Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Schattentricks: Vesuv Casino Chips

Hinweis: Alle hier genannten Regeln sind optional, also Vorschläge für Hausregeln!

// Dateiupload von .REZ // 17.11.2080 – 00:17:37 

Die jüngsten Berliner Dateiuploads haben ja bereits einige Infos zum „alternativen Berliner Bargeld“ aus Vesuv Casinochips [DATAPULS:ADL S.117, DATAPULS:BERLIN S.3, S.26, BERLIN2080 S.12, S.14, S.37, S.161, S.183, S.185 (Schwarze Deals)]. Da man mit den Chips ziemlich viel Unfug treiben kann und die Vesuv-Casinos und deren Onlineknoten Caldera immer öfter in Shadowtalks auftauchen, wollen wir uns hier mal die Jetts aus Hardware- bzw. Phreaker-Sicht genauer ansehen.

Mit den Shadowtalks sind natürlich die diversen Querverbindungen der Vesuv-Casinos zur Schamir-Familie und die enge Verbindung der Chipswährung mit der Ausbreitung und Vernetzung der Berliner Chipstelefone gemeint.
Konnopke

Beziehungsweise eben die spekulativen Verbindungen zwischen der Ausbreitung der Berliner Kabelmatrix – die ja auch durch die wachsende Zahl von Chipstelefonen erreicht werden kann – und den schattigen Operationen von Broadpeak [BERLIN2080 S.139, S.111, S.158, um nur die wichtigsten Referenzen zu nennen].
.root

Nochmal für Leute ausm Mustopp: Was haben die Vesuv-Währung mit der Kabelmatrix zu tun?
Datacra$h

Lies den verdammten Artikel hier, N00b.
.rez

Okay, okay. Aber was sind „Phreaker“?
Datacra$h

RAAAAAAAH! *ragequit*
.spoof

Dazu zunächst mal nen Link zu Aetherpedia. Im heutigen Deckerjargon bezeichnet Phreaking alle Arten technischer Computer- und Netzwerkmanipulation, die nichts mit Matrixhacking zu tun hat.
.rez

Heutzutage wird unter Hacking vor allem das Verwenden bestimmter Implantate, Decks und Programme verstanden. Und tatsächlich gibt es Scheiße zu viele Decker, die im Prinzip nur User sind und damit keinen Deut geiler als die Scriptkiddies, die Anfang der 2070er Hacking per Copy+Paste betrieben, und das zuweilen sehr erfolgreich. Inzwischen haben die Konzerne die Matrix vollständig übernommen und die meisten „billigen“ Exploits dichtgemacht. Die Entwicklung bahnbrechender Hacks ist so komplex geworden, dass sie durch Einzelne kaum mehr zu leisten ist – gerade deshalb greifen Decker heute ja auch auf extrem fortschrittliche (= immens aufwändige, von größeren Hackerkollektiven und/über eine lange Zeit entwickelte)  Hackprogramme und Hardwaremagie wie die Cyberjacks zurück (ich weigere mich, die Dinger „Cyberbuchse“ zu nennen). Ein ECHTER Hacker hingegen hat ALLE Methoden auf dem Schirm, seinen Hack durchzuziehen. Und dazu gehören neben lauten und leisen Maßnahmen, Systeme zu pwnen, auch Social Engineering à la Mitnick und eben Phreaking, also das Ausnutzen sämtlicher technischer Schwachstellen, die ein System abseits von Hackingprogrammen hat – vor allem hinsichtlich seiner Hardware.
.root

Mitnicks Bücher sind Grundlagenwissen, auch wenn Social Engineering von zu vielen als Face-Job abgetan wird. Die Wahrheit ist: Die meisten Faces verstehen nicht genug von Computern, um die richtigen Fragen zu stellen oder die relevanten Schwachpunkte auszumachen. Die meisten Decker sind hingegen derart socially awkward, dass sie es nicht hinkriegen, Fremde „einfach so“ anzusprechen und mit ein bisschen Smalltalk kritische Schwachpunkte zu exploiten („Hier ist Ihr Netzwerksupport, können Sie mir die Nummer vom Aufkleber auf der Rückseite Ihres Terminals vorlesen?“). Wohl dem Decker, der sowohl fit im technischen und dem sozialen Teil des Spiels ist.
.rez

Die Basics

Zunächst eine Bitte: Spammt diesen Teil nicht mit Kommentaren zu Exploits zu. Zu denen kommen wir noch weiter unten. In diesem Abschnitt geht es nur um die reinen technischen Features der Chips und ihren regulär vorgesehenen Nutzungsmöglichkeiten.

Alternatives Bargeld

SR6-Berlin2080-ART-Störer-Casinochip-var5Coins, Jetts, Chits, Chips, Jetons, B-Mark, V-Mark, C-Mark, Lavas, Lewakis – noch ist das Rennen und Ringen darum, wie Vesuv-Casinochips in ihrer Verwendung als Bargeld genannt werden, im vollen Gang. Fakt ist: Im Gegensatz zu den Datenkrake-Währungen der Konzerne – zu denen auch der NEEC-Euro und in wenn auch weit geringerem Maße der Nuyen gehören – sind auf Vesuvchips keine persönlichen Daten gespeichert, was das Fundament ihrer Verwendung als Bargeld bzw. Schwarzgeld ist. Es wird zwar spekuliert, dass die Vesuv-Kasinos einen Nutzer durch seine Historie diverser Chips trotz allem klar identifizieren könnten, wenn sie die in den Chips bzw. dem Vesuvsystem hinterlegten Daten mit größeren Kommlink-Datenbeständen und/oder der SIN-Registry abgleichen, aber falls Vesuv, Broadpeak oder Apex das tun, ist es zumindest bisher nicht auffällig geworden.  

BERLIN2080, S.156ff, speziell der Abschnitt „Ordnung im Chaos“. Auch wenn ich denke, dass .spoofs Re-Post des im DP:ADL noch mit einem Werbe-Pop-Up verdeckten Kommentars zu wenig Beachtung fand in der Diskussion – speziell der Teil mit „hat die Gelder der Vory geklaut„, was ja ganz nebenbei nur DER Grund ist, aus dem die Drakova soviel Stress bei der Übernahme von Gargaris Biz hat. Aber ich bin ja nur ein Aluhutträger.
Darkside

Die eine Seite der Medaille ist natürlich die Akzeptanz dieses Bargelds: Immer mehr Shops und Betriebe akzeptieren Jetts als Währung, in vielen alternativen Kiezen werden diese sogar ausschließlich akzeptiert. Und das nochmals steil steigend seit den Berichten über Matrixausfälle in den UCAS [#Blackout].

Höchstens Certs (Certified Credsticks) erfreuen sich noch einer ähnlich breiten Akzeptanz, die allerdings am Sinken ist: Da Credsticks schlussendlich von Konzernen bzw. deren Banken bereitgestellt werden, vermutet eine wachsende Zahl der Alternativen, dass in diesem vorgeblich anonymen und sicheren Zahlungsmittel doch irgendwelche versteckten Tracking-Features der Konzerne oder von Z-O verbaut sein könnten. 

Vermutungen, die meiner Info nach gezielt gespawnt werden.
.root

Und deswegen noch lange nicht falsch sein müssen.
.spoof

Die andere Seite ist die Verfügbarkeit. Dazu ist zu sagen, dass Vesuv Automatenkasinos in Berlin deutlich zahlreicher sind als Bankfilialen, speziell im Osten der Stadt. Die rasch steigende Zahl der Chipstelefone erhöht die leichte Verfügbarkeit weiter – inklusive Möglichkeit zum Umtausch in „normalere“ Währungen – und macht Jetts auch für Normbürger zunehmend attraktiv.

Das ist nun wieder Blödsinn. Für einen Normalbürger ist die Abwicklung sämtlicher Zahlvorgänge via Kommlink unschlagbar easy. Es gibt ja Gründe, aus denen das Bargeld vor Urzeiten faktisch abgeschafft wurde. Was aber stimmt ist, dass die Technologien der Chipstelefone immer mehr mit denen der Vesuv-Spielautomaten verschmelzen: Einem Normbürger mag das Chipstelefon an der Ecke egal sein, weil er ja ein eigenes Link in der Tasche bzw. im Kopf hat. Wenn das Display des Chiptelefons aber geduldig die sich drehenden Walzen einer Slot Machine zeigt und er weiß, dass seine Frau auf der Credabrechnung niemals sehen wird, dass er auf dem Weg zur Arbeit hunderte Euronen verzockt, ist das ein durchaus attraktives Feature.
.krah

Merke: Die Begriffe Telefon – Slot Machine – Bankautomat wuchern immer mehr zusammen. Siehst du ein Chiptelefon, ist dieses zugleich eine Slot Machine und ein Bankautomat zur Ein- und Auszahlung von Jetts. Siehst du einen alternativen Bankterminal z.B. von Berlinkredit oder einem anderen alternativen Bankinstitut, ist dieses mindestens auch eine Slot Machine. Siehst du eine Vesuv Slot Machine, ist diese immer auch ein Bankterminal.
.root

Tatsächlich hab ich jüngst einen Bankingterminal der Commerzbank gesehen, der Chips akzeptiert. Zwar haben sie ihn nicht hardwaremäßig umgerüstet, dass du Chips tatsächlich einwerfen kannst, aber die NFC-Sensorfläche konnte die RFID meines Vesuvchips einlesen und ich das gespeicherte Guthaben auf mein Kommlink übertragen.
Konnopke

Stimmt. Meine FBV-Banking-App lässt mich nach der neuesten Aktualisierung auch Jetts per NFC-Zahlfunktion entladen (allerdings nur das. Aufladen isn’t, und das übertragene Guthaben unterliegt einer siebentägigen Sicherheitssperre).
Daisy Fix

Jedes akzeptierte Zahlsystem ruft natürlich prompt Betrüger auf den Plan [BERLIN2080 S.161 „Falsche Chips“], und hier sind die Vesuvchips deutlich angreifbarer als Geld, das durch ein globales, von Megakonzernen und den Konzernrat gestütztes System lückenloser Kredithistorie gesichert ist. Bislang zumindest konnte das Vertrauen der Nutzer aber noch nicht hinreichend erschüttert werden, um Jetts in der Gunst speziell der Alternativen sinken zu lassen.

Wohlgemerkt trotzdem oder gerade weil die DeMeKo und andere Konzern-Newsoutlets sehr bestrebt sind, Betrugsskandale um die Jetts zu dramatisieren oder auch mal frei zu erfinden.
Daisy Fix

Aluhutwarnung: Meiner Ansicht und der Meinung einiger Leute nach, die sich mit dem Finanzwesen hackingseits viel besser auskennen als ich, sollte es viel mehr Chit-Hacks und Jetonbetrügereien geben. Schon weil einige von den großen Banken selbst initiiert bzw. beauftragt werden dürften. Es scheint aber ein massives Interesse „bestimmter Stakeholder“ zu geben, dass es zu solchen Skandalen nicht kommt. Nach Recherche fand ich zwölf Fälle unterschiedlicher Größe, in denen Einzelpersonen oder kleine Teams erfolgreich Fälschungen bzw. Überbuchungen von Vesuv-Chips in Umlauf gebracht haben, um dann in zuweilen bizarr brutalen Un- oder Überfällen zu sterben, gern mit zufällig anwesenden Live-Vloggern oder geleakten Datafeeds aus Verkehrskameras.
Darkside

Er nun wieder.
Konnopke

Die Coin-Hardware

Mit 39 Millimetern Durchmesser und einer Dicke von 3 Millimetern entspricht ein Vesuv-Jeton exakt den Abmessungen eines regulären Pokerchips, wenngleich er mit nur sieben Gramm Gewicht am unteren Ende der Pokerchip-Gewichtsklassen liegt und damit für professionelle Gambler etwas „billig“ wirkt. 

Im Einzelnen hat jeder Vesuv-Chip folgende Features:

  • Grundfarbe: Einzelne Jetts existieren in den Farben weiß (bis 100€) und schwarz (bis 1.000€, mit zusätzlichen Sicherungs-/Authentifizierungsdaten). Zusätzlich gibt es „Blocks“ in Bronze (10.000€), Silber (25.000€), Gold (50.000€) und Platin (100.000€), die mit einer Dicke/Höhe von 10 Chips (drei Zentimeter) eher klotzartig sind und somit nicht in den Münzeinwurf von Chiptelefonen und Slot Machines passen (sie dienen eher dem Übertrag größerer Chip-Guthaben vom einen Casino zum anderen oder für den Einsatz an „High Roller“-Tischen). 
  • E-Ink Display und Farbwechsel-Markierung: Jeder Jett inklusive der „High Roller“-Blocks verfügt über ein E-Ink Display, das die genaue Guthabensumme anzeigt, sowie einer Reihe von Farbblöcken entlang des Randes, die je nach Höhe des Guthabens die Farbe von hell- nach dunkelgrau wechselt (im Falle der 1.000er-Chips über Rot). 
  • Energiezelle: E-Inks haben kaum Strombedarf, ein bisschen aber schon. Daher enthält jeder Jett/Block eine kleine Energiezelle, die sich selbsttätig bei jeder Gelegenheit z.B. in einem Chipstelefon oder auf einer NFC-Kontaktfläche auflädt.
  • Drucksensor: Um dem Zerbrechen und Manipulieren der Chips vorzubeugen, enthalten diese einen Sensor, der Verformungen des Materials misst und im Falle der Überschreitung gewisser Grenzwerte den Geldinhalt des Chips auf Null setzt. Diese schon in der ersten Chipgeneration enthaltene Sicherung bildet das Fundament, auf dem in späteren Iterationen das Stack-Adding etabliert wurde (s.u.). 
  • RFID-Chip: Jeder Jett/Block verfügt über einen RFID-Chip, um mit der Slot Machine, dem Chiptelefon, dem Banking Automat oder dem Vesuv-Haussystem zu interagieren und z.B. NFC-Transaktionen durchzuführen (nein, es gibt keinen separaten NFC-Chip – dessen Funktion wird durch den RFID lediglich emuliert). Also Vorsicht mit dem RFID-Löscher!!
  • Speicherchip: Jeder Jett/Block verfügt über einen Speicher, in dem notwendige Infos zur Zertifizierung bzw. Authentifizierung abgelegt werden. Die meisten der hier hinterlegten Daten sind Webadressen, mit denen die betreffenden Datenpakete im Host der Vesuv-Kasinos bzw. der Caldera identifiziert werden könnten. Die direkten Nutzungsdaten (Orte und Zeitpunkte der Verwendung, durchgeführte Operationen) werden aber auch direkt im Chip gespeichert, natürlich verschlüsselt.
  • Stack-Adding: Legt man mehrere Chips übereinander und drückt von oben auf diese, treten diese via RFID in Kontakt und transferieren alle gespeicherten Guthaben „schwerkraftmäßig“ nach unten, um möglichst viele, bis an das Limit gefüllte Chips zu erzeugen. Dieser Vorgang dauert fünf Sekunden (um zufällige Berührungen klar von bewussten Aktivierungen der Funktion zu trennen). 

Verdeutlich: Ich habe weiße Chits mit den Guthaben 88 EUR und 6 EUR, schwarze Chits mit den Guthaben 2 EUR, 67 EUR, 165 EUR, 212 EUR, 455 EUR, 988 EUR und 1.000 EUR sowie einen Platinum Block mit 0 EUR. Lege ich den Block nach unten, stapele alle anderen Chits darüber und drücke auf diesen Stapel, habe ich nach den fünf Sekunden Verzögerung einen Block mit 2.983 EUR und darüber einen Stapel aus zwei weißen und sieben schwarzen Chits, die jeweils leer sind. Lege ich die weißen Chits nach unten, dann den Block und darauf die schwarzen Chits, habe ich zwei voll aufgeladene weiße Chits mit je 100 EUR, einen Block mit 2.783 EUR und darauf sieben schwarze Chits, die leer sind. Lege ich die weißen nach unten, darüber die schwarzen und darauf den Block, habe ich unten zwei weiße, volle 100er Chits, darüber zwei schwarze, volle 1.000er Chits, darauf einen schwarzen Chit mit 783 EUR und darauf drei schwarze, leere Chits und den leeren Block. Nutze ich das AR-Plugin „StackJett“ von Vesuv, sehe ich das in der AR auch ganz klar (andernfalls muss ich den Stapel auflösen und das E-Ink-Display jedes Chips lesen).
Daisy Fix

  • Splitting: Legt man mehrere Chips mit gleichem Limit übereinander und drückt man einen Chip hochkant obendrauf (was üblicherweise mit Blocks geschieht), wird dessen Guthaben gleichmäßig auf die darunterliegenden Chips verteilt.

Verdeutlich: Nehme ich aus dem ersten der oben genannten Beispiele die sieben leeren schwarzen Chips und drücke den Block mit 2.983 EUR flach auf den Stapel, habe ich danach einen leeren Block auf sechs Chits zu 426 EUR und ganz unten einen schwarzen Chit zu 427 EUR. Das klingt alles ziemlich kompliziert, aber für Profizocker (zu denen verdammt viele Berliner zählen) sind das routinierte Handgriffe.
Daisy Fix

Für das Splitting gilt, dass das zusammenaddierte Limit des Chipstapels als Obergrenze gilt. Lege ich einen 100.000er-Block als auf zwei weiße Chips (Limit 100 EUR), werden nur 200 EUR übertragen. Duh.
Konnopke

  • Gyrosensor: Um Stack-Adding und Splitting durchführen zu können existiert ein Positionssensor im Chip, der dessen Lage (waagerecht oder senkrecht) erfasst und die betreffende Funktion freischaltet. Der Speicher des Gyrochips wird dabei nonstop überschrieben – ein Rekonstruieren der Chipbewegungen zur Verfolgung seiner Bewegungshistory ist unmöglich.
  • Kein Zeit- oder Ortsmesser: Die erfassten Zeitdaten der Nutzungshistorie kommen nicht vom Chip, sondern werden vom verwendeten Gerät in den Speicher des Chips übertragen. Der Chip weiß nicht, welches Datum oder welche Uhrzeit wir haben. Dasselbe gilt für die Ortsbestimmung.
  • CableDirect: Ich bin etwas unschlüssig, ob diese Funktion noch zu den eigentlichen Hauptfunktionen zählt oder schon eine dem Phreaking zuzurechnende Funktion ist. Öffentlich bekannt ist sie nicht und sie wird auch nicht kommuniziert, aber die meisten Alternativen mit wenigstens rudimentären Kenntnissen zur Kabelmatrix ist sie bekannt: Ist auf dem Speicherchip ein entsprechender Codeblock hinterlegt, kann durch Einwurf des Jetts in ein Chiptelefon eine Verbindung zur Berliner Kabelmatrix hergestellt werden. Alle Chiptelefone besitzen eine ISDN2-Scartbuchse, aber erst nach Entsperrung per Chip kann diese auch genutzt werden. Die entsprechende Hardware zum Anschluss eines Decks oder Kommlinks sowie einen IDN2-Emulator benötigt man natürlich trotzdem. Noch. Denn in jüngerer Zeit wird die einmal unüberwindbare Trennung zwischen der globalen Matrix und der Berliner Kabelmatrix immer durchlässiger: Durch extrem kreatives Coding wird die Kabelmatrix dabei gegenüber den Matrixprotokollen als „spezielle VR Host-Architektur“ interpretiert, was zunehmend besser funktioniert.

Allerdings nur in eine Richtung: Der globale Matrixnutzer kann – entsprechende Kenntnisse und einige schwarz erwerbbare Zusatzprogramme vorausgesetzt – in die Berliner Kabelmatrix eintauchen (der Zugang bleibt buggy), was immer aber in der Kabelmatrix Berlins existieren mag kann (noch) nicht hinaus.
Darkside

  • Schwarze Deals: Nur der Vollständigkeit halber. Siehe BERLIN2080, S.185.

Kreative Nutzung

Kommen wir zu dem Unfug, den man mit Chips anstellen kann. Hier dürft ihr gerne eure persönlichen Exploits teilen, auch wenn ich nicht annehme, dass viele dumm genug sein werden, das zu tun. 

Versteckte Daten

SR6-Berlin2080-ART-Störer-Casinochip-var4Uneingeschränkt jeder Speicherchip jedes Gerätes kann dazu verwendet werden, versteckte Nachrichten und andere Daten unterzubringen. Jetts machen da keine Ausnahme, selbst wenn es deutlich einfacher sein mag, belastende Infos zu deinem Erzfeind im ungenutzten Speicher deines Toasters unterzubringen. 

Das Vesuv- bzw. Caldera-System bietet von sich aus keinerlei Zugriff auf den Speicher eines Chips, weder zum Lesen noch zum Schreiben. Entsprechende Möglichkeiten bestehen nur dann, wenn man Zugriff und Nutzerrechte auf den Host von Vesuv bzw. die Caldera hat [Anm: Hoststufe 8], oder wenn man über entsprechende Hardware-Kenntnisse direkten Zugriff auf den Speicher im Chip nimmt [Anm: Elektronik (Hardware) + Logik gegen 4 (weiße Chips), 6 (schwarze Chips) oder 10 (jede Art von Block)]. Selbst damit lässt sich nur der „unbelegte“ Speicher jenseits der Authentifizierungsdaten auslesen bzw. beschreiben. Möchte man auch die Authentifizierung und Nutzungshistorie auslesen, löschen oder manipulieren, ist das ungleich schwieriger [Anm: +2 Würfel zum Auslesen, +4 Würfel zum Manipulieren]. Speziell das Manipulieren zur Generierung von „Falschgeld“ endet dabei nicht beim eigentlichen Hack, denn Vesuv reagiert spätestens, wenn es unlegitimierte Beträge auszahlen musste, extrem unwirsch, und das bedeutet in Berlin meist den den direkten Einsatz tödlicher Gewalt z.B. via Kopfgelder.

Weiße Chips haben einen extrem begrenzten Speicher, in dem sich in vollständig leerem Zustand etwa 5 DIN-A4-Seiten Text unterbringen lassen. Ist der Speicher durchschnittlich mit den für diese Größe eher rudimentären Authentifizierungs-Daten belegt, bleibt genug Platz für etwa 1 DIN-A4-Seite. Weil weiße Chips aber eher schlecht gesichert sind, ist der „frei verfügbare“ Speicher vieler weißer Chits graffitti-artig mit Nachrichten junger Hacker oder Trashtalk gefüllt. 

Oder mit den Jobdetails deines Schmidts.
Konnopke

SR6-Berlin2080-ART-Störer-Casinochip-var1Schwarze Chips verfügen über einen Speicher für etwa 10.000 DIN-A4-Seiten Text und damit mehr als genug Platz, um auch kritische Daten und Dossiers in ihnen unterzubringen. Möchte man Fotos, 3D-Daten oder (Gott bewahre) Trideos unterbringen, muss man ziemlich kreativ werden [Anm: +2 Würfel für die Verteidigung], und mehr als ein grobpixeliges 10-Sekunden-Trid bzw. 30-Sekunden-Vid wird nicht drin sein. Bei durchschnittlicher Belegung mit Authentifizierungsdaten schrumpft die Kapazität auf „nur“ 100 Textseiten oder 1-2 einigermaßen okay aufgelöste Fotos. 

Blocks haben dem gegenüber mehr als genug Speicher, um selbst größere Datenmengen unterzubringen. Da sie ziemlich schwer zu knacken sind, fragt man sich natürlich, warum zum Geier man diesen Aufwand betreiben sollte, wenn ein 1-Euro-Speicherstick im Look von Daddl Katz denselben Zweck erfüllt. Aber dennoch: Bedenkt, dass jeder Block theoretisch massig Daten enthalten könnte, und wenn ihr die Skill habt, dann lest doch mal einfach aus, was drin ist.   

Der Code zum Anwählen der Kabelmatrix ist gerade einmal 100 Zeichen lang, also klein genug, um selbst auf weißen Chits bequem Platz zu finden. Neben dem generellen Dial-In kann ein findiger Hacker den Code auch so manipulieren, dass statt dem Entry gleich ein gezielter Host in der Kabelmatrix angewählt wird, meist das Schockwellenreiter-Auftragsboard. Oder eine Honeypot-Falle.
 .root

Weiße Chips enthalten nicht nur Trashtalk und Gepose irgendwelcher Hackernoobs, sondern gern auch mal Übergabepunkte oder andere heiße Tidbits, die wenig Platz brauchen. Speziell solche Chits, die irgendwie äußerlich markiert sind mit Kratzern oder Bekritzelungen sollte man immer prüfen.
.asl

Hardware-Manipulation

Wie im „Schattenpuls“ im BERLIN2080 [S.161] bereits festgestellt, ist es natürlich möglich, gefälschte Chips herzustellen und in Umlauf zu bringen. Auf der einfachsten Ebene sind dies Chips mit denselben Abmessungen und in denselben Look, die einfach keine Funktionalität haben (ein 3D-Drucker und kreative Gestaltung genügen) – diese zu entlarven ist aber überaus einfach (ein Prüfcheck durch Auflegen des Chips auf das Kommlink und Aktivierung irgendeiner Vesuv- oder Caldera-App oder eben Einwurf in ein Chiptelefon genügen).

Vorsicht deshalb vor Bezahlungen mit einer Sporttasche voller Chips – das Auszahlen einer Summe durch hunderte weiße Chips statt durch einen Chip-Block kann Methode haben.
.asl

SR6-Berlin2080-ART-Störer-Casinochip-var3Eine bessere, wenngleich aufwändigere Methode besteht darin, einen echten Chip bzw. Block durch vorsichtiges, möglichst druckloses Fräsen von seinem Casing zu befreien, ohne die Bauteile im Inneren zu beschädigen [Anm: Mechanik + Logik (9, 1 Stunde)]. So freigelegt, könnte man theoretisch weitere Bauteile hinzufügen – etwa einen Positionschip – oder die vorhandenen Bauteile verändern oder austauschen. Zuletzt könnte man dann das veränderte Casing per 3D-Druck und Rekonstruktion der E-Ink- und Randfarben-Displays rekonstruieren [Anm: Elektronik + Logik (12, 1 Tag)], allerdings wohl niemals absolut perfekt: Auch modernste 3D-Printer erzeugen zumindest in Mikrosicht feine Schichten/Rillen, die bei gezielter Suche auffallen [Anm: Wahrnehmung + Intuition (5)].

Auch hierbei gilt: Geschieht durch eure Manipulation Vesuv ein echter Schaden, rechnet mit heftigster (auf Abschreckung für Nachahmer gezielter) Antwort.   

Ganz ehrlich: Wenn ich die nötigen Kenntnisse und Fertigungsmöglichkeiten habe, fälsche ich lieber hochpreisige Credsticks. Die gelten zwar als fälschungssicher, aber das ist nur Bankpropaganda. JEDES System ist manipulierbar.
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Wie die meisten Plastik- und Verbundstoffe ist auch das Casing der Vesuv-Jetons in seiner Zusammensetzung einzigartig. Das soll nicht heißen, dass man Jetts nicht fälschen könnte, aber denkt an all die Spuren, über die Vesuv euch identifizieren kann, auch über Zulieferer, Materialien, das spezielle Druckprofil eures Printers oder das Kontaktnetzwerk, das ihr befragt habt, um über sehr spezielle Materialanalysen und die Beschaffung der betreffenden Bauteile heranzukommen. Ich würde es nicht riskieren.
Darkside

Swiping

Habt ihr mal einen Profizocker oder Taschenspieler bei der Arbeit gesehen? Dann könnt ihr euch vorstellen, dass man mit Stack-Adding und Splitting ziemlich viel Unfug anstellen kann.

Gewiss: Die 5-Sekunden-Verzögerung bei der Ausführung des Geldtransfers sind eine unschöne Barriere, aber was so ein gewievter Zocker oder auch eine betörende Verführerin abziehen kann, um euch fünf Sekunden abzulenken, würde euch die Ohren schlackern lassen. 

Ein zusätzlicher Kniff für alle Tricklegastheniker besteht in einer Technik, die in der Szene „Swiping“ (manchmal auch „Tabling“) genannt wird: Die in den Chips eingebaute Technologie für Stack-Adding und Splitting erkennt den Druck von oben als Auslösesignal, besitzt aber eine gewisse, technikbedingte Unschärfe, was das Erkennen des „Stapels“ angeht. 

Die wohl am Meisten verbreitete Swiping-Technik besteht darin, einen Block unter der (möglichst dünnen) Tischplatte zu platzieren und (z.B. assistiert durch AR) einen Stack genau auf der Position des Blocks zu bilden. Hierdurch „wird das Geld durch den Tisch gedrückt“ in den darunter liegenden Block. Die Kunst besteht darin, das Opfer soweit abzulenken, dass es die Entwertung der darüber aufgehäuften Chips nicht bemerkt. 

SR6-Berlin2080-ART-Störer-Casinochip-var2Dies kann etwa dadurch geschehen, dass beim eigentlichen Geldtransfer noch alles okay ist. Erst nachdem der Transfer „durch“ und das Opfer entspannt ist, wird der Stack erneut angedrückt [Anm: Heimlichkeit (Fingerfertigkeit) + Geschicklichkeit gegen Wahrnehmung + Intuition, ggf. Edge durch vorherige/begleitende soziale Probe zur Ablenkung (z.B. Überreden) oder anderweitige Ablenkung].

Ein geschickter Swiper wird den Transfer so organisieren, dass der im Stapel zuoberst liegende Chip ein Guthaben von 0 EUR anzeigt (was einfach ist, da das Guthaben ja eh „nach unten fällt“). Besonders beliebt ist der Swipe mit einem zuunterst liegenden Block auf dem Tisch, unter dem dann der verborgene Block des Swipers liegt – tatsächlich raffinierte Swiper legen natürlich eben KEINEN Block unter den Tisch, der gleich und allzu auffällig das gesamte Vermögen aufnimmt, sondern zweigen sich bei großen Transfers „nur“ ein paar Tausender-Chips ab.

Besonders routinierte Betrüger kleben vorher an verschiedenen Positionen Stacks und Chips unter den Tisch (oder arbeiten sie in die „zentimeterdicke“ = angeblich swipesichere Tischplatte ein), um diese dann situationsabhängig einzusetzen.
Daisy Fix

Swiper mit Decker-Support zerstreuen etwaiges Misstrauen des Opfers dadurch, dass sie beim Swipen das Kommlink des Opfers hacken lassen, so dass diesem in der AR per Vesuv-Bezahlapp fälschlicher Weise die „eigentlich“ erwarteten Transferdaten angezeigt wird (das Hacking der Kommlink-Displayfunktion ist tatsächlich wesentlich einfacher, als die App selbst zu hacken).  

Software-Exploits

Auch die im Chip verbaute Funktionalität bzw. die damit einhergehenden Datenbestände lassen sich, entsprechende Kreativität vorausgesetzt, gegen den Chip-Nutzer verwenden. 

Backtracking

Auf Chips werden keine persönlichen Daten gespeichert. Trotzdem enthalten diese zur Authentifizierung eine gewisse Historie an Interaktionen mit anderen Geräten bzw. anderen Chips (again: Die Chips selbst „wissen“ niemals, wann und wo sie gerade sind, aber alle Operationen, welche die Guthaben eines Chips bewegen, werden durch die beteiligten Geräte auf den Chip geschrieben).

Verständnisfrage vom Nichthacker: Bei Chipein- und -ausgabe durch Automaten, Slot-Machines und Chiptelefone verstehe ich das. Aber was ist mit Stacking und Splitting? Wenn kein Chip einen Orts- und Zeitsensor hat, wie werden die Übergabedaten durch diese Operationen denn erfasst?
Konnopke

Das IST ja der Gag: Stacking und Splitting sind „im Nachhinein“ angeflanschte Operationen zur Verbesserung der Alltagstauglichkeit, die letztlich auf einem Exploit bzw. einer kreativen Nutzung des Drucksensors beruhen. Genau aus den von dir genannten Gründen sind Stack-/Split- und damit eben auch Swipe-Operationen mit Ort oder Datum gekennzeichnet. Eine typische Ausgabe-Codezeile sähe in etwa so aus: „2080-11-17 23:45:12 VESREG3549869083 ADD 23“, wobei „VESREG“ die Kenn-Nummer des Vesuv-Automaten ist (was dir erstmal noch immer nicht sagt, wo der steht). Derselbe Geldtransfer von „+23 Euro“ per Stacking, Splitting oder eben Swiping liest sich dem gegenüber als: „0000-00-00 00:00:00 POS:FAIL:89567745304656737689234 ADD 23“.
.rez

Was ist das für eine Zahlenkolonne nach dem Eintrag „POS:FAIL“?
Konnopke

Genau genommen ist das eine Fehlermeldung. „POS:FAIL“ identifiziert einen Krediteintrag, zu dem keine Orts- und Zeitangaben existieren (und ja, ich kenne Leute, die ihre Chips bei Deals darauf checken und prinzipiell Chips ablehnen, die in ihrer Historie irgendeinen Positiv-Eintrag (Aufladung mit Geld) durch eine POS:FAIL-Operation haben (das häufigste Anzeichen einer Chipmaniplation). Die aus 23 Ziffern bestehende Fehlernummer wird zufällig erzeugt und alle an der Operation beteiligten Chips erhalten dieselbe Nummer. Diese wird zwar nicht mit einer zentralen Registry abgeglichen, aber dass zufällig zwei Chips dieselbe Failnummer erhalten, obwohl sie nie in Kontakt waren, ist statistisch extrem unwahrscheinlich (dass es im übrigen 23 Ziffern sind, ist keine bewusste Entscheidung gegen Manipulation unregistrierter Kredittransfers, sondern dem Schwarze-Deals-System geschuldet).
.rez

Findige Hacker können aus der Datenhistorie mitunter erstaunliche Erkenntnisse gewinnen. Im Arachnet existieren Foren, in denen Infos zur exakten Positionierung diverser Positionierungs-Registriernummern gepostet bzw. unter der Hand getauscht werden (VES = Vesuvkasino-Automaten, CHP = Chiptelefone, KRD = Berlinkredit-Terminal, TRM = im System registrierter Terminal eines externen Anbieters, z.B. ein bestimmter Commerzbank-Terminal oder die konkrete Kasse eines nature-Supermarkts). Die Rückverfolgung von Chipguthaben ist insofern schwieriger als das Tracking von Kommlink-Geldtransfers, da man mehr detektivisches Gespür und mehr Einzelsuchen vornehmen muss, dafür muss man umgekehrt freilich nicht in die Geldmonitoringdienste der Eurobanken bzw. der Weltkonzerne eindringen.

Ein erfundenes Beispiel: Ich knalle jemanden nieder, der mich niederknallen wollte, und finde in seiner Tasche einige Chits. Keinen Block und nicht die große Summe, die auf einen Auftragsmörder hindeutet, aber ich will trotzdem wissen, woher sein „Kleingeld“ kommt, und ich hoffe auf einen Fehler bzw. mangelndes Fachwissen des Killers in der Sache. Ich lese die Kredithistorie der Chits aus und entdecke bei ein paar der Höherwertigen (100er) Parallelen, namentlich dieselbe Failnummer als letzten Aufladepunkt (alle Chits wurden davor an verschiedenen Orten und Zeiten bzw. durch diverse Failnummern auf Null entladen, was im Moment uninteressant ist). Über eine mir bekannte Plattform lasse ich nun nach Chits mit derselben Failnummer in ihrer Historie suchen und habe nach ein paar Wochen ein Dutzend Chits, die an derselben Splitting-Aktion beteiligt waren. Einige jener Chits enthalten danach Ort- und Zeitangaben weiterer Entladungen, ehe sie im normalen Umlauf an jene Plattform gerieten. Ich finde über eine andere Plattform heraus, wo sich die betreffenden Geräte befinden, suche Kameras im Umfeld jener Locations (was in alternativen Gebieten ein Glücksspiel ist), finde ein paar Cyberaugen und ein paar Livepics irgendwelcher fehlgeleiteter Anarchokids und identifiziere darüber zwei Kollegen des Killers (oder zumindest zwei Leute, die in etwa demselben Zeitraum Chit-Guthaben aus derselben Splitting-Operation erhalten haben).
.rez

Klingt irre kompliziert.
Konnopke

Willkommen in der Welt des echten Hackings im Kontrast zu „ich steck mir ein Kabel von einem teuren Gerät in mein teures Implantat und lade ein teures Programm“.
.asl

Die komplexe Fantasiegeschichte in allen Ehren, und sie ist ja nicht falsch, aber eine „gewöhnlichere“ Story ist zum Beispiel diese: Es wird eine Leiche gefunden, du willst oder sollst herausbekommen, wo sie herkommt, du findest einige Chits und liest aus, dass die meisten zuletzt an Position xyz ge- oder entladen wurden, und damit hast du einen Anhaltspunkt, wo der Heimatkiez des bzw. der Toten liegt.
.root

Als ob man in Berlin eine Leiche finden würde, die noch Chits, Wertsachen oder verwendbare Organe bei sich hat.
.krah

 

 

Connection: Schlips

Der Schieber mit dem Namen Schlips ist bereits in SR-Publikationen aufgetaucht (Datapuls:ADL, S.123, und Berlin 2080, S.166). Tatsächlich basiert der Shadowrun-Charakter auf dem gleichnamigen Stammfixer und seinen Club „Purgatory“ in meiner alten Cyberpunk 2.0.2.0.-Runde (ein Fragment HIER).

Hier nun Details zu diesem interessanten Auftraggeber, Vermittler, Dealmaker, Betrüger und Überlebenskünstler aus Berlins Norden. In kommenden Posts werden euch auch sein Club „Fegefeuer“ genauer vorgestellt sowie ein Schrapnell (Mini-Abenteuer) rund um ihn und seine Geschäfte präsentiert. Viel Spaß damit!    

Prolog

Freistadt Berlin, Mitte Dezember.

Die Nachricht kommt kurz vor Mittag. Sie ist von Schlips, einem Schieber aus Pankow. Sie ist kurz und lautet: “Treffen Fegefeuer übermorgen 1600. Kleiner Job, 1 Abend, LoRisk, 500 Jetts oder IOU”.

Du lehnst dich zurück. Hörst dem monotonen Prasseln des Regens auf dem Synthplast der Scheiben zu. Es regnet seit Tagen. Keine Spur von Weißer Weihnacht.

Irgendwo kreischt ein Kuznechik in den Häuserschluchten, während du dir eine selbsterhitzende Dose Soykaf aufreißt und den Wetterbericht aus der Matrix ziehst. Keine Wetteränderung in Sicht. Egal was der “kleine Job” umfassen soll, egal ob Dauerregen ein guter Vorteil sein kann, es bedeutet Arbeit in der säurekalten Nässe, für lausige 500 in Casinochips. Oder einen I-Owe-You. einen Gegengefallen.

Aber: Es ist das erste Mal, dass Schlips dir einen Job anträgt. Vielleicht Zeit, Küsschen zu geben. Eine Möglichkeit, positiv in Erinnerung zu bleiben. Für nächstes Mal, wenn es vielleicht was Größeres gibt.

Du kennst Schlips nicht besonders gut, aber wenn deine Instinkte noch nicht völlig tot sind, verspricht er ein ganz guter Kontakt zu sein. Ein Berliner Mischblut, heißt es auf der Straße. Gut, denn das bedeutet, dass an ihm nicht noch verborgene Verpflichtungen gegen den Familienclan oder irgendein obskures Syndikat aus seinem Heimatland hängen. Schlecht, denn Bastarde sind in den Augen der abstammungsbewussten Verbrechensgruppen, von denen es in Berlin mehr als zu viele gibt, entbehrlich. Und gerne das Opfer eines Job of no Return.

Schlips’ Operation ist übersichtlich. Ein weiteres dickes Plus. Ein kleiner Club in der ehemaligen Vier-Evangelisten-Kirche in Pankow nördlich des Dreamlands, ein paar Lagerhäuser etwa sechs Klicks weiter nördlich, ein wohl ganz gut laufendes Schieber-Geschäft in halb- und illegaler Hardware und Entertainment-Chips, etwas Schmuggel über die Spreeratten, ein paar Connections im Berliner Medien-Biz, etwas Muskel-Backup durch die Hellions, in deren Turf sein Club “Fegefeuer” liegt.

Ein straighter Fixer, keine bekannte Rep als Abzocker oder Verschaukler, dessen größter Haken sein geringes Standing ist. Das bedeutet kleinere Jobs mit weniger Kohle als bei Bigshots wie dem Holländer oder auch einem Urgestein wie Batsche. Immerhin: Schlips ist schon seit ein paar Jahren in Big B aktiv und keiner dieser Totalnoobs, die auftauchen, 1W6 Jobs raushauen und beim ersten Anzeichen von Erfolg vom freundlichen Hai aus der Nachbarschaft gefressen werden.

Er entwickelt sich langsam, aber stetig. Gesichert. Kein Hotshot. PLUS!

Genau wegen seinem geringen Standing hatte Schlips dich angesprochen. Dein Weg hatte dich vor einiger Zeit ins Fegefeuer geführt, und wie üblich hast du bei den mehr oder weniger belanglosen Bar-Talks fallen lassen, dass du auf der Suche nach “freien Nebeneinkünften” seist. Deine nur leicht übertriebene Story deiner Erfahrungen und Kompetenzen hatte den zwergischen Barkeeper aufhorchen lassen, und wenig später bahnte sich dieser schmal gebaute Norm mit der leuchtend roten Vidflash-Krawatte seinen Weg zu dir. Ihr kamt ins Quatschen – zunächst an der Theke, dann kurz in der Sakristei, Schlips Büro, und man beschloss, in Kontakt zu bleiben.

Wie sich die Sache darstellte, kamen ab und an Leute auf Schlips zu mit Anfragen, ob er Leute kennen würde, die bei dieser oder jener Sache behilflich sein könnten.

Hatte er bisher derartige Kunden an andere ihm bekannte Schieber weitergereicht – gegen “Vermittlungsgebühr” – wollte er nun auch ein Stück des Kuchens haben und suchte deshalb Leute, die willens und in der Lage wären, quasi auf Zurufbasis Jobs zu erledigen.

Was, das könne er noch nicht sagen, er würde eben, wenn etwas reinkäme, durchpiepsen, und dann würde man eben kommen oder es bleiben lassen, und notfalls müsse er dann eben den Job doch wieder weitergeben, wenn er niemanden an der Hand hätte, der die Sache übernehmen könne.

Nun also die erste Nachricht. Hundert. Verdammt wenig, selbst für einen kurzen Job, aber besser als nichts, und im Zweifelsfall als “Werbungskosten” verbuchbar.
Umgekehrt: Verkauft man sich unter Wert, wenn man auf so eine Offerte reagiert?

Kriegt man dann auch in Zukunft nur die Molle-und-Korn-Jobs rüber geschoben, unterdessen andere Kontakte von Schlips sich jetzt schlau zurückhalten, um gleich klarzustellen, dass bei denen die Talks erst ab 5K beginnen?

Der Soykaf ist alle, die Dose fliegt aus dem Fenster ins Rauschen des Regens, während du noch immer grübelnd das Trid anklickst. Nur nicht zu eager sein. Schlips würde deine Antwort schon bekommen. Vielleicht würdest du sogar hingehen und dir mal anhören, worum es geht.

Vielleicht würdest du klar machen, FALLS du annimmst, dass das nur ein Freundschaftsdienst quasi als Einstand in eine für beide Seiten fruchtvolle Geschäftsbeziehung wäre.

Schließlich: Was würde in deinem Terminplan für die nächsten Tage schon Wichtigeres drinstehen?

Prolog 2

Freistadt Berlin, Irgendwann.

Das Wegwerf-Handy spielt einen Aztechnology-Werbejingle als Klingelton.

Diese kleinen Dinger nerven, sind aber praktisch, um seine Datenfährte im Globalen Dorf zu tarnen. Außerdem sind sie aktuell eine kostenlose Zugabe zum in deinem Soyreal. Man nimmt sie aus den Flocken, registriert sie durch Anschalten am Hostserver, sie laufen ihre 7 Tage ab und das festinstallierte Chip-Account wird wieder gelöscht. Länger halten die festinstallierten Batterien eh nicht.

MJAM MJAM RIEGEL – schmecken so lecker
MJAM MJAM RIEGEL – für Geschmacksentdecker
MJAM MJAM RIEGEL – kalt oder heiß im Nu
MJAM MJAM RIEGEL – lecker in Schwein und auch in …

“Ja?”

“Fischer.”

Du verziehst das Gesicht säuerlich. Wenn Schlips’ Schlagetot Fischer anruft, handelt es sich um eine Sache, die deinem Schieber Schlips zu unwichtig ist, um sich persönlich damit zu beschäftigen. Oder er will diesen Eindruck erwecken, um den Preis zu drücken.

“Und?”

“Schlips will dich sehen”

Als ob du das nicht wüsstest. Aber du bist nicht Schlips’ Bitch, sondern ein Business-Kontakt. Und je eher Fischer das schnallt, desto besser.

“Schön für ihn. Und warum sollte ich IHN sehen wollen?”

“Job.”

Wärst du ein Newbie in Schlips’ Set, würdest du denken, dass Fischer doof ist. So aber weißt du, dass der Troll dich nerven will. Warum allerdings, ist dir nicht ganz klar. Vermutlich geht es dich auch nichts an. Aber du bist nicht Fischers Fußmatte.

“Reden wir von einem Job, also von Geld für Arbeit, oder wird das wieder eins von Schlips ‘Gefälligkeiten’-Dingern? So von wegen ich arbeite, und er verspricht dafür, wieder an mich zu denken, wenn er den nächsten Job für lau hat?”

Einundzwanzig, zweiundzwanzig, zu lange Zögern. Es IST eins von diesen Gefälligkeits-Dingern. Verdammt.

“Hör zu, Fisch, sag Schlips, er kann mich durch seine Chabos anrufen lassen, wenn er nen JOB für mich hat. Wenn er was Freundschaftliches zu bereden hat, dann soll er mich verdammt noch eins SELBST anrufen.” Und klick.

Der Rückruf kommt rund zwei Stunden später. Schlips hat sich Zeit gelassen, um nicht zu drängend zu wirken. Eile treibt den Preis hoch.

“Ja?”

“Hier ist Schlips.”

“Ah, der Herr persönlich.”

“Tak, sorry, Habibi.” (Er entschuldigt sich. Mein Gott! Es muss wichtig sein)

“Wh’zup?”

“Hör zu, ich könnte Hilfe gebrauchen.”

“Um was geht’s?”

“Schnüffeljob. Nichts Großes.”

“Details?”

“Wenn du hier bist.”

“Ne kadar?”

“Kann ich noch nicht sagen. Ich hab ein paar Jungs an der Hand, die den letzten Job für mich erledigt haben. Die werden von mir erstmal bevorzugt geheuert. Und auch bezahlt, was das angeht.”

“Da Drek? Was soll das?”

“HEY! Ich hab dich beim letzten Mal auch angepingt, aber du hattest keine Zeit. Well, das ist kewl. Du arbeitest Freelance. Aber DIE hatten Zeit, und DIE haben gezeigt dass sie was können, und deshalb haben DIE jetzt erstmal Kredit bei mir. Komm vorbei, klink dich ein, zeig mir, dass du auch was drauf hast, und du bist beim nächsten Mal ebenfalls bevorzugt dabei, so ka?”

“…”

“Hör zu, ich hab keine Zeit für dein Bitchin’, Walla. Sei morgen im Purgatory, 1800, oder lass es eben.”

Schlips

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Schlips ist Berliner und kennt seine Stadt. Als Mischblut aus einem unidentifizierbaren Mix diverser Ethnien könnte er in der Masse bequem untergehen, aber das ist nicht sein Style: Stattdessen setzt er mit dunkler Kleidung und roter Leuchtkrawatte ein klares Zeichen (bis er verduften muss und den Schlips ausschaltet, natürlich).

Bevor er ein Leben in selbstorganisierter Kriminalität begann, arbeitete Schlips einige seiner jungen Jahre im Medienbiz der Stadt: Er scoutete Locations, organisierte Drehgenehmigungen und Security bei den örtlichen Kiezen und Gangs, vermittelte Sternchen und Charaktertypen ebenso wie peinlichen Sozialversagern passende Auftritte in Tridproduktionen und verdealte unter der schwarz gezogene Kopien von Outtakes und Schnittmaterial für Hardcore-Fans und Vlogger.

Diese Nebentätigkeit brachte ihn in Trouble und schließlich in direkten Kontakt zu Martin Hajek, einem Sachbearbeiter in der Abteilung Urheberrechtsschutz der DeMeKo. Zum Glück für Schlips hatte der Konzernhai Hajek größere Fische als Schlips zu fangen und hatte genau zu diesem Zweck Bedarf an einem abstreitbaren Ermittler mit Kontakten in die Raubkopierer- und Sendepiratenszene.

Am Ende wuchs aus dem „ich lass dich nicht in der Havel ertränken, dafür hilfst du mir bei dieser Sache“-Deal eine längerfristige, für beide Seiten extrem lohnende Zusammenarbeit. Hayek fiel auch mit Schlips‘ Hilfe die Karriereleiter hinauf und bedankte sich umgekehrt mit solider Bezahlung, die Schlips den Aufbau seines Clubs „Fegefeuer“ in der aufgegebenen Vier-Evangelisten-Kirche in Pankow ermöglichte.

Heute betreibt Schlips seinen Club mit einigem Erfolg und gilt als zuverlässiger Tipp für Medienkonzerner, wenn es darum geht Dinge außerhalb offizieller Kanäle zu organisieren. Schlips hat einige, überwiegend kleinere Runnercrews an der Hand. Was diesen an Feingefühl oder Erfahrung im Medienbiz fehlt, gleicht Schlips durch seine Szenekenntnisse aus. Außerdem spielt er auf lange Sicht und hat demzufolge kein Interesse daran, Teams sinnlos zu verheizen und damit die Reputation seiner Vermittlungsarbeit zu beschädigen. In beiderlei Richtung.

Neben dem kleinen Nachtclub und seinem Vermittlerbiz operiert Schlips zudem im Bereich Schmuggel und Schwarzmarkt. Was mit ein paar Lagerhäusern zum verschieben von Abfallprodukten seiner Schattenoperationen begann (eine vom Laster gefallene Kamera hier, eine Kiste im Mainstreammarkt nicht mehr verwertbarer Pornflicks da) entwickelte sich zu einem soliden Geschäft, durch das einige seiner Medienkonzerner-Kontakte veraltete (angeblich bei Drehs kaputtgegangene) Tech verwerten (lassen), um dann „nötige“ Neuanschaffungen von aktueller Toptechnologie zu beantragen. Seine Kontakte ermöglichen es ihm umgekehrt, Kunden mit sehr speziellem Tech-Bedarf zu bedienen, und das zunehmend auch außerhalb des Medienbereichs.

Dass Schlips angeblich auch Kontakte zu Evo, Horizon, der AGC und anderen Big Playern hat, ist zwar nicht falsch, aber eher das Ergebnis von Schlips‘ Investitionen in seinen Ruf: Immer wieder beauftragt er etwa Runner mit Schreibrecht auf Arachnet und Panoptikum, seinen Namen und seine guten Connections zu erwähnen.

Schlips arbeitet von seinem Club aus, wo er entweder oben auf der früheren Orgel-Empore thronend mit guten Freunden oder in seinem Büro in der Sakristei anzutreffen ist. Tatsächlich wohnt er auch in der Kirche, nämlich in den darunter liegenden Räumen.

Schlips – Schieber und Low Level Crimeboss [SR6]

Als Connection: Einflussstufe 3

Beschreibung: Ein gutaussehender, junger Norm mit zurückgegeltem Undercut und mehreren Piercings. Schlips bevorzugt unifarbenen À-la-Page-Look mit schwarzen und anthrazitfarbene Hemden zu einem gleichfarbigen Actioneer-Geschäftsanzug. Dazu trägt er Halbschuhe mit einer massiven Sohle, die eher wie Kampfstiefel wirken.

Attribute: K3 G5(6) R4(6) S2 W4 L3 I5 C5 EDG4 ESS3,1

Initiative: 11 + 3W6

Handlungen: 1 Haupt, 4 Neben

Zustandsmonitor (K/B): 10/10

Verteidigungswert: 5

Vorteile: Analytischer Geist, Erster Eindruck, Fotografisches Gedächtnis, Vertrautes Terrain (Fegefeuer-Kiez)

Nachteile: Abhängigkeit (Nic-Sticks, Stufe 3), Simsinn-Desorientierung

Aktionsfertigkeiten: Athletik 2 (Parkour +2), Einfluss 5 (Verhandeln +2), Feuerwaffen 4 (Pistolen +2), Nahkampf 2, Überreden 7 (Beschwatzen +2), Wahrnehmung 3 (Sehen +2)

Wissensfertigkeiten: Berliner Syndikate, Medienwirtschaft, Berliner Konzernpolitik

Sprachfertigkeiten: Berliner Gossensprache M, Hochdeutsch 3, Englisch 3, Tschechisch 2, Arabisch 1, Japanisch 1, Russisch 1

Bodytech: Datenbuchse, Maßgeschneiderte Pheromone [Stufe 3], Reflexbooster [Stufe 2], Smartlink, Thrombozytenfabrik

Ausrüstung: Actioneer Geschäftsanzug [+2], Gefütterter Mantel [+3], Atemschutzmaske [Stufe 4], Gefälschte SIN [Stufe 3; Lizenzen: Cyberware, Führerschein, verborgenes Tragen], Kommlink [Transys Avalon, Gerätestufe 6, AR-Handschuhe, Subvokales Mikrofon, Trideoprojektor], Kontaktlinsen [Kapazität 3; Bildverbindung, Blitzkompensation, Infrarotsicht], Magnetkarten-Kopierer, Ohrstöpsel [Kapazität 3; Audioverbesserung, RFID-Löscher, Selektiver Geräuschfilter 2], Tarnholster, Wanzenscanner, White Noise Generator [Stufe 6], Zielgerichteter Störsender [Stufe 6]

Waffen: 

  • Schockhandschuh [Waffenlos | Schaden 4B(e) | Angriffswerte 5/-/-/-/-]
  • Sorokin Predator I [Schwere Pistole | 3K | EM | 10/9/8/-/- | 15(s)] (siehe Berlin2080)
  • HaKa MP2 [Maschinenpistole | 3K | HM/SM | 8/8/7/-/- | 24(s)] (siehe Berlin2080)

Connections:

  • Martin Hajek (E6/L4) – Bereichsleiter Urheberrechtsschutz der DeMeKo Berlin, ein enger Mitarbeiter Björn Taubes und der führende Exec im Kampf der DeMeKo gegen Raubkopierer und Piratensender, die DeMeKo-Filme, -Shows und -Musik streamen ohne dafür zu bezahlen
  • Tanja Cattarius (E3/L3) – Sekretärin mit eigenen Karriere-Ambitionen im Evo-Konzern.
  • Tarot (E2/L4) – Erwachte elfische Chefin der Hellions-Gang, die im Fegefeuer die Security macht und das nähere Umfeld kontrolliert.
  • Styx & Stones (E1/L3) – Zwergen-Zwillinge, die sich den Job als Barchef im Fegefeuer teilen (jeder 8 Stunden täglich).
  • Fischer (E2/L4) – Schlips‘ Troll für’s Grobe und sein Bodyguard, einstiger Streifencop.

Lebensstil: Mittelschicht (1 Monat bezahlt)

Nutzungsmöglichkeiten: Auch für das Schlips-Lebensgefühl empfiehlt es sich, einige Stunden Grand Theft Auto V gespielt zu haben. Speziell Missionen im Planungsraum des eigenen Appartments, Jobs für Motorradclubs und natürlich das Management des eigenen Nachtclubs. Schlips ist ständig auf der Suche nach neuen Runnertalenten, denen er zunächst Aufträge wachsender Komplexität zuschanzt, ehe er die Crew dann direkt für eines seiner eigenen „dicken Dinger“ einsetzt. Zudem vergibt er Low-Risk-Alltagsjobs des Fegefeuers und der umgebenden Nachbarschaft gern an Anfängerteams, um „verborgene Goldnuggets aus dem Straßenschlamm zu sieben“.

Megaload 12.2019

Ein fettes Teil zum Jahresabschluss! Mit Zufallstabellen für Weihnachten in Berlin, einer neuen Location (Café Goldstein in Pankow am Rand des Dreamlands), zwei Drohnen (BSR Müllsammeldrohne und Sony Versatile Anthropromorphe Drohne mit SR6-Werten), Weihnachtsanzeigen und einem umfassenden Artikel über die Neo-Nomaden der Rollheimer. Ho, Ho, Ho!

Bildschirmfoto 2019-12-16 um 10.32.08

PDF Download ::: schattenload_2019-12

Kassandra und die gesichtslose Stadt

SLDas Thema Gesichtserkennung wurde hier auf Shadowrunberlin.de schon einmal behandelt, „damals“ noch unter dem Gesichtspunkt der SR5-Regeln. Mit dem Quellenbuch „Berlin 2080“ wurde eine Initiative einiger Konzerne plus natürlich der BERVAG eingeführt, den öffentlichen Raum in Berlin schärfer zu überwachen [#berlin2080 „Kassandra“, S.8 und S.121]. Das Folgende ist ein Vorschlag, wie Kassandra und der Kampf gegen den Überwachungsstaat regeltechnisch in Shadowrun 6 umgesetzt werden kann. Als solches ist es ein Vorschlag für eine Hausregel. 

Die VolksSIN-Einführung hat den Bestand biometrischer Bürgerdaten unter Kontrolle der BERVAG explodieren lassen. Vor allem MSI und Messerschmidt-Kawasaki drängen seit Langem darauf, die Macht dieser Daten zur Terrorabwehr und gegen die Sprawlguerilla zu nutzen. Nach intensivem Lobbying und Schattenoperationen konnten wichtige Entscheidungsträger im Ratsausschuss für Öffentliche Dienste dazu gebracht werden, die entsprechende Initiative voranzutreiben. Um ein weiteres Scheitern im Berliner Rat zu vermeiden, ging man direkt über die BERVAG: Man gewann Polizeidirektor Yilmaz Wojenko (PsiAid) und Verkehrsdirektorin Aiko Kuizumi (Renraku) als Unterstützer der Sache, die wiederum Generaldirektor und Bürgermeister Dr. Paul Zöller von der Notwendigkeit einer verbesserten Terrorabwehr überzeugten.

Das im Aufbau begriffene KASSANDRA-System ist kein neues Überwachungsnetz in dem Sinne, dass dafür neue Kameras aufgestellt werden müssten (obwohl auch das eine der angestrebten Maßnahmen ist). Vielmehr geht es darum, die BERVAG-Daten über Volks- und kriminelle SINs mit großen, bestehenden Kameranetzen (wie Renrakus ALI) und öffentlich zugänglichen Datenbeständen aus Apps und sozialen Netzwerken (wie iProtect (MSI/Aktion Berliner Zukunft) und MOMO (DeMeKo)) zusammenbringen. Per VolksSIN oder Fahndungsfotos erfasste Gesichter könnten dann sowohl online als auch in der realen Welt gesucht und die Bewegungen von Gefährdern besser verfolgt werden. Inklusive deren Nähe zu einem Tatort.

Genau dieses Szenario haben Anarchisten, Alternative und viele Berliner Piratensender seit Langem erwartet. Warnungen vor der kommenden Überwachungsmatrix Mitte der 2070er und Leaks zu angeblichen Geheimplänen für eine Vollüberwachung Berlins sind der ursprüngliche Impuls sowohl für die Berliner Gesichtsverschleierung z.B. durch Jynx-Schminke [#berlin2080 S.21, Beispiele HIER] als auch für die Abdeckung zahlreicher Straßenzüge mit Planen und Gerüsten.

Aktuell befindet sich KASSANDRA auf einigen Systemen im Testlauf. Offiziell dürfen die Erkenntnisse des Systems nicht für Verfolgung und Verhaftung genutzt werden – dafür ist außerhalb der Anlagen und Gebiete von MK, MSI, EMC und etwaiger weiterer aktiver Unterstützer die Zustimmung des Berliner Rates oder eine direkte Anordnung des BERVAG-Generaldirektors Dr. Zöller erforderlich.

Natürlich weißt du selbst als Spielleiter am Besten, ob der aktuelle Konzerngegner deiner Runner Zugriff auf KASSANDRA-Gesichtserkennung besitzt und ob er diese Daten ggf. auch widerrechtlich benutzen würde. Zur Überprüfung, ob KASSANDRA ein Gesicht korrekt erkennt und ggf. von einer Kamera zur nächsten verfolgen kann, würfle für KASSANDRA 2, innerhalb von MK- und MSI-Anlagen 4 Würfel und addiere Würfel in Höhe des Sensorwerts der verwendeten Kamera oder Drohne dazu (typische Verkehrskameras in Berlin haben Geräte- = Sensorstufe 1–2, Sicherheitskameras meist 3–4). Dann mach einen einfachen Test:

Situation / Schwellenwert
Basiswert (Ziel ahnungslos und ungetarnt) 2
Ziel bewegt sich in einer dichten Menschenmenge +1
Ziel weicht Kameras aktiv aus und wendet sich ab +1
Ziel hat seit dem letzten Kontakt das Aussehen/Kleidung geändert +1
Ziel verwendet modische, ID-verschleiernde (Jynx) Gesichtsschminke +2
Gesicht des Ziels teilweise verhüllt (Mütze, Clochette, Schal, Atemfilter) +1
Gesicht des Ziels völlig verhüllt (Burka oder Hassmaske mit Brille, geschlossener Integralhelm, Mütze plus Brille und Filtermaske) +4*

*Ist das Gesicht vollständig verborgen, kann KASSANDRA den Gesuchten dennoch anhand seines Gangs identifizieren, aber nur dann, wenn eine Bewegtbildaufnahme des Gesuchten zur Verfügung steht.

Verwendet das Ziel Schminke und Maskierungen, kannst du stattdessen auch eine vergleichende Probe gegen Heimlichkeit + Charisma durchführen und den Charakter aufgrund begünstigender Faktoren aus der obigen Liste als im Vorteil bewerten (1 bis 2 Edge, das für die Probe verbraucht werden muss oder verfällt).

In allen Fällen gilt, dass KASSANDRA das gesuchte Ziel umso besser identifiziert und weiterverfolgt, je mehr (Netto-)Erfolge erzielt wurden.

Brennpunkt: Drakequartier [2/2]

Das Drakequartier

// Dateiupload von .REZ // 01.11.2080 – 20:22:22 – FORTGESETZT

Hinweis: Locations ohne „SRB“-Locatiomarker werden im Quellenband „Berlin 2080“ beschrieben.

Bildschirmfoto 2019-09-26 um 14.18.38.png

SRB005 > Drake International Industries 
Mitte – Stülerstraße 2

Der Immobilien- und Hochtiefbau-Konzern Drake International Industries möchte sehr gerne am weiterhin wachsenden Berliner Bau- und Immobilienmarkt partizipieren und hat diesem Anspruch mit dem Drakequartier ein erstes, deutliches Zeichen gesetzt. In seinem Bürobau an der Stülerstraße befindet sich neben dem Quartiersmanagement eine Repräsentanz des Unternehmens mit Planungs- und Architekturbüros, mondänen Empfangs- und Präsentationsräumen, einem Architecture Showroom und VR-Arbeitsplätzen für 50 Immobilienvertriebler. 

Drake International Industries kommt verdammt spät zum Berliner Immobilien-Futtertrog und weiß das auch. Den regulären Gesetzen des Marktes nach müsste das Unternehmen in billige Randlagen investieren und mit viel Mühe und langfristiger Infrastrukturentwicklung rentable Wohn- und Geschäftsquartiere entwickeln. Damit bliebe es allerdings im Stadtbild weitgehend unsichtbar, und das scheint gegen deren Ego zu gehen. Vielmehr scheint sich der Konzern in Premiumlagen einzukaufen, auch wenn das angesichts der Immobilienblase irre Gelder kostet: Im Zentrum präsent zu sein, scheint das Geld wert.
 .root

Gerüchte wollen wissen, dass auch GENOM verstärkt in Berlin aktiv ist. Ob deren Aktivitäten allerdings unmittelbar mit Drake verbunden sind, bezweifele ich. Vielmehr scheint Drake darauf abzuzielen, irgendwo und möglichst zentral in Berlin ein „Birsfelden II“ zu errichten: Ein funktionierendes, modernes Stadtviertel, mit dem der Konzern beweist, dass er Dinge kann, für die S-K und Konsorten nur zu doof waren. /Sarkasmus off
 .rez

SRB006 > Konrad-Adenauer-Haus
Mitte – Klingelhöferstraße 8

Die Berliner haben Regierung und Parlament der ADL nie verziehen, bei Nacht und Nebel aus Berlin verschwunden zu sein und Hannover zur Hauptstadt gemacht zu haben (natürlich möchte kaum ein Berliner, dass Berlin je wieder Hauptstadt wird, aber motzen kann man ja trotzdem). Obwohl die Berliner dadurch grundsätzlich keine Fans bundesdeutscher Parteien sind, wird doch kaum eine so sehr gehasst wie die Christliche Volkspartei CVP: Sie war in den entscheidenden Jahren 2014–2030 an der Macht (2014 bis 2018 in Koalition mit der SPD unter CVP-Kanzler Klaus Meißner, derselbe 2018 bis 2022 in Koalition mit der LDFP, 2022 bis 2026 CVP-Kanzler Norbert Menges mit absoluter Mehrheit, 2026 bis 2030 derselbe in Koalition mit der LDFP), und auch 2055 beim de-facto-„Verkauf“ des anarchistischen Berlin an die Großkonzerne saß die CVP im Chefsessel, damals mit Bundeskanzler Bernd Mertens.

Der Berliner Sitz der CVP war somit schon immer ein bevorzugtes Anschlagziel. Während früher aber meist Eier oder Farbbeutel gegen die Glasfront mit den in Dauerschleife laufenden Heile-Welt-Parteispots geschleudert wurden, hat sich die Frequenz und die Munitionierung seit Beginn der Grenzschikanen [#dp:berlin S.6f] [#berlin2080 S.16 u. 31] deutlich verschärft. Seit Monaten stehen Sternschutz-Sondereinheiten, Absperrgitter und Panzersperren entlang der Straßenfront; der Zugang wird nur vorab angemeldeten Besuchern gestattet, die zudem eine Scannerschleuse für Sprengstoffe, Waffen und Cyberware durchlaufen müssen. 

Mit dem „Verrat“ der Reinickendorfer Abgeordneten und CVP-Politikerin Sofia Nordin [#berlin2080 S.8, S.16, S.57f] hat sich das Umfeld des Konrad-Adenauer-Hauses beinahe in eine Kriegszone verwandelt: Die an sich sechsspurige Klingelhöferstraße ist auf nur noch vier Spuren verengt, der Verkehr kommt zu Stoßzeiten trotz weitläufigen Umleitungen und intelligenter Verkehrsplanung regelmäßig vollständig zum Erliegen. Auch finden verstärkt Fahrzeugkontrollen durch den Sternschutz statt – Runner mit „auffälligen“ oder auch „auffällig unauffälligen“ Fahrzeugen (wie Pizzatrucks, die durch das Gewicht ihrer Panzerung schwer auf ihren Achsen liegen) sollten sich vorsehen. 

Zu den wichtigsten Berliner CVP-Politikern zählt neben Sofia Nordin (noch immer BA Reinickendorf, zumindest bis zur juristischen Klärung des Falls), Gregor Thielke (BA Schönefeld) und Fabian von Wittich (BA Potsdam) vor allem der Berliner CVP-Chef Dr. Adam Luger, ein Ziehschüler der „ewigen Innenministerin“ Sandra Sagehorn mit nachrichtendienstlichem Hintergrund. Auch die CVP-Kandidatin für Spandau, Dr. Katrin Lara Wegener, soll nicht unerwähnt bleiben.

Klingt, als habe Zoé in letzter Zeit einige Bessergestellte kutschiert.
AK Pulco

Kann man so sagen. Bin trotzdem froh, dass es vorbei ist. Kinder reicher Eltern können sehr anstrengend sein, gerade wenn sie sich für extrem „Straße“ halten.
Zoé

SRB007 > Der Kleine Figurengarten
Mitte – Tiergarten

Nur wenige Statuen und Kunstobjekte des Tiergartens haben die Anarchie überlebt, und viele davon passten einfach nicht zum japanisierten Neuentwurf des Stadtparks. Während ein paar Einzelstücke verkauft bzw. verschenkt wurden – die meisten an die Preußenstiftung – hat man einige ausgewählte Einzelobjekte in den Figurengarten umgesiedelt. Weitgehend abgeschnitten und durch blickdichte Hecken vom Rest des Tiergartens getrennt, sind im Figurengarten acht Skulpturen um ein recheckiges Rosenbeet und einen zentralen Brunnen verteilt. Am Rand des Gevierts ziehen sich rot getünchte Rosenbögen, unter denen historische Bänke aus dem alten Tiergarten zum Verweilen einladen. Den westlichen Abschluss bildet die Pergola aus dem früheren Rosengarten. Der Figurengarten wird von den meisten Besuchern des Tiergartens übersehen und ist daher für intime Stelldichein und nachts auch für diskrete Übergaben recht beliebt. 

Bei den Skulpturen handelt es sich größtenteils nur um Reste einstiger Personengruppen. Zum Beispiel ist die „unbekannte Muse“ rechts der Pergola tatsächlich ein Teil aus dem Sockel des früheren Goethedenkmals von Fritz Schaper, und die Haydn-Statue rechts daneben war einmal Teil einer Doppelskulptur von Haydn und Mozart. Die beinahe makellos erhaltene Bronzestatue der Diana hingegen kommt überhaupt nicht aus dem Großen Tiergarten, sondern stammt aus dem Rosengarten im Humboldthain.
Node

SRB008 > Zoo Terrassen
Mitte – Katharina-Heinroth-Ufer

Am Nordende des Zoologischen Gartens befinden sich die Zoo Terrassen, ein aus zwei Ebenen bestehendes Aussichts-Café mit herrlichem Blick über das Karkadann-Gehege [#schattenhandbuch1 S.123] nach Süden bzw. über den Landwehrkanal Richtung Tiergarten nach Norden. Bummler und Radfahrer nutzen gerne den zwischen Zoo-Gitterzaun und Landwehrkanal verlaufenden Spazier- und Radweg, durch den man immer wieder auch Blicke auf einzelne Zoo-Tiere werfen kann. Wer dadurch spontan Lust bekommt, den Zoo zu besuchen, kann diesen auch durch das Café der Zoo Terrassen als drittes, neues Tor neben dem historischen Löwentor (Hardenbergplatz) und Elefantentor (Budapester Str.) betreten. Kulinarisch sind die Zoo Terrassen nicht weiter bemerkenswert, erfreuen sich aber wegen ihrer langen Öffnungszeiten speziell im Sommer großer Beliebtheit: Auch viele Zoobesucher genießen es, am Ende ihres Besuches hier einzukehren und zuzusehen, wie der Zoo zur Ruhe kommt. 

Der Cafébetrieb bringt es mit sich, dass an den Zooterrassen weit mehr Gewusel herrscht als an den eigentlichen beiden Haupttoren – ein guter Zugangspunkt, sollte man einmal diskret den Zoo betreten wollen.
 .krah

 

Schattenload 11.2019

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PDF Download ::: schattenload_2019-11

Anmerkung: Vielleicht fragt ihr euch, was das Objekt hinter dem Windschutz (direkt rechts des BMW-Logos) ist. Hierbei handelt es sich den Handschutz für die Steuerung. Die Blitzen 2080 hat nicht wie „alte“ Motorräder eine zentrale Lenkstange mit Quergriff, sondern links und rechts zwei separate horizontale „Controller“, die nach innen gerichtet sind. Stürzt der Fahrer, schlägt das Bike auf dem Handschutz/der Außenseite der Steuerung auf.

 

Brennpunkt: Drakequartier [1/2]

 

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Im Crashsite Café // Original Artwork from Echo Chernik (Cover of the „Shadowrun Returns Anthology“ book)

Das Drakequartier

// Dateiupload von .REZ // 01.11.2080 – 17:34:12

Auch als Berliner kann man nicht jede Ecke der Stadt kennen. Im Gegenteil: Die meisten von uns sind so in ihrem Kiez verbunkert, dass sie selbst Affenklops und Fernsehturm nur aus dem Trid kennen. 

Der jüngst erfolgte Upload der Filesammlung [#berlin2080] hat bei mir die Neugier auf all die Ecken geweckt, die im Load beschrieben wurden, und von denen ich selbst noch nie gehört habe – oder die ich eben schon „kenne“, die ich aber noch nie offline und in persona gesehen habe. 

Anyway. Bei meinen Wanderungen in der City-West stolperte ich in der AR über einen Immobilien-Link zum „Drakequartier“, und da das in der Nähe lag und ich grad nix Besseres vorhatte, hab ich es mir angesehen. Und das Folgende entdeckt. Enjoy. 

Hinweis: Locations ohne „SRB“-Locationmarker werden im Quellenband „Berlin 2080“ beschrieben. 

Bildschirmfoto 2019-09-26 um 14.18.38.png

SRB001 > Das Drakequartier
Mitte – Drakestraße / Neue Drakestraße

Das Drakequartier ist ein Immobilienprojekt von Drake International Industries [#datapuls:schweiz S.25] auf dem Boden des früheren „Erweiterungsgeländes“ des Zoologischen Gartens. Besagte Erweiterung wurde 1987 eröffnet und war die einzige Auslage des Zoos nördlich des Landwehrkanals (soweit ich in alten Artikeln erkennen kann, waren hier u.a. Kängurus, Strauße und Springböcke untergebracht). Nach Freisetzung bzw. Verzehr der Zootiere, Abholzung der Anlagen und Zerstörung der meisten Gebäude in der Anarchie ist der Zoo heute nur noch ein Schatten seiner selbst (mehr dazu [#berlin2080 S.83ff]). Dass er überhaupt noch betrieben wird, ist die Folge einer ganzen Reihe kleiner Wunder. Und eines jener Wunder ist eben der Verkauf des Erweiterungsgeländes, um mit den dringend benötigten Einnahmen andere Bau- und Renaturierungsmaßnahmen finanzieren zu können.

Der Zoologische Garten ist eine absolute Premium-Immobilie, nach der sich Dutzende Unternehmen die Finger lecken. Kleinere Projekte schielen darauf, einzelne Grundstücke am Rand des Gartens zu akquirieren und zum Beispiel NOCH ein weiteres Nobelhotel hochzuziehen. Andere, deutlich „visionärere“ Pläne umfassen die Umgestaltung des gesamten Zoos in ein neues Stadtviertel – je nach Entwurf ein durchmischter Kiez für urbanes Leben, Arbeiten und Shoppen (auf Luxusniveau), ein asiatisch geprägtes und somit zum Tiergarten passendes Business Center für Unternehmen aus dem panasiatischen Raum oder aber ein repräsentativer Konzerncampus für einen der großen Zehn, der (angeblich) groß in Berlin einsteigen will.
 Corpshark

Das hieße ja höchstens Ares oder Wuxing. Alle anderen der Großen Zehn sind ja schon da oder haben bereits erkannt, dass der Move eine echte doofe Idee war. Ah, oder sie haben sich gerade neu aufgestellt und sind somit Spinrad Global, natürlich.
 .asl

Ares hat aktuell ganz andere Probleme, und dass Wuxing in Berlin groß einsteigt, bezweifele ich SEHR. Spinrad hingegen würde Sinn machen – die haben noch globalen Nachholbedarf im Bereich der betongewordenen Schwanzverlängerung, und der Büroturm von (Ex-)Global Sandstorm in Kreuzhain [#berlin2080 S.86, #10 auf der Karte dort] könnte zu klein für ihre Ambitionen sein. Richtig glauben kann ich aber auch das nicht.
 .root

Der Name des Quartiers hat natürlich „eigentlich“ nichts mit Drakes oder Drake Industries zu tun (deren Name erst recht nichts mit Drakes zu tun hat), sondern leitet sich von der nach dem Bildhauer Friedrich Drake benannten Drakestraße ab, die es hier schon lange vor dem Erwachen gab. Das hindert Makleralgorithmen freilich nicht, mit dem Namen des 2076 fertiggestellten Drakequartiers zu spielen und einige der modernen und großzügigen Stadtwohnungen einer drachischen bzw. dracopositiven Klientel anzubieten. Ob absichtlich geworben oder rein zufällig gehören zu den prominentesten Wohnungs-Eigentümern mindestens zwei tatsächliche Drakes: Erstens die Lung nahe stehende chinesische Violonistin Shen Qinqin und zweitens der unabhängige(?) südamerikanische Autor, Anarchist und Intellektuelle Alejandro Durmiente (ein Drake in der Form einer gefiederten Schlange). 

 Wie man bei einem Projekt von Drake Industries erwarten darf, sind überproportional viele Wohnungseigentümer im Drakequartier Elfen der Upper Class. Hinweise auf eine gezielte (programmatische) metarassische Bevorzugung habe ich zwar nicht für das Drakequartier bzw. den Standort Berlin finden können, diese kann aber angesichts der Vorgeschichte der GENOM-Tochter als „strukturell bedingt“ vorausgesetzt werden.
 .rez

SRB002 > Crashsite Café 
Mitte – Neue Drakestraße 2

Wo heute das Crashsite Café Berliner und Besucher zum Verweilen im ausgedehnten Biergarten einlädt, befand sich schon früher eine beliebte Restauration, das „Café am Neuen See“. Bereits ein paar Jahre vor dem Letzten Gesetz wurde es geschlossen und die Gebäude verkamen zu mit Graffiti überzogenen Ruinen. Nach dem „Sieg“ der Konzerne erhielt das Areal eine unfreiwillige Dekoration in Form einer tonnenschweren Baudrohne, die – beladen mit Durazement – in den Neuen See stürzte. Im Laufe der Zeit sank das Ungetüm so weit ein, dass nur noch Teile des meterlangen Rumpfes und drei seiner einst fünf Rotoren aus dem Wasser ragen. Die Bergung war erkennbar knifflig und so schob man das Projekt „Neuer See“ in der Neuplanung des Tiergartens immer weiter nach hinten. 2069, als der Tiergartens bereits voll im Umbau zum Japanischen Garten begriffen war, eröffnete eine Gruppe Künstler das Crashsite Café: Die Ruinen des alten Cafés nutzend, wurde eine Mischung aus Biergarten und Kunstinstallation geschaffen und das Wrack der Baudrohne selbst zum Kunstwerk umgewidmet. Nach einigen Jahren Streit zwischen den Betreibern und den Japankons, die das anarchistische Künstlercafé als Störfaktor in der perfekten Kunst-Kulisse des japanisierten Tiergartens betrachteten, einigte man sich auf einen vorerst bis 2082 befristeten Pachtvertrag. Die vorangegangene Medienberichterstattung über den Streit und einige kreative Protestaktionen machten das Crashsite Café berlinweit bekannt und sehr bald auch beliebt. Von Frühling bis spät in den Herbst tummeln sich hier Ausflügler und Nachtschwärmer, nur im Winter versinkt das Café in eine Art Dornröschenschlaf.

In den Gebäuden, Bauwagen und zusammengezimmerten Anbauten des Cafés leben in etwa 20 Künstler aus aller Welt – die Bewohner wechseln ständig. Nur ein harter Kern von etwa sechs Künstlern um den komplett tätowierten, orkischen Café-Chef Frank Fakesin bleibt stets derselbe. Hinzu kommen noch etwa ein Dutzend Kinder der Künstler-Kommune.
 Fienchen

SRB003 > Hotel Rozalia
Mitte – Neue Drakestraße 3

Mit zwölf Stockwerken ist das durch Drake Industries entwickelte Hotelgebäude das höchste Bauwerk des Drakequartiers. Ursprünglich sollte hier ein weiteres gesichtsloses Luxushotel entstehen, doch kurz vor Fertigstellung 2070 ging den Investoren die Luft aus (sowohl finanziell und im Falle einiger Schlüsselpersonen auch tatsächlich – Genaues weiß man nicht, aber die iranische Investorengruppe war wohl in ihrer Heimat knietief ins organisierte Verbrechen verstrickt und kam bei Revierkämpfen des OV unter die Räder (erneut: wörtlich)). Natürlich gab es mehrere andere Interessenten, aber dann kam es in Berlin zu den Unruhen, aus denen schließlich die Einheit hervorgehen sollte. Dass alles gut ausgehen würde, wusste man vorher freilich nicht: Erschrocken über Horrormeldungen, die einen neuen Bürgerkrieg in Berlin prophezeiten, sprangen die Big Player ab, und der bis dato weitgehend unbekannte Finanzier Damien Yegonov [Berlin2080 S.58] aus Ostberlin krallte sich die Immobilie. Sein Plan war, ein Hotel für Vermögende zu schaffen, die ein berechtigtes Misstrauen gegen Megakonzerne und Sorge vor staatlicher Überwachung haben. Das Hotel Rozalia brüstet sich damit, das Hotel mit der besten Privatsphäre in den westlichen Sektoren zu sein, und zudem das modernste „alternative“ Hotel der Stadt. Benannt wurde das Hotel nach der einflussreichen Arbeiterführerin und Kommunistin Rosa Luxemburg (Geburtsname: Rozalia Luksenburg), die 1919 ermordet und unweit im Landwehrkanal versenkt wurde. Im Foyer des Hotels und einem Teil des Untergeschosses befindet sich ein kleines Museum zu ihrem Gedenken. 

Anders als das Krasnaya Zvesda Schlosshotel [Berlin2080 S.55] ist das Hotel Rozalia weit entfernt von Drogenparties und Sündenbabel. Tatsächlich ist es ein sehr gediegenes, ruhiges und modernes Hotel, das Gästen neben solidem Service und dokumentierter Blockadehaltung gegen Polizeikräfte gleich welcher Art auch diverse diskrete Liefer-, Verschleierungs- und Fluchtservices anbietet. Wer also als Runner mal gediegen nächtigen und in einem Hotel-Spa relaxen möchte, ist hier gut aufgehoben.
 .sphynx

SRB004 > Sol Media Berlin
Mitte – Neue Drakestraße 1

Zusammen mit dem östlich angrenzenden Gebäude Drakestraße 1 ist dieses Haus Teil eines Bauensembles aus Prä-Anarchie-Zeiten. In der Zeit, als Berlin Hauptstadt der Bundesrepublik war, saß hier die Botschaft von Spanien. Heute beherbergt der altehrwürdige, neoklassizistische Bau und sein historisierter Nebenflügel die offizielle Repräsentanz der Sol Media Group in Berlin. Natürlich verfügt der nicht gerade als zimperlich geltende Konzern, dessen Schocker- und Skandalformate in der ADL immer wieder für gekünstelte Empörung sorgen, über gleich mehrere Produktionsstandorte in der Freistadt. Hier in der Neuen Drakestraße sitzt „nur“ die Verwaltung inklusive Buchhaltung, Personalbüro, einigen Konferenzsälen und natürlich diversen Servern, in denen sich allerlei Paydata finden ließe.

 Interessant, dass Sol Media sich in einer Drake-Industries-Immobilie einnistet bzw. die GENOM-Tochter diesen Mieter akzeptiert. Immerhin ist das Verhältnis zwischen Sol Media und GENOM nicht grade freundlich [#geisterkartelle].
 .asl

 Oh, Leute, COME ON! Erstens ist diese Genom-stellt-Präparate-zur-Unterdrückung-von-Technomancer-Fähigkeiten-Räuberpistole zehn Jahre her. Zweitens: wenn jeder Konzern sich mit jedem Mitglied der Journaille verzoffen will, das eine Enthüllungsstory bringt, wäre Hamburg längst von Thorhammer-Einschüssen zu Schlacke verbrannt worden. Drittens war die Botschaft und dann Sol Media ZUERST da; der Rest des Quartiers wurde erst später drumherum gebaut, so dass – Viertens – das Quartier und die Botschaft gar nicht zusammengehören, was aber ebenfalls egal wäre, denn Sol Media ist – Fünftens – nicht Mieter, sondern kostenfreier Nutzer des Botschaftsgebäudes, das – Sechstens – noch immer Spanien gehört.
 Come ON

Das Gebäude wird durch Knight Errant geschützt, und das ziemlich intensiv. Neben den Aufzeichnungsdaten diverser exklusiver Stories, Feeds und Entertainmentformate gilt es insbesondere, belastende Infos über Sol Medias Schattenoperationen in Berlin zu sichern. Dass der Konzern mit der DeMeKo im Dauerclinch liegt, ist ja kein Geheimnis.
AK Pulco

Der heilige Krieg von Sol Media gegen das Al-Akhirah-Syndikat könnte ebenfalls ein Grund sein, aus dem der Medienkonzern diese „Repräsentanz“ unterhält. Das Gebäude ist umfassend gesichert und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Sol Media Runner und eigene Agenten in Berlin auf die Straße schickt, um Hinweise auf Aktivitäten der Al-Akhirah Aswad Mayid in der Freistadt (genauer: dem Emirat) zu finden.
.rez

Der Shahabad [#berlin2080 S.88] ist meiner Ansicht nach fest in der Hand der Al-Akhirah, auch wenn davon niemand etwas gehört haben will. Das in Berlin nur äußerst begrenzt vertretene Syndikat ging in der Vergangenheit sehr behutsam vor – mit dem Doppeltod der russischen Verbrechensspitze und dem neuem, islamistischen Chef der Berliner Grauen Wölfe scheint sich das gerade zu ändern. Gut möglich, dass Al-Akhirah bestrebt ist, das Geschäft der Grauen Wölfe zu übernehmen. Ebenso möglich, dass dies genau das Ziel von Tauh’d ist und immer war.
 Safiya Dafiya

 

Location: Die Garage

Kellerclub / Drive-In Disco | Badstraße Ecke Bastianstraße (Mitte/Gesundbrunnen)

In einer Stadt mit erhöhtem Bedürfnis nach schnellen und sicheren Rückzugsmöglichkeiten ist die Idee einer Drive-In-Diskothek ziemlich naheliegend. Nachdem ein Club namens „Drive By“ an derselben Stelle scheiterte – nicht zuletzt wegen seines Namens, den irgendwelche Ganger als Einladung verstanden – erfreut sich die Garage nicht nur unter Auto-Enthusiasten seit einigen Monaten reger Beliebtheit.

Bildschirmfoto 2019-11-01 um 23.18.37.png

Die Map als PDF: SR6_SRB_Kellerclubs_Garage_MAP

DIE DRIVE-IN DISCO

Das Umfeld der Garage wird durch den Gesundbrunnen und somit den M- und Fernbahnhof Nordkreuz sowie den Humboldthain mit seinem Flakturm und der Luftüberwachungszentrale dominiert [#berlin, #berlin2080]. Die gute Erreichbarkeit mit praktisch allen Verkehrsmitteln inklusive, natürlich, Autos trägt zum Erfolg der Underground Location ganz erheblich bei.

garage-logo

Reinkommen ist während der Öffnungszeiten natürlich kein Problem. Fußgänger wie Autofahrer nutzen dazu die Zufahrtsrampe, wobei nach den üblen Erfahrungen des Drive-By-Clubs inzwischen eine sehr massive Sperrstange und einige Poller dafür sorgen, dass niemand mehr volle Kanne in den Club rasen und johlend alle umlegen kann. Alle Fahrzeuge werden von der Einlasscrew gecheckt, Stammgäste ohne viel Federlesens durchgelassen und allzu offensiv aufgemotzte Fahrzeuge von Szenefremden freundlich, aber bestimmt abgewiesen. Fußgänger haben neben der Rampe noch den regulären „Tiefgaragen-Ausgang“, um die Location zu betreten. Auch hier gibt es eine sehr liberale Einlasskontrolle aus W6+2 Personen (meist Norms und Orks), die aber lediglich offen erkennbare Randalierer abweisen.

Im Inneren ist die Garage ebenso schmucklos, wie ihr Name und die frühere Bestimmung des Ortes als Tiefgarage vermuten lassen. Rohbeton, dicke Stützpfeiler, nackter Boden mit gelben Parkplatzmarkierungen und weitgehend defekte Neonröhren sind die hauptsächlichen Einrichtungsmerkmale. Zu den Rändern der Tiefgarage hin wurden ausrangierte Autositze und diverse Sitzmöbel vom Sperrmüll zu Sitzgruppen arrangiert, insgesamt sorgen drei Bartheken für das leibliche Wohl. Die tatsächliche Einrichtung verändert sich aber von Abend zu Abend und wird durch die oft willkürlich abgeparkten Fahrzeuge der Besucher geschaffen. Zwar gibt es immer einen Disko-Truck mit beeindruckenden Hifi-Aufbauten, aber gerade an Wochentagen kann der Klangteppich des zentralen DJ auch abgemildert oder ganz ausgeschaltet werden, wenn die Garage in diverse kleine Tanzflächen zwischen wummernden Fahrzeuganlagen zerfasert.

HINTER DEN KULISSEN

Als der Betreiber des Drive-By-Clubs (die Kommunistische Klangkooperative Kropunin (KKK)) sich gemeinsam mit seiner Location zerlegte, sah der Ork-Sprawlguerillero Karzer eine gute Möglichkeit, einen Nebenverdienst aufzubauen – von der Möglichkeit, eine alternative Location für konspirative Treffen zum Rattennest [#berlin2080, Grundriss und Detailbeschreibung #berlin] zu etablieren, ganz zu schweigen. Etwa die Hälfte der Sicherheitscrew sind angeworbene Straßenkräfte [SR6 S.205 Mitglied der Go-Gang der Eye-Fivers], die anderen gehören zu Karzers Netzwerk [Berlin2080 S.174 Axis-F-Agent]. Außerdem gehören 6 Junkdogs [Berlin2080, S.179] zur Sicherheitscrew.

Karzer ist bemüht, gute Beziehungen zum Netzwerk der Engel aus dem Heaven im Dreamland aufzubauen [Berlin 2080, S.88], weshalb diese im Club das Monopol auf Drogendeals haben. Chefdealer der Engel im Club ist ein ausgemergelter Elf namens Sepiroth [SR6 Unterhändler S.88, Anpassung auf Elf], der sich im Club viel zu wohl fühlt und sehr gerne den Club von Karzer übernehmen würde.

IDEEN FÜR ABENTEUER

  • Geheime Übergabe. Die Runner werden angeworben, die geheime Übergabe eines extrahierten Topmanagers im Club abzufangen und diesen in den Schoß des Konzerns zurückzuführen. Die ausführenden (Anzahl der Runner + 2) Runner [SR6 beliebige Archetypen] fahren mit einem Roadmaster [SR6 S.304] in den Club und parken am westlichen Rand des Clubs; ihr Schmidt [Berlin2080 Konzernhai S.172] kommt wenig später in einem Mitsubishi Nightsky [SR6 S.304] und 3 Bodyguards [SR6 Mafiasoldat S.207] und parkt direkt daneben, übernimmt die wertvolle Fracht, wickelt die Übergabe und Bezahlung ab und verlässt den Club wieder über die Rampe.
  • Massaker. Karzer lädt verschiedene seiner wichtigsten Businesskontakte und andere Terroristen zu einer großen Party in die Garage. Die Runner erhalten von den Hardlinern von Messerschmitt-Kawasaki den Auftrag, so viele Teilnehmer der Party wie möglich umzubringen. Da Karzer weiß, dass ein solches Event ein lohnendes Ziel ist, wird es durch 5W6 normale Sicherheitskräfte [SR6 S.205 Mitglied der Go-Gang der Eye-Fivers] und 2W6+6 professionelle Widerstandskämpfer [Berlin2080 S.174 Axis-F-Agent] sowie 2 Kampfmagier [SR6 S.85] und 2 Decker [SR6 S.87] gesichert.
  • Fille not found. René Dupunt, ein leitender französischstämmiger Konzerner von ESUS in Berlin, sucht seine Tochter Giselle, die offenbar den freiheitlichen Verlockungen Berlins erlegen und untergetaucht ist. Durch Beinarbeit erfahren die Runner, dass Giselle unter dem Pseudonym „Gazelle“ eine Clubtänzerin in der Garage geworden ist. Giselle ist schwer drogenabhängig und hat die Propaganda der Sprawlguerilla vollkommen verinnerlicht. Sie muss gegen ihren Willen extrahiert werden, aber da sie der Letzten Front angehört wird sie bei Übergabe an ihren Vater die flächenwirksame Cortexbombe zünden und sich plus ihren Erzeuger zu töten versuchen.

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Schattenload 10.2019

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