Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

Kategorie-Archiv: Hosts

Host: Q-Mall

Die Kurfürstendamm-Arkaden – Anarchoberlinerisch die Kurfürstenmall, Neuberlinerisch die Q-Mall – sind das größte geschlossene Einkaufsparadies Europas und eines der touristischen Highlights Berlin. Vom Rathenaukreisel mit der Metropolis-Arkologie im Westen bis zum Nollendorfplatz mit dem auffälligen Club Goya im Osten reicht die Mall, die exakt dem Verlauf des Kurfürstendamms folgt und von der Entlastungstrasse (fälschlich auch Westtangente genannt) überdacht wird. Informationen zur Mall finden sich [HIER]

Natürlich verfügt die Mall mit ihren Dutzenden, ja Hunderten unabhängiger Geschäfte, Brand Stores großer Konzerne, Snackbuden und Edelrestaurants, Juwelieren und Fitness Spas über einen eigenen Host, der in Form zahlloser Vorläufer zu den ältesten kommunalen Netzpräsenzen einer Einkaufsstraße weltweit gehört.

  Tatsächlich fingen die eng verschworenen Betreiber der KuDamm-Geschäfte gemeinsam mit ihren Seilschaften zu Berliner Touristikverbänden, Altparteien und Werbemedienanbietern schon kurz nach der deutschen Wiedervereinigung im 20. Jahrhundert(!) an, unter dem Namen „Bluespot“ ein KuDamm-fokussiertes Werbenetzwerk zu bilden. Nach Schaffung der Matrix, zwei Matrix-Crashs und dem letzten Matrix-Update hat der heutige Q-Mall-Host zwar technisch vermeintlich nichts mehr gemein mit dieser Vorgeschichte als 2D Website oder mobiles Infosystem, tatsächlich daddeln aber in vielen der alteingesessenen KuDamm-Geschäfte noch Uraltrechner vor sich hin, die mangels Notwendigkeit nie ausgetauscht wurden, und zahllose Infotexte und Adresseinträge wurden von der älteren in die jeweilige neuere Version des Bluespot/Q-Mall-Hosts einfach rüberkopiert, der Code automatisch bereinigt und der vermeintliche „Trash“ ebenso automatisch in irgendwelche Backupfiles verlegt, so dass der Q-Mall Host für Altdecker, Vintage System Liebhaber und Datenarchäologen nach wie vor eine wahre Fundgrube sind. Von den im Hintergrund raddelnden bzw. oft funktionslos gewordenen, aber noch immer angeschlossenen Disklaufwerken mancher Einzelsysteme merkt man freilich nichts: Alle aktuell noch relevanten Infodaten wurden längst in die Q-Cloud kopiert und dort weiter verarbeitet, und die Generierung der VR läuft auf High End Systemen und kann (und muss) dem internationalen Vergleich z.B. mit der Tourismusbehörde von Neo-Tokio [#sr5-S229] vollkommen standhalten. Dennoch der Tipp: Im Host der Q-Mall lohnt das Durchwühlen der Mülleimer und das Betrachten von Details und kleinsten „Bugs“.
 Tolstoi

In der aktuellen Inkarnation des KuDamm-Hosts können virtuelle Reisende aus aller Welt ebenso wie jeder Ortsansässige das Erlebnis Q-Mall in der gemütlichen Atmosphäre des eigenen Heims erleben. Der Host bildet die Shoppingwelt der Q-Mall im Maßstab 1:1 in FeelReal(TM)-Qualität ab und bietet selbstverständlich ein Allround-Einkaufserlebnis in Echtzeit:

Alle Läden können online besucht, Kleider virtuell anprobiert, jeder Artikel direkt online gekauft und das virtuelle Abbild direkt für jedes kompatible FeelReal(TM)-Netzwerk wie zum Beispiel die Vision Berlin mitgenommen werden. Im Falle, dass neben dem virtuellen auch der tatsächliche Artikel erworben wurde, geht dem Käufer dieser umgehend zu. 

Auch andere bekannte VR-Tourist-Services wie das Erscheinen der Online Persona in der AR der Q-Mall, über die dann auch eine Interaktion mit den Realbesuchern des Kurfürstendamms möglich ist, sind selbstverständlich verfügbar. 

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Host: Metropolis

Das Metropolis am Rathenau-Kreisel – besser bekannt als westlicher Endpunkt der just in Q-Mall umbenannten Kurfürstendamm-Arkaden – ist eine Berliner Wohn-, Geschäfts- und Unterhaltungsarkologie im Besitz der DeMeKo. Genaueres zur Arkologie in der „Realen Welt“ findet sich [HIER].

Entsprechend der Designphilosophie der auf die Stummfilmzeit und insbesondere Fritz Langs Meisterwerk „Metropolis“ fokussierten Arkologie treibt die Matrixpräsenz der Anlage alle Anleihen und Bezüge auf Langs, aber auch Riefenstahls schöpferisches Werk auf die Spitze:

Das Auffälligste bei Ankunft im Host der Arkologie ist der sparsame Einsatz von Farbe zugunsten einer überragenden Betonung der Form und Plastizität der Dinge: Die meisten Bereiche der Matrixpräsenz – und alle Personas der Nutzer – sind schwarz-weiß, nur gelegentlich werden rote, goldene oder andersfarbige Akzente gesetzt, die dann umso stärker hervorstechen. Wer als Nutzer diese reservierten Farben nutzen will, muss mindestens exzellente Verbindungen zur DeMeKo haben – Faustregel ist, dass insbesondere rote Kleider und goldene Haut nur den Stars der DeMeKo vorbehalten sind.

Der Host des Metropolis enthält eine vollständige Darstellung aller öffentlich zugänglichen Arkologiebereiche und darüber hinaus zahlreiche Clubs, Ballsääle und virtuelle Filmsets, die in der realen Arkologie nicht vorhanden sind. Speziell der Red Ballroom, eine nach Belieben und verfügbare Geldbörse vergrößerbarer Tanzsaal mit goldenen Leuchtern, schwarzen Säulen und einer schwindelerregenden Deckenhöhe gehört zu den Highlights Berliner Matrixarchitektur.

Darüber hinaus umfasst die Hostarchitektur eine ganz dem Gedenken an Langs Metropolis gewidmete Innen-, Außen- und Unterwelt, die sämtliche Schauplätze des Films inklusive Außenszenen, Doppeldecker-bevölkerten Straßenzügen und Fabrikationsghettos umfasst.

 Das Interessanteste hier ist mit Sicherheit die „Außenstadt“, welche eigentlich nicht betretbar, sondern nur aus den Fenstern der Arkologie und von den diversen virtuellen Zeppelinen und Doppeldeckerflüge aus betrachtbar ist: Wie bei vielen Videospielen, sind die meisten Gebäude und Straßenzüge reine Fassade und nicht betretbar. Es soll aber eine Gruppe Decker geben, die nicht nur einen in die Dark City der Außenstadt führenden Hack gefunden haben, sondern auch eine Möglichkeit, von den Hostadmins unbemerkt (oder toleriert?) einige Gebäude weiter zu gestalten. Als „einigermaßen bestätigt“ gilt dabei die Existenz eines verborgenen Deckertreffpunkts namens „Noir“ irgendwo im Gassengewirr unterhalb des Dampflokdepots, in dem die Sprachfunktion abgeschaltet ist und „gesprochene“ Unterhaltungen stattdessen als schwebende Textscreens im Stummfilm-Design angezeigt werden (wobei andere als der eingeladene Gesprächspartner statt der realen Unterhaltung nur Textscreens realer Stummfilme sehen).  
 Konnopke

Ein weiteres Highlight ist der Tanzclub „Globe“, in denen nur auf Filmstars der Schwarz-Weiß-Film-Zeit gestylte Personas zugelassen sind. Dominierendes Feature des riesigen Clubs ist ein gefühlte 100m durchmessender Globus, der sich auf dem Finger des Großen Diktators dreht und in Echtzeit Krisenherde der Welt mit altertümlichen Flaggen-Pins anzeigt. Auch der Rest des Clubs ist im Design des Charlie Chaplin Films gehalten – trotzdem gilt dieser zum Teil aus falschem historischen Verständnis und Humorresistenz, zum Teil aufgrund des natürlich bemerkbaren Fehlens aller Meta-Rassen als Treffpunkt der Berliner Humanis-Bewegung.

Ein weiteres Highlight sind die zahlreichen in den Host implementierten Virtual Reality Games: So kann man sich als King Kong auf dem Weg zur Spitze des Metropolis von Doppeldeckern beharken lassen oder zusammen mit der ebenso real wie literarisch dicht programmierten KI Philip Marlowe oder Rick Deckard erschreckend intelligent gescriptete Kriminalfälle in den virtuellen Amüsiervierteln – oder, per AR, auch an den realen Orten des Metropolis – lösen.

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