Shadowrun Berlin

Die Online Erweiterung von Andreas AAS Schroth

[A] Engel & Wöllner

Trotzdem weit davon entfernt, ein Großkonzern zu sein, hat sich der Edelmakler Engel & Wöllner Cité Immobilien in der Alternativen Szene Berlins einen besonderen Hass-Platz verdient. Im Auftrag seiner bestens betuchten Auftraggeber akquiriert E&W bereits renovierte Nobelpaläste ebenso wie schwer renovierbedürftige Gründerzeitvillen oder  heruntergekommene Massenmietblöcke, die auf zu wertvollem Bauland stehen.

Nach außen hin präsentiert das 2063 aus dem Untergang eines multinationalen Immobiliengiganten hervorgegangene Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main eine durchdesignte Fassade, die sich einzig und allein an Millionäre auf der Suche nach einem repräsentativen Wohnobjekt richtet.

Andere Aspekte des Wirtschaftens – wie die bereits genannte Immobilienspekulation oder die Zwangsentmietung alternativer Wohnprojekte, um das „vorbereitete“ Grundstück an einen Baulöwen zu verscherbeln – werden tunlicht verschleiert und teileise durch eines der E&W Tochterunternehmen durchgeführt.

Das berüchtigste jener Unternehmen in Berlin ist das alternative Einzelgeschäft Jablonski Baugrundstücke & Anlageimmobilien unter Leitung des 34jährigen Orks und Ex-Boxstadtmeisters Patryk Jablonski, das bei der Akquise von Baugrund bzw. zum Abriss vorgesehenen Bauten auch vor Gewalt oder Rückgriff auf Schattenelemente nicht halt macht. Jablonski selbst ist aufgrund seiner früheren Boxkarriere eine stadtweite Berühmtheit und gilt auf der Straße als einer der Köpfe der „Berlin-Mafia“, einem lockeren Zusammenschluss lokaler Krimineller ohne Bindung an eines der größeren ausländischen Verbrechersyndikate.

Jablonskis Kontakt innerhalb von E&W ist Ann-Sophie Delacroix, die im Berlin-Upload beim Scheunenviertel erwähnt wird. Wie es heißt, verbindet die beiden noch aus Zeiten von Jablonskis Boxkarriere eine intime Beziehung – offenbar steht die Nobelmaklerin auf die rohe Männlichkeit des zernarbten Muskelorks und war eine glühende Verehrerin des Neuköllner Superboxers.
Tolstoi

Dass die beiden was miteinander haben ist einigermaßen gesichert. Unklar ist höchstens, wie deren Beziehung geartet ist. Einige sagen es sei ne reine Sexkiste, die auf Delacroix‘ Jugendschwärmerei beruht. Andere sagen, Jablonski sei ihr total hörig oder auf irgendeine Art ausgeliefert – wieder andere sagen das exakte Gegenteil und behaupten, Jablonski sei die Macht hinter Delacroix, habe sich diese gefügig gemacht und über deren Vermögen und Anteil an E&W weit mehr Macht, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.
Vlady Wostock

Wen schert’s was die beiden miteinander haben? Fakt ist, dass Delacroix ein eiskaltes Miststück ist, das gerade in Monopoly-Manier die Rosenthaler aufkauft – und dass Jablonski der „bad cop“ Gegenpart ist, der schon wegen seiner Berühmtheit auf fast jeden gewaltgeilen Orkprügler von Falkensee bis Pankow zurückgreifen kann.
Eggzo–33

Rassismus-Alarm!
Russenrigger

Wieviel Pull hat die Berlin-Mafia eigentlich heutzutage? Den Kriminalitätsberichten des SS scheint sie keiner Erwähnung wert…
Dmitri

Das hängt davon ab, wen du zur „Berlin-Mafia“ zählst. Wie fast jede andere „Setze den Namen eines Landes ein“ Mafia ist auch die Berlin-Mafia eine Art medialer Hilfsbegriff, der verschiedene Cliquen, Familien, Gangs, Schiebernetze und Kampfschulverbindungen zusammenfasst, egal ob diese wirklich quervernetzt sind oder nicht. Sehen wir uns nur Jablonski an und nehmen wir mal an er wäre sowas wie der Pate einer eigenen Verbrechensclique in Berlin, dann könnte man diesem seinen Netz neben den 6 Kampfschulen, 4 Werkstätten und 5 Türsteher- und Sicherheitsfirmen, die ihm direkt gehören (und die allesamt sehr gerne Ex-Knackis aus der Plötze anstellen) nochmal je gut die doppelte Zahl weiterer Unternehmen dieser Art zuordnen, die Ex-Schülern, Ex-Trainern, Boxkollegen, einem seiner 10 Geschwister (6 Brüder, 4 Schwestern) bzw. Kinder (mindestens 7 Söhne und 9 Töchter) bzw. der wachsenden Zahl seiner Enkel gehören oder in denen diese das Sagen haben. Und das ist nur der Kern seiner direkten Linie der „Berlin-Mafia“.
Tolstoi

Und was halten die Vory davon, Herr Tolstoi?
Dmitri

Fragen dieser Art beantworte ich nicht.
Tolstoi

Auch ohne „Insider“ zu sein kann man gewiss davon ausgehen, dass Jablonski & Co. Deals mit den anderen Syndikaten laufen haben bzw. eine Grenzziehung zwischen diesen und anderen Strukturen nicht immer klar zu treffen ist. Wesentlicher als seine Verbrecherkontakte finde ich, dass Jablonski seit Jahren regelmäßiger Gast auf alternativen Wahl- bzw. Beeinflussungsveranstaltungen ist und auch schon mehrfach den Schlichter bzw. Zivilrichter für alternative Zoffereien gemacht hat. Er hat in der Szene unglaublich viel Einfluss – das einzige, was ihn an einer politischen Karriere hindert, ist einerseits dass er kein Teil der etablierten politischen Seilschaften ist und andererseits dass er kein Interesse daran zu haben scheint, in die erste Reihe vorzutreten.
Fianna

Ich glaube nicht, dass er Scheu vor der Öffentlichkeit hat. Eher glaube ich er hat ein Autoritäts- bzw. Kooperationsproblem. In Fhain-Kberg, wo seine Popularität am Größten ist, käme er z.B. nur dann an Islamisten und Wölfen vorbei, indem er sich entweder mit diesen arrangiert oder indem er sich zur Leitfigur einer der anderen großen Bürgerzusammenschlüsse machen ließe. Er ist aber ein Einzelkämpfer und in allem was er tut der 100%ige Boss – in dem Sinne also als Unternehmensboss oder Berliner Don gewiss ne große Nummer, und völlig ungeeignet für die Berliner Politik.
Russenrigger

Ein weiteres nennenswertes Unternehmen aus dem Dunstkreis von E&W ist das Berliner Bauunternehmen und Architekturbüro ARS VIVENDI, das für gut zwei Drittel der durch E&W initiierten Bauvorhaben verantwortlich zeichnet (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bass Breathing Location in der Boelckestraße oder der Gourmetrestaurantkritiker-Präsenz in der Vision Berlin). Dabei liegt der Schwerpunkt der ARS VIVENDI Tätigkeit in der Konzeption und Visualisierung der an einem Standort möglichen baulichen Veränderungen bzw. der Entwicklung von Neubauvorhaben zur Präsentation von Immobilien gegenüber Bauspekulanten und Bauherren. Seltener tritt ARS VIVENDI selbst als Bauherr auf – aber wenn, dann geht der Auftrag zur Bauausführung in gut 4 von 5 Fällen an das Bauunternehmen JABOBAU – welches, man ahnt es bereits, durch einen der Jablonski-Brüder (Karol-Szymon Jablonski) geleitet wird.

Die übrigens namensgebenden Eigner von Engel & Wöllner sind in das operative Geschäft Berlins nicht direkt involviert: Frederik Engel und Bettina Wöllner waren beide äußerst erfolgreiche internationale Makler des zerbröselten E&W-Vorgängers, die sich aber nach der anstrengenden Gründerzeit von E&W nun zur Ruhe gesetzt haben. Während die 67jährige Bettina Wöllner fast ständig in ihrer Mallorca-Protzfinka wohnt, hat sich der galante Playboy Frederik Engel (72 und genetisch verjüngt auf Mitte 40) in sein Chalet nahe des Schweizer Nobelskiorts Verbier zurückgezogen. An Sitzungen der E&W Geschäftsführung nehmen beide Haupteigner heutzutage nur virtuell teil; der eigentliche Chef von E&W ist seit 2069 der im Ruhrgebiet berühmt-berüchtigte Immobilienhai Joachim von Schwarzenberg. Der Chef der Berliner Niederlassung von E&W ist Reinhardt Vandermark.

Wie jetzt – und weiter?
3V3

Suchen über Vandermark ziehen regelmäßig ein Nullresultat. Der Mann lebt sehr zurückgezogen, hat als Anschrift eine Drop-Adresse in der Villenenklave Dahlem, taucht in Klatschberichten oder Gesellschaftspostillen nicht auf, nimmt nicht an Spendengalas oder politischen Treffen teil, und das einzige bekannte Bild (aus einer E&W Festschrift von 2066) zeigt einen Mann Mitte 50, dessen ganze Präsenz „langweiliger Finanzenschubser“ schreit.
Russenrigger

Auffallend ist, dass Vandermark auch in Firmenkorrespondenz nicht auftaucht. Seine E&W Adresse ist zwar immer in Kopie gesetzt, von ihm selbst kommen aber keine Nachrichten, und es unterhält sich auch niemand über ihn. Halbzufällig (ich hatte nen Schnüffeljob zu E&W, bei dem es aber nicht um V direkt ging) bin ich allerdings darüber gefallen, dass Vandermark Ehrenmitglied der Wendlandstiftung ist.
Tolstoi

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Eine Antwort zu “[A] Engel & Wöllner

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