alternativen Berliner Wirtschaft.

Seine Aussicht auf Erfolg ist schwierig einzuschätzen: Einerseits sind die Köpenicker Kommunisten von allen Machtgruppen die eindeutig stärksten, andererseits ist zu erwarten, dass die anderen Splittergruppen ihre Wähler dazu anhalten, Streußner als „Kandidaten gegen die Kommunisten“ zu unterstützen.

Mitte

Nach zwei durchaus spannenden Alternativen Bezirken winkt in Mitte das genaue Gegenteil: Trotz zuletzt wachsender Kritik an seiner offenen Zurschaustellung von Sympathie für die rechtsextreme PNE wurde Dr. Alexander Schmidt erwartungsgemäß wieder als Kandidat vom FBV aufgestellt, und damit ist die Wahl eigentlich ausgemacht.

Für eine Überraschung kann allenfalls noch ein hohes Ergebnis von 15% oder mehr für Dr. Paul Zöller vom Berliner Bankenverein sorgen, dem vehementesten Kritiker an Schmidts braunem Flirt: Eine Krähe hackt der anderen zwar kein Auge aus, aber eine deutliche Stimme für Zöller würde von den auf Ansehen und Seriösität gebügelten Berliner Bankkreisen als wichtiges Signal gegen FBV-Mann Schmidt verstanden werden.

Tatsächlich findet sich bei einigen Berliner Buchmachern die Wettoption, auf einen Rücktritt Schmidts infolge eines hohen Ergebnisses für Zöller zu setzen, womit jener dann – trotz „verlorener“ Wahl – der neue Bezirksvertreter von Berlin-Mitte wäre.

Realistisch ist diese Option freilich nicht besonders: Zöller ist Berliner Vorstand der europäischen Vorzeigebank Hildebrandt-Kleinfort-Bernal, deren Eindringen in den Berliner Wirtschaftsraum den FBV auch ohne weitere Vorfälle zur Weißglut treibt.

Dennoch: Das Pokern um den Bankplatz Berlin – DAS Projekt des Berliner und auch NEEC-Großkapitals und zentraler Baustein für Berlins Zukunft als Wirtschaftsort und Drehscheibe – hat seit der Berliner Einigung eine neue Qualität erreicht, und die Schatten der Stadt schwemmen förmlich auf von kleinen und großen, oftmals zusammenhanglos wirkenden Jobs, durch welche die konkurrierenden Großbanken sich in Position für ihre zukünftige Rolle und Stellung im Berliner Bankrenspiel bringen.

Pankow

Die Wahl wird in Pankow wohl schnell entschieden, aber zuallerletzt fertig ausgezählt sein: Der Bezirk mit den rigorosesten internen Bestimmungen gegen Wahlmanipulation und Abstimmungsbetrug führt exakt zwei Kandidaten auf der Liste: den amtierenden Bezirksvertreter Wladimir Igorewitsch Bronstein und dessen Schwiegersohn Wanja Besúchow, dem die Rolle als Feigenblatt von Opposition zugedacht ist.

Prenzlauer Berg

Renraku hat mittlerweile per Presseerklärung bekanntgegeben, dass Takeshi Ozu zum kommenden Sonntag die äußeren Vertretungspflichten der Bezirksverwaltung gegenüber dem Berliner Rat übernehmen wird. Diese klare Absage an die sonst von den Berliner Konzernen betriebene Scharade angeblicher Wahlen kann als Brüskierung verstanden werden, wird allerdings von Renraku förmlich weggelächelt: Ichiro Koizumi stehe „infolge seiner privaten Entscheidung dazu“ nicht länger als Vertreter zur Verfügung, daher sei Ozu nicht nur die natürliche, sondern die tatsächlich einzig sinnvolle Wahl.

Spandau

Alle Augen ruhen bei der kommenden Wahl einerseits auf der Wahl des Dritten Bürgermeisters und andererseits auf dem Ergebnis des amtierenden Ersten Bürgermeisters Yilmaz Wojenko in seinem eigenen Bezirk, Spandau. Trotz kräftigen Schönschreibens der kaum messbaren Verbesserungen der Spandauer Situation seitens des Aztech-eigenen Propaganda-Newsfeeds „Spandauer Volksblatt“ ist Wojenko in seinem eigenen Bezirk durchaus nicht unumstritten:

Zu viel Repräsentanz, zu viel Schischi, zu viel Agieren außerhalb Spandaus, zu wenig Bearbeitung der dringenden Aufgaben im Bezirk – das sind die zentralen Vorwürfe, die man Wojenko zu Recht oder Unrecht macht. Umgekehrt sind selbst die Spandauer aber mit Wojenko in seiner Eigenschaft als Erstem Bürgermeister recht zufrieden – auch deshalb, da man weiß, dass man bei einem Ersten Bürgermeister aus einem anderen Bezirk möglicher Weise gar keine Rolle mehr spielen würde.

Hilfe aber braucht Spandau – und hier sowohl die desolate Mitte und kaputtgebaute, von Wolkenkratzergerüsten überragte Altstadt des Bezirkes, als auch das heruntergekommene Arbeiterviertel Gatow und die Betonwüste Staaken, die fließend in das Elend von Falkensee übergeht. Aztechnology hat sich mit Aztech-Schönwalde das „Sahnestück“ aus „ihrem“ Bezirk herausgeschnitten – der Rest des Bezirks war schon vor der Berliner Einigung aufgegeben worden, als klar wurde, dass der Traum von Berlin als glitzernde Konzernstadt nicht zu halten war.

Kein Wunder eigentlich, dass Wojenko wenig Lust hat, im schäbigen Rathaus Spandau umgeben von halbfertigen Hochhausruinen zu arbeiten, wo er praktisch nonstop zu wichtigen Anlässen in die feinsten Lokalitäten Berlins geladen wird – wenn er denn in Berlin ist, denn seine Position als wichtigster Repräsentant der Spreestadt führt ihn immer wieder fort, nach Hannover, nach Essen, nach Brüssel, London, Paris, auch Übersee (gerade erst kommt Wojenko von einer Asien-Reise aus Tokio zurück, zu der Berlin bereits seit 1994 eine Städtepartnerschaft unterhält).

Als Alternativen zu Wojenko bietet sich neben einigen allerdings chancenlosen Krawallmachern aus den autonomen Nachbarschaften wie der Lynarstraße und Eiswerder vor allem die Geschäftsfrau und „Ex“-Hackerin Doris „Yori“ Floricic an, deren 2069 neu gegründete „masterControl Agentur für Netzüberwachung“ nach erfolgreichem BERVAG-Pitch zu den erfolgreichsten Berliner Privatunternehmen zählt: Für verhältnismäßig wenig Geld übernahm Floricic den unvollendeten „Obelisken“, einen Spitzdachbüroturm am Havelufer auf Höhe der Spandauer Altstadt, der in seinem schäbigen Äußeren ein noch von Aztech eingebautes, hochmodernes Lichtfasernetz für die zukünftige Havelmetropole Spandau beherbergte – inklusive im Boden versenktem Rohbau zur Unterbringung eines Datentresors und einer Serverfarm. Ausgestattet mit ihren Fähigkeiten, neuer Tech und wenig Nachweisen, woher ihr Geld für all das kommt, ergatterte die international bestens vernetzte Yori den Job, die Berliner Matrix im Zuge des global beobachtbaren „Netzüberwachungswahns“ durch permanente Security Scans „sicherer“ zu machen.

Als Selfmade-Frau mit just der richtigen Mischung aus Rebellion und Profitsinn stehen Floricics Chancen gar nicht schlecht, es in Berlin weit zu bringen – ob allerdings schon bei dieser Wahl, muss bezweifelt werden: Die Unternehmen fürchten, sie könnte eine Hackerin sein, die in Berlin den größten Heist aller Zeiten plant. Die Anarchos fürchten, Yoris Insiderwissen über die Methoden, Denkweisen und auch Netzwerke der Hacker könnten dazu führen, dass Berlins Matrixnetz tatsächlich effizient gesichert wird – kein angenehmer Gedanke.

Tempelhof

An Dr. Franziska Landolts Wiederberufung zum Bezirksvertreter gibt es nicht den geringsten Zweifel – Saeder-Krupp führt auch keinen Alternativkandidaten an, sondern weist stattdessen aus, eine „interne Arbeitsgruppe“ habe sich „nach intensiven Audits, Rücksprachen und runden Tischen mit allen Konzernbürgern“ darauf verständigt, Landolt „ohne Vorbehalt“ das Vertrauen auszusprechen, ihre „exzellente Arbeit“ „gerade in schwierigen Zeiten“ fortzuführen.

Tatsächlich scheint S-K so interessiert daran, Landolt lebendig im Amt zu halten, dass deren bereits hohe Sicherheit nochmal massiv aufgestockt wurde: Man möchte Attentätern, Saboteuren und Runnern eindeutig keine Gelegenheit bieten, diesen Aspekt der S-K Geschäfte Berlins zu stören, Hestaby und Drachenhass hin oder her. 

Bei ihren wesentlich spärlicher gewordenen Auftritten seit Ausbruch des „Drachenkrieges“ wurde Landolt von 6 S-K Wachen in Vollrüstung sowie mindestens 2 hochrangigen Konzernmagiern flankiert. „Gut unterrichtete Schattenkreise“ wollen zudem wissen, dass S-Ks Frau im Rat auch durch Tarnungen, kybernetisch verlinkte Doppelgänger, Unsichtbarkeitszauber und Ähnliches geschützt werde. 

Der Zweite Bürgermeister

Morek Pflügler hat bedingt durch sein unglückliches Einschreiten beim „Kiezpolizei-Skandal“ im alternativen Berlin dort massiv Zustimmung verloren, auf Konzernseite und bei der gemäßigten Mitte aber erneut Anerkennung gewonnen.

Weder Ersteres noch Letzteres hilft ihm in seinem Heimatbezirk Lichtenberg, aber dieser gehört nicht zur Wahlperiode II, insofern ist dies für den Moment und trotz allem medieninszenierten Geunke um eine mögliche „Abwahl“ des Mitschöpfers der Berliner Einheit völlig egal:

Der Zweite Bürgermeister wird berlinweit gewählt, quer durch alle Schichten, Parteien, Fraktionen und Gruppen, und es gibt wenig Personen, die im Schnitt all der unterschiedlichen Berliner Kreise und sozialen Schichten so viel Unterstützung (und Bekanntheit) haben wie der umtriebige Pfarrer, Schlichter und frühere Ausdeuter der Berliner Sokaren.

So versuchen denn die Gegenkandidaten Pflüglers sich mehr oder weniger erfolglos über Wahlkampfthemen wie die vieldiskutierte „Naziarchitektur„-Debatte oder das ewige Thema „Horizontaltangente“ zu profilieren – unterm Strich wird es ihnen wenig nützen. 

Zwar lag S-K Frau Landolt eine ganze Weile weit vorne bei den Buchmachern, indessen hat sie vor dem Eindruck wachsender Spannungen und Vorbehalte gegen den S-K Präsidenten einer spekulativen Kandidatur längst öffentliche Absage erteilt.

Somit rückt in der Tabelle schon die Nummer 3 nach, noch im Juni gehandelt mit Erfolgsaussichten von 1 zu 700, inzwischen auf 1 zu 2.600 abgerutscht: Allenfalls Milena Kilic traute man es noch zu, einige Anerkennungspunkte gegen Pflügler zu erzielen – bis die erneute Entlastungsstraßensperrung als Sommerlochthema 2074 auch diese Hoffnung zerschlug. 

Spannend bleibt der öffentlich geführte Streit um die Themen Berliner Mega-Bauwerke und Tangente trotzdem:

Beide Themen haben den Punkt gemein, dass die alternativen Vertreter gerne Verträge und Beschlüsse nochmal neu diskutieren und beschließen möchten, welche die Konzernregierung vor der Berliner Einigung gefällt/in Auftrag gegeben hat.

Kerngegenargument der Konzerne dabei ist, dass deren „legitimer Berliner Rat“ (und die BERVAG, damals in anderer Rechtsform) gültige und bindende Verträge geschlossen hat und eine Änderung/Auflösung erhebliche Konventionalstrafen und Mehrkosten nach sich ziehen würde, die dann ganz Berlin zu tragen hätte.

Gegenargument der Alternativen ist, dass die Verträge durch die Konzerne geschlossen wurden und dem entsprechend auch nur durch diese zu bezahlen wären.

Das abendliche Unterhaltungsprogramm ist also bis Sonntag garantiert. 

Viel Text, wenig Kommentare – habt ihr Biofeedback-Überladung?
Corpshark

Nein, nur Lags ohne Ende, und ich hab grade drei Verteilerknoten durch Überlastung verloren. Im Vorfeld der Wahl ist der Traffic in der Kabelmatrix im tiefroten Bereich – da kackt unser System schonmal ab. Gib mir 10 oder 20 Stunden zum werkeln, dann laden die Kommentare und hoffentlich auch die bereits eingefügten Errata nach.
Tolstoi

<<< PING LOST >>>

 

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