Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

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Quo vadis Berlin – Schicksalswahl mischt Karten neu!

WOJENKOS HEIMBEZIRK GEHT AN ANARCHOS, SCHWERVERLETZTER SCHMIDT DURCH ZÖLLER ERSETZT, PFLÜGLER ERNEUT IM AMT BESTÄTIGT

Die Berliner Herbstwahl 2077 ist vorbei. Endlich, möchte man sagen, denn damit finden 5 Wochen voller Unsicherheit, brennender Wettbüros, Verschwörungstheorien und Proteste in der zerrissenen Stadt ihr vorläufiges Ende. Oder zumindest ist das die allgemeine Hoffnung der Stunde.

Zur Erinnerung: Das Unheil begann, als der wegen seiner offenen Verbindungen zur PNE und anderer rechten Gruppen seit Jahren umstrittene Vertreter des Bezirks Mitte, Dr. Alexander Schmidt, kurz nach Übertragung der Live-Stimmeneingabe bei Freischaltung der Kommlinks und damit zeitgleicher Veröffentlichung der wichtigsten Wettquotenfeeds am Wahlsonntag des 3. Oktober von dem linksautonomen Ork Fabian „Halal“ Akansu auf seiner privaten Wahlparty mit elf Schüssen niedergestreckt wurde. Als der vermeintliche „Tod“ über die üblichen Blogs und Blitzfeeds verbreitet wurde, brachen binnen kürzester Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt Unruhen aus: Rechtsradikale und Metamenschenhasser ließen ihrem Zorn freien Lauf, Linke und Metamenschenaktivisten formierten den Widerstand, während andere Linke und Metamenschenaktivisten einen weiteren „Tag der Abrechnung“ herangekommen sahen und gegen bekannte „Fascho-Kieze“ losschlugen. Vor allem aber gerieten jene außer sich, die – wie in Berlin seit der Einigung zunehmend üblich – ein kleines oder auch größeres Vermögen auf den Wahlausgang gesetzt hatten, und die sich durch die radikal neue Situation um ihre Gewinnchance geprellt fühlten (ein Sieg des einzig relevanten und seit Jahren erfolglosen Gegenkandidaten Dr. Zöller vom Berliner Bankenverein galt als extrem unwahrscheinlich).

Als im Laufe des Tages die Stimmung in der Stadt zunehmend hochkochte – und längst nicht klar war, was die Ursache, geschweige denn das Krisenpotenzial der diversen Einzelkonflikte war – unterbrach Yilmaz Wojenko in seiner Eigenschaft als Hauptgeschäftsführer des Berliner Verwaltungskonzerns BERVAG „vorübergehend“ die Wahl, um Sicherheitskräften und dem Berliner Rat die Möglichkeit zu geben, die Situation zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Durchführung einer geordneten Wahl zu ergreifen.

 Den Aspekt hab ich immer noch nicht gerafft. Ich meine: Okay, Wojenko war– ist – erster Bürgermeister und als solches HGF/CEO der BERVAG. Aber wie hat er als solcher die Wahl stoppen können – und vor allem: Warum hat er es nicht als Bürgermeister getan?
 Phazor

 Das ist tatsächlich ein bisschen schwer zu verstehen, und mehr als nur ein wenig problematisch. Die Kurzversion lautet: Weil niemand, auch und erst Recht nicht der Bürgermeister – egal ob Erster, Zweiter oder Dritter – in Berlin das Recht hat, eine Wahl zu beenden, zu unterbrechen, zu verschieben oder auch nur in einem winzigen Nebenaspekt zu beeinflussen. Gleichzeitig hat aber der Verwaltungskonzern – unser aller BERVAG – die Pflicht (und jedes dazu notwendige Recht) den Frieden in der Stadt zu erhalten. Und ganz besonders dann, wenn „politische“ Systeme versagen, also der Berliner Rat keine Einigkeit erlangt oder eine Situation sofortige Maßnahmen erfordert. Wojenko hätte als Bürgermeister rein gar nichts machen können – als HGF der BERVAG hingegen konnte er den technischen Abbruch des überwiegend per Online-Wahl stattfindenden Wahlprozesses veranlassen, und das mehr oder weniger problemlos.
 Fienchen

 Wie – und da ist kein anderer der drei Bürgermeisterdeppen, kein Ratsmitglied und kein Krisenausschuss zwischengeschaltet?
 Headcase11

 Doch, natürlich. Aber eben nicht effektiv. Wojenko musste, ehe er die Wahl effektiv stoppen ließ, den Rat bzw. mehrere, voneinander unabhängige Krisenentscheider informieren und um deren Weisung ersuchen. Nur wenn diese keine Einigung erzielen – in einer „der Krise angemessenen“ Zeit, wohlgemerkt – hat er Handlungsfreiheit. Und natürlich gab es keine Einigkeit dazu, wie man mit der Situation umgehen soll. Ich will nichtmal sagen, dass Wojenko sich das so ausgerechnet und gewünscht hat – dem wäre es WEIT lieber gewesen, seine Entscheidung zum Wahlabbruch wäre durch den Rat oder seine MitBMs gedeckt gewesen – aber so lief es halt nicht.
 Fienchen

 Wie kann denn AUSGERECHNET in Berlin ein solches Humbug-System existieren, dass einem Einzelnen derart viel Macht gibt?
 Headcase11

 Sieh es mal so: 90% des Berliner Betriebes ist darauf aufgebaut, dass jeder sein Sonderrecht bekommt, jeder Freak gehört wird, jeder Kiez sein Vetorecht hat. Unterm Strich ist die Berliner Einigung ein reines Verhinderungssystem, das nur dadurch „fair“ ist, dass niemand bekommt, was er will, aber jeder in seinem Gebiet in Ruhe gelassen wird. Nun, und damit aber eben nicht das totale Chaos ausbricht – schließlich gibt es da dieses seltsame Interesse der Berliner Konzerne (und, oft übersehen, das professionelle Geschäftsinteresse des kontinuierlich stärker werdenden organisierten Verbrechens, das mehr und größere Produktions- und Verteilerzentren in Berlin aufbaut) an Frieden und Geschäftsfähigkeit – ist die BERVAG komplett als Failsafe gestrickt: Wann immer die politischen Systeme versagen, kann, soll und muss die BERVAG dafür sorgen, dass das „Business as usual“ weitergehen kann. Vereinfacht gesagt: In der Berliner POLITIK geht nur was, wenn es eine überwältigende Mehrheit dafür gibt. In der Berliner VERWALTUNG geht ALLES, sobald es KEINE Mehrheit in der Berliner Politik gibt. Und die Folge dieser Bauweise wird von Jahr zu Jahr immer offensichtlicher.
 Fienchen

 Und ehe jetzt wer auf die Barrikaden gegen den bösen Berlinkonzern geht sei auch das gesagt: Die BERVAG ist ein Konzern öffentlichen Rechts, der den BERLINERN gehört. Ja, das macht es weit schwieriger, Widerstand gegen ihn zu organisieren, und auch das ist natürlich volle Absicht der Freimaurerilluminatenelfendrachen, die hinter den Mauern der BERVAG an der Gleichschaltung aller Seelen der Welt arbeiten *Ironie off*
 Nakaira

 Nebenfrage: Was ist nun eigentlich wirklich aus Halal geworden? Es gibt widersprüchliche Berichte…
 Konnopke

 Das ist eher unspektakulär: Halal war (wie überhaupt sämtliche anwesende Metas) als Kellner auf der Wahlparty. Nachdem er seine Schüsse abgegeben hatte, ist er von der Security vor Ort (SS natürlich) in kürzester Zeit erschossen worden. Gerüchte, dass er überlebt hätte, sind reines Wunschdenken bzw. Verschwörungstheorie.
 Tolstoi

 Naja, von Schmidt hieß es auch ne ganze Weile er sei tot, gell? Und was immer mit Halal geschah, ist in jedem Fall schwer verdächtig: Wurde er sofort erschossen, wollte ihn jemand ganz offenbar mundtot machen, um zu tarnen, wer seine wahren Auftraggeber waren. Wurde er hingegen lebend vom Tatort weggebracht, war das entweder Teil des Plans des Auftraggebers, oder Schmidts Leute werden herausbekommen wer die Hintermänner sind und gegen diese losschlagen.
 Isfet

 Dass Halal einfach nur ein Einzeltäter war, der ein verschissenes Nazikapitalistenschwein umpusten wollte, ist wohl keine Option, was?
 Antifa

 Da gibt es angesichts des Umstandes, dass Schmidt überlebt hat, noch andere Optionen. Etwa die, Schmidts Credibility als tötenswert wichtigen Naziführer zu untermauern/ihn zum gerade so eben verschonten Märtyrer aufzubauen und Munition gegen Diebeschmarotzerterroristenvergewaltigermörderorks zu generieren.
 Nakaira

Nach Abbruch der Wahl fanden auf verschiedenen Ebenen – und vor allem im Berliner Rat – Gespräche zum weiteren Vorgehen statt. Parallel wurde publik, dass Dr. Schmidt das heimtückische Attentat zwar überleben würde, er aber zugleich so schwer verwundet wurde, dass seine weitere Wahlteilnahme und eine etwaige Amtsausübung im Falle seiner Wahl gänzlich ausgeschlossen wäre. So informiert, konnten die Berliner Buchmacher ihre Quoten anpassen, die meisten Wettenden erhielten ihr Geld zurück und konnten heute, fünf Wochen später, ihre Wette und, sofern sie in einem der betroffenen Bezirke registriert sind, ihren Wahlentscheid neu treffen.

Wie schon bei der letzten Wahl der Periode II stand der Entscheid in Tempelhof und Prenzlauer Berg am Schnellsten fest: In beiden Bezirken war der Vertreter bereits vorab durch konzerninterne „Wahl“ bestimmt und bekannt gegeben worden: Demnach bleiben Dr. Franziska Landolt für Saeder-Krupp in Tempelhof und Takeshi Ozu für Renraku im offiziell gerade zu Renrakusan umbenannten Bezirk Prenzlauer Berg im Amt.  

Ebenso schnell war die Wahl zum Zweiten Bürgermeister entschieden, bei der – ebenso in Kopie der Wahl von 2074 – Morek Pflügler innerhalb kürzester Zeit uneinholbar nach vorne schnellte, um am Ende sein bisher bestes Wahlergebnis von berlinweit 88,9% der Stimmen einzufahren.

Dass trotz leicht nachlassender Popularität sowohl Wladimir Igorewitsch Bronstein in Pankow und Lena Rabeja in Köpenick ihr Amt verteidigen konnten, vermochte niemanden zu überraschen. 

Spannend blieb es im Laufe des Wahltages in Falkensee, wo sich am Ende aber doch „Dönerkönig“ Aslan Özdemir gegen seine insgesamt 14 Herausforderer mit solider Mehrheit durchsetzen konnte.

Unbenannt

Ohnehin aber hatte es seit dem Anschlag auf Schmidt nur zwei Themen gegeben, welche die Gemüter der Berliner erregen und die Beruhigungsmitteldealer der Buchmacher zu neuen Rekordeinnahmen bringen konnten: Der Ausgang der Wahl in Mitte und Spandau.

Da unklar blieb, ob und wenn ja wann Dr. Alexander Schmidt sein Amt antreten könnte, brachen in den Wochen vor der Wahl seine Werte immer weiter ein. Befeuert wurde diese Entwicklung nicht zuletzt davon, dass die PNE sich dazu entschloss, einen eigenen Kandidaten, Bernhard Schäfer, ins Rennen zu schicken. FBV-seits bestanden zwar in Gestalt der CVP-nahen Henriette Bahr und der unparteiischen Gabriele Siegert gleich zwei „hauseigene“ Ersatzbewerber, von denen aber keine „offiziell“ als Vertreterin der FBV-Interessen auf den Plan trat. Ganz im Gegenteil hatte man bereits vor der Wahl, also noch zu Zeiten, als Schmidt sich bester Gesundheit erfreute, andeuten lassen, dass der FBV insgesamt eher unglücklich über das (partei-)politische Engagement von Konzernangehörigen sei. Man wünsche sich beim FBV „etwas weniger politisches Scheinwerferlicht“, wie sich die Quelle „Node“ unlängst auf Corpleaks äußerte. Insgesamt ist somit also der Sieg des bereits bei der letzten Mitte-Wahl angetretenen Dr. Paul Zöller (Berliner Bankenverein/HKB) keine allzu große Überraschung, auch wenn sein Amtsgewinn mitunter als solche inszeniert und gefeiert wurde.

 Ich denke nicht, dass sich mit dem Wechsel der Person in Mitte allzu viel ändert. Schmidt und Zöller sind beides Bänker, der eigentliche Machthaber bleibt also derselbe. Ich sage das im vollen Bewusstsein aller Differenzen zwischen FBV und HKB – das gemeinsame Interesse an einem starken und „freien“ Bankplatz in Berlin ist so überwältigend, dass selbst blutigste Fehden davor verblassen.
 Corpshark

 Nicht umsonst kann man das Wort „Regieren“ nicht ohne die Buchstaben G-I-E-R bilden …
 Roter Oktober

 Man sollte dennoch nicht übersehen, dass Berlin ohne einen Mitte-Mann des FBV wieder ein klein wenig S-K-freundlicher geworden ist. Auch wenn Halal kein Scharfschützengewehr deutscher Bauart verwendet hat. Just saying.
 Tolstoi

 Also. HKB ist auch nicht gerade der dickste Freund von S-K …
 Nemascope

Die wahrhaftige Sensation des heutigen Wahltages ist natürlich das Ergebnis im Normbezirk Spandau, wo Ratspräsident Yilmaz Wojenko nach einer stundenlangen Zitterpartie hauchdünn gegen den „Chef von Eiswerder“ Fletscher (ohne Nachnamen) und dessen eilends geschmiedete Vereinigung Alternativ-Autonomes Spandau unterlag. Trotz noch immer hoher Popularität als Erster Bürgermeister von Berlin, befand sich Wojenkos Popularität im eigenen Heimatbezirk Spandau seit Langem im stetigen Sinkflug begriffen: Zu viel Repräsentanz und Schi-Schi, zu viel Fokus auf Gesamtberlin, vor allem aber zu wenig greifbare Erfolge in Spandau und nun zuletzt die extrem umstrittene „Absage“ der Berlinwahl hatten dazu geführt, dass die geradezu „historisch unzufriedenen“ Spandauer „ihrem“ Bürgermeister den Rücken kehrten. Dennoch: einen tatsächlichen Machtwechsel hatten nicht einmal risikofreudige Buchmacher auf dem Schirm, war doch Wojenkos letzte ernstzunehmende Gegenkandidatin Doris “Yori” Floricic durch Übernahme der operativen Aetherlink-Leitung und damit einhergehenden Wegzug aus Berlin aus dem Rennen geschieden. Der Eiswerder Autonomenführer Fletscher hingegen scheint, so stellen es verschiedene Spandauer Blogs aktuell dar, im Angesicht der plötzlich fallenden Popularität Wojenkos alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, die „Stimmen der Unzufriedenen“ auf sich zu vereinen. Und das sind im schon unter Aztechnology verfallenden Spandau nicht gerade wenige. 

Für Berlin hat Wojenko Abwahl in Spandau zwei ganz unmittelbare Konsequenzen:

Erstens, dass Wojenko nur noch bis zur nächsten Wahl des Ersten Bürgermeisters im Amt bleiben kann, da man Bezirksvertreter sein muss, um zum Ratspräsidenten gewählt zu werden. 

Zweitens, dass erstmals seit der Berliner Einheit ein stadtbekannter Anarchist zum Vertreter eines Normbezirks gewählt wurde. Zwar nicht direkt in seiner Funktion als Anarchist, aber doch mit der deutlichen Ansagen „Fehlentwicklungen“ im Berliner system die Stirn bieten zu wollen und ein „neues Miteinander“ im Speziellen zwischen Autonomen und den „neuen Berliner Alternativen“ zu unterstützen. Ob dies aber wiederum in der Form eines Normbezirkes geschieht oder ob Spandau der erste Berliner Bezirk wird, der vom Norm- zum Alternativen Bezirk wird, bleibt abzuwarten. 

 Schon jetzt überschlägt sich der Boulevard mit Hiobsbotschaften vom Untergang Berlins. Unstrittig aber ist in der Tat, dass Berlin sich eher von der „Normalität“ des Modells Normbezirk weg- als zu dieser „Norm“ hinbewegt.
 Zaffke

 Sieht man sich an, wo es in Berlin bisher Wechsel an der Spitze gab, fällt schon auf, dass das meist in den Normbezirken war.
 Rotornormalverbraucher

 Nun verwechsele mal bitte nicht gesunde Demokratie mit Chaos. Dass es in den Normbezirken zu gemeinschaftlich bestimmten Wechseln des Repräsentanten kommt, ist eher ein Argument FÜR als GEGEN diese. Mich stimmt es ehrlich gesagt nachdenklicher, dass die Führungsspitze in den so genannten Alternativen Bezirken immer mehr den Spitzen der Konzernbezirke gleicht, was ihre Unverrückbarkeit (und auch ihre politische Unbeweglichkeit) angeht.
 Fienchen

 FREIES ANARCHISTISCHES SPANDAU!
 Alligatower

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[SRB] zu den Wahlen 2074

SRB ZU DEN WAHLEN 2074

:::::: Berlin :: 02. Oktober 2074 ::::::::::::::::::::::::::::::::

Zwei große deutsche Wahlen beherrschen in 2074 die Medienfeeds, von denen uns in Berlin natürlich nur eine interessiert: Die kommende Berlin-Wahl zur II. Wahlperiode am kommenden Sonntag, dem 7. Oktober 2074.

Also, dass die zurückliegende Bundestagswahl vom September in Berlin gänzlich egal gewesen wäre, stimmt so ja nun nicht. Klar: Da Berlin nur ein assoziiertes Mitglied der ADL ist, haben die Berliner bei der Bundestagswahl nicht mitgewählt. Dennoch hat man auch hier in Berlin die Bundestagswahl genau verfolgt, wusste man doch, dass die Linnheimer-Regierung aus CVP und LDFP kräftig Einfluss auf die Berliner Einigung nahm. Wie es damit nach den Verschiebungen der Bundestagswahl in Zukunft aussieht, weiß freilich keiner – in jedem Fall aber hat die Bundestagswahl in Berlin das Bewusstsein über die zuvor schon fast vergessenen oder als irrelevante Faselköpfe veralberten „West-Parteien“ neu geschärft. Mag in der ADL die wahre Macht auch im Bundesrat liegen: Im Bundestag geschieht wenn schon nicht die Willensbildung des Volkes, dann mindestens dessen öffentliche Inszenierung.
Konnopke

Dass „die Berliner“ nicht an der Bundestagswahl teilgenommen haben, ist so nicht korrekt: im Schnitt 80% der Einwohner von Berliner Konzernbezirken sind registrierte Staatsbürger der ADL, die ihr Wahlrecht ganz normal von Berlin aus wahrnehmen. Umso mehr überrascht das Ergebnis der Bundeswahl. Mich zumindest.
Fienchen

80%? Das haut niemals hin! In den Berliner Konzernbezirken sind zwei von drei Einwohnern Konzernbürger, und die haben in der ADL bekanntermaßen seit Jahrzehnten schon kein Wahlrecht mehr. Da hat die ADL ausnahmsweise mal gut gearbeitet und wenigstens der direkten Konzernmitbestimmung den Riegel vorgelegt.
Tolstoi

Aber ganz im Gegenteil: dieselbe seinerzeit eingebrachte und theatralisch durchgefochtene Wahlgesetznovellierung der Christlichen Volkspartei enthält einen spät und vor allem auf Betreiben der LDFP angefügten Kompromiss, nämlich die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für Konzernbürger. Diese lässt sich die ADL zwar bezahlen, das hindert aber die großen deutschen Konzernplayer wie S-K, den FBV oder selbst die AGC nicht, ihren Bürgern eine solche doppelte Staatsbürgerschaft zu sponsorn (unterm Strich senkt die Novellierung also vor allem den Stimmanteil von Konzernbürgern nichtdeutscher Großkonzerne, die sich den Luxus eines teuren Massensponsorings der Doppelstaatsbürgerschaft ihrer Bürger nicht leisten möchten oder können). Dass die mit doppelter Staatsbürgerschaft „beschenkten“ Konzernbürger im Vorfeld von Wahlen zugebombt werden mit gefärbter Berichterstattung und Einflussnahme auf ihre politische Entscheidung, braucht nicht extra gesagt zu werden. Mehr Infos zu dem ganzen Thema – inklusive der zweiten Hintertür für ein Wahlrecht der Konzernbürger, das an die neue CEERS-ID gekoppelt ist und vor allem von S-K auf Europaebene durchgeprügelt wird, findest du im Machtspiele Upload.
Fienchen

Natürlich wären Wahlen prinzipiell im Neuen Berlin nicht das Medienereignis, das sie anderswo sind – schließlich haben wir jedes verdammte Jahr eine Berlin-Wahl. Dafür ist die „politische Anteilnahme“ der Bevölkerung Berlins – Wiege der Policlubs! – weitaus größer als anderswo, und die Berliner Sender haben noch aus Autonomiezeiten eine auf Berlinpolitik fokussierte Programmgestaltung, die auch die kommende Wahl wieder wie ein Fußballereignis feiern wird.

Inklusive Public Viewing in der Stampe, Fanschals und Bezirksinsignien, Freibierausschank der Machtgruppen und Bambule ab der ersten Hochrechnung.
Konnopke

Hochrechnung?
Splinter

Meint: Direktausgabe der per Kommlink abgegebenen Stimmen aus den Norm- und Konzern-Bezirken, plus im Laufe der nächsten 6 Stunden bis 6 Tage nachkleckernden Stimmen derjenigen freien Bezirke, die für sich intern festgelegt haben, dass jede abgegebene Stimme geprüft und von Hand gezählt werden muss, oft sogar mehrfach. Das hat für besagte Bezirke den Vorteil, dass man noch wahltaktisch ein bisschen feintunen kann – wenn man unterstellt, dass in den freien Bezirken gemogelt wird, was natürlich ebenso völlig absurd ist, wie dass die Ergebnisse der Konzernbezirke nicht von oben diktiert wären.
Roter Oktober

Für unsere Auswärtigen und Zugereisten hier also 5 Tage vor dem großen Ereignis alles, was es zur Berlin-Wahl zu wissen gibt. Los geht’s!  

Wer die Wahl hat

DIE BERLINER URWAHL 2072. Das neue, geeinte Berlin wählte erstmals vor 2 Jahren, 2072. Während die Wahlen der Bezirksabgeordneten und den Drei Bürgermeistern Berlins im zukünftigen Normalfall jährlich unterteilt in 3 Wahlperioden mit je 3-jähriger Amtszeit erfolgten, war jene die Berliner Einigung begründende Wahl ’72 eine Ur- und Gesamtwahl in allen Bezirken gleichzeitig.

DIE ERSTE REGULÄRE WAHL (WAHLPERIODE I) 2073. Dem entsprechend hatten die Bezirksvertreter der Wahlperiode I – die schon 2073 neu gewählt wurde – eine überaus kurze Amtszeit von nur einem Jahr, und der ebenfalls 2073 erneut zur Wahl stehende Dritte Bürgermeister Koslowski ebenso. Zum Glück für die meisten Abgeordneten (und den eher blassen Koslowski) aber genügte das eine Jahr – das zudem von Übergangswehen vom alten in das neue Berliner System begleitet war – nicht, um zur sofortigen Abwahl der erst im Vorjahr berufenen Vertreter zu führen: Nicht nur blieb der Dritte Bürgermeister mit fast gleichem Wahlergebnis im Amt, unter den 7 Bezirksvertretern der Wahlperiode I gab es gerade mal eine einzige Umbesetzung, indem Alexander Sukrow in Gropiusstadt die kurz davor leider verstorbene und insofern nicht mehr zur Wahl antretende Marissa Wagner ersetzte. Zwei weitere Kandidaten hatten ebenfalls kurz zuvor ihren Rückzug „aus privaten Gründen“ verlautbaren lassen. Einen überraschend heftigen Schuss vor den Bug erhielt indes auch Milena Kilic in Charlottenburg-Wilmersdorf, die nur knapp an der Bezirksvertretung festhalten konnte: An ihr hatte sich der geballte Frust über eine viermonatige Vollsperrung der Entlastungstraverse auf dem Dach der Kurfürstendamm-Mall entladen, die aus baulichen Gründen indes unabdingbar war. 

Bis zur Wahl 2072 übrigens befand sich Berlin quasi im Fluss zwischen einem gesetzgebenden Gremium der wichtigsten Vertreter – unter Moderation und Mediation von Jandorf und Pflügler, unter anderem – hin zu einem „ordentlichen“ und repräsentativen Berliner Rat mit Ratspräsident und Erstem Bürgermeister. Der Übergang war alles andere als einfach, und einzelne, besonders uneinsichtige autonome Vertreter im früheren „Berliner Rat“ mussten mit Gewalt zur Freiräumung ihrer Sitze gezwungen werden. 

Nicht offiziell, natürlich. Aber bestimmte, zuweilen langjährige Vertreter im Berliner Rat – hier gemeint der im ostberliner „Exil“ tagende Phantastenverein, der sich auch 2070 noch immer in Gesamtkontrolle der Stadt fieberte – waren auch mit viel gutem Zureden, Geld und Nutten nicht dazu zu bewegen, ihren Platz und Anspruch aufzugeben. Im Verlauf der Jahre 2070–72 wurden die Stimmen der besonders Uneinsichtigen indes immer leiser, speziell nachdem es vor allem in deren Autos, Badewannen und Agrarkombinatshäckslern zu äußerst tragischen Unfällen und technischem Versagen kam.
Nakaira

DIE KOMMENDE WAHL (WAHLPERIODE II) 2074. Jetzt, 2074, werden die Vertreter der Bezirke der Wahlperiode II gewählt, und zugleich der Zweite Bürgermeister. 2075 wird dann die Wahlperiode III mit der vielbeachteten Wahl des Ersten Bürgermeisters und Ratspräsidenten folgen, und nicht wenige sind der Ansicht, die Wahl am kommenden Sonntag sei eine Art Probewahl auch für das 2072 begründete „System Wojenko“, der bei einer Abwahl Pflüglers seinen wichtigsten Unterstützer und Schlichter zwischen den Fronten verlieren könnte.

Nochmal in kurz, für eilige Leser: Die 21 Berliner Bezirke sind in drei „Wahlperioden“ zu je sieben Bezirken gruppiert. In Wahlperiode I werden die Vertreter der ersten sieben Bezirke plus der Dritte Bürgermeister gewählt, in der Wahlperiode II erneut sieben Bezirksvertreter sowie der Zweite Bürgermeister und in der Wahlperiode III die letzten sieben plus der Erste Bürgermeister. 2072 fand eine Urwahl aller Bezirke statt, 2073 fand die erste reguläre Wahl (I/3. Bürgermeister) statt, 2074 haben wir II/2, 2075 folgt III/1, danach geht es 2076 mit I/3 von vorne los.
Cynic

Der Vollständigkeit halber: Wahlperiode I sind die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (Norm), Gropiusstadt (Frei, Vory-dominiert), Marzahn-Hellersdorf (Frei, Vory-dominiert), Oranienburg (Frei, BGS-dominiert), Reinickendorf (Norm), Aztech-Schönwalde (Konzern, Aztech) und Tegel (Konzern, Z-IC), Wahlperiode II sind Falkensee (Frei, mikroferal), Köpenick (frei, dominiert von Kommunisten, EMC und Shiawase (ja, sowas gibt’s)), Mitte (Konzern, FBV), Pankow (Frei, Altanarchistische Hochburg), Prenzlauer Berg (Konzern, Renraku), Spandau (Norm, mit starkem Aztech- und Psi Aid-Einfluss) und Tempelhof (Konzern, S-K), und Wahlperiode III sind Groß-Siemensstadt (Konzern, AGC), Potsdam (Norm, mit starkem Einfluss von Preußenstiftung und z.T. noch Draco Foundation), Schönefeld (Norm, mit starkem Einfluss von Messerschmitt-Kawasaki), Zehlendorf (Norm, Graue Wölfe gegen Proteus und Evo, das wird spannend), Strausberg-Fredersdorf (Norm), Friedrichshain-Kreuzberg (Frei, unüberschaubarer Wust von Machtgruppen, starker Einfluss der Schiiten) und Lichtenberg (Frei).
Konnopke

Wenn vollständig, dann richtig. Anbei unten der Status Quo der Bezirksvertreter vor der kommenden Wahl, plus der Hinweis, dass im Berliner Rat neben den gewählten Bezirksvertretern auch einige weitere Vertreter sitzen, die zwar „nur“ beraten, das aber durchaus mit Nachdruck: Dies sind aktuell die Vertreterin der Berliner Industrie, Olga Schoel (Messerschmitt-Kawasaki), die Botschafterin der ADL, Dr. Isabelle Jandorf (Preußenstiftung), Oberstleutnant Bettina Lange als Vertreter der Bundeswehr und des ADL-Verteidigungsministeriums, sowie nicht zuletzt die Vertrerin des Bundesamtes für Hermetik und Hexerei Dr. mag. Marlon Zienterra.
Tolstoi

Niemand mag Klugscheißer.
Nakaira

Das sagt die Richtige.
Cynic

Wie immer.
Nakaira

Im extremen Fall – den niemand wirklich erwartet – könnte sich sogar das politische Schicksal von Berlins Erstem Bürgermeister Yilmaz Wojenko am kommenden Sonntag entscheiden: Dann nämlich, wenn Wojenko als Bezirksvertreter des Norm-Bezirkes Spandau trotz Deckung von Psi-Aid und Schützenhilfe von Aztechnology nicht wiedergewählt wird.

In diesem Fall bliebe Wojenko zwar bis zur Wahl eines neuen Ersten Bürgermeisters 2075 im Amt, könnte aber für den Rest seiner Amtszeit im Berliner Rat nicht mehr für seinen Bezirk stimmen und 2075 selbst dann nicht erneut zur Wahl des Bürgermeisters antreten, wenn 100% der Berliner ihn gerne im Amt behalten würden (was natürlich absurd ist – Wojenkos aktuelle Zustimmung in der Gesamtberliner Bevölkerung bewegt sich den unterschiedlichen Meinungsforschungsinstituten, Politagenturen und Vote Forecasts zwischen 35% (Sender Freies Berlin, Linksalternativ) und höchstens 56% (Spandauer Volksblatt, Eigner: Aztechnology)).

Aber gehen wir die Kandidaten und ihre aussichtsreichsten Herausforderer im Einzelnen durch:

Falkensee

Wie GNB bereits vor einiger Zeit [HIER] feststellte, gehört Falkensees Bezirksvertreter Steffen Atzold zu den wenigen, die am Sonntag um ihr Mandat bangen müssen:

Falkensee ist bankrott, und Lichtblicke am Ende des Tunnels gibt es keine. Unter diesen Vorbedingungen hätte nicht einmal ein engagierter und fähiger Politiker etwas zum Besseren wenden können. Und Atzold war kein engagierter und fähiger Politiker. Stattdessen gilt der glatzköpfige Endvierziger und Langzeitarbeitslose als korrupt bis ins Mark und so schmerzfrei, was seine öffentliche Wahrnehmung angeht, dass er sich nicht einmal die Mühe macht, seine Abgreifmentalität zu kaschieren.

Stattdessen hat Atzold die zwei Jahre seiner verkürzten Amtszeit bestmöglich dazu genutzt, maximalen Profit zu erzielen: Hier ein eilig durchgewunkenes Bauvorhaben, dort eine Zulassung für einen neuen Müllplatz, hier ein vollmündig als zukunftsweisendes Infrastrukturpaket geschöntes Bauprojekt für seit Neuestem mit ihm befreundete Unternehmer und dort Fördergelder für einige der von Atzold protektionierten Kampfsport- und KampfHUNDvereine – das sind die ruhmlosen Endergebnisse seines Wirkens.

Paradoxer Weise steigen Atzolds Popularitätswerte im Bezirk, je unverblümter und frecher er auftritt: Je mehr die Medien sich im Hinblick auf die bevorstehende Wahl gegen diesen „Berliner Schandfleck“ in Stellung bringen – womit abwechselnd mal Atzold und mal das zunehmend mikroferale Präkariatsghetto Falkensee gemeint ist – desto mehr stellen sich die desillusionierten und vom Berliner Aufschwung ausgegrenzten Falkenseer hinter „ihren Mann Atzold“.

Atzolds aussichtsreichster Herausforderer im Bezirk ist Dönerspießproduzent Aslan Özdemir, der erst in diesem Jahr eine große Fabrik für Mischfleisch- und Sojaspieße mit 400 Arbeitsplätzen in Falkensee eröffnete. Özdemir ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Spross eines alteingesessenen Berliner Dönerimperiums, das mit einigen Blessuren die Dönerkriege in den Sechzigern überlebte, ohne – soweit man weiß – in das Produktions- und Vertriebsnetz der Grauen Wölfe integriert zu werden. Die gewalttätigen Konflikte seiner Kindheit und Jugend sind an dem heute 52-jährigen keineswegs spurlos vorbeigegangen, und mit einigem Stolz umgibt sich der „Döner-Löwe“ Aslan mit martialischen Bodyguards und gepanzerten Geländefahrzeugen, soll sogar mehrere Söldner aus zerfallenen Armeen des Nahen Osten unter Vertrag haben.

Seinem Auftreten und Don-haften Gebaren zum Trotz hat Aslan Özdemir alles andere als Sympathien zum organisierten Verbrechen und weist Vorwürfe, er selbst sei das Oberhaupt einer verbrecherischen Drücker- und Schutzgeld-Clique, weit von sich: Der vierfache Familienvater und gläubige Muslim macht sich vielmehr dafür stark, Berlin vom „Krebsgeschwür der Wölfe, Vory und anderen Banden“ zu befreien, und bietet als Alternative zu Perspektivlosigkeit und hohlem Protest „Bescheidenheit und ehrliche, harte Arbeit“.

Laut Ansicht der Berliner Wettbüros, wo man traditionell auf den Ausgang von Berliner Wahlen und anderen Abstimmungen und Verhandlungen in den Kiezen der Spreemetropole wetten kann, wird es Özdemir mehr als Atzold gelingen, seine Anhänger zur Abgabe einer gültigen Stimme bei der Wahl zu bewegen.

Offen bleibt der Ausgang nicht zuletzt wegen Friederike Kuhnert von der neu gegründeten USPD Falkensee, einem der ersten Vorstöße der gesamtdeutschen Partei auf Berliner Boden. Die Sozialkundelehrerin und Pastorentochter Kuhnert macht sich für staatliche Hilfen Deutschlands für Berlin und Berlins für Falkensee stark, setzt auf stärkere Beteiligung der Reichen und Superreichen – Bürgern wie Unternehmen – an der Behebung von Armut und Missständen in Deutschland und umgibt sich mit dem Nimbus, über die große linke Volkspartei USPD „Hilfe von außen“ für Falkensee mobilisieren zu können.

In den letzten Umfragen liegt Kuhnert deutlich hinter Özdemir zurück, könnte diesem aber just genug Stimmen stehlen, um Atzold im Amt zu halten. Verlierer wären in diesem Fall in jedem Fall die Falkenseer, denn es gilt als ausgeschlossen, dass BERVAG oder Berliner Rat unnötig Hilfsgelder nach Falkensee pumpen werden, die dann in den Taschen von Atzold und seinen Freunden versickern.

Köpenick

“Der Kampf gegen das globalisierte Konzernkapital ist schon ohne Personaldebatte schwer zu gewinnen”, sagte bereits im April der exilrussische kommunistische Schriftsteller und Rabeja-Vertraute Tichonow: “Die Kandidaten, auf die sich die Policlub- und Parteispitze 2070 geeinigt haben, sind für die kommenden 10 Jahre gesetzt, und möglicher Weise länger”.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass Lena Rabeja schon jetzt als bleibende Köpenicker Bezirksvertreterin nach der Wahl gehandelt wird. Gegenteilige Einflussnahmen könnten im stammkommunistischen Köpenick allenfalls von Seiten der dort aktiven Großkonzerne EMC und Shiawase kommen, EMC aber scheint kein aktives Interesse an der Gestaltung der Bezirkspolitik zu haben, und seit Rabeja mehrere Charity-Einladungen und Orts-Einweihungen von Shiawase mit ihrem Besuch beehrte, sind frühere Gerüchte einer Beziehung zwischen der Kommunistin und dem Urkapitalisten praktisch offiziell bestätigt worden.

Dass es darob keinen Aufschrei der Empörung in der Köpenicker Kommunistenszene gibt, scheint indirekt durch die Vorfälle in Dubai und die seitdem anhaltende Serie von Vorfällen, Rückrufaktionen, Lieferungsengpässen und anderen Folgen von Schattenläufen und Sabotage im Hause Saeder-Krupp begründet: Während der Konzern des goldenen Drachens in seinen Betriebsabläufen ganz eindeutig gestört und abgelenkt ist – sei es durch tatsächliche Übergriffe der Drachin Hestaby und deren Getreuen, sei es durch die wachsende Anti-Drachen-Stimmung im Land, sei es durch Feindkonzerne, welche die aktuelle Schwäche als Chance wittern und ein wahres Sperrfeuer schwarzer Operationen gegen den weltgrößten Konzern entfesseln – gilt der „good citizen“ Shiawase als möglicher Partner, Berlin aus dem Griff von Goldschuppe zu befreien.

Während Shiawase wie EMC peinlich darauf bedacht sind, in Köpenick politisch unsichtbar zu bleiben („Wir produzieren hier nur, schaffen Arbeitsplätze und fördern Schulen, Altersheime und andere wohltätige Einrichtungen, bitte weitergehen“), sind die einzigen Gegner Lena Rabejas denn konsequenter Weise radikale Kommunisten, die sich an die von Tichonow genannte Vorgabe der „Policlub- und Parteispitze“ nicht gebunden fühlen – sprich: selbst eine Benennung als Vertreter der Bewegung anstreben.

Zu diesen gehören der gebürtige Warschauer Andrzej Slupinski – aus Sicht der Köpenicker Kommunisten ein ewiger Querulant und leider genialer Querdenker, dessen ewigen Kritteleien durchaus gute Ideen entspringen und der sich darob einiger Anerkennung erfreut – sowie die gealterte Professorin für Politikwissenschaft und Geschichte an der früheren Berliner Universität Isabelle Vesely-Barchmann, bei der die Hälfte der kommunistischen Intelligenzija Berlins ihr politisches Basiswissen gewonnen hat.

Während Slupinski sich offen zur Wahl als Gegenkandidat angeboten hat, bescheidet sich Vesely-Barchmann bislang darauf, „die mahnende Stimme des kommunistischen Gewissens“ zu sein, das selbst dann nicht „den Pakt mit dem kapitalistischen Teufel“ eingehen dürfe, wenn dies kurz- bis mittelfristig vorteilhaft für die Erlangung der Ziele sei. Ob sie am Wahltag doch auf der Liste der Kandidaten auftaucht, ist gegenwärtig noch immer offen.

Nicht unerwähnt bleiben soll zudem Clemens Streußner, seines Zeichens „politisch unabhängiger“ Köpenicker Unternehmer und Betreiber einer der vielen Berliner Kleinbanken, die in den Jahren der Anarchie das Wirtschaftsleben der Stadt künstlich beatmet haben. Der wirtschaftsliberale Gegner des Kommunismus lebt auf einer Hausyacht mit sensationell ausgebauter Sensoren-, Sende- und Computerzentrale und gilt als einer der wichtigsten Infobroker und Strippenzieher der alternativen Berliner Wirtschaft.

Seine Aussicht auf Erfolg ist schwierig einzuschätzen: Einerseits sind die Köpenicker Kommunisten von allen Machtgruppen die eindeutig stärksten, andererseits ist zu erwarten, dass die anderen Splittergruppen ihre Wähler dazu anhalten, Streußner als „Kandidaten gegen die Kommunisten“ zu unterstützen.

Mitte

Nach zwei durchaus spannenden Alternativen Bezirken winkt in Mitte das genaue Gegenteil: Trotz zuletzt wachsender Kritik an seiner offenen Zurschaustellung von Sympathie für die rechtsextreme PNE wurde Dr. Alexander Schmidt erwartungsgemäß wieder als Kandidat vom FBV aufgestellt, und damit ist die Wahl eigentlich ausgemacht.

Für eine Überraschung kann allenfalls noch ein hohes Ergebnis von 15% oder mehr für Dr. Paul Zöller vom Berliner Bankenverein sorgen, dem vehementesten Kritiker an Schmidts braunem Flirt: Eine Krähe hackt der anderen zwar kein Auge aus, aber eine deutliche Stimme für Zöller würde von den auf Ansehen und Seriösität gebügelten Berliner Bankkreisen als wichtiges Signal gegen FBV-Mann Schmidt verstanden werden.

Tatsächlich findet sich bei einigen Berliner Buchmachern die Wettoption, auf einen Rücktritt Schmidts infolge eines hohen Ergebnisses für Zöller zu setzen, womit jener dann – trotz „verlorener“ Wahl – der neue Bezirksvertreter von Berlin-Mitte wäre.

Realistisch ist diese Option freilich nicht besonders: Zöller ist Berliner Vorstand der europäischen Vorzeigebank Hildebrandt-Kleinfort-Bernal, deren Eindringen in den Berliner Wirtschaftsraum den FBV auch ohne weitere Vorfälle zur Weißglut treibt.

Dennoch: Das Pokern um den Bankplatz Berlin – DAS Projekt des Berliner und auch NEEC-Großkapitals und zentraler Baustein für Berlins Zukunft als Wirtschaftsort und Drehscheibe – hat seit der Berliner Einigung eine neue Qualität erreicht, und die Schatten der Stadt schwemmen förmlich auf von kleinen und großen, oftmals zusammenhanglos wirkenden Jobs, durch welche die konkurrierenden Großbanken sich in Position für ihre zukünftige Rolle und Stellung im Berliner Bankrenspiel bringen.

Pankow

Die Wahl wird in Pankow wohl schnell entschieden, aber zuallerletzt fertig ausgezählt sein: Der Bezirk mit den rigorosesten internen Bestimmungen gegen Wahlmanipulation und Abstimmungsbetrug führt exakt zwei Kandidaten auf der Liste: den amtierenden Bezirksvertreter Wladimir Igorewitsch Bronstein und dessen Schwiegersohn Wanja Besúchow, dem die Rolle als Feigenblatt von Opposition zugedacht ist.

Prenzlauer Berg

Renraku hat mittlerweile per Presseerklärung bekanntgegeben, dass Takeshi Ozu zum kommenden Sonntag die äußeren Vertretungspflichten der Bezirksverwaltung gegenüber dem Berliner Rat übernehmen wird. Diese klare Absage an die sonst von den Berliner Konzernen betriebene Scharade angeblicher Wahlen kann als Brüskierung verstanden werden, wird allerdings von Renraku förmlich weggelächelt: Ichiro Koizumi stehe „infolge seiner privaten Entscheidung dazu“ nicht länger als Vertreter zur Verfügung, daher sei Ozu nicht nur die natürliche, sondern die tatsächlich einzig sinnvolle Wahl.

Spandau

Alle Augen ruhen bei der kommenden Wahl einerseits auf der Wahl des Dritten Bürgermeisters und andererseits auf dem Ergebnis des amtierenden Ersten Bürgermeisters Yilmaz Wojenko in seinem eigenen Bezirk, Spandau. Trotz kräftigen Schönschreibens der kaum messbaren Verbesserungen der Spandauer Situation seitens des Aztech-eigenen Propaganda-Newsfeeds „Spandauer Volksblatt“ ist Wojenko in seinem eigenen Bezirk durchaus nicht unumstritten:

Zu viel Repräsentanz, zu viel Schischi, zu viel Agieren außerhalb Spandaus, zu wenig Bearbeitung der dringenden Aufgaben im Bezirk – das sind die zentralen Vorwürfe, die man Wojenko zu Recht oder Unrecht macht. Umgekehrt sind selbst die Spandauer aber mit Wojenko in seiner Eigenschaft als Erstem Bürgermeister recht zufrieden – auch deshalb, da man weiß, dass man bei einem Ersten Bürgermeister aus einem anderen Bezirk möglicher Weise gar keine Rolle mehr spielen würde.

Hilfe aber braucht Spandau – und hier sowohl die desolate Mitte und kaputtgebaute, von Wolkenkratzergerüsten überragte Altstadt des Bezirkes, als auch das heruntergekommene Arbeiterviertel Gatow und die Betonwüste Staaken, die fließend in das Elend von Falkensee übergeht. Aztechnology hat sich mit Aztech-Schönwalde das „Sahnestück“ aus „ihrem“ Bezirk herausgeschnitten – der Rest des Bezirks war schon vor der Berliner Einigung aufgegeben worden, als klar wurde, dass der Traum von Berlin als glitzernde Konzernstadt nicht zu halten war.

Kein Wunder eigentlich, dass Wojenko wenig Lust hat, im schäbigen Rathaus Spandau umgeben von halbfertigen Hochhausruinen zu arbeiten, wo er praktisch nonstop zu wichtigen Anlässen in die feinsten Lokalitäten Berlins geladen wird – wenn er denn in Berlin ist, denn seine Position als wichtigster Repräsentant der Spreestadt führt ihn immer wieder fort, nach Hannover, nach Essen, nach Brüssel, London, Paris, auch Übersee (gerade erst kommt Wojenko von einer Asien-Reise aus Tokio zurück, zu der Berlin bereits seit 1994 eine Städtepartnerschaft unterhält).

Als Alternativen zu Wojenko bietet sich neben einigen allerdings chancenlosen Krawallmachern aus den autonomen Nachbarschaften wie der Lynarstraße und Eiswerder vor allem die Geschäftsfrau und „Ex“-Hackerin Doris „Yori“ Floricic an, deren 2069 neu gegründete „masterControl Agentur für Netzüberwachung“ nach erfolgreichem BERVAG-Pitch zu den erfolgreichsten Berliner Privatunternehmen zählt: Für verhältnismäßig wenig Geld übernahm Floricic den unvollendeten „Obelisken“, einen Spitzdachbüroturm am Havelufer auf Höhe der Spandauer Altstadt, der in seinem schäbigen Äußeren ein noch von Aztech eingebautes, hochmodernes Lichtfasernetz für die zukünftige Havelmetropole Spandau beherbergte – inklusive im Boden versenktem Rohbau zur Unterbringung eines Datentresors und einer Serverfarm. Ausgestattet mit ihren Fähigkeiten, neuer Tech und wenig Nachweisen, woher ihr Geld für all das kommt, ergatterte die international bestens vernetzte Yori den Job, die Berliner Matrix im Zuge des global beobachtbaren „Netzüberwachungswahns“ durch permanente Security Scans „sicherer“ zu machen.

Als Selfmade-Frau mit just der richtigen Mischung aus Rebellion und Profitsinn stehen Floricics Chancen gar nicht schlecht, es in Berlin weit zu bringen – ob allerdings schon bei dieser Wahl, muss bezweifelt werden: Die Unternehmen fürchten, sie könnte eine Hackerin sein, die in Berlin den größten Heist aller Zeiten plant. Die Anarchos fürchten, Yoris Insiderwissen über die Methoden, Denkweisen und auch Netzwerke der Hacker könnten dazu führen, dass Berlins Matrixnetz tatsächlich effizient gesichert wird – kein angenehmer Gedanke.

Tempelhof

An Dr. Franziska Landolts Wiederberufung zum Bezirksvertreter gibt es nicht den geringsten Zweifel – Saeder-Krupp führt auch keinen Alternativkandidaten an, sondern weist stattdessen aus, eine „interne Arbeitsgruppe“ habe sich „nach intensiven Audits, Rücksprachen und runden Tischen mit allen Konzernbürgern“ darauf verständigt, Landolt „ohne Vorbehalt“ das Vertrauen auszusprechen, ihre „exzellente Arbeit“ „gerade in schwierigen Zeiten“ fortzuführen.

Tatsächlich scheint S-K so interessiert daran, Landolt lebendig im Amt zu halten, dass deren bereits hohe Sicherheit nochmal massiv aufgestockt wurde: Man möchte Attentätern, Saboteuren und Runnern eindeutig keine Gelegenheit bieten, diesen Aspekt der S-K Geschäfte Berlins zu stören, Hestaby und Drachenhass hin oder her. 

Bei ihren wesentlich spärlicher gewordenen Auftritten seit Ausbruch des „Drachenkrieges“ wurde Landolt von 6 S-K Wachen in Vollrüstung sowie mindestens 2 hochrangigen Konzernmagiern flankiert. „Gut unterrichtete Schattenkreise“ wollen zudem wissen, dass S-Ks Frau im Rat auch durch Tarnungen, kybernetisch verlinkte Doppelgänger, Unsichtbarkeitszauber und Ähnliches geschützt werde. 

Der Zweite Bürgermeister

Morek Pflügler hat bedingt durch sein unglückliches Einschreiten beim „Kiezpolizei-Skandal“ im alternativen Berlin dort massiv Zustimmung verloren, auf Konzernseite und bei der gemäßigten Mitte aber erneut Anerkennung gewonnen.

Weder Ersteres noch Letzteres hilft ihm in seinem Heimatbezirk Lichtenberg, aber dieser gehört nicht zur Wahlperiode II, insofern ist dies für den Moment und trotz allem medieninszenierten Geunke um eine mögliche „Abwahl“ des Mitschöpfers der Berliner Einheit völlig egal:

Der Zweite Bürgermeister wird berlinweit gewählt, quer durch alle Schichten, Parteien, Fraktionen und Gruppen, und es gibt wenig Personen, die im Schnitt all der unterschiedlichen Berliner Kreise und sozialen Schichten so viel Unterstützung (und Bekanntheit) haben wie der umtriebige Pfarrer, Schlichter und frühere Ausdeuter der Berliner Sokaren.

So versuchen denn die Gegenkandidaten Pflüglers sich mehr oder weniger erfolglos über Wahlkampfthemen wie die vieldiskutierte „Naziarchitektur„-Debatte oder das ewige Thema „Horizontaltangente“ zu profilieren – unterm Strich wird es ihnen wenig nützen. 

Zwar lag S-K Frau Landolt eine ganze Weile weit vorne bei den Buchmachern, indessen hat sie vor dem Eindruck wachsender Spannungen und Vorbehalte gegen den S-K Präsidenten einer spekulativen Kandidatur längst öffentliche Absage erteilt.

Somit rückt in der Tabelle schon die Nummer 3 nach, noch im Juni gehandelt mit Erfolgsaussichten von 1 zu 700, inzwischen auf 1 zu 2.600 abgerutscht: Allenfalls Milena Kilic traute man es noch zu, einige Anerkennungspunkte gegen Pflügler zu erzielen – bis die erneute Entlastungsstraßensperrung als Sommerlochthema 2074 auch diese Hoffnung zerschlug. 

Spannend bleibt der öffentlich geführte Streit um die Themen Berliner Mega-Bauwerke und Tangente trotzdem:

Beide Themen haben den Punkt gemein, dass die alternativen Vertreter gerne Verträge und Beschlüsse nochmal neu diskutieren und beschließen möchten, welche die Konzernregierung vor der Berliner Einigung gefällt/in Auftrag gegeben hat.

Kerngegenargument der Konzerne dabei ist, dass deren „legitimer Berliner Rat“ (und die BERVAG, damals in anderer Rechtsform) gültige und bindende Verträge geschlossen hat und eine Änderung/Auflösung erhebliche Konventionalstrafen und Mehrkosten nach sich ziehen würde, die dann ganz Berlin zu tragen hätte.

Gegenargument der Alternativen ist, dass die Verträge durch die Konzerne geschlossen wurden und dem entsprechend auch nur durch diese zu bezahlen wären.

Das abendliche Unterhaltungsprogramm ist also bis Sonntag garantiert. 

Viel Text, wenig Kommentare – habt ihr Biofeedback-Überladung?
Corpshark

Nein, nur Lags ohne Ende, und ich hab grade drei Verteilerknoten durch Überlastung verloren. Im Vorfeld der Wahl ist der Traffic in der Kabelmatrix im tiefroten Bereich – da kackt unser System schonmal ab. Gib mir 10 oder 20 Stunden zum werkeln, dann laden die Kommentare und hoffentlich auch die bereits eingefügten Errata nach.
Tolstoi

<<< PING LOST >>>

 

[GNB] Rigger-Untergrund gründet RA*ZANNG neu

NEUE ENTWICKLUNGEN IM FALL RAZANG

Der Streit um das Berliner Straßenmagazin RAZANG zieht neue Kreise. Erstmalig äußerte sich auch der Berliner Ratspräsident und Geschäftsführer der PsiAid Niederlassung Berlin Yilmaz Wojenko zu dem Fall: „Ich nehme die Sorgen der Berliner Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Umso bedauerlicher finde ich, dass in der gegenwärtigen Berichterstattung der Medien der Unterton vorherrscht, die gegen RAZANG erwirkte Hausdurchsuchung nebst Vernehmung des maßgeblich verantwortlichen Redakteurs sei auf irgendeine Art als Einschränkung der Bürgerrechte, Zensur oder sogar Vorzeichen einer totalen Medienkontrolle seitens der BERVAG und ihrer Körperschaften zu sehen. Ich empfinde dies umso unerklärlicher, da der hier vorliegende Fall recht eindeutig liegt und das Vorgehen der Judikativen Dienste ebenso wie der beauftragten Sternschutzmannschaften absolut gesetzes- und dienstnormgerecht war.“

Dem Kommentar war eine kritische Meldung des Berliner Medienintendanten und Bereichsleiters der DeMeKo für Berlin Björn Taube vorausgegangen, der den „offenen und unverhohlenen Angriff auf die einzigartige Berliner Pressefreiheit“ in mehreren Formaten des Sendehauses anprangerte bzw. zum Thema machte und somit mindestens mittelbar zu den Protesten des 18. April und 26. April inklusive der damit verbundenen gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Protestierenden des autonomen Spektrums und der SST im Nachgang der RAZANG Razzia beitrug.

Unerwähnt bleibt in den DeMeKo Meldungen zum Fall RAZANG, dass der Medienkonzern sich bereits seit mehreren Wochen in Übernahmegesprächen mit der RAZANG Szenemedien GmbH befindet. Auf diese ungewöhnliche Lücke in der Berichterstattung angesprochen, war Björn Taube auf der eigens durch die DeMeKo einberufenen Pressekonferenz vor dem Berliner Rat am 4. Mai zu keinem Kommentar bereit. Der diesen Artikel verfassende Journalist wurde vom Sicherheitspersonal des Platzes verwiesen.

Während in Berlin der eigentliche Fall im üblichen Crescendo einer medieninszenierten Hysterie untergeht, werden andernorts bereits Konsequenzen gezogen: In einer Sondermeldung kündigte RAZANG vor wenigen Minuten an, das Format des Berliner Szenemagazins zukünftig „noch stärker“ auf die lokale Mode und die neuen, alternativen Lebenswelten der Stadt abzustellen. Offenere und weniger auf dieses Leitthema abstellende Rubriken – darunter auch RA*ZANNG, KA*POW und der beliebte „Aufreger des Tages“ F*UUU – sollen in Zukunft im Umfang reduziert, in getrennten Matrixmodulen separat vermarktet oder gänzlich eingestellt werden. Zeitgleich erklärte RAZANG Chefredakteurin und Herausgeberin Hülya Gülerbasli mit einigem Bedauern, dass 7 der festen sowie 12 auf Freelance-Basis für RAZANG arbeitende Journalisten aus Solidarität mit dem noch immer inhaftierten Peer „Hazmat“ Rugowski die Arbeit mit dem Magazin beendet hätten.

Wie in den verschiedenen Blogs der Hazmat-Solidarischen zu lesen ist, beruht deren Protest gegen RAZANG auf nicht näher ausgeführten „Differenzen in der Handhabung des Falls“.

Ich BIN einer der Ex-Redakteure, und die Differenzen bestehen vor allem darin, dass RAZANG einen Scheiß getan hat, um Hazmat aus der Sache rauszukloppen. Wir werden förmlich zugeschissen mit Sympathiebekundungen der durch DeMeKo(!) Aufgescheuchten – was unser Job sein sollte –  und kriegen nur zu hören, dass wir kein politisches Magazin seien. Als ob die Verhaftung nicht politisch motiviert wäre!
Hamurabi

Ein bisschen Hintergrund für unsere Externen: Hazmat war in früheren Jahren ein recht fähiger Combat Biker, der nebenbei auch einige Runs wenn nicht abgezogen, so mindestens flankiert oder supportet hat. Außerdem steckt er in Lichtenberg in der LiveGen und einem halben Dutzend weiterer Initiativen drin und ist die treibende Stimme im Bezirk gegen einen ebenso teuren wie datenschutzrechtlich bedenklichen Ausbau des ALI/GRID-Systems – und natürlich ist er ein scharfer Gegner der Tangente. Ob das nun wahrhaft der Grund für die Verhaftung war, weiß ich nicht und möchte ich damit auch nicht sagen. Ist nur FYI für euch.
Fianna

Persönliche Theorie: Der Aufkauf von RAZANG durch die DeMeKo ist längst unter Dach und Fach, und die Verhaftung läuft unter Bekanntheits- und Lesergenerierung. Passt jedenfalls hervorragend zur Strategie der DeMeKo, „pro-anarchische“ Medien aufzukaufen, um diese dann „ganz liberal“ weitermachen zu lassen.
Tolstoi

Das ist präzise unser Eindruck, und da machen wir nicht mit. Wohin diese Pseudo-Freiheit führt, sieht man ja an B1L und Nakaira.
Hamurabi

Ebenso ist den Vlogs und Meldungen der Exredakteure zu entnehmen, dass diese sich gemeinsam mit anderen, ungenannten „Content Lieferern“ zu einer freien Medien-Kooperative zusammenschließen werden, die fortan RA*ZANNG und KA*POW als unabhängige Untergrundmagazine publizieren werden. Hierbei soll auf bereits bestehende Server und Datenkerne zurückgegriffen werden, die bereits bisher als Spiegelseiten beider Magazine dienten und damit bereits mehrfach Zensurbestrebungen auch der eigenen Chefredaktion einen Riegel vorschieben konnten.

„Die nächste Ausgabe von RA*ZANNG ist gesichert und wird wie vorgesehen mit einem echten Knüller erscheinen“, so der Beep eines ehemaligen RAZANG Reporters.

So genau muss das laufen: BÄM! Die treten auf 1 Magazin mit leichtanarchischem Inhalt. KÄ-BÄÄÄM! Schon sind 2 neue, echte Sprawlguerilla-Magazine am Start. Eat this!
Khan

Hamurabi, Khan, seid ihr bekifft? Ich meine: Mehr als sonst? RAZANG hatte zuletzt stabil 650K Abrufe pro Ausgabe. Warum? Weil das Thema „Berliner Lifestyle“ viele Leute interessiert und weil RAZANG streckenweise unterhaltsam und für ein Allgemeinpublikum(!) geschrieben war. Und so kamen dann auch eure „wichtigen Anliegen“ in erträglicher Dosierung an die Frau und den Mann. Und nun? Jetzt habt ihr 2 Feeds für Motor- und Knarrenhirne mehr, die von immer denselben vollbewaffneten Lebensversagern geladen werden – geladen, nicht gelesen, denn die klicken nur auf ihr jeweiliges Stück Lieblings-Terch-Pr0n und SCHEISSEN auf den ganzen Rest. Zudem Hamurabis Schreibe echt nicht zu lesen ist. Aber gut: Feiert euch. Alle Macht der ungehörten Wahrheit der 2-Mann-Leser-Elite!
Nakaira

[GNB] Bombenterror erschüttert Berlin

BOMBENTERROR ERSCHÜTTERT BERLIN

Heute morgen haben zwei Paketbomben-Anschläge auf im letzten Jahr neu eröffnete BERVAG Bürgerämter in den Anschlussgebieten von Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow Terror-Alarm ausgelöst. Zunächst explodierte am frühen Morgen im Amt Pankow ein Sprengsatz. Er verletzte einen 31 Jahre alten Bürgerberater so schwer, dass er seine linke Hand verlieren könnte. Wenige Stunden später ging in der BERVAG-Vertretung am Schlesischen Tor eine Bombe hoch, die ebenfalls einen Mann schwer an der Hand und am Auge verletzte. Beide Männer schweben nach Angaben ihrer Ämter aber nicht in Lebensgefahr. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Anarchistengruppe. Der Sternschutz ermittelt wegen Terrorverdachts.

Bedeutet: Die SST ermittelt. Köpfe einziehen.
Hamurabi

Muss nicht sein. Die SST ist eher exekutiv. Ermittlungen werden von anderen Stellen im Berliner Sternschutz geführt. Falls es denn überhaupt als Berliner Angelegenheit betrachtet wird – es gibt auch eine zentrale Komission, die sich mit der Sprawlguerilla bzw. der Antisprawl beschäftigt.
Tolstoi

Bissl viel Aufriss dafür, dass lediglich 2 Leute ihre Hand verlieren KÖNNTEN, was heut ja zudem easy zu fixen ist.
Khan

Es geht nicht um den real verursachten Schaden – der ist selbst wenn da Ersatz fällig wird tatsächlich eher ne Frage von Schadensersatz, stimmt schon – sondern eine Frage des SchadensPOTENZIALS den die Sprengkörper hatten sowie eine Frage der „Art“ des Deliktes. Terror bleibt Terror, und der wird beim SS ebenso leicht als Tag auf den Ordner gepackt wie bei den Medien.
Konnopke

Beide Bomben von der Größe einer Zigarettenschachtel befanden sich in genormten Umschlägen des Kurierdienstes speedpost24 und wurden laut Auskunft des Dienstes innerhalb Berlins aufgegeben.

Ratspräsident Yilmaz Wojenko und der BERVAG Vorstandsvorsitzende Dr. Hans Steffen verurteilten die Anschläge scharf. Für alle Postsendungen an BERVAG Einrichtungen und die Konzernvertretungen der Berliner Großunternehmen gelten vorerst verschärfte Sicherheitsvorschriften.

Die Vermutung der Sternschutz Ermittler, dass Anarchisten hinter den Taten stecken, wurde nur wenige Studen später durch eine Matrixmeldung bestätigt. „Wir haben uns entschlossen, von neuem unsere Stimme zu Gehör zu bringen, mit den Worten und den Taten. Wir werden die schleichende Subversion der freien Bezirke und ihrer Bürger nicht länger tatenlos hinnehmen“, heißt es in der Aufzeichnung, die von einer revolutionären Zelle aus den Reihen der Sprawlguerilla unterschrieben war.

Wow – das Statement kann man sich auch aufs Klo hängen. Jemand ne Ahnung, welche Zelle das war?
Khan

Direkt nicht, aber aus der Gesamtheit des Artikels – und Quercheck mit Michaelis‘ BEEPfeed – gilt eine Gruppe namens Chomskierarchie77 als Urheber. Und der Name wird durchaus nicht dadurch weniger abgefahren, nachdem man „Chomsky“ in Verbindung mit „Hierarchie“ oder „Anarchosyndikalismus“ durch die Matrix jagt.
Nakaira

Whodafucksky is Michaelis?
Tolstoi

Patrick Michaelis, der Chef/Initiator der Initiative Gute Nachrichten. Einer der wenigen Old School Enthüllungsjournalisten/Chefredakteure die es heut noch innerhalb der großen Medien-Networks gibt.
Nakaira

„Wir verfolgen eine anarchistisch-aufständische Spur“, erläuterte Sternschutz-Chefermittler Konrad Mannhus und verwies dabei ausdrücklich auf „ähnliche Ereignisse vom November in Westdeutschland“. Es gehe um eine äußerst gewalttätige Gruppe, die entgegen ihrer vorgeblich rein lokalen Zielgebung sogar im Ausland aktiv sei und deren Mitglieder engen Kontakt zu Schattenkreisen hielten. Bekennerschreiben gab es zunächst nicht.

Eine vermeintliche Paketbombe beim bezirksinternen Postdienstes von Tempelhof entpuppte sich indes als harmlose Einsendung von RFID-Sammeletiketten einer im letzten Jahr abgelaufenen Verbraucheraktion. In Spandau gab es ebenfalls kurzfristig Fehlalarm. Auch beim Ausschuss für Entwicklung gab es Entwarnung. Ein verdächtiges Paket stellte sich nach Angaben des Sternschutzes als harmlos heraus.

Nach DeMeKo Medienberichten arbeitet die Berliner Polizei mit Sternschutz Fahndern in anderen Städten eng zusammen. Die in Berlin gezündeten Sprengkörper wiesen Ähnlichkeiten mit den Briefbomben auf, die vor einigen Wochen in München aufgetaucht waren.

Der wegen seiner Rede beim PNE-Parteitag in die Kritik gekommene Bezirksabgeordnete von Mitte Dr. Alexander Schmidt (FBV) äußerte sich tief bestürzt. „Was in unserer Stadt passiert ist, war ein Akt des Terrorismus, absolut irrational und brutal“, sagte Schmidt, der persönlich das betroffene Amt in Kreuzberg besuchte. „Es ist unerklärlich, warum wir auf diese Art und Weise angegriffen werden“, äußerte er gegenüber Kameras: „Überall war Blut.“

Er nu wieder.
Konnopke

Eben immer zur Stelle, wenn eine Kamera filmen kann wie betroffen er vom linken Terror ist.
Nakaira

In den vergangenen Wochen war immer wieder vor anarchistischen Terroranschlägen in Berlin gewarnt worden. Erst am vergangenen Dienstag hatte ein verdächtiges Päckchen im M-Bahnhof Metropolis für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Wojenko gab wenige Stunden später jedoch Entwarnung. Das Päckchen sei nicht explosiv gewesen.

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